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kföo^Äc wochmdruag«! „Illustrierte $oimtag$3ettnng“ aionotsMiw: „Zuldaer GeschichtrbMer".
JS 214. Kll-a, Montag, den 19. September 1904. 31. Jahrgang.
Kürst Herbert Bismaid f.
In dem stillen abgelegenen Friedrichsruh, in welchem der Altreichskanzler Fürst Bismarck im Jahre 1898 seine Tage beschloffen hat, ist nun« mehr auch fein ältester Sohn, Fürst Herbert o. Bismarck am SamStag Vormittag seinen Leiden erlegen. In tbm ist der letzte männliche Sproß des alten Kanzlers aus dem Leben geschieden. Während der Tod des Grasen Wilhelm Bismarck am 30. Mai 1901 unerwartet erfolgte, da man von seiner ernsten Erkrankung in der Oeffentlichkeit vorher nichts gehört hatte, war man durch die letzten Nachrichten über den Zustand des Fürsten Herbert auf seine Auflösung vorbereitet. Die Krankheit des Hingeschiedenen hat, soweit es wenigstens bis jetzt in der Presse bekannt geworden ist, nur kurze Zeit gewährt, aber den ersten Meldungen über seine Erkrankung folgten bald Einzelheiten, die «kennen ließen, daß der Zustand des Fürsten das Schlimmste befürchten tafle. Von dem Leiden, von dem den Fürsten Herbert die ärztliche Kunst nicht befreien konnte, hat ihn nun der Tod erlöst. Nachdem die Mutt« des Fürsten bereits am 27. November 1894 in Varzin aus dem Leben geschieden, lebt von der engeren Familie des Reichskanzlers Bismarck nur noch seine Tochter, die im Jahre 1848 geborene Gräfin Maria Elisabeth, die seit dem 6. November 1878 mit dem früheren Gesandten hn Haag Cuno Grafen zu Rantzau vermählt ist.
Fürst Herbert Bismarck hat ein Alter von nahezu 55 Jahren erreicht; er war geboren am 28. Dezember 1849 in Berlin. Am 21. Juni 1892 vermählte er sich mit Gräfin Margu«ite Hoyos; auS dieser Ehe stammen vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne.
Seit dem Ausscheiden des Fürsten Herbert aus dem Staatsdienst, welches wenige Tage nach der Entlaffung des alten Fürsten Bismarck am 20. März 1890 erfolgte und durch welches der Sohn seine Solidarität mit dem Vater bekundete — Graf Wrlhelm v. Bismarck war aas Wunsch seines Vaters im Staatsdienst verblieben — hat der Verstorbene in der Politik keine nennens werte Rolle mehr gespielt. Mit dem Geschicke seines Vat«s hatte stch auch das f einige entschieden. Aus seiner amtlichen Tätigkeit sei erwähnt, daß er im Jahre 1885 als Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt das deutsch-englische Abkommen Über die Abgrenzung der Kclonialgebiete ausarbeitete und als Staatssekretär des Auswärtigen im Jahre 1889 der Samoa-Konferenz in Berlin prästdierte, durch welche ein Ausgleich der deutschen, amerikanischen und englischen Jntereffen erstrebt wurde.
Fürst Herbert Bismarck lebte in der Politik seines Vaters. Die Befähigung, welche ihm für den diplomatischen Dienst nicht abgesprochen werden kann, in Verbindung mit der pietätvollen Hochachtung, die er vor dem politischen Programme seines Vaters hatte, als dessen Erben er stch betrachtete, haben zuweilen den Eindruck hervorgerufen, als ob derselbe in Ueber'chätzung
wunderbare Fügungen.
Eine Erzählung, ^übersetzt auS dem Italienischen von L. Beinhorn.
6 ------(Nachdruck verboten.)
„Armer Albert!" murmelte Johanna.
Der junge Offizier umarmte sie zärtlich und küßte sie aui die S<irn.
„Nein, wir wollen nicht mehr daran denken", sagte er, energisch den Kopf schüttelnd, „btt Schmerz den man vor Andern nicht zu verbergen weiß, ist ein egoistisch« Schmerz, und ermangelt bet Würde. Ich habe einen Augenblick die Schwäche gehabt, ich will nicht mied« darin versinken Armes teures Kind! Du hattest doch recht; ich will mein Unrecht gegen Dich wieder gut machen; wenn Du meinen Arm an- nehmen willst, so werde ich Dich nach der Oper begleiten."
„Ist er möglich?" sagte Johanna, indem fie freudig in bte Hände schlug.
„Ja, lieber Mnd, wir wollen diesen Abend zusammen bleiben, und wenn wir während des einen oder anderen Akte- langweilen, so werde ich schon toifftn, wa» ich zu tun habe, dann werde ich meinen Freund aufsuchen, der keine Vorstellung zu versäumen pflegt und dem er gewiß Freude machen wird, an unser« Unterhaltung teil zu nehmen".
Johanna sah AU>«t fragend au.
„Tinen Freund I„ sagte fie, „von dem hast Du Wit ja noch nicht gesprochen!"
„Ich hatte meine Gründe, auch ist er mir «st seit gestern wieder begegnet. Du mußt ihn ebenfalls kennen, er heißt Karl de Rmnrville."
Bei diesem Namen v«darg da» anmutige Mädchen ihr Gesicht au Albert- Brust.
„Oh, wie garstig Du bist, ... ich wollte Dir ja Zuerst Mitteilung von ihm machen."
d« eigenen politischen Einsicht Kenntnisse und Können d« politischen Nachfolger seines Vaters etwas geringschätzig bewerte. Es ist im Reichstage, dem er seit 1893 angehörte und in dem « d« deutschen Reichspartei nahestand, wiederholt vorgekommen, daß er die Politik der leitenden Staatsmänner korrigieren zu müssen glaubte. DaS war in auffallender Weise noch im März 1901 der Fall, wo « die Auffassung des Reichskanzlers Bülow, daß es sich für uns in China um eine Lebensfrage handele, einer scharfen Kritik unterzog. Die Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Grafen Bülow aus diesem An- laffe war das Muster eines äußerlich zwar diplomatifch-höflichep, im Wesen aber scharf ironisierenden persönlichen Renkontres, bei dem Graf Bülow unter dem Lachen der Linken des Hauses über die „wohlwollende Art und Weise" dankend quittierte, mit der Fürst Bismarck seine Politik kritisiert habe. Seit dieser Zeit ist Fürst Herbert im Reichstage nicht mehr besonders hervorgetreten. Wie sehr er in der Englandspolitik ein Gegner des Grafen Bülow war, hat sich beim Burenkriege gezeigt. Seine Sympathie gehörte dem Burenvolke, und als s. Z. die Buren- dkputation, bestehend aus Botha, Delarey und Dewet, auf Betreiben des Grafen Bülow vom Kaiser nicht empfangen wurde, da hat Fürst Herbert in ostentativer Weise in den Wandelgängen des Reichstages die Leute ausgezeichnet und sich in einer Gruppe, deren Mittelpunkt er mit den Burenführern bildete, photographieren lassen.
Es gab eine Zeit, wo man glauben konnte, daß des eisernen Kanzlers begabter Sohn den Höhepunkt seiner diplomatischen Karriere noch nicht erreicht habe. Diese Erwartungen zer- fielen mit dem Zerwürfnis, das zwischen seinem Vater und Kaiser Wilhelm II. eintrat. Sein persönliches Verhältnis zu dem regierenden Kaiser war zeitweise ein sehr gespanntes — wir erinnern daran, daß Fürst Herbert einmal an einer Hochzeit, zu der er geladen war, mit Rücksicht auf den Kaiser fern bleiben mußte — und mag sich dieses Verhältnis im Lause der Zeit gebeffert haben: geheilt ist der alte Riß nicht mehr worden.
Aus der glühenden Verehrung, die der Entschlafene für die Politik seines Vaters hatte, er- klärt sich fein politisches Verhalten und mag daS Wort des Grafen Bülow auch wahr fein, nur Fanatiker und Toren könnten behaupten, daß der alte Rangt« r keine Fehler begangen habe, die Pietät des Fürsten Herbert vor feinem] Vater zwingt auch dem politischen Gegner Achtung ab und wirkt an der Bahre des Entschlafenen versöhnend.
Deutsches Reich.
Berlin, den 17. September 1904.
*** Graf Ballestrem hat auf das Glückwunschschreiben des Gesamtvorstandes des Reichstages zu seinem 70. Geburtstage folgende Aut-
So sprechend, begaben sich die Geschwister mit dem Papa, der nun zurückgekehrl war, auf den Weg nach der Oper. Die Freude, welche in de» jungen Mädchens Augen strahlte, machte so womöglich noch schöner; niemals batte sie sich glücklich« gefühlt.
Indessen lag dem arglosen jungen Mädchen wenig daran, ein Meisterwerk ver berühmtesten Komponisten zu hören, ihr erst« Blick, anstatt sich auf die Bühne zu richten, wo em Teno ist und ein Baritonist ein Duett anftimmten, war auf eine Gruppe jung« Herren gelenkt, wellte die Sitze des Parqners auSsüllten. Er war kaum eine Minute verflossen, als fie schon den jungen Karl de Renneville «blickte, d«, wie es aus dem vorh«gehenden Gespräche mit ihrem Bruder hervorgehr, ihr Herz besaß. Wed« Herr von Billeneuve, noch Albert ahnten dar Geringste hiervon, für fie nahm die Vorstellung ihren Fortgang, al» plötzlich ihre Aufmerksamkeit durch eine allgemeine Bewegung deS Publikum» unterbrochen wurde. Me durch Zauberkraft richteten sich die Operngläs« auS den verschiedenen Logen, aber namentlich au» dem Parquet, wo die junge Herrenwelt am meisten vertreten war, nach ein und derselben Stelle, und ein allgemeines Geflüster verbreitete sich fast überall.
* *
In einer Loge de» ProscenimnS hatte ein junges Mädchen in Begleitung eines älteren Herrn, sehr stattlich gekleidet, Platz genommen. ES war weniger die Schönheit de» jungen Mädchen», welche die Bewegung unter den Zuschauern hervorgerufen hatte, als vielmehr die eizentnmliche Blässe ihr« Gesichtsfarbe und b« seltsame Ausdruck in ihrem Blicke. Außerdem hatte sich roch ein Umstand zugetrager, der be- sordtt» denjenigen ausgefallen war, welche fie zuerst erblickt hatten.
SS waren nur wenige Minuten nach chrem Eintritt verflossen; auf einem unbesetzten Sessel hatte fie ihren Mantel a-worfen und ihren Blick auf die ihr naheliegenden Logen schweifen lassen, als man sie plötzlich «giltttn sah. Eine tiefe Unruhe schien fie zu
wort, zu Händen des 1. Vizepräsidenten Grafen Stolberg ergehen laffen:
„Hochverehrter Herr Graft En« Exzellenz und den Übrigen Milgliedern deS GesamlvorstandeS deS Reichstage- sage ich für die so überaus freundlichen Glückwünsche zu meinem 70. Geburtstage meinen herzlichste» kollegialischen Dank und bitte sämtliche Herren Kollegen vom Sesamtvorstande deS Reichstages mir auch ferner chre freundliche Gesinnung zu bewahren. Mit ausgezeichneter Hochachtung hat die Ehre zu zeichnen Euer Exzellenz ganz ergebenster Graf Ballestrem."
§ Der s. Leibarzt des Kaisers, Oberstabsarzt Dr. Jlberg ist zum Divisionsarzt bei b« 1. Garde-Division und zum Generaloberarzt ernannt worden. Dr. Jlberg bleibt weiter 2. Leibarzt des Kaisers. Er pflegt bekanntlich jetzt regelmäßig den Kaiser auf deffen Reisen zu be- gldten; der 1. Leibarzt ist Generalstabsarzt Dr. v. Leuthold, der seit einiger Zeil die Reisen des Kaisers nicht mehr mitmacht.
*— Mit einem Fehlbetrag von 80 Millionen beim nächstjährigen Reichshaushaltsetat rechnen die ,Berl. Polit. Nachrichten'. Hierzu schreibt das,Berl. Tagebl.': „Die unausbleibliche Folge wäre natürlich, daß sich neue Steuern nicht länger vermeiden laffen. Aber erfahrungsgemäß sieht der Etat, wenn er schließlich eingebracht wird, ganz anders aus, als es nach solchen vorläufigen Ankündigungen den Anschein hat. Und in der Budgetkommtssion pflegt das auf dem Papier stehende Defizit gleichfalls noch stark vermindert zu werden. Man kann stch also vorläufig noch gedulden. ES wird nichts so heiß gegeffen, wie es gekocht wird, auch ein Reichsdefizit nicht." Nur nicht zu optimistisch!
** Bei der Reichskasse find in den ersten fünf Monaten deS Etatsjahres 1904 im Deutschen Reich zur Jsteinnahme gelangt: Zölle 189,494,888 Mk. (gegen das Vorjahr—6,241,714 Mark), Tabaksteuer 4,019,004 Mk. (+ 163,298 Mk.), Zuckersteuer imd Zuschlag 53,300,905 Mk. (+ 9,549,589 Mk), Salzsteuer 19,968,224 Mk. (+ 529,740 Mk.), Matschbottichsteuer — 752,027 Mk. (+ 2.521,500Mk.), Verbrauchsabgabe vonBrannt- wein und Zuschlag 51,439,813 Mk. (+ 449,197 Mark), Brennsteuer — 135,793 Mk. (+ 324,709 Mk.), Schaumweinsteuer 1 783,584 Mark (+ 226,986 Mk.), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 12,997,088 Mk. (+ 173,480 Mk), Summa 332,115,686 Mk. (4- 7,696,785 Mk). Der Spielkarten- stempel ergab 673,685 Mk. (+ 15,625 Mk.). An Stempelsteuer gelangten zurAnschreibung a) bei Wertpapieren 8,747,193 Mk. (+ 3,270,959 Mark), b) bei Kauf- und sonstigen Anschaffungsgeschäften 5,626,954 Mk. (+ 750,010 Mk.), o) bei Losen: Privatlotterien 2,392,970 Mk. (+ 234,068 Mk). Staats, lotterten 11,077,666Mk. (—1,197.864Mk.), d) bei Schiffssonsturkunden 347,760 Mk. (4- 8764 Mk ). Die W ech s e lste mpe ist euer betrug 5,160,627 Mk. (-j- 110,803 Mk.).
):( Wie die,Deutsche Tageszeitung' meldet, sollen in den Reichshaushaltsetat für 1905 Mittel eingestellt werden, um allgemeine
Überwältigen, mit beiden Händen hatte fie ba» Gesicht bebttft, gleichsam als wolle fie einen Ausruf des äußersten Erstaunens unterbrücken, worauf der ältere H«r sich zu ihr geneigt hatte, um ihr einige Worte zuzuflüstern. Aber ba» junge Mädchen hatte sich schon beherrscht, ihr Gesicht hatte bie volle Ruhe wieder gewonnen uub sich nach der Bühne gewandt.
„DaS ist ja eine seltsame Erscheinung", murmelte Johanna. Sie wollte weiter sprechen, al» ihr Bruder hastig ihre Hand «griff.
„Wa» hast Du, Albert, was geht mit Dir vor?" fragte fie ganz verwundert.
In der Tat, b« junge Offizier war in biefem Augenblicke sehr bewegt. Bon der allgemeinen Bewegung veranlaßt, batte er wie bie übrigen Zuschauer ben B'ick auf bie Lose gelenkt, welche ber Zielpunkt aller Operngläser geworben war, allein, kaum hatte er bie Unbekannte erblickt, al» die PulSschläge feine» Herzen» sich gewaltig steigerte». ,ES war ihm unmöglich. zu antworten, die Kehle war ihm zugeschnürt, er fragte sich kopfschüttelnd, ob er nicht der Spielball irgend einer Täuschung geworden.
„Albert!" wiederholte Johanna ganz erschreckt.
„Ach, e» ist unmöglich", stammelte der Jüngling, gleichsam als wenn er au» einem schweren Schlafe erwachte.
„WaS ist unmöglich?" fragte bie Schwester wiederum. „Meinst Du diese» junge Mädchen. . kennst Du fi« vielleicht? Bist Du ihr irgendwo begegnet ?"
„Welche Idee!"
„Ihre Schönheit ist von eigentümlichem Rize, wie ihn bie Damen unsere» Laube» nicht besitzen "
„Nicht wahr?"
„Al» ich fie soeben betrachtete, schien e» mir, al» hätte fie ihre Blicke auch nach un» gewandt."
Albe« antwortete nicht, er war ungemein bewegt, toiebetum drückte « Johannas Hand, und al» ber Akt beendet war, ergriff er ben Hut, um auf ben Konibor zu eilen; bie Lust war zu schwül für ihn, fie drohte chn zu ersticken. Wa» seine Schwkst« ihm
Ermittelungen über Lage und Wünsche des Mittelstandes vorzunehmen. Es würde dies allseitig mtt Freuden begrüßt werden.
** Das Mehrstimmen-Wahlrecht wird in einer längeren Erörterung akademischer Natur in der .Deutschen Tageszeitung' befürwortet. Es verlohnt sich nicht, darauf einzugehen, da die Frage einer anderweitigenIWahlrechtsgestaltung weder zur Zeit aktuell ist, noch in absehbarer Zeit aktuell werden dürfte.
)( teilte befremdende Verfügung hat der Gouverneur von Südwestafrika er« laffen. In kolonialen Kreisen war es in den letzten Wochen ausgefallen, daß vom Kriegsschauplätze nur noch von amtlicher Seite Meldungen Über die Lage der Dinge veröffentlicht wurden. Des Rätsels Lösung bringt ein jetzt bekannt werdender Erlaß des Gouverneurs, wonach für die Dauer des gegenwärtigen Aufstandes Veröffentlichungen Über Truppenbewegungen oder Verteidigung!mittel verboten sind, soweit nicht der Truppenkommandeur oder sein Beauftragter zu der Veröffentlichung seine Zustimmung erteilt hat. Diese Verordnung ist fett dem 17. August in Kraft.
(* *) Kontrolle der Ortspolizeiverord- «ungen. Dte Ortsvolizetbehörben find angewiesen worden, alle Polizeioerordnungen, welche ortspolizeilicherseits erlassen werden sollen, vorher dem zuständigen L a n d r a t zur Prüfung einzureichen und zwar hat die Vorlage zu erfolgen, bevor mit den zur Mitwirkung beim Erlaß von Polizeioerorbnungen gesetzlich berufenen Selbstverwaltungslörper« in Verbindung getreten wird.
** Die Krankenversicherung der Ha«s- gewerbetreibeuderr soll durch ein besonderes Reichsgesetz oder eine Novelle zu dem vorhandenen Krankenversicherungs-Gesetze demnächst geregelt werden. Zur Vorbereitung hat die Mini- sterial-Jnstanz Erhebun ^en veranlaßt, die 4 Punkte umfassen. Es sollen die bezüglichen Ortsstatute gesammelt, die Zahl dieser Gewerbetreibenden sestgestellt, die ärztlichen Honorare für ihre Behandlung soweit als möglich berechnet und endlich festgestellt werden, ob über die Zahlung des Eintrittsgeldes von den Hausgewerbetreibenden bei den Kassierern Klage geführt worden ist.
** Eine verstärkte Uederwachuug der Schtttzpockeu-Jmpfuug hat der Kultusminister durch einen Runderlaß an die Regierungs-Präsidenten angeordner. Es ist dies deshalb geschehen, weil die Aerzte an den König!. Anstalten zur Gewinnung tierischen Impfstoffes bei den Staatsimpfungen viel bessere Resultate erzielen, als viele praktische Aerzte und Jmpfärzte sie erreichen.
* Der russisch-japanische Krieg.
Die Japaner scheinen wieder von neuem zum Angriff vorgehen zu wollen. Wie aus Mulden gemeldet wird, rücken japanische Truppen von Osten her gegen Mukoen vor; starke russische Streitkräfte stehen bereit, ihnen entgegenzutreten, auch ist eine Verstärkung der japanischen Vorhut auf der Linie Jantai-
soeben gesagt, hatte er auch bemerkt; kraft seiner Energie war -8 ihm gelungen, bie stürmischen Gefühle, welche fein Innere» bewegten, zu beherrschen.
Jener junge Mädchen, welche» er soeben gesehen, hatte bie täuschen ste Aehnlichkeit mit ber armen Helene, welche er währenb seines Aufenthaltes in bem bescheidenen irländischen Landhause so innig lieb gewonnen hatte.
Sie konnte t» natürlicher Weise nicht sein, « hatte fie ja im Tode gesehen, hatte ihre eisige Hand erfaßt, bie regungslos unter feinen brennenden Lippen gebli ben war; und einige Tage später hatte er ja, als er im Begriff stand, das düstere Land zu verlassen, noch au« der Ferne die Totenbahre 'erblickt, welche die stttbliche Hülle trug.
Zu denken, daß sie noch lebe, baß er sie eines TageS wiederfinden könnte, war eine Torheit; er fühlte wohl, daß er fich uoiyiuer so trügerischen Vorstellung nicht hinreißen lassen durst«. Indessen hatte er gleich seiner Schwester die Bewegungen der schönen Unbekannten b-o dachtet, und beim Erzittern ihr« GefichtSwuSkeln bei den Zuckungen ihres vewegtea Herzens, wenn ihr Blick d-n feinigen traf, schien sein Zweifel zu schwind.». Da» Innere seiner Seele war durchdieZarberkrastzurzDingendenUebttzeugunggelangr.
Mit schnellen Schritt en durchschritt er den Korridor; Fieberhitze emflammle sein Blut; imm« wieder kehrte er zu der Loge zurück, in welcher er fie bemerkt bä te. Indessen war eS in diesem Augenblicke unmöglich, fich chr zu nähern; « stellte fich daher auf bie Treppe unb wartete.
ES sollte nicht lange bauern, al» ba» Orch fier da» Vorspiel bei sitze, tte* angestimmt hatte und fast alle Leute wieder in bie Logen traten.
Er hatte gehofft, allein vor ber Loge zu harren, ab« zu seiner Verwunderung hatte er noch einen Mann bewttkt, welch« in ungedulbigst« Weise auf- und obging, ohne fich um bie Gegenwart de» junge« Osfizitt» zu kümmtta. D'ese» berührte ihn zuletzt unangenehm.