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yrrantwortlkcher Hchdstleiter.Zos.va«« vKi«"'-"«»«. Wochenbeilage:„IllustrierteSoimtagrzeitung
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Druck und Verlag der Allda« Actiendruckere- in Zulda (Harmonie^ Zernfprecher Ur. 9.
M°213.
Krl-a, Samstag, den 17. September 1904.
31. Jahrgang.
Deutsches Reich.
Erstes Blatt
Berlin, den 16. September 1904.
* Eine Krakauer Zeitung verbreitet das Gerücht, Kaiser Wilhelm und Zar Nikolais beabsichtigten eine Zusammenkunft in Skiernewice. Ursprünglich sei auch eine Begegnuug müKaiser Franz Joseph in Aussicht genommen worden, doch habe man diesen Plan fallen kaffen, da der Kaiser von Oesterreich mit Rücksicht auf sein hoher Alter die Strapazen einer Auslandsreise nicht mehr auf sich nehmen könne. Der Begeg- nung der beiden Kaiser werde in Petersburg die größte politische Bedeutung beigemeffen. An unterrichteter Stelle ist weder von einem solchen Plane, noch überhaupt etwas davon bekannt, daß der Kaiser in diesem Jahre noch irgend eine Reise in das Ausland zu unternehmen beabsichtige.
D Der Kaiser hat nunmehr auch an den Grafen Rantzau das telegraphische Ersuchen gerichtet, ihn fortlaufend über das Befinden des erkrankten Fürsten Herbert Bismarck zu unterrichten. Ein gleiches Telegramm hatte der Monarch bekanntlich vor einigen Tagen an den behandelnden Arzt, Professor Schwentnaer, gerichtet.
* Der Präsident des Reichstags, Graf von Ballestre« richtete an den Kaiser anläßlich der Berlobang des Kronprinzen folgendes Schreiben: „Ew. Majestät wollen Allergnä- digst gestalten, daß ich zu der Verlobung des Kronprinzen mit der Herzogin Cecilie zu Mecklenburg meinen aller«ntertäntgsten Glückwunsch aus vollem und treuem Herzen darbringe. Möge Gottes reichster Segen auf dem Erlauchten Brautpaare ruhen und diese Verbindung zum ewigen, zeitlichen Glücke desselben, zur Freude des Aller- durchlauchtigsten kaiserlichen Eliernpaares und zum Heile des Deutschen Reiches gereichen. Es ist zum ersten Mal, daß ein Kronprinz des Deutschen Reicher Verlobung feiert; deshalb habe ich geglaubt, obwohl der Reichstag zur Zeit nicht versammelt ist, diesen allerunter- länigsten Glückwunsch namens des Reichstages, aber auch int eigenen, aussprechen zu dürfen. Auch bin ich fest überzeugt, daß die übergroße Mehrheit der Mitglieder des Reichstages sich den hier ausgesprochenen Gefühlen auS vollem Herzen anschkießt. Geruhen Ew. Majestät bei dieser Gelegenheit den Ausdruck meiner tiefen Verehrung und treugehorsamsten Ergebenheit allergnädigst entgegenzunehmen, mit welcher ich ersterbe als Ew. Majestät alleruntertänigster treu» gehorsamster Graf Ballestrem, Präsident des Reichstags. Plawniowitz, 9. Sept. 1904 Da- xauf ging vom Kaiser folgende Antwort ein: An den Präsidenten des Reichskags, Graf von Ballestrem, Plawniowitz bei Rudziniz, Ober.
Wunderbare Mimgen.
Eine Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von L. Beinhorn.
5 ------(Nachdruck verboten.)
„Und hat man niemals etwas Genaueres über ihn erfahren? fragte Albert weiter."
„Niemals."
Wahrend der 8 eit, welche der lange Offizier unbeschäftigt in Reckjavlk zubrachte, um die Rückkehr der „Anrmifia" zu erwarten, batte ec oft Gelegenheit, mit den Isländern über die Bewohner des Landhauses zu sprechen, aber niemals konnte er völlige Ausllärung erhalten, Alles waS er erfahren tonnte, beschränkte sich auf wenige Mitteilungen.
Rial. Saga war vor ungesähr zehn Jahren mit Tom und Helene eingewandert und sie batten das Haus bewohnt, welches er mit vielem G-schmeck und allen möglichen Bequemlichkeiten hatte nnriqten lassen.
Gleich in den ersten Tagen nach seiner Ankunft hatte er sich allen neugierigen Blicken entzogen Aw systematisch allen Besuchern den Weg versperrt. Tann und wann hatte er sich auf einem Schiffer- wote emgeschfst, um sich über England nach mankreich zu b-geben; dort verweilte e«. gewöhnlich »ter bis fünf Moira'e. Was er dort trieb, darüber hätte niemand Bericht erstatten können. Nach «eikjavik zurückg-kehrt, führte er wieder dasselbe ttnsvme, abgeschloffene Leben.
Helene wurde allgemein beklagt und bewundert; »an war erstaunt, daß der Tod sie nicht schon längst « diesem rauhen Klima und in der düsteren Einsamkeit ereilt hatte.
Nach solchen Berichten war natürlich Alberts «hmpathie für Helene noch mehr gesteigert. Zwei bis Olet Wochen waren oer stoffen, während welcher er
schlesien. Schwerin, (Schloß) den 15. Sept. „Ich habe mich über die treuen Glück- und Segenswünsche, welche Sie zugleich namens des Reichstages, mir anläßlich der Verlobung meines Sohnes, des Kronprinzen, zum Ausdruck gebracht haben, sehr gefreut und spreche Ihnen für Ihre freundliche Aufmerksamkeit meinen wärmsten Dan! aus. Wilhelm I. E. Beide Schreiben werden in der »Nordd. Allg. Ztg/ veröffentlicht.
* Ts dürste wohl nur wenigen bekannt fein, schreibt die ,Voffische Zeitung, daß daS Wirken des Freiherr« v. Mirbach für Kirchenbauten bereits in Berlin von Künstlerhand verewigt worden ist und zwar unmittelbar in der Nähe der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche. Dort befindet sich an dem romanischen Hause in der Tauenzienfiraße ein künstlerisch ausgeführter Balkon, auf dem fast in voller Lebensgröße unsere Kaiserin fals hl. Elisabeth dargestellt ist, in dem Augenblick als fie Brot unter die Armen verteilt, hinter ihr werden zwei männliche Figuren sichtbar, von denen die eine die charakteri- schen Züge des Frhn. v. Mirbach trägt. Seine lebhafte Tätigkeit, die er für den Kirchenbau entfaltete, ist dort insofern symbolisch dargestellt, als ihm der Bildhauer daS Modell einer Kirche in die Arme gegeben hat.
* In der Presse war gemeldet worden, der Haubelsmioister Möller beabsichtige eine Reise nach Konstantinopel zu machen. Dies trifft nach der ,Nordd. Allgemeinen Ztg.' nicht zu. Das Blatt schreibt: „Der Irrtum ist vielleicht dadurch entstanden, daß, allerdings vor- Monaten, der Handelsminister die Absicht hatte, sich einer Reisegesellschaft zum Besuch der griechischen und klein asiatischen Ausgrabungsstätten anzuschließen. Diese Absicht ist aber bereits vor längerer Zeit wegen der Geschäftslage aufge- geben."
* Prinzeffi« Luise Von Kobnrg. Ein Teil der deutschen Preffe, vornehmlich solche Blätter, die über die Hintertreppen in die Häuser zu gelangen pflegen, hat dieser Tage einen pikanten Brief, den die Prinzessin Luise an den sozialistischen »Vooruif in Gent geschrieben haben sollte, veröffentlicht. Das Schreiben, in dem die Zustände am Brüsseler Hofe zur Zett der Verlobung der Prinzessin, das spätere Ehe- leben der letzteren, die Liaisons des Königs der Belgier und die Liebe Luisens zu Mattachisch mehr wie offen geschildert wurden, trug den Stempel der Unechtheit unverkennbar an der Stirne, und selbst weniger Intelligente hätten an der Form und namentlich der Unterschrift die Fälschung leicht erkennen können. Trotzdem fand der Brief eine überraschend große Verbreitung. Ohne Zweifel hat manches Blatt die Gelegenheit, unter harmloser Maske seinen Lesern einmal recht derbe Kost vorsetzen zu können, gerne benutzt. Nunmehr wird es Sache derselben Blätter fein, ihre Leser über den wirklichen Ursprung und den Wert des Briefes auf- zuklären. DaS Pariser .Journal- ist von der Prinzessin Luise ermächtige, den Bries als grobe Fälschung zu erklären. Aus gleicher Stuf- wie der falsche Brief steht ein Schundroman, be- mehr als einmal den Entschluß gefaßt hatte, nach dem Landhause zurückzukehren, um die, für welche er allein noch zu leben schien, wieder auszusuch-n. Allein eine Art Schüchternheit hielt ihn zurück, er fürchtete indiskret zu sein und durch seine Neugierde Helenens Mißfallen zu erregen. Nach mehreren Tagen der Zögerung konnte er sich indessen nicht mehr zügeln Di- „Artemisia" würde bald wieder erwartet, nnr dann wurde er natürlich gezwungen, sofort nach Frankreich zurückzukehren. Es mochte nun komme-', wie es wollte, jedenfalls wollte er das Mädchen vor feiner Abreife Wiedersehen.
Eines Morgens verließ er daher, wie er eS ja schon einmal auSgesiihrt harte, auf seinem isländischen Pferde Rnkjavik, um sich nach Mal-Sagas Behausung zu begeben. Der Weg war ihm richt mehr unbekannt, und er konnte die Reise ohne Bedenken unternehmen. Das Wetter war äußerst günstig, und als die Nacht begann, den Himmel zu verdüstern, konnte er schon n der Ferne daS Hans erblicken. DaS Herz schlug hm gewaltig, unwillkürlich gab er dem Pferde die Sporen, damit es seine Schritte beflügeln möchte. AiS er vor der Behausung eintraf, war es fast Mitternacht geworden. Behutsam stieg er vom Pferde und eilte nach der Tür, um zu klopfen.
Niemand antwortete, darauf. Albert tlopste zu wiederholten y alen, aber vergebens. Nun wuroe er von Ungeduld ergriffen, mit Unter Stimme lief er nach Tom, und mit voller Kraft die Tür aufstoßend, trat er ins Zimmer. Aber dort kaum angekommen blieb er w'e versteinert stehen.
In der Mitte des Zimmers, unter den von Wall- ischgerippen gebildeten Strebepfe-lern, ragte eine Art 1 sarg hervor, welcher von dem düstere« Scheine zweier Harzkerzen beleuchtet war; auf der einen Seite war Tom medergekntet und betete, auf der andern stand ein Mann aus recht, den er nur unvollkommen sehen kannte, gebeugten Haupte- und die Hirne auf der Brust gekreuzt.
titelt: „Die Königstochter im Jrrenhause", der die Schicksale der Prinzessin Luise von Koburg bis in die jüngste Zeit behandelt und in Maffen von Berliner Kolporteuren vertrieben wird. Es handelt sich um ein Machwerk niedrigster Art, daS in einem schauderhaften Stil geschrieben und, mit noch böseren Illustrationen versehen, infolge feiner „Aktualität" sich leider lebhaften Absatzes zu erfreuen scheint.
0 Gegenwärtig schweben Verhandlungen wegen eines Neubaues der Kgl. Preußischen Statistische« Bureaus. Das jetzige Gebäude (Lindenstraße 28) reicht nicht einmal für die laufenden Geschäfte mehr aus. Dabei müssen noch fortgesetzt für größere Erhebungen wie die Berufs-, Volks- und Viehzählungen regelmäßig besondere Räume zur Verfügung gestellt werden. Der Neubau soll an anderer Stelle errichtet werden.
)( Für die geistliche Schulaufsicht hat sich der in Posen tagende Deutsche Pfarrertag ausgesprochen. Das veranlaßt die ,Kreuzztg/ zu folgendem Mahnwort: „Die Gefahr, die aus einer Beseitigung der geistlichen Schulaufsicht bestehen muß, legt den Geistlichen in der Tat die Pflicht auf, diese ernste Angelegenheit nur aus dem Gesichtspunkte des öffentlichen Interesses zu behandeln und nicht vor den ungerechten Angriffen der Kirchenfeinde zurückzuweichen."
** Eine erhebliche Z««ahme der gewerblich Beschäftigte« stellt die ,Arbetts- markt-Korrespondenz' fest, indem fie schreibt!: „Trotz der ungünstigen Geschäftslage im Montangewerbe ist daran festzuhalten, daß der Be- fchästigungsgrad in den meisten anderen Produktionszweigen nach wie vor erheblich bester bleibt als in den beiden Vorjahren. Die Ziffern der Statistik Über die Bewegung der Beschäftigten im laufenden Jahre reden eine so deutliche Sprache, daß ihnen gegenüber pessimistische Anwandlungen als ob die allgemeine Konjunktur wieder nachgelaffen hätte, nicht aufkommen können. Eine vergleichende Zusammenstellung der Mitgliedrrziffern von Krankenkasten für den 1. Januar und 1. Juli läßt deutlich erkennen, daß eine beträchtliche Zunahme der Beschäftigten in gewerblichen Betrieben während des ersten Halbjahres stattgefunden hat. In 88 Orten, für die der Mitgliederbestand sowohl zu Anfang wie zu Ende des ersten Halbjahres vorliegt, betrug die Steigerung der Beschäftigten während der ersten 6 Monate 7,36°/0. Die Zahl der Mitglieder betrug nämlich am 1. Juli 1 748 611 Köpfe gegen 1628 663 am 1. Januar. Diese Steigerung ist größer als im Vorjahre und wesentlich größer als 1902 und 1901. Ein weiteres Anzeichen der Gesundung ist, daß im laufenden Jahr die Zahl der männlichen Arbeiter wieder sehr viel stärker zunimmt als die der weiblichen. Die Zunahme der ersteren während des ersten Halbjahres beträgt nicht weniger als 9,15%, die der letzteren nur 3,30%.
** Sozialdemokratische Parteibeiträge. Die im .Vorwärts' veröffentlichte Monatsquittung für den August verzeichnet an Beiträgen
Albert fühlte feine Kehle sich zuschnürend, ein unbestimmter Gefühl von der Wirklichkeit überfiel ihn.
Die beiden Männer hatten ihre Blicke noch nicht auf ihn geworfen, er trat daher -wch weiter vor, bis er sich vor dem Sarge befand und m seinem Schrecken eine auSzesterckte unbewegliche Gestalt erblickte.
Jnzwifchen hatte sich Tom bewegt, und den jungen Offizier erkennend, hatte er fick erhoben und bedeu- tungivoll den Unger auf seine Lippen gelegt.
„Helene! Helene! rief Albert mit erstickter Stimme. Tom streckte die Hand nach dem leblosen Körper aus.
„Zu spät. . . mein Herr ... Sie find zu spät angekommen," sagte er in erregtem Tone; „seit gestern hat Helene uns verlassen."
„Tot, ist fie tot?”
„Sehen Sie," erwiderte der alte Tom; der ewige Schlaf bat fich des anmutigen, süßen Geschöpfes bemächtigt."
Albert erwiderte kein Wort, er ergriff die Hand deS jungen Mädchens, sühne fie tiefbewegt zu seinen Lippen, knieie nieder und betete einige Augenblicke Ür die so früh Entschlafene.
Als ir fich erhob befand er fich mit Tom allein.
„Wann ist fie gestorben?" fragte er gebrochenen Herzens.
„Gestern", war die Antwort.
„Und an welcher Krankheit?"
„Wer vermag es zu sagen? Sehen Sie, daS Mädchen war so zart, fie wurde so oft von einer Ohnmacht ergriffen, wo ich oft fürchtete, daß der Tod fie ereilen könnte Gestern hatte daS Nebel fie Mötzlich wieder ergriffen und zu unserem großen Kummer ist fie daraus nicht wieder erwacht."
„Arme, teure Helene I"
„Ja, Herr, Sie haben Recht, fie zu betrauern, ie war so gut und liebreich; ohne Murren ertrug te das traurige Dasein, welches das Geschick ihr auferlegt hatte; fie war für ihren Vater sowohl wie für mich unsere einzige Freude auf dieser Welt"
allein aus 5 Wahlkreisen Berlins die Summ von 10.800 Mk. und an Beiträgen auS 5 wei teren Wahlkreisen (Dresden, Hannover, Leipzig, 12. und 13. sächsischer Wahlkreis und Nieder- barnim) die Summe von 7000 Mk. Es sind also aus nur 10 Wahlkreisen fast 18,000 Mark an die sozialdemokratische Hauptkaffe beigesteuert worden.
* Amtlicher Nachweisung zufolge betrug die Einnahme an Wechselste«Pelste«er im deutschen Reiche für die ersten fünf Monate des laufenden Finanzgutes 5265 939 Mark oder 216121 Mark mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
• Der russisch-japanische Krieg.
Der japanische Gesandte in London Vicomte Hayashi hat in einer Unterredung mit dem Londoner Mitarbeiter des ,Matin' erklärt, man irre fich, wenn man glaube, daß Japan nicht solange wie Rußland kämpfen könne. Der Krieg werde vielleicht bet e Staaten erschöpfen, aber das werde sicherlich für Rußland schlimmer sein als für Japan, das diesen Krieg einzig und allein um seine Existenz führe. Die nächste Schlacht werde bet Tieling geschlagen werden; der Krieg werde auch während des Winters fortgeführt werden. Die Transportmittel der Japaner hätten in letzter Zeit stark zugenommen, und das erleichtere den Japanern den Marsch nordwärts außerordentlich. Schließlich erllätte der Gesandte, die Japaner hätten darauf verzichtet, Port Arthur durch Sturm zu nehmen; sie würden die Festung durch AuShungern zur Uebergabe zwingen: dadurch werde die Belagerung natürlich verlängert. Allerdings würden durch die Einnahme Port Arthurs 50 000 Mann für die Operationen im Norden frei werden; aber die Japaner brauchten sie dort nicht.
Als ein Hauptgrund der rusfischrn Mißerfolge wird von verschiedenen Setten die Uneinigkeit unter den rusfischrn Befehlshabern angegeben. Von dem Gegensätze zwischen dem Statthalter Alexejew und General Kuro» patkin ist schon wiederholt die Rede gewesen, aber selbst unter den Generälen, die gegen Kuroki kämpften, soll es zu Streitigkeiten gekomunr sein. Wie ein Korrespondent des Bureau Reute, aus Liaujang vom 11. Juli schreibt, machen di< russischen Offiziere gar kein Hehl aus ihrer Ah> Neigung gegen den Krieg.
Der Stillstand der kriegerischen Ereignisse, der naturgemäß nach der schweren Schlacht bei Liaujang eingetreten ist, dauert noch fort. Auf der Rückzugslinie der russischen Armee haben keine neuen Zusammenstöße stattgefunden. Wie Generaladjutant Kuropatkin dem Kaiser unterm 14. d. M. meldet, hatte die Armee an jenem Tage keine Kämpfe zu bestehen. Sin starkes Wachkommando des Gegners, das von Infanterie und Kavallerie unterstützt wird, ist etwa fünf Werft nördlich von der Station Jantei vorgerückt.
„Wann wird die Beerdigung stattfinden?"
„Morgen."
„O, dann will ich so lange hier verweilen, ich will fie zur letzten Stätte begleiten."
„DaS wird für Sie unmöglich sein," antwortete Tom in erregtem Tone.
„Warum?"
„Ntal-Saga wird eS nicht erlauben."
„Wekhalb nicht?"
„Haben Sie nickt bemerkt, wie er sofort bat Zimmer verlassen hat, als Sie eingetreten sind?"
„Gewiß "
„Mal-Saga will Sie nicht sehen."
„Er mag mich nicht leiden."
„Er meidet Sie mehr wie jeden anderen Fremden/
„Was hckbe ich ihm getan?"
Tom erhob die Augen zum Himmel.
„Man muß dem Sckmerze eines Vaters verzeihen," antwortete er, „Nial-Saga redet fich ein, daß Sie schuld an Helenens Tode find."
„Ihre Gegenwart hm das junge Mädchen tief- finnig gestimmt, Ihre Abreise des KrifiS berüorgeruen, der eS unterliege« mußte."
„WaS raten Sie mir?"
„Abreisen."
„Gern möchte ich noch verweilen."
„Tun Sie mir dieses nicht zu Leide, tttiin Herr. Ihre längere Anwesenheit würde mir gofcen Verdruß bereiten. Entfernen Sie fich, zögern Sie keinen Augenblick länger"
„Nun wenn es so ist, so sei er, ich kehre f-A Reitjavik zurück; seien Sie indessen verfichert, daß ich dieses nur aus Rrckficht gegen diese hier Schlummernde tue.“
Bei diesen Wv'ten entfernte fich Albert, rrb nachdem er TcmS Hand herzlich geschüttelt tcif, stieg er auf sein Pferd und ritt von dannen.
Am nächsten Tage verließ er Irland bei ein m seiner prächtigen No, dichter, welche fich zu gewissen Zkittäumen so häufig in diesen Breitengraden zeigen