Jg SIS.
Sulöo, Freitag, den 16. September 1904
.rrschtwt tiSlrch' E M
-WZ CmIaaa sss ÄUlVUv
orra-t-ortttcher MM rchristltUer^wehltt .. ..
j. Woch-Milage: „Illustrierte Ssnntagzzeitung"
d . 1 »Imine«: »le dl»
X jh, ML a i spaltige Petitzeile oder
V T&eF deren Saum ZS psg.
M H» W H W W W M M M Reklamen die petitzeile
WBZ H ■ ■■■■■■ 25 Pfg.; bei wieder-
Aa |& M M Mi M DS B6 M Holungen wird enrspr. wl W 1 Rabatt gewährt.
Druck und Verlag der zuldaerActiendruckerei - . , , , ,, in Zulda (harmsniel.
Monatrbellage: „Zuldaer Geschlchtsblatter. 5-rnsprech-r lrr.o.
(Forts, folgt.)
wunderbare Mgungen.
Eine Erzählung, übersetzt auS dem Italienischen von
trag für vereinbar gehalten hat. Wohl aber bemühe fie fich, daß das Verbot der Ausfuhr auf diejenigen Futtermittel beschränkt werd», auf die eS fich 1893 bezog, nämlich auf Heu, frische und getrocknete Futter kräuter, Stroh und Hecksel, und daß ferner die Wiener Regierung die Ab» schlüffe berückstchtige, welche deutsche Firmen in Oesterreich vor Erlaß des Verbots gemacht haben. Erne Antwort der östereichischen Regierung soll noch nicht erfolgt sein.
** Eiue neue Landungsstelle für Südwestafrika? Der.Südwestafrikan. Ztg." zufolge wurde am 6. August von einer Kommisfion die sogen. Rockbai, welche etwa 30 Kilom. nördlich von Swakopmund liegt, auf ihre Geeignetheit als Landungsstelle geprüft. Anlaß dazu gibt die zunehmende Verschlechterung der Landungsverhält- nisse in Swakopmund. Die Rockbai, welche nicht durch eine Einbuchtung des Ufers, sondern nur durch ein vom Ufer ziemlich weit ins Meer hineinragendes Felsenriff gebildet wird, mußte seinerzeit gegen Swakopmund zurückstehen, da dieses beffere Bedingungen in bezug auf die Deckung desSüß- wafferbedarfs bot. Die neuerliche Prüfung soll zu einem endgiltigen Ergebnis noch nicht geführt haben.
(*) Vermehrte Knpferpräguugen find nach einer Erklärung, die der Reichsschatzsekretär dem Präfidenten des deutschen Handelstags gegeben har, in die Wege geleitet. Dieser hatte Klage geführt über Mangel an Ein- und Zwei- Pfennigstücken. Im laufenden Rechnungsjahre sollen noch für 200 000 Mk. Zwei- und für 400 000 Mk. Einpfennigstücke ausgemünzt werden. Auch für 1905 find größere Prägungen von Kupfermünzen in Aussicht genommen.
* Berlin, 15. Sept. 1904. In der heutigen Sitzung des BreSlauer Bezirksausschusses wurde die Klage deS Kronprinzen gegen seine Heranziehung zu den KreiSsteuern deS Kreises OelS abzewiesen. — Der Kronprinz hat das Protektorat über den Deutschen Eislauf. Verband für deutsch« Eislauf-Vereine übernommen. — Dem Prinzen Albert von Preußen ist der Dienst eines etatsmäßige» Leutnants an Bord deS Kreuzers „Herta* übertragen worden. — Der bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld Köfering hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt LegationSsekretär Gras zu Ortenburg Lambach die Geschäfte der Gesandtschaft. — Der Flügeladjulant oes Kaisers, v. Grumme, tritt in die Verwaltung der Hamburg-Amerikalinie ein. Direktor Ball in soll einen entsprechenden Wunsch beim Kaiser geäußert haben. — Der für die etwaig? Nachfolgerschaft des Gouverneurs Leutwein vielfach genannte Generalkonsul in Kapstadt, v. Lindeqnist, wird mit dem Reichspostdampfer „Feldmarschall* der deutschen Ostafrika-Linie Mitte September in Hamburg eintreffen. — Zu der 3. internationalen Ar v eiter - schutzkonferenz, die vom 25. bis 28. September in Basel tagt, entsendet das deutsche Reich die Ministerialdirektoren Caspar und Geh. Ober Reg.» Rat Koch vom Reichsamt des Innern als Regierungsdelegierte.
L. Beinhorn.
------(Nachdruck verboten.)
dem nötigen Maße zu würdigen. Bei dem Beschluß eines solchen Delegikrtentages könnte es sich also nur um eine allgemeine Direktive handeln, welche der Partei in den Einzrlstaaten für ihre Entschließungen neuen weiten Spielraum laffen würde. Für die Nationalliberalen in Preußen wäre damit also nichts gewonnen. Die .Nat.-Ztg." fühlt das denn auch selbst heraus; fie schreibt: „Immerhin wird freilich zu berücksichtigen bleiben, daß die idealen Forderungen für eine fernere Zukunft die praktische Lösung dringender Tagesaufgaben nicht durchqueren dürfen und daß für die nattonalliberale preußische Landtagssraktion der Weg zur Mitarbeit an dem preußischen Schulunterhaltungsgesetz, wenn fie ohne Aufgabe ihrer liberalen Ziele einer schlimmen Wendung vorbeugen und wertvolle Zu- geständniffe machen kann, nicht verletzt werden sollte." Das geht an die Adreffe der Jungliberalen und bezeugt, daß die ,Nat.-Ztg." allmählich zu der nüchternen Auffassung gekommen ist, daß es in Preußen nicht in der Macht der Nationalliberalen steht, die Dchulfrage so zu gestalten, wie es ihnen beliebt.
derer Art."
„Wer weiß dieses
Die ihm von Tom und dem jungen Mädchen er- wiesere Pflege harte nicht wenig dazu beigetragrn, nicht allein seine physischen Kräfte wiederherzustellen, sondern auch seinen Geist mit neuem Mut zu stählen. Dee junge Mann fühlte fich glücklich in dieser Um» grdung, so glücklich, daß er nicht ohne Wehmut an den Augenblick der Trennung dachte.
Er hatte während der letzt.» Zeit seiner Genesung sehr glückliche Stürbt.: i« diesem Heinen Landhause iugebrachi, in dieser Behausung, welche so verloren und verlassen in dieser wilden, öden Natur lag! pfttRati, wenn der Tag fich neigte, öffnete er leise Fester, sein Blick richtete fich dann ans die von hrleners Hand gepflegten Margareienblümchen, welche btn von Lavaschlacken eingefaßten Blumenbeeten herderragten. Nial-Sagas Tächter, unter dem Vorwande, nach ihren Blumen zu sehen, streckte alsdann ihr Köpfchen auS dem Fe-ster. Nach freundliche- ~e9tüjuxg, nach einem 2Bin?e pflegte fie alsbald zu
-zu eilen, um mit innigster Teiln-Hmr fich oon sfuinu Befinden zu überzeugen. Dann war der Jüng- '?g ia stiller Betrachtung versankt»; er dachte, wie ?a so gesund ausst hendes Mädchen einem Nwl-Saga,
Aussätzigen, angehören körnte.
Es war rin schrecklicher Gedanke! —
. . Eires Abends b itte Albert wie gwöh»lich sein llnnes Fenster geöffnet und Helene »ar wiederum n* sEive Einladung zs ih« geeilt. Albert war gänz- W hergestellt, u?d Tom sollte ihn am folgenden ^"cxen nach Neikjavi! geleiten. Als der junge O fizier prl'Ne eirtreten sah, ferne er über den Ernst, der sich * ihren Zügen auSLrückre, sehr bctrcffeu. Ihre
(*) Die Natlonalliberülm in Verlegenheit.
Nun haben die Nationalliberalen seit geraumer Zeit die Schulfrage bei jeder Gelegenheit eingehend behandelt und Beschlüsse gefaßt und find am Ende über das, was fie wollen, so klug wie zuvor. Die nationalliberale Fraktion ist, wenn sie fich politisch nicht lächerlich machen will, auf den Schulkompromiß festgelegt; fie kann nicht wohl eine Vorlage der Regierung zurückweisen, die auf ihre eigene Anregung hin entstanden ist. Der Zentralvorstand hat das Schulkompromiß in einer dem Verlangen der Jungliberalen Rechnung tragenden Weise umgedeutet. Die Jungen selbst aber haben in Leipzig Resolutionen gefaßt, die wieder über den Zentralvorstand weit hinausgehen. Ein Ausgleich muß stattfinden, wenn die Partei fich nicht spalten soll.
In dieser schwierigen Lage ist man nun, wie wir bereits gestern durch ein Telegramm melden konnten, auf die Idee verfallen, einen allgemeinen Delegiertentag der nattonalliberalen Partei sofort nach dem bevorstehenden Erscheinen des auf dem Schulkompromiß aufgebauten Entwurfes eines preußischen Schulunterhaltungsgesetzes etn- zuberufen. Man rechnet damit, daß dieser Dele- gtertentag im Januar einberufen werden könne.
Das ist allerdings ein Mittel, an deffen Hand die Partei vielleicht aus den Schwierigkeiten herauskommen kann. Wir sagen vielleicht, denn der Gegensatz zwischen der von der Fraktion um die Schulunterhaltungsvorlage gestellten Forderung und den „Richtlinien" der Jungliberalen ist zu groß, als daß eine Einigung leicht zu erweisen wäre.
Die ,Nat. Zeitung' ist sich der Gefahren, welche sich aus den Meinungsverschiedenheiten auf dem Schulgebiet hinsichtlich einer Spaltung in der Partei ergeben, vollbewußt. Ihn so mehr muß es aber befremden, daß das Blatt seinerseits einen Vorschlag macht, der in hohem Maße geeignet ist, die Einigung in Frage zu stellen. Die ,Nat. Zta." wünscht nämlich, daß statt eines Preußischen Delegiertentages ein allgemein deut- scher Delegiertentag einberufen werde. Ein solcher müffe ja sowieso im Jahre 1905 zur Beschlußfassung über das neue Organisationsstatut einberufen werden. „Die Schulfrage ist für die ganze nationalliberale Partei des Reiches beute angesichts der vom Schulkompromiß angefachten Bewegung eine Frage von hervorragender und bedeutungsschwerer Wichtigkeit geworden. Es ließe sich daher leicht die Gelegenheit finden, die Schulfrage durch eingehende Beratungen und klare Beschlüsse aller Delegierten des Reichs einer für die nationalliderale Partei gedeihlichen Lesung zuzuführen." Die Beschlüffe sollen für jedes Einzelglied „bindende Form" baden.
Vom idealen Gesichtspunkte hört sich das ganz schön en; in Wirklichkeit liegen aber die Verhältnisse auf dem Schulgebiet ganz verschieden geartet. In den Einzelstaaten spielen in die Schulfrage fo viele Gesichtspunkte hinein, daß ein allgemeiner deutscher Delegiertentag gar nicht einmal in der Lage ist, diese Gesichtspunkte in
Zahlen vom 1. Juli 1904 zugrunde gelegt und zwar sowohl in Bezug auf die öffentlichen Volks- schulen als auch die Privatschulen mit dem Ziele der Volksschule. Insbesondere find in's Auge zu fassen: a) Schulen mit nur 1. evangelischen, 2. katholischen und 3. jüdischen Lehrpersonen; b) Schulen 1. mit evangelischen, katholischen und jüdischen Lebrperfonen, Schulen, an denen der oder die Lehrer einer Minderheitskonfession im wesentlichen nur zur Erteilung des Religionsunterrichtes an die konfessionelle Minderheit angestellt sind (konfessionelle Schulen mit einem Lehrer einer anderen konfessionellen Minderheit), 2. Schulen, an denen die Anstellung von Lehrern mehrerer Konfessionen aus Gesetz, Herkommen oder Ortsoerfaffung beruht (eigentliche Simultanschulen). Bei a. und b. find außerdem in den einzelnen Rubriken die Zahl der Schulen, der Lehrpersonen, der evangelrschen, katholischen und jüdischen Schüler anzugeben. — Die Konfessionsschulen für . Reformirte, Altresormirte, Lutheraner, Altlutheraner, Altkatholiken, Sekten u. s. w., die Zahl der Lehrer und Schüler dieser Bekenntnisse an anderen Schulen, sowie der dissidentischen Schüler sind besonders aufzuführen.
** Die Einbringung einer Vorlage auf allgemeine Einführung des zehnstündige« Ar- beitstngeS hatte die sozialdemokratische.Rundschau" für die nächste Reichstags - Session enge« kündigt. Wir hatten die Nachricht mit Zweifel ausgenommen. Jetzt schreibt auch die.Soziale Praxis": „Wir haben die stärksten Zweifel, ob die Dinge wirklich diesen Entwickelungsgang nehmen werden. So sehr man in Regierungs-Kreisen an der Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Einführung eines hygienischen Maximal-Ar- beitstages auch für erwachsene männliche Arbeiter in Betrieben mit schweren Gesundheits-Gefahren festhält, sowenigtneigt man der allgemeinen gesetzlichen Begrenzung der Arbeitszeit zu. Dagegen halten wir es für wahrscheinlich, daß der Reichstag sich mit einer Regierungs-Vorlage belr. die Herabsetzung der Arbeitszeü für Frauen in Fabriken im Verlaufe der Session zu beschäftigen haben wird.
* Zu der Mirbachaugelegeuheit schreibt ein Berliner Blatt, daß der Oberhofmeister noch kurz vor seiner Abreise nach Schierke im Harz in Potsdam den Besuch zweier Herren erhalten habe, die wichtige Akte und Papiere von ihm abholen wollten. Diese Akte sollen mit den von Mirbach bisher verwalteten Aemtern, von denen er jetzt entbunden ist, in Zusammenhang stehen. Frhr. v. Mirbach hat aber vorläufig die Schriftstücke noch nicht ausgehändigt und darüber soll es zu lebhaften Auseinandersetzungen gekommen fein.
* Die deutsche Regierung soll, wie die ,Bresl. Ztg." erfahren haben will, wegen des österreichisch-ungarischen Ausfuhrverbots für Firttermittel durch den Botschafter in Wien Einspruch erhoben haben. Sie habe aber nicht eine Aufhebung dieses Verbots verlangt, denn das ginge nicht an, nachdem, wie bekannt, 1893 Deutschland selbst ein Ausfuhrverbot für Futtermittel erlassen und es also mit dem Handelsoer- währt; er hat Tom und mir erlaubt, Sie zu verpflegen. Hüten Eie fich, daß er Ihretwegen seine Güte nicht zu bereuen hat; reisen Sie ab, ohne in ihm den geringsten Argwohn za erregen in Hiaficht des Zweifels, den Sie soeben gegen mich ausgesprochen haben."
„So ist es also wahr!" murmelte Albert. „Leise, leise!" sagte das junge Mädchen. „Nial-Saga ist nicht Ihr Vatrr." „N-in."
„Und Tom?"
„Ist der beste der Menschen." „«brr was beginnen diese beiden hier?" „Ich weiß es nicht."
„Doch wie geht eS zu, daß die beiden fich dazu verstanden haben, Sie in einem so trostlosen Lande zu hatten, wo, wen« nicht daS Klima, Eie doch die Langweile töten muß."
Helene antwortete nicht gleich. Em Schauder rieselte durch ihren Körper, sie richtete aus Albert ihre sanften Äuge«, in welchen in diesem Äugenbtick zwei große Tränen glänzte».
„Fragen Sie mich nicht weiter, Herr Albert," sagte fie, indem fie traurig das Haupt schüttelte; ich könnte Ihne» vieler über meine Verhältnisse erzählen, allein mancher ist mir selbst unbekannt und räffelhvft. Suche« Sie also nicht Wetter nach de« zu forschen, worüber ich Ihnen feine Auskunft gebe» könnte! Kehren Sie zu dem glücklichen Leben zurück, welcher Ihrer harret, und erinnern Sie sich zuwetten der armen MädchrnS, welches Sie hier haben kennen lernen und welches auch seinerseits stets Ihrer gedenken wird. Sie verwögen nichts für mich zu tun."
„Dann werden Sie ferner hier weilen, demütig und ergebungsvoll?"
„Ich muß."
„Ich soll Sie also nicht der Gefahr entziehen, welche Sie bier zu bedrohen scheint?"
„Hüten Sir sich davor!"
Berlin, den 15. September 1904.
* Wie berechtigt unsere Zweifel waren, die wir gestern gegenüber der Meldung hegten, die Misstorrare der Neuguineamissisu seien deshalb niedergsmetzelt worden, weil Pater Rascher einen Eingeborenen hocke durchpeitschen lassen, erhellt aus einem Kabeltele- gramm der,Frkf. Ztg.", das ihr Vertreter aus Sydney sendet: Die Behauptung, daß die Missionare der Neuguinea-Mission die Eingeborenen durch Prügel gereizt hätten, erklärt der Provinzial Linckens für eine Verleumdung. — Wir find begierig, ob die Blätter, die so heißhungrig über die gestern oon uns zurückgewiesene Meldung herfielen und daraus Kapital gegen die Misfionen schlugen, nun so ehrlich sind und ihre Verleumdungen gegen die katholischen Misfionen zurücknehmen. — In den Missionshäusern Hiltrup, Ooer.trup und Salzburg haben sich bereits eine Anzahl Patres, Brüder und Schwestern als Ersatz für die in Südsee ermordeten Missionare gemeldet. Da der Misstonsbischof Couppee schon nach neuen Missionaren verlangte, werden anfangs November zwei Patres, zwei Brüder und drei Schwestern nach Neu Pommern abgehen.
*— Der deutsche Reichstag wird, wie die .Germania" zuverlässig erfährt, zum 29. November einberufen "werden. Nach den Meldungen der letzten Tage konnte dies nicht mehr als zweifelhaft erscheinen.
* Die Erhebungen über die konfessionellen Verhältnisse der Volksschnle» in Prentzeu, die der Kultusminister angeordnet hat, haben begonnen. Der Statistik werden die Wangen waren bleich, und es war zu bemerken, daß fie heftig geweint hatte. Sein Herz war ihm wie zu- samwengeschnürt, er war von tiefem Mitleid ergriffen. — „Heuere," sagte er tief bewegt, „Sie wissen, daß ick Sie morgen verlassen werde; bevor ich aber sort- gehe, lassen Sie mich Ihnen innig für alle HsczenS- güte und Sorgfalt, dre Sie einem Fremden in so reicher Weife erwiesen, danken "
„Was ich ge an habe, mein Herr," antwortete Helene einfach, „würde ein jeder an meine Stelle getan hüben. Sie haben nur Gott zu danken, er allein hat g,nen Leben und Gesundheit wieder gcschenft."
„Ohne Zweifel, ohne Zweifel!" an'wortete Albert . . . „allein wenn ich Gott den Dank abstatte, den ich ihm schulde, so wird es mir wohl erlaubt sein, meinen Dank auch denen zu sagen, weiche er erwählt hat, während der fieberhaften Nächre an meinem Krankenlager zu wachen, der Dame, welche meine Genesung erleichtert und mir den Aufenthalt in diesem Hause so verschönert hat."
„Mein Herr!"
„Ob, ich werde nie die Augenblicke vergessen, welche ich hier verlebt habe, -s wird mich sehr traurig stimmen, mich von Ihnen zu trennen. Merken Sir wohl, vaS ich Ihnen sage, in der Stunde der Trennung »erwog ich nicht zu scherzen. Seit einiger Zrit habe ich oft cm Sie gedacht, das Leben, welches Sie hier führen, ist Ihrem ganzen Wesen nicht angemessen, um Sie herrscht ein Geheimnis, welches mich um so mehr befremdet, da Sie dessen selbst bewußt zu sein scheine». WaS beginnen die beiden Männer mit Ihnen hier? Sie sagen, daß der eine Ihr Freund ist. Aber der andere? oieser Nial Saga? Tom versichert, daß et Ihr Vater ist! Aber das ist nicht wahr, das kam, nicht sein, und wenn er fich noch so sehr bemühte, sich meinen Blicken zu entziehen, so schwöre ich" . . .
A!S er so mit lauter Stimme sprach, erschrak Helene vlötzltck, und fich ihm nähernd, sag"- sie zitternd : Sie bäritn fich hier niemanden zum Friede machen! Nial-Saga hat Ihnen Gastfreundschaft ge-!
* Der rWsch-ApMsche Krieg.
In der Nordmandschurei scheint es vorläufig zu keiner 'größeren Kämpfen kommen zu sollen, wenn sich die Nachricht der ,Russ. Telgr.-Agentur" vom Dienstag bestätigt, daß die Japaner den weiteren Vormarsch noch Norden eingestellt haben.
„Dann werde ich Ihnen et« Lebewohl auf ewig sagen müssen!"
„Wer weiß, Herr Billeneuve, unser Geschick steht in Gottes Hand. Er lenkt unsere Schritte, es ist am besten, nicht zu forschen, wohin er uns leiten will."
Hieraus warf sie einen innigen Blick auf den jungen Oifizier, und mit langsamen Schritten aus dem Garten tretend, verschwand fie auf dem Felde. Albert stand verwirrt da; tausenderlei G^ühle durchkreuzten sein Gemüt, im G unde seines Herzens empfand er indessen eine große Erleichrerueg. Jetzt wußte er, daß H-lene nicht Nial-S'gos Tochter war, und die innige Sympathie, welche sie in ihm erweckte, hatte große Gewalt über ibn geh-onnen, daß sie feine ganze Seele erfüllte. Das GcheirrmiSvolle, welches fi- umgab, bestärkte feine -Li re noch wehr, e$ erweckte in fernem Innern jenes Gefühl, gegen welche- das Herz verged- Uch kämpft. „
Als er am anderen Morgen die Hauptstadt erreichte, wurde er empfangen, wie jemand, der aus einer fremden Welt zmLckrehrt.
Er erzählte einfach seine Abenteuer, erwähnte die außerordentliche Sorgftlt, mit welcher er verpflegt worden war, a^er toäijmb seiner Erzählung bemerkte er sehr wohl, ro:e seine Zuhörer mit Lächeln ungläubig btn Kops schüttelten.
„Haben Sie während der vier Wacken, welche Sie im N'al-SagoS Hasse zugebracht oabeu, niemals das Glück gehabt, denselben zu sehen?"
„N'-malS l* arttworte-e Albert.
„Nrn, niemand kann fich darüber wundern." „Warum ?"
„Weil Sie der E'ste g'isesen wärm, vor dem er fich hätte sehen lasser-."
„Wahrhaftig! Welchem Umstande schreiben S e denn d^rse Bvrficht oder diese Zurückgezogenheft zu ?""
„Bielleicht ist es seine Krankheit, wenn sie nicht fingiert ist, . . . vielleicht ist cs ein Beweggrund an-
I)eutschcs-Kei<h