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Monatsbeilage: „Huldaer Geschichtrblätter"
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Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckorei in Fulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.
M 210
8ulba, Mittwoch, deu 14. September 1904
31. Jahrgang.
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kommen, würde es, so wahr
WaS soll aus mir
schwacher
IleutscheH^d),
So weit?* Jawohl!
L. Beinhorn.
------ (Nachdruck verboten.)
Tod sein.*
„Aber waS soll ich tun? werden?*
Tom antwortete nicht, er
* Der ruffisch-japanische Krieg.
Die russische Niederlage bei Liaujang hat am Hofe des Zaren peinlich berührt. Man scheint aber in Petersburg aus dem bisherigen Verlaufe des Feldzuges noch nicht gelernt zu haben, wie verhängnisvoll es ist, wenn man durch Befehle auS dem weit vom Kriegstheater entfernten Hoflager die Kriegsleitung des Hauptquartiers im Felde zu beeinflussen versucht. Als Port Ar: hur eingeschloffen worden war, erging der Befehl zu einem Enlsatzoevuch aus Petersburg. Das Ergebnis war die Niederlage Stackelbergs bei Wafangau. Jetzt scheint Kuropatkin befohlen worden zu sein, Liaujang wieder zu erobern, koste es, was es wolle. Die letzten Nachrichten
** Zum Wormser Syuodaltag leistet sich ein Herr namens Wahl aus Langen in einer Zuschuß an den .Reichsboten' einen kostbaren Scherz. Die Zuschrift hat den Zweck, den Kirchenbundausschuß des Eoangelischen Bundes von seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Wormser Synodaltag abzubringen und begründet diesen Wunsch durch folgende Erwägung. Die freie synodale Vereinigung für das evangelische Deutschland werde berufen sein, die Tätigkeit des Eoangelischen Bundes noch einer Seite hin zu ergänzen, die dieser nach seiner Geschichte und seinem Wesen vernachlässigt hat, vernachlässigen mußte, der er aber aus leicht begreiflichen inneren wie äußeren Gründen auch just und künftig niemals die erforderliche Aufmerksamkeit zuwenden kann, ohne sich selbst aufzugeben: wir meinen die Beeinflussung des öffentlichen, des politischen Lebens. jDem Eoangelischen Bunde ist durch seine Geschichte wie durch sein Wirken der Wex vorgezeichnet, den er gehen, das Feld umschrieben, das er bebauen muß. — Köstlich! Hat der Mann auf dem Monde gelebt, daß er von der Beeinfluffung des öffentlichen politischen Lebens durch den Eoangelischen Bund nichts weiß? Wir ver> weisen ihn auf die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes und auf die Vorgänge bei der Wahl des konservativen Abgeordneten Heckenroth.
* Zwei volle Kompagnien Eiseubahn- truppe«, bestehend aus 10 Offizieren, 40 Unteroffizieren und 400 Mann gehen am 28. September von Berlin nach Südwestafrika. Hauptmann von Seegmann-Eggebert, 2 Kompagniechefs der 4. Kompagnie des Eisenbahn- Regiments Nr. 3 werden als Chefs einer Kompagnie bezeichnet. Für die andere Kompagnie hat sich aus der Eisenbahn-Brigade noch kein Hauptmann freiwillig gemeldet.
C) Im Monat Juli d. Js. sind auf deutschen Eisenbahnen — ausschließlich den bayerischen — 11 Entgleisungen auf freier Bahn, (davon 8 bei Persvnenzügev) 13 Entgleisungen in Stationen (davon 4 bei Persouenzügen) 1 Zusammenstoß auf freier Bahn, 21 Zusammenstöße in Stationen (davon 8 bei Personenzügen) vor- gekommen. Dabei wurden 2 Bahnbedienstete getötet, 34 Reisende, 9 Bahnbedienstele und 4 Postbeamte verletzt.
Albert sah ihn ängstlich an.
„Sind Sie Arzt?* fragte er mit Stimme.
D:r alte Tom schüttelte den Kopf.
Berlin, den 13. September 1904,
* Die Meldung, daß der Kronprinz nach seiner Vermählung an irgend ein militärisches Kommando nach Hannover versetzt werden sollte, bezeichnet die ,Nordd. Allg. Zig.' als völlig aus der Luft gegriffen.
*— Der Zustand des Fürsten Herbert Bismarck hat sich verschlimmert. Seil Freitag hütet er das Bett. Da der den Fürsten behandelnde Hamburger Arzt Dr. Reichert den Zustand als besorgniserregend bezeichnete, wurden Profeffor Schweninger und Profeffor v. Norden telegraphisch nach Friedrichsruhe berufen. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Zustand des Kranken hoffnungslos ist. Graf und Gräfin Rantzau wurden aus Dobersdorf bei Kiel her- berufen. Graf und Gräfin Pleffen weilen bereits feit längerer Zeit in Friedrichsruh.« Wie zu Zeiten des alten Fürsten halten die Schnellzüge gegenwärtig bei Bedarf in Friedrichsruhe, um Aerzten das Kommen und Abfahren zu erleichtern.
* Der deutsche Marine - Attachee H-utschel v. Gilgenheimb verschollen. Der deutsche Marine-Atiachce Hentschel von Gilgenheimb, welcher seither in Port Arthur ein- geschloffen war und dort dem heißen Ringen um diese starke Seefestung folgte, hatte bekanntlich auf einer Dschunke die Festung verlaffen. Seitdem ist er verschollen. Das Kanonenboot
wunderbare Fügungen.
«ine Erzählung, übersetzt aus dem Italienischen von
Hentschel tr. EilgenhekmS.
„Tiger", das seine Nachforschungen im Golf von Petschili, namentlich im Golf von Liantong, noch einmal ausgenommen hatte, hat die Be«
schwachen Zustande befinden, die Bläffe Ihrer Wangen und Ihr matter Blick sprechen dafür. Ein eisiger F ost schüttelt Ihre Glieder; wenn ich Sie nicht mit der größ-en Sorgfalt verrfl-ge, so werden Sie wieder in de selben Zustand versinken, auS welchem Sie soeben erwacht find."
Kaum batte er diese Worte geäußert, als ste schon leider zur Wahrheit werden sollten. Das Gesicht des jungen Mannes war totenbleich geworden, der Bl ck starr, die Arme hingen erschlafft an dem regungslosen Körper. Ein schmerzverkündender Seufzer entfuhr seinen Lippen, und Härte Tom nicht jede Fürsorge getragen, so ikäre er mit dem Kopfe erbarmungslos auf einen Graaitilock zurückgesallen.
„Nun", sagte der Alt.- mit augenschelrlich gleich- gilt gem Tone, „eS ist ein Glück, daß ich hier bin, jetzt muß er meinem Willen schon nachkommen * So sprechend, setzte er den Hilfsbedürftigen, so aut eS gehen konnte, auf sein folgsames P erd, ergriff alle Maßregeln, um die bevorstehende Reise io fich-r und behutsam wie möglich auszusühren, und trieb endlich daS Teer an; er selbst folgte zu Fuß, indem er mit ast väterlicher Sorgfalt seinen Pflegling beobachtete.
Wie die Zeit von dem Augenblicke seiner Ankunft in dem erwähnten Hause bis zu dem Tage, an welchem er wieder zu sich kam, verflossen war, wie lange es dauerte, bi» er sein Bewußtsein wieder erlangt hatte — er selbst wußte es nicht, nur seine Wirte konnten ihm hierüber Aufklärung geben
Al« er die Augen ausschlug und es ihm zum ersten Male vergönnt war, die Gegenstände zu unterscheiden, welche ihn umgaben, befand er sich in einem b.qnemen Bitte, welches in der Tiefe eines unyewöhnttch ge ormten Zimmers sich befand. Er kostete i.m Mühe, ich an die Dunkelheit zu gewöhnen, welche rings um vn herrschte; allein bald erkannte er die einzelnen Gegenfiä-de und konnte sich des E staunens nicht erwehren, welche diese sonderbare Umgebung hervorrief
Das Lanthan», in dem er sich befand, glich in einer Weile enem Bau, wie er ihn j walS in seinem Leben gesehen hatte. Statt eines schrägen Dache»,
Er trug einen Regenmantel von schwarzem Leder, unter welchem dne Jacke von schwarzem Leinen hervorsah; starke, mit Stahlzwecken besohlte Schuhe, die mit derben Riemen an den Beinen befestigt waren, bildeten seine Fußbekleidung.
Dieser seltsame Mann oatte sein Pferd in einer k einen Entfernung zmückgelaflen und war zu Albert Retteten, dessen Zustand er mit der größten Sorgtalt p ülte. Mit einem Tuche, welches et in einen nahest' ßenden Bach tauchte, wusch er sorgsam das Blut ab, welches dem Verwundeten auf der Stirr klebte, do n knöpfte er Rick und Weste auf, prüfte die Wunde, weiche ihm die Brust zerrissen batte, und ließ ihn vorauf aus einer Branntweirflasche ttinken.
Albert trank gierig, der labende Trank belebte M ein wenig. Der Fremde hatte bi» zu diesem «ugrnblick nur wenige Worte in der Landessprache gkäußert, als er indessen sah, daß der junge Offizier .7® "icht verstand, versuch'e er verschiedene Sprachen, indem er ohne Zweifel hoffte, daß er stch doch endlich vurch nre verständlich machen könnte. Und in der f®*' "ach einigen Minuten konnte Albert, der sehr »viSufig englisch sprach, auf alle Fragen antworten, welche an ihn gerichtet touteen.
»In diesem Zustande haben Sie eine traurige 0 cht zugeb! acht!* sagte der Fremde. „Wenn der Zufall mich nicht zu Ihnen geführt hätte, so würde der Tod Sie ereilt haben.*
cx. "Elber jetzt bin ich fast wiederhergestell, mit Syr« Hilfe werde ich mich wieder erheben und heute köunen «an dord der „Artemisia* zurückkehren o.A61 an« schüttelte den Kopf, während ein ^achdn um seine Lippen spielte. I
„Arzt? nein,* antwortete er; „aber hier im Lande, wo die menschlichen Wohnungen so zerstreut und oftmals so entfernt von einander liegen, muß der Mensch stcy der Arzneikunde widmen, und ich kann wohl behaupten, daß ich die G-Heimniffe der Natur einigermaßen kenne.*
„Und Sie glauben, daß ich die Reise nicht weiter fortsetzen kann?"
„Ich glaube, daß Sie sich in einem äußerst
„DaS find seltsame Bedingungen!"
Tom ergriff die Hand des jungen Manne» und befühlte den Puls, dessen Schläge noch eine außerordentliche Schwäche bekundeten.
schien nachzudenken. Erst nach mehreren Minuten erhob er den Kops und blickte den jungen Se.mann teilnehmend an.
„Es bleibt mir nicht» anderes übrig,* antwortete er, „als Sie nach dem Hause meine» Herrn zu führen."
„Ist es ein langer Weg?" fragte Alb rt.
„Fünf Stunden wenigstens. Mein Herr, dessen bin ich gewiß, fieht nichc gern Fremde in seinem Sause, und ich muß Sie daher bitten, nicht nach ihm zu fragen und kein Ei staunen über irgend eine Eigentümlichkeit, welche Sie dort bemerken werden, auSzudrücken.*
Wollte ich Ihrem Wunsche nach- ich Tom heiße, Ihr
I mühunsrn jetzt als erfolglos aufgegeben und ist nach Tsingtau zurückgekehrt. Die chinesische Dschunke, in der v. Gilgenheimb Port Arthur verließ, ist verschwunden. Der „Tiger" hat dank seinem geringen Tiefgang namentlich die Schlupfwinkel an der chinesischen Küste des Golfs von Liantong abgesucht, dle den chinesischen Dschunken als beliebte Zufluchtsorte dienen und während der chinesischen Wirren 1900 vielfach von den chinesischen Pirat« fchiffen als „Dickung* benutzt wurden. Die beiden Admiralschiffe „Fürst Bismarck" und „Hansa" kehrten gleichfalls aus den Gewäffern des Kriegsschauplatzes nach Tsingtau zurück.
§ Zn der Meldung, daß eine Marine- Vorlage in der nächsten Session dem Reichs- tage nicht zugehen werde, bringt das ,Berlimr Tageblatt' von fachmännischer Seite einen Artikel, worin bärget an wird, daß nach den Erklärungen, die der Staatssekretär 0. Tirpitz im Jahre 1900 abgegeben habe, die Einbringung der Marinevorlage spätestens im Herbst 1905 erfolgen müsse. In der Presse taucht die Frage aus, weshalb entgegen der ersten Blättermeldung die Marinevorlage nicht in der kommenden Se sion eingebracht wird. Das Wahrscheinlichste dürste wohl sein, daß man den Reichstag nicht mit einer Heeres- und einer Marinevorlage auf einmal be- glück n will, und da die Heeresrorlage ja nun einmal in der kommenden Les'-on unbedingt kommen muß, mußte die Marinevorlage zurück- treten. Sollte man dabei von der Meinung ausgegangen fein, daß man im nächsten Jahre um- somehr für die Marine erholten könne, so dürste I die Regierung sich wohl getäuscht seren.
* Wer stürzte Mirbach? Unter dieser Ueberschrtst brachte das .Leipziger Tag-blatt' einen Artikel, der behauptete, daß sich der Reichskanzler von der Angelegenheit Mirbach fertige» halten und sie ganz den Hof beamten überlaffen habe. Der.Reichsbote', der unglücklich ist, den Grafen v. Bülow in fo ungerechtfertigter Wei e mit Vorwürfen überschüttet zu haben, bemerkt in seinem Schmerze dazu: „Bisher ist das nicht in dieser bestimmten Weise ausgesprochen und auch überhaupt nicht angenommen worden. Wenn der »Reichsanzeiger' roittii y nichts mit der Sache zu tun hat, so nehmen wir das, was wir gegen ihn gesagt hatten, zurück, aber wir haben nicht mehr und nicht minder wie die gesamte öffentliche Mdnung den Sturz Mirbachs als vorzugsweise sein Weik angesehen, und die völlige Nichtachtung der Generalsuperintendenten und anderer hochgestellter geistlicher Persönlichkeiten legte das um- somehr nahe, als dieselbe Nichtachtung bei dem Jesuitkngesetz stattfand." — Es trifft nicht zu, daß die ganze öffentliche Meinung den Grafen Bülow als den Urheber der Entlassung des Herrn von Mirbach betrachtet hat, int Gegenteil ist allseits die Auffassung vertreten worden, daß dies eigenste Sache des Kaisers sei. Wenn der .Reichsbote' den Grafen Bülow vorschiebt, dann scheint er es aus taktischen Gründen zu tun; er richtet auf den Grafen Bülow Vorwürfe, die an eine andere Adresse gerichtet werden sollen.
„Man bmf nicht zuviel von Gott erwarten,* ant- roortete er bedächtig, „Sie werden nicht im Stande sein, eine selche Reise zu ertragen *
„Wre wert find wir denn von der Hauptstadt entfernt?"
„Fünfzehn Mr len etwa.*
lassen darauf schließen, daß die Russen ialsäch- lich einen Vorstoß nach Süden unternommen haben, dessen Ziel doch nur der Versuch sein kann, die Japaner aus Liaujang zu vertreiben.
Der Zar will keine« Frieden. Als Prinz Loms von Battenberg in Vertretung König Eduards der Taufe des russischen Thronfolgers beiwohnte, sprach er dem Zaren gegenüber vom Krieg und von der Möglichkeit eines baldigen, für Rußland ungünstigen Friedensschlusses. Darauf erhob sich der Zar und erwiderte mit großem Nachdruck: „Solange noch ein russischer Soldat aus den Beinen und noch ein Rubel im Staatsschatz ist, werde ich diesen Krieg gegen die Japaner, die mich zur Ergreifung der Waffen zwangen, sorifitzrn. Keine Unfälle im Felde können diesen meinen Entschluß erschüttern."
Die berüchtigte« Dum-Dumgeschofse, d. h. Kugeln mit abgeplatteter E p tze, die beim Aufschlagen auf den menschlichen Körper wie Explofionsgeschoffe wirken — ihren Namen haben sie von der anglo-indischen Munitionsfabrik Dum-Dum bei Kalkutta — sollen angeblich von den Ruffen in ebenso völkerrechtswidriger Weise verwandt werden wie s. Z. von den Engländern im Buren kriege. Der japanischen Gesandtschaft in London ist aus Tokio die Nachricht zugegangen, daß unter der bei Liaujang gemachten Beute zwei Arten Dum-Dum- patronen gefunden wurden, welche den Patronen für die russischen Gewehre Modell 1891 gleichen. Einige Verwundungen lei japanischen Soldattn erregen den Verdacht, daß sie durch solche Patronen herbeigeführt sind. Ein ergänzender Bericht Oyamos besagt, daß sich unter der nach der Schlacht bei Liaujang gemachten Beute zwei Arten Dum-Dumgeschofse befanden, die der Munition für Gewehr 1891 glichen, aber nicht» genau in dasselbe paßten. Die Japaner hätten nach solchen Gewehren gesucht, aber bisher keine gesunden. Bei Japanern Vorgefundene Verwundungen ließen es als wahrscheinlich erscheinen, daß mit Dum-Dumpatronen geschossen wurde, obgleich die Japaner bisher nicht imstande waren, das Vorhandensein derartiger Geschosse endgiltig fest,ustellen, auf diese Angelegenheit bezügliche Photographien und Papiere würden folgen, um sie aufzuklären.
Loudon, 14. Sept. 1904. Hier ein» getroffene russische Depeschen melden, der »Morning Post« zufolge, dich General Sassulisch, der eiuen Teil der russische« Nachhut südlich des HunbofluffeS (süd- östlich von Mukdev) befehligte, im Kampf schwer verwundet und mit ungefähr 3500 Mann gefangen genommen wnrde.
W. London, 14. Sept. 1904. Hiesigen Blättern wird gemeldet, daß es den russischen Generälen Sarubajews, Kondratowitsch und Bilderling gelungen ist, den Vormarsch Kurokis aufzuhalten.
drffm Sparren sp-tz aus tiefer, war es mit Balken bedeckt, die dem Gerippe eines Walfische» glichen, sodaß der junge £) filier sich in dem Bauche eines Sec- uugeheuers zu befinden glaubte. Auch die Möbel waren dieser düsteren Wohnung angemessen, der Schemel, welcher dicht neben dem Bette stand und auf welchem ein schwaches Harzlicht branMe, war aus dem Gerippe eines Pferde» angef^nigt, auch das Fußge- kiell der übrigen Möbel bestand aus Knochen von Seehunden und aus sonstigen auf der Insel ein- heiwllchen Tieren.
Albert wurde nicht müde, seine verwunderten Blicke auf die seltsamen Gegenstände, welche in ziemlich symmetrischer Ordnung an den Wänden standen, zu richten. Er fragte sich, ob er nicht zufälligerweise der Spielball von Traumgel ilden sei, welche ein Fieber erzeugt hatte; er suchte ein menschliches Wesen, welchem er seine Zweifel mitteilen oder welche-ihm Aufschluß über seine Lage geben konnte.
Ee wer noch voller Erstaunen erfüllt, als sich die Tür öffnete und e:n junges Mädchen leise und behutsam in daS Zimmer trat, in der Hand eine Taffe dampfender Milch haltend. Sie war nach isländischer Tracht gekleidet. Ihr Overtleid bestand au» einem Mieder von schwarzem Flanell, und daS Udertleib war von demselben Sttffe. Ihr reiches, blonde- Haar war in zwei lange Flechten verteilt. Der ganze Anzug stand der zarten Gestalt des jungen Mädchen» lortrefflich. Die außerordemliche Anmut und da» reundliche, sanfte Auge waren wohl dazu geschaffen, auf das ewpsängliche junge Gemüt des Jüngling» tiefen Eindruck zu machen.
„Mein Gotts* rief er tief bewegt au», „wo Bin ch? Wer schickt — Sie zu mir?*
Da» junge Mädchen stellte die Tasse Milch auf den Sch-mel und, den Zeigefinger auf die Lippen leger.b, sagte sie:
„Bewegen Sie fich nicht. Tom hat wir gesagt, baß Si- sehr krank find und daß Sie noch lange der äußersten Ruhe bedürfen."
(Fortsetzung folgt)