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Fernsprecher Nr. 9.

§ulda, Montag, den 12. September 1904.

31. Jahrgang.

evangelischen Kreisen arbeitet, um die Katholiken

einer Auslassung des .Reichsboten' in einer

lichen Manipulationen vorzunehmen, um auf

Ne Tochter des Verbannten

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IfeutrcttesMsch

Folgen er noch jetzt schwer zu leiden habe.

* Vvm Kampf gegen de» Ultramou«

artige Aeußerung lachen. Am Ende find es sogar Jesuiten gewesen, welche dem Herrn v. Mirbach den Rat erteilt haben, die bedenk-

läumdungen immer etwas hänxen bliebe und zu diesem Zweck werden die Verläumdvn^en hier ausgestreut, könnte man wirklich über eine der-

Blatt, der Sturz Mirbachs sei eine plastische Aktion so gut wie die Aufhebung des Jesuiten-

waS ste zu tun hatten. Staatsbeamte find doch nicht dafür da, um für Ktrchenbauten und Aus­schmückung von Kirchen Aufrufe in die Zeitungen zu lanzieren. Wenn der Minister der Verhand­lung im Abgeordnetenhause mit größter Ruhe entgegensieht, so kommt es eben aus den Grad der Ruhr an, die ihm eigen ist. Daß die Ober- präfidenten Komiteemitglieder waren, tut nichts zur Sache.

—* * Der Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach hat sich dem.Reichsanz/ zufolge bis Mitte Oktober zunächst nach dem Harz auf Urlaub begeben.

* lieber das Befinde» des Fürsten Herbert von Bismarck erfährt dte ,Ger. Ztg/ aus zuverlässiger Quelle, daß der Fürst sehr magenkrank »st und hoffnungslos darnieder- liegt. Professor Schwenninger ist fortgesetzt um den Kranken bemüht; ein Hamburger Arzt siedelt ebenfalls nach Friedrichsruh über. Ob die Krank-

gefetzes und deshalb „richten sich unsere Klagen gegen die politischen Ratgeber des Kaisers; daß sie seit Jahren eine für uns Evangelische sehr empfindl'che Nichtachtung der Vertreter der

heit Magenkrebs ist, darüber schweigen die Aerzte. Schwellungen in der Magengegevd machen dem Kranken viel Schmerzen. Jedenfalls trifft es zu, daß der Fürst sehr schwer erkrankt ist. Nach einer anderen Meldung hat sich der Fürst vor einigen Monaten während seines Erholungsaus- enthaltes in England infolge des Genusses von Austern eine Vergiftung zugezogen, an deren

den Tag gelegt haben, ist in Deutschland allge­mein bekannt. Diese Nichtachtung der evan-

evangelischen Kirche selbst in solchen Fällen, wo man der katholischen Kirche zu Willen war, an

Polemik mit der »Kölnischen Zeitung' hervor. In Sachen des Herrn v. Mirbach schreibt das

in seinen Kreisen erhielt, so hat er diesen Kreis doch sehr weit gezog-m, indem er die Oberpräst- denten in denselben einbezog. Der Minister ist der Vorgesetzte der Oberpräsidenten; wenn diese von ihm den Ausruf erhielten zum Zwecke, ihn in Zeitungen zu publizieren, so wußten sie eben.

gelischen Kirche gegenüber der Hochachtung der katholischen hat die evangelische Kirche in Deutschland und zumal in Preußen nicht ver­dient un) die großen Interessen der evangelischen Kirche und ihre Bedeutung für die ganze Ent­wicklung Deutschlai ds zwingen uns, Widerspruch dagegen zu erheben." Wenn nicht bei Ver-

Berlin, den 10. September 1904,

* Verlobung des Kronprinzen. Einem in Hamburg wohnenden, ihm von früher be­kannten Prioatlehrer sandte der Kronprinz auf deffen Glückwunschschreiben folgendes Tele­gramm:

.Taufend Dank. Bin ungeheuer dankbar, eine so entzückende und kluge kleine Braut mein eigen nennen zu dürfen. Wilhelm, Kronprinz.'

Der Kaiser und die Kaiserin, die heute nachmittag, von Kiel kommend, mit Sonderzug in Schwerin eintrafen, nahmen in den sogenannten Königsrimmern des großherzoglichen Schlosses Wohnung. Am Montag findet in Anwesenheit des Kaiserpaares, des Kronprinzen, seiner Braut uni der übrigen Fürstlichkeiten im Schlosse große Galatafel statt. Der Aufenthalt des Kaiserpaares in Schwerin ist bis zum 15. d. M. in Aussicht genommen.

diese We.se der evangelischen Sache einen Stoß zu versetzen In ernsten protestantischen Kreisen wird der,Reichsbote' wohl keinen Glauben dafür finden, daß der Kaiser bezw. seine politischen Ratgeber, gegen die der .Reichsbote' besonders zu Felde zieht, mit der Enthebung des Herrn o. Mirbach von feinem Posten als Kabinetts­sekretär und Schatullenver walter der Kaiserin eine politische Aktion zu Gunsten der Katho­liken haben rornehmen wollen. Wir meinen, daß die von Herrn v. Mirbach aus dem Pomrnernbanlprozeß bekannt gewordenen Tat fachen hinreichend den R cktritt erklären und man keine polstische Jntrigue dahinter zu wittern braucht.

** Zur Tagung der deutsche» Synodalen wird jetzt vom Franlfurter Arbeitsausschuß in aller Form zum 31. Oktober etngeladen. Das Einladungsschreiben wird in diesen Tagen an alle Provinzial- und Landessynodalen versandt werden. Im .Reichsbolen' wird eine Bekannt­machung des Ausschuffes publiziert, in ter rs heißt, auch die Mitglieder der Synoden unterer Instanzen feien in Worms willkommen, nur könnten sie unmöglich alle persönlich eingelaben werden. Grundsätzlich ausgeschlossen seien nur „die Leute, die Hellen, alle, die dem Laster des Byzantinismus und der Bmeaukratie huldigen, alle, welche keine evangelische Landeskirche im Sinne einer starken, innerlich freien Volksküche wollen." — lieber die Ziele dieses Synodalen­tages bemerkt die Publikation, daß man den landeskirchlichen Einhtstsbestrebungen, die von „oben" begonnen hätten, durch eine zielgleiche Bewegung von unten her entgegenkommen wolle. Im weiteren aber wird ausaeführt, die erstrebte Einheit solle die Bürgschaft büten für eine größere Kraftenfaltunq namentlich nach der Seite des öffentlichen Lebens hin. „Es ist doch eine Un­begreiflichkeit sondergleichen, daß der offizielle Protestantismus mit Aengstlichkeit bisher eine Ein­wirkung auf das Gebüt abgelehnt hat, wo er fort­während die empfind l chstenNiederlagen erlitten hat. Wir gebrauchen eine Instanz, die, ohne selbst polst.sch zu sein und ohne sich einer bestimmten Partei anzuschließen, doch auf das polnische und staat­liche Siben einwirkt." Worauf diese Politik hinausläuft, besagt folgender Sah: „Man will also, streng genommen, in Worms nicht neue Waffen schmieden, sondern die in den synodalen Institutionen schon vorhandenen, im Kampf gegen die von Ultramar taniSmuS, Unglauben und Sozialdemokratie beherrschten Zustände gebrauchen lernen", mit anderen Warttn, es soll eine neue Karrpforgawsation gegen „Rom" geschaffen werden, natürlich „unter Wahrung der echten Toleranz und wehren Parität." Diese Melodie kennen wir schon; die gepriesene Toleranz ist identisch mit der Unterdrückung des Katholizis­mus, die Parität m't der Behandlung der Katho­liken a's Staatsbürger zweiter Klaffe. Wenn wehre Parität und Toleranz wirklich geübt werden sollen, dann mögen die Synodalen als erste Arbeit die Aufhebung des § 1 des Jesuiten- gesetzes besorgen. Dem Verlauf der Tagung

m 0 Freiherr v. Hammerstein hat dem Vertreter eines Berliner Blattes auf seinem Gute Steinhorst eine längere Unterredung gewährt und ihn ermächtigt, die Nachricht, daß er sein Entlaffungsgesuch eingereicht Habs, für falsch zu erklären. In der Unterredung bemerkte Herr v. Hammerstein, er denke gar nicht daran, seinen Abschied zu nehmen und zwar des- ha-b nicht, weil nicht der geringste Grund dazu vorliege. Er habe von dem Schreiben des Henn v. Mirbach an die Oberprästdenten nichts 8"»ußt. ES wird bann aber weiter berietet:, um ukmi^uuh

„Nachdem ein besonderes Komitee in Berlin zu verdächtigen, geht neuerdings wieder aus entstanden war, dem so ziemlich alles angehörte, “ ~

roa8 zur Gesellschaft gehört, an der Spitze der Reichskanzler, sowie fast sämtliche Minister, unter ihnen auch Herr v. Hammerstein, außer­dem die Oberprästdenten, erhielt Minister von Hammerstein von Frhrn. v. Mirbach gedruckte Aufrufe mit der Gitte, sie in feinen Kreisen zu verbreiten. Diese Drucksachen hat der Minister ohne Anregung des Herrn v. Mirbach an die Oberprästdenten in ihrer Eigenschaft als Komitee­mitglieder mit dem Anheimgeben geschickt, sie in Zeitungen zu publizieren. In dieser Maß- nähme rein privater Natur dokumentierte sich lediglich das Jntereffe des Ministers an der Sache selbst." Herr v. Mirbach sei gegen die Publizierung gewesen und habe durch direkte Schreiben an die Oberpräsidenten weitere Ver­öffentlichungen verhindert. Von diesen Briefen M:rbachs habe der Minister bei der Besprechung im Abgeordnetenhause nichts gewußt. Zum Schluß seiner Unterredung erklärte Herr von Hammerstein: „Ich sehe mit größter Ruhe der j Interpellation im Abgeordnetenhause entgegen. Ich klebe nicht an meinem Amte." Wir können das Verhalten des Ministers auch nach dieser Darlegung nicht für einwandfrei halten. Wenn Herr v. Hammerstein die Aufrufe zur Verteilung

Eine wahre Geschichte.

------ (Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

32.

tamsnms. Mir welchen Mitteln man in

sie getan. Dann legte sie einen Hundert-Rubetschem aus sein Bett und sprach: „Nehmen Sie, die Liebe stet nicht vergebens aus; was Si- im Namen Gottes gegeben, gibt Gott reichlich zurück."

Feodora hatte solche Eile, zu ihren Eltern zu kommen, daß sie Tag und Nacht reiste. Aber in Sarcpul wollte sie anhalten, wollte das Grab des armen Missionars besuchen. Das war saft eine kind­liche Pflicht, die Feodora nicht ur ter (offen tonn'e. S'e sah das Kreuz wieder, das man auf den Grab­hügel gepflanzt hatte, dc« Ort, wo sie so vi,le Tränen bergt ff en. Sie weirue auch jetzt, aber ei waren süße Tränen. Es schien ihr, als ob der arme Missionar vom hohen H'mmcl her sich freue, sie glücklich zu sehen.

33.

Ich will nickt versuchen, die Freude zu schildern, tie der junge Swvloff empfand, als er in Tobrlrk Feodora feinem Vater vorstellte, auch richt die Erkennt­lichkeit Feodvro's regen diesen guten Gouverneur.

In der Hütte ihrer Eller« zählte man mit Schmerze» die Tage ihre Abwesenheit. Feodora wollte rächt, daß man ihre Ellern über ihre Rückkehr vrrher benachrichtigte; sie wußte, daß sie sich wohl befanden. Man halte eS ihr in Tobolsk gesagt und in Saimka bestätigt. Sie wollte sie überraschen tnb ge- inttete nur Srnvüff pe zu begleiten

,O, wie klopfte ihr daS Herz, als fie durch den Wald kam, als sie sich dem Wer der Eee'S lähme, als sie jede« Baum, jeden Felsen wiedererkannte! Sie sieht endlich nie väterlich- Hütt?, läuft darauf zu ... sie hält den Schritt an. Tie Mach: ihrer Gefühl: überwältigt sie, sie zögert vor ollzugroßer Freude Sie stützt sich auf b'n Arm SmolvffS und pricht: .Wenn ich mei--e Mutter krank fände!" Eitfe Furcht, die sich zwischen ste uno ihre Eltern bringen wollte, mäßigte das Slück, da» sie äberaäliigte und gab ihr ihre Faffurg wieder. Sie läuft, betritt die Türschwelle, hört Stimmen, die ihr so bekannt finh; ihr Herz ist beklommen, ibr Kops verwirrt, sie iu!r ihr« fctteru — die Türe öffnet sich — sie sieht ihre» Vater — sie stößt einen Schrei

Mehrere Tage vergingen, ehe die Begnadigung vollzogen werden konnte. Die Sache mußte noch ein­mal untersucht werden. Bei näherer Prüfung sah Alexander ein, daß er mehr auf Billigkeit, als auf st enges Recht Rücksicht gekommen, als er die Be­st obiguog gewähr'e.

Mse, Morgen» kam Smoloff ftüüer als ec sonst steaiohst war zu Feodora m.d überreichte ihr eine mit kan Michern Siegel versehene Urkunde mit den Worten: H'< ist der Befehl, den der Kaiser meinem Bater schickt, den deinigen in Freiheit zu setzen."

Da» junge Mädchen rahm die Urkunde in Em­pfang, drückte sie gegen ihr Antlitz und bedeckte sie «ft Tränen. „DaS ist nicht alles" fuhr ®moleff ge­rührt fort, „unser hochherziger Kaiser begnügt sich nicht damft, deinem Bater die Freiheit «iederzugebeu, er gibt ihm auch seine Würbe, feinen Rang, fein Ver­wögen zurück. Der Bote, der Uebitbrixger diese- | Befehle», soll morgen früh abreise», und ich habe vom Kaiser die Erlaubnis erhttten, ihn zu begleften."

„Und ich", unterbrach ihn lebhaft Feodora, „werde ich ihn nicht begleiten?"

„O gewiß wirst du ihn begleiten", erwiderte Smo- u aperer Mund al« eben der befolge hätte

Recht, deinem Bater seine Freiheit zn verkünden? erriet bftue Absicht und habe mit dem Kaiser «rüber gesprochen. Er war gerührt und billigte sie "ad gab mir den Auftrag, dir mttznteilep, daß b« ®<*Ben abreife« körntest, und daß er dir <i«en seiner

zwei Frauen zur vedieauag und eine Bittse m“ zw«ita«sen» Rubel mitgebe, um die Kosten der bierse zn bestreiten."

Feodora sah Smoliff an und sagte: „Von dem ersten Tage an, wo ich Sie gesehen habe, erinnere ich mich richt, irgend etwa» Gute» empfangen zu haben, deren Urheber Sie nicht gewesen wären Ohne Sie hätte ich nicht die Begnadigung weine» Vaters erhalten; ohne Sie hätte er niemals fein Vaterland wiedergesehen. O, Ihnen steht eS zu, ihm seine Frei­heit anzulündigm als einzige Belohnung Ihrer Wohl­taten."

„Nein, Feodora", versetzte der junge Mann, „diese» Glück soll Sein Anteil fein, ich strebe nach einem höheren Preise."

„Sin höherer Brett!" rief sie an», „o mein (Sott, was kann daS sein?"

Smoloff wollte reden, aber er hielt an und schlug die Augen nieder. Nach längerem Stillschweigen ant­wortete er mit tiefet Bewegung: „Ich werde ei Dir sagen vor den Knien Deines Vaters."

Seit Smolcff Feodora wiedergesunden hatte, war kein Tag vergauge», ohne sie zu sehen, ohne mehrere Stunden bei ihr zu verweilen; aber nie ließ er auch nur einen Augenblick die Achtung außer Augen, die er ihr schuldig war. Sie war fern von ihren Eitern, hatte keinen andern Beschützer al» ihn, und dieses junge wehrlose Mädchen war in seinen Augen ein zu reine» Wesen, al» daß er e» nicht bl« ein Unrecht angesehen hätte, ihr ein Gefühl zu äußern, über welches sie hätte ertöten müssen.

Ehe ste Mokkan verließ, hatte Feodora ihre guten Witte reichlich belohnt. Ebenso erinnerte sie sich bei der Ueberfahrt über die Volga vor Kasan wieder de» Sch'ff.-rS Nckolau» Kisoloff und erkundigte sich, waS aus ihm geworden sei. Man teilte ihr mit, daß er infolge eine« Sturze» in da» tiefste Elend geraten sei und auf einem elenden Lager liege, umgeben von fech» Kinder», die an Brot Mangel hätten. Feodor« ließ sich zu »hm führen. Et hatte st- ix Armut und Elend verlassen, reich und glänzend kam ste zurück; er erkannte sie nicht wieder. Ste «shm au» ihrer Börse das Heine Geldstück, da» er ihr gegeben halte, zeigte eS ihm und erinnerte ihn an dar, waS er für

können wir ruhig entgeg-nsehen, denn nicht die angebliche Konnivenz der Regierung ist es, welche das Zentrum stark gemacht hat, sondern die eigene lebendige Kraft des deutschen kathalifchm Volke» uud diese werden weder die „alten“ roch „neue Waffen" der Synodalen ertöten.

* Auf das Woh»«vg-ele»d i» Bertt» rvird durch eine neuere Statistik ein interessantes Schlaglicht geworfen. Danach gab es 197,394 Wohnungen, die nur aus einer Küche und Stube mit Ausblick auf den Hof bestanden. In diesen kleinsten Wohnungen wohnten 726,725 Personen. Davon waren 36,118 Schlafleute und 4181 Chambregarnisten. Die Miete betrug von 275 bls 290 Mk. Das ist fast ein Viertel (22 bis 24 Proz.) des Durchschnittseinkommens. 200,000 Menschen habcn ihre Wrhnung in nicht heizbaren Raumen. In den älteren Stadtteilen kommen vielfach von 6 und mehr Personen bewohnte kleinste Wohnungen vor, wo ouf den Kopf richt mehr als 10 Kubikmeter Lust kommen. Dabei fordert die Wissenschaft 16 Kubikmeter als Mini- $m'm- Die deutschen Gefängnisse sehen 28 und mehr Kubikmeter Lust für jede -tersan vor.

. Eine Urft er ficht über die Ausgabe» der Großstädte für gewisse gemeinnützige Zwecke soll im Tustraz der Regierung vom Kgl. stattstischkn Bure, u fertiggestellt werden.

a sich darum, einen Vergleich zu er­möglichen bei solchen Aufwendungen, bei denen nebm den Gemeinden selbst auch der Staat, das Reich und die Krone beifleuern. Registriert »Erden sollen für 1902 dte dauernden städtischen Zuschüsse sowie für die Zeit von 1883-1901 dte einmaligen Ausgaben. Es handelt sich im wesentlichen um folgende Vrrwaltungszweige: 1) Das höhere, mittlere, niedere und gewerbliche Schulwesen; 2) Theater, Orchester, Museen, öffentlrche (jekerina.-n zugängliche) Bibliotheken, sonstige der Kunst imb Wissenschaft dienende Zwecke; 3) Verschönerung? anftallen (Parks, Denk­mäler U sw.); 4) Das Feuerlöschwesen; 5) s.mt- ttdje Allen der Polizei (getrennt); 6) Kranken- 7) 'xtraordiräre Ausgaben für Fluß- tanale, Brücken, Häfon und Stromregulierungen, foweil ste innerhalb des Stadtgebiets liegen (für die Jahre 1883/1901). Das Statistische Amt > at die größeren Stadtverwaltungen um Mtt- wirkung bei Aufstellung der Statistik ersucht.

* Der russisch-japanische Krieg.

, „ Die Lage der Armee K»ropatki»s soll, wie der Londoner ,Daily Expreß' aus einer russischen Quelle, deren VertrauenswÜrdigkett angeblich nicht bezweifelt werden kann, erfahren haben will, aufgrund in Petersburg am Freitag eingetroffer.en amtlichen Depeschen richt so ver­zweifelt fein, wie ar genommen wurde. Das ist hauptsächlich dem Erfolg des General Meyen- dorff zu danken, der mit 42000 Mann 21/» deutsche Meilen südlich von Mulden Kuroki aufhielt. Kuroki unternahm wiederholt Angriffe auf Meyendorff's Korps, die aber mit schweren Verlusten abgewiesen wurden. Inzwischen hatte

aus. Die Mutter eilte herbei — Feodora füllt in ihre arme.

„Da ist sie," ruft Smoliff, „da ist sie, die Ihnen ihre Begnadigung überbringt, sie bat über alle» den Stea davongetragen, sie hat alles erreicht!"

die Worte achten die Btrdannten kaum. Im Anblicke ihrer Tochter vertieft, wissen sie nur, daß fte zurückgekehrt ist, daß sie vor ihnen steht, daß sie fir wreberg-ftlnden und nickt mehr ge rennt werben. Lange verblieben sie in dieser Entzückung, sie lassen unzusamwenhängende Worte höi en und w ssen «qt, was sie sagen. Sie können keine Ausdrücke rndtn, rhre Gefühle ouszu drücken; sie können nar weinen vor Uebennaß brr Freude.

Smoloff fiel den Vertanr.ttn zu Füßen uvd sprach: „O, Sie haben mehr als ein Kind. Bi» jetzt hat Feodora wich ihren Bruder genannt, aber auf den Knieen vor Ihnen wird fic mir vielleicht erlauben, einen andern Namen zu bear-spruchen.

Das junge Mädchen nahm seine Eltern bei der "and, sah sie -örtlich an und sprach: „Ohne ihn wäre ch vielleicht nicht hier, er h.tt mich dem Kaiser zuge- ührt, für mich gesprochen, hat eure Begnadigung er- letz» und sie erhalten. Er gibt euch euer Vaterland 2fet«$!inbJ?li<ber unb Met mich zurück m eure Arme. O liebe Mutter! jage mir, wie ich mich erkenntlich ;ergen soll. O lieber Vater ! kiL mir mit, wie ich »hm mehre Schuld abtragen kann."

3i>a drückte ihre Tochier an ihr Herz und sprach: „Deine Erkenntlichkeit muß die Liebe fein, wi; ich sie für Demen Vater habe.

Springer erwiderte in Begeisterung: „DaS Ge- eine» Herzen» wie da» Deinige gilt mehr al» alle Wrhlkaten, aber Feodora kann nicht tSeUiutt« genug fein.*

Da» junge Mädchen legte die Hai d de» junge* ^Atwe» J® die seiner Ettern unb sprach erröt eub: „SSeifyteQe* Sie, sie rie n-ihr zu verttsflu?" —

»eKkm Gott! habe ich recht verbanden?" rief ec, »ihre Altern geben sie mir, «nd sie willigt ein, die Mktnige zn werden!"