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8vlda, Samstag, den 10. September 1904.
31. Jahrgang.
ich nun durchaus keine Enthaltsamkeitspredigt
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Nebrigens werden v
gar Schnaps so weit zurückstellen soll. Vor allem möchte ich die Klugheilsregel verfechten, den vermeintlichen Bedarf an Bier rc. erst abends nach vollbrachter Arbeit zu sich zu nehmen und während der Werkstunden am Tage aus ungebrannten und ungegohrenen Flüssigkeiten den Durst zu löschen. Das wird nicht nur die Arbeitskraft und die Arbeitslust heben, sondern auch den Appetit bessern und zwar den Appetit nicht blos in bezug auf die Menge, sondern auch in bezug auf die Auswahl der Speisen vervollkommnen. Dann bekommen auch die Männer den richtigen natürlichen Geschmack wieder, wie ihn die alkoholfreien Frauen und Kinder haben, den Geschmack an Obst, Gemüsen, Mehl- und Milchspeisen.
lernen und ganz besonders uns merken, daß Kaffee und Tee auch recht nette Erfrischungsgetränke sind, die man nicht hinter Bier oder
Neulich sprachen wir über den großen Zweikampf zwischen Rußland und Japan, und da sagte ein grübelndes Mitglied der Tafelrunde: „Tee contra Schnaps; der Tee sieat, der Wudki muß unterliegen." Es steckt was Wahres darin. Die kleinen, gewandten, zähen Teetrinker tanzen den plumpen Schnapstrinkern auf dem Rücken oder gar auf der Nase herum. Die nüchternen Generäle der Japaner scheinen schärfer denken und lenken zu können, als die alko-
Waffer ist nicht blos für Bäume, 's. stanzen und Tiere das beste, auch nicht blos zum Baden, I Waschen und Kochen, sondern auch zum Trinken.
Darum sollten alle Stadlväter in erster Linie dafür sorgen, daß wirklich gutes und auch schmackhaftes Waffer in die Hauser geleitet wird, nicht halbfiltrierres Flußwaffer, aus dem man noch Lebewesen herausfischen kann, sondern ein sauberes und nicht zu weichliches Waffer aus Tiefbrunnen, das sitzt jede anständige Stadt sich recht aut leisten kann. Wer nun durchaus auf dem Standpunkt des Trinkliedes festhält, daß das rohe Waffer seit der Sündflut kein edles Getränk mehr sei, der braucht noch nicht nach gebranntem oder gegohrenem Waffer zu greifen, sondern kann sich den Trunk durch allerlei Fruchl- säfte würzen. So eine überaus nützliche Frucht, die sowohl für das Trinkwaffer als auch lür die Salate rc. sich trefflich bewährt, ist z. B. die Zitrone, die leider in manchen Küchen noch nicht genügend ausgenutzt wird. Das Geld, das man für Essig ausgibt, und zwar sehr ost für recht abscheulichen Essig, sollte man lieber in Zitronen anlegen, deren Inhalt nicht verfälscht werden kann.
meisten schon an dem gesunden Obfihunger Schaden gelitten haben. Die Bierflasche auf dem Msttagstisch ist überhaupt ein Appetitoerderber. Ts ist kein Zufall, daß ai-Ie erwachsene Männer gegen verschiedene vortreffliche Nahrungsmittel einen Widerwillen haben. Das Bier verdirbt den Geschmack und den Magensaft. Obst, Milch, süße Speisen und dergleichen paffen nicht recht zum Biere. Wer nun auf den Gambrinussaft erpicht ist, der leistet auf manche erfrischenden und nahrhaften Tafelgenüffe Verzicht. Ein schlechter Tausch.
Ja, sagt der Gewohnheitsmensch, man muß doch seinen Schluck Bier zum Essen haben! Nein, dcs ist blos ein angelerntes oder ungequältes Muß. Das bischen Durst, das man bei einem einfachen Mittagsmahl bekommt, kann man ganz gut mit Wasser löschen; das Essen schmeckt und bekommt besser, wenn man recht wenig dabei trinkt. An heißen Tagen braucht freilich der Körper Wasserzufuhr, namentlich bei schwnßtrei- bender Arbeit; doch ist Bier durchaus nicht das i richtige Löschmittel für den Durst während der Tagesarbeit. Am Feierabend, nach dem Abendbrot, ist ein Schluck Bier wohl cm Platze; eben so lange man di- Muskeln anspannen und das Gehirn fr.sch erhalten will, sollte man das Bier bei Seite lassen, wer! es träge und dumm macht. I
»Das beste ist das Waffer", lautet die ein-1 dringliche Lehre dieses dürren Sommers. Das
weckt in un« sofort eine komische Vorstellung , Übrigens werden d.-.: den Kindern, die I und scheint untrennbar von Dummheit, Albern« 8e:maßig Bier oder Bra rntwrin trinken, die I heit und Tölpelhaftigkeit, inb von frühester
Unpolitische Zeitläufe.
® Berlin, 8. September 1904.
Nachdruck verboten.
Heute wurde uns hier zu Lande Freude be- scherrt, es fing an zu regnen, und zwar blieb es nicht bei einem kurzen Gusse, der vom gebackenen Erdreich abläuft wie von einem Gummi- mantel, sondern es wurde ein sanfter Dauerregen daraus, wie man ihn seit Monaten nicht gesehen hat. Die Wettstädter sind sonst erklärte Feinde des Regens; aber dieses Jahr haben sie gelernt, dem Himmel zu danken für die erfrischenden* und fruchtbaren Tropfen. Sogar die Berliner, obschon in Berlin der Mangel an Fluß- und Leitungswasser sich längst nicht so bemerklich gemacht hat, als in vielen andern Städten. Ueberall hat man erkannt, daß der alte griechische Philosoph doch sehr recht hatte, als er das Wasser für das beste erklärte.
Den Berliner Hausfrauen wird diese Wasser- Weisheit besonders klar gemacht durch die hohen Gemüsepreise. Die gehen auch mir persönlich an die Nieren; denn ich bin ein großer Gemüsefreund, allerdings ohne Verachtung der fleischlichen Beilage. Ich halte es mit der ge» . mischten Kost und betrachte eä als eine Gefahr für die Volksgesundheit, wenn das Gemüse knapp und kostspielig wird, sodaß die kleinen Leute auf dieses erfrischende „Grünzeug" ganz oder teilweise verzichten müssen. Etwas Trost bietet die gesegnete Obsternte, und wenn ich auch kein Professor der Hygiene bin, so möchte ich doch allen Lesern zurufen: Genießt Obst, soviel ihr nur davon haben könnt, und gebt eueren Kindern noch mehr, als ihr selbst bekommt. Ich glaube, ich wäre nicht so groß und alt geworden, wenn ich nicht als schwächlicher Junge durch reichlichen Obstgevuß das Blut hätte auffrischen löanen.
I Jugend an bis in den Kasernenhos und noch später fliegt es jedem an den Kops, der ein bis- chen von jenen oben genannten Eigenschaften gezeigt hat — und ein wenig Dummkopf ist schließlich jeder Mensch, also auch ein wenig Esel. Ja, ich glaube, nur der Mensch hat die erste Stufe wahrer, philosophischer Selbsterkenntnis erreicht, der in seines Nichts durchbohrendem Gefühle und im Bewußtsein, eine greuliche Dummheit begangen zu haben, wenigster s einmal zu sich selbst gesagt hat: Ach, ich Esel!
Aber wir Kinder der neuern und neuesten Zeit stehen hieiia unter dem Bann eines Vorurteils. Der E^el ist in Wirklichkeit ein außerordentlich starkes, behendes und munteres, dabei durchaus nicht unschönes Tier. Das erkennt der Orient noch heutzutage an; dort ist der Esel noch nicht zum Proletarier herabgesunken, sondern gehört ebenso _ zum Adel unter den Tieren wie bei uns das Pferd. Ter Orientale verlangt vom Esel nicht allein großartige Leistungen im Last- tragen, er gebraucht ihn auch als eki schnelles Reittier, das sich besonders auf schwierigem Boden als recht brauchbar erweist. Auf ein europäisches Auge wirkt der Anblick eines Scheichs befremdend, der in schweigender Würde, von einem weißen Bart umwallt und den grünen Turban auf dem Haupt, auf einem Esel dahersprengt! Noch verwunderlicher erscheint unS die Frau auf dem Grautier. Sie ! sitzt rittlings auf ihm, in kauernder Stellung, die Kniee emporgezogen, die Steigbügel ganz kurz; bei scharfer Gangart hält sie sich an dem hohen Sattelpolfier fest. Sie wird stets von einem Knaben begleitet, der den Esel treibt. So war es auch in biblischen Zeiten. So müssen wir uns die Sunamitin vorstellen, die um ihren Sohn zu retten, zum Propheten Elias eilte: „Und sie sattelte die Eselin und sprach zum Knaben: Treibe fort und säume nicht mit dem Reiten, wie ich Dir sage." (2. Könige, 4. 22.) Auch Abigail, die David sich zum Weibe erkor, ritt ihm auf einem Esel entgegen. Der Knabe Ziba brachte David Esel mit Broten, Rosinen, Feigen und Wrin beladen und sagte dabei: Die Esel sind für das Gesinde des Königs, darauf zu reiten. Hieraus ist zu schließen, daß schon damals die Herrscher selbst nicht mehr auf Eseln ritten. Die Könige zogen das Maultier vor; so flüchtete sich die Familie Davids vor Ab- salom auf Maultieren, auch Absalom zog auf einem solchen in den Kampf, der sein letzter sein sollte, und Salomo ward auf seines Vaters Maultier gesetzt, um zum König ausgerufen zu werden. Aber der Esel blieb noch lange das Reittier der Propheten und heiligen Männer. Es würde ermüden, sie einzeln aufzuzählen, nur muß natürlich hervorgehoden werden, daß Christus selber auf einer Eselin in Jerusalem einzog.
für Me 3nferate
J. Panel« in Fulda. wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszeitung"
Ich bitte Dich, Du holdrr Sterblicher, Sing noch einmal! Mein Ohr ist ganz verliebt In Deine Melodie; auch ist mein Auge Betört von Deiner lieblichen Gestalt;
Gewaltig treibt mich Derne schöne Tugend, Beim ersten Blick Dir zu gestehn, zu schwören: Daß ich Dich liebe!
Eine so glühende Liebeserklärung ward noch nie einem Esel zu teil, nur chrde, siatz cer @;e ein Mensch war. Oder war ver Otrnjey ei
_ Shakespeares Sommernachtstraum ist Titania das Opfer einer Sinnenverzauberung. Die Eifenkönigin von bestrickendem Liebreiz liebt den Trottel Zettel, der auf seinem ungeschlachten Rumpfe einen Eselskopf trägt Ein wüster Gesang reißt fie aus ihrem Schlummer, und sie ruft: Weckt mich von meinem Blumenbett ein Engel ? lind < ls er nachher mit seinem mißtönen - den Lied aufhört, da sagt sie:
Der Esel.
Kulturhistorische Plauderei von HanS Krieg.
(Nachdruck verboten.)
Kaum ein anderer Vierfüßler hüt der"spottenden Laune so viel Stoff geboten als der Esel, und wir foHkn dem Grautier dafür dankbar sein, daß es, freilich recht unfreiwillig, zu unserm Eprichwörterschatz so zahlreiche Beüräge geliefert Hai, L.e meistenteils Witz und Behagen in glücklicher Mischung vereinigen. Das Wort Esel er«
rauh-n Zeiten, in denen Strafe und Qual identisch waren und stch handgreiflich und augenscheinlich den Sinnen aufdrängen mußten, geschah es, daß man Leute, denen man einen schmählichen Schimpf amun wollte, zwang, sich rückwärts auf einen Siel zu setzen und statt des Zügels den Schwanz in die Hand zu nehmen. So ward der Unglückliche unter dem Hohngelächter des Volkes durch die Stadt herumgeführt und konnte froh sein, wenn die Stockschläze, die das Grauchen zu einem schr.ellern Schritte aufmuntern sollten, nicht „zufällig" ibn selber trafen. Einen derartigen Esels- ritt mußte Beatrix, die Gemahlin Barbarossas, in Mailand erdulden; als nachher den Mai- ländern selbst cn den Kragen ging nnd sie im erbärmlichsten Aufzu.?, barfuß und den Strick um den Hals, vor dem zürnenden Kaiser standen, da hatten fie die Naivetät, die tiefgekränkte Beatr x um Fürsprache für sich anzuflehen. Wir finden es begreiflich, daß sie fein gutes Wort für sie einlegte und sie ihrem harten, aber nicht unverdienten Schicksal Lberlsiß.
Bei den alten Griechen finden sich schon jene Erzählungen vor, in denen der Esel die Rolle des fi&etDo:teilten Tölpels spielt, dessen Albernheit durch seinen Dummstolz um so kräftiger heroortritt. Homer aber bi handelt ihn noch mit vollkommener Harmlosigkeit. So gilt unser Freund bei Homer als das Muster trotziger Tapferkeit und zähen Widerstandes. Von Ajas heißt es in der Ilias, Gesang 11:
So wie eilt störriger Esel den Knaben trotzt in der , Kornflur —
Mancher Knittel bereits ward ihm auf dem Leibe zerschlagen.
Er aber drang in die dichteste Saat und rupft fie; die Buben Haun auf ihn ein mit dem Stecken; doch schwach „ «ur find ihre Kräfte;
Mühsam vertreiben fie ihn, nachdem er satt fich ge- _ t t fressen.
Aehnuch wurde nun Ajas, der große, der Telamon- _ , . fprößling.
Dort von den Troern verfolgt und den Scharen der Bundesgenoflen.
Auch in der Mythe spielt unser Langohr kerne unbedeutende Rolle. Bei den Nomaden, denen er unentbehrlich war, genoß er sogar göttliche Ehren. Je mehr fich der Ackerbau entwickelte, desto tiefer sank das Ansehen des Esels. Die ackerbauenden Aegypter weihten ihn .hrem bösen Gott, dem Typhon, der Verkörperung des glühenden Wüstensandes, und aus Haß gegen die nomadischen Hebräer behaupteten sie, Typhon sei auf einem Esel aus der Schlacht mit den Göttern geflohen und habe den Hierosolymos (Jerusalem) und Judäos erzeugt. Die Bibel zeigt, wie wir gesehen haben, in Wirklichkeit eine besondere Wertschätzung des Esels. Die Lösung der Erstge- burt des Esels, das heißt die Befreiung der Erstgeborenen vom Opfer, erscheint in der Ge- sitz(,ebung Mosis ebenso wichtig wie die des Menschen (2. Mos. 13. 13-34. 20). Ein derartiges Vorrecht genießt kein anderes Tier. Man erinnert sich auch an die furchtbare Gewalt, die dem Eselskinnbacken Simsons z».'geschrieben wird. Im Kult der Griechen erscheint der Esel ebenfalls, so in der DionysoSsage. Silen, des Gottes trunkener Gefolgsmann, reitet cuf einem Esel, und ein Esel dient dem Dionysos als Wegweiser zum Orakel der Dodora. Auch im Kult der Göttermutter Kybele kommt der Esel vor; damit steht in Zusammenhang, daß ihr Sohn der goldlechzende Midas, Eselsohren erhält. Zu den Unholden der griechisch-.n Mythologie gehört die Empuse, ein Gespenst der Hekate; sie schreckt den einsamen Wanderer, indem sie sich grade in das verwandett, was seiner erregten Phantasie am furchtbarsten erscheint. Man gibt ihr einen menschlichen und einen Eselsfuß Die Verwandtschaft mit dem nordischen Teufel ist auffällig. Und so begrüßt auch die Empuse in der klassischen Walpurcisnacht den Mephisto als ihren Vetter.
Begrüßt von Mühm-chen Empuse, D-r Trauten mit dem Eselsfuße! Du hast nur einen Pserdefuft, U:.b doch, Herr Vetter, schönsten Gruß!
»er en immer zahlreicher — bekommen das nötige Obf.quantum nicht, wenn nicht die Eltern ver- nünfttg genug find, es ihnen zu geben.
Neulich hat ein Schulmann Untersuchungen angestellt Über den Alkoholgen ^ß, den sich die Schuljugend leistet, und er ist dabei zu erschreck- nchen Ziffern gekommeu. Die Mehrzahl der Knaben und Mädchen in der betreffenden Volksschule bekamen regelmäßig Bier zu trinken, und nn großer Teil wurde sogar mit Schnaps --Sroßgezogen". O, dafür haben sie Geld, auch «e kleinen und kleinsten Leute, um ihren Spröß- ’ngen anstatt des gesunden Wassers giftige Ge- y?n*e za geben. Iber wieviele von den Vätern, dier oder Schnaps bezahlen, j »ftöea auch nur einen Groschen heraui rücken, p« es gälte, den Kindern frisches Obst zu I
Es ist bekannt, daß man es im Mittelalter I liebte, Begebenheiten aus der heiligen Geschichte in derber, ja burlesker Weise darzustellen, ohne daß dadurch Anstoß erregt oder die Recht- gläubigkett und Frömmigkeit beeinträchtigt wurde. Die modernen Menschen, denen so vielfach | Irreligiosität vorgeworfen wird, können sich in diesen inneren Widerspruch nicht hineindemen, und fühlen dadurch ihr ritterliches oder sagen wir religiöses Feingefühl verletzt. So begannen um die Mitte des 9. Jahrhunderts in Frankreich die Eselsfeste, welche die Flucht der heil. Familie nach Egypten feierten. Ein schönes junges Mädchen stellte die Jungfrau Maria toi; sie ward köstlich geschmückt und auf einen prächtig aufgezäumten Esel gesetzt. In den Armen hielt sie ein kleines Knäblein. Dann ward der Esel unter der Begleitung der Eeistlichkeit und des Volkes in die Kirche geführt, wo man ihn neben dem Hochaltar halten ließ. Dann „iate" der Geistliche dreimal und das Volk antwortete mit dreimaligem Eselsgeschrei. Zum Schluß ertönte -ein komischer Gesang, halb in lateinischer, halb in französischer Sprache.
Auf der Bibliothek zu Paris soll sich noch jetzt ein Manuskript befinden, das die Melodie I zu einem solchen Canon angibt. Natürlich ward I auch am Palmsonntag, dem Gedenktage von Christi Einzug in Jerusalem, der „Palm-Esel" nicht vergessen. Ein Bericht sagt darüber: Fromme Kinder ritten auf dem heiligen Grauchen und überhäuften es mu Opfern. Nonnen waren nie glücklicher, als wenn sie den Palm-Esel im Klosterhof herumziehen, mit Blumen schmücken und darauf reiten durften. Unter den biblischen Eseln gibt es sogar em Wundertier. Es ist das Allrams spreeyende Eselin, über die man das Nähere im 4. Buch Mofis Cap. 22 nach- leseu kavn.
Wie man aus dem parodistischen Eselfesie ersehen kann, war der Esel schon im Mittelalter Gegenstand des Scherzes und Spottes. In jenen
Als ich neulich in Regensburg gewesen war, wurde mir etwas „mieß" zu Mute; obschon es vier und Wein genug gab und an großen Fleischstücken auch kein Mangel war, fehlte doch meinen innerem Menschen etwas. Da sah ich einen Obststand am Arnulfplatze, als ich zur FMalle ging. Ich kaufte mit schleunigst «rauben und Birnen, um sie unterwegs aus der Düte zu verspeisen. Manche Leute guckten mich verwundert an; daß ein ausgewachsener Mann redlichen Obsthunger habe, kam ihnen auffallender vor, als dar übliche Biertrinken, Wursteflen uno Rauchen. Bei mir schlug aber die Obstkur sofort herrlich an; wenn mir jetzt zu Hause meine Frau die übliche Tagesportion von Weintrauben vorsetzt, so beschleicht mich der revo« lutionäre Gedanke, die Traube, die roh gegeffen wird, hat noch besser ihren Beruf erfüllt, als die gekelterte Traube, und ich möchte wünschen,, 8« U1» vie uU0=
bag reif mehr Trauben gegessen und demgemäß holseligen Offiziere der Russen. — Daran will weniger Wein getrunken würde! ich nun durchaus keine Enthaltsamkeitspredigt
Die Jugend hat bekanntlich einen sehr ge° knüpfen; aber Mäßigkeit können wir doch sunden Obsthunger. Es soll sogar Kinder geben, die in ihrer Gier nach Obst die Grenzen von Mein und Dein nicht immer genau innehalten, und ich kenne würdige Väter, die aus kindlicher Erfahrung versichern, daß gemaustes Obst ganz gut schmecke. Die Freibeuterei ift natürlich zu verurteilen; aber der kindliche Obsthunger darf nicht als sündhafte Leckerei abgetan werden. Der junge Körper hat Bedürfnis nach den S offen, die ihm in dem Obst geboten werden, ur^ deshalb regt stch der Appetit darnach so kra ug. Die Kinder auf dem Lande, die unter Obttbäumen aufwachsen, können stch auf diesem Geriete durch Selbsthilfe das nötige verschaffen. Ade. die Kinder in den Städten — und die
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