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M 207

31. Jahrgang.

2860,5 Millionen Mk. in den Städten und von

8ürft Uchtomrkl,

Me Tochter des Verbamte»

Möa, Samstag, den 10. September 1904.

l I d«r Schule bis zum Eintritt in den Heeresdienst ; planmäßig für revolutionäre Bestrebungen i empfänglich gemacht wird." Als wirksame Maß- ■ regeln nach dieser Seite hin möchten wir den ' leitenden Kreisen unsererseits empfehlen: Beseiti­gung der Mißhandlungen ans demHeere, welche : die Jugend vielfach mit Voreingenommenheit, Furcht und Haß in den Heeresdienst eintreten läßt, strenge Ahndung der Vorgesetzten für solche Mißhandlungen, Beseitigung des Unterschiedes, der häufig in der Bestrasung von Vorgesetzten und Untergebenen zu ungunsten der letzteren zu konstatieren ist, und strenge Beachtung des Ee-

I setzes, welche das Duell verbietet. Setzt sich das I Mllitär über die Disziplin hinweg, welche das I Gesetz schafftz so darf man fich nicht wundern, wenn junge Leute, die in das Militär eintreten, schon von vornherein von der Disziplin Begriffe mitbringen, welche die militärische Disziplin ge­fährden.

*— Eine Organisation der sozial- demvkratischkU Gaft- nud Echankwirte ist düs neueste, was fich die Sozialdemokraten auf dem Geriete der Organisation geleistet haben. In den Satzungen ist bestimmt, daß die Mit- gliedschafr nur von einem Gast- und Schank­wirte erworben werden kann, der einer poetischen oder gewerkschaftlichen Organisation im Sinne j der modernen Arbeiterbewegung angehört. Es ist schon oft darauf hingewirsen worden, daß die Sozialdemokraten aus wohlerwogenem Selbst- j Interesse den Kampf gegen den Alkohol nicht in der Weise betrieben, wie man das von einer Partei erwarten sollte, die das Wohl der weniger bemittelten Bevölkerung auf ihre Fahne ge­schrieben hat. Nachdem die neue Organisation ins Leben getreten ist, wird die Sozialdemokratie in Zukunst noch viel weniger in der Lage sein, Stellung gegen den Krebsschaden des Alkohol- mißbrauchs zu nehmen.

,** $on der Erkrankung des Oberhof­meisters der Kaiserin Frhr. v. Mirbach heben wir bereits vor einigen Tagen Mitteilung gemacht. Die E-krankung ist so ernster Natur, daß man in Herrn von Mirbach nahestehenden Kreisen die dauernde Wiederaufnahme seiner dienstlichen Funktionen als Oberhofmrister für höchst un- I wahrscheinlich hält. Es handelt sich bekannt­lich um ein Herzleiden, das fich in letzter Zeit bei Herrn v. Mirbach eingestellt haben soll.

* Z«r Lage in Eüdwestafrika. Man hatte gehofft, daß mit der Entsendung des Herrn v. Trotha und mit den großen Truppentrans­porten, welche nach Südwestafrika erfolgt find, die Bekämpfung der Hereros eine entschiedene Wendung zum Beffern nehmen würde. Leider hat sich diese Erwartung nicht bestätigt. Dem »Berliner Lokalanzeiger" wird von wohlunter­richteter Seite geschrieben: „Der größte Teil der Herero ist trotz aller Vorkehrungen «ach Süd- osten entkommen und schweift, in kleine Trupps geteilt, im Lande umher. Zum Glück kann man nach Ansicht der Sachkundigen fich dir ziemlich sicheren Erwartung hingeben, daß die einzelnen Halfen schließlich durch Hunger zur Uedergabe

Tödlich, als die Nacht immer weiter rückte, die Menge fich verlief und das Feuer dem Erlöschen rohe war, kam die Wache, welche an den Toren des Palastes beordert war und die Runde über den Platz machte, ans Feodora zu und fragte fie, warum fie ! "er sich auf falte. Die ernste und strenge Miene der Soldaten machte fie vor Schrecken erstarren. Sie zer- fl 3 in Tranen und hatte nicht den Mut, ein eir ziges i. ort zu erwidern. Die Soldaten, wenig gerührt firn ihr Weinen, stellten fich um fie herum und

Schotten ihre Frage mit einer Unverschämten <r Dringlichkeit.

junge Mädchen avtw'itete hierauf mit zittern­der Stimme: „Ich komme aus der Gegend von To- bolrk, um v:n Kaffer um Gnade für meinen Vater zu bitte«. Ich habe den Weg zu Faß gemacht und 06 ich nichts besitze, hat niemand mich aufnehmen wollen."

Bei diesen Worten brachen die Soldaten in Lachen aus und hielten fie iür eine Betrügerin. DaS un- ichulsige Mä'chen suchte in höchster Ängst zu ent- nmen, aber fie hinderten fie daran nud hielten fie 5 Zen ihren Willen zurück.

.. ,.O mein Gott! O mein Vater!" schrie fie in Oberster Verzweiflung, werdet ihr mir nicht zu Hülfe ommen? Habet ihr die arme Feodora vergessen?"

Während dieses Vorganges ballen sich Leute aus "km Volke, angelockt dmch daS Geräusch, in Kruppen “’Wfammelt und lieben ein Gemurmel der Miß- urigiwg über fas Verhalten der Srldaten laut

’ ^<DÖ0Ta breitete ihre Arme ass und ruf: schwöre vor dem Angesichte deS Himmel-, ich

Eine wahre Geschichte.

------ (Nachdruck verboten.)

Deutsches Reich.

Berlin, den 9 September 1904.

):( Der Kaiser wird fich nach seinem Besuch in Cadinen am 18. d. Mts. auf einige Tage zur Elchjagd nach oem Revier der Obersörsteret Pawelnintzken im Memeldelta begeben und am 21. in Rominten eintriffen. Am 6. Oktober morgens befichtigt der Kaiser auf seiner Rück­rufe rach Berlin bezw. Potsdam die Marienburg und wohnt an demselben Tage der Eröffnung der Technischen Hochschule in Danzig bei. Nach der Feier fährt der Ka ser in die Kaserne der Leib-Husaren-Brigade in Langfahr. Die Weiter­reise nach Berlin erfolgt am Nachmsttag des 6. Oktober.

** lieber die Wiedereiobernfnug des Reichstags gehen verschiedene Meldungen durch die Blätter. Sie stimmen darin überein, daß der Reichstag früher einberusen werden soll, als am 29. November, bis wann er vertagt worden ist. Die .Sozialpolitische Rundschau' und die .Deutsche Tageszeitung' beschäftigen fich bereits mit dem Pensum, das der Reichstag zu erledigen hat. — Erfahrungsgemäß gehen kurz vor dem Wiederzusammentritt der Parlamente stets Nach- richten durch die Presse welche über alle Einzel­heiten der Disposttionen unterrichtet sein wollen. Der schließliche Verlauf der DingeHat ihnen aber bis jetzt in den meisten Fällen unrecht gegeben und deshalb verzichten wir, auf diese Aus­lassungen näher einzugehen.

* Z«r Handwerkerfrage. Wir nahmen neulich Notiz von einer Ausführung der .Krzlzr, nach welcher der Handelsminister Möller nach- träglich zu erkennen gegebm habe, daß die Nicht- beschickung des Magdeburger Handwerkertages durch sein Reffort eine Zurücksetzung deS Hand­werkerstandes nicht begründen sollte. Wir fügen dieser Notiz hinzu, daß man auch aus der Nicht­beschickung durch das Reichsamt desJnnern nicht auf eine solche absichtliche Zurücksetzung schließen dürfe. Nun hat auf dem Lübecker Handwerks- und Gewerbekammertag der Vertreter des Reichsamts des Innern, Geheimrat Spiegel, Anlaß genommen, zu erklären, daß das Reichs­amt des Innern alle größeren Versammlungen, die sich mit den Fragen der Hebung des Hand- werks usw. befaßten, verfolge und zur Einsicht nehme. Wenn also das Reichsamt des Innern nicht überall vertreten sei. so hälfe man daraus nicht gleich auf Interesselosigkeit oder bösen Willen schließe«.

:Illustrierte 5onntag§zmuug"

habe nicht ge ogen. Ich komme zu Fuß ous der Gegend von TobolSk, um Gnade beim Kaiser für meinen Vater zu erbitten. Helfet, helfet mit I O möchte ich nicht sterben, ehe ich fie errangt habe!"

Diese Worte fanden Mitleid in aller Herzen - mehrere Personen kamen auf fie zu, um ihr zu helfen! Eine derselben sprach zu den Soldaten: „Ich bin Be- | fitzet deS Gasthauses z«m hl. Basilius auf dem Platze hier, ich will dieses junge Mädchen aufnehmen, es scheint rechtschrfftn zu fein, lasset sie mit wir kommen."

Die Soldaten fühlten schließlich einiges Mitleid, hielten sie nicht mebr auf und zogen fich zurück.

Feodora umfaßte die Knie ihres Beschützers. Dieier richtete sie auf und führte fie in fein wenige Schritte entfernte« Gast ho us. „Jcy kann dir zwar kein eiaeneS Zimmer überlassen," fegte er, „fie find. sämtlich besetzt; aber für eine Nacht wird meine Frau daS ihrig: wohl mit dir teilen; fie ist gut und wird fich dir zu Gefallen gerne einschränken."

Feodora folgte ihm zitternd ohne ein Wort erwidern xu können. Er führte fie in ein kleiner niedrige- Gemach, wo eine junge Fran, ein Kind auf dem Arme, nahe am Ofen saß. Sei ihrem Anblick: erhob fie fick. Ihr Mann teilte ihr mit, welcher | Gefahr er soeben diese Unglückliche entrissen und die gastliche Aufnahme, die er dirfelben ii ihrem Namen versprochen habe. Tie junge Frau war Somit einvet- standen, nahm Feodora bei der Hand u-, d sagte mit gutmütigem Lächeln: „Arme Kleine, toi: bleich und I cu’geregt fie ist; ater fasse dich wir wollen für dich fc-gen, ein andere« Mal hüre dick, so spät auf der Straße dich aufzuholten. In deinem Älter und in großen Städten darf man um diese Stunde nie allein auf der Straße sein."

Feodora antwortete, sie habe kein Asy', alle Türen wären ihr verschloss«! gewesen. Sie gestand ohne Sck-u in tno ein und -rzüxue rhne sich zu rühmen oer Zweck ihrer Reise. Bei Anhö nir> ihrer Schicksale meinte die [nttge Frau, auch ihrem Mann kamen die!

Ädmirnk Fürst Uchtomsiv.

der vor ein rusfisches Kriegsgericht gestellt werden soll.

Wie bei allen großen politischen oder"mU- tärischen Katastrophen, bei welchen schließlich daS System viel mehr verantwortlich zu machen ist wie einzelne Personen, sucht man jetzt auch in Rußland ebenfalls Uebeltäter, die man für ein­zelne mißlungene Aktionen verantwortlich machen kann. Jetzt soll Fürst Uchtomski, wie wir bereits meldeten, vor ein Kriegsgericht gestellt werden, weil er die Flotte, die den verzweifelten Durch­bruch aus Port Arthur versuchte, nicht unter allen Umständen mit dem Wladiwostok - Geschwader vereinigte, sondern nach Port Arthur zurückkehrte. Fürst Uchtomski steht gegenwärtig im 54. Lebens­jahre. Nach Absolvierung der Marine-Kadetten­schule wurde er im Jahre 1869 zum Midshipman befördert. Er diente Ian ge Jahre in der Schwarzen Meer-Flotte und zeichnete sich im letzten russisch- türkischen Kriege aus. Als Admiral Makarow

Erscheint täglich, mit Ausnahme der Sonn» unöfjeiertage. viertel- fäfaL Bezugspreis ohne Bringerlofa und Bestellgeld in Hulda und auswärts l Mk. 50 pjg.

Verantwortlicher

Schriftleiter:A. wetz!« für die Jnferate

J. Parjefler in Zulda. Wod)eitbtiIagC

* lieber die Znuahme deS steuerpflich ngen Einkommens in Preußen veröffent-, . ________ . __________,. ........ „

die .Statistische Korresp.' eine Ueberficht. diese sozialdemokratische Absicht die leitenden Kreise Danach hat sich von 1892-1903 das Einkorn- gedrängt, eifriger als bisher nach Maßregeln zu men der physischen Zensiten in der Einkommens- suchen, die es verhindern, daß die deutsche Jugend Gruppe von 900—3000 Mk. von 1654,8 auf | in der kritischen Zeit von der Entlassung aus IMMiMM————

Die Wirte bestärkten ihre Hoffnur g wieder durch die Lobsprüche, die fie der Güte Alexanders spendeten, durck die Miltellung so vieler Gnaden, die er schon gewährt habe. Feodora hörte ihnen begierig zu und hätte die ganze Nacht ihnen gerne zugehört; aber es war schon sihr spät und ihre Wirte drängten fie, ein wenig ruSzuruhen, um die Anstrengungen be­folgenden Tages aushaltrn zu können.

Jakob Rossi zog sich in tüt kleines Zimmer zurück im obersten Stocke er! und sein braves Weib naht» Feodora zu fich in ihr eigenes Bett.

Lange konnte fie nicht einschlasen, ihr Herz war zu voll und aufgeregt. Sie dankte Gott für alles selbst für ihre Mühen und Leiden, deren llebermaß ihr ja die edle Gastfreundschaft verschafft hatte, die ihr zu teil geworden. „Wäre ich nicht so unglücklich gewesen", sprach fie bei sich," „so würde Jakob Rossi nicht Mitleid mit mir gehabt haben."

AIS der Schlaf fie überwältigte, gaukelten süße Träume ihr das Glück unter allen Gestalten vor. Bald glaubte fie ihren Vater zu sehen, bald erschien ihr das vor Freude strahlende Gesicht der Mutter, zuweilen meinte sie sogar die Stimme deS Kaisers

I selbst zu vernehmen.

Am anderen Tage, als anhaltende Aritlleriefalveu, Trommelwirbel und das Freudengeschrei deS ganze» Bockes daS Fest d-S Tages verkündeten, mischte sich Feodora, angetan mit einem Kleide, welches ihre gute Wirtin ihr r liehen hatte, und gestützt aus den Arm deS Jakob Noffi, unter die Volksmenge, die dem Auf­zuge folgte, und begab fich zu der großem Himmel- sahrtSkircke, wo Kaiser Alexander getränt werden sollte.

S)a8 G.tleshaus erstrahlte von mehr als tausend Licktern u d tret mit gSaxJP'cet! Gcprä 'g- auS>,r- Jdjmüdf. Auf ! i.tem strahlenden -Lgtone sah man den Kaiser ne^st seiner jung-. Gemahlin in prächtigem Gewände. Ti: Fürstin kniete vor dem erlauchten Gemahl und empfing aus f.inrn Händen die kaiser­liche kröne und setzte aus ihre bescheidene Stinte dieses stolze llmcrvsand lh.er ewigen Vereinigung.

11257 aus 1755,5 Millionen Mk. auf dem Lande vermehrt und ist in der Einkommens-Gruppe von mehr als 3000 Mk. von 2197,7 auf 3282,1 Mil­lionen Mk. in den Städten und von 594,6 auf 814 Millionen Mk auf dem Lande angewachsen.

)( Aus Anlaß des Bertretertages der Jungliberalen wird jetzt lebhaft die Frage in ber Presse erörtert, wie sich die nationalliberale Fraktion zu den „Richtlinien der Jungen" stellen werde. Die,Natl. Korr.' betont, daß die Ant­wort auf diese Frage erst nach dem Zusammen- ttttt der Fraktion und des Parteivorstandes ge­geben werden könne. In ähnlicher Weise wie die,Berl. N. Nachr.', weist die freikonferoative .Post' in einem offenbar vom Frbrn. o. Zedlitz hkrstammenden Artikel, daß die naiionatliberale Partei bisher stets praktische Politik getrieben habe, und sucht die Fraktion in der Fortsetzung dieser Politik durch den Hinweis auf die Lehrer­schaft zu bestärken. Es sei unangebracht, die Lehrer sür den Eigensinn hartnäckiger büßen zu! saften und die großen praktischen Vorteile für ein Idol wegzuwerfen. Der Vater des Schulkompromiffes, Freiherr v. Zedlitz, ist wahrlich gegen zu große Konzessionen um die Kirche gefeit; die „Jungen" aus der national- liberalen Partei mögen ihm daher schon Glauben schenken, wenn er von großen Vorteilen des Kompromisses spricht. Das Zentrum kann der weiteren Entwickelung dieser An gl legen hüt mit Ruhe entgegensehen; je trotziger sich die „Jungen" gebärden und Berücksichtigung ihrer Resolution bei der kommenden Beratung der Schuldotations­oorloge verlangen, um so mehr werden Konser­vative und Regierung auf die Hilfe des Zen- | trums angewiesen ft in. Ter .Reichsbote', der

| das auch herausfüh t, beschwört deshalb die nationalliberale Fraktion, sich nicht nach der Re­solution dec Jungliberalen zu richten, die in letzter Linie die Geschäfte des Zentrums be= I sorgten. Falls das Kompromiß zu Falle käme, wäre für lange Zeil eine Annäherung der evan­gelischen Parlamentarier unmöglich gemacht. Vor Jahresfrist hat der «Reichsbote' schon be- wegliche Klage darüber geführt, daß die Stellung der Nationalliberalen gegenüber den Konserva­tiven ein Zusammengehen beider Parteien auf dem Gebiete der Schulfrage ausschließe. Nach­dem nun durch den Kompromiß ein solches Zu­sammengehen zustande gekommen war, können wir den Schmerz des Blattes, der sich aus den obigen Ausführungen ergibt, begreifen.

Sozialdemokratie und Militarismus. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß sich unter den Anträgen zum sozialdemokratischen Parteitage auch solche befinden, welche bezwecken, die Jugend vor dem Eintritt in das Militär mit der sozialdemokratischen Idee zu erfüllen, um so I dem Militarismus Abbruch zu tun. Hierzu be- . merkt die,Kreuzztg.': „Vielleicht sehen sich durch s

Träien in die Augen. Beide hegten nicht den geringsten Argwohn über die Wahrheit ihres Berichtes; des bezeugten ihre Tränen.

30.

Als Feodora geendet, sprach Jakob Rossi, der Gastwirt: „Ich habe nicht viel Einfluß in der Stadt, aber alles, was ich für mich selbst tun würde, will -ch auch für Dich tun."

Die junge Frau drückte ihrem Manne die Hand zvm Z'ichen ihre.' Billigung, und s-agte Feodora, ob fir niemanden kenne, der ihr beim Kaiser Zutritt ver­mitteln könne.

„Niemanden", erwiderte fie, denn fie wollte den jungen Smvüff nicht nennen au8 Furcht, ihn in lln- gelegenheit zu bringtn. Welche Hülfe konnte fie übrigens auch von ihm erwarten, da er ja weit weg in Li- vonien war.

„Das macht auch nichts", entgegnete die junge Frau, „bei unferm großmütigen Kaiser find Gottes- s-rcht und Ungiück die mächtigsten Empfehlungen, und I dirse fehlen Dir ficher nicht . . ." „Ja, ja", unter­brach sie Jakob Rossi, „der Kaiser Al-xander soll morgen in der rimmelfahrlstirch- Ztkrörck werde«. Du muH Dich dan i auf dem Wege dchin rinfinden, Dich hm «u Füßen werfen und ihn um Gnade für Deinen Vate«. bitter. Ich will Dich begleiten uuv unter-

ritzen. . ."

*„£> meine edelmüiigcn Frtunde", rief Feodora, inb.-m sie mit lebhafter Erkenntlichkeit ihre Hände er­griff. .Golt hört euch, und mein: Eltern werden euch segnen. Ihr wollet mich begleiten, mich unterstützen, wollcr mich zu o.n Füßen des KaiferS hinführe« Bitlleickt werdet Ihr Zeuge sein meines Glückes, eine- Glückes, daS größer ist als irgend ein mensch­liches G-schöpf verkosten kann . . . Wenn ich Gnade für meinen Vater erlange, wenn ich fie ihm überbringen ku!iv, sehen seine Freude und di- mrir.e Mutter..."

Eie vermochte nicht weiter zu reden. De Bor- fiellung eines 'olchen Glückes raubte ihr *-rt die Hoffnung auf Verwirklichung desselben; fie hicck fich ein-s solch«, Stückes nicht wert.

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gezwungen werden. Tie Häuptlinge und alle' die die deutsche Justiz zu fürchten haben, werden wohl rechtzeitig auf englisches Gebiet übertreten, wo sie. vor Ausweisung sicher sind. Dadurch wird ein Zustand geschaffen, der Ruhe und Frieden f r die Zukunft keineswegs verbürgt. Der Ovambo Feldzug, der politisch notwendig sei, dürfte wohl auf das nächste Jahr ver­schoben werden. Dann könnte die bis dahin voraussichtlich fast vollendete Otani-Bahn für diese Operation von allergrößtem Werte fein. Der Zustand des versandeten HafenS von Swakopmund dürfte durch Ausbaggerung einer Fahrrinne zu heben sein."

• Der russisch-japanische Krieg.

Die Nachrichten aus der Mandschurei fangen an, ziemlich dürftig zu werden. Nach der großen Schlacht bei Lianjang scheinen beide Teile so er­schöpft zu sein, daß sie sich in größere Aktionen nicht einlaffen wollen oder können.

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