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erscheint täglich, mit Aurmihmr ber $emt= undzeiertage. Viertel’ jährl-vezugeprei, shne vringerlohn und vestelgelb in Zulda und auswSrt« 1 Ulf. 50 Pf J.

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ZMaerMZeitung

wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszeitung"^^^^^^^ monawiage: „Zuldaer Geschichtsblätter".

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Druck und Verlag der zuldaerAetiendruckerei in Zulda (Harmonie). Zernsprecher Nr. u.

M 207.

Julia, Samstag, bett 10. September 1904.

31. Jahrgang.

Wachen-Rundschau.

H) Fulda, 10. Sept. 1904.

(Nachdruck verboten.)

Die verfloffene Woche hat ein bedeutsames Steig, nir gezeitigt: Der deutsche Kronprinz hat sich verlobt mit der Herzogin Cecilie zu Mecklen­burg-Schwerin. In der Herzogin Cec lie wird zllm «len Male eine mecklenburgische Prinzessin in die e der preußischen Königinnen eintreten; die erste war die Königin Luise auS dem H ruse Mecklenburg- Strelitz. AIS erfreulich muß eS bezeichnet werden, daß nach Uebereinsttmmung der Presse der Bund der jungen Brautleute als ein HrrzenSbund bezeichnet wtrv. Da die Herzogin Cecilie sowohl zu den Höfen von Rußland, Dänemark, Holland wie auch zu dem Hause Cumberland in enger verwandtschaftlicher Be­ziehung steht, find in der Presse gleich bei Bekannt­gabe der Verlobung die verschiedensten Kombinationen laut geworden über die po itischen Tendenzen, welche mit dieser Verlobung verbunden feien. Selbstverständ- lich läßt sich zur Zeit nichts darüber sagen, ob die Verbindung, namentlich was den Herzog von Cumber­land angeht, die Folge haben wirv, daß eine versöhn­lichere Stimmung zwischen Berlin und Gmunden Platz greifen wird. Wen» auch schon et ige Tage vor der Bekanntgabe der Verlobung Gerückte über dieselbe verbreitet waren, so kam die Verlobung doch über- raschend, weil selbst aus Kreisen, welche dem Kron­prinz nahe stehen, die Nachricht von der Verlobung als unzutreffend bezeichnet worden war. Das deutsche Volk fühlt sich einig in dem Wunsche, daß die Ver­lobung deS deutschen Kronprinzen mit der Herzogin Cecilie dem jungen Brau-paare zum Glück und dem Baterlande zum Segen dienen möge.

Der 70. Geburtstag des Grafen Ballestrem, des Präsidenten des deutschen Reichstags, ist im gan­zen deutschen Volke lebhafter Teilnahme begegnet. Der Reichskanzler hat in einem Telegramm d-m verdienten Präsidenten seine Glückwünsche ausgesprochen. Auch die Zentrumsfraktion brachte dem Jubilar in einer längeren Adresse die Glückwünsche deS deutschen Volkes dar und zugleich den Dank für seine mannig­fachen Verdienste al» Katholik und Politiker. Die Rüstigkeit, mit welcher der Jubilar trotz seiner siebzig Jahre seines hohen Amtes waltet, läßt uns hoffen, daß er noch lange dem deutschen Volke und nament­lich uns Katholiken erha'ten bleiben möge.

Zu dem sozialdemokratischen Parteitag find nach dem ,BorwärtS' 117 Anträge gestellt. Eine eingehende Beratung wird sich wohl nicht ermögliche» lassen, da offensichtlich das Gezänk von Dresden in Bremen weitergeführt werden wird und der „Fall Schippe!" noch die Gemüter in Aufregung hält.

Die Jung liberal en haben in der verflossenen Woche in Leipzig ihren im Jsni verschobenen B:r- tretertag abgehalten. Sie haben ein: Resolution ge» faßt, welche eine allgemeine Simultanschule fordert. Damit haben sie sich in schroffen Gegensatz gestellt zu dem Schulkompromiß. Nichtsdestoweniger aber glauben wir nicht, daß die Resolution einen Einfluß auf die Gestaltung der SchulurterhaltungSvorlage gewinnen wird, da die Fraktion nicht in der Lage sein wird, die Resolution zu berücksichtige».

Freiherr v. Mirbach HÄ dem Druck der öffent­lichen Meinung wegen der Ungeschicklichkeiten, die er begangen, weichen müssen. Wenn von protestantischer Seite Klage geführt wird darüber, daß die Presse gegen Frhr. v. Mirbach ausgetreten ist, so mögen diese Kreise au» der Enthebung deS Frhr. v. Mir­bach von seinem Posten als Verwalter der Schatulle der Kaiserin ersehen, daß an maßgebender Stelle Be. deicke» gegen Belassung deS Herrn v. Mirbach auf diesem Posten bestanden haben.

I» Oesterreich hat der Ministerpräsident Körber eine Jaspekttonsreise durch Galizien unter­nommen, gelegentlich deren er in Lemberg betonte, »ri die Staatsbeamten die Sprachen der verschiedenen Rationen kenne» lernten. Bei uni in Preußen werden die Beamten nicht angehalten, das Polnische zv lernen, obwohl eine solche Maßnahme im Interesse der Staates liegen würde. — Trotz des Proteste» der Deutsch-Radüalen kommen die slavischen Parallel­klassen zustande.

In Frankreich hat CombeS in Auxerre die Trennung von Staat und Kirche angekündigt. — Der Abstand der Dockarbeitet in Matseille dauert noch wrt und eS hat nicht den Anschein, als ob der •taopfr der sich in erster Linie um den Achtstundentag droht, bald beigelegt werde.

Der Generalkommissar Prinz Georg von Kreta 7 augenblicklich auf einer Rundreise zu de» Mächte» Kiffen, welche den Zweck hat, die Bereinigung der yJjW Kreta mit Griechenland in die Wege zu Mtni. Nachdem er bereits in Rom gewesen, wird « stch »ach Paris und von dort nach London be- Ir01- Ja Kopenhagen wird er einen günstigen lUeublick abwarten, um in St. Petersburg mit dem "mufier der Auswärtigen Graf LamSdorff zusammen- «wreffen.

^Dte vergangene Boche hat für Rußland eine Niederlage gebracht. Liaujang, um welcher ^."SEgigem Kampfe gekämpft wurde, konnte von nicht mehr gehalten werde». Au eine «fllien Soldaten haben bei Lianjang mitei»- vkämpft. E» scheint entgegen dem nfien An­

scheine, als ob Kutopatkm den Mckzug nach Mulden dtirchzuführe» imstande ist. Mukden selbst wird bereit» von den russischen Zentralbehörden geräumt. Mit dem Verlust von Liaujang hat die russische Mand- schureiarmre eine enbgihige Niederlage erlitten. Nachdem Liaujang gefallen und damit Port Arthur auf einen Ent,atz von Norden her nicht mehr rechnen kann, kann eS sich rur noch um eine Frage der Zeit handeln, wie lange Port Arthur dem Sturm der Gegner standhält.

[] Moderne BeHdrtftit.

Rede von Dr. Huppert

auf der 51. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.

(Schluß.)

Wie kommen wir weiter? Wenn wir den Autoren nicht ihre Arbeit erschweren, indem wir hinter Fehlern, die fie machen, gleich das schlimmste vermuten. Ehrliches und aufrichtiges Streben wollen wir bei jedem annehmen, bis es erwiesen ist, daß solches ihn nicht beseelt. Aber verketzern darf man vor allem die Dichter nicht, diese empfindsamen Damen und Herren, die Unrecht wett schärfer empfinden als andere. Es ist auch nicht nötig; durch die Aufnahme ihrer Schriften in der Oeffentltchkeit werden sie schon erzogen werden und ihre.schwachen Seiten in Charakterisierung, Darstellung und Technik ken­nen lernen.

Wie kommen wir weiter? Indem wir die christlichen, die katholischen Autoren unter­stützen. Gesinnungstüchtigkeit allein tut's aller­dings nicht; wir verlangen Kunst. Und wo uns dieselbe entgegentritt bei katholischen Schrift­stellern, wollen wir zugreifen. Wird uns auch nicht das Vollkommenste geboten, anderwärts finden wir es auch nicht. Durch günstige Auf­nahme wird der Schriftsteller zu weiterem Schaf­fen ermutigt und begeistert, und diese ideale Un­terstützung des Künstlers kann nicht hoch genuz angeschlagen werden. Und dann — ich will eS gerade heraussagen — werden ihm auch dadurch die materiellen Grundlagen geschaffen, die ge­wöhnlich eine Vorbedingung tüchtiger Arbeit find. Der hungernde Schriftsteller ist für gewöhnlich nicht imstande,großartigeKunstwerkezuschaffen. Deutsch­land steht an der Spitze, wenn es gilt, seinen Dichtern Denkmäler zu setzen — eS wird viel­leicht nicht lange dauern, so ist auch P. Hille in dieser Weise verewigt — aber es läßt fie bei Lebzeiten vielfach darben und hindert so, daß der Geist in kühnem Adlerflug sich erhebe und Werke schaffe, deren er fähig ist. Behandeln wir daher unsere Schriftsteller schon bei Lebzeiten bester, indem wir durch Ankauf ihrer Werke sie auch materiell unterstützen.

Gerade die Mitwirkung des Publikums ist so notwendig, wenn die Katholiken weiter kommen wollen in der Entwickelung ihrer belle­tristischen Literatur. Heute hat ja alles Geltung, jede Weltanschauung darf sich breit machen in der Literatur, nur wenn der Katholik Probleme nach seiner Weltauffaffung löst, das wird sofort zurückgewiesen — das ist ja katholisch! Ich rede durchaus nicht einer wohlfeilen Tendenz das Wort; ich liebe nicht philosophische, apologetische, theologische Betrachtungen in belletristischen Werken, eben weil sie unkünstlerisch sind; aber so gut in wahrhaft künstlerischer Weise der Darwinist und der Atheist tiefe Konflikte nach seiner Austastung vom Leben behandeln kann, so out darf das doch auch der Katholik nach jener Eigenart des Denkens, jener Tiefe deS Empfindens, die dem Katholizismus eigen ist. Das Kunstwerk soll uns doch von der Stimmung einer Künstlerseele erzählen, von dem, waS im Menschen vor sich gegangen ist. Seine ganze Persönlichkeit legt der Dichter in sein Werk; hier offenbart sich sein innerster Kern, die ganze Tiefe und Weite, der Reichtum und Adel seiner Seele. Wenn der Dichter das Innerste und Beste seiner Seele gibt, soll er da nicht auch das geben können, allerdings in künstlerischer Weise, was vom Katholizismus im Innersten seiner Seele chn bewegt? Oder darf nur der Ungläubige „sich ausleben" und nicht der Katholik? Solange der Katholizismus existenzberechtigt ist, solange wird es auch eine in diesem Sinne katholische Belle­tristik sein und bleiben!

Wie kommen wir weiter? Wenn wir alle einig znsammenstehen: Schriftsteller, Kritiker, Publikum. Und das wollen wir. Dazu soll uns echter Korpsgeist beseelen. Wenn ich heute zurück­schaue auf die Generalversamm'ung in Krefeld, vor der gerade das Wort gefallen war, die katholische Belletristik stände nicht auf der Höhe der Zett, dann B«f ich heute mit Stolz konsta­tieren: Wir sind wettergekommen seit 1898. Und wir werden ganz sicher weiter kommen, wenn wir alle zusammenstehen, »ernt ein jeder in sein« Wesse arbeitet, die non christ­

lichen, von katholischen Anschauungen getragene belletristische Literatur einer Blütenperiode ent­gegenzuführen.

Nun noch ein Wort für Bayern! Sie haben eine Organisation in Bayern, auf die Sie stolz sein können. Ich meine den katholischen Preßoerein für Bayern. Weder in Mann- heim noch in Köln wurde seiner gedacht. Bis jetzt hat die beste Reklame für den Verein eigentlich der Abgeordnete Caffelmann in der bayerischen Kammer der Abgeordneten gemacht, indem er die Regierung gegen ihn mobil machen wollte. Aber heuer hält der Preßoerein bei der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands seine eigene Generalversammlung ab und gliedert sich dadurch eng an die Katholikentage an. Der Herr Redner über die Preffe braucht nicht zu fürchten, daß ich in seinem Revier jage; ich überlaffe ihm die Tätigkeit des Vereins für die Tagespreffe; aber das Gebiet des Preßvereins ist weiter und erstreckt sich über Bücher und Zeit­schriften, über die gesamte Literatur, umfaßt Kolportage und Volksbibliotheken, und Volks- bildungsabende, kurz alles, was mit Literatur zu tun hat, und zwar sür alle Kreise der Be­völkerung. Er ist daher ein universaler Verein; er ist aber auch ein idealer Verein, der nicht materielle Jntereffen kennt, sondern nur für das ideale Gut der Literatur arbeitet; er ist ein aktueller Verein, da er in weilestgehrndem Maße mit den Zeitver- hältniffen rechnet und die Bedürfniffe der Gegen­wart berücksichtigt. Wir alle, die wir nicht Bayern find, besonders wir „draußen im Reich" sind eigentlich etwas gekränkt, daß der Preß­verein seine Universalität dahin beschränken wollte, daß er sich Preßoerein „fürBayern" nannte. Er soll so eine Art von Reservatrecht sein, und in dem Punkte ist mit den Bayern nicht zu spaffen — bis zu dem Raupenhelm. Aber wir wollen ihnen dieses Reservatrecht gönnen, uns darüber freuen, ihnen Glück wünschen und — sie nachahmen. In anderen Bundesstaaten bestehen ähnliche Organisationen, und die sollen ihren ganzen Stolz hineinsetzen, so den Anforderungen der Gegenwart sich anzupaffen, wie der Preß- verein für Bayern es getan hat. Und dann können alle zusammen ein Kartell schließen — im Zeitalter der Trusts ist das ja sehr zeitge­mäß — und einträchtig zusammenarbeiten. Ich habe hier namentlich den Borromäusoerein im Auge, deffen Ziele so in das Programm des Preß-Vereins fallen, daß derselbe eigentlich immer und überall mit dem älteren rheinischen Bruder an der Hand sich zeigenffollte. Nament­lich zwei Dinge würden dadurch wesentlich ge­fördert: die Familtenlektüre und die Volksbiblio­theken, da der Borromäusoerein diese Zweige mehr denn andere pflegt. Durch den rheinischen Bruder unterstützt würde der Preßoerein hierin bald einen großartigen Erfolg aufzuweisen haben.

Weg mit dem Schmutz! Gute Fa­milienlektüre! Künstlerische Belletri­stik! Das müffen die drei großen Ziele fein, nach denen wir mit aller Kraft streben. Und da haben namentlich die Damen eine große Auf­gabe zu erfüllen; denn: wer liest mehr als die Damen? wer versorgt die Familie mehr mit Lektüre als die Damen? Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage. Jedes Zeitalter hat die Literatur, welche eS verdient. Sorgen wir dafür, daß der Geschichtsschreiber nicht einst sagen kann, das 20. Jahrhundert habe eine tiefstehende Literatur gehabt, namentlich die Katholiken hätten nicht auf der Höhe der Zeit gestanden. Ein­trächtig, entschieden, zielbewußt tue jeder seine Pflicht, und die Geschichte wird ein günstiges Urteil fällen über die Katholiken zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

M Tie Haltung und Pflege der Hühner während der Mauser stellt ganz besondere Anforderungen an den Geflügelhalter. Unter Manier der Bögel verstehen wir deren Federwechsel, der dem Haarwechsel der Säugetiere gleich:. Sobald nämlich durch die Einwirkung von Regen, Luft, Licht und Staub die Feder mehr oder weniger unbrauchbar geworden ist, setzt beim gefunden Huhne die Mauser ein. Die Dauer der Mauser, wie auch di« Zeit, wann fie beginnt, find verschieden und dem einzeln«, Tiere eigentümlich. Kranke Tiere manfern nicht. Wird die Maufer unterbrochen, so ist diese» eine krankhafte Erscheinung, die mehr oder weniger schlimme Folgen für da» Huhn haben kann. Unsere gesamte Pflege muß deshalb dahin zielen, einen guten natur­gemäßen Verlauf der Mauser herbeizuführen und diese» wird erreicht: ») durch eine sachgemäße Fütterung, b) durch Schutz der mausernden Tiere gegen Wind und Wetter, e) durch Beachtung der so notwendigen Rein­lichkeit, d) durch Anwendung non Mitteln zur Be»

Mauser im Spätsommer oder im Herbst und die A n sprüche, die zu dieser Zeit an den Organismus der Tiere gestellt werden, find stet» sehr groß. Je später die Mauser bei den Tieren einsetzt, um so größer ist naturgemäß fein Anspruch auf Pflege und Fütterung; denn in der vorgerückten Jahreszeit ist bekanntlich der Tisch für daS Geflügel im Freren nicht mehr so gut gedeckt al? im Frühjahre und Sommer, und die Gefecht, daß die Tiere sich erkälten, ist weit größer. Wer fein Geflügel richtig behandeln und pflegen will, lasse sich die vom .Lehrmeister im Garten und Kleintierhof' in Leipzig unentgeltlich verausgabte Anleitung schicken.

* Dir Schlösser de» Zaren. Nicht viele dürfte» wissen, daß Nikolaus II. in feinem ungeheuren Reiche mehr als hundert Paläste und Schlösset besitzt. I» diesen hundert Schlössern find ständig fast 32000 Bedienstete, Köche, Pagen, Kammerdiener, Küfer, Kammerfrauen, Stallknechte, Borreiter und Gärtner beschäftigt. Die Gehälter dieses gewaltigen Diener- Heeres betrogen jährlich mindesten» 16 Millionen Mk. In den Stätten des Zaren stehen 5000—5500 Zug» und Satrelpftroe, und da» Vieh, daS aus den Besitzungen des Kaiser» gezüchtet wird, umtaßt mehr al» 50000 Häupter. Die meisten seiner Schlösser hat Nikolaus II noch nie gesehen, und gewohnt hat er nur in einigen wenigen. Trotzdem darf da» Leben in keiner einzigen dieser Besitzungen still stehen, und so wird in allen Schlösser» genau so gewirtschaftet, al» wenn die kaiserliche Familie dort für die Dauer Aufenthalt nähme.

• In Gedanken. Richter: „ . . . Sie haben dem Zeugen einen Tops heiße» Wasser in's Gesicht ge, offen? DaS ist ja eine ganz außerordentliche Roheit! Hatten Sie denn n chtS andere» zur Hand?"

Der St Antoniuskalender (Verlag der Fuldaer Aktiendruckerei in Fulda) klopft in diesem Jahre etwa» später als es seine Gewohnheit ist bei feinen alten guten Freunden an, aber fie werden ihn trotzdem herzlich willkommen heißen, kehrt er doch zum zehnten Male in ihrem Haufe ein. Er bringt ihnen auch dies­mal viel des Erbauenden, Belehrenden und Unterhal- denten mit, namentlich für die Mitglieder de» 3. Ordens und des allgemeinen Gebetsver­eins deS hl. Antonius, für die er in erster Linie be- Emmt ist. Neben dem Ablaß-Kalender finden dieselben den Abhandlungen „Aus dem Leben deS hl. Anto­nius", .DaS Dogma bet unbefleckten Empfängnis und der Franziskanerorden", „Etwas für die Mitglieder deS allgemeinen GebetSvereinS des hl. AntoniuS" reichhal­tigen religiösen Stoff. Ein Mitglied deS FranziSkauer- ordevS auf dem Frauenberge widmet der unbefleckt Empfangenen ein von heiliger Martenminne durch, glühtes Gedicht. Der durch feine volkstümliche Feder den Lesern der bisherigen Jahrgänge besten» bekannte k. RupertnS beleuchtet in einem „Kleinarbeit" über­schriebenen Artikel ein Stück sozialen Elends der Groß- städte und gibt Mittel und Wege an, wie der Not de» Volkes zu steuern ist. - Die von Erich Krafft geschrie­bene Erzählung „Gerettet" schildert in ergreifenden Zügen die Leiden der Misstonäre sowie den Glaubens- mut ter eingeborenen Shristen während des Boxeraus- standeS in China. Bon Erzählungen ernsten Inhalts ist noch zu erwähnen „Ich klopfe an, ich sage an, da» Christus, der Herr bald kommen kann" von Gräfin Qnadt sowie eine Dorfgeschichte von H. — Daß auch der Humor in einem Kalender zu seinem Rechte kommen muß, ist selbstverständlich und so wird denn auch die Erzählung „Die Kultur und Zivilisation in Donners­dorf" sowie die Militärhumoreske, welche sich ja in jedem deutschen Familienkalender einen Platz erobert bat, die LachmuSkeln bet Leser und Leserinnen in Tätigkeit setzen. — Der Bilderschmuck deS Kalenders ist dem Inhalt würdig angepaßt. Das in Chromo- lithographie anSgeführte prachtvolle Präu ienbtld unseres hl. 8a er8 PiuS X. sowie daS nach einem Oel- gemälde des Kunstmalers Späh vom Frauenberge hergestellte Einschaltbild der unbefleckt Empfangenen dürsten allgemeinem Beifall sicher sein.

Möge der allbeliebte St. AntoniuSkalender, der jetzt zum 10. Male feine Reise durch Deutschland an- trttt, überall seine alten Freunde wtederfiaden und viele neue gewinnen. DaS ist unser sehnlicher Wunsch.

RetUwe#» wb> Huscifenteil.

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hilf» X grossartig •

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