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Ma, Mittwoch, dm 7. September 1904<

31. Jahrgang.

i ein ganz seltenes, klares, bestimmtes Allmachts- 1 wort: Und stehe ich bleibe bei euch alle Tage ; — also auch in Perioden und Tagen, wo 1 menschliche Schwachheiten und Untreuen sich hoch an die Kirche emporranken — bis an das Ende der Welt. Was ist doch das für ein Go.teswort, für eine Allmachts- und Liebetat voll der Sicherheit und Wettherzigkeit. Wenn w-r uns deshalb den feierlichsten Entscheidungen nnes Konzils, der feierlichen Verkündigung eines Dogmas, auch dem Papst, dem allgemeinen über sie ganze Erde ausgebreiteten eigenen Lehramt der Kirche unterwerfen--dann beugen wir

uns nicht blind vor einer imperialen Macht, vor einem Synkretismus der römischen Kaisergewalt, der heidnischen Oberpriesterwürde und des christ­römischen Bischofs — min aus Wahrheitsinterefse unterwerfen wir uns.

Ich gehe noch einen Schritt weiter. Auch da, wo die Kirche nicht gerade feierlich entscheidet, z»rm Beispiel in den gewöhnlichen Rundschreiben der Papste tritt sie uns als eine übernatürliche Wahrheitsoerkündigerm mrt hoher Autorität ent- aegen. Aber die Kirche muß ferner auch die katholische, unermeßlich kostbare Wahrheit hüten und bewachen, wie Pius IX. es so treffend in iemem Briefs an den Erzbischof von München- Freising int Jahre 1863 be ont und das Vati­kanum es feierlich ausgesprochen hat. — Auch der Index will dem üvernatürlichm Wahrhetts- intereffe biet en I Auf seinem Bücheroerzeichn ffe finden fich neben den Namen weit abgeirrter Geister auch viele edle Katholiken. kirchlich treue und selbst heiligmäßige Männer. Die Kirche will durchaus nicht die ganze, oft herrliche G-istes. arbeit dieser Männer zertrümmern. Aber gerade wo die besten — ost aus edler Abficht — auf gefährliche Wege fich wagten, da warnte die Kirche ohne Ansehen der Person aus Wchrhetts- interrsse. Auf der gewohnten Landstraße geht man ungefährlich. Wer auf den Monterosa steigen will, bedarf eher der Warnung. Und fo st, d auch religiöse theologische Alpenfahrten ab- solut notwendig. Ich erinnere z. B. an die Ge- biete der Apologetik und Exegettk. Aber da laßt uns geradezu freuen, wenn die Kirche auch hier­für das höchste Jntereffe zeigt, wenn sie mit rhrer höchsten Wahrhei sgarantie fördernd, be­geisternd, oft auch warnend mithilft. Wo immer neue Wege versucht werden müffen, wo immer ein Refornworschlag nicht stürmisch und neuerungs- süchtig, sondern in engster Verbindung mit der vorherrschenden positiven Arbeit gemacht wird, da geschehe es mit der kirchlichen Ehrerbietung, mit dem der Sache emsptechenden Gehorsam, mit der altchristlichen Hochachtung vor Papst und Bischof. Die Theologie ist nicht ein Vogel mit gebrochenen Schwingen, — nein, ein Flug von jungen Adlern, aber getragen von dem göttlichen Aar der Wahrheit in der reinen Höhenluft der Kirchlichkeit.

Nachdem wir uns aber neuerdings in dieser Sicherheit und Weitherzigkeit im Gottes-, C hristus- und Kirchengedanken erneuert haben, rufe ich Ihnen ein letztes Wort zu. Es zeigt sich diese Sicherheit ut.b Weitherzigkeit katholischer Gottes- und Weltcnschauung auch im allgemeinen Wahr- deitkgedanken, im Sinn für die Wahrheit über- Haupt. Es kann keine bleibende Spannung zwilchen natürlicher uns übernatürlicher Wahr- heil geben. — Damit ist nicht gesagt, als müßte der katholische Forscher immer mÄ gleichsam

KalechtSmur nachschlagen, um jeden feiner Schritte zu konlrollieien. Er darf ruhig und n mig weiter foffchen unter der etnen Losung: veritati! Wenn freilich ein katholischer Forscher trgenb ein Resultat gefunden zu haben glaubt, das ihm z. B. den Glaubenssatz von Gott dem Schöpfer, die Inspiration der Bibel u. s. f zu leugnen scheint, dann wird er sich sagen: ich bin auf falscher Fährte. Entweder fasse ich irgend eine religiöse Wahrheit einseitig und unrichtig auf, oder meine Forschung leidet an einem ge­heimen Fehler. U d die Arbeit beginnt aufs neue. Ist das Engherzigkeit? Inferiorität? Nem, der Forscher siegt unter dem Sm stütz einer doppelten Lichtquelle die eine Wahrheit Nicht oll/ Schwierigkeiten werden sich heute oder morgen lösen. Aber sie werden sich lösen, wie sie sich denn auch bis zum heutigen Tage in der Tat ge- öst bao.n. Wir mögen den Gottesgedanken, den Christusgedanken, den Kach-ngedankea, den allgemeinen Wahrheitsgedanken der katholischen Gostes- und Weltanschauung tiefer und ernster tnS Auge fassen — immer erscheint uns derselbe M ein großarstges geistiges Hochgebirge der Sicherheit und Weichh-rzigkeit.

Ich will schließen. Elast baute sich die Offen- barung Gottes, nachdem der Kalturstolz Babels e^emüngk war, in ein Nomadenoolk ein und vermochte auch in diesem einfachen Flußbette stch 4 entfallen und vorwärts zu bewegen. Die Bibel und die Kirchengeschichte zeigen uns die über-

5icherh.it und wttlherzigk it katho­lischer Gottes- und Weltanschauung. (Rede deS Kanonikus Professor Mey en berg-Luzern auf der Regensburger Katholikenversammlung)

Vor einigen Tagen stand ich auf der Kulm­höhr eines unserer bekanntesten Schw-tnrberge. Ebm zernß der lichte Woltenschleier. Die Ltchl- ströme un er s Sonnensommers fluteten wieder in Klüfte uno Täler und Über weite Land. Ja grandiösem Halbkreis iibmten fich über grünen Hügeln, die aus tifblaum uns smaragdenen S. e piegeln und Wasserarmen und von frucht- baren Tälern aufsteigen, die ernsten Waldgebirge die kühnen Steintürme und Hochburgen der Natur, eine Alpenkette höher und kühner über die andere mit einer ganzen Welt von Fe'ffen- domrn und Firnschnee dis hinauf zum Siibrr- diadem des königlichen Hochgebirges. Das Sch au- spiel auf jener Berger höhe ist nur wie ein Bild dessen, von dem ich sprechen soll. Der uner­schütterliche Grund, auf dem das Hochgebirge sich erhebt und entfaltet, dess-n scharfe, klare und nie lavierenden Lmien, seine Höhenluft, der bargebotene Weitblick, die Verbindung trotziger Festigkeit mit milder Fruchtbarkeit und Ltebltch- teil wird uns zur Illustration der Sicherheit und Weitherzigkeit katholischer Welt­anschauung.

Unsere katholische Religion ist nicht ein buntes Gemenge einiger mehr oder minder geist­voller Gedanken über Gott und das Göttliche, sondern eine ganze Welt, ein großartiges natür­liches und übernatürliches System von Licht und Kraft und Leben. Wir sind uns dabei ebenso bewußt, daß der Katholik Himmlisches und Irdisches, Natürliches und Uebernatütliches, Glauben und Wiffsn, Religion und Kultur in ein großes, sicheres und festes, weitblickendes, werktätiges Ganzes za verbinden vermag im Geiste der schönen Worte Leo XIII.: Golt ist der Urheber der Natur und Gnade; Er will nicht, daß die eine die andere hindere, nicht den Schwertkampf zwischen beiden. Irdisches und Himmlisches sollen ein Freundschaftsbündnis schließen. Natur und Gnade unsere Führer sein . . . Die Blüte und die Kultur des irdischen Lebens ... ist geradezu ein Abbild von dem Glanz und der Pracht des himmli chen Reiches. Ich möchte nur einige Hauptmomente katholischer Weltanschauung herausheden, in denen Sicher­heit und Weitherzigkeit in überraschendem Freund schaftsbunde erscheinen.

Den ersten gr nitenen, unerschütterlich sicheren Höhenzug unserer gesamten katholischen Welt anschauung, eine erhabene Kulmhöhe des Weit blick-s und der Wettherz'gkeit erblicke ich im Gottesgedanken. Unsere katholische Religion ist nicht etwa ein bloßer Anbau, ein Nebenkapelleu- kranz einzelner Untericheidunaslchren, die man den Havpiwahrbetten der SMig on mit der Zeit angefügt hat. Nein, sie ist eine vollendete Hoch- gebi'.gSwelt, die sich aus den Tälern und Vor­der gen der nalüi licken und übernatürlichen Grundwahrhe ten erhebt und diese in stch ein« schließt. Wmn ich rom Gotte gedanken sprech», so men* ich tb»n den <8 eant-m an d»n emer persö- lachen Gott, cer m je em kl »n st en Gffetz des Alls waUer u b fi lber aU Schöpf r übe all b:e|en Gesetzen steht, der den Notschrei jeder Kreatur kirnt und miifühlt, der aoer auch zu einem jeden der Millionen von Mer-lchenkinsern das allmächtige Wort spricht: Gib Rechenschaft von Deiner Veiwallung! Hier bei diesem klaren, glänzend und stegreich beweisstcheren Gedanken beginnt der Katholizismus. Er knüpft wettherzi an und baut frohgemut auf dieses Gemeingur der Menschh.it. Aber mitten in dem ebeln aber oft so verschwommenen Heimweh der modernen Welt nach Religion und Gott und mitten unter der j tzigen namenlosen Falschmünzerei mit den Begriffen Gott und Religion — ist schon dieser Gedanke gegenüb r den Kreisen des Naturalismus und einer großen in verschiedenen Abstufungen Pantheist sch denkenden Welt zur UnterscheidungS- I'hre geworden! Die erste felsenfeste urb weit­herzige Forderung unserer b( tilgen K.rchr heißt: Erobere vir den Gottesgedanken, wage eS — den Gottesgedanken theoretisch uns praktisch durchjU' denken. Als PanluS zum erstenmal mitten in illr reichen, hochgebildeten, aber auch irre geführten Welt Griechenlands stand, ve.kündete kr scharf und klar, aber auch warm und weit- 1 herzig — den Gottesgedanken, den Gedanken an : den einen Schöpf.r des Alls und der Mensch- । Helt. Auf diesen Gottesgedanken baute nun 1 1, Paulus die ganze Religion Jesu Cyristi stcher I

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Verantwortlicher Jy

Schriftleiter:A.wehler für die Inserate ,

z. parzeller in Zulda. wochenbeilage: „Zlluftnerte Zonntazzzettung

! hebt sick ein Hochgebirge, ein Berg über den • Gipfel aller Berge. Es ist eine einzige Persön- ■ lichkeit, von deren Stirn das Süberdiadem gött- > Ucher und menschlicher Größe leuchtet: Jesus I Christus, gestern und heute hochgelobt in Ewigkeit. Vor 80, 70, 50 Jahren erging der Ruf: Christus ist eine Fabel. JffaS ist ein Mythus. Die Evangelien find ein spät entstandenes Gemisch 001 Wahrheit, Täuschung und Betrug Und was geschieht heute? Auch in unseren Tagen aibt es ganze Heere von Leugnern her Göttinit Christi. Aber in historischer Hinsicht, in der geschichtlichen Auffassung der Perlon Jesu Christ ist merkwürdigerweise eine rückläufize Bewegung eingetreten. Eia neuer Beweis für die Sicher­heit und den Weitblick des katholischen Gedankens. Selbst rationalistische Protestanten gestehen dies zu. Immer bestimmter muß die Kritik die Geschichtlichkeit und volle Wahrheit der Persön­lichkeit Christi, das hohe Aller der Eoangelien und altchristlichen Ui färben zugeben. Man näher: stch — nicht im heiligen Glauben — aber au geschichtlichem Boden wieder dem Standpunkte, Den vor mehr als einem halben Jahrhundert der katholische Theologe Hug so glänzend vertreten hatte. Wahrhaftig ein Beweis für katholische Superiorität! Diese Resultate sind bereits in weite Kreise Gebildeter gedrungen. — — Solche Männer sehen das Hochgebirge Jesus Christus im Nebel dunkel. Sie werden noch überwältigt von den riesig großartigen Linien der Person Christi. Aber seine Gottherrlrchkeit erkennen sie nicht. Wer ist nun jener bessere Redner über Jesus Christus? Du bist es, heilige katholische Kirche!

Im Christentum herrscht bei aller Hoheit und Erhabenheit keine verschwommene Gesühlsreligion, kein ungesunder Enthusiasmus, sondern ein hei­liger Realismus. Unter geschichtlich greifbaren überwältigenden Beweisen erscheint der Gottes­sohn Jesus Christus: Herr des Tempels, Herr der Leiber, Herr der Geister, Herr über Leben und Tod, Herr der Meere und bet Wellen, Herr über Not und Elend und Erlöser von her Sünde. --Und der ganze Katholizismus ist nichts anders als — —: Jesus Christus, unverwischt und unverfälscht, mit seiner ganzen Person, mit .jenem Dogma und jener Moral, mit allen jenen Folgerungen und Forderungen, mit jenem Rechte nach außen und innen. Jedes Wort des Evan­geliums ist Licht an ihm, jeder Satz des Rate- tismus ein Strahl von ihm, jede Gnade eines akramentes Leben von ihm — jeder Ablaß, den wir mit gereinigter Seele und verbessertem Charakter empfangen — eine Gabe von ihm, eine Gabe seiner blutigen Hand. — Auf Jesus, auf niemand anders gründet sich zuletzt unser Glaube. Auf ihn allein hin — im tiefsten Grunde — nehmen wir die Glaubenswahrheiten und wollen uns im Leben nach ihm richten. Das ist das unverhüllte Hochgebirge Jesus Christus mit seinem göttlichen Silberdiadem.

Von da aus verstehen wir neuerdings die Sicherheit und Weitherzigkeit katholischer Gottes - und Weltanschauung. Aber dieses Hochgebirge ist nicht vereinsamt. Ein Riesengebirge, eine Alpenkette zieht sich von ihm aus durch alle Zeitläufe — die Kirche Christi. Blicken wir nur auf den Abschluß des Lebens Jesu und in die Schlüsse der vier Evangelien. Jesus steht vor den elf Aposteln und im Geiste vor allen ihren Nachfolgern. Da sagte er ein Wort, das noch me em Mensch auch nicht auf der höchsten Stufe der Kuliur und der Macht gesprochen hat. — Die Tatsachen hätten ihn ja fchon noch drei Minuten Lügen gestraft. Jesus aber sagt es und spricht: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Und die Wellen des Genesareth rauschen zu ihm empor: So ist es! In wildestem Aufruhr des Sturmes wollten wir einst ihn, fein Schifflein und fein Reich be­graben. Da sprach er ein Work, und plötzlich lagen wir geglättet zu seinen Füßen. Und ein Grab in der Nahe von Jerusalem bezeugt es. Mit eisernen Armen hielten ich und mein Bundesgenosse, der Tote einen verstorbenen Menschen in unseren Armen, und schon moderte der Leichnam in der Zwingburg des Todes. Da rief vieler Jesus aus eigener Kraft in die ge­öffnete Grabstätte: Lazarus komm heraus — und wir, die UnbefieR.chen, mußten einem dem Leben Erweckten, unsere eigenste B me, heraus­geben. Er hat wirklich alle Himmels- und Erdengewalt. Und in eben bieiem Allmachts­gefühle vollendete Jesus die Kirche als Lehrerin der Wahrheit Christi (MatthäuSschluß) als Ver- künderin des Gesetzes Christi (Markusschluß), als Zeugin des Lebens Christi (Lukasschlutz), als Priester«! der Gnade Christi (Schlüssel aller ' 4 Eoanaelttn), organisiert und gegründet um । und auf das Papsttum für alle Welt: Weide, 1 0 Petrus, meine Lämmer, weide meine Schafe! (Johannesschluß.) Und noch einmal sagt Jesus

mb weitherzig. Er wollte seinen Zuhörern r : die Religion Christi hängt nicht in der L ft — sie baut sich in euer edelstes, gereinigtes Lenken. Auch heutzutage steht die Kirche in einer reichen vielgestaltigen Welt, voll Forschung und Wahrheit, voll Zweifel und Irrtum. Es . kann hier nicht meine Aufgabe fein, vor Ihnen die Gottesbewkise zu entw cMn, um zu zeigen, wie die katholisch« We tausch mung stch diffe ben i angliedert und auf ihnen sich aufbaut. Erinnern wir nur an wenige Momente.

Die Kirche begrüßt und fördert die Eroberun des Gottesgedankens, wo immer sie ihn findet. ®ie schließt sich nicht einseitig von der Welt ab. Sie tritt mit sicherem Blick und weitherzigem S-nn in unsere heutige, vielgestaltige Welt. Alle Gebiete der @rbe und des Kosmos sind uns bis zu einem gewissen Grade erschlossen. Die Summe des Erkennbaren, Erforschbaren, des Wiffens und des Könnens steigert sich Jahr für Jahr, ja Tag für Tag ins Ungemiffene. Die Speziatforschun beschäftigt sich mit dem unabsehbaren Gebiete ber Miitelursachen in glänzenden Methoden und mit nie gesehener Energie. Da erhebt die Kirche ihre Stimme: Sursum! Auf! Vorwärts! Zur ersten Ursache des Alls — zur ersten Ursache, zur ersten nolwendigen Urtatsache, zu Gott Ueberseht den absolut festen, granitnen Höhenzug nicht, der sich mitten durch euer Leben, Forschen, Schaffen, Ringen, Fortschreiten hindurchzieht — bett Gottesgedanken mit feiner Sicherheit und Weitherzigkeit. Verhüllet ihn nicht in Nebel und Wolken. Wo die Kirche bis Naturfreudigkeit bes modernen Volkes und des modernen Ge­bildeten beobachtet, wo oie Betrachtung und Er­forschung ber Natur die Menschen mit der Achtung, Ueverzeugung und Bewunderung eines höchsten göttlichen persönlichen Wesens erfüllt — 6a freut sie sich über diese Eroberung und Ver- titfog des Gottesgedankens von Seite ber Menschheit Ja sie sieht geradezu in den Über- raschenden Fortschritten neue glänzende Illu­strationen zum Gottesbegriff. Aber auch alle diese Wett- und Tiefolicke drängen den ver- nür.ftigen Menschertgeist zu dem Bekennt--is: O Gott — das alles ist nur eine Spur von dir. Du bist größer als all diese Herr ichkeit. Ist das nicht Sicherheit und Weitherzigkeit zu­gleich? Die Kirche freut stch nicht bloß Über den Gottesgedanken. Sie fördert denselben mit aller Kraft. Emst hatte die Kirche in den ersten Jahrhunderten und im Mittelalter Wanderungen ausgrsührt in dir Philosophie eines Sokrates, Plato, Aristoteles. Da entdeckte der katholische Sinn nach Ü berwindung der ersten Schwierig­keiten und Mißverstär-dniffe in dieser Gedanken wett unter mancherlei Irrtum ganz erhabrne Wege bet Wahrheit namentlich auch Wege des eigenen, selbständigen, vernünftigen Menschen-^ geistes zu Gott. Jetzt schloß ebenderselbe kalho lische Sinn nach weiser Prüfung und Scheidung unter bestem Auf- und Ausbau einen Freund- schaftsbund mit dem altgriechischen, römischen und selbst arabischen Denken und schuf selber eine sichere und roei herzige dauernde christliche Ph losophte. ... Und auch heute wird diese A'beit weitergeführt, wenn die einfachen, aber soliden und tiefen Gedankengänge der Alten stch erweitern; wenn aufrichtige Forscher mitten aus dm modernen Gebieten bet Naturwissenschaften der vergleichenden Völker- und Rettgions künde sie Gottesb-weise bereichern. Alls echte W ffen> schuft wird in ber k tbol schm Gotter- und Welt- IN chanurg zur aroßa'tigen Jli-strstwn be- »ot ksoeanffeS. So freut sich dle Kirche übet oer- Go tesgedanken und fördert be feiben mit S cher heit und Weitherzigkeit. Ader sie tut mehr. Sie verteidigt den natürlichen Gottesgedanken. ÄlZ noch im letzten Jahrhundert Stimmen laut w .rdsn: Philosophie und Wiffenschaft sind un>

Dinge; sie leisten dem Gottesgedanken und der Religion keine Dienste, da trat die Kirche, die Hüterin des Uebernatürlichen zur lieber- rajchung ber Welt dazwischen und erklärte: nein, auch der edle, gesunde, denkende, rein natürlich tätige Menschengeist ist fähig, den Gottesgedank n klar zu entfalten und das Dasein des persön- l'chen Gottes glänzend zu beweisen. Und noch auf dem Vatikanum, wo die Kirche das Ueber- natürliche so glänzend verteidigte und das erhabene Dogma der Urfehlbarkeit des Pap-'es verkündete, h it sie auch die edelsten Denkerrechte der Menschen­natur in Schutz gerommen.

D e katholische Religion führt uns aber nicht blos mitten in die Welt, sondern auch mitten in die Läufe, in das bunte Getriebe und in das scheinbare Wirrwar der G schichte. Was hat nicht bereits die moderne Geschichtswiffenschaft erforscht und entfaltet l Und wie vieles wird von । ihrer Kritik angegriff-n und abgetan! Aber vor ■ einer kleinen Zeitperiode muß alle Geichichts- 1 schreidung und Kritik immer und immer wieder 1 still stehen: es find die Jahre 1—33. Hier er- <

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