Einzelbild herunterladen
 

s

B E

-rlcheint täglich, mit jlnsnal?«« der Sonn» "„igeiertage. viertel. iät?rl. »ejugsprei« ' bBe Bringerlohn und ».»ellgrldinZuida und ^SrtrlM.sopfg.

verantwortlicher 5<driftleiter: A. Metzler für die Inserate I. parzeller in Zulda.

Monakbeilage: „Sulöaer EeschichkbMer"

MD

L-MH

Ä -

M

ss

Anzeigen: Vie ein­spaltige Petitzeile ad-:r deren Raun» 15 Pffi. Reklamen die petitze.ie 25 Pig.; bei Wieder! Holungen wird tnlipr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der ZuldaerActien-rnckerei in Zulda (harmoni. >.

Fernsprecher lir.

6X1

CBEtiE

lie uke, issbar ier

8A ikessel Messing

[3418 nd, träte,

iwiteirl

i-Gsbäcfc, tchcrr.

6. -

>cifen re.

»die,

1

uSwaht

H

•» •beii Eon, nöle«

täte, 1

!X.

IM,,.

»et

»raphit, rihl

Bia» an}» ihl.

Seif den npse ’»al trtt

[4S

Ida, tners

ierM

B,

leßcht, 'sehe» ?r.bett*

M 203

Salöa, Dtontag, den 5. September 1904.

31. Jahr^g.

Anwesenheit gar ?,u aeir« eine Dkureusttatton und

oerbleibt. Danach besitzt Frankre ch 3,937,450

Hit Tolhter des Verbannten

Piottfialion ge.en ^Rom" gemacht hätten, wie Quadralmeilen. Allerdings beansprucht davon "* " Ä! ' r ' " " " " m*;-------t die Sahara allein 1,942 420. An zweiter Stelle

Eine wahre Geschichte.

------ (Nachdruck verboten.)

kommt ©nclanb mit 3,674,175 Quadralmeilen, 1,188,000 davon entfallen aut Südafrika, 360,580 auf Nigeria und Lagos. Die dnitfltößte Aftlka- macht ist der Kongostaat mit 918,810 Quadrat- Meilen. Erst an vierter Stelle kommt Deutsch­lands Afrika-Besitz mit 907,000 Quadratmeilen. । Unter den deutschen Staa «gebieten steht Ostafrika mit 364,970 Quadralmeilen obenan. Südwest­afrika umfaßt 317.540, Kamerun 190,870, Togo 33,620. Die fünfte Stelle nimmt heute Portugal, welches einst halb Afrika sein eigen rannte, mit 799,400Quadratmeilen <:n. Angola bedeckt trotz aller Abblöckelungen an den Kongvstaat und Eng­land noch immer 489,790 Q adratmeilen, wäh­rend Mozomb que von den Engländern cus 293 480 Quadralmeilen heruntergebracht worden ist. Italien ist in Asoka mit 188.950, Spanien mit 84,950 Quadratmeilen beteiligt. Topolis, welches wenigstens nominell der Türkei gehört wird auf 405 270 Quadratmeilen berechnet. Del Rest Afrikas entfäll- auf dre großen Seen, berei Fläche auf 33,740Quadralmeilen geschätzt wird, und die drei letzten, zurzeit noch unabhängigen Staaten Abeffynftn, Marokko undLiberta. Ersteres umfaßt 370,000, letzteres 36,800, Marokko 175.830 Quadratmeilen. Der Flächenraum von ganz Afrika beträgt nach dieser Rechnung 11,532,470Qucdrat- meilen.

eö die Kirche se n soll. Daß der Prinzregent von Bcynn nicht t-ilnahm und deih lb auch die

* Der ruUch-spanische Krieg»

Liaujang ist nun doch endlich in der Nacht zum Sonntag von den Russen geräumt worden. An der Wahrheit dieser Nachricht läßt sich jetzt nicht mehr zweifeln. Wes für Napoleon I. Leipzig, für Nopoleen HL Sedan, das ist nun- | mehr Liaujang für die Russen geworden. Tie i vorzügliche japanische Artillerie, vorzüglich sowohl an Geschützmaterial wie ai Schulung der ! Bedienurigsmairnschoft-w. bat in der Schlacht von ! Lchujarrg die Feuerprobe glänzend bestanden. Wohl an zwei Monate bat es gedauert, bis die japanischen Vorbmitungen für den Vorstoß gegen Kutopaikins Hauplarrme beendigt wer er. Mar­schall Oyama, der „japanische Moltke", der den AngnffSplan entworfen, wußte seine T> uppen sehr geschickt zu dirigieren wie die Figuren auf dem Schachbrett. Zug um Zug der japanischen Aktionen war daraus berechnet, dem Gegoer bei Liaujang eine Falle zu stellen und wo möglich wie das Wild im Kessel einzukreisen. Zunöchf setzten sich die Japaner unter fortgesetzten Ge­fechten in Besitz der ’n die Ebene von Liaujang hinurtter führenden Geb ra?pöffe, die Raffen zogen sich stets zurück Kurcpatkin hatte inzwischen Liaujang und Umgebung stark befestigt, seine sibirischen Regimenter waren durch Truppen aus dem Westen verstärkt worden, so daß schließlich auf der ganzen Linie ton Anischorttchau südlich M MukSen und noch weiter hinaus tmNmden wohl an 12 D Visionen vereinigt waren. Gegen diese russische Sttllirno drangen drei japani- sche Armeen vor. Kuroki mit der ersten von Osten und Südoften gegen den linken Flügel

Dam wendete sie sich um zuai Gehen und fichtih-en Vatcr hinter sich stehen.

„O mein Vater, Du? Warum kommst Du hierhr?"

„Um noch einmal Dch zu sehen, Dich zu umarmen, Dich zu segnen, um Dir zu sagen.: Meine liebe Feodora, sollte ich einen ciuzigr t Tag Deiner Kindheit habe vorübergehen Icffep, ohne Dir meine Liebe zu zeigen; sollte ch e n -irzigeSiLül schuld an Dcin-n Tränen gewesen sein; sollte ein Blick, ein herb-s Wort D in Herz betrübt Kader, o, >o vergib, ehe Tu Dich ent» fernst, Ott gib Dttn.m alten Barer, damitz wenn er das Glück ! ich! mehr haben sollte, Dich wiederzusehen, er in Frieden sterben lönnc.N

„0 sprich nicht so", unterbrach ihn Feodora.

„Und wenn Deine arme Mutter erwacht", fuhr er fort, „waS soll ich ihr sagen, was soll ich ihr ant- Borten, wem» sie mich nsch ihrem Kinde fragt? Sie wird nach Dir suchen im Walde, au dem Ufer des See's; ich werde ihr überall h n folgen und mit ihr weinen und mit ihr überall rach un'erem Rirbe rufen, das un$ nicht mehr antworten wird."

_ Bei diesen Worten lehnte fich Ftodora halb ohn­mächtig an die Mauer der Hütte. Ihr Bat r sah, i daß er sie allzusehr e.schüttert hatte und warf fich | lebhaft seine Schwäche w.

,Licb-s Rinb", sagte er mit berüh render Stimme: „Fasse Mut, Ich will auch mutig sein; ich verspreche D-r, Teire Mutter zwar nicht zu t öflen, aber zu versuche", ihren Schmelz über Seine Lbreiie zu mil­dern Sei es, m in Ki.'d, daß Deine Reise von Er ulg gekrönt sein wird obac nicht, Deine Eltern teer» den nicht sterben, vH-e Dich w tdergefthen zu haben "

Dann sprach er zu dem M sfionar, der mit ge­senkten Auzen und in tiefer Rüö urg sich in einiger Entfernung gehaller-: „Mein B-tte?, ich lei traue ! Ihne» ein Gut an, das nicht seines Gleichen hat, es t,t mehr al« mein Leben. Re fen Sie zusam-nen, tausend E'ge! Werder- euch bewachen, die himmlischen ! Mächte werden fir verteidigen und Gott der Ällmäch-'

proltstarlischm Fü-stm nicht einlud, versteht der .Reichsrote' ja. Aber er meint, wenn ei» pro­testantischer Fürst darch seinen Gesandten dem Prinzregenten hätte lagen kffen, daß er als eoarge'ifcher Fürst cs sozusagen für seine Pst cht holte, an dir Feier in Sp yer teilmnehmen. und man das in der evangklschen Bevölkerung seines Landes erwarte, so würde der PrimregttU das sehr wohl verstanden und den evargelischrn Fürsten sicherlich nichts in den Weg gttegt haben. Düs dleubiN wir ja auch und deshalb möchten wir die Geschivrriesühler daraus ce todfea, daß sie vermutlich selbst schuld find an dem F-rn- bleibetr dr Fürsten. Sie haben den konfessionellen Frieden neuerdings in so frivoler Meise gestört und die kor.ftsi.mlle Spannung so verschärft, daß eS brgre.stich erjch. irtt, wenn die p otestamischen Fürsten es für k.ug und taktvoll hielten, alles zu vn müden, was di? Spannung vergrößern könnte. Mußten sie r? cht die Beiorgnis hegen, daß, wenn sie nach Spiy-r kämen, dies zur Schürung des Haffes gegen „Rom- benutzt werdin würde und j fie Reden hören wüßten, die stark an die pro test antische Unbuidsamk-.it und Unterdr ückungs- sucht in ®tai;6enSfa.ten erinnerten, deren Ge­dächtnis die Kirche geweiht ist?

*, Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach i ist erkrankt. Der .Reichsanzeiger' meldet, daß mit der Vertretung deS erkrankten Oberhosmeisters \ der Kaiserin bei den bevorstehende^ Manöoer- reisen der VizeoLerzerkmonien,muster Kammerherr von dem Knesebeck beauftragt worden sei. Die Erkrankung wird wohl die Einleitung dek. Rücktritts auch von diesem Posten sein.

* Heber die Los von-Rom Bewegung itt Sachsen wird geschrieben: „Nack dem j soeben erschienenen Jahresbericht sind zur eaan-1 gelisch lutherischen Landeskirche des Königsreichs Sachfen im Jahre 1903 übergetreten 1449 Per- lon?n, aus derselben ausgetreten. 1140 Personen. Es sind also 309 niehr über- als ausge­treten. Em so starkes Ueberwiegen der Ueber- tritte über die Austritte ist noch n chr zu oe>.- zeichnen gewesen. 1899 betrug dos Mehr nur 66 und 1901 nur 161. In den übrigen Jahren waren die Aultritte aus der evangelischen Landeskirche häufiger als die Uebertritte zu ihr.- Dennoch werden die Pastoren im Hellen Sachsen fortfahren zu jin-ment über „römische Propa ganda- und „römische Gefahr".

* Die Eutfervnvg der erstenKlasse aus einer Reihe non Person enzügen der preußi­schen Etftnbahncn ist bekanncktch im H rrrnhause urck auch an anderen Stellen auf Miderspruch gestoßen. Der soeben fertigeeftithe enb-jüttige Entwurf de Wintersahrplanes nimmt nun die erste Kiaffe bei v rfch eder en Persorevzügen wieder auf.

„ ** Auf Grund von Untersuchungen des Pro- seffors Supans hat die Londoner Geogrophi- sche Gesellschaft berechnet, wie groß der Afrika- Besitz der europäische« Mächte heute ist, und wieviel Land den noch unabhängigen Staaten

tlge, bet auch Feotwra'S Bmer ist, wird mchc zulofftn, daß unsere Feodora den Gefahren erliegt.*

[ Das junge WädLen wagte nicht zu ihrem Vater -auszublicken, vedeckie mit ei -er Hart ) ihre Lugen und reichte die andere dem P-isfionar und entfernte sich mit ihm.

In diesem Augendl'cke bezuun d e Morger röte den j Gipfel der Berge zu erhellen und vergoldete schon die Spitzen der schwarzen Tannen, aber alles rings uni war noch in tiefer Rahe. Kein Wind bewegte di( Blätter der Bäume, die Vögel fangen nicht, a'tel schmieg bis zum kl insten Jnseltr. Man hätte glaubet sollen, die ganze Natur hülle fich in ehrfurchtsvolles Schweigen, damit die S imm- me8 Vaters, der noch feiner Tochter eilten l-tz -n Aoschied durch den Walt i zurief, auch der letzte Swt wäre, den fr hören könnte.

Ich habe versucht, von dem Schmerze des Vaters zu sprechen, aber voa dem der Mutter w.ll ich es nicht versuchen. —

«ls sie auf den Rus ihres Gatt-.n crwachtt, laS fie in feiset tiostlrsen Miene, daß ihr Kind abgereist fti und fie ve- fiel in eine solche Todesangst, daß ihr Leben jeden Augenblick in «esahr schwebte. Umsonst erinrerte chr Gatte fir an all' das Unglück ter Berkaniiung und beschwer fie, fich zu beruhigen. Sie hörte r icht auf die St mme ihres Gatten, selbst die Liebe hatte ihre Macht verloren und drang nicht mehr zu chrem Herzen.

22.

Es Kar ,m 18 M-i, als Feodora mit ihrem Begleiter fich auf den Weg begab Einen gavzen Monat brauchten fie, u» die |rml figen Wälder Sibiriens zu durchwandern. Zewcttin erlaubtenihn^nlartarische Bauern cegen geringe Bergütung, ihre kleine Wagen zu bestkioen und aoendS wnd n sie Ausnahme itt elender Hutten, um ein wenig Ruhe genießen zu können. Sie schlief in >hr»t Kleidung auf einer schlechten Matratze in einem Zimmer, der von Br annt- wetn und Tabak roch, wo der Wind ost durch die

In einiger E.nferr.ung betete auch der Misfionar: die Tugend für kie Unschuld We hätte d-r Himmel solche Bitten nicht erhöben sollen I

21.

ES war Eno t Mai, die Jahreszeit, wo zwischen AbenddaNM-rung uns Tazrssnbruch kaum zwei Stunden lang Nacht ist. Feodora benutzte fie zu den Borbe- reitang-n ihrer Ab eise. Sie legte in ihre Tasche von Renntierhaut ein Reifekleid und Schuhe und Strümpfe. Seit fast etmm Jahre hatte fir daran gearbeitet orjBe «orw ffm ihrer Mutter und fast seit derselbe» Zett hatte ste von jeder M hlzeit eil ige trockene Früchte und ein wenig Mehl b-isett- gelegt, um solanne äli I möglich die Nächstenliebe nicht beanspruchen zu wüsten, | und nicht genötigt zu fein, bei hier Abreise etwas vcn Hanse mitzunrhmen, wo nur des Notwendigste fich versand. Einige kleine Geldstücke machten ihren Schatz aas, der ganze Reichtum auf einem Weoe ton mehr als 800 Meilen.

„Mein Vater", sprach fie zum Missionar, indem fie leise die Tür öffnete, „reisen wir ab während meine Elt-rn noch schlaM, wecken wir fie nicht auf, fie werden früh genug weinen; fu find ruhig, »eil sie glauben, der Aukgm g in'S Freie führe nur durch ihr Zimmer, aber das Fenster ihres Gemaches ist nicht hoch, ich ka-n leicht nach nufien steigen, und ich will Ihnen dann Helsen, ebenfalls ohne Gefahr mir zu folgen."

Der Missionar ging auf diesen unschuldigen Kunst­griff ein, der drei U"glücklichen einen herzzerreißenden Abschied sparen sollte.

Als er mit Feodora nahe am Wa de war, nahm sie ihr kleines Bündel auf den Rücken und tat einige Schritte, um weiter zu aehen. Während fi- aber roch einmal nach der Hütte fich um wendete, die fie ver lasten, eilte fie weinend zurück an die Türe, wo ihre Eltern ichliefen und sprach bei fich: „O Gott, wache über fie, erhalle fie mir, und laß mich nie zu dieker Schwelle zurückrehr-n, wenn ich fie nicht wieder finden sollte!"

Berlin, ta 4 September 1904.

* Verlobung des Kronprinzen. Vor einigen Tagen ging bereit# das Gerücht von einer Verlobung des dkutschen Kronprinzen durch die Pr»ff'. Wir haben jedoch keine Notiz da» non genommen, weil schon sehr oft derartige Nachrichter in den Blättern erschienen und tbenio schnell wie sie auftauchten, von offiziöser Seite dementiert wurden. Diesmal ist aber eine Bestätigung des Gerüchtes rasch erfolgt. Die Verlobung des deuischm Kronprioz-n mit der Herzogin Cäcilie zu Mecklenburg- Sch wer in ist heute offiziell bekannt gegeben worden. Der Kwrpnnz traf gestern im Jagd­schloß Gelbensande ein, woselbst der rneckttn- bnrgische Hof gegenwärtig residiert. Der Kron­prinz steht gegenwärtig im 23. Lebensjahrs. Seine Braut ist die jüngere Schwester des re- gierenden Großherzogs Fciedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin. Sie wurde am 20. S-p- ember 1886 geboren Der Großherzog ist be­kanntlich seit kurzer Zeit mit einer Tochter des Herzogs Ernst August von Cumberland ver­heiratet, die bei der viisjährigen Herbstparade tn den letzten Tagen in besonderer Weise vom Kaiser ausgezeichnet wurde. Durch die Ver­lobung des deutschen Kronprinzen tritt nunmehr das deutsche Kaiserhaus auch in ein engeres ver i wcmdtschaflliches Verhältnis mit dem H ruft | Cumberland. Gegen Ende der beim Karserpaar j für die Provinz Schier w g Holstein in Altona gegebenen Tafel teilte der Kaiser die Ver­lobung des Kronprinzen mit der Herzogin Cäcilie von Mecklenburg mit. Die Worte des Kaisers wurden mit großem Jubel und Hochrufen ausgenommen.

* Dem Reichstag-präsidernteu Graf j Ballrstrem, der heute am 5 September feinen 70. Geburtstag feiert (wir haben diesen Ehren- j tag bereits in Nr. 197 unseres Blattes eingehend j gewürdigt) wurde namens der Zentrums­fraktion des Reichstages durch bte Herren Br. Spahn und Är. Porsch eine Glück­wunschadresse überreicht, in der es heißt:

Durch einen Unfall von den Schlachtfeldern Frankreichs abberufen, auf denen Sie in blutigem Düngen dem Deutschen Volke deS neuen Reiches Herr lichkeit mit erstritten haben, sind Sie in schwererer Zeit inneren Haders in die Reihen des Zentrums ein« I g» treten, uns unter seinem Banner mit der gleichen Be^ I geifterung, wie draußen für die Ehre und Äröße des Vaterlandes, so im Innern für unseres Volkes Glück und Wohl und für die Freiheit und die Rechte unserer Kirche'zu kämpfen, deren Selbständigkeit nach usferer unerschütterlichen lieberjeugung einen Eckpfeiler der Mach: des Deutschen Reiches bildet. Ja unserer Stille find Sie. Exzell-nz, bei der gemeinsamen Arbeit für die Ausgaben oes Reiches und die Verteidigung unserer Kirche durch Ihre edelmünnische Gestnrung und Unerschrockenheit, sowie durch Ihren «eitschauenden Blick uns im Streite für Wahrheit, Freiheit und Recht zum Borbilde geworden. Ihren bewundelungs- würdigeu persönlichen Eigenschaften ist durch Ihre Wahl zum Präsidenten des Reichstages der Tribut der

Anerkennung gezellt. Mözeu die Weltanschauungen der Parteien im Reichstaze sich k euz>n, bei Ihrer Be­rufung zum höchsten Ehrenamte, welches das Deutsche Volk zu vergeben hat, hat die Erwählten des Volkes der gemeinsame Wunsch der Förderung unserer Arbeit beseelt. Und Jlres FeldherrnamtS haben Eure Exzellenz »ach dem Urteile des Reichstags „in be­kannter Vollendung, mit vieler Sach- und Geschäfts kenntnis, sowie mit der Liebenswürdigkeit und Uw partellichkeitt' gewaltet, welche die hochgehenden Wogen unserer Känpfe glättete. Wir aber fühlen uns, um Sie als unseren Prösidenten im Reichstage geschart, im Herzen verz flichtet, Ihnen aufrichtigst und wärmstens für alles zu danken, was Sie für uns geleistet haben und leisten, sowie den Allmächtigen zu b kien Sie un feier heiligen Sache, unserem Reiche und unterem Volke und der gräflichen Familie noch r ide Jahre in ungefchwächter Geistes frische und Körperkcafl frohgemut zu erhalten und Ihnen Ihrem Verdienste gemäß ein hohes Alter in Gluck und Ehren zu geirähren.

i , (*) Ein Veteran der Zentrnmsfraktion, Pfarrer Dauzenberg in Kaiftrsiweriy iRhein- land) feierte heute fein goldenes Priester» jubtläum. Der Judil.r hitt viele Jabrz hnte als Mitglied des Ldgeordnetenhauses und

। als eins der verdientesten Mitglieder des Zen­trums im Vordergründe der knchenpolitischen Kämpfe und Bewegungen als einer der ge­diegensten, tüchtigsten und erfolgreichsten Ver­teidiger der Rechte der Kirche und der kon> ftsfionellen Schule gestanden. Ein genauer Kenner der Peisönlichkeit des Jubilars, ein langjähriger Mitkämpfer im paclomenrarischrn Streite, reröffei »licht über ferne polnische Tätig­keit in der »Kölnischen Wolkezntutg folgende Skizze:

»Pfarrer Dauzeuberg hat ein volles Menschenalter im öffentlichen Leben gestauten. Schon 1867 wat er j Mitglied beS konstituierenden Reichstages für den j Norddeutschen $unb. Er zählt zu den Begrün­dern der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages, der er 187 —1879 und bann wieber seit 1892 bt8 zu den letzten Wahlen (1903) angehörte, stets ! als Vertreter beS rbernischen Wahlkr-ises Sieg. Mülheim-Wipperfürth. In den bewegten Zeiten des Kulturkampfes hat sich Pfarrer Dauzenberg namentlich an ben Be.Handlungen teS Abgeordneten ! Hauses in kirchenpolitischen und Schulfragen eisr'g beteiligt. Regelmäßig griff er in die Beratung beS KultusetatS mit längeren, ben Standpunkt des Zentrums energisch vertret«»«: Resen ein. tzmreo- ualb der ZentrumSfraltion erfreut sich Pfarrer | Süaujenberg großen Ansehens unb auch bei ben anderen Parteien wegen seines liebenswürdigen, ver­bindlichen Wesens allgemeiner Beliebtheit. Bon den Gründern unb den Veteranen weilen jetzt nur noch wenige unter den Lebenden Die unauslöschliche Dankbarkeit, welche daS katholische Volk denselben bewahrt, wird auch bei dem Jubiläum des Herrn Pfarrers Dauzenberg zum Meinigen Ausdruck kommen."

Herrn Pfarrer Dauzenberg entbieten wir zu ftinem Priestrrjubiläum unsere herzlichsten Glück­wünsche. Der Jubilar ist geboren am 15. April 1831 zu Bmtscheid (Aachen). Er besuchte das dortige Gyrnnostum und studierte dann 1850 bis 1853 Theologie in Bonn. Längere Jahre war er Seelsorger an der Rheinischen Provinzial- Jrren-Anfialt uni) wurde dann Pfarrer in Kaiserswerth

*— Uiber Ferublkttbrn der pro­testantische» Fürsten, in- desond.re les Kaisers oon der Speyerer KirLweihe kann sich der .Reich-bote' noch immer nicht b rihigen. Man 1 kann sich kaum noch des Verdachts erwchren, daß er und ferne Gestnnungsgenosten aus d<r i

O waS für herzzerreißende und zärtliche Austritte gab e4 an jenem Tage zwischen den Ettern und ihrer Tochter! Der Missionar suchte ihnen Mut eiuzusptech r, •nbern er ihnen alle die Geschickten aus der heiligen ödbnft ins Gedächtnis zurückrief, wo Gott die großen Opfer kindlicher Liebe und väterlicher Ergebung so I meß belohnte. Er ließ auch durchblicken, daß die X Mengungen nicht so bedeutend wären, well ein n ächtiger Herr, deffen Nam- er nicht nannte, Bor- k drangen getroffen hätte, die Beschwerden deS Weges zu erleichtern.

Endlich, als der Abend anbrach, kniete Feodora nieder und bat mir bewegter Stimme um den Segen. Der Vater ging auf fie zu mit Tränen in den Augen. Seine Tochter breitete ihre Arme nach ihm aus. Er begriff, dav dies ein Abschied bedeuten solle, sein Herz zog fick zusammen, seine Trä?en hörten aus, er legte seine Hände Feodora auf'S Haupt, empfahl fie in feinem Herzen Gott an, ohne ein Wort hervorbringen zu können. Dann schaute daS junge Mädchen ihre Mutter an und sprach: „8nd Du liebe Mutter, willst Du nicht auch Dein Kind segnen?"

„Morgen", erwiderte fie in tiefer Trostlosigkeit, „moiqeii!“

„Un' warum nicht auch heute, liebe Mutter?"

„Ach ja", erwiderte Ida, und wandte fich unge­stüm zu idr hin, „alle Tage, alle Tage."

Feodora beugte ihr -siaupt voc ihren Nt«n, die ®it vereinten Händen, erhobenen Augen und zitternder I Stimme zusammtn einen Segen auSsprachen, den Gott bestätigen mußte. I