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ist sein Wort, stark sein Gefühl, Gott liebt er, ist den Obern treu wie Gold und doch kein Sklave dabei." Diese seine Vaterlandsliebe bleibt jedoch kein bloßes Gefühl, keine wohlfeile Schwärmerei. Nein! Er ist von werktätigem Patriotismus beseelt. Ihm bieten wohltätige und gemeinnützige Unternehmungen und Vereinigungen eine erwünschte Gelegenheit, die christlichen Grundsätze zur Gel« tung zu bringen. Es ist ei« großer Fehler, wenn der christliche Mann sich an den Erscheinungen des öffentlichen Lebens nicht beteiligt und anderen dieses Fe!d mühelos preis« gibt. Der christliche Patriot erachtet es deshalb als wohlerlaubt und verdienstvoll, öffentliche Aemter in Staat und Gemeinde anzunehmen, wenn die Gnade seines Fürsten oder das Vertrauen seiner Mitbürger ihn hierzu berust, unbekümmert um die mit diesen verbundenen Miß- Helligkeiten und Opfer nicht aus Ehrfurcht, sondern in der Ueberzeugung, daß die Annahme solcher Aemter ein Gebot praktischer Glaubens- betätigung darfiellt und daß da, wo die wichtigsten Angelegenheiten des Staates und der Gemeinde entschieden werden, die Stimme des gottesgläubigen Mannes nicht fehlen darf. Ihm gilt das Wort:
„Inveni David seivum meum, Oleo sancto unxi eum.“
»Ich habe gefunden David, meinen Knecht, Und mit heiligem Oele ihn gesalbt."
Diese Pflicht entspricht dem Rechte, welches die Verfaffung eines jeden Gemeinwesens ein« räumt, und in deren Hebung wir uns getrost die Rührigkeit unserer Gegner zum Vorbild nehmen dürfen. Rehmen wir unsere Gegner aber auch zum Vorbilde auf einem anderen Gebiete des öffentlichen Lebens, in ihrem Verhalten zu ihrer Presse. Hier haben die katholischen Männer noch gar vieles gutzumachen. Sie I sollen den Eifer und die Energie nachahmen,! womit die Gegner ihre Preffe unterstützen. Halten wir doch endlich einmal die feindliche Preffe von unserem Hause fern und lesen wir Zeitschriften und Tagesblätter, welche unsere Sache vertreten. Wer nicht selbst schreibt, der fördere die gute Preffe wenigstens durch Abonnement und Inserate. Denn es ist gar zu traurig, wenn Männer schwach genug sind, die systematische Beschimpfung ihrer Anschauung und die fortwährende Verhöhnung ihrer heiligen Kirche mit ihrem eigenen guten Gelde zu bezahlen. Leider gibt es viele gutgesinnte Männer, welche n diesem Punkte nicht die nötigt Empfindsamkeit und Charakterfestigkeit besitzen, welche überhaupt nicht wagen, sich als das zu bekennen, was sie von ganzem Herzen im Hause, in der Kirche, in der Familie find. Haben wir denn eine Ursache, uns unserer Ueberzeugung zu chärnen? Tun dies unsere Gegner? Warum wollen wir weniger Mannesmut haben, wie sie?
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gilt, den künftigen Stand zu wählen. Die Berufswahl ist der Scheideweg, auf welchem der junge Mann das Geschick seiner ganzen Zukunft bestimmt. Diesen wichtigen Zeitpunkt überwacht der christliche Vater mit ruhigem Blick, dis Fähigkeiten seines Kindes prüfend, ohne übertriebene Aengfllichkeit. Das Vertrauen auf Gott, der ernste väterliche Rat und das eigene gute Beispiel sind ihm die wirksamsten Mittel, feinen Schn anzuleitcn, wenn dieser ein Geschäft beginnt oder die Hochschule bezieht, namentlich wenn an ihn die Frage herantritt, welchem Freundeskreis er sich anschließen soll. Ist ja dieser Augenblick um bestimmend für die ganze künftige Haltung des jungen Mannes. Leider wird gerade in diesen! Punkte von manch gut- gesinmen Vätern aus Unverstand und Schwach heit viel gefet.lt. Dis Zahl der jungen Akademiker, welche durch Eintritt in schlagende oder sogenannte indifferente Korporationen der katholischen Sache verloren gehen, ist eine beschämend große! Damit ist jedoch nicht gesagt, daß der katholische Vater den Sohn zur Wahl eines eigen sinnig bestimmten Berufes zwingen soll; e8 ist töricht und verantwortungsvoll, dem Krnde im Weigerungsfälle die Mittel zum weiteren Fortkommen zu erziehen. Wie oft schon wurden hoffnungsvolle junge Leute auf falsche Wege geleitet, weil die Eltern in übe! angebrachter Entrüstung über die Nichtwahl des geistlichen Standes die schützende Hand vom Sohne abgezogen und ihn lieblos seinem Schicksal über- laffen haben. Vergessen wir doch nicht, welch unschätzbare Dienste gläubige Männer in hervorragender bürgerlicher Stellung der guten Sache leisten, wenn sie ihren Standesgenoffm ein gutes Beispiel geben. So bat denn der christliche Familienvater überallhin sein wachsames Auge zu richten und seine Familie mit Sorgfalt und Klugheit vor den sie umgebenden Gefahren zu beschützen.
Der katholische Mann soll aber weiter gewissenhaft in seinem Berufe sein, ein eifriger Arbeiter an dem Platze, wohin ihn Gott gestellt har. Ihm gilt die Arbeit weder als Last, noch als bloßes Mittel zum Gelderwerb. Er erfaßt die Arbeit vielmehr im idealen Sinne des Christentums, als eine ehrenvolle, als eine sittliche Tat auf. Der Bauersmann, welcher mit Sonnenaufgang hinau-zieht, um in harter Arbeit fein Ackerland zu bestellen, der Hand- werker, welcher mit nerviger Faust den Hammer schwingt, der Fabrikarbeiter, welcher jahraus jahrein das schnurrende Rad bedient, der Kaufmann, der sich in mühevoller Berechnung um das Gelingen seiner Unternehmungen absorgt, der Beamte, der Gelehrte, der Arzt, der Soldat, sie alle, in bereit Hand die Geschicke so vieler ruhen, üben nur die ihnen von Gott auferlegte Pflicht, für deren Erfüllung sie dereinst Rechenschaft abzulegen haben. Der christliche Mann betrachtet deshalb die Arbeit nicht als Selbstzweck, auch nicht als Gelegenheit, seinem Nebenmenschen in unedlem Strebertum und un-
Jst doch unsere Vergangenheit reich iienug an Ruhmestiteln menschlicher Größe, die Gegenwart zeigt auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens die deutlichen Spuren christkatholischen Empfindens und auch die Zukunft wird, das find wir sicher, mit Flammenschrift >er Welt ins Herz schreiben: „Das katholische Leben ist auf allen Gebieten auf der Höhe der Zeit." Deshalb weist der katholische Mai n auS tiefstem Herzen einen Vorwurf zurück, welcher nicht blos von feiten der Gegner, sondern in
dessen der christliche Mann in dem hochgespannten Konkurrenzkampf der Gegenwart unbedingt bedarf. Auf ihn findet das Wort Anwendung: «Fidelis eervus et predens, quem constituit I)o®inns eepar famiham suaizi.“ „Ein getreuer und kluger Knecht ist «r, welchen bet Herr gesetzt hat über sein HauSwesen." Bei solcher Hebung ber Beruftpflicht kann es ihm am verbientsn Lohne nicht fehlen. Mag auch sein Tagewerk noch so mühevoll Hin, Zufriedenheit unb irdisches
auterem Wettbewerbe die Möglichkeit der Exi- ienz zu rauben, sondern als einen Weg zur geistigen und sittlichen Vervollkommnung, eingedenk der Wahrheit, welche der Dichter " innigen Worte kleidet:
verwegenem Griff sucht ein antichristlicher Geist die geschichtlichen Fundamente der übernatürlichen Weltanschauung zu erschüttern, und den auf diesen ruhenden Bau der göttlichen Ordnung der Dinge niederzureißsn. In das gewöhnliche Alltagsleben, in das Haus des behäbigen Bürgers, in die Hütie des verhetzten Arbeiters trägt er den Hohn und Zweifel und untergrabt dort den gläubigen Sinn und damit die Zufriedenheit beS Volkes mit seinem Geschicke. Daneben fordert er für raffinierteste Unsi.tlichkeit im Namen der sogenannten Natur freien Paß unb Beseitigung bet von einet angeblichen veralteten Gesetzgebung und Moral aufgerichteten Hindernisse. Mit einem Wort: Die Verirrung auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens ist sehr groß. Um nun in dieser unheilvollen Strömung von den Fluten des Irrtums nicht mit fortgeriffen zu werden, ist es Pflicht ehrlicher Männer, sich enge aneinander zu schließen, und ihre'ganze Ki ast einzusetzen für Wahrheit, Freiheit und Recht. Ruft uns doch kein Geringerer als der deutsche Kaiser selbst zu: „Völker Europas, wahret Ture heiligsten Güter!" Wie soll aber der echte Streiter für Wahrheit, Freiheit und Recht beschaffen sein? Welche Pflichten hat ins- besondere der katholische Mann der Gegenwart? Er soll vor allem ein wahrhaft christlicher Familienvater sein. Die Familie ist die Grundlage des Staates und der Gesellschaft. In ihr schöpft das Heranwachsende Geschlecht die Kraft für die Entfaltung seiner Geistesanlagen. Das kostbarste Kleinod einer guten Erziehung empfängt das Kind, empfängt der Jüngling und die Jungfrau im Elternhause und sie tragen dieses edle Gut, wohl- verschloffen im Schreine ihres Herzens, mit Pnaus ins feindliche Leben. Mögen dort die Würme noch so heftig toben, stets wird die Erinnerung an das Elternhaus, das Bild des besorgten Vaters, der frommen, liebenden Mutter sie umschweben und vor Fehltritten bewahren. Darum aber soll und muß die Fa- milie durch und durch christlich sein. Der unwandelbare Gottesglaube, das Bewußtsein, dar Glück des Jenseits durch rastlose Erhaltung ffier Kräfte selbst verdienen zu müffen, find Keime, welche nur in der christlichen Familie in das Kinderherz gepflanzt werden. Deshalb soll auch das Oberhaupt der Familie ein christlicher «atte und Vater sein; er soll die christliche Sran und Mutter in der Familie uneingeschränkt
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malten laffen unb sie mit btr vollen 5 rast unb Autorität des Mannes unterstützen. „Ehret die Frauen, sie flechten unb weben himmlische Rosen ins irdische Leben." Nur auf solche Weise ist es möglich, ein glaubensinniges, ein stttenreines, ein körperlich unb geistig gesundes Ge« schlecht heranzuziehen. Hanb in Hand mit der häuslichen Erziehung geht bie Ausbildung des Heranwachsenden Geschlechtes in der Schule. Der christliche Familienvater wählt daher, soviel an ihm liegt, nut solche Lehranstalten, in denen ein christlicher Sinn gepflegt und für das gedeihliche Fortkommen des lindes ein solides Fundament gelegt wird. Seine Sorge begleitet die Jugend auch in dem ernsten Augenblick, wo es
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Vie pflichten des katholischen Mannes. (Rede deS^Reich§tagZabg. Justizrat Thaler-Würzburg auf der Regensburger NatholikenversammlunI).
Als Napoleon I. seine Regimenter vor den Pyramiden zur Schlacht aufqestellt hatte, trat er vor sie hin unb sprach sie mit den Worten an: „Soldaten! Söhne Frankreichs!
Haltet Euch wacker! Ter Eure Schuldigkeit! Z.igt Euch alS Männer! Auf Euch schauen Jahrtausende herab.«
An bisse feierlichen Worte wird man erinnert, wenn men bie heutige Versammlung überblickt. Nicht mit Unrecht Hst man die Generalversammlungen mit einer Heerschau verglichen. Zwar gilt es nicht, SchlachtliniLn zu formieren, Armeen niederzuschmettetn unk» Reiche zu zerstören. Wohl aber treten unsere Mannen zusammen, um sich gegenseitig zu ermutigen und zu begeistern zum Kampfe für bie Sache Gottes. Wenn je, so ist diese Sammlung unb Rüstung gerade in der gegenwärtigen Zeit zur dringenden Nottrendigke : geworden. Zwar läßt sich nicht verkennen, da; bie Völker in den letzten Dezennien auf vielen Gebieten wesentliche Fortschritte gemacht haben. Durch die Ver -ollkommnung brr Technik und des Verkehrs wurden die wirtschaftlichen Libensbe dingungen um ein Bedeutendes bester, auf sozialem Gebiete entfalteten weite Kreise einen regen Eifer; die Maßregeln, welche Deutschland zugunsten der wntschaft.ich Schwachen ergriffen hat, waren sogar vielfach für das Ausland vorbildlich. Gleichwohl haben diese Verbesserungen vielfach bi? Anerkennung unb den Dank bet hier» burch berührten unteren Kreise nicht gefunden, ja es hat sich m benselben sogar statt bet erhofften Zufriedenheit Mißstimmung und Verbitterung über die besteh enden Verhältnisse breit gemacht. Diese bedauerliche Eriche nung hat aber ihren guten Grund. Abgesehen von anderen Ursachen, die hier nicht näher zu erörtern sind, beruht jene beklagenswerte Tatsache vorzugsweise darauf, daß weite Schichten des Volkes sich vonGott und feiner Kirche abgewendet haben. Mit
.Tu Du redlich nur daS Deine, Tu'S in Schweigen und Vertrau'», Rüste Balken, haue Steine, Gott der Herr wird dau'n."
Bei dieser Anffaffung des sittlichen Wertes »er Arbeit setzt der katholische Mann alle Kraft daran, die ihm zugeteilte Berufsaufgabe aufs ! ewiffenhafteste zu lösen. Et betrachtet es für Pflichtvergeffenheit, schlechte und halbe Arbeit zu efetn, für unehrlich, zu hohe Preise zu vet- langen, für lieblos, anderen den verdienten Lohn vorzuenthalten; denn „jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert"; er erblickt in ordnungsmäßiger Buch- und Rechnungsführung, in rechtzeüiger Bezahlung seiner Verbindlichkeiten, in konsequenter, ielbewußter Sparsamkeit wertvolle Hilfsmittel, einen Kredit zu heben, seine wirtschaftliche Seiten, zu fördern und sich dadurch bei der Mit- weit deS Ansehens und Vertrauens zu versichern.
Glück sind die süße Frucht seines Strebens. „.Justus ut palma florebit, Sicut cedrua, quae in Libano e»t, multiplicabitur.“ „Der Gerechte wird blühen wie die Palme. Ausbreiten wird et sich wie die Ceber, welche auf dem Libanon steht.«
Der gute Kämpfer für Wahrheit, Freiheit unb Recht muß ferner auch ein guter Patriot fein. Er liebt fein Vaterland mit warmer Liebe, er ist beseelt von treuer Hingebung an das angestammte Herrscherhaus unb seinen ehrwürdigen und geliebten Lanbrshetrn. Et ist burchdtungen von ben Gefühlen des Gehorsams gegen Gesetz unb Obrigkeit, nicht aus Heuchelei ober Eigennutz, sondern aus ehrlicher Urberzeugung/ daß nur bei opferwilliger Hingebung der einzelnen, bei loyaler Erfüllung der Bürgerpflichten, der Staat wohlgedeihen, das Vaterland ein Hort des Friedens und der Wohlfahrt fein kann, „Der gute Deutsche spricht nicht viel, kurz
I bedauerlicher Verkennung der Verhältnisse biS- I weilen sogar aus den Reihen jener erhoben । wird, welche uns näher stehen. „Politischer > Katholizismus" iü das häßliche Wort, mit welchem in unverdienter Weise diejenigen ge- brandmarkt werden sollen, welche im öffentlichen Leben der Gegenwart bie Grundsätze des katholischen Christentums zur Geltung zu bringen suchen. Dieses Schlagwort bezeichnen wir als die Folge eines großrn Irrtums der Zeit, als eine Verkennung der wesentlichen Eigenschaften, welche ben Katholizismus dazu befähigen, das Prinzip einer ganz bestimmten Weltanschauung und die Norm für die gesamte Lebens! ührung seiner Anhänger zu werden. Der katholische Mann, welcher die Bedürfniffe der Gegenwart richtig würdigt, erkennt es als seine Pflicht, seine Grundsätze nicht nur im einsamen Kämmerlein unb in ber verborgenen Beicht- kapelle, sondern auch mit bem Stimmzettel in der Hand an der Wahlurne zu betätigen. Gleichwohl unb bei aller Treue seiner Grund- fätze versagt er indes der ehrlichen Meinung Andersdenkei der bie Achtung keineswegs. Er tritt insbesondere der religiösen Ueberzeugung Andersgläubiger durchaus nicht zu nahe. Wie er für die Rechte seiner Kirche eintritt, so gesteht er den Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften diefelben Rechte und Freiheiten zu. Er bkklaqt schmerzlich den tiefen Riß, der mit Gottes Zulassung durch unser geliebtes Vaterland geht, und der ben äußeren Feinden leider nur zu oft Gelegenheit gegeben hat, das Vaterland zu schwächen und zu demütigen. Möge es Gott gefallen, diesen unheilvollen Zwiespalt zu beseitigen. Bis zur Erfüllung dieses unseres sehnsüchtigen Wunsches bestreben wir uns, als Bürger eines und desselben Vaterlandes und als Kinder des nämlichen Gottes in ehrlichem konfessionellen Frieden nebeneinander zu leben. Darin betätigt d:r katholische Mann die wahre Vaterlandsliebs, darin auch seine Uebrreinstimmung mit den Grundsätzen seiner heiligen Kirche. Und auf diese Weise widerlegt er endlich am besten einen anderen häufig gehörten Vorwurf, den der Minderwertigkeit, derJnferiorilät. Es ist nicht meine Aufgabe, im einzelnen darzutun, wie unbegründet dieser Vorwmf ist. Zeigt uns doch die Weltgeschichte, daß zu der großen Zahl der Vertreter menschlichen Wiffens und Könnens, nicht zuletzt aber auch zur Schar des biederen und arbeitsamen Volkes, kurz zu jeder Art von Betätigung menschlicher Kraft und Arbeit katholische Männer ihr achtunggebietendes Kontingent gestellt haben.
Sogar einem Voltaire zwingt der historischen Wahrheit das Geständnis ab, „daß die Kirche in allen Teilen der Welt auf das kräftigste ge- arbeitet hat, die Unwissenheit auszurotten, die Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker zu verteidigen, den Frieden unter den Fürsten zu erhalten und ganz Europa gegen die Barbarei und Knechtschaft zu schützen.« Der Vorwurf kann demnach den katholischen Geist als solchen sicherlich nicht treffen. Wenn aber behauptet wird, daß an den Errungenschaften des modernen Geistes- unb Wirtschaftslebens die katholischen Männer einen weniger bedeutenden Anteil hätten, so halten wir dieser Behauptung die Worte des freisinnigen Pückler-Muskau gegenüber, daß „ber Katholizismus immer noch als ber lebenskräftige Baum bastelst mit geistigen Früchten für jede Regung des Gemütes." Wohlan denn, katholische Männer! Machen wir dieses ehrende Zeugnis auch in der Zukunft im vollen Umfange zur Wahrheit! Zeigen wir stets, daß wir den Vergleich mit niemanden zu scheuen brauchen, erweisen wir uns als ganze Männer in der Familie, im Berufe, im öffentlichen Leben, als treue Söhne des Vaterland es und der Kirche! Wir beginnen heute das zweite halbe Hundert unserer Generalversammlungen. Nehmen wir bei diesem Anlaffe ein Andenken mit fort aus der alten Rotisbona. Auch hier schauen im Geiste Jahrtausende herab auf diese stattliche Heerschau; die Legionen, die als Welteroberer bis zu den Ufern der Donau vordrangen, die alten Germanen, die in den Zeiten der Völkerwanderung die Fremdherrschaft der Römer vernichteten und deren Kastelle in Schutt und Asche legten, die Stammes- Herzöge der Ostgoten und Bajuwaren, die auf den Trümmern der Römerstadt ihre Burg er- bauten, die Heldengestalten der römischen Kaiser deutscher Nation, welche mit Roß und Reisigen so oft hier Einzug hielten und mit ihren Getreuen Rat pflegten, die edlen und heiligen Männer alle, welche hier als Bringer der Kultur dem Dienste der Kirche und des Vaterlandes Blut und Leben weihten. Hier an diesem ehrwürdigen Orte wollen wir zur Erinnerung an unsere Heerschau eine eherne Münze prägen mit dem Bilde des gerechten und unerschrockenen Mannes und der Divise:
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Suföa» Freitag, den 2. September 1904,
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