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Kulda, Freitag, den 2. September 1904.
31. Jahrgang.
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Deutsches Reich.
Berlin, den 1. September 1904.
)::( Daß der Kaiser auf das Telegramm der Teilnehmer an der Einweihung der Pro- testotioas-Kirche in Speyer nicht persönlich, sondern durch den Chef des Zioilkabinets geant» war et'hat, hat verschiedentlich verstimmt. Besonders nachdem er die Regensburger Katholiken. Versammlung einer persönlichen Antwort gewürdigt hat, empfindet man es bitter und macht wieder allerlei Andeutungen von Schwäche gegen Rom und das Zentrum. Hätte er die Kaths« likenversammlung nicht so ausgeze chnet, so hätte man an dem Telegramm nach Sp yer überhaupt wohl keinen Anstoß genommen. Es ist also lediglich der konfessionelle „Konkurrenzneid", der sich hier wieder bemerklich macht. Daß dem Kaiser jeder Gedanke an Zurücksetzung oder Verletzung der Protestanten serngelegen hat, liegt ja auf der Hand. Der Inhalt des Telegramms ist auch derart, daß man vollkommen zufrieden sein kann. Es ist nur die durch Hetzer erzeugte Überempfindlichkeit, die fich verletzt fühlen kann. Auch über daSFernbleiben der protestantischen Fürsten von der Festversammlung in Speyer kann man fich noch immer nicht beruhigen. Irgendwelche Friedensstörung sei doch in Spiyer nicht zu befürchten cewesen Nun, wer fich die, wahrscheinlich die Reden, Ansprachen und Trink- spräche schon abschwächenden Berichte anfieh', findet doch manche unfieundliche Stickelei gegen „Rom" darin. Wir regen uns natürlich darüber nicht aus; wir wissen ja, wo Piotestante» zu protestantischem Tun beisammen sind, gebt es ohne dergleichen nun einmal nicht ab. Wenn die protestantischen Fürsten sich sernhielten, so haben sie das vielleicht deshalb getan, weil sie Grund hatten, noch schlimmeres zu erwarten, da dir neue Kirche ausgesprochenerwaßen ein Protest und eine Demonstration gegen „Rom" sein sollte. ' Ganz auffallend ist es, wie wenig eigentlich in allen Reden von den Vorgängen, deren Gedächtnis dir Kirche geweiht ist, gesagt wird. Auf dem Speyerer Reichstage von 1829 wurde bekanntlich von den neugläubigen Ständen gegen einen Beschluß „protestiert", der Glaubens- und Gewissensfreiheit wenigstens bis zum nächsten allgemeinen Konzil festsehen wollte. Bei der Einweihung der dem Gedächtnis dieser „mannhaften Tat" geweihten Kirche stellte man es aber umgekehrt so dar, als hätten die protestantischen Stände für Glaubens- und Gewissensfreiheit gestritten. Jawohl, für sich verlangten sie diese, aber anderen, besonders ihren Untertanen wollten sie ste nicht zugefiehen. Auf der nächsten Ver. sammlung des Evangelischen Bundes werden wir übrigens wohl ein hübsches Nachspiel der Speyerer Feier erleben.
Ida erwiderte außer fich vor Schr ckrn: „StantS- lm, was bedeutet das? Habe ich nechl alle Schläge des Schicksals mutig ertragen?" Und indem sie Gatten
halb wird er gerade in diesem Jahre die Gegend von Ischim besichtigen gehen. Sollte er kS tun, dann wird er sorgen, daß mein Brief in Jl-re Hände gelangt. Feodora, ich reise ruhiger ab, indem ich Sie unter dem Schutze meines Vaters weiß. Indes bekchiröre ick Sie, reisen Sie nicht ab, bevor ich zurückkomme Ich hoffe innerhalb eines Jahres nach Tobolsk zmuckzukehren unO dann werde ich selbst Sie nach Petersburg grleiten, selbst Sie dem Kaiser vmsiellen. Ich werde während dieser laugen Reise über Sie wachen; denken Sie nicht an meine Liebe gegen Sie, ich werde nicht mehr davon red«,, ich w rde nur Ihr Freund. Ihr Bruder fein."
Am Schluffe des Brieses hatte der Gouverneur mit eigener Hand folgende» beigefügt:
„Nein, mein Fraulein, Sie dürfen nicht mit meinem Sohne reifen. Ich zwe fle nicht im geringsten an feiner Ehrenhaftigkeit, at-er die Ihrige muß von jedem Verdachte frei fein. Wenn Sie dem rusfifchen Hofe neuen Mui zeigen wollen, der verdient getränt zu werden, dann soll man nicht vielleicht sagen, Sie seien von einem liebenden Freunde geleitet worden, so daß auf diese Weise der schönste Zug kindlicher Ltrbe beeinträchtigt würde, die der Welt zur Ehre gereicht. Ja ihr«r Lage gibt « sür Sie keine Ihrer Unschuld würdigere Beschützer als Gott und Ihren Vater. Ihr Vater kann Ihnen nicht helfen, Gott wird Sie nicht verkästen. Die Religion wird Ihre Lerch'e und Stütze sein, vertrauen Sie auf sie; Sie w-flen, wem ick den Zu- tri:t zu Ihrer Hütte erlaubt habe. Indem ich diesen Brief besorge, leg- ich mein Schicksal gleichsam in Ihre Hände, denn wenn ein solcher Brief bekannt würde und man betau ete, ich hätte Ihre Abreise begünstigt, dann wäre ich für immer verloren. Aber ich bmr ruhige mich nicht einmal darüber; ich weiß, wem ich mein Vertrauen schenke» und was man alles erwarten kann von dem Mute und der Tugend eines Mädchens, das bereit ist, fe n Leben für feinen Vater zu rufern."
orq ieck.
Eine wahre Geschichte.
------ (Nachdruck verboten.)
von den Grenzen Chinas über diese Berge kommen sollen. Sollten fie an ihrer Hütte ankloplen und für ehe Nacht Herberge wünschen, so soll eS Ihnen gestaltet sein, fie aufzurehwen.
16.
AlS der Gouverneur fich verabschiedet hatte, heftete Feodora ibre Augen auf den Brief und wagte nicht, ihn zu offnen. „Mein s Kind", sprach Springer, „wenn du auf meine und deiner Mutter Erlaub iS wartest, diesen Brief zu lesen, wir geb-n fie dir." Feodora öffnete darauf d n Bries mit zitternder Hand, laS ihn leise durch und unterbrach sich mehrenemal mit Ausdrücken der Erkenntlichkeit und Freude. Erblich konnte sie nicht mehr zurückhalten und umarmte innig ihre Eltern.
„Der Augenblick ist gekommen", sprach fie, „Alles begünstigt meine Pläne. Die Vorsehung eröffnet mir einen sickeren Weg, der Himmel billigt und segnet meine Adfi.pt. O liebe Eltern! wollet nicht auch Ihr ie billigen, fie nicht segnen wie Er?"
Bei diesen Worten erzitterte Springer, denn er begr ff nur zu wohl, was fie sagen wollte. Ida aber, die keine Ahnung davon ha te, sprach: „-seo- >ora, waS ist das für ein Geheimnis und was enthält dieser Bries?" Und fie machte eine Bewegung, um ihn zu ergreifen. Feodora aber hielt ihn fest und ägte: „Verzeihe, ick scheue mich in Deiner Gi en-
5.
Der eD- Hf, en, itr. Ich. he, W.
Major 2.h- b.-.
Major im Gereralstabe des XIII. Armeekorps war. Der jetzige Chef des Generalstabes der Schutztruppe ist im Jahre 1879 beim Grenadier« regimmt Prinz Karl von Preußen eingetreten und wurde im Jahre 1880 Offizier. Im Jahre 1887 wurde er in das Jnfanterie-Retziment Nr. 137 versetzt und wurde ut diesem Regiment Regimentsadjutant. 1890 wurde er Adjutant der
wart zu red«, Du hast keine Ahnung davon, ..... Schmerz erschreckt mich, daS ist jetzt da» ei: Jat Hindernis, vor welchem ich zurückbeoe.....L er«
aube, daß ich zuerst meinem Vater mich erkläre, Du bist nicht darauf vorbereitet wie er . . ."
„Nein, mein Kind", unterbrach fie Springer, „tue nicht, was Verbannung und Unglück nicht vermocht haben, trenne uns nicht. Komm, Jda^ komm an das Herz Deine- Gatten, and wenn Du Stärke bedarfst, um bte Worte anzuhören, dies wird e- Dir erleichtern."
W W-aer
Schriftleiter:rl.wehler für die Inserate .
j. p«reller in Fulda. Wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagzzeltung
*
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—* Der nationalsoziale Reichstag-abgeordnete Herr v. Verlach, der Vertreter des Wahlkreises Marburg.Kirchhain, widmet der Regentburger Katholikenversammlung in der .Berlir er Zeitung' folgende für die Katholiken und das Zentrum sehr schmeichelhafte Betrachtung:
So lange Tage wieder von Regensburg jedes Jahr in Deutschland ftattfinben tonnen, s o lange steht der Zentrumsturm noch un er schüttelt. Gewiß, die „Mache" tut viel. Aber alles kann fie nicht tun. Viele Parteien würden alles drum geben, einen solchen „Tag" zustande zu bringen, und es würde ihnen doch nicht gelingen, felbft wenn sie <s fich Hunde,ttausendr tosten ließen. Auch die Sozialdemokraten und die Agrarier können Masten auf die Beine bringen. Aber bei buben Richtungen find es nur geroiffe, wenn auch roch so große Jntereffentenschichten, die ihrem Rufe folgen. Nur die Katdolikentage umfassen alle Schichten d er B ev ö Ikerung, vom reichs unmittelbaren Fürsten biS zum ärmsten Heimarbeiter hin. Das Zentrum stellt einen Mikrokosmos de? deutschen Volkes dar. Das religiöse Band erweist sich stärker als alle JnterestengegensStze. DaS ist eS, was dem Zentrum seine Macht, waS den Katholikentagen ihren imponierenden Charakrer verleiht. Denn imponieren wüsten fie jebem Unvoreingenommenen. Gerade wer in dem Zentrum einen prinzipiellen Gegner sieht, wird gut tun, fich zunächst einmal klar zu machen, waS diesem Gegner seine gewaltige Stärke gibt. Mit seichten Witzeleien um ^ewiffer Aeußerlich- keiten willen sich mit den Katholikentagen aLfti ben, das kann man billig den Leuten überlasten, die u.chi laut genug Uber Jesuiten und Pfaffen schimpfen können, aber gerade durch ihr Verhalten dem Zentrum feinen Bestand garantieren. Wer den grundsätzliche»! Kampf gegen das Zentrum als Bormaetzt der geistigen und wirtschaftlichen Reaktion ohne Jesuitengesetz und ohne sonstige Polizeikrücken führen will, der soll sich von den albernen Späßen iernhalten und der Großmacht Zen- trum mit den Waffen gegenüber treten, die einer Großmacht würdig sind.
Die Mahnung des Herrn v. Gerlach wird in oer Preffe unserer Gegner leider mtistens nicht befolgt. Wo mit der blinde Haß gegen die katholische Kirche die Feder führt, da ist es kleinlicher Neid, welcher „mit seichten Witzeleien um gewisser Aeußerlichkeiten willen" zu mäkeln sückt. Das wird auch einstweilen wohl noch so bleiben.
*— Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach, der immer wieder versichern ließ, die Angriffe der Preffe 'berührten ihr» »sicht, dr»-.r« »richt seine Entlassung zu nehmen, geht. Die,Nordd. Allgem. Ztg.' schreibt: Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, ist auf wiederholtes Ersuchen von den ihm nebenamtlich übertragenen Geschäften als Kabinettssekre- tär der Kaiserin und Oberverwalter der Schatulle entbunden. Diese Geschäfte werden dem früheren Landrat Kammerherrn Dr. von Behr übertragen. Mirbach legte seine Stellungen in den Vorständen der von ihm geleiteten kirch> lichen und gemeinnützigen Vereine nieder. Seine Mißgriffe müssen olso un den maßgebenden Stellen doch etwas ondeiL beurteilt worden sein, als von den Freut dm und Gönner, die in der Presse und mtt öffentlichen Er? ärungen für ihn eintraten. Daß er so ganz freiwillig nicht allein fein Hofamt, sondern auch die Leitung seiner Vereine niedergelegt haben
kam doch zustande. Dann aber brachte der 16. Juni 1903 eine unerwartete Katastrophe. Sämtliche Wortführer des Bundes, Rösicke, Hahn, Wangknheim, ft. len bei d n Wahlen glatt durch. Die Abgeordneten, die für den neuen Zolltarif gestimmt hallen, wurden durch die Bank wieder- gt wählt; wenigstens hat der Bund die Wahl keines von ihnen zu verhindern vermocht. Es zeigte sich, daß die große Maffe der Landwirte denn doch einen Unterschied zu machen weiß zwischen agitatorischer Phrase und praktischer Politik. Sie verwarfen das Erreichte^nicht, wie die Bundtsführer, sondern nahmen ds dankbar an und sagten: es ist auch nicht zu verachten. Die Politik des „Alles oier Nichts" hatte bei den urteilsfähigen Landwirten keinen Anklang gefunden. Mit dem Wahltage war im Grunde der Bann des Bundes gebrochen. Der Traum, den die Führer b s v<r gut einem Jahre träumten: eine große agrarische Partei zu bilden oder doch das Parlament zu beherrschen, ist aus. Die zehn Jahre der .Deutschen Tageszeitung" waren für den Bund teire zehn Jahre ununterbrochenen Aufsteizens. Es geht unstreitig bergab. Und nach abermals zehn Jahren, wenn eine gesunde Agrarpolitik weiter verfolgt wird?
* Der «eue Geueralstubschef des General» v. Trotha Der bisherige Chef des Generalstabes bei unseren südwtstafrckanischen Truppen Oberstleutnant Chalcs de Beaulieu hat dem Tropenklima nicht singe Widerstand leisten können, er mußte infolge einer Herzkrankheit nach Europa zurückkehren. An seine Stelle ist Major Quade getreten, der vor seiner Abkommandierung zum Stabe der Schntztruppe nach Südwestafrika
„Hat er Ihnen gesagt, mein Herr, daß fie ihm daS Leben ihres Vaters Dirbantt?" unterbrach ihn lebhaft Ida. *
»Rein", antwortete der Gouverneur, „aber er hat r rr gesagt, daß fie das ihrige für ihren Vater und für Sie geben würde."
„Sie würde es geben", verfitzte Springer, „und di fe zärtliche Liebe ist doS einzige Gut, was uns bl ißt, das einzige, war die Menschen niemals uns eniceiße« können."
Der Gouverneur wandte gerührt fein Haupt und einer kurzen Pause richtete tt wieder seine «wtte an Feodora.
„Mein Fräulein, vor zwei Monaten hat mein Sohn,
" sich in Saimka aushnlt, einen kaiserlichen Be- pyk erhalten, sofort abzureifen, um sich wieder zur «r»ee z» begeben, welche in Livonien fick befindet. §7^Eßte also ohne Verzug gehorchen. Bor ferner -V. » - "Eschwor er mich, Ihnen einen Brief zukommen mt* • " $a8 roor unmöglich. Ick konnte, ohne mich einer Ungelegenheit auszufetzen, Niemanden damit vrtraueo; ich konnte nur selbst Ihnen denselben über« bringen. Hier ist er.
Feodora nahm ihn errötend in Empfang. D<r Gouverneur bemerkte daS Eistaunen ihrer Eltern und iprach: Glücklich der Vater, glücklich die Mutter, ^Tochter ihnen nur ähnliche Seheimuiffe ver-
Darauf rief er fein Gefolge unb spricht in seiner ^aenwartzu Springer: „Mein Herr, Mt Befehle wem« Gebiete« schreiben mir vor, Ihnen den Be- imh kerneS Menschen hier zu gestatten. Jedoch habe ck erfahren, daß arme Misfionare auf ihrer Rückreise
1 sollte, ist nach seinem bisherigen Verhalten nicht sehr wahrscheinlich. Ein Generalsupkrintendent hat vor einigen Tagen den Rücktritt Les Frhr. v. Mirbach von der k»rchlicken Vereinstätigkeit fast als ein nationales Unglück hingestellt. Es wird fich wohl bald ergebtn. Laß zu einer Nationaltrauer doch nc ch kein Anlaß vor liegt.
*♦ Die Juugliberalen werden am Sams- Jn in Leipzig ihren Delegiertentag eröffnen, lag der ersten Aufregung über den Komprom ß antrag in der Schulfraqe hatten sie bekanntlich schon im Juni in Frankfurt a. M. tagen w. llen, um gegen den Antrag zu protestieren und der nationalliberalen Fraktion ein anderes Schal- progrcmm aufzunötigen. Ten Bemühungen der Parteiführer bei den maßvolleren Elementen der „Jugendvereine" gelang es, die Verschiebung des Delegierten tags durchzusetzen, nicht aber die Abhaltung des delegier ter tage» überhaupt zu verhindern. Trotz der Verlegung nach bim sächsischen Leipzig bleibt auch die Schulfrage der Hcuplgegenstand der Tagesordnung. „Richt« Unien jur ein liberales Schulprogramm" zu ziehen, soll die erste Aufgabe des Delegiertentages fein. Man müßte es nicht mit Nationalliberalen zu tun haben, wenn sich hier nicht auch bei den Jungliberalen selbst sofort wieder Uneinigkeit zeigte. Daß die nationalliberale Fraktion nicht die Wünsche der Jungliberalen erfüllen kann, hat die ,Nat.-Lib. Korr." schon oft genug erklärt. Kurz vor dem Zusammentritt des Delegier ter. tage s hat sie ncch einmal ihre warnende Stimme erhoben, aber vergebens. Wir glauben nicht, daß die Jungliberalen irgendwelche Folgerungen ar-s diesen flehenden Bitten der Fraktion ziehen. Uns kann das ja nur recht sein. Sollte der Leipziger Delegiertentag ein möglichst liberales Schul- progran m ausstellen, so wollen wir davon durchaus nicht abraten.
*— Am 1. September vor 10 Jahren ist die bündlerische »Deutsche Tageszeitung« zum etfknmale erschienen. Das Blatt läßt diesen Tag nicht vorübergehen, ohne sich selbst einen Festartikel zu widmen. In einem Ar fluze von Bescheidenheit Überläßt eS daS Urteil über feine Leistungen anderen und spricht nur über seine uu'pftä Lftr-ftckcheHß. Lie üs-ng -fcix- EVstilgs der «Deutschen Tagekz-itung' decken sich mit der Prüfung der Erfolge des Bundes ter Landwirte. Und was hat dieser erreicht? Der Bund wurde gegründet, nachdem die neuen Handelsverträge eine Herabsetzung der Gesi eidezölle gebracht hatten. Damals stand btr Antrag Kanitz auf der Tagesordnung. Der ganze Bund stand hinter ihm, allein was wurde erreicht? Das rücksichtslose Auftreten des Bundes schückterte kimge Konservatioe und auch Naiionalliberale ein, sodaß sie sich dem Bunde wohl gesügig zeigten ; die »Deutsche Tageszeitung' prahlt--, daß der Bund nach den Reichstag wählen im Jahrs 1898 über 200 Abgeordnete „verfüge". Da kam bei der Entscheidung über die neuen Zölle audb die Enttäuschung. Nur ein ganz kleines Häuflein stand zur „Verfügung", dae keinen Einfluß auf die Gestaltung der Zollsätze hatte. Der Zolltarif und Kind in ihre Arme schloß, fuhr fie fort: „Ich werde mit Gott« Hilfe auch ferner alles mit euch beiden irtragen."
Feodora wollte antworten, ihre Mutter aber wehrte ihr und sprach: „Meine Tochter, fordere mein Leben vo« mir, aber verlange nicht, daß ich Deiner Abreise zustimme."
Diese Worte zeigten nur zu deutlich, daß fie alles geahnt harte. Es handelte fich nicht mehr darum, ihr eine Mitteilung zu machen, sondern ihre Zu« stimmung zu erlangen. Tränen in den Augen und geängstigt über den Schmerz ihrer Mutter kormie Feodora nur dies« Wort« her vor bringen: „Liebe Muttee, für daSGlück meiner BaterS, nur für elnigeTage." „Nein, nicht ein einziger Tag", unterbrach sie ihre Mutier, „welch« Glück könntest Du erkaufen um den Preis Deiner Abwesenheit; mir, nicht ein rinziger Tag. O mein Go»t, gib’ n-.cht zu, daß fie mich darum bittet."
Bei diesen Worten sühlte Feodora ihre Kräfte schwinden und außer Stande, selbst auSzusprechcn, waS ihre Mutter betrüben mußt«,' reichte fie sttll- schweigend ihrem Vater den Brief dcS Gouverneurs zum Lesen dar. Laut laS er dann den vom jungen Smolrff vor zwei Mona:en geschriebenen Brief vor.
„Mein Fräulein! Zu meinem lebhas en Bedauern war ich wegen meiner schleunigen Abreise von Saimka nicht mehr »m Stande, beriet Sie zu besuchen, noch die gewünschten Aufschlüsse Ihnen mit« zweiten Auch durste ich dem Befehle mein« Bäte« nicht zuwiderbandeln, ohne seine Stellung zu gefährden. Mein Baier teilte mir mit, daß ein Befehl d«S Kaisers mich taufeub Meilen von hier ruf«, und daß ich sofort demselben nachkommen müffe. Ich werde abreisen, Feodora, Sir wiffen nicht, was ich leide und ich flehe zum Himmel, daß Sie es niemals erfahren.
Ich habe meinem Vater mein Herz ei schlossen, ich habe ihm von Ihne« erzählt und sah ihn bi- zu Tränen gerührt, als ick ihm Ihr Vorhaben mitteilte. Ich glaube, er will Sie besuchen und deS-
▼ 1 Anzeigen: Die ein«
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