Einzelbild herunterladen
 

W Huldaer

zchrifüeiter:».wtbltt

J.Wochenbeilage:„Illustriette 5onntagzzettung"

eittlng

mondsbtuage: „zuldaer Geschichtsblätter".

Anzeigen: Vie ein- spaitige petitzeile oder deren Raum 15 Ptg- Reklamen die petitzeile 25 Pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der ZnldaerActiendruckerei in Zulda (Harmonie-, zernsprecher Nr. '>.

M IW.

Krlöa, Donnerstag, den 1. September 1904.

31. Jahrgang.

Veschlüffe der 5{. Generalversamm­lung der Uatholiken Deutschlands in

Regensburg lW4.

(Fortsetzung.)

7. Fürsorge für die italienische« Arbeiter i« Deutschland.

Die alljährliche Auswanderung von fast einer Bierkelmillion italienischer Arbeiter und Arbeiter, innen aus ihrer Heimat nach allen europäischen Ander« jenseits der Alpen ist ein Gegenstand ernster Sorge für alle jene, denen das geistige und materielle Wohl der Katholiken am Herzen liegt. Nicht allein verursacht die Unkenntnis der Sprache und der sozialen Gesetze und Ein­richtungen der Einwanderungsländer diesen Armen vielen Schaden und bringt sie ost in die Hände von gewissenlosen Agenten, sondern ihre mangel­hafte Kenntnis der Religion und ihre Gleich­giltigkeit in der Erfüllung der religiösen Pflichten, sowie positive Verführung find nur zu häufig Anlaß zum Verluste von Glauben und Sitte. Die 51. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands begrüßt es deshalb auf das wärmste, daß mit Unterstützung des Raphaels-Vereins und des CharitaSverbandrs die von Msgr. Bonomelli gegründete „Opera di Assistenza degli Operai Jtaliani Emigrati in Europa e nel Levante“ bisher bereits 20 Misstonsstationen in Deutsch­land und in der Schweiz für die seelsorglichen Bedürfniffe der Italiener gründen und ihnen ferner durch Errichtung von 20 italienischen Ar- beiter-Sekretariaten und durch die Herausgabe der Arbeiterzeitung „La Patria“ in moralischer und materieller Beziehung wirksame Hilfe ange- deiheu lassen konnte. Sie hält eine Erweiterung dieser Fürsorge für durchaus wünschenswert und bittet die hochwürdize Geistlichkeit und alle Katho­liken, die genannte „Opera di Assistenza“ und deren Missionäre in ihrer segensreichen und mühe­vollen Tätigkeit eifrigst zu unterstützen.

8. Bekämpfung des AlkoholismuS.

Die 51. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands lenkt von neuem die Aufmerksam­keit auf die Bekämpfung des AlkoholismuS und empfiehlt:

1) Die Unterstützung bezw. Einrichtung der katholischen Enthaltsamkeitsoereine behufs Trinker­rettung und Vorbeugung bei der Jugend, be­sonders auch seitens der Preffe (Kreuzbündnis: Jugendabteilung, Frauenadteilung, St. Anna- bund, Priesterabstinentenbund, internationale katholische Vereinigung gegen den AlkoholismuS, Johannes- Bruderschaft).

2) Größere Berücksichtigung der wiffenschaft- lichen und belletristischen Antialkohol-Literatur und des Mäßigkeits-Dchriftm-Depots des St. Kamillushauses in Werden (Ruhr).

3) Die größere Verbreitung der Ersatz- getränte, besonders in katholischen Vereinshäusern und Gesellen Hospizen usw.

4) Die Beteiligung am X. Weltkongreß gegen den AlkoholismuS in Budapest im Jahre 1905.

Die Tochter des Verbannten.

Eine wahre Geschichte.

6 ------(Nachdruck verboten.)

14

Als der Sonntag !aw, folgte Feodora ihrer Mutter mit Freude nach Saimkr in der Erwartung Smoloff viede-zusehen, um endlich all-s zu ermitteln, toae iure Abreise erleichtern tonnte. Der Gottesdienst war zu Ende, Smolvff erschien nicht und Feodora war in großer Unruhe. Während ihre Matter noch betete, fragte sie eine alte Frau, ob Herr v. Smolvff nicht in ter Kirche gew-ftn wäre. Sir antwortete „nein", er sei sei. zwei T gen nach Tobolsk abgereist.

Bei diesen Worten fühlte Feodora sich schmerzlich Betroffen Sollte Smolvff Saimka verlaffen haben, unewgedenk seines ihr gemachten Versprechers, wurde er in Tobolsk sich wohl drffen erinnern? Und dann, welche Nachricht würde er thr bringen?

Dieser Gedanke verfolgte sie den ganzen Tag und am Abende, von einem Kummer niedergedrückl, der m» so peinlicher war, alS sie ihn im Herzen verschließen m>d all' ihren Mut zusammennedmen mußte, ihn den Augen ihrer Eltern zu verbergen, Sie zog fich frühzeitig « ihr kleines Zimmer zurück, um Gott allein ihr Leid zu klagen.

Sobald sie sich entfernt hatte, lehnte Ida ihr Haupt gegen die Brust idreS Gatten und sptach: »Berum m die Unruhe, die mein Herz beängstigt. Hast du nicht die Btändernng unserer Feodora! bemerkt? In unserer Gegenwart ist sie nachdenkend, »er Name Smolvff mscht st- erröten, feine Abwesen­heit beunruhigt ste. Tiefen äRrrgen in der Kirche schwelgten ihre Blicke umher; >ch hört-, wie sie sich erkundigte, ob Smolvff richt in Saimka sei, und sie Wurde bleich wie der Tod, als man ihr sagte, er sei

VI.

1. Jngeudschriftevfrage.

1. Die 51. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands betont mit allem Nachdrucke die Notwendigkeit der Verbreitung guter Jugend- schriften. Sie erblickt in denselben ein wirksames Blldungsmittel und legt daher die Förderung guter und Verhütung schlechter Jugendlektüre im Interesse der christlichen Erziehung den Eltern und Lehrern dringend ans Hrrz.

2. Für die katholischen Jugendschriften wünscht die 51. Generalversammlung der Katholiken Deusschlands, daß sie nach Inhalt und Ausstat­tung den berechtigten Anforderungen der Gegen­wart möglichst vollkommen entsprechen. Sie ver­wirft aber Bestrebungen, welche unter einseitiger Betonung der literarischen Form den religiösen, moralischen und patriotischen Gehalt zurückstellen oder gar ausschließen.

3. Die 51. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands begrüßt mit Freuden die zur kritischen Sichtung der Jugendschriften und zur wirksamen Verbreitung guter Lektüre gegründeten Jugendschriften - Kommissionen der «katholischen Lehreroereine. Sie empfiehlt die allseitige Unter­stützung derselben und wünscht dringend, daß von den Katholiken die Jugendschriftenverzeichniffe dieser Vereinigungen bei der Auswahl der Bücher für Schule und Haus fleißig zu Rate gezogen werden.

2. Volksbildung.

Die 51. Gener alversammlung der Katholiken Deutschlands zu Regensburg empfiehlt aufs neue die Förderung der Volksvildungsbestrebungen, welche die Weiterbildung d-s Volkes über die Schule hinaus nach Geist und Gemüt auf der Grundlaae katholischer Anschauung zum Ziele haben. Unter freudiger Anerkennung dessen, was in dieser Hinsicht verschiedene katholische Vereine zunächst für ihre Mitglieder geleistet haben, wünscht sie die Ausdehnung dieser Bestrebungen auf die Allgemeinheit des Volkes durch Gründung von Volksbibliotheken, Errich­tung öffentlicher Lesehallen und Einrichtung von Lesezirkeln sowie durch Veranstaltung von VolkSbildungsadenden und öffentlichen Vorträgen nach dem Beispiele des „katholi­schen Preßvereins für Bayern."

3. Konfessionelle Volksschule.

In der Erwägung, daß das Ziel der Volks­schule, die Kinder zu guten Menschen, zu treuen und zuverlässigen Gliedern der Kirche und der menschlichen Gesellschaft und zu Erben des Himmels zu erziehen, nur in der konfessio­nellen Volksschule voll und ganz erreicht werden kann, da «ur hier der Unterricht und die erzieh' lichen Maßnahmen den genannten hohen Zielen in möglichst vollkommener Weise angepaßt werden können und nur hier der Lehrer feine ganze Per­sönlichkeit ohne Einschränkung und ohne Rückhalt in den Dienst der Erziehung stellen darf, in der ferneren Ei wägung. Saß das ganze katholische Volk Deutschlands die Simulianschule verurteilt

nach Tobolsk abIereist. O Stanislaus! Ich erinnere mich, daß ich ait jenem Tage, ehe ich deine glückliche Gattlit wurde, tbenfo errötete, wenn man von dir sprach. Auch meine Augen suchten dich überall und füllten fich mit Tränen, wen», fie dir nitt begegneten .... Ach! diese Anzeichen einer autfichtslosen L'ebe, wie sollte ich fie nicht mit Schrecken in der Seele meiner Tochter sehen? Sie ist nicht bestimmt, glück­lich zu werden wie ihre Mutter."

.Glücklich", erwiderte Spri^ver mit Bitterkeit, „glücklich in dcr Einöde, in der Verbannung!" —

„Ja, [in ter Einöde, in der Verbannung", unter- braw ihn Ida lebhaft, „glücklich über oll, wo man -ttbt." Und fie umarmte innig ihren Gatten. Aber bald kam fie wieder auf ihren ersten Gedanken zurück u b sag!»: „Ich fürchte, daß meine Feodora den jungen Smolvff liebt. So liebenswürdig fie auch ist, so wird er in ihr doch nur die Tochter emes armen Verbannten sehen; er wird fie geringschätzig behandeln, m-d mein einziges Kino wird sterben wie seine Mutter mit seiner Liebe . . ."

Bei diesen Worten weinte fie un^ der Anblick ihres Gatten vermochte sie nicht zu trösten über das Unglück ihrer Tochter.

Nach einigem Nachdenken erwiderte Springer: „Ida, meine B?elgeliebte, beruhige dich, auch ich habe unsere Feodora scharf beobachtet. Vielleicht habe ich schon vor dir in ihre Seele geschaut; ich bin über­zeugt, daß fie an etwas ganz anderes denkt al8 an Smolvff. Ich bin aber auch überzeugt, daß er, wenn wir fie ihm übergeben wollten, fie durchaus nicht ver­schmähen würde, selbst in dieser Einöde, und diese Gefinuuna würde ihn ihres Besitze- würdig machen, wenn jemals . . . Nein, , Feodora wird nicht immer in dieser Einöde leben, fie wird richt unbekannt, nicht unglücklich bleiben, da- ist unmöglich. So viele Tugerden ans Erden deuten aus eine Gerechtigkeit im Himmel hin, die früh oder spät fich offenbaren wird."

Seit ihrer Verbannung war dies das elftem al, b*B Springer au der Zuku. ft nicht verzweifelte. Ida

und nur der konfeffionellen Volksschule und deren Lehrern sein volles Vertrauen entgegenbringt und sie in ihrem Wirken zu unterstützen bereit ist, fordert die 51. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands alle katholischen deutschen Männer aus, gegenüber den in letzter Zeit erneut heroortretenden Bestrebungen zur Förderung der Simultanschule überall und mit aller Entschieden- beit für die Erhaltung bezw. Einführung der konfessionellen Volksschule und Lehrerbildung em- zutreten.

(Schluß folgt.)

Berlin, den 31. August 1904.

S Die .Köln. Zeitung^ bleibt trotz unserer Darlegungen in Nr. 192 der,Fuld. Ztg/ bei ihrer irrigen Voraussetzung, daß die katholi­schen kaufmännischen Vereinigungen zwischen sich und anderen Kaufleuten eine Scheide­wand errichteten. Ob es wohl etwas helfen wird, wenn wir nochmals mit allem Nachdruck betonen, daß sie es eben nicht tun, daß sie keine Scheidemauern auf einem Boden er­bauen, wo diese nicht hingehören; denn wie hinlänglich bekannt ist, gehen und arbeiten sie mit anderen konfessionellen oder nichtkonfessio- nellen Verbänden und Vereinen getreulich zu­sammen, und ebenso verkehren die einzelnen Mitglieder mit anderen Kaufleuten gerade so wie jene, die einem kathol. kaufmänn. Vereine nicht angehören. Wo ist also eine Scheidewand? Wo ist Absonderung einer konfessionellen Berufsgruppe? Wo ist der konfessionelle Kaufmann? Keine Spur davon. Hat die.Köln. Ztg/ in den Bemühungen des Verbandes in kaufmännischen Angelegenheiten je etwas Konfessionelles entdeckt? Dann möge sie es aufweisen. Solange sie dies nicht kann, dann unterlaffe sie jene durch nichts begründeten Anklagen konfessioneller Scheidung und Absonde­rung auf dem Gebiete der kaufmännischen Tätig­keit. Wer aber will es dem Kaufmann verwehren, sich feinen näheren Freundeskreis zu suchen, wo er will, wer will es ihm verwehren, sich mit gleichgesinnten Kaufleuten zu Zwecken zusammen- zuschließen, die an sich außerhalb des kaufmänni­schen Berufes liegen, aber die Angehörigen dieses Berufes in ihrer persönlichen Lebenshaltung wie im Eifer für ihren Beruf zu fördern geeignet sind? Dadurch richten aber diese Kaufleute in keiner Weife eine Scheidewand zwischen den Kon­fessionen auf. Die .Köln. Ztg/ schließt ihre Ent­gegnung mit den Worten: „Für unsere Leser brauchen wir wohl wirklich nicht mehr hinzuzu­fügen, daß wir die evangelischen Sonderverbin­dungen im Kausmannsstande ebenso verurteilen wie die katholischen." Wir gestatten uns, die .Köln. Ztg/ an folgendes zu erinnern: Vor län­gerer Zeit brachte dieselbe .Köln. Ztg/ oder ihr .Stadtanzeiger' einmal eine Liste der Kölner katho­lischen Vereine mit entsprechenden Bemerkungen.

schöpfte neue Hoffnung au- den Worte» ihres Gatten und schlief ruhrg ein.

Zwei Monate lang ging Feodora jeden Sonntag nach Saimka, immer in der Erwartung, Smolvff dort zu treffen. Aber vergebens, er erschien nicht, obgleich er, wie fie erfuhr, Tobolsk verlaffen hatte. Da schwan­den alle ihre Hoffnung-n, fie zweifelte nicht mehr daran, daß Smolvff fie gänzlich vergcssen hebe und mehr als einmal vergoß fie bei diesem Gedanken bittere Tränen.

Gegen Ende April batte die Sonne den letzten Schnee geschmolzen und ein frühzeitiger Frübung schien in Sibirien fich anzukündigen. Da iaßie Feo­dora, in der Meinung alles aufs Spiel zu setzen, wenn sie eine für ihre Reise so günstige Zeit ver­streichen ließe, den kühne» Evt-ch'uß, ihren Plan in Ausführung zu bringen und für den Erfolg sich nur auf sich selbst und auf Gott zu verlaffen.

15.

Eines Morgens war Springer in seinem Garten beschäftigt, Feodora saß in seiner Nähe und ichaute ruhig nach ihm hin. Er hatte ihr das Geheimr.iL seines Unglücks immer noch nicht mitgeteilt, und sie forschte auch nicht mehr danach Ihrer Seele hatte sich ein gewifler Stolz bemächtigt, das Unglück ihrer Eltern nicht eher kennen zu lernen als im Augenblicke ihrer Abreise, und d>n Bericht von all dem, was fie verloren hatten, nicht eher anzuhören, bis fie ihnen erwidern könnte: ich werde euch alles roieb>rgeben. Bis auf diesen Tag hatte fie auf die Veissrtechmmen Smoloff's gerechnet und darauf ihre Hoffnungen ge­gründet. Aber eS gab noch ander-, die sie zum R den veranlaßten. Bevor fie jedoch begann, überdachte fie noch einmal olle Einwendungen, die man ihr Vor­bringen, alle die Hindernisse, di- man ihr entgegen­stellen wurde.

Sie weiß wohl, daß diese Hindernisse erschrecklich find, Smollff bat es ihr gesagt und die Zärtlichkeit ihrer Eitern würde sie gewiß noch übertreiben. WaS soll fie antworten aus ihre Schrecken, auf ihre Be<

Die ,Köln. Volksztg/ wartete mit einer langen Liste protestantischer Kölner Vereine auf und das liberale Blatt schwieg. Voraussichtlich wird es auch in Zukunft katholische Vereine bekämpfen und die protestantischen — höchstens mit einer nachträglichen paritätischen Redensart — in Ruhe lassen oder befördern. Zu dieser „Parität" paßt es ausgezeichnet, daß die liberale.Köln. Ztg/ an demselben Tage (Nr. 866 vom 24. August) unbeschadet ihrer Schwärmerei für nichtkonfessio- nelle, namentlich höhere Schulen, einen langen Lobartikel auf die Realschule der — israeliti­schen Gemeinde in Frankfurt a. SR. bringt. Ob katholische Einrichtungen tatsächlich sich gegen den „konfessionellen Frieden" vergangen haben oder nicht, kommt nicht in Bet'.acht, denn fie „stören ihn allein schon durch ihre Existenz"! Das find „duldsame" Liberale.

** Nach Deutsch Südwest-Afrika sind am Dienstag auch eine Anzahl Techniker, Mon­teure und Bahnarbeiter abgereist, welchen sich eine zweite Abteilung von Southampton aus mit einem englischen Schnelldampfer am 3. September beigesellt. Das Reiseziel ist Swakopmund, der Ausgangspunkt der neuen Otawi-Bahn, die in beschleunigtem Tempo nunmehr gebaut wird. Die ganze Bahnlärge entspricht bei 560 km un­gefähr der Entfernung Berlin—Mainz. Nächst ihrer Bestimmung als Minenbahn wird sie vor­erst militärischen Zwecken dienen, weshalb auch gerade jetzt mit dem Bau begonnen wird, da alle anderen wirtschaftlichen Unternehmungen dieser Kolonie zurzeit brach liegen. In strate­gischer Hinsicht wird die Bahn von Karibik aus sehr günstig liegen; denn der Höhenrücken dacht sich nach West und Oft ellmälig ab und bildet hier die Wasserscheide. Andererseits sind auch genügend Wasserstellen vorhanden, so daß die Bahn als sichere Operctionsbasis für militärische und wirtschaftliche Unternehmungen gelten kann.

* Di« Ergebnisse deö ReicköhaushalteS für das Rechnungsjahr 1903, wie ste sich nach dem Final­abschluffe der Reichshauptkaffe, abgesehen von den auf die außerordentlichen DeckungSmittel angewiesenen Ausgaben, im Begleich zum Etat in runden Summen gestaltet haben, werden jetzt im .Reichsanzeiger' mit- petetlt. Im Bereiche deSRerchsamtS des Innern ist eine Mehrausgabe von 1898 LOO M. zu verzeichnen. DaS Gesamtergebnis im Reichsheer stellt fich gegen den Etat um 2 665 000 M. günstiger. Bei der Ma- rineverwaltung stellt das Gesamtergebnis sich gegen den Etat um 499000 M. ungünstiger. Beim Reichsschatzamt find gegenüber dem EtatSansatze bei dem eigenes Ausgabefonds 2540000 M. Mehr­ausgaben entstanden, welche ihre Ursache in der außer­etatsmäßigen Aufwendung von 2 683000 M. haben, die den Inhabern der früheren Süßstofffabr ken auf Grund des § 11 deZ Süßstoffgesetzes vom 7. Juli 1802 als Entschädigung zu zahlen waren. Demgegenüber ist eine größere Ersparnis bei dem Fonds zur Unter« Lattung von im LandesverteidigunoSinterefle herge­stellten Eisenbahranlagen zu erwähnen- Die Ein­nahmen auS dem Münzwesen find um 3 58000031. höher, als der Etat sie vorfieht. Beim allgemeinen PensionSfondS ergibt sich eine GesamtminderauS- gabe von 2899000 M. Beim ReichSinvaliden- fonds stad infolge der verstärkten Fürsorge für die Kriegsinvaliden insgesamt 4 707 000 M. Mehr­kosten entstanden, denen ein Mwderaufwarrd für ein­zelne BuSgabezwecke in Höbe von 144 t00 M. gegen» übersteht. Im ganzen werden bei den in Betracht kommenden Fonds dieMiuderausgaben durch die

fehle, auf ihre Bitten? Was aniworten, wenn sie ihr sagen werden, daß die Freuden des VateckandeS ihnen nichts sied im Vergleiche mit der Abwesenheit ihres Kindes?

Einen Augenblick vergißt fie, daß ihr Vater in ihrer Nah: ist, und in Dänen gebadet fällt fie auf ihre Knie, u.n Gott um die nötige Beredsamkeit zu bitte», ihre Ettern zu überreden.

Springer, der fie meinen hört, wendet sich um, eilt auf sie zu, nimmt fie in seine Arme und spricht: „Was ist dir, Feodora? Ach! wenn Kummer dein Herz zerreißt, bann weine dich wen gstens auS am Busen deines Baiers."

„O mein Vater", antwortete fie, halte mich nicht wehr hier zurück; du weißt ja, daß ich abreifen will, erlaube eS mir, Gott selbst ruft mich . . . Sie konnte nicht weiter reden.

Die junge Tariarin eite herbei und tief: „Herr v. Smoloff ist hier."

Feodora stößt einen Freudenschrei au8, zieht beide Hände ihres VatcrS an ihre Brust und spricht: „Du siehst nun wohl, Gott selbst ru|t mich, er schickt deu- jenigkn, der mtr die Wege öffnen kann, er gibt kett e Hindernisse mehr. O meta Vater, deine glückliche Tochter wird deine Seite zerbrechen."

Ohne seine Antwort avzuwarten, eilt sie Swoleff entgegen, sie begegnet ihrer Mutter, schließt fie in ihre Arme, zieht fie mit sich fort, indem sie ausrust: „Komm, liebe Mut'er, er ist zuiückgekommen, Hnr v. Smolvff ist hier?"

Sie gehen in dar Zimmer and finden dort einen Herrn von ungefähr 50 Iah'en, in Uniform, gefolgt von m hieven Offizieren. Mutter und Tochter sie-, en wie gebannt. „Hier ist Herr v. Smoloff", sprach die junge Tartarm.

Bei diesen Werten schwinden olle Hoffnungen, die soeben in Feodora'S Herz zurückglkehrt, zum zweiten- male, fie erbleicht - nd ihre Augen füllen fich mit Tränen. Ida, betrr ff en von der Heftigkeit dieses Ein­druckes, nähert sich igter Tochter, stellt fich vor fie hin, nm ihre Verwirrung zu verbergen.