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Monattbeilage: .Luldaer SeschichtrbMer"

31. Jahrgang.

zul-a, Samstag, den 27. August 1904.

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Nur zu schnell waren die festlichen Stunden frohen Zusammenseins geschwunden; schon mahnt Kommerzienrat Pustet zum Ausbruch zur Fahrt nach der Walhall« und der Huldigungrfeier — und wir verlassen Regensburg mit dem innigste« Dank für seine Höflichkeit, seine Begeisterung für die katholische Sache und für daS Entgegen­kommen, welches die Vertreter der geistlichen, städtischen und staatlichen Behörden in so reichem Maße uns entgegengebracht haben.

’.&äJÄ«. woch-nbellage: „Illustrierte Sonntagsjcitung“

51- General versammlung der Katho­liken Deutschlands zu Regensburg.

(Nachdruck verboten.)

leieigew: Sie tt» fpaltigePetttzeUeod« deren Ban» 16 Pft- Beklamen bk petitjetU 25 Pf,.: bei Wikdez- Holungen wird atilp?

Rabatt gewährt.

vruck und Verlag 6t SuIbattBctienbniM in Zulba (Harmonie!

Zernsprecher Rr. 9.

cpc. Regensburg, 25. August 1904.

Das Festmahl.

Der glanzvolle Verlauf des Regensburger Katholikentage- fand seinen würdigen Abschluß in dem Festmahle, das am Donnerstag nach, mittag l'/r Uhr im Neuen HauS stattfand. An 300 Personen mochten anwesend sein.

Die Tafelmusik wurde gestellt vom kgl. 11. Infanterie-Regiment, welche das Programm mtt Präzision zum Vortrag brachte

An der Ehrentafel, an welchem daS Präsi­dium und der Präsident des Zentralkomitees saßen, erblickten wir u. a. auch den Hoch». Weihbischof von Regensburg, Frhru. v. Ow, und den ersten Bürgermeister der Stadt Regens­burg, Herrn Seid.

Die Zahl der ausgebrachten Toaste «ar nicht gering. Zunächst brachte Präsident Dr. Porsch ein Hoch auf den Heiligen Vater auS. Der leitende Gedanke feiner Ansprache war, daß der Erfolg der Katholikentage, wie im allgemeinen, so auch bet dem gegenwärtige«, darauf zurück­zuführe« sei, daß alle Teilnehmer — gleichviel welche« Stande- — sich als Brüder fithlleu; al» Söhne de» ein« ewigen Vater». Ei« Nu»-

Wochen-Runbschau.

L! Fulda, 27. Aug. 1904.

Die 51. General» ersamrnlung der Katho­liken Deutschland-, die am Sonntag in Re- gen-b urg begann, hat allen Liberalen, die sich von den Pronurcamento» der jungen Grasen Preyfivg und Dco eine große Wirkung versvrochen hatten, eine schwere Enttäuschung bereitet. Alftu viele Liberale werden e- freilich n-.cht sein, die im Ernste an eine Wirkung geglaubt haben. Ein Teil der liberalen Vreffe hatte ti ja vorher schon ansgegeben, mit dem Zwischenfall Preystng.Srco Verwirrung unter den Katholiken anzurichten. Der Teil, der eS bis zur Versammlung fortsetzte, dürste bei seine» gläubigen Lesern dadurch nicht an Kredit gewonnen Haden. Na­türlich fehlte in Regensburg der katholische Adel keineswegs; er war vielmehr äußerst zahlreich er­schienen, der Fürst von Thurn und ToxiS an der Spitze. Daß die katholischen Adeligen fehlten, die früher auch nie auf einer Katholikenversammlung er­schienen und mit dem Liberalismus zu liebäugeln pflegen, ist gewiß nicht den Grafe» Preystng und Arco auf Rechnung zu setzen. Die bayerischen Bischöfe haben der liberalen Presse ebenfalls nicht den Ge­fallen getan, die Kacholikenversawmlung unbeachtet zu lassen. Der Erzbischof von München-Freyfing, der angeblich vor ihr nach Einstedeln geflvh n fein sollte, wohnte ihr zum Aerger der liberalen Presse bei; auch der päpstliche NuntiuS in München, Msgr. Caputo erschien in Regensburg; ebenso mehrere ausländische Bischöfe und Aebte. Die Generalversammlung, die wieder mit e nem gewaltigen Festzvge katholischer Ar­beiter und fünf gleichzeitigen Arbeiterdersammlungen eingeleitet wurde, verlief großartig wie immer. Der Zudrang war enorm; auch außergewöhnlich viele Aus­länder waren gekommen. Selbstverständlich wurde jede Verletzung Andersgläubiger peinlich vermieden. Die Verhandlungen der Generalverfammlung waren, wie eS der Kaiser in seinem Taiittrlegramm als seine Hoffanng auSspricht, vom Geiste de» Friedens geleitet und man darf auch getrost behaupten, daß fie „der Ehre und dem Wohle de» deutschen Baterlandc» dienen werden".

Mit der drohenden Brausteuererhöhung sucht ein Teil der liberalen Presse feit einiger Zeit Tag für Tag die Gemüter aufzuregen. Daß die Re- . gierung schon seit Jahren an diese Erhöhung al» ein sehr geeignete» Mittel, ein Loch in der ReichSkaffe auSzusülleu, denkt, ist bekannt. Daß, wie behauptet wird, da» Zentrum geneigt sei, ihr dabei Vorschub zu leisten, ist nur der liberalen Presse bckannt. Der Ge­danke einer Staffelung der Brausteuer, durch die den kleineren und mittleren Brauereien der Wettbewerb mit den großen erleichtert wird, dürfte allerdings auch iw Reichstage bei der Mehrheit Anklang finden. Wenn dabet auf Kosten der großen und zur Entlastung der kleineren ein mäßiger Gewinn für die Reich-kasie ab­fiele. so wäre auch da- unsere» Erachtens kein Un­glück. Eine allgemeine Brausteuererhöhung mtt folgen­der Bklverteuerung dürfte dagegen ebenso wie früher auf starken Widerstand stoße» trotz der ungünstigen Finanzlage deS Reiches.

In Amsterdam tagte in der vorigen Woche der internationale Sozialisteu-Kongreß. Eine irgendwie nennenswerte praktische Bedeutung können wir trotz aller Großsprecherei der sozialdemokratischen Presse diesem Kongresse nicht beimessen. Wenn auch unter d-n 482 Teilnehmern sogar Japaner und In­dier vertteten waren und der Japaner Katayama und der Russe Plechanow sich unter großem Beifallsjubel zum Zeichen der Brüderlichkeit die Hände schütte ten, so haben wir doch nach dem Kongreß eine einige internationale Sozialdemokratie ebenso wenig wie vor­her. Keiner der wichtigen Beschlüsse wurde einstimmig gefaßt, und die dag-gen gestimmt haben, werden stch natürlich auch in Zunmst nicht darum kümmern. Die wichtigsten Verhandlungen wurden hinter verschlossene» Türen in den Ausschüsse« geführt, und wie sogar die varteioffiziö» abgestempelten Berichte erkennen lassen, find dabei die Geister heftig aufeinander geplatzt. Auch ht de» öffentlichen Versammlungen gab e» wiewohl «an in den Ausschüssen doch olle» getan hatte, um die Gegensätze auSzualeich«, noch manche aufgeregte Szene und arge Zwtstigkiien So wüst wie auf dem Dre»dener sozialdemokrattschen Parteitage ging e» allerdings nicht her, wiewohl der große Bebel selbst da war und mtt gewohntem Eigenfinn seine Ansicht x l?nien Sozialdemokratie aufzuzwingen suchte. Bon den Mngreßbeschlüffen erwähnen wir nto noch den,

sich gegen den Generalstreik auSspricht. D« Beschluß ist vernünftig, wird aber nicht» daran «de«, daß in Frankreich und anderen Lärche« für den Generalstreik agitiert wird. Ueber Haupt wird der »ongreß an der „internationalen" Sozialdemokratie «chts tobe«. Jedes Land wird nach wie vor seine «g«e Sozialdemokratie mit besonder« Ideen und wefirebung« hab«, und wo fie gefoulten ist, wird i* r» bleiben.

,3» Südwestafrika find die Herr«» nach dem Sefecht vom 11. d. tot«, nach Süden hin entkommen.

ganz rinzuschließen und mtt einem Schlage den »ufstaud nieder zuwerfen, ist also nicht gelungen. Sie ■eben von mehrer« Kolonn« »erfolgt. In ter

zu einem Erfechte, in dem die deutschen Streitkräfte | noch 5 Tote und 2 Verwundete verloren Bei einem Gefecht am 6. d.MtS. hatte, wie nachträglich bekannt wurde, eine von Herero» überfallene Patrouille noch 9 Tote gehabt. — Eine recht sonderbare und dunkle Geschichte ist die mit dem Grreneveld. ES scheint da in Südafrika wieder einmal ein scheußlicher Mord an an einem Neger begangen und ungemein milde be­straft Word« zu sein. Der Täter war der stellver­tretende Difiiiktsches von Bethanien, Unteroffizier Koffak. Groeneveld will, well er den Fall zur An­zeige brachte, von den Behörden verfolgt und von dem Richter in Seetmanrhop, Referendar MerenSky, wiederholl willkürlich zu hohen Straf« verurteilt worden sein. Ganz auffallend ist e» jedenfalls, daß er von MmenSky zu mehrjähriaem Zuchthaus ufw. verurteilt wurde, während dar Obergericht in Wind­hoek regelmäßig auf Freifor, chung oder eine ganz unerhebliche Strafe erkannte.

In Oesterreich dreht sich der parlamenfarifche Wtnd mal wieder. Die deutsch« Parteien treten in Opposition zur Regierung, während die Tschechen die Obstruktion aufgeben zu wollen scheinen. Grund natürlich die Sprachcnfrage. An der Lehrerbildung«- anstatt in Troppau srlle» tschechische Parallelklassen errichtet werden. Aehnliche» soll anderSwo geplant sein. Aas einem „VolkStage" in Troppau erhoben „die Deutschen" lärmend Protest dagegen. Die radi­kal« Tschechen ihrerseits scheinen aber mit bloßen Parallelklassen noch nicht zufrieden zu sein.

In Frankreich wird, während die Angelegen- heit der Bischöfe von Dijon und Laval »och schwebt, eifrig über die Frage der Trennung von Staat ur.d Kirche debattiert. Biele gute Katholiken, namentlich auch Geistliche, schein« der Ansicht zu sein, eS müsse erst noch schlimmer werden, ehe e» besser werde, und die Trennung von Staat und Kirche werde der Kirche große Vorteile bring«. Aber glaubt man beim etwa, die Kulturkämpfer würden stch mit dem Abbruch der Beziehung« zum hl. Stuhle und der Einstellung der Staatslechung« begnügen und die Kirche, Geistliche und Bischöfe frei schalten lass«? Sie werden sicher durch weitere Ausnahmegesetze die Kirche soviel knebeln, wie nur immer möglich. In Rom wünscht man die Trennung denn auch keineswegs. Daß die feavzöfischm Katholiken sich aufraffen und mit ver­einte» Kräften da» Joch der Kuttmkärnpftr abschüttel» würben, ist »ach den bisherigen Erfahrungen auch nicht anzunehmen. Organisation und kräftiger, einmütiger Handeln nach dem Beispiel der deutsch« Kaiholike» im Kultulkampfe scheint d« französischen Katholiken etwas unmögliches zu sein. Sie mach« immer nur Dummheiten, möglichst jeder für sich, zur Freude der Gegner, die ihn« immer noch nicht den Gefallen tun wollen, sich zu spalte» wie fie.

In Rußland hat der Zar au» Anlaß der Geburt derGroßfoHen-ThronfolaerS einGnab«manifest erlassen, bas bie Körperstrafe für die bäuerliche Be­völkerung sowie für die Soldaten aufhebt, alle Rück­stände von AblösunaSzahlung«, von Landschastsab- gaben und andere» Steuern den Baue« erläßt, die bäuerliche Bevölkerung von der Rückzahlung der für Verpflegungszwecke bei Mißernten erteilte.« Darlehen befreit, eine Reihe von Vergünstigungen für Ver­brecher und Sträflinge «thält, zahlreiche Geldstrafen usw. nachläßt, Finländern, die ohne Erlaubnis Finland verlassen hab«, die Rückkehr gestattet, solche die fich der Militärpflicht «Kögen haben, straflos läßt und eite Reihe weiterer Gnadenbezeugungen enthält.

Auf dem ostafiatischen Kriegsschauplatz konzenttiert fich da» Interesse andauernd auf Port Arthur. Das Schicksal der russischen Port-Arthur- Flotte ist noch immer ungewiß. Um die Festung wird fortgesetzt gerungen; »ach einig« Meldungen sollen die Sturmangriffe der Japaner mit groß« Verlusten zurückgeschlagen fein, nach ander« sollen bie Japaner schon an Boden gewonnen hab«. Anscheinend find bie Japaner jetzt toieber im Bonücken begriff«.

[:] Gegen de« „««scheuverstand" deS kluge« „Huus" erbeben Skeptiker immer wieder Bedenke«. So schreibt der ,D. Fr. Preffe' ein Landwirt au« der Priegnitz u. a.: „1855 oder 56 sah ich zu ttleing in einer Bude von einem Pony ebenfalls die schwierigst« Rechenexempel gelöst, an denen ich als Sekundaner zu tun gehabt hätte. Ich erzählte da» meinem Baier, der mich darauf aufmerksam machte, daß daS Pferd ab­gerichtet ist, zum Beginn und Aufhören deS Scharrens auf ein bestimmtes, sonst nicht auffälliges Zeichen zu achten. Meinem Bater war« solche Dinge vo» seiner Jugend her schon bekannt. Derartige PferdekunststLcke wurden schon vor länger alS 100 Jahren in den Schou- bud« der Jahrmärkte in kleinen Städtm gemacht. Man würdigte fie schließlich gar nicht mehr, und zu­letzt unterblieb« fie. Ich habe Umgang mit einig« dreißig Pferden, fahre selbst und rette, und kenne ganz genau die sonst nicht zu unterschätzenden geistigen Fähig­keiten deS PserdeS. Ich fahre am liebsten einen Doppel- Pony. Wenn ich durch die Felder fahre und einer der ButSarbeiter vom Acker nach dem Wege zukommt, bleibt der Pony stehen, weil er „denkt", der Mann will mich sprechen. Alle Reit- und Wagenpferde roiffen ganz genau, waS rechts nnd lin'S ist. Sie weichen begegn«- den Fuhrwerken, ohne daß man sie lenkt, rechts, wi« eS die Wegeordnung vorschreibt, aus, und beim Bor- beifahren von hintm geh« fie von selbst links an dem Fuhrwerke vorüber. SBenn daS Pferd de» Her« v. Osten Menschen nach der Photographie erkennt, warum läßt man daS Pferd zu dem betreff«d« Menschen nicht hingeh«, sondern nur mit dem Fuße kratzen? Ich kenne einen Tierarzt, der beim Fadr« anstatt zu lenken, seinen Pferd« stets zürnst: recht» bezw. links, und die Pferde gehen rechts ober link», wie ihn« »ugeruf« ist. Ich kann mich auS meiner Jugend noch erinnern, daß ein Kutscher, neben dem ich auf dem Bocke saß, die Pferde auch nur durch die Zu­rufe rechts bezw. links richtig lentte. Ich bin der An­sicht, daß Profeffor MöbiuS sich täuscht und daß er nicht so genauer Pferdekenner ist, wie ein Landwirt, der Tierfreund ist und täglich in bet liebevollsten Weise mit seinen Sterben persönlich Verkehr hat." Ebenso schreibt ein Reiterofsizier, der „HanS" beobachtet hat, dem .Berliner Tageblatt': „DaS ferb tut nur ba», was sein Herr befiehlt. Auffallend ist, daß alle» durch Zahlen auSgedrückt werde« muß. Zum »eifotel: Dem Tier wird bie Photographie vo« einem bet an­wesend« Gäste gezeigt. Darauf stell« sich die An- wesenden der Reihe nach auf. HanS gibt dann durch Klops« die Stelle an, an der daS Original steht. Warum geht da» Pferd nicht auf die Stelle zu? Herr v. O. ist ein großer Rechenkünstler; HanS kann diese Rechenkunststücke ebenfalls, aber nur bann, wenn fein Herr ihm bie Aufgabe stellt. HanS unterscheidet ferner bie Worte wie Kaiser, und RaiferingebnrtStag und klopft sofort ba? richtige Datum, lann aber nicht zwei und bret zählen, wenn die Aufgabe von einem anbeten al» Herrn v. O. schriftlich vorgeführt wirb. Der glückliche Befitzer erklärt dies« Umstand mit einer eig«ftnntg« Regung des Tieres, die HanS noch abgewöhnt werb« soll."

* Heidenmäßig viel Geld hat man auf einmal in Berlin. Freudig und stolz wird verkündet: Der Fehlbetrag im StadthauShalt ist verschwunden! Der Jahresabschluß der Stadthauptkaffe ergibt etnen Ueber« schuß von rund 41/« Mill. Mk. DieS ist hauptsächlich darauf zurückzusühr«, daß die städtischen GaS- und Wasserwerke einen Mehrüberschnß von etwa 21/« Mill. Mark lieferten und daß die Stadthauptkaffe felbst mit einem Mehr von rund 1 Mill. Mk. abschließen konnte. Jrn notigen Jahre hatte man im Berliner Rathause nicht geringe Seldbeklemmung«, und nur schwer wurde die Erhöhung deS Einkommensteuer-Zuschlags ver­hindert. Ma« sah fich schon der Staatsaufsicht auS- geliefert. Nun mit einem Male der Umschlag! Die Berliner Steuerzahler werd« aber gewiß wünsch«, daß im Rathause daS Wort beherzigt werde: Spate bei der Zeit, bann hast bu in bet Not!

zeichn»»g, die den Generalversammlungen bis jetzt wohl noch nie widerfahren sei, sei dem Regensburger Tag dadurch zuteil geworden, daß ein Nuntius im Auftrage des Heilig« Vaters dessen Segen gespendet habe (Lebhaftes Bravo!). Wir beginnen daher mit einem Akt der Huldt- gung gegenüber dem Heiligen Vater. Se. Heilig­keit Papst Pius X. er lebe hoch! hoch! hoch! (Begeistert stimmt die Versammlung in den Ruf ein.)

Sofort ergriff das Wort erster Vizepräsident Graf Droste-Vischering, um dem Prinz- Regenten als dem Herrn des Landes, in welchem die Generalversammlung getagt, in beredt« Worten tteuer Anhänglichkeit die Ergebenheit der deutschen Katholiken zu bezeugen. Der dritte Toast, ausgebracht durch den zweiten Vizepräsi­denten Baron von Psetten-Ramspau galt dem Kaiser, deffen tief religiöser Empfindung Redner in zu Herzen gehenden Worten gedachte. Der Katholikentag habe um so mehr Anlaß, des Kaisers dankbar zu gedenken, als dieser ihn mit einem so erfreulicher Danktelegramm beehrt habe. In das ausgebrachte Hoch stimmte die Ver­sammlung begeistert ein, worauf die Musik „Heil Dir im Siegeskranz" intonierte.

Das Hoch des Präsidenten des Zentral- Komitees, Grafen Droste-Vischering, galt dem Gesamt-Episkopat, namentlich dem Regens­burger Bischof Ignatius und dem Weihbischof Fretherrn von Ow.

Der Verdienste deS fürstlichen Hauses Thurn und Taxis, namentlich auf dem Gebiete der christlichen Nächstenliebe, gedachte in schwung­vollen, mit hoher Begeisterung aufgenommenen Worten Prälat Dr. Werthmann.

In Erwiderung deffen bezeichnete Frhr. von Ow den Verlauf des Katholikentages als einen solchen, der nicht nur die Erwartungen erfüllt, sondern in hohem Maße übertroffe» habe. Dieser Erfolg sei neben der übernatürlichen Gnade in erster Linie zu danken dem Präsidium, dem ver­dienstvollen Präsidenten Dr. Porsch, sowie den beiden Vizepräsidenten Grafen Droste und Baron von Pfetten, in deren Familien die Verdienste um die katholische Sache ttadittonell seien. Durch ein kräftiges Hoch brachte die Fest- Versammlung ihre Sympathie zu dem Präsidium und ihren Dank zum Ausdruck.

Die 11 Redner des 51. Katholikentages wurden in einer ausdrucksvollen Rede deS Präsidenten des Lokalkomitees, Kommerzienrats Pustet, gefeiert.

Dem Lokalkomstee wurde für seine schwere Aufgabe, die es mit „bayerischer Gemütlichkeit und Liebenswürdigkeit" gelöst habe, durch den Grafen Schönborn gedankt.

Nachdem sodann von dem folgenden Redner der Gastlichkeit der Stadt Regensburg gedacht worden war, ergriff das Wort erster Bürgermeister, Herr Geib, zu folgender unter lebhaftem Beifall aufgenommenen Ansprache:

Meine hochverehrt« Herren!

ES drängt mich aus die außerordentlich gütigen Ausführungen de» Herrn Vorredners ohne Verzug zu antworten. Ich bin ftoh und stol», daß Reg-nSburgs Bürgerschaft für ihre mühevollen Vorbereitung«, ihre schlickte aufrichtige und kerndeutsche Gastlichkeit ein so warmer Lob geerntet hat und daß unsere Vor­kehrungen auf dem Gebiete de» Sicherheit»- und Ver­kehrswesens ihren nachsichtig« Beifall finden dürft«. (Lebhafter Beifall.) In Regensburg wird die Er­innerung an die nun endende, nach Inn« und außm flanzvoll verlaufene Tagung noch lauge ftisch bleiben, ie Erinnerung an bie Tage, ba die wogende frohe Menge alle Straß« füllte, ba die altersgrauen Mauern unter dem herrlich bunten Festgewande verschwanden, da ungezählte Mass« den begeisterten und begeisternd« Worten der Führer lauschte», vor­bildlich in treuer Aufmerksamkeit, tadelloser Disziplin und imposavter Einigkeit. (Stürmischer Beifall.) Meine hochverchrtm Herr«, ich bttte Sie: Bewahr« Sie auch JhrersettS eM wohlwollende» und freund- liche» Gedenken für die schöne Donaustadt! In diesem Sinne erfülle ich nunmehr zum letzt« Male die an- gmehme Pflicht der Gastfteundschast, indem ick im Namm der Stadt mein Gla» leere auf Regensburg» liebe Gäste und ihre glückliche Heimkehr! Sie leb« hoch! hoch! hoch! (Stürmischer Beifall )

Herr Baron Reichling-Meldegg widmete sein Hoch der bewährtenZentrum8fraktion,während geistl. Rat Wenzle — laet not leaet — der Verdienste der katholischen Preßvertreter auf dem Katholikentage gedachte. Mit feinem Ver­ständnis hob er die Schwierigkeit dieser Berufe- hervor und seine Bedeutung für die Strapazierung katholisch« Empfinden« und Lebens. Die an­wesenden Vertreter der katholisch« Preffe ließ« ei sich dann auch nicht nehm«, durch ein« kräftig« Beisall für diese Anerkennung d« Dank zu erkennen zu geb«.

Zum Schluß sprach noch Prof. Dr. Gonzalo Lanz-Lala manea die Hoffnung an», daß da- Beispiel der deutsch« Katholik« in «der«

Drittes Blatt <