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Druck und Verla- bt SuIbaerRctieflbniM in ffnlba < Harmonie Lernsprecher Ur. 9.

M 190.

Kllüa. Montag, dm 22. August 1904,

31. Jahrgang.

):( Erhöhung der vlersteuer.

Ernige frei finnige Blätter, allen voran die .Freisinnige Zeitung', rufen fast täglich zum „Kampfe" gegen die drohende Biersteuererhöhung. Bis jetzt aber scheint es nicht, als ob sich schon viele Leute hätten von der „Gefahr" schrecken lasten. Etwas Greifbares über die Höhe der drohenden Steuer ist ja auch aus allen Kampfes artikeln nicht mit Sicherheit zu entnehmen. Daß die Regierung, wenn einmal die Erschließun, neuer Sreuerquellen unvermeidlich erscheint, zu­nächst das Bierfaß anzubohren gedenkt, ist eme so altbekannte Lache, daß man nachgerade ab» gestumpft gegen Nachrichten über Biersteuerpläne ist Und dann wird wohl auch gerechnet werden: der Reichstag hat fich früher der Erhöhung der Biersteuer widersetzt; die Mehrheit hat in den letzten Jahren ihre entschiedene Abneigung gegen neue Steuern auf Gegenstände deS Massen­verbrauchs wiederholt bekundet; also steht eine Bierverteuerung kaum bevor.

Die Llarmrufe knüpfen an die Tatsache an, daß die Regierung eine Staffelung der Btersteuer plant. Um den kleineren und mittleren Brauereien den Wettbewerb mit den großen Aktienbrauereien zu erleichtern, soll die Steuer, die jetzt gleichmäßig 2 Mark für den Zentner Malz beträgt, abgestuft werden je nach der Menge Bier, die eine Brauerei erzeugt, oder der Menge Malz, die fie verbraucht. Die kleinen und mittleren Brauereien selbst wünschen diese Staffelung. Es wird nun behauptet, fie werden das Verderben dieser Brauereien sein. Denn dann würden die Großbrauereien den Wettkampf gegen die kleinen ganz rückfichtslos bis aufs Messer führen, nötigenfalls unter zeit­welligem Verzicht auf Gewinn. Sie würden ihnen durch Unterbietung im Bierpreise usw. die Kundschaft abjagen und das Ende werde die Aufsaugung der kleineren durch die großen sein.

Die kleineren Brauereien werden vermutlich nicht viel davon gemerkt haben, daß die großen den Wettbewerb gegenwärtig besonders rückfichtS- voll führten und zartfühlend neue Kunden zurück- wiesen, wenn fie hörten, daß diese von ihren schwächeren Konkurrenten abfallen wollten. Im Gegenteil, man hört nur, daß die großen alles an fich ziehen was fie iönnen und in der Tat verschwinden die kleinen Brauereien ja immer mehr. Es würde den kleinen bei der Staffel- steuer also kaum Übler ergehen, als jetzt schon. Sie selbst müffen so etwas jedenfalls nicht be­fürchten, sonst hätten fie nicht um die Staffelung petitioniert, und man sollte meinen, fie hätten fich die Sache vorher wohl überlegt. Es handelt fick ja auch nicht darum, den kleineren und mittleren Brauereien die Möglichkeit zu ver­schaffen, mit dem Bierpreise die großen zu unterbieten. Vielmehr soll es ihnen durch die Steuer erleichtert werden, ebenso gutes Bier zu dem gleichen Preise zu liefern wie die großen.

Run sagt man: Wenn die Regierung eine Reform der Biersteuer unternimmt, so wird fie das ficher nicht ohne gleichzeitige Erhöhung tun; ihr kommt es doch vor allem darauf an.

aus dem Bier wehr für die Reichs kaffe heraus- zupreffen. Wir glauben nun allerdings auch, daß fie ihren Vorteil tm Auge haben und von vornherein die neue Steuer so einrichten wrrd, daß ein Verlust für die Reichtkvffr aus­geschloffen ist, vielmehr noch ein Gewinn dabei abfällt. Darm würden wir indeß nicht unter allen Umständen ein Unglück sehen. Dre Großbrauereien stehen fich so gut, daß fie etwas mehr Steuer sehr wohl tragen können; und wenn dafür den kleinen und Mittlern eine fühl» bare Erleichterung zuteil wird, so sehen wir nicht ein, warum man sich einer solchen Reform grundsätzlich widersetzen sollte. Es scheint uns eine gesunde Mittelstandspolitik zu sein.

Angebliche Renner der künftigen Regierung?- vorlage, die schon feit Jahren fertig liegen soll, behaupten mm freilich, auch für die kleineren und mittleren Brauereien foEe die Steuer wesentlich erhöh' werden, nut solle fie für die groß n noch höher fein. Statt 2 Mk. sollen, so will die ,Voff. Ztg/ wissen, die kleinen und mtttleren Brauereien 5 Mark, die großen 6,50 Mk. zahlen. Das wäre nun allerdings eine andere Sache. Da wäre der Schutz der Schwachen nur mehr Vorwand für eine allgemeine starke Brausteuererhöhung und eine Erhöhung des Bierpreises würde die Folge fein. Hiergegen würde fich im Reichstage ohne Zweifel leb­hafter Widerspruch erheben, da man weder einer Verteurung von Gegenständen des Moffen- verbrauches durch neue indirekte Steuern geneigt ist, noch durch Verteurung deS Bieres den Schnaps- genuß fördern will. Es hat indeß keinen Zweck, sich über Steuerpläne aufzuregen, die man noch nicht kennt, zumal da der Regierung die Stimmung der Reichstagsmehrheit ohnehin bekannt fein wird.

Mit der Aenderung der Biersteuer soll ein Verbot der Surrogate verbunden werden. Das würde vor allem den Wünschen der großen Brauereien entsprechen, die ohnehin schon meist nur Mal; und Hopsen bei der Bierbereilung verwenden, während von den Surrogaten vor­zugsweise die kleinen Gebrauch machen. Trotz­dem erscheint das Verbot berechtigt. Wenn den kleinen und mittleren Brauereien durch die Staffelung der Wettbewerb mit den großen er­leichtert wird, dann müffen sie auf den Vorteil, den ihnen der Gebrauch von Surrogaten bietet, verzichten können. Brauereien, die nur bestehen können, wenn fie aus allerlei zweifelhaften und ge­sundheitsschädlichen Stoffen ihr „Bier" zusammen- manschen, find nicht existenzberechtigt. Das Bier ist in gereiftem Grade zu einem Volksnahrungs- mittel geworden und es muß von Staats und Polizei wegen soweit möglich dafür gesorgt werden, daß das Volk nicht mit gefälschten und vergifteten Nahrungsmitteln geschädigt wird.

Deutsches Reich.

Berlin, den 20. August 1904,

* Als völlig ficher darf angesehen werden, daß dem Reichstage im nächsten Tagungsabschnitt

ein AriedemsPrSse»zgesetze«1w»rf zugehen wird, da der im vorigen TagunySabschnitt per» einbarte nur bis zum Ende März 1905 Giltig- test hak. Dos erste MUüärgesetz, das dem Ar- rikel 59 der Verfassung entsprach, wurde unter dem 2. Mai 1874 erlassen. Nach dem Wunsche der Ditbflnfceten Regierungen sollte darin bie Friedenspräsenzstärke dauernd festgelegt werden. Da der Reichslag nicht darauf e-ngehen wollte, einigte man fich auf das Stptennat. Seither find zu wiederholten Malen bedeutende aenbetungen in der Frtedenspräserz und der Einteilung des Heeres durch Gesetze vorgenommen reotoen. Die gegenwärtig zu Recht bestehenden Verhältnisse find durch drei Gesetze geregelt. Die beiden ersten stammen vom 25. März 1899, fie setzen die FriedenkPräsenzstärke fest und erhöhen die Zahl der Armeekorps auf 23. Das letzte ist das in dem vorigen Tagungsabschnitte verein­barte Gesttz, das die Verlängerung der bestehen­den Verhältnisse biS zum Ende März 1905 aus- sprach. Das neue Gesetz wird eine Neufestsetzung der FkiedenSp-äsinz bringen.

—* Eine Novelle zum Branntwein- stenergesetze soll, wie osstz'öS geschrieben roir*, dem Reichstage im nächsten Tagungsabschnitte zugehen. Sie soll einer aus einer unklaren Fassung der Novelle vom Jahre 1902 drohenden Gefahr vorbeugen. Die Feitigftellur?g der No­velle vom Jahre 1902 nahm, rote erinnerlich, einen ganz eigentümlichen Verlauf. Infolge dessen kam eine Bestimmung in einer Fassung in das Gesetz, auf Grund deren demnächst neue Bren­nereien errickret werden Iönnen, bie nach Ablauf dec jetzigen KontingentSperiode entgegen den Ab­sichten der Novelle von 1902 ein Kontingent bis zum Höchflbetrag von 80,000 1 in Anspruch nehmen könnten. Das Höchstkontingent für die Periode von 1903 bis 1908 beträgt 50,000 1 Im Reichstage ist auch im vorigen Tagungsab­schnitte auf diese Gefahr aufmerksam gemacht worden. Nun würde an fich noch kein Grund vorliegen, schon in nächster Zeil mit einer ent­sprechenden Gesetzesänderung vorzugehen, weil die neuen Betriebe noch bis zum Oktober 1908 roartm müßten, bis ihnen das erhöhte Kontingent zugewiesen werden könnte. Indessen wird es als zweckmäßig angesehen, die Aenderung schon im bevorstehenden Tagungsabschnitt des Reichstags vorzunehmen, um nicht etwa infolge der unklaren Fassung Spekulationen auf die Zuweisung eines höheren Kontingents aufkommen zu lassen.

** Die Presse hat in den letzten Tagen ver- schiedentlich sich abfällig darüber geäußert, daß die Verlustlisten der in den letzten Gefechten in Südwestafrika gefallenen und verwunde­ten Unteroffiziere und Mannschaften nicht gleichzeitig mit den Namen der gefallenen und verwundeten Offiziere hierher gemeldet und bekannt gegeben worden feien. Die,Nordd.Allgem. Ztg.' sucht das folgendermaßen zu entschuldigen: „Es kommt hier in Betracht, daß die Aufstel­lung von Mannschafts-Verlustlisten zur Vermei­dung von Irrtümern eine genaue Durchsicht der Stammrolle jedes einzelnen in Frage kommenden Unteroffiziers oder Mannes in Bezug auf Namen,

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(Nachdruck verboten.)

«tt demselben Nachmittage fühlt Leonhard Werner sich von einer sonderbaren ilmnhe ergriffe». Dieselbe nimmt mit jeder Stande zu, so daß er endlich beschließt, eine Stunde früher als sonst nach Hanse zu gehen. Mittlerweile hat fich ein starker Wind erhoben und die Gewalt der Regens einigermaßen gebrochen.

AIS Werner in die Schlucht einbiegt, gewahrt er, drß der Bach seit dem Morgen zu einem kleinen c affe angeschwollen ist. An seinem untern Laufe b> qinnt da» Wasser über den Rand des Bettes zu tr tten. Weiter oben hat die übermannshohe Tiefe de« Graben» ein AuStreten Bi» jetzt verhindert. Die schmutzige gelbe Mut reicht invrffea bi» an den Steg, und ai» der große starke Mann in hastigem Drängen schwanken die morschen Bcetter bedenklich .*$*** "icht darauf, sondern schreitet ans fconi tu0 Schritte weiter auswärts gelegene

A Kinder jubeln bei seiner Heimkehr - ist doch fr Ian9e s°rt! Selbst Linchen war e» ®"2“?b tojlntoetter« ganz unbehaglich zu Mute b" Muiter eigentlich hin ist, wissen SR.»,«..; Et"«'Annchen aber meint mit kinderlicher Bestimmtheit: „sehr weit, weit fort!' z. 7fr” Augenblick kommt Werner der Gedanke, Ans zu gehen, nm fie zu suchen und ihr wb* fr! 1fr Yeraufzuhelfen. Gleich daraus sagt daß er fie ans die Weise gerade ver- „£nb ba& e* besser fei, von der Türe b£ Moment zu wart-n, in welchem fie die Übergang,stelle betreten werde.

Das Haus im Gebirge.

Erzählung ansder Gegenwart von Klar a Lötschert (Marga Brechten.)

Während Werner dort an die feuchte Wand gelehnt steht, durchkreuzen hundert verworrene Ideen sein Hiru. Wo mag Magda sein? Zn BraunS war fie nicht, daS würde er gehört haben. Ohne besonderen Grund aber hat fie an einem so schlimmen Tage ge­wiß nicht den Weg untere ornme». Und nun fällt ihm ein, daß fie ihn beim Mittaaessen mit ihren großen schönen Bugen so eigentümlich angesehen — so, al» cb fie eine Frage stellen gewollt. AuS Furcht, es könne wieder bie alte Geschichte betreffen, war er rasch auf- gestanden und hatte seinen Hut genommen. Doch wie — wenn fie nun für immer gegangen, wenn fie ihn ver­lassen hätte! Nein, nein — dazu ist fein braves, pflichtgetreues Weib, die Mutter seiner Kinder nicht fähig. ES liegt ja auch kein Grund vor; waS hat er ihr denn auch getan? Aber Frauen find nun einmal 0, wenn fie fich eine Idee in den Kops gesetzt. Seine ortdauernde stillschweigende Weigerung kann fie zu einem verzweifelten Entschluß getrieben haben. Jeden- aus droht ihr irgend ein- Gefahr, darum will er nicht von der Stelle weichen, bi» er fie gesund und wohlbehalten daheim weiß.

So steht er lange, lange, während ihm der Wind dm Regen in'# Gesicht peitscht.

Auf einmal kommt ihm die Sorge, daß Magda ich erschrecken und einen Fehltritt tun könne, wen« fie chn so unvermutet erblicken werde. Darum geht er einige Schritte weiter bi» zu einem Platze, von welchem au» man die ganze Biegung der Schlucht im Auge )at. Hier kauert er fich hinter einen Felsenvorsprung — er »st wie zum Kinde geworden in seinem bangen Zweifel und der ungewissen Furcht, e» möchte irgend etwa» geschehen, da» er nicht näher zu bezeichnen wagt. —

Nur einmal verläßt er feinen Posten und zwar im entscheidenden Augenblicke!

,«uf eine Sekunde/ faste er fich, als laute» . ’inbergtfdjrrt au» dem Hanfe tönt. Aber au» der Sekunde werden volle zehn Minuten oder mehr sogar, denn Franz hat fich ein Messer zu verschalen gewußt

und beim Spiele die Hand verletzt. Die kleine Wunde blutet stark — Werner sieht fich genötigt, zuerst das Kind zu beruhigen, ehe er daran denken kann, zurückzukehren.

Indem langt Magda unten an. Heber dem langen Sitzen in Margarets dumpfiger Stube war ihr plötzlich übel geworden. Ei- hatte gemeint, die frische Lust werde ihr gut tun und fich, nach einem nochmaligen vergeblichen Versuche, nach Feldhosen zu komme«, langsam ivs den Heimweg gemacht.

Enttäuscht, müde und krank wankt fie weiter. ...

Mit donnerndem Getöse stürzt der B-ch in» Tal, rastlos, unaufhaltsam dem Rheine zu. . . .

Magda hört, wie fich daS Wasser seitwärts in den eisigen Vertiefungen ansammelt mit einem dumpfen, gurgelnden Laut ... im nächsten Auge.blicke reißt es st n wieder los, um mit dem übrigen Gefälle schäumend hinabzuranschen.

, . . Ihr Kopf brennt. Der Regen läßt nach. Der gegen fie anstürmende Wind aber benimmt ihr den Atem. Sie bleibt stehen, nm Luft zu schöpfen--

blickt zum Himmel empor und dann wieder zur Seite in die tosende Flut. '

... Ob wohl ein Mensch, der da unversehens hinunterstürzte, die Kraft Halen würde, gegen das wilde Wasser, gegen den Tod anzukämpfen, oder ob er hinabgeschwemmt werden würde, seinenKopf an dem spitzen Gestein zerschellend? Sie — nein, fie würde die «rast nicht dazu haben ... So denkend, nähert fie fich der Uebergangrstelle im Bewußtsein der eigenen Schwäche — al» fie das Brausen der widerlichen gelben Flut unter fich hört, kommt ein Schwindel über fie. . .

Oben, kaum fünfzig Schrstte von ihr entfernt, gebt die HanStüre ans. Werner sieht die hohe, schlanke Gestalt feiner Frau den Weg betreten, steht, wie sie Plötzlich wankt, wie ihr Fuß auf den nass-n, schlüpfrigen Blättern auSgleitet, wie die Stützen nachgeben — und daS ganze morsche Holzwerk unter fihr zusammen« bricht.....

Wie ein Rasender stürzt er hinab: „Magda!"

Geburtsjahr und -Ort, früherer Truppenteil rc. erfordert und daher weit mehr Zeit beansprucht, als dies bei Feststellung der Namen gefallener ober verrounbetrr Offiziere der Fall ist. Bei der verhältnismäßig geringen Anzahl der letzteren ist ein Irrtum bei lediqlicher Namensnennung aus­geschlossen." Aber der gefallenen Mannschaften sind doch auch nicht so viele, baß man die Namen nicht in kürzester Zeit feststellen könnte. Es scheint hier einmal wieder die Scheu vor den Telegramm- Gebühren sich unangenehm bemerkbar gemacht zu haben. Wenn überflüssige Glückwunsch, oder Bei­leids-Telegramme abgefarbt werden oder Mini­ster zu irgend einem Klimbim reisen sollen, bann ist immer Geld genug da. Wenn aber Tausende deutscher Väter, Mutter rc in Aengsten aus Nach­richten über das Schicksal ihrer Angehörigen in Südroestasrika remten, bann fehlt das Geld für Telegramme, vorausgesetzt, daß es fich um „Ge­meine" handelt; die Namen der Offiziere werden natürlich schleunigst dem Kabel übergeben. Daß hier etwas nicht m Ordnung ist, empfindet man offenbar jetzt auch in amtlich-n Kreisen, denn die ,Nordd. Bllgem. Ztg/ schreibt weiter: „War da­her seitens des Kommandos der Schutztruppe in dem Schutzgebiete die alsbaldige telegraphische Mitteilung arch der Mannschafts-Verlustlisten zu erwarten, so ist dasselbe doch euch von hier am 18. d. M. zur telegraphlschen Einsendung der­selben noch besonders angewiesen worden." Mit Bezug auf andere Beschwerden schreibt das Blatt: „Im übrigen sind Mitteilungen über eingetrelene Todesfälle und Veränderungen in der Schutztruppe seit jeher nicht den Angehörigen in Deutsaland direkt übermittelt, sondern stets durch Vermitte­lung der Garnison Kommandos, der Polizei-Ver­waltungen oder des zuständigen Geistlichen er­folgt. Wenn insbesondere in der Preffe getadelt worden tft, daß bie Angehörigen des Leutnants Leplar die Todesnachricht desselben zuerst durch die Presse erfahren hätten, so kann hier ange­führt werden, daß die zuständige Ortsbehörde in Plauen im Vogl lande unmittelbar nach Eintreffen der amtlichen Nachricht aus dem Schutzgebiete durch Telegramm des Oberkommandos derSchutz- truppen vom 16. August mittags um schonende Benachrichtigung des Vaters des Verstorbenen ersucht worden ist."

(*) Nach einem Telegramm deS Kaiserlichen Gouverneurs von DentschRe«-G»i»ea wurden 16 Schiffbrüchige des englischen Schiffes „Aig- burth", welche von dem Kreuzer „Möoe" und dem Regierungsdampfer „Eerstern" gesucht worden waren, geborgen. Da nach früheren Nachrichten der deutsche Dampfer „Prinz Sigismund" den Kapitän und 7 Mann bereits nach Brisbane ge­bracht hatte, scheint nunmehr die ganze Besatzung des Schiffs gerettet zu sein.

** Probemünzen für die neuen Fünf- markstücke sind in diesen Tagen von der Beniner Münzstelle in kleiner Zahl ferliggestrllt worden und zirkulieren gegenwärtig bei den be­teiligten Reichsämtern zur Ansicht und Begut­achtung. reue Silderäück ist, wie die ,Post' berichtet, größer als der alte Taler und kleiner, aber erheblich dicker, als das bisherige Füns-

Krin Laut der geliebten Stimme, nichts als die tosende schlammige Flut, fort und fort, unaufhaltsam talabwärts eilend!

Da — jetzt gibt fie Raum — ein bleiches Gesicht taucht auf, und eine Hand faßt in ein c-m Rande fiepen­des Gestrüpp.

,D Magda, halte Dich fest! Nimm alle Kraft zu­sammen !"

Werner ruft es, wirft seinen Rock ab und stürzt ihr nach in daS hochaufspritzende Gefälle. Ihre schweren, vom Wasser durchtränkten Kleider ziehen fie hinab, doch er erreicht fie in dem Augenblicke, da der Strauch fich unter der ungewohnten Last beugt und die angefaulten Wurzeln lcßreißen.

„Schlinge Deine Arme um meinen Hals!"

Sie tut e» mechanisch, ober ihre Augen schlichen fich, und ihr Kops finkt rückwärts. Er fiehr, wie fie da» Bewußtsein verliert. Und wieder ruft er ihr zu und fleht:

„Lege Dein Gesicht auf meine Schulter . . . 0 Magda, bei allem, was Dir lieb, halte Dich aufrecht k Bei — jedem Wunsche, der Dir jemals teuer gewesen!" . ES ist ungewiß, ob sie ihn hört. Sie versucht, ihm zu gehorchen . . . dann gleitet eine erdfahle Bläffe über ihre Züge. Werner fühlt, wie die Last an feinem Halse immer schwerer, immer bleierner wird. Er bemüht fich, fefhn Halt zu gewinnen, doch von neuem weicht der morastige Boden unter feinen Füßen — er finkt tiefer oder er gleitet zurück.

Und bei all dem rauscht das Wasser über beide hinweg, schmutziges, scharfes Gerölle, Steine und Io»« gerissener Slrauchwerk mit fich führend!

Werrer stemmt feine breite Brust gegen den Sn* rrall an. Sie hält bemfelbm Stand, aber toten er meint, einen Schritt vorwärts gekommen zu fein, f» biegt er wieder aus, um den Kopf der ohnmächtige« Frau ce^en die andräügenden Massen z« schützen. Sein eigenes Gesicht ist laugst zerttatzt und zerstoßen — er achtet t» nicht, wenn nur kein Dorn, kein Stein dem ihren zu nahe kommt! O Menschenherz, wie unbegre flich bist du in d«Ken Wandlungen! (F. f.)