Seit«, Samstag, den 20. August 1904.
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Meukd^nKekl)
Movatzbellüge^ „Wdaer SeschichtManer"
Oberhofmeisirr Fhr. v. Mirbach hat aller, Grund, stch über den Minister des Innern ernstlich zu beklagen. Hätte dieser die Interpellation der Freisinnigen über die amtliche Jnanspruch. nähme der Oberprästdenten und Landräte für die Sammlungen des Oberhofmeisters im Abge- ordnetenhause sofort beantwortet, so hätte nach acht Tagen kein Mensch von dem Fall Mirbach mehr gesprochen. Er wollte durch Verschiebung der Antwort erreichen, daß Gras Über die Sache wüchse, und hat nun erreicht, daß bereits sieben Wochen lang ununterbrochen in der Preffe von dem unglückseligen Oberhofmeister geredet wiid. Kein Tag vergeht, wo ihm nicht ein neuer An- klüger oder Verteidiger entsteht. Ein Teil der Preffe nimmt von d.n Auslassungen für und wider Herrn o. Mirbach ja nur soweit Notiz, als es ihr die publizistische Pflicht unbedingt zu gebieten scheint, und läßt das meiste unbeachtet. Gin anderer aber füllt täglich Spalten mit „Mirbachiaden". Die Preffe, die dem Ober- hofmeister wohlgesinnt ist, ist wohl am red- seligsten. Freunds und Gönner des Angegriffenen helfen ihr zudem mit immer neuen „Erklärungen".
Es ist außer Zweifel, daß die liberale und sozialdemokratische Preffe sich bei ihren Anklagen zumeist nicht von unantastbaren Beweggründen letten läßt. Ihr handelt es sich gar nicht darum, etwaige Verfehlungen und Mißgriffe anfzudecken, um ihre Wiederholung im Interesse öer öffentlichen Moral, der Monarchie und der protestantischen Kirche unmöglich zu machen Jh'" macht es im Gegenteil Freude, Monarchie und Kirche in der Person des F:hn. v. Mirbach oloßzustellen. Sie ist dem Oberhofmeifter „grundsätzlich" nicht hold, weil er ein Ortho-
‘fr In einem solchen sieht der Durch- »chnit^lrberale ja einen Heuchler, Finsterling, Reakttonar und Dummkopf. Frhr. v. Mirbach hat nun auch noch Berlin und seine Vororte mit einer Unmenge von Kirchen versorgt. Das rann ihm ein richtiger Liberaler, der von Pfaffen! und Kirchengehen nichts hören mag, erst recht nlcht vergeben. Ihn bloßzustellen ist ihm eine wahre Wonne, zumal da Religion und Kirche damtt ebenfalls einen tüchtigen Stoß erhalten. Wech doch die Masse zwischen Person und Sache t« kirchlichen Dingen am allerwenigsten SU unterscheiden; und wenn es etwa doch der Fall sein sollte, so wird von der Preffe mit der Nutzanwendung des „Falles Mirbach« aus die Ki^e nachgeholfen. Daß Herr v. Mirbach nun auch noch ein hohes Hofamt bekleidet, trifft stch doppelt gut. Nun kann man auch den Hof in fernen „Fall" mit hineinziehen. I
Ar-nrühriges ist dem Oberhofmeister bisher rn keiner Weise nachgewresm. Nur starke lhi= I Vorsichtigkeiten, Unklugheiten, und anscheinend
I auch Uebergriffe liegen vor. In seinem Sammeleifer hat er sich mit Personen eingriaffen, denen aeg-nüder etwas Menschenkenntnis und Welt- ttu;beit ihm dringend hätten Vorsicht anraten »Lffku. Die Intimität mit den Sanden, Romeick, Schultz, Leipziger hat er bitter büßen müssen. Daß er die Taschen reicher Leute mit dem V-r- sprechen von Orden und Titeln geöffnet hätte, ist nicht nachgewiesen, auch nicht wahrscheinlich. Ader hinterher hat er sich doch für gute Gaben m recht unvorsichtiger Weise dankbar erwiesen. Ob es Sanderr und die Pommernbank allein sind, denen er „Auszeichnungen" verschafft hat, darf man billig bezweifeln. Und wenn er auch vorher niemand etwas versprochen hat, so hat in seiner Art des Sammelns doch etwas gelegen, was bei den Spendern Hoffnung auf Belohnung
l erweckte. Die Ankündigung z. B., daß die Namen der Spender für dos Geschenk zur silbernen Hochzeit des Katserp-m es in ein „goldenes Buch" eingetragen werden würden» das dem Kaserpaar vorgelegt werden solle, ist sicher von vielen nur als ein Wink mit der Belohnung aufgefaßt worden. In der Angelegenheit der 325 000 Mk., über die er quittiert hat, ohne sie empfangen zu haben, hat Frhr. o. Mirbach stch ohne Zimift-l nichts Ehrenrühriges zu Schulden kommen lasten, aber solange die Sache nicht aufgeklärt ist, bleibt i sie eine schwache Seite des Oberhofmeisters. Bei den Schilderungen seiner Sammelmethode ist offenbar viel übertrieben worden; die Art aber, wie er unterschiedslos Geld zu holen suchte, wo er etwa? holen zu können hofft-, bleibt doch kompromittierend für die von ihm vertretene Dache, wenn man auch dem Eifer Ent- schuldigunoeu nicht vetweigern wird. Besonderen Anstoß mußie die Ablehnung kleiner Beiträge zu dem Hochzeitsgeschenke -erregen. Und dann ist die fatale Sache mit dem Rundschreiben an die Oberprästdenten da. Einstweilen muß darin ein Uebergriff in amtliche Befugnisse gesehen werden. I
Ärbener-Virwülrung gewünscht wird, bleckt>. nebensächlich, die internationale Sojialbemotraiie hat offiziell amrlannt, daß die staatliche deu sei.«- Brbeireroerficherung von allen Arbeitern ter Welt gefordert werden muß, daß sie also ein? Einrichtung ist, die als Beispiel für alle übrigen Staaten zu dienen hat. Bcricht rftatter zu der entsprechenden Resolution war der deutsche sozial- demokratische Abgeordnete Molkenbuhr. Im Reichstage Haden die Sozialdemokraten gegen die Versicherungsgesetze gestimmt und bei jeder Ge legeuheit reißrn sis sie noch jetzt herunter Und nun werden dieselben Gesetze, die wir, wenn es nach den Sozialdemokraten gegangen wäre, gar uicht hätten, anderen Ländern als Vorbild empfohlen. Erst im Aus lande und durch aus. ländische Genossen scheinen unsere Sozialdemokraten zu der Einsicht von dem Werte dieser Gesetze gekommen zu sein.
* Schwere Anschuldigungen gegen die Gerichtsbarkeit und V rwaltung des südwestafrikanischen Schutzgebietes find in der .Kolonialen Zeitschrift' erhoben worden. Der Händler Groeneoeld sollte ein Opfer persönlicher Beomtemanküre geworden sein. Innerhalb dreier Monate sei er durch die Gerichte zu fünf Jahren Zuchihaus, neun Monaten Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Schon die enbgiliige Herabsetzung dieser Strafe auf zwei Monate Gefängnis und 450 Mk. Geldstrafe beweisen, mit welcher Skrupellosigkeit die Gerichte der ersten Instanz den Denunziationen gegen Groeneoeld Folge geleistet hätten. Der Grund für diese Denunziotionen und gehässigen G-richtSverfolgungen wurde folgendermaßen charasterisiert: „Alles daS, weil er über die Er-
nicht verstehen, und dem selbst die Mutter keine« Namen zu geben weiß. Diese erkennt nur, daß das, was ihr Mann im Zorn gerufen, wirklich ««getroffen ist: Ruhe urb Frieden find dahin.
Kein unfreundlich, S Wort ist seit jenem Sonntag Nachmittage mehr gefallen, ober es ist eine Kälte zwilchen ihnen eingetreten, welche jedem von ihnen das Seien zu verbittern droht.
Magda hat den Gegenstand drS Streites nicht wieder berührt. Dennoch ist Werner täglich bemüht, sich in eine gewisse harte Stimmung zu versetzen; damit, wenn fie je wieder mit ihrer Bitte hervorkoinmen sollte, er gewappnet genug ist, um allem Flehm zu widerstehen. 6«e aber denkt garnicht daran, ist fie doch feit jenem ersten und einigen Ausbruch» seiner Gemütsart nur allzu sehr von seiner Festigkeit überzeugt.
In dieser langen, traurig-n Zeit geytnfei iger Soannung gibt Magda ihrem Mam-e auch richt den leisesten Grund zur Klage; ja, fie verdoppelt eher ihre Bemühungen. Ec findet seine Kleider wohtdmchwärmt seiner wartend, das Mittag-ffen. wo möglich noch s->rg- licher zubereitet, al8 früher Manchmal steht eine kleine Erfrischung für Ibn bereit, von der er cht, daß fie sich dieselbe am Munde abgespart hat. Und bei allem dem steht er, wie fie sich härmt; er weiß, | daß es auch ihr bekannt ist, daß ihren Ellern gar bald da» Haus über dem Kompfe genommen wird, be. n — Löb hat die Schenke „zur schwarzen Eister" zum Barkauf aurgeboten!
Das ist bar Einzige, wa» Magda nicht mehr zu riken im Stande ist: fie kann ihrem Gefichle keinen röyltchen Ausdruck mehr geben, fie hat das Lächeln verlerm.
Senn Leonhard fie steht: so bleich, so still, so kummervoll, bann möchte er anfschreren vor »efem rnnern Weh, gefoltert von einer Angst, der er keinen Rameu geben will. Doch er drückt die Zähne fest aufeinander, um da» Wort nicht herauSzulaffen, das ie glücklich machen würde. Er hrfst im Gehelmcn, daß, wenn einmal alle» vorüber und die beiten alten '
Die liberale Preffe hat dann alle möglichen anderen Dinge herbeigezogen, die mit dem eigentlichen „Fall Mirbach" nichts zu tun haben, und schleppt solche noch alle Tage herbei. Das Bestreben geht sichtlich dahin, ihm unehrenhafte oder unanständige Handlungen, verwerflichen Eigennutz und dgl. nachzuwüsen, damit er mit Schimpf und Schande aus dem Amte gejagt werde. Wird der letzte Zweck nicht erreicht, so ist doch, denkt man, genug „hängen geblieben", um ihn und seine Sache gründlich bloßzustellen. Wir müffen nun aber doch bekennen, daß wir j in all dem Klatsch nichts haben entdecken können, 1 was die Ehre des Fhr. v. Mrbach als schadhaft erscheinen lassen könnte. Es hat sich alles als erfunden ober entstellt erwiesen. Auch aus dem Fall Sayn-Wittgenstein wird sich allem Anschein nach kein Strick für ihn drehen lassen. Die Persönlichkeit des Fhr. v. Mirbach mag manchem! mit Recht nicht sympathisch sein, seine Handlungen wöge» von Unvorsichtigkeit und Mangel an richtigem Empfinden zeugen, aber mit den Versuchen, feite Ehrenhaftigkeit in Frage zu stellen, sollte man endlich aufhören. Es kommt bei dem Wust von Klatsch doch nichts heraus. E. ver-
~ • (Nachdruck verboten.)
9. Kapitel.
Wasser, bem Tob entgegen!
D lieb Jo laug du lieben kannst, "ebsolang bu lieben magst -
»te Stunde kvlurnt, die Stunde kommt. Wo bn an Gräbern stehst und klagst!
Leute an irgei.b einem anderen Orte ein dürftiges Unterkommen gefunden, feine grau sich an den Gedanken gewähren werbe, daß es nun einmal nicht anders sein könne.
Schwere Wolkenmafien bedecken den Himmel, und von btto trübe dir flutenden Strome steigt ein dichter Nebel in die Höhe. Gegen die Mitte der Tages ösi e- sich in einen feinen rieselnden Regen auf. Berge, Täler ui:b Schluchten erscheinen wie in einen Schleier gehüllt
Auf dem Wege vor, Altdorf kommt ein Mann herauf. Seine Stiefel und Kleider find beschmutzt, Haar und Barl vom Wetter feucht. Er ist bejahrt, und feine Haltung zeigt, daß er weit gewandert fein muß.
D.r P ad ist beschwerlich. Da, wo dar fchlüp^rige nasse Gestein mehr zurück'.ritt, bohrt der Mann seinen dicken K-rotenstock tief in den durchweichten Boden, eifrig bemüht, schneller vorwärts zu fommeit.
Jttzt ist et oben und pocht an dem einsamen Hause an. Paßauf erkennt seine Pflicht und bellt wie wüienb. Gleich borouf offner Magda, sieht hinaus und streckt dem Alten beide Hände entgegen.
„6t, Thomas — seid Jh.'s denn wirtlich? Ihr j guter alter -’reunb! Das ist eine Ewigkeit her, vaß wir einander nicht gesehen haben! Kommt schn ll her- ein und mocht'S Euch bequem "...
„Ja, jo, daS Werter packt einen! Ich für mein Teil bad' viel lieber ’ne Irockae, grimmige Kälte, als diese Nässe, — die geht einem buch Mark und B in. Ja, junge Fran, man fpürt, daß man alt wirb — btn hatt doch ein L’.ffel müde." — ^Thomas war vor Jahren ost in die „schwarze Elster" gekommen und hatte^Magda noch auf seinen Knien geschaukelt)
„Sv, Thomas," sagt Magda und stellt einen klemen Imbiß vor sich hin. „Nun stärkt Euch und dann erzähit, wo Ihr verkommt."
„Ich komme nut Ltfib.n von Feldhoien, Über'm Rhein, junge Krau, und hab' dock vier Stunden gebraucht, um zu Erch gelangen zu können "
„Aber wie >st denn das möglich?"
Anzttsen: Vte > ipaltig« petttzeile , . beten Banin 15 Beklameu die Petit; e u 25 Psg.; bei Wied« bolunge# wird entip-
Ladan gewähr»
Druck Khb Verlag 4 SulbaerBctienbrudti in $idba tharmom
Sernsprecher Ur S
Berlin, den 19 August 1904,
—* Prinz Heinrich von Preuße« begibt sich heute abend zum Kaiser nach Wilhelms- Höhe und wird von dort als dessen Vertreter zur Teilnahme an der Taufe des russischen Thronfolgers nach Petersburg reisen.
** Auf dem Amsterdamer internationalen sozialistischen Kongreß ist die in Deutschlmd eingeführte staatliche Arbeiter- verficheruug von der Kommission für Sozial- Politik und Arbeiterversicherung als nachahmenswert für sämtliche Kulturstaaten bezeichnet, Die Gründe, auf die diese Forderung zurückgeführt wird, sowie die Umstände, daß in die Forderung auch die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit einbezogsn, und daß eine besondere
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31. Jahrgang.
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Borboten des Frühlings find da Die ra<lhfr' und die unglaublichen Schneemüffen, schmttzen" Äa^tomter gebracht hat, beginnen zu b ®“8 b" Schweiz und den südlichen GebirgSlän- die Kunde von emgetret-nem Hochwasser und zahlrerchen Ueberschwemmungen. "
wioen .lieblich krönen Fluten des Rheins s"Wt“ Sd"””
Üar^.^Ek^ W täglich; selbst der ftnst so stiirrt mit ^'^bach ist unheimlich angewachsen und lautem Getös« die Schluckt hinab
Ra'ur^°sAr?^ Menschen dre Borgänce in der past'i, °«a'n®e.n ,0 Huben, wie sie zu ihrer Stimmung ergötzt fi68«m9ffietmaer toa6rt8 bann. Der Fröhliche mehr h,.. ^nnenschem, dem Trauernden beh-gt to s. Erübe, u-nwölkte Tag.
ähnllck°,.^ner empfindet in dieser Zeit etwas beSfr s » Ä wenn fie den brausen-
bSe^bäS6^ ^rt. Die Stille in dem Hause »Kso ki"d doch auch die Kinder nicht
ettoag LS, '. ®iem^ebern. ®te mögen löhlen, das
rwischen ben Ettern liegt - etwa-, das sie
„Je nun, bas Wass-r ist so groß, daß der Claus nicht mehr übersetzen will Da bin ich denn bis zur Ponte h>nuntergegangen, nach bet Stadt übergefahren und wieber bergaufwärts gewanbert bis Altborf. 's war ein wenig weit — ober was tat ich nicht fite die kleine Magda, bie mich alten Mann immer so gern gehabt hat!"
„So habt Ihr dm Weg um meinetwillen gemacht, guter Thomas?' '
„Um Jhret» uitb der Elternwillen, denn ich komme eigentlich von ihnen Nnb — damit ich's nur gleich herauSsage. fie find brnb-n beim Onkel, bem Philipp Severin."
„So ist benn daheim — alles vorüber? O Thomas — Ihr wißt schon, was ich meine!"
„Ja Kino — alles. Die „schwarze Elster" ist zu, — „geschlossen bis auf weiteres", wie fie sage«. Drüben in Felbhofen können bie Eltern auch nichr bleiben, benn beS Schwagers Familie best.ht ja schon aus fünf Personen, dir haben kaum Platz genug für ich- Da wollen fie sich brnn in btt Stabt ein paar Stübchen mieten. Meine Frau und ich werben mit hnen gehen und ein wenig helfen. BiS übermorgen, denk' ich, müßt' stch das Wetter gemacht haben."
,W-e gebt ti ihnen sonst, Thomas?"
„Wie loll'S geben! Schlecht geht'- ihnen — mit der Gesundheit uni acch mit bem Mut. Und ba die Fran weiß, boß Sie auch nicht recht bei Kräften nd, Hob e-n grouen^mn er ohnehin bei bem Wetter nickt hir.überkommen tarnt, so bat fie mich herzugehen nnb er an-zurickte-, damit Sie doch wüßten no fi- wären. Ich sollt' Ihnen auch noch sagen: fie müßt' recht gut, was Sie am lierstcn getan hätten, aber e4 wäre nun ttttmal nickt m der». Und fie trüge., bi.thilb weder dem Herrn Leonharb noch Ihnen etnen Groll nach. Wenn bie Zeit käme, bann käme oft auch Rat. Der Hebe Gott werde es gewiß so eimrchten, boß fie alle noch reckt alückiich würden."
»Dar ist auch meine einzige Hoffnung", erwiberr Mazda tmb neigt die tränenschweren Augen tief über
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[] Die „Mrdachiade".
Das Haus int Gebirge.
Erzählung ausber Gegenwart von Klara Lötschrot (Marga Brechten.)
I sÄaffc dem Aogegr-ffenku nur mehr Freunde, wenn die A sicht, tbm und seiner Sach-' um jeden Preis «was anzuhängen, gar io deutlich her- Dortriit.
Es ist aber alle Aussicht, daß die Mirbachiads I «och wochenlang, bis zum Miederzufamweniritt des LardrageS in der bisherigen Weise fortgesetzt wird. Außer dem Minimer Fhr. o. Hammer stein ist er selbst daran schuld, weil er jetzt den für die Preffe Unerreichbaren spielen möchte, während er sie doch früher nur zu gut zu finden wußte Man kann ihm ja nicht zummen, auf jeder? Klatsch mit einer Berechtigung zu antworten. Ader so lange die Erörterung sich noch lediglich um seineSammestättgkeit und nm seine Beziehungen zur Pommernbau! drehie, Härte er für schleunige | Klarstellung sorgen müssen. Er war aber zu | stolz dazu, meinte, so etwas „reiche" an ihn I „nicht heran", und üeß nur einige anonyme ! Verteidiger für sich auftreten, oder sich von seinen Mitarbeitern und Freunden Ehrenerklärungen ausstellen» die die Sache selbst gar nicht trafen.
Wir können ja in Gemütsruhe abwarten, ob und wann volle Aufklärung kommt. Für uns hat die „Mirbachiade" schon eine Aufklärung gebracht, die schätzbarer ist als alles, was noch folgen kann. Sein Gönner, der.Reichsbote', hat uns erzählt, daß Frhr. v. Mirbach ein Gegner der Kttchenpolrtik der Regierung ist und seinen Einfluß am Hofe benutzt, um fie zu durchkreuzen. Er ist nicht einverstanden mit der Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes und mit der Freundlichkeit und Nachgiebigkeit gegen „Rom", und der .Reichsbote' rühmt ihm nach, daß er seine Meinung sehr freimütig zu äußern liebe, d. h. die Politik der verantwortlichen Räte der Krone als unverantwortlicher, aber einflußreicher Ratgeber bekämpft. JmJntereffedesOberhofme'sters hätte es wohl gelegen, wenn der .Reichsbote' dieses sein ,Verdienst" verschwiegen hätte; wir aber haben dem Pastorenblatte für seine Plauderhaf- tigkeit dankbar zu sein. Es ist immer gut. wenn man weiß, wo man seine „Freunde ' zu suchen hat.
mordung eines Negers, nachdem eine Beschwerde an die Behörde fruchtlos verlaufen war, der Preffe Nachricht gegeben hatte, die aber ebenfalls keine Notiz davon nahm." Die Ermordung des Negers sollte der flellverttetende Distriktschef vo» Bethanim, SanttätSunterojfizier Koffak, begangeu haben. Der Neger hat auf Befehl Kossaks in 6 Tagen nur dreimal Nahrung erhalten und zwar am ersten Tage seiner Inhaftnahme. Vom Dienstag bis zum Sonnabend, dem Todestage, habe er nichts bekommen. Koffak habe den Erschöpften an einem eifig kalten Septembertage im Schatten einer Mauer mit iaitnS Wasser jo lange übergossen, bis er in einem Tümpel last- Um den Abfluß des Waffers zu verhindern, habe man um den an der Mauer liegenden Neger einen Erdwall aufgefübrt. So sei er erfroren. Koffak habe nach seiner Entfernung von Bethanien in Windhuk weitere Dienste in feiner Charge geleistet. Von einer ausreichenden Bestrafung für seine Tat sei nichts bekannt gewot den. DieEmpörung über letztere habe ©roeneoelb veranlaßt, sich an die Preffe zu wenden, die aber auf das Zeugnis des einzelnen Mannes hin stch nicht für berechtigt hielt, die Lngel-genheit aufzunehmen. Die Kolonialabteilung sei von Anbeginn an bemüht gewesen, dem Groeneoeld zu seinem Rechte zu verhelfen. Die ausübenden Organe im Schutzgebiete, darunter auch der Gouverneur Leutwein, hätten aber den klaren Anordnungen ihrer vor«