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31. Jahrgang.

M-a, Freitag, dm 19. August 1904.

J& 188.

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ioo<!)tnt>enogt, Illustrierte Sonrtogsjeitung“

51- General-Verjammtllng der Uatho- liken Deutschlands zu Regensburg. (Nachdruck »atoun.i

cpe. Regensburg, 17. August 1904. L

Roch lebt frisch in der Erinnerung der deut­sche» Katholiken der glanzvolle V-rlauf, de» die Kölner Jubiläums - Versammlung vom vorigen Jahre aufzuweisen hatte, und schon rüstet sich daS katholische Volk Deutschlands wieder, um diesmal an einer altehrwürdigen Stätte Bayern« sich zusammenzufinden und dort aus den Lehren, welche die Vergangenheit uns an die Hand ge­geben, die Richtschnur für die Zukunft zu finden, in lebendiger Fühlung sich im Glauben zu stärke» und erneut den Beweis zu erbringen, daß es be» fkebt ist, ein sicherer Hort für Staat m d Kirche, für Kaiser und Fürsten im Kampfe gegen die ihnen drohenden feindlichen Gewalten zu sein.

Don den Ufern des Rh-ins zur Donau, aus der rheinischen Metropole Köln zur stillen Biichofs- stadt Regensburg! Es mochte als ein Wagnis erscheinen, daß dre katholische Bevölkerung van Regensburg nach den Tagen von Köln dre 51. G-neral - Versammlung der Katholiken Deutsch­lands in seine Mauern einlud und mancher Be­sucher der Kölner Versammlung wag ang,sichts dieser Einladung die Befürchtung gehegt haben, daß der Wille der Regensburger Katholiken zwar stark sei, eS ihnen aber an Kraft ge­brechen werde, die ruhmreiche Geschichte der deut­schen Katholikentage um ein Blatt zu vermehren, das sich ebenbürtig seinen Vorgängern anrerhen würde. Mußte doch schon allein der Umstand, daß der Sitz des Katholikentages aus dem Zentrum einer volksreichen industriellen Gegend an eine weniger völkerdichte Gegend übergehen würde, den Gedanken nahe legen, daß der 51. Katho­likentag schon hinsichtlich seiner Frequenz nicht den imposanten Eindruck machen werde, den unsere vorjährige Versammlung zu verzeichnen gehabt hat.

Aber die Regensburger Katholiken habe» nicht nur den Ehrgeiz gehabt, die Heer­schau der deutschen Katholiken für dieses Jahr in ihrer Stadt zu beherbergen, sondern sie waren auch von dem Bewußtsein durchdrungen, daß sie der schweren Aufgabe, der sie sich unterzogen, in vollem Umfange gerecht werden würden. Und dieses Selbstvertrauen hat sie wahrlich nicht ge­täuscht! Das Prophezeien ist nicht unsere Sache, aber auf gründ unserer Kenntnisse der Dinge glauben wir nicht zu viel zu sagen, wenn wir unser Urteil über den Verlauf unserer diesjäh­rige« General - Versammlung dahin zusammen- faffen, daß Regensburg feine Probe glän­zend bestehen wird!

Was zunächst die programmatischen Reden anlangt, die in den öffentlichen Generalver­sammlungen gehalten werden, so umfassen sie das ganze Gebiet, auf dem katholisches Leben sich betätigt und diejenigen Herren, welche für diese R den gewonnen find, gehören zu den

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(Nachdruck verboten.)

Das haus int Gebirge.

Erzählung aus der Gegenwart vonKlaraLötschert (Marga Brechten.)

„OL-onhard, gewiß — da? kam nicht vom Nähen her! Ich machte mir manchmal eia wenig Sorten. Und was das anoere ang-ht — bin ich nicht eine lehr glückliche Frau? Ich habe nie etwas ar derer »werden wollen. Kleine Enttäuschungen muffen wir alle erfahren. . . Du selbst — ach, wie oft habe ich v' Dich und Deine Hoffnungen gedacht! Du hast ei st geglaubt — o Leonhard, seit dem Herbst bedrückt w'h der Gedanke so, — daß Du nun trotz allem ei e arme Frau geheiratet hast!" — und Magda 6t i birgt ihr Gesicht in den Händen.

„Ich bitte Dich," sagt Werner bctrlffru von ihrer Erregung, „wie kommst Du nun auf einmal damit? War eS dieser Gedanke, der Dich drückte?"

„Telwefie, ja. E» gab einsame Stunden, in welchen ich mir sagte, daß Du längst bereut hättest, daß Du nicht--wenn Du gewußt hättest — o

lag' mir die Wahrheit! Wie sie auch lauten mag — ich werde er vielleicht nur natürlich finden, wenn er so ist — nur sag' mir die Wahrheit!"

„Die sollst Du hören," erwidert er ernst, rückt >üher ja ihr hin und nimmt ihre Hand in die seine.

weiß, was Du meinst; ich verstehe Deine Anden- tung Du denkst: ich würde damals nicht um Dich «gehalten haben, me-.n ich geahnt hätte, daß Du «in Vermögen erhieltist. Ist es nicht so — war er das?"

Sie nickt.

„Nun gib acht — Du sollst bie lautere Wahrheit *m»ch»en, — so »sie», wie ich Ye vor Gott spreche» J6ßrbe. Nachher aber laß uns eie wieder über diesen Stelen Punkt rede« — ich denke nicht gern an jene»

besten Männer» deS katholischen Volkes und rednerisch zu seinen erste» Kräften. Zwar treten ttntoe Herren zum crstemnale vor eine so breite O.ff-»ttlchke't, ober der Ruf, der ihnen aus engerem Kreise vorangtht, bürgt für ihr Können im Kampf um unsere katholische Sache.

Zahlreiche Anträge w.-rden dm diesjährigen Kalholtkentag wieder beschäftige«, w-lche alle vitalen Jntereffm d«S deutschen katholischen Volkes durchdringen, soweit im Rahmen einer Generalversammlung Raum dazu gegeben ist. DaS Auge derjenigen Kreise, welche uns so gern auf unsere „nationale" Gesinnung hin unter­suchen, wird naturgemäß in erster Linie auf die Behandlung der „römischen Frage" gerichtet fiin. Die 51. Generaloei s unmlurg der Katholiken Deutschlands wird aber ebensowenig wie ihre Vorgängerinnen den Gegnern willkommenen Stoff zu einer Polemik w gen „Reichsfeindlich- tdi" der deutschen Katholiken an die Hand geben. Borläufiz mögen diese Kreise das tun, außer welchem ihnen nichts anderes Übrig bleibt: nämlich adwarten!

Wie in den Vorjahren wird auch in diesem Jahre die Ardeiteroersommlung einen wesentlichen Bestandteil dls Katholikentages bilden. Es haben, obwohl die Festhalle über 6000 Sitzplätze verfügt, bis jetzt schon 5 Paralleloersammlungen ins Auge geftßt werden müffen, ur.d zwar tagen diese außer in der Fest, balle: im Velodrom, im Neuen Hans, im Sr. ErhardihauS (Vereinshaus) und im Mettopol- saal. Mögen die katholischen Arbeiter Deutsch­lands, die abkömmlich find, es als eine Ehren­pflicht betrachten, in Regensburg zu erscheinen!

Der Zudrang zur diesjährigen G neraloer- sammluvg verspricht ganz enorm zu werden; für Sonntag werden über 30 000 Gäste erwartet. A« Mitgliedskarten find bereits über 1500 ver­kauft worden.

lieber die äußere Vorbereitung für die dies­jährige Ka-Holikenversommlut'g, die ihr einen großartigen Verlauf fichern, we den wrr in einem zweiten Artikel berichten.

Berlin, den 18 August 1904.

* Die Tätigkeit der Ze»tr»msfraktio« des preußische» Abgeordnetenhauses in den Sessionen 1901, 1902 und 1903

hat Herr Abgeordneter von Savigny, der Schriftführer der Fraktion, in drei Bändchen kncpp und übersichtlich geschildert. Im ersten Teile wird die Tätigkeit der Gesamlfraltion (Vertretung im Vorstände und in den Kom­missionen, Anträge, Stellungnahme zu den Regierungsvorlagen, Interpellationen, nament­liche Abstimmungen), im zweiten Teile die Tätigkeit der einzelnen Fraktionsmitglieder (An. regunge», Reformvorschiäge, Aeußernngen zu den mannigfaltigsten Gegenständen) skizziert.

nachmittag und an manches zurück, was ich an dem­selben hören mußte. Ich habe Dich geliebt und be­gehrt und nicht Dein Geld. Ich sah Dich eh ft in der Kirche zu Altdorf — in Deinem schlichten, dmcklen Anzug, so einfach, kaum städtisch gekleidet, und doch so schön. An dem Morgen machte ich eS bei mir aus, daß Du meine Frau weiden wüßtest, und erst danach hörte ich, Du seiest Jakob KirstnerS einzige Tochter. Und nun Kinne mich in Deinem Herzen nicht habgierig, wenn ich Dir gestehe, daß mir der G-dunke, Du erbtest einmal ein hübsche» Verwögen, Urb war. Ich habe mich in all' den Jahren so an diese Aussicht gewöhnt, daß ich mich nur sehr schwer in die entgegengesetzte finden kann. Leider sah ich eS nur zu sehr als eine aus gemachte Scche an, daß wir einmal wohlhabend würden. Nach Deines Vater» fichrrem, zuweilen etwas großtuendem Benehmen war der Rückschlag und die E-tt'äuschnng für mich zu plötz­lich — die» und daS Aufsehen, weiches die ganze Geschichte verursacht hat, macht mich mitunter ein wenig verstimmt. Aver inbezug auf den anderen Punkt kamst Du ruhig fein. Ich würde mit dem gleichen E fer um Dich angehalten haben, selbst wenn Du der ärmsten Hütte im Dorf entstammt wärest; — es war mir nur angenehm, als ich nachher hörte, Du gelte# für reich."

„Und da» war natürlich," wirft Magda ein. „Ich danke Dir herzlich für Deine offene Antwort, Leonhard. Ich wußte es wohl: Du mit Deinem treuen, ehrlichen Sinne würdest stets wahr fein. Du würdest eS auch gesagt haben, wen» die Sache anders gelegen hätte."

„Gewiß; ich würde mich nur dann so milde wie möglich aus gedrückt haben, um Dir, Tu Gute, nicht Weh- zu tun. Bist Du nun beruhigt?"

„Vollständig Nenne mich nicht kindisch, weil ich mir so manchmal Lummer darüber gemacht! Damals, als Du bei dem Agenten Löb gewesen, kam mir zu erst der Gedanke, wie enttäufcht Du fei» müßtest. Ich wollte Dich fragen, fand aber nicht den Mnt dazu. Dach sage mir, ist e» denn so Unmöglich, daß Dein

Der Stoff ist nach Kapiteln geordnet, i« denen verwandte Materien wieder i» Unterabteilungen, vielleicht mehr als notwendig, zerlegt sind. Mil Hilfe veS JnhalisoerzeichniffeS kann man sich so jeden Augenblick bequem über die ®t» llungnohme drs Zertrums ober einzelner Mitglieder zu den oer chiidensteu in einer Seffton ze.r Sprache c-ekommeuen Fragen unterrichten. Das letzte Bändchen gibt auch noch rähere Auskunft über die innere Organisation der Fraktion, Fraktions- vorfland. Fraktion» fitzungen und erörtert die Fragen des Partei ekretariats. Der Verfasser wollte mit feinen Uebersichten einem vielfach ge­äußerten Wunsche von Fraktionsmitgltevern eutgegenkommen, bei denen das Bedürfnis nach einem solchen Nachschlagebüchlein schon längst empfanden worden war. Von den Kollegen ist die Arbeit denn auch sehr danlbar und freudig aufgenommen worden. Die drei Büchlein bieten aber auch für jeden anderen, der sich mit polni­schen und parlamentarischen Ar>gelegenheiten zu beschäftigen hat, ein sehr wertvolles Nachschlage­matertal. Namentlich find sie allen Zeitmigs- redaktionkn aufs wärmste zu empfehlen. Da sie vornehmlich für die Fraktionsmitglieder bestimmt 'waren, sind sie indeß nur in beschränkter Auf­lage gedruckt worden und unseres Wissens im Buchhandel nicht erschienen. Der Verfasser, Herr Reichstags- und Landtagsabgiordneter Landrat v. Savigny i» Büren würde jedoch an Redaktionen usw. Exemplare gegen Erstattung der Druckkosten (2 Mt. das Büchlein) gern ab« lassen, soweit der Vorrat reicht. Hoffentlich wird die dankenswerte Arbeit fortgesetzt und demnächst auch die Ueberficht über die jüngst beendete Session erfolgen.

* Die Volksschule« in Deutschland. Das Staiistfiche Jahrbuch für das Deutsche Reich enttält Angaben über die Volksschulen in Deutschland, wobei allerdings hinsichtlich der Erhebungszeit zwischen den einzelnen Staaten Unterschiede obwalten. Meist beziehen sich die Angaben ars 1901, zum Teil auf spätere, ver­einzelt auch auf frühere Jahre. Die Zahl der öffentlichen Volksschulen wird dabei auf 59,348 angegeben, an denen 124.027 Lehrer und 22,513 Lehrerinnen als vollbeschäftigt angestellt und 8,924,779 Schüler unterrichtet werden. Auf jede Lehrkraft kamen durchschnittlich 61 Schüler. Am größten ist die auf den Lehrer entfallende Schülerzahl in S ch a u m b u r g - L i p p e mit 99, demnächst in Lippe mit 92, in Reuß filtere Linie mit 73 und in Baden und Sachsen- Altenburg mit 67, am geringsten in Mecklenburg- Schwerin mit 46, Elsaß Lothringen mit 43, Mecklenburg Sttelltz mit 42, Hamburg mit 38 und Lübeck mit 35. In Preußen kamen auf die Lehrkraft durchschnittlich 63 Schüler. Die P-o- vinzen stehen in folgender Reihe: Posen 74, Schlesten und Westfalen je 70, W-stpreußen 66, Sachsen und Rheinland 63, Ostpreußen 61, Brandenburg und Hannover je 60, Heffen- Nassau 59, Pommern 58, Hohenzollern 54, Schleswig-Holstein 53 und Berlin 47. Die Aufwendungen für die öffentlichen Volks­schulen betragen insgesamt 419,1 Mill. Mk.,

Wunsch 'päter doch noch einmal erfüllt wird? Werden wir nttmalS reich werden?"

„Borausfichtlich niemals?"

,Wuum?"

„Deine Eltern werden sich mühsam selbst durch­bringen. Die Schenke ist mit Hypotheken belastet. Die übrigen liegenden Gute find fort oder ebenfalls verschuldet. Wir werden unser kleines Heim mit der Zeit, so Bott will, schuldenftei besitzen und müffen dann ein Sümmchen für tis Erziehung der Krade« zurücklegen, was dann auch baiaui gehen wird. So werden wir wohl unser Auikommen haben und einen kleinen Spirpfennig — mehr jedoch nicht."

„Genügt es Dir, L onhard?"

„Hm — ja, eS muß wohl."

„O, laß un» allzeit zufrieden sein mit dem, waS uns Gott beschert hat!"

„Tu hast Recht, Tu guter, treue» Werb. Wir sollen zufiieden sein mit dem, war wir uns durch ten Segen Gottes mit unserer Hände Arbeit ehrlich selbst errungen haben und solle« nicht undankbar nach mehr verlangen, damit uns da», was wir besitzen, nicht eiw i zur Strafe roch genommen werde. „Klein aber rein", sei ».ser Wshlspruch. Gewis, unser bescheidenes Eigentrm wird auch mir genügen, gebürt mit doch da» Beste, was ein Mann haben kann: eine gute, liebende Frau U'd brav-, gesunde Kinder."

„Ach," sagt Magda nach einer Weile wehmütig, „so hast Du schon jetzt fest alle» erreicht, was Du mit !urj rach unserer Verheiratung al» Dein Havpt- Lebensziel angabst; denn auch in Altdorf ist die große Armut geschwui den, und in der Gießerei herrscht durch Deine Bemühung Zucht und Ordnung. Nur mein Wunsch ist uner'üllt geblieben. Nicht alle, welche mir nahe stehen, find glückttch."

„Geduld, Magda, fei auch Du zufrieden — wir könne» eben nicht alle» erreichen, wa» wir wünsche«. Hörst Da den Wind, — wir er um da» Han« fährt? Laß »ich jetzt hinüber! Niel soll da» Geld

wovon 120 Millionen aus Staats m it ein gewahrt werden. Aus jeden Schüler entfallen durchfchnüt« ltch 47 Mk. Gesamtkosten. Am höchsten waren verhältnismäßig die Kosten in Breme» mit 77, Hamburg mit 74, Lübeck mit 69, An­halt mit 51 und Sachse» mit 50 Mk. auf den Schüler, am niedrigsten in Mecklenburq-Strelitz und Schwarzburg Rudi lfladt mtt je 33, Reuß ä. L. mit 30, Schaumburg-Lippe mit 28 und Lippe mit 25 Mk., also in den Staaten, in denen mit den Lehrkräften am meisten gespart wird. In Preußen kamen auf den Schüler 48 Mark Kosten. In Berlin betrugen die Kosten 95, in Hessen-Nassau 60, in Schleswig-Holstein 56 Mk., dagegen in Schlesten und Ostpreußen nur 39, in Westpreuße 38 und in Posen 35 Mk.

% An der internationalen Regier»«gs- Akonferenz für Arbeiterschutz, die im Mai 1905 in der Schweiz statifinden wird, hat nach der ,Soz. Praxis' nunmehr auch die englische Regierung sich zu beteiligen beschlossen. Es liegen somit von sämtlichen ausschlaggebenden Staaten Europas: Deutschland, Oesterreich Ungarn, Bel­gien, Frankreich, Italien, Holland, Luxemburg, England und der Schweiz Zusicherungen der Teil­nahme vor. Darauf gestützt wird die schweize­rische Bundesregierung nun wohl im Herbst die osfizielle Einladung erlassen, um die noch fern­stehenden Staaten, vor allem die Vereinigte» Staaten von Nordamerika und Rußland, zur Be­schickung der Konferenz zu gewinnen.

* Die vor einigen Tagen von einem russisch- polnischen Blatte verbreitete Meldung, daß die preußische Regierung den früheren Redakteur der Posener ,Preca' Dr. v. Rakowski nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe auf russi­sches Gebiet adgeschoben habe, war falsch. Wie der Posener .Postemp' schreibt, sitzt Dr. v. Rakowski noch im Gefängnisse in Wronke, und zwar bis zum Dezember d. Js.

[] Die diesjährige ordentliche Hauptver­sammlung des Berbandes der mittlere» Jnftizbeamte« findet am 21. und 22. August 1904 m Posen statt. Das Arbeitspensum der Versammlung ist, wie wir hören, sehr umfang­reich. Nach der Tagesordnung stehen etwa 30 Anträge und Gegenstände zur Beratung.

* Die Direktoren der vier höheren deutsche» AttSlattdschttlea zu Antwerpen, Brüssel, Bukarest und Konstantinopel find übereinge­kommen, die für dieses Jahr geplante erste Auslandschutkot ferenz, die im September in Berlin zusammentreten sollte, zu vertage». Wie die .Mitteilungen des Allgemeinen Deutschen Schulvereins' berichten, ist der hauptsächlichste Grund der Umstand, daß es dem Auswärtigen Amt nicht möglich ist, zu der angegebenen Zeit amtlicke Vertreter zu der Konferenz abzuordnen.

* Regensburg, 18. Aug. 1904. Für die Abhaltung eines Marianischen Sodalen- tag es anläßlich der Katholiken - Versammlung war von dem Vorstände der Regensburger Maria­nischen Kongregation ein Programm (mit Marien- predigt, Hochamt und Festoersammlung) für Mitt­woch den 24. August in Aussicht genommen. Gegen dasselbe wurde aber vom Zentral-Vorstände der

heute noch haben — dann ist er beruhigt, und ich bin e» ouu."

„Noch eins — Du verzeihst mir doch, daß ich eine zeitlang heimlich gegen Dich gewesen bin?"

„Wa» will ich denn anders machen? Den» wie ich vorhin schon sagte: Du bringst mich noch zu allem."

„Zu allem . . . ? O, Leonhard, zu allem?" Das unglückselige Wort, das er unbrdacht gebraucht hat — es gibt ihr Mut, Plötzlich olles auf einen Wurf zu setzen. Sie wagt eine Bitte auSzusprecheo, welche sie später hätte nennen dürfen, nur nicht jetzt, nicht an einem läge, an welchem er für feinen Charakter schon zu viel durchgemacht hatte.

„Zu allem?" wiederholt sie zweifelnd, halb angst­voll, halb freudig, und — aufspringend, schließt sie die Arme um seinen Hals......

„Gehe nicht, bi» ich Dich auch noch das letzte gefragt habe! Sag' mir auf einmal — eS druckt mir sonst fast das Herz ab — wenn sie, wenn die Eltern noch ärmer werden, als sie jetzt find, wirst Du ihnen dann die — uns r Hau» rffnen — werden fie bei un» wohnen dürfen?"

„Nie, nie! Es war an jenem Sommertage, daß Dein Vater mir sagte: er würde nichts zu dem Hause beitragen, wir seien jung und lönnien unsere Arme rühren. Das Geld fei sicherer in seinen Händen — ha! ha! Daran hat er mcht ganz recht gehabt, aber sein Wort hat er gehalten und un» nicht mit eine« Pfennig arttgeho'.fen, urd nun sollte e» nach allem noch sein Heim werden?! Daß ich töricht genug wäre! Die Stuben oben gedenke ich — wenn'S halb geht — an Fremde zu vermieten; aber nicht an ihn, weder umsonst noch ander». Herrgott, toerm ich a» Deine Mutter denke, die sich noch zu guter Letzt darin mischei und >hm für ihre» Bruder den Rest ab betteln mußte . ... wir hätten ihn zwar vielleicht nicht bekommen — wir find ja jurg utt* müffen unsere Arme rühren! Ihr verdaute ich diese sauren Gänge! fie ist schuld daran, daß wir mm Mr allen Leuten dastehen, all hätten wir fetter nicht