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vruck unb Verla» N Fuldaer Actienbrncke« in Fulba (harmonich Fernsprecher Nr.9.
J£ 186.
Zul-a, Mittwoch, den 17. August 1904.
31. Jahrgang.
Berlin, den 16 August 1904.
* Kaiser Wilhelm soll dem Zaren an. läßlich der Geaurt eines Thronfolgers ein in überaus he zljchen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm gesandt haben, in dem er der jungen Muiter und dem Thronerben Gottes Segen wünscht. Der Zar soll darauf sofort in den herzlichsten Dankes warten geantwortet haben. Im Grunde konnte diese Nachricht sich jeder von selbst machen.
§ Die Tatsache, daß der Kolonialdirektor ®r. Stübel bet der Audienz der sSdwest- afrikauischen Depntatiou beim Kaiser nich zugegen war, wird, wie „aus kolonialen Kreisen" berchtet wird, „mit Recht als ein Anzeichen dafür gedeutet, daß seine Tage gezählt find." Kann fein, kann auch nicht sein. Herr Dr. Stübel ist jedenfalls nicht verantwortlich für die Dinge, für die man ihn zum Sündenbock machen möchte. Der .Deutschen Tageszeitung' wird versichert, daß das Fernbleiben des Kolonialdirektors von der Audienz vollkommen bedeutungslos und au rein äußerlich; Gründe zurückzuführen ist. Jeden- falls klebt er nicht so sehr an seinem Amte, daß ihm das Scheiden daraus besonders schmerzhaft wäre. Wahrscheinlich hat er überhaupt bis jetzt nur deshalb ausgehalten, damit es nicht hieße, er habe die Flinte in.einem Augenblick ins Korn geworfen, wo die Verhältnisse in Südwestvfrika schwierig waren.
*e Wie die.Berliner Morgenpost' erfahren habe« wollte, sollte das Rundschreiben des Freiherr« v. Mirbach an die Ober- Präsidenten, auf das sich bi* bekannte Erklärung d-s Ministers des Innern in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 30. Ju-nt d I. bezog, vor feiner Versendung dem Minister des Jauern Vorgelegen haben und von ihm ge» billigt worden fein. Diese Mitteilung entbehrt, wie die ,Nordd. Allg. Ztg.' frststellt, aller und jeder tatsächlichen Grundlage. Inzwischen berichtet das »Leipziger Tagebl.' in der Angelegen- hest: Vor einigen Jahren wurde im Kirchen, bauverein der Gedanke angeregt, die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche aus Anlaß der silbernen Hochzeit der Majestäten mit dem so oft erwähnten künstlerischen Schmuck auszustatten. Die Kosten wurden ungefähr auf 900 000 Mk. veranschlagt. Der Oberhofmeister ließ von vornherein darüber feinen Zweifel, daß er der Mit- Hilfe des Ministers des Innern und der Osrr- prästüenten, die fast alle dem Verein angehören, insofern bedürfen werde, als diese hohen Beamten am besten imstande seien, ihn auf Persönlichkeiten in ihren Provinzen hinzuweisen, die sich gern au der Gabe beteiligen würden. Des Freiherrn Anregung fand die volle Billigung des Herrn v. Hammerstein. Der Oberhofmeist<r
Das Haus im Gebirge.
Erzählung aus der Gegenwart von Klara Lötschert (Marga Brechten.)
22 ------ (Nachdruck verboten.)
„Ja, du gute Armut, du gute Lehrmeisterin," denkt Mazda, als es dunkele und fie ihre Arbeit zusawmen- fe^en muß, „du erzählst den Menschen von der Siebe M Heilanoer, der selbst gedarbt hat. Du knüpsst d i Band zwischen ihm und seinen Kindern noch s.ster. Du bist eS, die uns erst im rechten Leben u -erweist. Wenn wir auch einst wieder reich toerben falten, so will ich doch nie vergessen, was du mich in oer Zeit der Prüfung gelehrt hast".
Als Leonard Werner nach Hause kommt, findet er die Stube freundlich erhellt.
Mazda hat Annchen ans dem Schoße und erzählt den gespannt aufhorchenden Kindern die Geschichte iroo einer gütigen Fee, welche, wo immer nun fie freundlich ausgenommen, Frieden, Liebe und stilles Glück um sich verbreitet und manche emsame Hütte gesegnet habe. Biele böse Menschen hätten fie nicht erkannt, weil fie gar schlecht gekleidet sei und hätten fie dennoch desto länger beherbergt» müssen. Dort, wo man ihr fluchend geöffnet, habe fie Streit und Unfrieden als Strafe hinterlassen. Bon den fleißigen, fröhlichen Bewohnern aber fei fie gar bald geschieden And habe ihnen kein Leid, sondern nur gutes getan.
Die Erzählung ist zu End e. Jakob singt ein Lied- g*n. das er am Nachmittage in der Schule gelernt hat. Franz versucht es ihm nachzufingen, und selbst Annchen piept dazwischen. Die Worte lauten:
Ach, wir sorgen viel und haben Uupre große Not.
Und doch gibt de» Raben Gott ihr täglich Brok. Kleidet aus dem Felde
wandle sich dann auch brieflich an die Ober- piäfidenlen. Jndeffen blieb der private, nicht amtliche Charakter der Sammlung streng gewahrt. Weder der Absender noch bte Empfänger faßten den Vorgang batin aus, daß durch tie Stellung der Oberpräsidenteu ein Druck aus- geübt würde. Der beste Beweis dafür, daß dies in der Tat nicht geschah, ist dar Faktum, daß die eingeleitete Aktion ein keineswegs befriedigendes Ergebnis hatte. Da5 Schreiben des Herrn o. Mirbach hatte Herrn v. Hammerstein nicht vorgelegen. Nachdem nun das Gelingen des Planes so in Frage gestellt schien, teilte Herr v. Mirbach dem Minister des Innern mit, daß die bisher etoielten Resultate keineswegs befriedigend feien. Herr v Hammerstein erlnß nun ein amtliches Schreiben an die Ober- präfidenten, worin das, was Herr v. Mirbach privat versucht hrtte, die dienstliche Unterstützung des Ministers fand. — Ob diese Darstellung richtig ist, müssen rott natürlich dahingestellt fein lassen
% In dem letzten Hefte der von dem Gr äsen P««l Hoensbroech herausgegebenen Monatsschrift .Deutschland' wird bekanntlich den Konservativen, insbesondere dem Frdrn. von Manteussel vorgeworfen, daß ihnen der klingende Erlös für Ar und Halm alles fei und sie um deswillen mit dem Zentrum gingen und sich von „Rom" Fußtritte, Beschimpfungen, Verfluchungen für das evangelische Bekenntnis und feine Bekenner gefallen ließen. Zum Schluß heißt es: „Was will ei t „Realpolitiker" mehr als Markstücke? Ideale Güter find ihm Hakaba. Für „Nichtrealpoliliker" ist solche Schaustellung ausgedehntester Gesinnung? losigkeit minderwertig." In einer Zuschrift aus Posen wird die,Kreuzztg' auf diesen Ausfall aufmerksam gemacht. Dar konservative Blatt bemerkt dazu schalkhaft: „Wer der Verfasser dieser „GesinnungStüchrigkeit" ist, schreibt man uns nicht, aber unsere Leser brauchen es auch nicht zu wissen: am Stil erkennt man schon den „vornehmen Mann"I"
' Sehr viel Geld steht dem sozial- d em okra tischen Parteivorstande zur Verfügung. Nach dem Berichte an den Parteitag zu Bremen betrug die Einnahme der Parteikasse tm abgelaufenen Rechnungsjahre 620792 Mk.; die allgemeinen Einnahmen, welche auch die eigentlich n Parteibeiträge enthalten, beliefen sich auf 459 977 Mk. oder 17 922 Mk. mehr als im Vorjahre. Die Ausgaben betrugen 362719 Mk., oder 191 000 Mk. weniger als im Vorjahre Die Verminderung erklärt sich daraus, daß im vorigen Jahre die Reichstagswahlen waren. Für allgemeine Agitation wurden 78115 Mk., für Wahlagitation 54 718 Mk., an Unterstützungen 33 606 Mk., an Prozeß- und Gefängnis kosten 15 332Mk., an Reichstagskosten 45 347 Mk., an Gehältern und Derwaltungs- kosten 24411 Mk., an Preßunterstützungen 12708 Mk. ausgegeben. 262648 Mk. wurden als Kapitalanlage verwertet. Der Bericht klagt, daß bezüglich der eigentlichen Parteibeiträge keine wesentliche Verbesserung eingetreten
Seine Lilien an. Was mit allem Selbe Doch lein König kann.
Werner meint im Stillen, et hebe sei« bescheidene» Heim nie so traulich und die kleine Gruppe am Feuer noch nie so fröhlich gesehen wie am heutigen Abende. Könnte er in das jetzt so zukriedene Herz ferner jungen Frau sehen, so würde er gewiß gleich ihr die Bitte zum Himmel richten: Herr, schenke uns allen und
allezeit gute Gedanken als beste Begleiter durchs
irdische Leben! Mögen fie die Schritte derjenigen
lenken, deren Beruf fie in das bunte, gefahrvolle
Treten der Welt hinaursührt, aber möchten fi- sich vor uCem der Kammer des Einsamen al8 treue Freunde nahen, ihn tröstend und stärkend!
Der Vorabend des für baS zu entrichtende Ziel bestimmten Tages ist angebrochen.
Mazda händigt ihrem Manne die verdiente Summe ein. Er stutzt und kann nicht begreifen, wie fie eS angestellt hat, so viel zu ertpare»; — eS reicht indessen lange noch nicht Wäre dar letztere der Fall, o würde Magda ihm in der Freude ihres Herzens ofort gestehen, daß fie das Geld durch die Arbeit hrer Hände verdient habe; fo aber zögert fie. Leonhard ist ohnehin aufgeregt. Vielleicht würde ihn eine derartige Mitteilung peinlich berühren, und bann hätte ie nur Del in'S Feuer gegossen.
„Ehe ich den Inspektor noch einmal um eine Vorausbezahlung ersuche, fahre ich lieber nach Feldhosen llinüber, und bitte den Bauer Niel um einen kurzen Aufschub," sagt Werner. Er lehnt an seinem Pult und blickt stirnrurnelnd in'S Leere. „Ich habe zwar gehört, daß auch er, gleich Deinem Dnlel Philipp, den dummen Streich machen und im nächsten Monat nach Amerika auSwandern will. Aber auf einige Wochen wird es ihm hoffentlich nicht ankommen."
„Willst Du nicht lieber Herrn Brunn um eine kleine Anleihe ersuchen?" fragt Mazda schüchtern. „Er ist s, g»t"
fei, vnd mahnt zu mehr E f-r im Zahlen. Ein Genosse hat unter dem Titel „Jnliueturm" einen Fonds in Höhe von 50 000 gestiftet, der Mer in Notfällen unter bestimmten Voraus- fetzunaen (Ausnahmegesetze und dergl., wie eS scheint) vom Srsamtvotstande angegriffen werden butf. Die Rücklagen haben, wie der Berich', betört, nunmehr eine Höhe erreicht, daß sie als Äusgleichssakror sür magere Jahre ans längere Zeit hinaus genügen und somit, falls die Ein- nohmen wie bisher fließen, mehr für die Agitation ausgegeben werden kann. Nur noch sechs Parteibläter erhielten ur.ei hebliche Unl.istützungen im G'.samtbetröge von 12 700 Mk. Die übriae Presse kommt ohne Unterstützung euS oder roh ft Ueberschüffe ab, so der.Vorwärts' 90496 Mk. Die Buchhandlung Vorwärts kannte aus ihrem Gewinn der Parteikoffe 35 000 SRI. ükerweisen.
() Zu« Königsberger Geheimbvud Prozeß macht ter .Voiwäns' folgende Mitteilung: Nm 26. April 1904 ging an den Sozialdemokraten Braun in Zü ich folgendes Telegramm ab: „Braun, Zürich. Haft Braun, Nowagrotzki, Treptau aufgehoben. Brief folgt. Reiher." Dieses Telegramm sei dem Staatsanwalt überoeben word-.n, der in die Akten schrieb, man nüffr prüfen, „ob und event. durch welche Beamten - Indiskretion der gerichtliche Beschluß bereits vor 12 Uhr 40 Minuten
Absender Reiher bekannt geworden ist'. Der Staatsanwalt fei dann durch den Untersuchungsrichter beschwichtigt worden, der ihm mitteilte, „eine Indiskretion irgend eines Beamten sei vollständig ausgeschlossen"; es fei alles mit richtigen Dingen zugegangen. Das gauze Verfahren wird ohne Zweifel noch zu den lebhaftesten Erörterungen im Reichstage Anlaß geben.
V Berti«, 16. Aug. 1991. Der Besuch deS Fürsten von Bulgarien am Berliner Hofe wird nach der .Post' im Lause dis September stattfinden. Den äußeren Anlaß zu diesem Besuche bildet, wie schon früher gemildet, der Wunsch des Fürsten, dem Kaiser Wilhelm sür die Berleihung dis Roten Adler«:den? an den Prinzen Boris zu danken. Der neuernannte dtplo- maiische Agent Bulgariens in Berlin General Nikiforow und der erste Sekretär der neuer, ichteien «geutie Dr. Cchischmanoff find auf dem Wege nach Berlin. — Das Gesetz, betreffend Bildung einer Genossenschaft zur Regelung der Vorflut und zur Abwäsjerreinigung im Gmschergebiete wird im .Reichsanzeiger' veröffentlicht. — Der frühere Chefredakteur deS pol'ischen BlatteS .Praca' Dr. Rakowski, ein russischer Pole, soll nach Verbüßung seiner G-fängnishast tm ZentralgesängniS zu SS tonte von den preußischen Behörden an die russischen Behörden auSgeliefert worden fein. Aufklärung ist dringend erwünscht. Man sollte meinen, von der Dierstwilligkeit gegen Rußland habe die Regierung einstweilen genug. — Dem bekannten nationalliberalen Parlamentär er, früheren preußischen Finanzminister Wirklichen Geheimen Rat Ho brecht zu Groß Lichterfelde, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag feierte, ist der Königliche Kronenorden erster Klosse verliehen worden. Die von der .Täglichen Rundschau' kürzlich gebrachte Nachricht, wonach ein neuer Gouverneur für Kamerun als Nachfolger des Herrn v. Puttkarner in Aussicht genommen fei, entbehrt, wie die ,Nordd. Allg. Ztg.' erfährt, jeder Gimdlage. Herr v. Putt- karner, der erst kürzlich eine längere Informationsreise im Innern des Schutzgebietes beendet hat, beabsichtigt
„Nicht um alles in der Welt!" lautet die barsche Antwort.
„Mußt Du denn wirklich heute hinüber, Leonhard? ES ist so stürmisch draußen, und mir ist ordentlich bange, wenn Tu in diesem Wetter über den Rhein setzest."
„Ach waS — es bat keine Gefahr. Klaus, der Fährmann, ist zuverlösfig. Er ist noch nicht ein Uhr; in zwei Stunden bin ich längst wieder zurück. Dann wissen wir doch, woran wir find." .. .
Mazda nickt.
„Wenn Du doch hinüber willst", sagt fie dann, „so hätte ich noch eine kleine Bitte an Dich. Möchtest Du nicht auf einen Augenblick beim O -kel Philipp vorsprechen? Ich weiß wohl, tote Du über ihn denkst, uid ich bin selbst stark versucht, ihn als die erste Ursache unserer jetzige Notlage anzusehen. Aber er ist doch nun einmal mit unS verwandt und soll auch jetzt ganz ordentlich und fleißig fein. Schließlich ist das angenehmer für uns, al» wenn er unS Schande machte. Er kennt Dich noch garnicht — Du weißt, als er aurwanverte, waren wir noch nicht verheiratet. Die Mutter sagt: er getraue sich Deinetwegen nicht, zuerst heraufzukommen. Ich meine nun, wir sollten gegen schlechter gestellte Verwandte doppelt freundlich sein, damit fie den Unterschied nicht fe sehr fühlen. Jcki wäre es auch gegen Deine Verwarnten, wenn Du welche hättest."
„Wenn ick welche hätte! Ich habe aber zufällig keine, und vielleicht ist das, nach den gemachten Erfahrungen, gar kein so großes Unglück," erwidert Werner. „Du verlangst übrigens nicht wenig, Mazda. Zaei unangenehme Gänge find selbst für mich ein buchen viel. Du bringst einem doch wirklich zu allem. Aber hör nur den Sturm an ... ich muß in der Tat machen, kaß ich fortkomme. Wer weiß auch, mit welchem anderen Anliegen Tu noch hercukrücktest, wenn ich länger zögerte '
Et war ein Versuch zu scherzen, der aber mißlang.
Bald nach ihrem Mauve verläßr auch Mazda daS HauS. Sie hat Frau Brunn am voihergeheuden Abend versprochen, ein kleines Tuch, das nicht fertig
nach Ablauf fernes HelmatSurlaubS nach Kamerun zurückzukehre».
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■ Vrr rMch.jsMMr Metz,
Der Ausbruch der russifchen Flotte aus Port Arrhar stellt sich als eine Tat der Verzweiflung dar. @5 blieb ihr einfach nichts anderes" übrig, wollte sie sich tm Jnnenhafen von Pott Arthur nicht einfach in den Grund sche-ßen taffe >t Durch die Besetzung des Wolfsüerges, der nnt 7 Kilometer von Port Arthur entfernt liegt, h tten die Japaner eine Stellung genommen, von der aus sie mit ihren großen Belagerungsgrschr tz-n den ganzen Jnnen- hasen erfolgreich unter »-euer zu nehmen vermochten. Es war also dar Gebot der Selbst- erhaliurg, das die russische Fistle auS dem Hasen einem bei weilem überlegenen Feinde ent- .gegentrieb. Zwar ist der Aufenthalt der Reste des russischen Geschwaders immer noch nicht fest- gestellt. In neuen allerdings aus Tschifu stammenden Meldungen wird die Rückkehr von vier beschLdigten russischen Schlachtschiffen und einer Anzahl kleiner Schiffe nach Port Arthur gemeldet und eine reue Seeschlacht angekündtgt.
Von den Operationen in der Mandschurei ist es ganz still geworden. Die andauernden Regengüsse haben das Gelände in einen Sumpf oetroanbei!. Die Japaner haben auf den Hügeln von Hailscheng ihre Stellungen befestigt»
Einspruch gegen die Neutralitätsverletzung in Tschifu. Auf Befehl deS Kaisers hat der Mmistcr des Auswärtigen den russischen Botschafter in Paris beauftragt, an die französische Regierung die Bitte zu richten, sie möge im Namen der kaiserlichen Regierung wegen der himmelschreienden Verletzung der Neutralität Chinas und der allgemein anerkannten Grundlagen des Völkerrecht- durch den Ueberfall des Torpedoboots „Reschi- ttlny" in einem neutralen Hafen durch die Japaner mittels des Vertreters der Republik in Tokio einen ganz energifchen Protest übergehen lassen. Von dieser Erklärung Rußlands wurden die fremden Mächte in Kenntnis gefetzt. Gleichzeitig wurde dem russischen Gesandten in Peking vorgkschneben, an die chinesische Regierung einen kategorischen Protest zu richten m-t dem Hinweis auf die ernsten Folgen, welche die von ihr zugelaflene Verletzung der Neutralität nach sich ziehen könne.
Hebet bie Taktik der Japaner äußerte der russische General Rennenkamps, der am 12. Juli verwundet morsen ist und sich gegenwärtig in Liaojang befindet, gegenüber einem Vertreter der .Nowoje Wrewja':
„Bor allen Dingen fällt ihr systematisches Vorgehen auf, waS sich besonders in den Vorbereitungen zum Schutz ihrer Positionen bemerkbar macht. So z. B. findet matt in einer Ausdehnung von 4—5 Werst nicht weniger als 4 befestigte Linien, wobei alle möglichen Vorrichtungen zur Anwendung ge-
zeworden, heute nachzvbrinz-n. Zugleich will fie ein braves, allkinstehends Mädcken, im Dorfe bas „bucklige Lmchen" gerannt, fragen, ob es nicht zuweilen mit seiner Flickarbeit in dar Haus im Gebirge kommen wolle, wenn fie selbst einen Ausgarg machen mußte. Linchen war still und sarst und scheint garz dazu geeignet, auf die Kuder acht zu geben.
Drüben in Feldhasen ist unterdissen der Nachen gelandet.
KlauS, der Fährmann, l -festigt sein Boot mit einer schweren Kelte, damit der tobende Wind und die hochgebenden Woge.- eS nicht fortreißen könne».
Werner beschließt, zrerst den kleinen Laden in dem früheren Elternhause seiner Schwiegermutter aufzusuchen Unwütiz schreitst er durch die Gaffen und kommt fich in diesem Au-enblicke nicht wenig großmütig vor. Gerade brr Umstand, daß Onkel Philipp fich nach MagdoS Worten „seinetwegen nicht recht getraut", trägt indessen viel dazu bei, den Groll gegen den Betrifferden ettra» zu mildern. Es ist doch ein angenehmes Gefühl, fich ein wenig gefürchtet zu wisse« und noch dazu von einem öfteren angeheirateten Verwandten !
N?ch eine kurze Biegung der Seitengasse und Werner fleht vor dem verfallenen kleinen Hause. Ueber der Tür prangt ein mächtiges Schild, das in g'änzm- den, neugemalten Buchstaben die Aufschrift trägt: „Spezerei- und Koloniolwm enhand lung von Philipp Severin."
Philipp Severin, der B-fitzer der „Spezerei- und Kolonialwarenhandlurg" steht eben hinter der Theke und wiegt bedachtsam ein Dülchen Kcffee ab. Er erzählt dabei einer alten Frau, wo der Kaffee eigentlich herkommt, wie derselbe „drüben" aus deaPflanzungen — den sog.-nannten Plantagen — gezogen werde. Wieviel Mühe und Schweiß eS die armen Schwarzen loste, bis die Bohren so weit wären, daß wir fie im Handumdrehen mahlen, brauen und den stärkenden Trank gleichgültig hinunterschlucken könnten, wie wir er doch allworgeudlich täten und ost auch der nach- mittagr. (F. f.)