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vruck und Verlag 6# 8llldaerAetiendn«Iek> In Zulda (Harmonie Kernfprecher M 9.
Jg 1'85.
Zulda, Dienstag, dm 16. August 1904.
31. Jahrgang.
Berlin, den 15. August 1904.
)( Zu drm von unS erwähnten Aufrufe der .„Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums" (unter den Katholiken) bemerkt die -Post':
„A«S diesem Aufruf ist ersichtlich, daß eS sich hier Jtn eine Propaganda handelt die mit den evangelischen Grundsätzen in unvereinbarem Widerspruch steht. Wenn eS dieses Nachweises noch bedürfte, so ist er schon damit aegebe», daß der Aufruf „um Mitteilung von Adressen solcher Katholiken bittet, bei denen voraussichtlich eine auf ihre Gewinnung für daS Evangelium gerichtete Einwirkung Aussicht auf Erfolg hat". Gerade daS, was evangelischerseits der katholischen Kirche zum Borwurf gemacht wird, daß sie auf dem Wege heimlich betriebener Propaganda , insbesondere durch friedeustörende Einmischung in die Mischehe«, Evangelische zum Hebet, tritt in die katholische Kirche zu bestimmen sucht, wirb hier mit voller Offenheit zur Aufgabe einer für diese« Zweck eige«8 gegründeten evangelischen Gesellschaft" gemacht. Wen« der Aufruf mit hochtöueude« Worten behauptet, daß „dieser neueMisfionSgedanke sich in evangelischen Kreisen kräftig durchgesetzt und die anfängliche« Bedenken überwunden habe", so find wir zunächst geneigt, zu biefet Behauptung ein großes Fragezeichen zu mache«. Unsere Bedenken aber find durch dieses zudringliche Vorgehen, daS hier in Aussicht gestellt und direkt empfohlen wird, nicht nur überwunden, sondern erheblich gesteigert worden. Wir müffen e- für eine Anmaßung halte«, wenn die „Gesellschaft zur AuS- drettung des Evangeliums" mit ihrer Katholikenmisfio« daS Werk Luthers fortzusetzen behauptet . . ."
** Oberhofmeister Frhe. v. Mirbach hatte, wie die «Neue Politische Korrespondenz' schreibt, als die unberechtigten Preßangriffe gegen ihn ihren Anfang nahmen, den Kaiser um Enthebung von seinen Aemtern gebeten. Der Kaiser gab jedoch diesem Ansinnen nicht Folge. ^Unberechtigte Preßangriffe" ist gut. Bor einigen Wochen wurde übrigens mit derselben Sicherheit von angeblich informierter Seite behauptet, daß Frhr b. Mirbach nicht daran denke, ein Abschiedsgesuch einzureichen.
Die Bildung einer deutsche« Mittelstattbspartei ist am Freitag in Berlin in einer vertraulichen Konferenz von Vertretern der in Deutschland bestehenden Handwerker- organisationen und Mittelstandsoerbindungen be- schloffen worden. Die Vertreter einigten sich nach längerer Beratung auf ein Programm, das insgesammt 12 Punkte enthält, und das dem Ende d. M. in Magdeburg zusammentretenden allgemeinen deutschen Jnnungs- und Handwerker- tag zur Beratung vorgeleqt werden soll. Wir haben Parteien genug. Lebensfähig wird die neue Partei schwerlich sein.
?? Der.Vorwärts' beginnt mit dem Abdruck des Berichtes, den der Parteivorstandan den sozialdemokratische« Parteitag i« Breme« erstattete. Der Bericht scheint dies, mal außergewöhnlich lang ausfallen zu sollen. Anderthalb Bogen ist das erste Stück schon stark. Wie daraus zu ersehen ist, beschäftigten die
Druckereien, in denen sozialdemokratische Blätter hergestellt werden, z. Z. ein RedaktionSpnsonal von 1805 und eia technisches Personal von 1476 Personen. Der .Vorwärts' hatte in dem Ge- schästsjahr vom 1. Juli 1903 bis 30. Juni 1904 eine eine Einnahme an Abonnementsgeldern von zusammen 735 910,10 Mark, an Jnsertions- gebühren von 237 645,10 Mark. Die Gesamt- einnahms betrug 977 695,30 Mark. Die Gesamtausgaben machten 887 198 40 Mark, der Reingewinn stellt sich also auf 90496,90 Mark. Die sozialdemokratische Parteipreffe hatte im März eine Gesamtauflage von 600 000 überschritten. Drr .Vorwärts' hat 82 000, das .Hamburger Echo' 40 000, die .Lripz. VolkSztg.' 36 000, das .Haller Volksblattt' 17 500, die »Chemnitzer Volksstimme, 16 500 Abonnenten. Die Unterhaltungsbeilage ,Neue Welt' hat eine Auflage von 283 000 Stück. Die »Neue Zeit.', das offizielle Wochenblatt der Sozialdemokratie, schließt irotz einer Steigerung des Abonnements immer noch mit einem Fehlbeträge in Höhe von 550 Mark. Dagegen brachte daS Witzblatt: ,Der wahre Jakob' einen Gewinn von über 26 000 Mark.
** Den wegen Teilnahme an einer „geheimen Verbindung" seinerzeit bestraften polnische« Gymnasiasten, denen die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst entzogen worden war, ist jetzt, wie die.Danziger Ztg.' mitteilt, die Wiedererlangung dieser Berechtigung in Aussicht gestellt, wenn sie nach Einstellung in einem Truppenteil als Rekruten sich einwandfrei führen. So hat der Kaiser dem beim Grenadier-Regiment in Danzig dienenden Rekruten Georg v. Slaski diese Berechtigung wieder verliehen.
• Der russisch-japanische Krieg.
Rußlands Seemacht in Ostasien zertrümmert! Das ist das Ergebnis der Ereig- niffe, die sich in den letzten Tagen in den oftastatischen Gewässern abgespielt haben.
Nachdem in der Seeschlacht vom 10. August, die dem Durchbruchsversuch der russischen Schiffe aus Port Arthur folgte, das russische Port Arthur-Geschwader mit schweren Verlusten in alle Wmde gesprengt worben war. hat am Sonntag früh zwischen dem Wladiwostok-Geschwader und dem zweiten japanischen Geschwader unter Admiral Kamimura ein schwerer Kampf stattgefunden, in welchem der russische Kreuzer „Rurik" zum Sinken gebracht wurde, lieber diesen Kampf in der Koreaftraße wird auS Tokio vom Sonntag folgende amtliche Meldung verbreitet: $ . %
„Admiral Kamimura meldet, sei«"Geschwader yabe nach fünfstündigem schwerem Kampfe mit drei Schiffen des Wladiwostok Geschwaders am Morgen des heutigen Tages nördlich von Tsushima ben russischen Kreuzer „Rurik" zum Sinken gebracht. Die beiden anderen Schiffe (die Kreuzer „Gromoboi" und „Rcffija") hätten anscheinend schwer gelitten und seien nordwärts geflohen. Die japanische« Verloste seien gering."
Nach firem Telegramm aus Takeschiki Iras das unter dem Befehl KamimuraS stehende japanische Geschwader am Sonntag morgen um 4 Uhr etwa 20 Meilen von Ulsan an der koreanischen Küste mit dem Wladiwostok- Geschwader zusammen. DaS Gefecht dauerte
Vizeadmiral Kamimur»
Kommandant des japanische« Geschwaders.
bis 107s Uhr. Man sah. wie der Kreuzer „Rurik" sank und dabei für einige Augenblicke mit dem Bug in der Luft senkrecht stand. 450 Mann der Besatzung wurden durch die Japaner gerettet. Die „Rossija" und der „Gro- ntobat" fingen mehrere Male Feuer und wurden beide stark beschädigt. Ein japanisches Schiff wurde von rusfischen Schüssen getroffen, wodurch zwei Mann getötet und sieben verwundet wurden.
Das Wladiwostok-Geschwader ist also von dem beabsichtigten Durchbruch der im Hafen von Port Arthur liegenden rusfischen Schiffen unterrichtet gewesen und war diesen entgegengesahren, zur leichteren Bewerkstelligung der Vereinigung beider Geschwader. Wäre eine solche Vereinigung gelungen, so hätten die Russen einen großen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Denn sie hätte es ihnen ermöglicht, die japanische See- Herrschaft und damit die Zufuhr- und Rückzugslinie der Japaner zu erschüttern. Die Japaner haben diese Gefahr sehr wohl erkannt und sind auf der Hut gewesen. Mit der Zurückwerfung deS Wladiwostok-Geschwaders ist die letzte Hoffnung auf seine Verstärkung durch einzelne in der Seeschlacht vom 10. ds. Mts. unversehrt gebliebenen Teile des Port Arthur-Geschwaders zerstört worden.
W. ®erli«, 15. August 1904. Die.Norddeutsche' meldet: Nachdem es sich herausgestellt hot. daß die im Hafen von Tsingtau be- findlichen russischen Kriegsschiffe nicht in der Lage find, innerhalb einer angemessenen Frist seefähig zu machen, ist die Weisung ergangen, diese Schiffe zu entwaffnen.
Das Haus im Gebirge.
ErzMung aus der Gegenwart von Klara Lötschert (Marga Brechten.)
21 ------ (Nachdruck verboten.)
Ohne Gruß tritt der Mann ein, setzt sich aus eine Bank am Ofen und wischt sich den Schweiß von der Stirne — es ist ihm heiß trotz der draaßen herrschenden Käste. Keiner der Anwesenden bricht das unbehagliche Schweigen. Endlich sagt Wetzet mühsam:
„Frau Werner — die Maria läßt sie grüßen."
„Ich danke." erwidert Magda. „Sie hat Recht, w-nn fie sich «och einige Tage frei hält. Wie geht'- ihr jetzt?"
Wetzet schweigt. Erst nach wenigen Minuten entgegnet er rauh:
„E» g.ht ihr jetzt gut — ganz gut. ES wat der letzte Stuß, den fie jemanden geschickt hat — darum mußf ich noch hem' abend her, ihn auszurichten. Sie Hst nun für immer frei."
Werner und Magda springen aas und eilen auf ihn zu — fie verstehen mit einem Male daS seltsame Gebähten der Mannes und wisse«, daß die fleißigen Hände feiner Frau auf immer ruhe«.
Magda ist so weiß, wie die Wand; der Gruß der Toten hm es ihr angetan. Wie tief bedelttungSvoll erscheint eS chr jetzt, daß dieselbe noch kürzlich mit letzter Kraft heraufgekommen, um zu danken und dadurch, wenn auch ohne es zu wissen, im Augenblicke bet Gefahr für ihr Kind gebeten hatte. Und wie froh ist Magda nun, daß fie der Arme« damals nicht weh getan, sonder« mit gläubiger Zuversicht jenes EegenrfprucheS gedenken kann, welche« der schon dem Tode gewechte Mund übt fie und die Ihrige« ausgesprochen hat.
Annchens Vater erzählt, wie die Marie schon em borgen gar blaß und elend auSgesehen habe. Am
Mittag fei fie plötzlich umgefnnten; dann wäre ein heftiger Husten und ein Blutsturz gekommen. Sie habe «och einige Siunden so dagelegen, noch den Gruß geflüstert und dann--fei aller zu End'
gewesen!
Als der Mann das gesagt, zuckt er zusammen. Sein hagerer, nerviger Körper schüttelt sich wie von einem heftigen Frostschauer gepackt, nnd dann erfüllt sein laMes Schluchzen den Raum.
Als der erste heftige Ausbruch vorüber, legt Werner feine Hand auf die Schulter des Trauernde« und spricht zu ihm, wie der Mann zum Manne spricht. St sagt ihm, daß er fi h seines Kindes wegen aufroffen und erhalten müsse. Für dieses allein habe er fortan zu denken und zu sorgen. Wenn eS erwachsen sei, werde eS die treue Liebe gewiß dadurch lohnen, daß es ihm durch hingebende Pflege die verstorbene Gattin zu ersetzen trachte. Vorläufig solle Sennchen tagsüber oben bleiben, des abends aber nach Hause kommen, damit der Vater ihm nicht ftemd werde. Er selbst aber möge recht oft die stillen Abendstunden in dem Haus im Gebirge verbringen.
Wetzet verspricht eS. Der Tod seine» braven, geduldigen Weibes hat einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Schon lange auf dem Wege der Besserung, ühst er, daß er nun nie mehr in Versuchung geraten an«, von dem rechten Wege akzuweichen. Außerdem verspürt er die Kraft in fich, mtt der Zett eine bessere Stellung zu erringen.
Emige Zeit später redet er mit dem Meister offen tarüber, und dieser versichert ihm, daß er allerdings das Zeug doz« habe.
So bildet fich denn Wetzet unter Werner-Leitung eifrig wettet. Er freut fich bei dem Gedanken, daß eS ihm vielleicht vergönnt fein werde, für die Zukunft eine- kleiren Mädchens besser Sorge zu tragen, al» er und die arme Marie einst gemeint haben.
Doch nur den Anfang unserer Unternehmungen legt Gott in unsere Hand, die Mitte ost — da» Sude nie!
8. Kapitel.
Sturm.
Grollend türmt fich ein Wolkenheer Heber den Sergen unheilschwer: Ferne, wie Donner hör ich'» hallen. Und drunten im Tale den Rus erschallen: „Hol' über! Hol' über!"
Langsam schwinden die Muttertage dahin, katt, trübe und ereignislos.
Woche um Woche sieht man Magda vornübergebeugt hinter dem Fenster de- einsamen Hauses in der Schlucht fitzen. Stunde für Stunde hört man das Raffel« bet M.fchine unter ihren fleißigen Händen.
Ihre Wangen find beträchtlich bleicher und schmaler geworden. DaS tut die ungewohnte Anstrengung, aber auch daS viele Nachdenken über der Eltern Lage, zu welchem da» stille Sitzen reichlich Muße gewährt.
Magda weiß nicht recht, wie eS in der Schenke geht. Sie fühlt deutlich, daß der Vater fich scheut, feinen Schwiegersohn mit neuen Bitten anzugehen und ahnt doch, daß noch vor Sommer eine abermalige Wendung zum Schlimmen eintreten wird. Leonhardt schweigt beharrlich über die Angelegenheiten in der „Schwarzen Elster", und fie steht ja auch selbst fiat ein, daß fie nicht helfen können.
In kaum vierzehn Tagen muß da» Ziel bezahlt werde«. Bis dahin gibt eS noch viel zu arbeiten: noch manches Dutzend Tücher zu säumen, manchen Namen einzuflicken. Wieder und wieder treibt Magda die ermüdeten Finger an und rechnet nach, wieviel fie in den nächsten zwei Wochen wohl verdienen kann Umsonst, eS kommt immer dieselbe unzureichende Summe heran». Leonhard hat gestern abend gesagt, daß er sich noch einmal einen Vorschuß auf fein Gehalt werde geben lassen müssen. Magda möchte alle« tun, um ihm diese Demütigung zu ersparen. Auch kann der Schritt nur der augenblicklichen Verlegenheit abhelfen, und die Folgen find für die nächsten Wochen doppelt unangenehm.
W. Petersburg, 16. Aug. 1904. Ein Telegramm deS Statthalters Alexejew an den Kaiser rom 13. Aug. lautet: Einern Bericht aus Port Arthur vorn 10. Aug. zufolge griffen die Japaner in der Nacht auf den 9. Aug. nach Ibstündigern Kampfe mit un- geheuren Streitkräften Takufchan und Siaogufchan an, nachdem fie am Morgen des 8. Aug. bis 9 Uhr abends ein starkes Feuer auf diese Berge unterhalte« hattcn. Die Japaner rücklen nicht weiter vor. In der Nacht auf den 10. Aug. machten sie während eines starken RegcnS Angriffe auf die Ostfront, die aber Überall zurückgewiesen wurden. Gleichzeitig wurde ein Angriff auf der ganzen Front vom WolfSberge bis Takufchan unternommen. Der Feind wurde jedcch Überall zurückge- warfen. Die Festung wird seit drei Tagen beschossen.
W. Petersburg, 16. Aug. 1904. Wie .Birschewija Wjedomosti' aus Liaojang vom 13. August meldet, gingen von der japanische« Südarmee zwölf Regimenter nach Port Arthur ab. Wie zuverlässig bekannt geworden ist, hat der Kaiser von Japan den Befehl erlassen. Port Arthur um jeden Preis zu nehmen, selbst wem die Operationen in der Mandschurei eingestellt und nach Korea verlegt werden müßten. Es sei möglich, daß in den nächsten Tagen die japanische Haupt- macht nach Port Arthur abgehe. Der Regen habe alle Operationen zum Stehen gebracht.
W. Tokio, 16. Aug. 1904. (Reuter.) Die Verluste der Japaner in der Ser- schlacht vom 10. August find folgende: Pan- zerschiff „Mikado": 4 Osfiziere und 20 Mann tot, 6 Offiziere und 29 Mann schwer, 4 Offiziere und 49 Mann leicht verwundet. Kreuzer „Jakumo": 1 Offizier und 11 Mann tot, 10 Mann verwundet. Kreuzer „Nishin": 7 Offiziere und 9 Mann tot, 2 Offiziere und 15 Mann verwundet. Kreuzer „Kasuga". 10 Mann v.rwundet. Torpedobsotszerflörer „Asa- giri": 2 Mann tot. Auf einem Torpedoboote: 1 Mann tot und 8 verwundet.
* In Bern (Schweiz) wurde am Sonntag unttr dem Vorsitz des Professors Studer der sechste internationale Zoologenkongreß eröffnet. Der nächste Kongreß tagt in der amerikanischen Stadt Boston.'
Gibt es denn keinen Ausweg? Sie findet keinen, aber allmählich wird sie ruhiger, die mißmutigen, verzagte« Gedanke« lösen einander mit ttöstende«, erhebenden ab. •
Sie sagt fich, daß e» doch eigentlich etwas segensreiches um die Armut fei, wenigsten» bann, wenn die Menschen verständen, dieselbe geduldig und heiter zu ertrage«.
Ist es nicht die Dürftigkeit, welche den Müßige« zur Tätigkeit anspornt, welche bei dem einen ein verborgene» Talent zu wecken weiß, bei dem andern eine erlernte, aber bis jetzt kaum ansgeübte Fähigkett au»* zunützen lehrt? Sie weckt die edelsten Regungen, die ost lauge vorher im Menschenherz-n geschlummert ! jaben und ohne ihr Zutun vielleicht nie erwacht wäre«. Sie lehrt mtt wenigem haushalten, bewirtt, daß man fich auch über die kleinsten Erspar«,sse kmd- ich freut, bringt die Herzen einander näher und sponck alle Kräfte des Körper» und der Seele zu nützlicher, egen-reicher Tätigkeit an. Sie verklärt alle», wa» m rechte« Geiste geschieht, macht Anstrengungen und Empfindungen, welche unter günstigen Verhältmffen nur natürlich wären, durch die Weihe, welche ihnen die Entsagung verleiht, groß und edel.
Oder welches Verdienst hatte fie, Magda, damals etwa gehabt, als fie Hefter und stöhlich gewesen, da ie noch in Wohlhabenheit lebten? Da» war nicht be« ander» gewesen. Jetzt dagegen gilt e», (Batten unb Andern die rechte, nneigennükige Liebe zu zeigen, jebulbig zu bleiben, wenn auch tie Sorgen drücken, röhlich zu fein, wen« man auch traurig ist!
Die Armut war e» gewesen, welche Marie Wetzer damals zum Fleiß angettieben. Sie spendet jetzt dem hinterlassene« Gatten Den besten Trost, irden, fie sein 15h eben auf ein bestimmtes Z el lenkt. Dieselbe gütige Fee hatte Leonhard veranlaßt, fich der armen Bewohner von Altdorf so tätig und rühnckich anzunehmen.
(Fortsetzung folgt.)