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Mda, Samstag, den 13. August 1904.
31. Jahrgang.
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SIonatsMitage; „zutdaer Geschichttblätter". Fttnsvrecher Ur. 9
neue MarmefordS'
In welcher Fo>m
daß für den nächsten Etat rangen beabfichttgt werden.
wie die des katholischen Abels. Endlich soll der Zentrum sabgeordnete Frhr. v. Pfetten bei der Zentrum spartet in Berlin btanttagt haben, zwischen rhm und demLbg Dr. Heim zu wählen. ]
aber, in welcher Höhe und für welchen Zeit-1 abschnitt diese Forderung eingestellt werden sollen, das wiffe heute der Staatssekretär des Reichsmarineamts wohl selbst noch nicht.
* SJot kurzem erst von seinem Sommerurlaub zurückgekehrt, starb der Vortragende Rat im Finanzministerium, Wirkliche Geheime Oberfinanzrat Bella« am 10. d. M. plötzlich infolge eines Herzschlages. Ec war am 7. Oktober 1840 in Adl.-Trautzig in Ostpreußen geboren. Am 3. LXtober 1890 erfolgte seine Ernennung zum Ge-1 Heimen Finanzrat und Mitglied der Hauptverwaltung der Staatsschulden unter gleichzeitiger Ueberweisnng an daS Finanzministerium, in welches er am 4. April 1892 als Vortragender Rat entailtig versetzt wurde. Hier wurde er im Jahre 1963 unter Ernennung zum Wirklichen Geheimen Oderfinanzrat mit dem Range der Räte erster Klasse mit der Leitung eines Teiles der an Umfang und Arbeitslast stetig zunehmenden Etats- und Klaffenabteilung betraut.
Wegen des Feiertags Maria Himmelfahrt wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Dienstag ausgegebeu.
Das russische Port Arthur-Geschwader, welches am Mittwoch abend auS dem Hasen von Port Arthur ausgelaufen ist, hat versucht, die Kelte tei den Hafen blockierenden lopanischen Schiffe zu durchbrechen, um sich mit dem Wladiwostok-Geschwader zu vereinigen. Schon am anderen Tage, am 11. August, lagen Nachrichten vor, aus denen herrocging, daß die Japaner das Auslaufen der ru fischen Flotte rechtzeitig bemerkt haben, und daß es vor Port Arthur zu einer Seeschlacht grkLMmen ist, über deren AuSgang auch heute noch keine bestimmten Meldungen vorliegen. Nur das eine steht fest, daß der Versuch des russischen Port Arthur-Geschwaders, nach Wladiwostok durchzubrechen, mißlungen ist.
Eine Erklärung für den Durchbruchsversuch der russischen Flotte gibt eine in London eingetroffene Privstdepesche aus Tokio. Dari« heißt eS, daß der Ring um Port Arthur täglich enger geschloffen wird. Die japanischen Belagerungsgeschütze find so gut aufgestellt, daß alle russischen Befestigungen, die Stadt und die Kriegsschiffe im Hafen durch hochwinkligeS Feuer mit einem andauernden Geschoß- hagel bedeckt werden. Der fernere Aufenthalt der Kriegsschiffe im Hafen ist auf die Dauer unmöglich. Daher versuchten fie am Mittwoch aus dem Hafen zu entkommen, aber Togos Wachsamkeit verhinderte die Flucht.
W. Tschifv, 13. Aug. 1904. (Reuter.) Die Nachricht von dem Einlaufen russischer Kriegsschiffe in den Hafen von Tsingtau (Hauptstadt der deutschen Besitzung Kiautschou) bestätigt sich: es find die Kreuzer „Askold" und „Diana" und ein Torpedobootszerstörer. (Man belrachtet eS nach der »Köln. Ztg/ alit®9 selbstverständlich, daß der Gouverneur von Kiautschou den russischen Schiffen gegenüber die Grundsätze der Neutralität streng durchführe» wird.) Zwei russische Torpedobootszrrstöier sollen an der chinesischen Küste genommen worden sein. Der Versuch des russischen Geschwader- nach Wladiwostok durchzubrechen, gilt al s gesch eitert.
Die russischen Kriegsschiffe, welche den Hafen von Tsingtau ausgesucht haben, werden natürlich nach den anerkannten Vorschriften des Völkerrechts behandelt und entwaffnet werden, wenn sie den Hafen nicht binnen 24 Stunden wieder verlassen habt«.
Deutsches Reich.
Berlin, dm 11. Lug. 1904.
* Hebet de« nächste» Marineelat und neue Flottenpläne wird augenblicklich wieder in der Preffe orakelt. Die ,Be?l. Pol. Nachr/ bringen längere Mitteilungm über den Etat, die aber weiter nichts enthalten, als was sich aus dem laufenden Etat als wahrscheinlich entnehmen läßt. Eine Zeitungskorrespondenz will wiffm, daß man im nächsten Winter eine Novelle zu erwarten habe, die ein drittes Geschwader mit den dazu gehörigen Kreuzern fordere und den beschleunigten Bau desselben neben dm in dem Flottengesitze vorgesehenen Sch-ff-bauten verlangen werde. Dagegen behauptet die .Deutsche Tagesztg/, etwas Bestimmtes und Bindendes über den Inhalt der zu erwartenden Flotten. Vorlage sei noch nicht beschloffen worvm. Nur soviel dürfe als sicher bezeichnet werde, daß der Reichstag sich demnächst, und zwar voraussichtlich noch in der jetzt laufenden Tagung, mit einer Flottenoorlage befaffm werden, bte mehr verlangen werde als die bei dem letzten Flottengesktze zurückg?stellten Auslandskreuzer. Im nächsten Erat dürfte allerdings die Wnkung dieser neuen Flottenvorlage noch nicht in Erscheinung treten; dieser Etat werde sich vielmehr innerhalb der Grenze des geltenden Flottm- geietzes halten. Wieder anders sagen die,Berl., N. N.', eS könne wohl als unzweifelhaft geltm.
(*) Ter »Märkische Vote', daS amtliche Organ des Gvftal» Adolf-Bereivs für die | Provinz Brandenburg, das von dem kawps- lustizen Hosprediger Rogge in Potsdam geleitet wird, treibt mit Vorbebe konfessionelle Hetze und geberdet sich, als wäre er ein Organ des Evangelischen Bundes. Positive pro. testantische kreise, die nicht für die Hetzeni schwärurm und noch immer der Ansicht sind, der i Gt.stav'Adolf-Vtrein habe nicht bu> Aufgabe, gegen „Rom" )U kämpfen, sondern für die kirch- I lichen Bedürfnisse der Protestanten in der ! Diaspora zu sorgen, haben den He: rn Haft Prediger deshalb schon wiederholt zur Rede gc- ftellt und gegen dir Berq.ickung des Kustav- ÄdolftVereins mit dem Evangelischen Bunde Verwahrung ^eingelegt. So noch jüngst die .Eoangelische Kircheuzeitung', die bei der G'- ! lcgmheit auch dem Evangelischen Bunde eins i überzog, ihn für „eine" parteipolitische Vereinigung" erklärte und ihm bezeugte, daß er keine Toleranz übe. Jetzt schreibt die,Kreuzzig. „In den leitenden Kreisen Les Guflav-Adol Vereins ist man — wie wir bestimmt wiffen — über die Art und Weise, wie der «Märkische Bote' die Jniereffen des Evangelischen Bundes verficht, sehr wenig erbaut. Man scheut sich aber wohl, Herrn D. Rogge in seinen alten Jahren durch ein formelles Desaoeu Kummer zu bereiten." Leider halten sich die leitenden I Kreise des Gustav Adolf Vereins „q13 solche" i aber durchaus nicht an die satzungsmäßige Auf» ! gäbe des Vereins und von den Bestrebungen des Evangelischm Bundes frei. Man kann das auf jeder Versammlung drs Gustav-Adolf-Vereins sehen. Da wird immer tüchtig gegen „Rom" vom Leder gezogen.
* Me aus Meiningen gemeldet wird, ist gegen ten Leutnant Hemmann vom 32. Infanterieregiment in Meiningen eine kriegs- aerichtliche Untersuchung einge leitet wegen Beleidigung Borgefetzter durch Ver. breitung von Schriften. Leutnant Ha«mann har einen Roman unter dem Titel „Eavies Briese an ihren Freund, Erfahrungen einer Amerikanerin in einer kleinen preußischen Garnison", der in dem Verlag von SatÜer in Braunschweig erschienen ist, geschrieben, worin eine Reihe erster Familien stark kompromittiert erscheinen sollen. Eine Haussuchung beim Ver- faffer soll belastendes Material ergeben haben, er selbst ist geständig. Was auS dem Inhalte deS Buches wiedergegeben wird, erscheint wenig geeignet, das Buch in Vergleich mit dem Btlse- schen Roman zu stellen.
• Zu« Bremer Parteitage nahmen die Genoffen des Saarreoiers in einer Parlei- versammlung in St. Johann folgende Resolution an: „Die öffentliche Parteiversawmlung des Saarreviers erwartet vom Bremer Parteitag intensive, praktische Arbeit in bezug auf taktische und organisatorische Fragen/ Insbesondere spricht sie die Heffnung aus, daß die Sozial- Politik eingehend gewürdigt wird und persön- liche Auseinandersetzungen der Art und
in dem Umfang wie das auf dem Dresdener Parteitage der Fall war, vermieden werden, da fie der Würde der Partei nicht entsprechen und von unseren Gegnern in rückständigeren Gebieten in der erfolgreichsten Weise gegen uns aulgenützt werden."
* Regens bürg, 12. Auz. 1904. Gelegent- lich einer sehr zahlreich besuchten Versammlung des Lokalkomitees der Katholikenversammlun gab Freiherr von Pfetten (Ramslau) gestern abend folgende Erklärung ab: „Es gereicht mir zur gröfttn Freude, daß ich heute abend hier in Ihrer Mitte erscheinen !■ nute. Die General» oersammlnng wird nach dem, was ich h Ute an diesem Orte gehört habe, eine wirklich glänzende werden. Auch ich bi« als Ihr Vertreter in der Politik im Reichstage hierüber Kocher freut. Selbstverständlich werde ich an der Katholiken» versammlung teilnehmen vom ersten bis zum letzten Tage. Hierbei möchte ich einen anderen Punkt in anbetracht der jüngsten Zeit nicht unerwähnt laffen. Der katholische Adel Bayerns ist in seiner großen Mehrheit, was die Politik anlangt, ein treuer Anhänger der Zentrumspartei und wird das auch in aller Zukunst, soweit die Vcr- hältniffe sich nicht rollständig ändern sollten, bleiben. Ebenso ist aber auch der katholische Adel Bayerns stets bemüht, feine treue Anhänglichkeit an die katholische Kirche öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Der katholische Adel wird das auch tun anläßlich der 51. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Regensburg. Die große MehrhUt des katholischen Adels in Boyern fleht hinter mir und hinter den Worten, die ich soeben gesprochen habe. Ich kann aud noch auf ein Moment Hinweisen. Es besteht in Boyern eine Genoffenschaft katholischer Edelleute, ein Verein zur Erhaltung der Religio suäc und Wahrung der Standesintereffen, der mit Politik nichts zu tun hat. Auch dieser Verein wird anläßlich der Tagung der Katholiken Deutschlands sich hier in der Stadt Regensburg zusammen- finden. Mögen Sie, meine hochverehrten Herren, aus diesen kurzen Ausführungen ersehen, daß die vielfachen Aeußerungen und Behauptungen, die in den letzten Tagen in der Preffe, die nicht unsere Richtung verfolgt, zum Ausdruck gebracht wurden, nicht richtig find. Sie ersehen daraus, daß diese Behauptungen eine tatsächliche Unterlage nicht haben, sondern lediglich auf eine in den letzten Tagen geübte unglückliche Tendenz- macherei zurückzuführen sind." Den Ausführungen des Frhrn. v. Pfetten folgte stürmischer Beifall. sHoch^omisch nehmen sich, wie die .Köln. Vztg/ mit Recht bemerkt, neben dieser Erklärung die Enthüllungen des .Bayer. Vaterland' aus. Das Blatt will wissen, daß der gesamte katholische Adel Bayerns aus dem gleichen Grunde wie Graf Arco dem diesjährigen Katholikentage fern bleiben werde; nur einige wenige, wie Freiherr v. Soden-Frauenhofen, würden daran teilnetmen. Auch die katholischen Bischöfe Bayerns sollen eine Aktion vor bereiten, die sich in ähnlicher Richtung bewegen werde.
Reben Sie nicht davon und vor allem — bauten
Mit diesem Aw schrei ifnti HrrzenS eilt sie in
Sie kann den Anblick nicht länger ertragen. Eie sieht auf, schneidet von dem eigenen Laibe ein doppelt so großes Stück Brot ab unv wickelt er ein, um es bem Kinde miizugebcn — sie hat oft sage« hören, das fei gut gegen das Heimweh. Ob Arnnchen sich wohl noch ihr bangen wird?
Bt« die Dämmerung hereinbricht, schmiegt sich daS Kmd ahnungslos aber furchtsam an seine Pflegemutter, legt das Köp'chcn auf ihren Schoß und fragt leise:
„Xante Werner, warum bist Du so still? Weißt Dv heute abend keine Geschichte?" —
I», es ist gewiß — -S wird Heimweh bekommen.
Mazda har ciel darüber nach gedacht, sie sie chre । »u eicicui «.uiftytn mir» vti$n:» au ne ra «enernug, daS kleine Mädchen ferner auf »»nehmen, j daS Haus zurück und wirft sich vor ihre« Lett:
schonendüen ausdrückrn könne. Allein daS Wort j nieder — Scham und Ren: streiten in ihrer Serie.
Wie sonderbar, daß sie nicht ben Mut hat, Leonhard von der Angelegenheit zu sagen! Ist eS nicht anch eine Pflichtvernachlöffigung von ihm, daß er bis jetzt noch mcht daran gedacht hat? Ader freilich — Nänner wiffen trotz aller sogenannten besseren Einsicht nie, waS eine Haushaltung erfordert.
Als Aennchrn am anderen Tag gebracht wird, r immt Mazda das Stück Brot an, daS Weher dem fr inte gewohnheitsmäßig entgegen hält. Sie hat dar t rr einmal ge an — am erst n Morgen und feitbem n>e wieder — aber heute tut fie es; hat fie doch auch die eigenen Kinder zu ernähren!
Es ist kalt und noch nicht völlig hell. Daher steht fie nicht, daß der Stann etwas überrascht auf» bleckt, vielleicht denkt er, fie habe es in der Uebereilsng «ian. Warum aber schaut Aennchrn fie den ganzen Tag mit so großen Augen an? Warum ist es fein Brot nicht?
gelten, aber der liebe Gott wird'- tun und an Ihre« Lindern segnen!"
„grau Werner, ich hab'S lange nicht mehr getan, aber heute drängt es mich so, Ihren zu sagen, daß ich Ihren gar so dankbar bin, weil Sie so gut gegen daS Aeunchen find! Wir köimen's Ihaea nie Der«
lMarga Br echt en.) ------ (Nachdruck verboten.)
Sie wir nicht, Fiau Wetzer. Ach — Gott möge mir Helsen, immer gut zu sein!"
Magda drückte die fleißige Rechte der armen Mutter und sagt beklommen:
erstirbt ihr aus bet Zunge, als sich zu der gewohnten Staube die Tür öffnet und nicht Gustav, sondern Marie selbst kommt, ihr Kind abzuholen. Die Fran steht bleich und zitiernd da
„Um Gott, Frau Wetzer, Sie — und in bem Wüter?" ruft Magva aus.
„Ja, Fra« Werner. Mein Mann ist stark erkältet, und eS verlangte mich so, diesmal selbst herzugehen. Dann läßt auch Frau Brann fragen, ob Sie niemand wüßten, der gut Weißväherei besorgen könne — eS wüß^e aber schön und fein genäht fein. Sie meint, der Meister fei in den Familien im Dorfe fo bekannt, daß Sie ihr wohl die beste Auskunft aeben könnten “
„Ich wll einmal rachd.nken, Fran Wetzer, vielleicht fällt nir bis morse > früh jrmand ein. Warten Sie — ich gehe mit über den Steg — Sie können fich ja kaum auf den Füßen halten! Komm, mein Aeuuchen, ich trage Dich hinüber."
Und Magda hebt da» kleine Mädchen auf ben Arm, reicht die andere Hand der Frau und geltet fie sicher über ben Bach.
ES ist bitter falt und zugig. DaS Licht in der '.leinen Laterne flackert uuruhig hin und her. Sein zitternder Schein fällt auf Marie Wetz-rs bleiches Gesicht, welche je?t, drüben stehend, fich noch tinmal ömtoenbenb nab ihr Kind an fich drückend, Magda die Hand evtzegeustreckt:
Var haus im Gebirge.
Erzählung aus der Gegenwart von Klar a Lötschert
Immer wieder klingen die Worte der Frau in ihrem Ohre — ein guter Engel hatte Marie zu dem Gange ar getrieben, und so daS Mutterherz dem Kinde die Freistätte wiedergewonnen.
Am Abend schlägt Magda ihre Bibel auf und liest die Worte dcs Erlösers nach: „Wer eines au8 diesen Kleinen ausnimmt, der nimmt mich auf."
Bittere Selbstvorwürfe peinigten ihr Gemüt, als fie die geiunben, regelmäßigen Atemzüge ihres Mannes und der schlafenden Knaben hört. Sie gedenkt ihre- Kleinmittes und sagt fich: Stehen wir nicht alle in Gottes Hand? Wie leicht hätte Gott über meine Kinder eine Krankheft senden können gerade in dem Augenblicke, da ich da» fremde Kind verstoßen wollte!
Mü herzlichem Mitleid sucht sie bann noch einige Stärkungsmittel zusammen und packt diese in ein Körbchen für Marie. Als fie dasselbe auf einen leinen Tisch am Fenster stellt, fällt ihr Blick auf hre Nähmaschine — auf ihre Bitte hatte Leonard ie ihr einst statt des üblichen GoldschmuckeS als Bramgeschenk gekauft. Indem kockmt ihr eine Idee — ta war fie ja gerade vor ihr, die ersehnte Bei- I )itfe, der Weg, etwas zu verdienen, hat fich gezeigt. Und fie wird ihn betreten, mag es auch ihrem Stotze noch so sehr widerstreben Aber was würde ihr Mann dazu sagen? Er würde S vielleicht nicht zu- Icffen und fie will so gerne Mariens Beispiel nachahme".
Am anderen Morgen händigt Mazda AennchenS Baier ihre kleinen Gaben ein und bittet ihn, durch eine Frau der Herrschaft die gewünschte Antwort zu immeu zu lassen. Wenn die Damen eS vorzögen, o würde sie selbst nach bem Landhcuse kommen, um bte Arbeit in Empfang zu nehmen.
Der «freute Mann meint, daS fei wohl nicht notwendig. Mazdas Stimme hat aber doch ein wenig gezittert und ne freut fich des Winter morgens, dessen Halbdunkkl ihre Züge verbirgt.
Wehuachten ist da, diese« herrliche Fest, baS taufenbe von Kinder Herzen höher schlagen macht und auch die Erwachsenen mit andächtiger Freude erfüllt.
Tiefe Wehmut will sich Magdas bemächtigen, als re die Zurüstungen zur Bescherung trifft. Dieselben rnd diesmal in sehr kurzer Zeit vollendet. Sie gedenkt der früheren Jahre, der reichen Geschenke, welche fie sonst an dietem Abende für ihre Lieben in Bereitschaft gehabt. Sv arm ist fie fich noch me vor- gekommen!
Denn ach! Die Gaben sind nur karg und klein. Und doch so sorglich, wie mit Engelhänden Bereitet fie die hart ersparten Spenden, D'rauf manche Träne fällt wie Perlenschnee. Draußen liegt tiefer Schnee. Am Himmel glänzen unzählige Sterne.
Zu der Zeit, als unten in Altdorf die Feierabend- 5ur.be gekommen und manche Mutter die wenige» ! erzen ihres Bäumchens angezündet, erstrahlen auch die Fenster in dem einsamen Haus im Gebirge
Der helle Lichtschein fällt über ben alten, morschen Stcg, über ten beschneiten Plad und üb« die überhangknden weiß schimmernden Felsen.
Lrorhard Werner und feine Frau fkhen Hand m Hand in der festlich geschmückten, von würzigem Tannerdust erfüllen Stube. Die Kraben fingen ei» Beihnachtslied. Maql a ober denkt: So jubelnd heil - hätten die frischen Stimmen noch niemals geklungen, Leonhards und der Kinde< Gesichter nie vorher einen o strahlenden, glücklichen Ausdruck getragen, wie am heutigen Abende.
D« heilige Christ batte chr stummes Flehen erhärt und durch die echte WeihnachtSfteude den armen Gabe» einen besten Segen zugestellt.--
Es ist einige Tage nach Weihnachten, als Gusto» Wetz« noch spät den Weg nach der Schlucht einschlägt. Lennchens Mutt« hatte von Frau Brau» einige freie Tage erhalten, somit war da» kleine Mädchen feit bem Feste unten geblieben. Stern« und feine Fra» ;nb daher etwas erstaunt üb« ben twzeitigen B such.
(Fortsetzung folgt.)