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moitatsMIage: „Mdä« Geschichtsbiättek".

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§ulda, Freitag, derr 12. August 1904,

M 183.

31. Jahrgang.

27. Generalversammlung des Ver­bandes kath. kausm. Vereinigungen.

n.

CPC. Fulda, 12. Aug. 1904.

Am Nachmittage sand die 9. General - Ver­sammlung der Krankenkasse des Verbandes kathol. kaufmänn. Vereinigungen statt. Anwesend sind 70 stimmberechtigte Delegierte. Der Vor­sitzende Föhrling (Hannover) eröffnete die Ver­sammlung mit dem katholischen Gruße. Die Krankenkaffe zählt gegenwärtig 4643 Mitglieder; im ersten Halbjahre 1904 ist allein ein Zuwachs von 1276 Mitgliedern zu verzeichnen. Der Re­servefonds ist auf 60,392 Mark angewachsen. Dem Vorstande wird für das abgelaufene Geschäfts­jahr einstimmig Decharge erteilt. Die auf 2 Jahre erfolgende Wahl des Vorstandes muß, da der Mitbegründer, und langjährige Vorsitzende der Krankenkasse, Föhrling (Hannover), eine Wiederwahl ablehnt, durch Stimmzettel vorge- nommen werden. Das Resultat der Wahl soll im Laufe der Verhandlung festgestellt werden. — Es folgt die Beratung der in großer Zahl eingegangenen Anträge. Eine G-uppe von Anträgen bezweckt eine Verbilligung der Kosten der Generaloersammlung durch Verminderung der Zahl der Delegierten. Nach längerer Debatte wird Ser von der örtlichen Verwaltung Berlin gestellte Antrag, wonach künftig auf Wahlabteilungen von 100 (bisher 50) Mttzlie der» ein Delegierter kommen soll, mit 33 gegen 32 Stimmen abgelehnt. Die dieselbe Materie betreffenden Anträge München, Düffeldorf und Osnabrück werden zurückgestellt und es wttd zu­nächst der Antrag Dortmund zur Debatte ge­stellt: 1) den Sitz der Krankenkaffe nach Effen a. d. Ruhr zu verlegen und 2) das Statut der Kasse einer Revision zu unterziehen und hierfür eine Kommission zu ernennen. Ein Antrag deS Vorstandes will demgegenüber „den Kaffenoorstand ermächtigen, dle Reorgani sation der Kaffe durchzuführen, im besonderen diejenigen Paragraphen abzuändern, welche an der Hand der gemachten Erfahrungen die fernere Bestandfähigkeit der Kasse gefährden". Der An­trag Dortmund wird in seinem ersten Teile (Verlegung des Sitzes der Kaffe nach Essen an der Ruhr) abgelehnt; in seinem zweiten Teile (Einsetzung einer Kommission zu Revision des Statuts) mit großer Mehrheit angenommen. Inzwischen ist das Resultat der Bo:standswahl ermittelt worden; danach find als Vorstandsmitglieder gewühlt worden: Müller mit 68, Heitmeyer mit 67, Otto mit 67, Eichmann mit 65 und Aue mit 64 Stimmen. Vor der Wahl der auf Grund des Dortmunder Antrags zu wählenden (Siebener-)

Das haus int Gebirge.

Erzählung aus der Gegenwart von Klara Lötschert (Marga Brechten.)

19 ------(Nachdruck verboten.)

Als fi- sich allein sieht, nimmt sie Jakobs Schiefer« täfel, nebst ihrem kleinen Haushaltungsbuche zur Hans und entwirft eine Menge von Plänen und Berechnungen, welche ihr die Möglichkeit zeigen sollen, mit der ihr fortan zustehenden Summe auszukommen Allein diese will sich nicht ergeben; selbst kaum, nach­dem der für den Wmter zurückgelegte Notpfennig und dre kleine Weihnacht-kaffe — Magda'S bis dahin ängstlich g-hüteter Schatz — hinzagenommen wird. Nun kommt e» ihr zugute, daß sie sich so oft mit den ärmeren Haushaltungen Altdorf» beschäftigt hat. Ja, es farm, i muß auch hier gehen, wenn sie den eigenen ganz so einrichtet, wie den einer armen Arbeiterfamilie. S nd sie doch auch arm seit dieser Nacht, mit den drehenden Verpflichtungen vor sich, ohne sichere Aussicht, dieselben «füllen zu können. Wenn unvorhergesehene Fälle eintreten, müssen sogar Schulde» gemacht werden. Von jetzt an können die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken und der Vermutung, daß sie den Eltern noch öfter beispringen müffen, steht die Gewißheit gegenüber, daß diese ihnen selbst niemals werden aufhelfen können.

„Arm!" und Mazda, die jenes kürze aber so harte Wörtchen bis jetzt nur vom Hörensagen kennt, schlägt die Hände vor ihr G-ficht wie in tiefer Be­schämung. Sie fühlt ein Beben im ganzen Körper; dann aber kommt e8 wie Begeisterung über sie Sie heftet ihre Augen auf eh en Haussegen, den sie einst von daheim mitgebracht und deff-n goldene Ausschrift damals fast ganz u-beachtet von ihr geblieben war. Langsam und deutlich ließ sie den schönen Spruch: »Bis hierher hat Gott geholsen, Gott Hilst roch, und Bott wird weiter Helsen!" Laut, fast feierlich klingen

Kommission erklärt der Vorstand, daß er eS ad« lehnen müffe, mit der Kommission zusammen- marbeiten. (Unruhe.) Longerich (Nachen) beantragt hieraus, die Kommission ausschließ­lich aus Vorstandsmitgliedern zusamv enzusrtzen. (Große Heiterkeit.) Nach längerer Debatte wurden in die Kommission gewählt: Schlenker (Dortmund), Bauermeister (Dortmund), Heymann (Bochum), Küpper (Berlin), Lux (Trier), Herdes (Hannover) als Vertreter des Aufsichtsrats und Otto (Hannover) als Vertreter des Vorstandes. Die aus die Ver­billigung der Kos-en der Generalversammlung bezüglichen Anträge München, Düsseldorf undOsnabrück werden hierauf abgelchnt. Die auf Leistungen der Kaffe rc. bezüglichen An­träge werden der Reorganisations-Kommission überwiesen. Hierauf wird die Versammlung nach sechsstündiger Dauer geschloffen.

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Deutsches Reich

Berlin, den 11. Aug. 1904.

* Gegen die Novelle z«m Fleischbescha«- gesetz haben die Oberbürgermeister von Berlin, Breslau, Köln, Königsberg, Frankfurt a. M. und eine Reihe anderer Städte eine Eingabe an das Staatsministerium gerichtet, worin sie bitten, diesem Gesetzentwurf die verfaffungsmäßige Zu­stimmung nicht zu geben.

0 Der »Vorwärts^ dementiert sich weiter. Er erklärt, er habe die „Pflicht", seine Mären zu verbreiten, „selbst aus die Gesahr hin, daß die Mitteilungen sich schließlich doch als un­richtig Herausstellen könnten". Gr hat also die ihm nach seiner gestrigen Angabe zugegangenen „Nachrichten" über das Komplott gegen das Reichstagswahlrecht selbst nicht geglaubt. Viel­leicht gesteht er morgen, daß sie ihm überhaupt von keiner Seite zugegangen, sondern von ihm selbst aus der Luft gegriffen worden sei. Einst­weilen sucht er bei den Konservativen anzu­klopfen, ob sich nicht doch noch irgend ein Körnchen seiner Sensationsmeldung retten ließe. Es wird wohl vergebens sein.

** Im Monat Juni d. I. sind auf deutsche« Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 km Betriebs länge — 10 E ntgleisungen auf freier Bahn (davon 4 bei Personenzügen), 14 Entgleisungen in Stationen (davon 5 bei Personenzügen), 3 Zusammenstöße auf freier Bahn (sämtlich bei Güterzügen), 12 Zusammen flöße in Stationen (davon 2 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 2 Bahnbedienstete getötet, 29 Reisende und 16 Bahnbedienstete verletzt.

|| Regensburg, 10. August 1904. Die Vorbereitungen zur 3.Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, welche mit dem 51. Katholikentage in Verbindung fleht, werden eifrigst gefördert. In großer Anzahl sind die Ausstellungsgegenstände von namhaftesten Künstlern bereits entgeh offen und ihrer Hüllen

entledigt harren sie noch der Ar bett der Jury, um der stimmungsvollen Umrahmung des alten Domes und seines K euzganges eingegliedert zu werden. Am 15. August wird die feierliche Eröffnung stattfinden, wozu bereits dieEinladungen erfolgen. Die begrüßenswerte Aui stellnng wird in ihrer mehrwöchentlichen Dauer sich gewiß eines zahlreichen Besuches zu erfreuen haben, denn sie verspricht hervorragend zu werden.

* Vancouver, 11. Aug. 1904. Zahlreiche ver­heerende Waldbrände in BrittschColum- b i a und Neufundland haben Schaden angerichtet. Derselbe wird viele Millionen betragen, falls nicht bald ein auSgiebiger Rege» fällt.

(•) Gartenbesitzer und Blumenfreunde wird eS interessieren, daß ein neues Katalog-Gartenbuch von M. Peterseim's Blumengärtnereien in Erfurt er­schienen ist und kostenlos an die Jntereffenten ver­sandt wird.

* Falkenbeize auf dem Temprlhofer Felde bei Berlin. Der kommandierende General des GardekorpS Hai die Erlaubnis gegeben, daß im Monat August Versuche mit Falkenjagden auf dem Tempelhofer Feld unternommen werden können. DaS Wild wird zu diesem Zwecke mitgeführt, da auf dem Tempelhoser Feld schon seit langer Zeit keine Äildart mehr aufzufinden ist. In Betracht kommen wegen der Schonzeit für die Falkenjagd nur Krähen und Kaninchen. Dieser Sport, der in Deutschland feit langer Zeit schon ausgestorben war, wieder zu erwecken, ist der Fürst Stolberg Wernigerode eifrigst bestrebt. Seiner Energie ist es zu danken, daß jetzt die Sache in Fluß gekommen ist. Der allgemeine deutsche Jagdschutzverein hat für diese Zwecke 500 Mark aufgkwendet und der Landesverein für Sachsen 300 Mark, andere Jagdvereine haben Beiträge in Ausficht gestellt. Für die Falkenjagd auf dem Tempelhofer Feld werden Falken aus England importiert, die vcn einem Falkonier Mr. Frost gezähmt find, der demnächst in Berlin mit fünf Evelfalken ein­trifft. Gejagt können werden neben Kaninchen und Krähen, Reiher, Kraniche, Hafer-, selbst Rehe werden vom Falken ausgenommen. L-päter soll, wenn sich die Versuche auf dem Tempelhoser Feld bewähre», der Döberitzer Uebungsplatz hinzugezogen werden. Um die „edelste der Jagdarten", die Falkenjagd, in Deutschland dauernd zu erhalten, plant man die Errichtung einer Falkeugenoffenschaft, wie sie in England seit langen Jahren besteht. In England, Frankreich und Ungarn werden heute noch Falkenjagden betrieben.

[] Wann sind dir Pendeluhren eingeführt? Papst Sylvester II , der «m die Jahrtaufendwende als Förderer der mathematischen, naturw'.ffenschaftlichen und philosophischen Wissenschaften eine ganz hervor­ragende Bedeutung gewann, dem die Einführung der arabischen Ziffern, die Erfindung der Armillariphäre und anderer wiffenschaftlichen Apparate von Geschichte und Sage zngeschrieben wird, gilt vielfach auch als Erfinder ober doch als Uebermittler der Pendeluhren. Die Zeitschrift ,Das Weltall' weist jedoch darauf hin, daß dieser Ruhm des ersten sranzöstschen Papstes kein unbestrittener ist. Wie schon Reuleaux im Buche der Erfindungen gezeigt, kam man zum Gebrauche der Pendeluhren erst 61/« Jahrhunderte nach Sylvester. Bon den Astronomen damaliger Zeit wurde daS Pendel nur in der Weise gebraucht, daß man stundenlang die Pendelschwingungen laut zählte zwischen zwei Durch­gängen. Um dies zu erleichtern, erfand Galilei 1641 die Pendelhemmung, und erst 1656 erfand Huyghens die Pendeluhr. Die von Sylvester II. (©erben) um

die Worte in der Siube wieder, reichen Trost in MagdaS Herzen zmücklasiend.

♦ ♦ ♦

ES ist in den ersten Dezember! agen. Die Kälte, welche bis dahin nur sehr milde ausgetreten, wird immer strenger.

Im Dorfe macht sich dieser jähe Wechsel der Witterung unangenehm fühlbar. Man verbraucht wehr Kohlen, um tüchtig einhetzen zu können und — mehr Brok, beim alle wisse», daß ein schlecht ge­nährter Körper der Käste draußen am wenigsten widerstehen kann. So schlimm es aber auch manch­mal au» sieht, so bleiben die Gemüter doch diesmal ruhig; rückt doch mit jed-m folgenden Tage der erste Januar näher und mit diesem die von dem Besitzer der Gießerei in Aussicht gestellte Erhöhung der Ar­beitslöhne.

Ander» n dem Haus im Gebirge. Hier hat «an nicht die köstliche Hoffnung auf eine Verbesserung Im Gegenteil erscheint die Zukunft täglich drückender und aussichtsloser.

Die Bewohner des einsamen Gebäudes leiden gar sehr unter der Kälte. Dasselbe liegt nur von der Rückseite geschützt da; im übrigen ist eS dem Winde und der Zugluft preis gegeben.

Auf den Berggipfeln und dem felsigen Abhang häuft sich der Schnee. Ein scharfer Ostwind peitscht ihn talwärts und fährt heulend und pfeifend durch die nahe Schlucht.

Das l-.ife Rauschen der Wildbachs st verstummt. Sein Stoff er — meist erstarrt — bewegt sich nur an milderen Taren höchst träge vorwärts. An den stellen Wänden der Bettes und am Siege hängen lange, sp tze Eiszapfen.

Durch die d m Hause gegenüber liegende Fels­wand wird es drinnen in der großen Wohr stabe rüh Nacht Mazda Wen« steht v n ihrem Platze am Fenster auf und nimmt ihr Strickzeug, um sich zu den Kindern zu fetzen. Es ist eine stillschweigende Uebereinkunft, daß die Stunde der Dämmerung ihnen gehört.

Ebe» kommt Jakob auS der Schule. Er legt seinen Ranzen ordentlich an den dafür bestimmten Ort, hängt die Mütze auf und bemüht stch, seinen Hals aus den Umschlingungen eines endlos langen ShawlS loszuwinden. Die Mutter hilft ihm dabei und fragt, ob er auch Johann den Knecht bestellt habe.

„Ja, Mutter. Morgen um zebn Uhr will er unten am Fahrwege halten," berichtet der Kleine „Du sollst doch alles bereit machen — er will auch noch jemand mitbringen zum Hinabttcgen."

Mit Einwilligung ihres Mannes har Magda einen Heil ihrer Wintervvrräte für die Eltern in Kfften und KiÄe verpackt. Da ste ihnen nicht mit Geld helfen k.mN, will sie ihnen wenigstens das zuwenden, was sie selbst einigermaßen entbehren kö.neu. Leonhard hat gern nachLegeben und sie ist iv-m dankbar dafür, doppelt danlbar, weil ste gewahrt, tote schwer ihn di« sich meßenden Sorgen drücken.

Such sie ist traurig und niedergeschlagen. Sie weiß nicht, wie eS zugcht — aber es kommen jetzt mitunter Ausgaben, an welche man vorher gar nicht gedacht hat. Wenn daS so fortdauert, so werden sie kaum die Hälfte der fehlenden Pumme zusammen­bringen. An dem Effen dec Kinder und ihres Mannes darf nicht gespart werden D-e Gerichte müffen, wenn auch einfach, doch nahrhaft, schmackhaft und reichlich sein. Ihr eigener Anteil mag immerhin noch etwas Heiner ausfallen. Sie hat schon längst damit be­gonnen and ist bei der Wahrnehmung, daß weder Leonhard noch dir K aben eS bemerkt haben, iroy ge­wesen. Aber wa» hllft daS? « ist so gut wie ein Tropfen im Meer. —

Sir lauscht aus daS leise Br ein eines Töpfchens im Ofen. Damit nimmt sie daS Brot zur Hand und schneidet drei große rnnde Stücke ab — die gewöhn­liche Besprrmahlzeit, welche den Kaffee ersetzen muß. Da, clS sie eben Aennchen ihr Stück reicht, kommt ihr, wie sie meint, ein gar vernünftiger, kluger Ent­schluß. Aber der Gedanke muß finster sein. Es zieht tot« ein Schatten durch die große trauliche Stube.. eS liegt wie eine Wolke über den eben noch so laut

980 i» Magdeburg aufgestellte Uhr war offenbar eine Sonnenuhr.

* Der „rechtskundige" Bauer Ein Bauer an­der Umgebung von Koblenz füsrte beim OberlandeS- gericht in Köln einen R-chttstreit mit seinen Verwandten wegen Herausgabe von 1000 M, herrührend auS einem Nach! sie. Der Prozeß wurde zu Ungunsten deS Bauers entschieden. Erregt und entrüstet darüber kommt der Bauer zu seinem Anwalt und erklärt, er wolle die 1000 Mark jetzt ^»prozessieren". Von seinem Anwälte lesiagt, waS er eigentlich damit sagen wolle, gab er folgende Erklärung ob: Trotzdem seine Klage jetzt rechtskräftig abgewiefen fei, würde er stets von neuem die Klage gegen seine Verwandten erheben; diese seien dann gezwungen, sich auf die Klage einrulsffen, und weil eS sich um einen land- gerichtlichen Prozeß handele, immer einen Anwalt zu bestellen. Dadurch würden ihnen fortwährend Kosten entstehen, die, well er selbst insolvent fei, von ihm nicht wieder eingezogen werden könnten Dieses Manöver wiederholte er so lange, bis seine Verwandten die etstritteven 1000 Mark an Koste» ausgewandt hätten. Jetzt wußte der Anwalt auch, waS das Bäuerlein mit der Redensart „Ich will die 1000 Mark verprozesfieren" gemeint hatte.

* Praktisch. Er: „Denke Dir nur, die Böge! im Garten haben wieder alles verdorben!" — Sie: „Weißt Du waS, schenke mir einen neuen Hut - dann gebrauchen wir meinen alten als Vogelscheuche!"

Nntzbringende Hühnerzucht. Bon Johanna Schneider. Verlag von Wilhelm Möller, Berlin, Prinzenstraße SS. (Preis 40 Pfg., geb. 60 Pfg.). In kurzer, bündiger Weise, trotzdem hinreichend auSgeführt ist das Ganze der Nutzhuhnhaltung, Pflege, Fütterung, Mast und hauptsächlichsten Krankheiten tlar« gelegt. Der Stall und seine innere Einrichtung, der Scharraum» Aufzuchtkäfige und dergl. finden durch Abbildungen im Text recht zweckmäßige Erklärung, sodaß fich der Anfänger, besonders die HauSfran auf dem Lande, für die das Büchlein bestimmt ist, mit Vor- teil desselben bedienen kann.

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und fröhlich spielenden Kindern und MagdaS bleich‘S, eine Sekunde vwher noch hell erglänzendes Gesicht erscheint jetzt düster und verändert. Sie hat daS Brot in AennchenS auSgestr-ckte» Händchen gelegt.. da haben ihr die roten Bäckchen derselben gesagt, daß die Wangen ihrer eigenen Knaben bald blaß und mager avSsehen werden, um eben dieses fremden KindeS willen, daß sie jene am Ende knapper halten muß, um dieses zu sättigen! ...

Nein, rein, daS kann nicht länger so fortgehen. Was geht sie schließlich daS kleine Mädchen an. Sie haben es unter gänzlich veränderten Berhältnisien ausgenommen, nun aber wird es ihnen niemand Übel nehmen, wenn sie eS nicht länger behalten. F e-lich — AennchenS Mutter ist wett zurück und arbeitet doch noch immer in der Billa, und Leonha.d har erzählt, daß Gustav Wetz« jetzt bet fleißigste und ordentlichste Arbeiter ist, den er jemals gesehen hat. D« bringt eS noch zu etwas. Da ist e» saft schade, dem stillen, fleißigen Bemühen d« beiden Leute so ein plötzliches Ende zu machen, ab« was kann daS alles helfen? Ist nickt jed« fich selbst d« nächste?

Klein-Aennchen schmaust behaglich einen Apfel und beißt ab und zu an dem Brote, das eS in der anderen Hand hält. Bei dem Ar blick wächst daS wenige, was daS Kind tagsüber verzehrt, in MagdaS Augen zu ein« riesengroßen Menge an. Nein, nein, fie hat unv «antwortlich, wenn nicht gar leichtsinnig gebandelt utib noch heute, trenn nicht längstens morgen will fie dem ein Ende machen.

Der Abend kommt. Schon vorzeitig hüllt sie das kleine Mädchen ein und wartet lange. Ab« niemand «scheint, um e» abzuholen. Endlich kommt Wetz« und zwar zufällig mit ihrem Manne. Die beiden sprechen zusammen, und Magda kann nicht gleich daS rechte Wort finden. So schweigt fie denn für heute noch einmal von btt Sache. Morgen früheste» wieder nichts, denn da ist eS so dunkel und kalt, und alles geht zu sehr in Eile. Ab« am folgenden Abend muß es ganz gewiß sein.

(Fortsetzung folgt.)