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Druck Hitb Verlag bi zulbaerActienbrucke» in Zulba < Harmonie! Zernsprecher Ur. 9.

M 181.

8ulda, Mittwoch, dm 10. August 1904.

31. Jahrgang.

::: Albertas - Magnus - Verein.

«on einem Dorfpfarrer der Diözese Fulda.

Seit Pfingsten 1898 hüben sich katholische Geistliche u».d Laten zu einem Vereine zusammen­getan, der würdigen und talentvollen deutschen Kaiholtken, welche kein ausreichendes Vermögen besitzen, die Mittel zur Vollendung ihrer S-udlen uno zur Erlangung einer angemestenen Strang verschaffen will. Vorläufig sollen jedoch nur diejenigen berücksichtigt werden, welche em zum Besuche der Hochschule berechtigendes Reife- zeugnis erlangt Haden und einem höheren Laten- berufe sich widmen. Der Verein, dem leder deutsche Katholik gegen Jahresbeitrag von mindestens einer Mark veitreren kann, nennt fich „Albertus- Magnus-Verein" und Hal feinen Sitz i Trier. „ , , .

D e G neraloe sammlung der Kalyouten Deul^chtancS »n > öl.i vat ihn warm empishlen. In dem betreffenden Beschluß „nimmt fie mit großer Befriedigung Kenntnis von den Arbeiten uno Erfolgen des Vereins und empfiehlt an- gelegentlichst, diesem Verein beizutreten und ihn nach Kräften zu fördern, • insbesondere durch Bildung von Ortsgruppen und Diözesarwer- bänden, sowie durch Schenkungen, Vermächtnisse und Gttftuugm". In den Verhandlungen wurde darauf hrng.w.esen, daß der Verein noch nicht genug bekannt sei, selost in gut katholischen Kreisen wtffe man überfeine Existenz und sein Wesen nichts; Profeffor Mausbach (Münster)meinte, man müffe in populär-wiffenschüftiichen Vorträgen für die Idee wirken. In einem Ueberblick über die Verbreitung des Vereins wurde rnttgeteiU, daß sür die Erzdiözese Freiburg, die D özese Straß bürg und sür Bayern Organisationen des AloerlusMugnus-Vereins, wenn auch teilweise unter anderem Namen ins Leben getreten seien, eS veständen aber immer noch Lücken, so fehl,«» noch die Diözesen Mainz, Fulda, Culm, Erm- lano.

Betreffs Fulda wird daun, wie der Bericht sagt, mitgeteilt, „daß auch dort Aussicht sei, einzelne Herren sür die Saaße zu »uteressieceu, eS solle in An­griff genommen werden". Oo das ge­schehen ist, wissen wir nicht, jedenfalls hat man tn der Oeffentlichkeit nichts davon gehört.

Wie segensreich der Verein wirkt, zeigt uns der letzte Jahresbericht, den wir hier wieder- geoen:

Verbände Einnahme Unte-stützungen Unlerstützte

Breslau

8544.90

6600.—

73

Köln

18377.01

14830.—

62

HtideSheim

930 90

631 20

4

Ltmsurg

2078.21

1545.—

15

Münster

9127 50

9135.—

40

Osnabrück

3298.96

2525.—

7

Paderborn

4750 99

3550.—

18

Trier

3233 27

4400.—

27

Dtaspora

705 80

2970.—

22

Sa. 5 i. 058,14 46 186 Hü 268

Em Fu. stet oet Einnahme stillen die D ozesan do ft4 Oe ste.s der Ze>.iraifleüe in Titer za Verfügung. Aus diesem Fonds find in den letzen fünf Jahren durch die Zentralstelle 36,517 Mark an einzelne Studierende verteilt woroen. In den Berichten der einzelnen Diö- zeien und Ortsgruppen begegnen w,r der flam digen Klage, daß bie zur Verfügung stehenden Mittel eei weitem Nicht aus reichen, all' den woylsegrllnseten Anforderungen an den Verein zu genügen. Rührend find die Mitteilungen die der Frankfurter Verein in feinem Bericht macht

Könnten wir allen denjenigen, so heißt es da, welche für die Not ihrer Mitmenschen ein offenes Her, haben, ibmbud in unsere Akten und in unsere Verhandlungen verschaffen, dann würden wir nach unserer inneren Ueoerzeugung vollauf unsere Zwecke erfüllen können. Denn all' der Jammer, wie er uns vor die Augen tritt, muß jeden zur Mildtäligkeit stimmen. Ooer kann man ruhig dabei bleiben, wenn, wie eS unS tatsächlich be annt geworden ist, ein junger, fleißiger zu den besten Hoffnungen derechilgenber Mann Wochen lang nur von mit geliehenem Gelbe gelaustem Brot und von Wasser lebt, wenn er keinen An,ug mehr besitzt, mit dem er fich im Kolleg sehen lasten kann, oder wenn der plötzlich in Unglück geratene Baker, der noch eine Reihe anderer unversorgter Kinder hat, die Kosten des Weiter-StudiumS nicht mehr be- streiten kann, oder wenn ein Studierender durch den Tod der Eltern sich auf einmal vor daS Nichts gestellt und, falls er nicht unterstützt wird, fich gelungen sieht, das Studium aufzugeben und seinen Geschwistern die einzige Hoffnung auf einen Ernährer zu rauben? In unserem Verein handelt c8 fich nicht um Fauttlten- stip-ndlen, bte ja manchem von Rechts wegen sozu- lage.i in den Schoß full N, bei uns ist nur entscheidend strebsamer Fleiß, Veranlagung und ordentlicher Lebens»

wandel. Möchten alle, welche in Erfüllung ihrer chl «stachen Pflicht der Mildtätigkeit und Nächsten­liebe fich zu e.nem guten Werke veranlaßt sehen, sich üoerlegen, ob fie wohl einen edleren und würdigeren, gleichzeitig sozial wichtigeren Zweck erfüllen können, als wenn fie sür den ulbertuS-MagnuS-Berein wirken, thn bedeuten, sei es durch Spenoen von Beiträgen, sei es durch Errichtung von Stiftungen.

Der Hochwurvtgste Herr Bischof Dr. Korum in dessen Bischofsstaot Trier der Verein seinen Ditz Hai, widmet öemfelben folgende Empfehlung:

„Zahllos find die Werke christlicher Barmherzigkeit, welche fich die Linderung des leiblichen Elendes zum Ziel gesetzt haben; sür Kranke, Waise und Berlast.ne siuden sich stets hilssbereite Herzen. Dagegen fliegen sur die geistlichen «.dUisnisse unseter Zeit ote Mittel noch nicht so reichlich. Mit Freuden habe ich es daher begrüßt, arS in unserer alten tathol. «ischossstadt ein Verein gegründet wurde, der stq Oie Aufgabe stellte, bedürftige» katholischen Studierenden die Erreichung ihres Zieles zu ermöglichen. Ich betrachte diese Tätig- fett als einen wichtigen Teil des katholischen Aposto- lat«8 in der Gegenwart. Mit freudiger Genugtuung habe ich vernommen, daß der KlernS meiner wtözese auf den Konferenzen diese Frage oft zum Gegenstände der Erörterung gemacht hat und zahlreich dem neuen Vereine oeigeueien ist. Judeffen muffen uet Den groß n anfoioeiui.gen, welche an den Verein gestellt werden' oie Laienireise tn hoher em Muße sur Denselben intet- effirri werden, um so mehr, atS es st^ Dabei m erster «.nie um die Unterstützung Der Laien, Der »tuOieienOen an Den weltlichen F .tut tat en handelt. Daher richte ich an aue Priester meiner Diözese die eilte, für die Aus­breitung Oes Albertus - Magnus - Berems, der in Den wenigen Jahren seines Bestehens schon weithin segens­reich gewirkt hat, nach Kräften tätig zu fein, besonders unter der besser gestellten tatholischen LaienweU. Auch daS ist Sorge sür die Seelen uno Arbeit im Dienste der Kirche."

Möchte der Verein auch in der Diözese Fulva recht balo Wurzeln schlagen und fich die auf der Kölner General-Versammlung geäußerte Hoffnung erfüllen.

Alles muß heutzutage mitwirken, dem katho­lischen Volksieile zu einer stärkeren Vertretung in oen höheren Laienberusen zu verhelfen. Die Tatsache fleht sefl, daß die deutschen Katholiken oerhauntsmäßig zu wenig in den führenden Ge­sellschaftskreisen vertreten sind, und eme Ehren­sache ist es darum für fie, einigermaßen hier Abhilfe zu f chaffen. Die Bestrebungen des AlbertuS- Alagnus-Vereu.s dienen dem Besten von Kirche und Staat. Kommt es doch dem ganzen Volte und Vaterland zu gute, wenn die im katholischen Votksteile vorhandenen geistigen Kräfte mehr als b.sher zum Wohle der Geseufchaft herangezogen uno nutzbar gemacht werden.

Auf der Kötner Verfammlung wurde noch Hervorgehoden, daß es viele wohlhabende katho- itscheEllern gibt, die ihre Kinder nur dann studieren laffen, wenn sie sich dem geistlichen Stande zu- wenden und unoerständlgerwelse sie im Stich« taffen, wenn sie um,allein. Pros. MauSbach wies darauf hin, daß der Verein sich nicht sträu­ben wolle, solche Studierende zu stutzen, bte in oer Theologie nicht ihren Berus finden, wohl aber sür ein anderes Fach erfreuliches erwaiten taffen; das tönne nur oer Kirche zum Besten ge­reichen.

Der Priesterstand ist ja ohne Zweifel der er­habenste oon allen Slänoen und es ist hoch erfreu- l ch, wenn recht Diele Eltern es als ihr größtes «siack preisen, einen Sohn als Priester des Herrn am Altäre zu sehen, aber ohne Berus soll niemand sich in das Heiligtum drängen. Mau kann auch iw Laten stan oe Apostel sein und Großes für die Kirche Gottes wirken. Man denke iiut an die Reichensperger, Franclenstein, Mallli-ckiodt und Lvino-ho.fl, an die -schvrleMer-Alst und Lieber uno au' die anoeren katholischen Laien, die in oen fchweren Zeiten be» deutschen Kulturkampfes unentwegt bas Panier des katholischen Glaubens festhlellen, sodaß von jedem gilt, was Leo XIII. ausries, als er die Nachricht vom Tode Wtndt- Horsts ersahren halte: „Die Kirche hat einen ihrer besten Kämpfer verloren." Nicht mit Un­recht Hal Prof. Herlling gesagt, daß ein ein­ziger Gelehrter, welcher erst I gleich in die For­schung eingreist und sich im Leben als treuer Sohn seiner Kirche bewährt, ganze Bände Apolo­getik aufwiegt.

Im Zusammenhänge damit sei auch hier daran erinnert, daß die Katholiken ganz besonders den Realstudien noch mehr Beachtung schenken müssen. An katholischen Oberlehrern, Anwälten and Medizinern besteht nicht entfernt jener Man­gel, wie beispielsweise an katholischen Technikern. Katholische Eltern mögen ihre Söhne, die Lust und Talent zum realistischen S ubium in sich tragen, ja nicht von diesem abhalten; man blickt leider in völlig kurzsichtiger Werse in manchen Kreisen noch etwas verächtlich auf den „Techniker" herab, will diesen nicht vollwertig nehmen; und doch darf fich dieser Stand in unserer heutigen Zeit mit Fug nnd Recht als gleichwertig neben jeden andern akademischen Beruf stellen; ihm ist gerade auch ein grof er Einfluß aus die Arbeiter vor bi halten. Haben wir tüchtige katholische T ch- niker mit klarem Kopse und warmem Herzen, so

ist diesen ein ungemein großes Feld fruchtbrin­gender Tätigkeit geöffnet, und sie können mil­dernd auf die sozialen Gegensätze einwirken; aber auch vom rein materiellen Standpunkte aus ist der Ruf berechtigt: »Mehr Katholiken in die realistischen Fächer!"

Wir wiederholen zum Schluß noch einmal den Wunsch, der Albertus Magnus-Verein möge auch in unserer Diözese Eingang finden und recht vielen talentierten charakttrfesten jungen Leuten den Weg zu einflußreichen und einträg­lichen Stellen bahnen. ________________

[] Ein wichtiger Urteil gegen schwindelhafte Ausverkäufe.

Als im Jahre 1896 das Reichsgesetz zur Bekä-npfung des unlauteren Wettbewerbes ge­schaffen wurde, glaubte die gewerbliche Geschäfts­welt zu der Hoffnung berechtigt zu sein, daß damit den unreellen Praktiken im Geschäfts leben, insbesondere den Mißbräuchen im Ausverkaufs- wesen endlich mit Erfolg begegnet werden könne. Diese Hoffnung hat fich leider als unberechtigt erwiesen. War auch in den ersten Zeiten nach Inkrafttreten des Gesetzes ein Ansatz zur Besserung wohl zu bemerken, so ist es doch heute eine unbestrittene Tatsache, daß das Gesetz insbesondere hinsichtlich der schwindelhaften Aus­verkäufe seine Wirkung fast vollständig ver­fehlt hat.

Ein guter Teil zu diesem Mißerfolge hat auch die Rechtsprechung der Gerichte, in erster Linie des Reichsgerichtes, bdgdragen. B kunntlich hat das Reichsgericht durch Uiteil vom 21. September 1897 entschieden, daß „nach Belegenheit der Umstände" Nachschübe in geringem Umfange und in der Absicht, die Auflösung des Geschäftsbetriebes durch weitere Heranziehung gangbarer Artikel zu fördern, gestattet seien. Man braucht, wie noch neuerdings die ,Ko- lonialwarenzeilung^ betont, Über die absolute Un­sicherheit und Dehnbarkeit dieser Begriffe des Reichs gerichtsurtetls nicht zu streiten, obwohl jeder Geschäftsmann weiß, was man heutzutage daraus zu machen weiß. „Tatsache ist, und namentlich in Sachsen ist es durch die Er­hebungen der Handelskammern zur augenschein­lichen Gewißheit nachgewiesen worden, daß durch dieses Urteil in die Anwendbarkeit der §§ 1 und 4 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs als Mittel zur Abstellung der Miß­bräuche im Ausoerkaufswesen ein solch' un­sicheres Moment hineingekommen ist, daß die angezogenen Paragraphen überhaupt keine praktische Bedeutung mehr haben."

In derselben Angelegenheit hat nun vor kurzem das Oberlandesgertcht Köln ein Urteil ge­fällt, das den Absichten des Gesetzgebers ent­schieden mehr entsprechen dürfte. Das Ober- landesgericht ist von der Auffaffung ausgegangen, daß das Urteil des Reichsgerichts fich nur auf die strafrechtliche Frage beziehe, während in zivilrechtlicher Hinsicht ein bindendes Er­kenntnis des Reichsgerichts noch nicht vorliege. Das Oberlandesgericht nimmt an, daß Nach­schübe, die der Zweck des Ausverkaufs nicht unbedingt gebiete, als unter § 1 des @e< fetzes gegen den unlauteren Wettbewerb fallend zu rechnen feien. Das Gericht hat demnach die Unterlaifungsklage bet einem m«hc als sechs Monate dauernden Ausverkauf als be­gründet anerkannt.

Es wäre gewiß zu wünschen, daß nunmehr auch andere Gerichte, welche bisher der Praxis oes Reichsgerichts allgemein sich anschloffen und demnach auch im Zioiloerfahren Nachschübe in mäßigen Grenzen für zulässig erklärten, das R- nhsgerichtSeikenntnis praktischer behandelten und zu einer den Absichten des Gesetzgebers mehr entsprechenden Rechtsprechung in Sachen des unlauteren Wettbewerbs gelangten.

* Fahrten mit dem Unterfeeboot, lieber die sehr imereffanten Versuchsfahrten mit dem neuen Unterseeboote „Fulton* des Erfinders Holland, die vor einer Kommission der Vereinigten Staaten in Newport unternommen wurden, liegen jetzt ausführliche Berichte vor. Die Versuche erstreckten fich über eine Woche. Am ersten tage handelte es sich um die Feststellung der Schnelligkeit. Die See ging hoch und unregel­mäßig, das Wetter war trübe und regnerisch. Auf ein Signal ging da? finster auSsehende Fahrzeug, mit der Rückenfloffe kaum über Wasser, vor und lieb schäumen­des Kieiwafler hinter fich. Nach zwei Kabellängen vom Start hatte der .Fulton* seine Höchstgeschwindigkeit erreicht und machte neun bis zehn Seemeilen in der Stunde. AlS der „Fulton* daS Zielboot erreicht bä te, schwenkte er herum und wendete innerhalb einer Strecke

von 250 Fuß (etwa dreimal feiner Länge). Zum Tauchen wurden dann auf Kommando die Ventilations- schornsteine eingezogen, die Olfifiere verschwanden, die Deckfalltür schloß fich mit einem Knall, und im nächsten ALtzenblick war das Schiff in etwa vier Faden tiefem muffet verschwunden. Nach zeyn Sekunden ruhte es äuf dem Grunde. Der „Fulton* g'ng auf der Back- börbfeite des begleitenden Schleppschiffes unter, nach drei Minuten tauchte er an der Steuerborbfeite aus, wo er am wenigsten erwartet würbe. Bei zehn Tauch- versuchen zeigte er eine ebenso große Beweglichkeit unter d m Wasser wie auf der Oberfläche. Den Schnelligkeits.ersuchen folgten eingehende Versuche int «bschießen von Torpedos, die nach der Meinung der Sachverständigen gleichfalls befriedigten. Besonders wird der folgende hervorgehoben: Zwei Ruderboote wurden hundert Fuß von einander getrennt postiert. Zehn Meilen baoon entfernt tauchte der „Fulton* unter, dem die Stellung der Ruderboote angegeben war, weil fie zu nieOxig waren, um noch gesehen zu werben. Nach einer halben Stunde erschien das Peris­kop des „galten* einen Augenblick über dem Waffer, etwa fünf Meilen von Dem angeblichen Feind, aber genau im richtigen Kurs. Es verschwand wieder. Eine Stunde darauf sah man das Periskop des Untersee­bootes genau in »er Mitte zwischen den beiden Ruder­booten entlang kriechen. Nachdem es unter dem Wasser schembar einen Tv'pebo auf den Feind ab gefeuert hatte, wandte es und lief untergetanchl weiter; drei Meilen. Im ganzen blieb das Boot so drei Stunden und 40 Minuten unter Waffer. Schließlich brachte der ,Ful- ton“ mit 15 Mann an Bord eine Nacht am Meeres­gründe zu, im gai zen 12 Stunden 20 Minuten. Zi­garren, Karten, rohes Fleisch» bas auf dem „Fulton* gekocht wurde, und andere Dinge, die zum Zeitvertreib dienten, wurden abends an Bord genommen, die Luken um 11 Uhr 10 Minuten geschlossen, und Der „Fulton* sank in 29 Fuß tiefes Waffer, wo er bis um 11 Uhr 80 Minuten des folgenden Tages blieb. Die ganze Nacht hindurch erhellten die großen Scheinwerfer die Stelle, wo der „Fulton" nitbergegangen war, und die Wellen rauschten über dem „Seemannsgrab" — so be­zeichneten eS die Beobachter am Ufer — dahln. In­zwischen taten fich die drei Osfiziere und bte zwölf Mann auf dem Grunde des Meeres gütlich. Wacken wurden ausgestellt; man spielte Karten, rauchte trocken und kochte Sffen auf dem elektrischen Ösen. Ein Offizier gibt folgende Schilderung dieser Nacht: „Wie wir langsam durch daS Waffer sanken, schienen die Fische magnetisch von unserem Scheinwerfer angezogen zu sein. In Gruppen jagten fie erschreckt dahin, einige groß und glotzäugig, andere Hein und dick, oder lang und dünn. DaS Reservoir deS „Fulton" enthält 40 Kubikfuß komprimierter Luft, fo daß eine Woche lang alle zehn Stunden ein Luftwechsel statifinven kam,. Wir litten auch nicht o«el von Dem Druck auf die Trommelhöhlen der Ohren. Der Gedanke, unter Waffer zu fein, erregte mehr Furcht als die Wirklich­keit. Da wir so tief im Waffer waren, konnte ein Schiff uns auch nicht in den Grund fegeln."

* Eines Besseren belehrt. Herr (im Zigarren­laden): „Führen Sie die Marke Briwboria?" — Händler (eifrig): .Jawohl, mein Herr!* — Herr: „Können Sie mir diese Sorte auch empfehlen?* — Händler: „Ich sage Ihnen, fie ist exquisttl* — Herr: „Das freut mich, von Ihnen vor Zeugen zu hören. Ich bin nämlich Ihr Lieferant, dem Sie gestern schrieben, bte Zigarre tauge nichts!*

» WaS ist bas Höchste? Wenn femanb auf einer Hochzeit in Höchst ein Hoch in Hochheimer ausbringt!

Ida Gräfin Hahn-Hahn, Gesammelte Werke. Erste Serie: Romane und Gedichle. 30 Bände. Jeder Roman in 2 Bände elegant gebunden 4 Mark. Vorzugspreis für alle 30 Bände elegant gebunden zusammen 45 Mark. Regensburg, I. Habbel.

Die Verlagsbuchhandlung I. Habbel in Regens­burg hat fick ein rechtes Verdienst dadurch erworben, daß er die Werke der Gräfin Ida Hahn Hahn in einer neuen, und zwar sehr wohlfeilen Gesamtausgabe er­scheinen läßt Die erste Serie davon — Romane und Gedichte — liegt bereits in 30 hübschen Bänden vor. Sie bietet die 14 Romane Maria Regina, Doralree, Zwei Schwefle, n, Peregrin, Eudoxia, Erbin v. Cronen- stein, Geschichte eines armen Fräuleins, Erzählung des HofratS, Glöcknerstochter, Vergib uns unsere Schulo, Nirwana, Eine reiche Frau, B etter Weg und enge Straße. Wahl und Führung. Je 2 Bände zusammen 4 Mark. Band ,9 b ingt sodann die Gedichte „Unsrer Lieben Frau" (2 Mark). Band 30 die Gedichte über „Das Jahr der Kirche" (2 Mark). Zusammen gekauft kostet die ganze Serie nur 45 Mark. Wir stimmen der fwotestantischen ,Kreuzzeitung' durchaus zu, wenn fie agt: „ftür gläubige Katholiken kann es kaum eine fesselndere Romanlektüre geben, als die biet in neuem Gewände gebotene*. Es ist freilich eine völlig bewußte Tendenzpoesie, die im Gewände anmutiger uno anziehender Erzählung zu wahrhaft christlichem Denken, Empfinden und Handeln gemahnen und an- leiten will, und infolge dessen ist die Darstellung dec eigentlichen Handlung durchweg mit Reflexionen durch­woben. Diese find aber immer der geistvollsten Art, und fie ermüden um so weniger, da fie fich mit Vor­liebe in der belebten Form des Dialogs vollziehen, den die Dichterin als vollendete Meisterin handhabt Die katholischen Romane der .deutschen George Sand* find ihrer Zeit m katholischen Kreisen viel gelesen worden und haben reichen Segen gestiftet. Beides wird fich ohne Zweifel jetzt wiederholen, wo fie nun fo leicht zugänglich sind. — Die zweite Serie dieser Sammel­ausgabe der Hahn-Hahn'schen Schriften soll die apolo­getischen und historischen Werke bringen, Darunter al8 erste derselben in ihrer Zeit fo viel befprockene charaktervolle Konversionsschrift der Gräfin: „Bon Babylon nach Jerusalem*. Eine der ganzen Sammlung alS Prospekt vorausgeschickte kurze illustrierte Biographie der Dichterin (12 illustrierte Seiten) von Dr. Denk (O v. Schaching) erhält man vom Verleger auf Wunsch kostenlos.