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KUda, Dienstag, den 9. August 1904

31. Jahrgang

Schleswig" in Wilhelmshafen eintrtffen. Er

V

Berlin, den 8. August 1904,

Hieb empfindlich. @riif Paul wird ihn jedoch

en

paiy" in Newymk — ist seitens des Reichs­kanzlers konzessioniert worden.

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(Nachdruck verboten.)

Deutscbes^eicl)

(*) Zur Wohuungsfrage.

Lus dem Verbandstage der fläoftschen HauL- und GrüntbefltzervereineDrmschlands in Bres­lau wurde bitter darüber geklagt, daß die Haus- befitzer die öffentliche Meinung gegen sich hätten. Wenn das wahr wäre, so wäre eS sicher nicht, wie versucht wurde, damit zu er­klären, daß die große Mehrheit der Bevölkerung auS Mietern besteht. Es ist aber nicht wahr, daß bet diesen eine allgemeine Feindschaft gegen alle Haus befitzer besteht. So etwas wäre ja löricht. Denn es sind ja nicht alle Hausbesitzer die „Unmenschen" und Protzen, als diese in Witzblättern gern hingestellt werden. Biel« von ihnen find weit übler daran als ihre Mieter und wenn sie eS auch nicht sind, so denken sie doch nicht daran, liefen gegenüber den herzlosen Aussauger und Chikaneur zu spielen.

Eine starke Abneigung gegen eine gewisse Art großstädtischer Grundbesitzer be-

________ „ gute Wohnungen Her­stellen, wenn der Staat seinen Beamten Woh­nungen baut oder die Beamtendauvereine und die

sichtige und Beflimmungeu enthalte, die dem deutschen Rechtsempfinden schädlich seien. Außer­halb des Kreises großstädtischer Hausbesitzer hat man es allgemein als einen großen Fort- schritt gepriesen, daß mit dem Bürgerlichen Gesetzbuchs ein tüchtiges Stück sozialen Geistes in unsere Gesetzgebung gekommen, und höchstens beklagt, daß das nicht in noch höherem Maße geschehen sei. Es werden sich auch wohl die sozial nicht „infizierten" Hausbrsitzer ebenso wie andere Leute daran gewöhnen müssen, daß die Gesetzgebung die rücksichtslose Ausnutzung der wirtschaftlichen Macht nicht mehr gestartet, son­dern den Schwachen schützt.

Auch das ewige Eisern gegen die ge- meinnützigen Baugenossenschaften und ihre Begünstigung durch Staat und Gemeinden, wie es sich in Breslau w ederum zeigte, verrät sehr wenig soziales Empfinden. Gewisse Bau­platz- und Häuserspekulantrn scheinen sich von der Ansicht nicht lcsmachen zu können, daß ihnen das Monopol auf di« Beschaffung von Woh-! nungen zur unbeschränkten Ausnutzung überlassen werden müffe. Darum können sie es nicht er-

dcch die allgemeine Aufmerksamkeit zu sehr auf fich gelenkt und ist cuf Grund der Tatsachen die veberzeugung zu stark geworden, daß der Staat I hier mit fester Hand emgreifen muß, und daß I über werte Kreile unser« s Volkes die schwersten i sittlichen, gesundheitlichen und sozialen Gefahren herausbeschworen werden, wenn man den pri­vaten Bauunternehmern uneingeschränkt die Für­sorge sür die Befriedigung des Wohnungs- bedürfuiffes überläßt. Auch der dieser Tage im .Reichsanzkizer' veröffentlichte preußische Gesetz entwurf ist dieser Überzeugung entsprungen. Bei den Grundstücks-, Bau- und Häuserspeku- lantm wird er wohl wieder große Entrüstung Hervorrufen, weil er zu tief in das Eigentums- recht eingreife und Baugesellschaften usw. Be­günstigungen biete. Viel Grund zur Aufregung wird man indeß nicht haben. Seinen Zweck, die Errichtung von billigen, gesunden Klein­wohnungen zu fördern, wird er mit den vor- geschlagenen Mitteln, zumal in den Großstädten, in nennenswertem Maße kaum erreichen. Der Wille ist löblich und so sehr der Entwurf im allgemeinen zu begrüßen ist, zur wirklich be- ftiedigenden Lösung der Wohnungsfrage wird noch weit mehr geschehen müffen.

?? Von den beiden amerikanische« Ber- fichernvg-gefellschafle«, welche sich um die ReichSkonzesston gemäß dem Gesetze vom 12. Mai 1901 beworben hatten, hat eine — die „Mutual Life Insurance Company* in Newyork -- ihre Bewerbungsgesuch zurückgezogen. Die andere, die „New York Life Insurance Com-

* Während der bevorstehenden Anwesenheit deS Kaisers in Berlin ist, wie die ,Nordd. Allg. Ztg.' hört, der Empfang der südwest- afrikauischeu Farmer in Aussicht genommen. Nach der ,Voff. Zig.' soll er am 13. August er­folgen.

Dazu hat die Wohnungsfrage denn Berliner Expeditionskorps und aus drei Offi- ' *“ r"L~ zieren und 26 Mann von der Schutztruppe.

Die Heimkehreuden, die sämtlich nur leicht er- krankt find, sollen in der Heimat Erholung suchen und werden vor der Rücküberweisung in ihre Truppenteile einer eingehenden ärztlichen Untersuchung unterzogen werden.

Zu dem Zustande, daß man Grund- und I nächsten Montag an Bord des Loyddampfers Hauserspekuianlen nach Belieben und ohne Kon- ,7=».

lutijnj wirtschaften läßt, kommen wir doch nicht besteht aus drei Offizieren und 122 Mann vom wieder. Dazu hat die Wobnuraslraae denn Berliner ffrnehitinnäfnrns unh Dffi.

gemeinnützigen Baugesellschaften durch Gewährung billigen Kredites fördert. Man sollte doch nicht so kleinlichen Konkurrenzneid zeigen, zumal da | diese Konkurrenz im Ernste gar nicht so gefähr- lich ist. Durch solche Uebertreibungen des Haus­besitzer-Egoismus hindert man natürlich die För­derung der Baugenossenschaften durch Staat und Gemeinden nicht, wohl aber schafft man den Hausbesitzern mehr Gegner, die auch ihre be- rechtigte Beschwerden z. B. in Bezug auf die Besteuerung, nicht anerkennen wollen.

Bitter wurde geklagt, daß in den Parla­menten der Hausbefitzerstand so wenig Ver­treter und Fürsprecher hake. Wir glauben, daß fich sür seine berechtigten Wünsche immer Vertreter finden. Man sollte aber die Ver­tretung nicht erschweren durch Ausschreitungen, wie fie die Wortführer der Hausbesitzer in ihren Vereinen und auf ihren Tagen begehen.

** Ueber die Stellung der Sozialdemo­kraten z« de« deutsch-russisch en Handels­verträge schreibt der.Vorwärts': „Mag auch die Großindustrie sich mit dem Vertrag ab­finden; die sozialdemokratische Arbeiterpartei lehnt ihn ab, und zwar auch dann, wenn nicht noch, wie fast sicher ist, die deutsche Regierung sich nebenbei der russischen gegenüber zu allerlei Liebesdiensten auf politischem Gebiet verpflichtet hat. Für uns ist rin Tarifvertrag unannehmbar, der nicht nur eine erurme Mehrbelastung deS Lebensunterhalts der Ärbeiterklaffe bedeutet.

** Das Mitglied des Herrenhauses ®r»f von der Schuleuburg Auger« ist im Alter von 88 Jahren zu Angern (Bezirk Magdeburg) gestorben.

eme gewisse Sorte von Mieter» gibt, mit denen schlecht zu hausen rst und gegen die man fich und die besseren Mieter nur durch scharfe Vertragsbestimmungen schützen kann. Leider werden aber die scharfen Bestimmungen nur zu häufig von den Hausbesitzern zur Be­lästigung der anständigen Mieter benutzt. Es ist überhaupt eine unwürdige Zumutung an die große Maffe der Mieter, daß sie einen Vertrag unterschreiben sollen, der ihnen selbst nur eine Unmenge von Pflichten auferlegt, dem Hausbe­sitzer nur Rechte zuspricht und ihm außerdem die Befugnis beilegt, den Mieter jederzeit auf die Straße zu setzen.

Von geringem sozialem Empfinden zeugen ferner di« laute» Klagen über die Gesetz­gebung, die den Hausbesitzern schweres Unrecht i tue, insbesondere das Bürgerliche Gesetzbuch, das! viel zu viel die Jntereffen der Mieter berück-1

Das Haus int Gebirge.

Erzählung ans der Gegenwart von K l a r a L ö i s ch e r t (Marga Brechten.)

Als die alte Frau wieder eintritt, findet fie ihren Mann am Tische fitzen, auf dem Platze, wo ihr Bruder geftffen — das Gesicht in die Hände vergraben, ganz so, wie Philipp getan. Doch der Sturm, der in jenem getobt, die Aufregung, mit welcher er alle Kraft daran gesetzt, um zu seinem Zie.e zu gelangen, kam dem vncheerend,» Sturme nicht gleich, welcher in K'istner's Brr st wütet — da» ist Verzweiflung, begleitet von dem furchtbaren Schmerz der Reue!

Die Frau rückc näher za ihm hin und legt be- schwichtigend den Arm um seine Schultern.---

In dieser schweren Stunde bekennt er ihr alles. Er erzählt ihr, wie er durch schlecht zahlend- Pächter zuerst in Verlegenheit geraten fri, wie er, statt durch giduldigeS Warten und langsames Sparen den Schaden I wieder auszugleichen, die erste Spekulation versucht habe. Löb habe ihm vorgespiegelt: bar angelegte Kapitalien brächten mehr ein, als die zwar sicher- stehenden, jedoch nur geringen Zins tragenden Grund­stücke. Jener Versuch sei ober unglücklich abgelausen, und von da au sei es Schlag auf Schlag über ihn hereingebrochen. Die zweihundert Mark nun, die Philipp ihm abgeschwctzt, waren daS Geld für den letzten Acker gewesen, *) für daS kleine Sluck Lcnd im .Vogelsang"!"

„O hält' ich das gewußt, hätt' ich dar gewußt!" ruft die Frau und springt auf, als wolle fie dem Bruder racheilen — eine Bewegung, ihr so natürlich und doch in ihrer Nutzlosigkeit fast lächerlich!

„Für den Acker im „Vogelsang!"

Svrrderbar — aber wie Jakob Sirstner daS Wort ausgesprochen, da steht er wieder vor ihm, jener herrliche Sommernachmittag, an dem er so sorglos I und fröhlich unter der Haustür verweilt und der Aufseher um seine Tochter geworben . . . daS vom letzten Regenschauer noch feuchte Laub erglänzt im Sonnenschein — vom Rheinuser ertönt der Helle . *) 9» jener «egend trägt jede» gräßere »rund- stück ent en besonderen Namen.

* Der diesjährige Charitast«g findet mit Genehmigung Sr. Eminenz des Kardinal- „ v fürstbtschofs Dr. Kopp vorn 3. bis 5. Oktober kaum spüren, in Breslau statt. Das Programm, das nächstens * ~ veröffentlicht wird, weist eine Reihe zeitgemäßer und interessanter Themata auf, während die I Rednerliste mit vielen glänzenden Namen geziert ist. Man darf fich darum eine große Beteili­gung, und einen guten Verlauf versprechen.

* Vom Kriegsschauplatz tu Südwest nfrika wird ans Okahandja unter dem 6. August berichtet: In dem bereits gemeldeten Gefecht bei Okateitei 2. August von 2. Kom­pagnie Regiment 2 schwer verwundet: Oskar Stwichhirdt aus Dachrizen, Kreis Gotha, Quer- schuß durch den linken Oberschenkel; leicht ver­wundet: Sanitätsoffizier Killian aus Königs- Hosen, Kreis Schweinfurt, Streifschuß an beiden Unterschenkeln; Arthur Bergan aus Kolberg, Streifschuß am Kopf; Reiter Wladislaus SworSki aus Bromberg, Streifschuß an linker Hand. Auf Patrouille LtckonaS von Omatjaijewa nach Oljiwarango 4. August verwundet: Unteroffizier Loxy aus Oppeln, Weichteilschuß am Hals, Ge­freiter Hofmann aus Arnstadt, früher Husar in Stendal, Schuß durch rechten Fuß. — Ein größerer Transport erkrankter Truppen aus Südwestafrika wird voraussichtlich am

)( Graf Paul Hvensbroech, der fich augenblicklich als natioaaUiberal betrachtet, ober, vorsichtiger gesprochen, vor einigen Tagen, wo das letzte Heft seiner Monatsschnft .Deutsch­land' erschien, als naftonalliberal betrachtete, schreibt in diesem Hefte: „Führt die Bewegung gegen den Schulantrag nicht dazu, den Schul­antrag zu beseitigen, dann wehe der deutschen Jugend! . . . Ferner führt diese Bewegung nicht dazu, die nattonalllberale Partei zum Rück­tritt vom Schulantrag zu bringen, dann ist es mit ihrem Kredit im Lande völlig aus, dann darf ein liberal- und nationalgefinnter Mann ihr nicht mehr angehören, und ich werde der erste sein, der fie verläßt!" Dazu bemerkt die .National-Zeitung': „Das wäre nicht das erste Mol! Graf Hoensbroech mag fich augenblicklich zu den Nalionalliberalen zählen — bei den Wahlen hat er sich früher fast allen Parteien ausdrücklich angeboten und öffentlich herumge­fragt, welche von ihnen wohl geneigt sein würde, ihm das heißersehnte Mandat zu verschaffen!" Für Leute'mit normaler Epidermis wäre der

scheint täglich, mit M M.

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«.MI-»--»wochntbeuag«:„IllustrierteZonntagrzeitung

gewünscht, beim gerade hierin liegt der Schwerpunkt seines Strebens, wenn dasselbe überhaupt von Erfolg gekrönt werden soll.

Bald auS diesem, bald aus jenem Grunde betritt er die einzelnen Wohnungen. ES dauert nicht lange, so besitzt er das Vertrauen der meisten Familien. Ec scherzt mit den Kindern, beratet mit den Eltern, denkt und schreibt für den ermüdeten Arbeiter, deffen rauhe, schwielige Hand die Feder nur schwer zu führen | vermag. Da, wo feine eigene praktische Einsicht nicht i ausreicht, hilft Mazda nach. Zuweilen geht fie selbst hinab in8 Dorf, um einen Auftrag ihres ManreS auszurichten oder nach einer erkrankten grau zu sehen. Keine langen Ermcihrungei und .veisen Ratschläge ober könnten bewirken, was chr Kommen erreicht. Manche Mutter oder erwachsene Tochter erinnerl fich noch einem solchen Besuche mit tiefer Beschämung der unaufgerüumten Stube oder der Nachlässigkeiten am eigenen Anzug. Da werden denn die besten Vor­sätze gefaßt und meistens auch gehalten. Allmählich gewinnt man Freude an dem freundlich.» Anblick der sauber gefegten, wenn auch ärmliche» Wohnung, emsfindet die Wohltat der frischen Luft und des durch die hell geputzten Fenster voll hereinstiömenden Sonnen­lichter. Mancher Mann aoer denkt verwundert bei fich: er habe nie gewußt, waS cllrS in feinem Weibe sticke. Unwillkürlich wird er freundlicher und kommt lieber ncch Haufe, als vorher. Als die Frau dm» merkt, führt sie fich gehoben und bereitet daS Effen forgfälliger. Die Kinder blühen in der beffere« Umgebung ordentlich auf. Sie sehen die Eltern herzlicher mit einander u d mit ihnen reden und darüber werden fie selbst anders. DaS wüste Schreien nnd Zanken verstummt. Ost unterbrechen fie ihr Spiel, um der Mutter znzuhören, wenn diese etwas erzählt, oder um den Barer um Auskunft wegen einer Ausgabe zu bftten, welche ihnen in der Schule nicht recht klar getoetben.

Wenn jetzt eine Sorge, die nicht gerade ba8 eheliche Leben betrifft, die Familie drückt, so sagt

„Die vermutet niemand bei mir", antwortet der Mann hastig. Es drängt ihn, au8 dem Hanse zu kommen, denn er hat da» unbestimmte Gefühl, als fei et feine» Schatzes nicht recht ficher, so lange er noch r» der Schenke weile. Und darin kann er Recht l?iiben.

Die Frau verschließt sorgfältig die HauSiüre hinter und kehrt auf einige Minuten in die Küche zurück — fie hat vorhin in Gedanken da» Licht brennen loffen u d die Glut im Herde nicht zugedeckt.

Jakob Sirstner »st allein in der Stube geblieben. A!» er ben schwere» Riegel vor die Türe schieben hört, macht er eine Bewegung, al» ob er hinaus unb nach- stvrzen wolle. Sin unwiderstehlicher Verlange», jenem da» Geld wieder z» entreißen, kommt über ihn — er sieht auf einmal klar! Der Anblick eine» schmutzigen Fetze» Papiere» — wohl eine Art Schuldschein, de» Philipp ausgestellt — hat ihn zu fich selbst gebracht. Jetzt, wo die Stimmen der beiden Versucher ver­stummt stad, genügt schon dieser unscheinbare Gegen­stand, nm ihn die ganze Tragweite, die schrecklichen Folgen seiner Nachgiebigkeit erkennen zu loff-».

We — diese» elenden Wisch hat er erhalten für fern gute» Gels — dar Gel», dar ihm nicht einmal «ehr gehörte! Warum hat er dem zudringlichen Mensche» nicht gesagt: suche Dir ehrliche Arbeit, wo sie Dbc geboten wird? Gehe in die Gießerei — b,ffer aller, al» noch andere in» Unglück stürzen.

^.Vielleicht ist e» »och Z-it, und wieder macht «irstner eine Bewegung — doch zu spät, zu spät! mr weiß ja noch nichr einmal, welchen Weg Philipp

der Dunkelheit eingeschk-ge».

fleht allerdings und wenn etwa der ganze Stand (einen eigenen Berufsstand der Hausbefitzer. den man in BreSlau zu proklamieren versuchte, möch­ten wir indeß ebenso wenig anerkennen wie einen Berufsstand der Kouponschneider) darunter leidet, so hat er das den Wortführer» in seinen Ver­einen und auf seinen .Tagen" zu verdanken. Der maßlose Egoismus, der auf den Hausbe- fitzertagen Jahr für Jahr zu Tage tritt, bat di- allgemeine Aufmerksamkeit erst auf die Bestre­bungen der städtischen Hausbesitzer hingelenkt und Entrüstung hervorgerufen. Natürlich wird dann kein Unterschied mehr gemacht. Was die Wort­führer dreist und gottesfürchtig proklamiert haben, wird als die Ansicht aller Hausbesitzer betrachtet; ein Unterschied wird nicht aemacht, da sich gegen die Maßlosigkeiten kein Widerspruch zu regen pflegt, vielmehr stürmische Zustimmung die Regel ist. Es läge im Interesse deS ganzen „Standes", wenn die vernünftige» Hausbefitzer, die mit der Ueberspannung des HauS besitz«.Egoismus nicht einverstanden find, dafür sorgten, daß den __________„„

extremen Wortführern da« Handwerl gelegt! tragen, wen» gemeinnützige Baugenossenschaft n> „ und Bauvereine billige und gute Wohnungen he

Von dem BreSlauer Hausbefitzertage, der in " den letzten Tagen abgehalten wurde, haben wir de» Eindruck gewonnen, daß er etwas maß­voller als früher aufgetreten sei oder doch aufzutrete» versucht habe. Einstweilen war jeden­falls die Mäßigung nur äußerlich. Im Wesen herrschte die alte Maßlosigkeit und Einseitigkefl. DaS zeigte fich besonders bei dem Vortrag des Landtagsabgeordneten Dr. Lohn über das Thema: Verhältnis zwischen Hauswirt und Mieter. Die Mahnung, doch etwas mehr soziales Empfinden zu zeigen, und statt der paschamäßigen Mietsverträge solche Verträge auf- zustelle», daß ein verständiger Man» sie blind­lings unterschreibe» könne, stieß auf lebhaften Widerspruch. Man warf dem Redner, der sich erlaubte, auch Hausbesitzern ein mahnendes Wort zu sagen, wütend vor, daß er nur Material für die Gegner liefere. Nein, dies Material lieferten gerade diejenigen, die von sozialem Empfinden nichts hören wollten. Es ist ja richtig, daß es

Klang von WernerS Peitsche, unb bie Vögel fingen in ben Zweigen der Winterlii.be!

Vorbei! — Vorbei!

Da» Licht brennt trübe unb die Nacht bricht herein. Die alte Fran klagt vergeblich: „O, hätt' ich da» gewußt!" Umsonst blicken beibe unausgesetzt nach der Tür ber gegenüberliegende» Wand .. . Nremanb kehrt zurück, um ihnen da» letzte wieberzubringev, waS fie bes.ffe».

Zu spät! Zn spät!

6. Sopitil.

Folgen.

Einst wolle' ich hinaus in ben grüne» Wald, Da zogen bie Sorgen mii;

Vergebens gebot ich wohl zehnmal Haft —

Sie folgte» mir Schritt für Schritt. PfarriuS.

Inzwischen find bie Einrichtungen, welche Werner den Arbeiter» bei jener Versammlung im „Salmen» fisch«" vorgeschlagen, bereit» inS Lebe» getreten. Es besteht ein Konsumverein, ber Wa.en besserer Qrrali'.ät im große» einkaust unb bief. Iben mit rur sehr ge­ringem Gewinn toiebrr absetzt. Auch bie Sparkasse ist gegründet Word«, hauptsächlich mir Hilfe de» kleinen Srundkapita!», welches der Befitzer der Gi-ßerei in großmütiger Freigebigkeit gespendet hat. Auf Brunn» ou-drückliche» Wunsch ist Werner zum Borfitzende» beid-r Vereine gewählt worden.

„'S bringt ei» gut Stück Ar bett mit sich", sagte et scherzend zu Mazda, aber diese gewahrt doch, wie sehr er fich über die dar in liegende Anerkennung seine» Wirken» zum besten der Dorfbewohner freut. Sie selbst ist auch froh darüb«, der» nichts kann geeig­neter fein, ihren Man» von den Gedanken an bte in der letzte» Zeit eitiitenen bittere» Erfahrungen mehr abzuziehe», als die Pflichte» feines neuen Armes. Die­selben erhebe» ch» zugleich wieder in der etwas er­schütterten Selbstachtung und geben ihm überdies Ge­legenheit, fich eingehend eit bä häusliche» Angelegen­heiten der Arbetter zu beschäftige». DaS ab« Haler!

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