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KlI-a, Montag, den 8. August 1904
31. Jahrgang
kicher Mensch werden müßte .
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Jakob,' sagt sie leise, „’» ist unser Geschäft, was
DeutscbcsjRekh
.Wie kannst Du daS behaupten? Er ist wahr — ch hab' früher hier kein Glück gehabt, aber in Amerika hab' ich mich doch ehrlich durchgeschlagen und noch ___....... ______
da» Reisegeld gespart. Inder — die Arbeit ist zu Sein Schluchzen unterbricht die in der Stube herrschende chwcr drüben, das Lebe« zu teuer, und mein Weib Stille.
und meine Kinder können die Luft nicht vertragen. Aber fleißig bin ich dort geworden und wenn ich des BrterS Kramladen an mich bringen könnt' ... ich weiß nicht, was ich Dir antät vor Freud' und Dankbarkeit! Mir hat noch niemand aufzuhelfen gesucht, darum soll auch keiner einen Stein auf wich werfen. Oder hast Du mir vielleicht schon einen Pfennig geliehen, den ich hätte vertun können?'
nur gen herzustellen. Zu dem Ende soll vor allem der ungesunden Bodenspekulation entgegengewirkt werden mit Bestimmungen auf dem Gebiete des Bebauungsplans und der Flucht- linienfestsetzuno, sowie die Straßenherstellung auf dem Gebiete der Bauordnung. Häuser mit Kleinwohnungen find deswegen weniger beliebt, weil sie stärkerer Abnutzung unterliegen, ihre Verwaltung mit mehr Unannehmlichkeiten verknüpft ist und der Mieteingang weniger sicher erscheint. Um der geringen Neigung für den Bau solcher schwerer absetzbarer Häuser entgegenzuwirken, ist eine Begünstigung solcher Häuser hir sichtlich der Straßenkostenbeiträge vorgesehen in allen Gemeinden, für welche die Herstellung guter kleiner Wohnungen nicht anderweit dauernd ge währleistet ist. Zugleich sollen einzelne rechtliche Bedenken beseitigt werden, die der Gewährung weitergehender Begünstigungen für solche Häuser j hinsichtlich der Gebühren für Kanalbenutzung, I Wafserbenutzung, Baugenehmigung und Grund- \ teuer entgegenftehen. Die Vergünstigung hinsichtlich der Straßenkostenbeiträge, soweit die Gemeinden überhaupt nicht davon absehen, soll allgemein für die Häuser der Aktiengesellschaften und Genofsenschatten Platz greisen, die satzungs- gemäß ausschließlich die Beschaffung billiger Wohnungen für minder bemittelte Familien bezwecken. Ebenso wie den gemeinnützigen Bauvereinen soll die Vergünstigung auch den Arbeitern, Handwerkern usw. auch für solche Gebäude zu Teil werden, die dazu bestimmt find, außer von ihnen noch höchstens von zwei anderen derartigen Familien bewohnt zu werden. Auch die weiteren Erleichterungen bezüglich der Ab- gaben sind hier zulässig.
Als ein besonders wirksames Mittel, um zum Bau von Kleinwohnungen anzuregen, erscheint rin planmäßiges Einschreiten gegen bie vorhandenen schlechten und überfüllten Wohnungen. Abgesehen davon, daß ein Vor- gehen nackt dieser Richtung im gesundheitlichen, sittlichen und sozialen Jnterrffe dringend geboten ist, bildet die den vorhandenen guten Wohnungen durch die fast uneingeschränkte Ausnutzung der Gebäude zur Unterbringung von Menschen bereitete unlautere Konkurrenz einen
Wenn Philipp wirklich so in Berlegenhett ist, warum denkt da keines von ihnen an das, waS in dieser Gegend am nächsten lieg*, an die Arbeit in der Gießerei? — Einer denkt daran — auch an Fabrtkarbeit — und da» ist Kirstner selbst. DoS e» widerstrebt ihm, nach allem Unglück, das ihn betroffen, nun auch »och den eigenen Schwager unter die gewöhnlichen Arbeiter eingereiht zu wiffen.
.Rur zweihundert Mark!' stöhut der Mann am Tische, „und damit könnte einer ganzen Familie geholfen fein! Da bin ich nun in der Kälte hergelaufen, weil ich meinte: Steine ließen sich wicht erweichen, aber Menschen, und ihr hättet ein m-nschlich' Heiz in der Brust!' .... er legt die Arme auf den Tisch, wirft sich mit dem Gesichte darauf und — weint.
Die Lampe wirft ihren Schein grell auf die Ecke, wo er fitzt. Magdalena Kirstner, welche bisher schweigend am Ofen geseflen, kau« der Anblick nicht länger ertropen. Sie steht auf und nähert fich ihrem Maure — ihre Rebe schmächtige Gestalt reicht ihm kaum bis an die Schulter. Als er sie so aus sich zu- kimwen fieht, drücte fein Blick halb Mitleid, halb Furcht auS — Furcht vor dem, was fie von ihm ver- iongen wird!
• Der rMch.MssWe Krieg.
Aussichten auf Friedensschluß nach dem Fall von Port Arthur sind nicht vorhanden. Auf die Frage, ob der Fall von Port Arthur den Weg für Friedensunterhandlungen ebnen würde, antwortete eine Persönlich-
Soweit Abhilfe unabhängig von einer Aenderung der Gesetzgebung möglich erschien, bat die Regierung durch den bekannten Ministerial- Eilaß vom 19. März 1901, sowie durch einige andere Erlasse einzugreifen versucht. Aber eine Ergänzung der Gesetzgebung ist nicht zu entbehren. Die in dem Entwurf vorgesehenen Maßnahmen zielen in erster Linie darauf ab, daß die Herstellung kleiner, in gesundheitlicher, sittlicher und sozialer Beziehung einwandfreier Wohnu ngen gefördert und der MietkpieiS in angemeffenen Grenzen gehalten wird. Die Befriedigung des Bedarfs an kleinen Wohnungen ist heute vorwiegend auf die spekulative Tätigkeit der gewerbsmäßigen Bauunternehmungen angewiesen. Es sollen also die Ursachen beseitigt werden, die die Errichtung solcher Wohnungen erschweren; auf die Bauuntrruehmer soll ein nachhaltiger Anreiz ausgeübt werden, mehr kleine Woh-
Das Haus im Gebirge.
Erzählung aus der Gegenwart vonKlaraLötschert (Marga Brechten.)
wesentlichen Grund für die Unterlassung deS Baues kleiner Wohnungen. Indem der Entwurf Vorschriften über Mindestanforderungen an Wohnungiordnunoen, über Mtet- wshnungen. Schlaft äume der Dienstboten und Gehülsen, über Aufnahme dritter Personen zum Wohnen oder Schlafen usw. triff', will er zugleich einer weiteren ungesunden Steigerung der Mieten und damit der Bodenpreise entgegen- wirken.
In zweiter Linie zielen die Maßnahmen zur Abhilfe der Mißstände aus tunlichste Erhaltung und Förderung der flachen und niedrigen Bauweise wenigstens in den mndftchen Gebieten, den kleinen Orten und Außenbezirken großer Städte hin. Das in dieser Beziehung Erforderliche deckt fich in der Hauptscche mit den bereits erörterten Maßnahmen, soweit die Hintanhaltung der unge-1 fanden Bodenspekulation in F age kommt. Im Zusammenhänge mit der Förderung einer gesunden Bauweise fleht die Fürsorge für eine ausreichende Zahl von Plätzen und die Schaffung besonderer Wohrquartiere, die der Entwurf mehr als bisher sicher stellen will.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Her- beisührurg befriedigender Zustände ist die fortlaufende Beaufsichtigung der Woh- nungsverhältnisse. Sie soll, unbeschadet der allgemeinen gesetzlichen Befugnisse der Orls- polizeibehörden, dem Gemeindeoorstand obliegen. In Gemeinden mit mehr als 100 000 Einwohnern soll ein Wohnungsamt zur Dmch- führung der Aufsicht errichtet werden. Die Pflichten und Rechte der mit der Aussicht be- trauten Personen werden in dem Entwürfe näher umgrenzt.
Auf die Einzelheiten des Gesetzentwurfes werden wir noch zurückkcmmen müssen. Heute haben wir nur die Grundzüge angeden können.
entgelUch frei. Der diesjährige Delegierten- tag des Volk-vereinS findet nicht in Regens- buro, sondern um die Mitte Oktober in Mainz statt. Den Geschäftsführern und Vertrauensmännern des Volksvereins, welche den Kacho« lckentag zu Regensburg besuchen, wird jedoch Gelegenheit gebot n zu einer sreundschaftlichen Zusammenkunft am Montag den 22. August, vormittags 91/» Uhr in der Jakobinrrsckrenke, an der Schottenstroße. Dor können sie fich auch an den übrigen Togen tr. ffen.
** Der Reichskanzler macht bekannt, daß die Erweiterung der Befestiga«gsa«lage» vor» Posen und ihrer Rayons in Aussicht genommen ist.
* Für Eüdwestafrika soll, wie rach der ,Köln. Ztg.' in militäritchin Kreisen bestimmt Beraubt, bi wenigen Tagen in Münster eine recht umfangreiche Verstärkung der Verpflegungsformation zusammengestellr werden, nämlich eine weitereProoiantkolonneu-Adteilunq und fünf Piooiantkolonnen, außerdem eine Feld» iignalabteilung mit Scheinweifern. Nach Bildung der neuen Einheiten würden fie noch vor dem 28. August abxehen und ihnen bald auch Ersatzformationen für die Feldregimenter und die Artillerie-Abte'.langen folgen. DaS Nachschüben der Ersatzeinheiten ließe darauf schlichen, daß man auf eine längere Dauer der Kämpfe ! oder doch bis Kriegszustandes in Südwestasrika rechne.
*, Zu den Meldungen über die geplante Staffelung der Brausteuer bemerkt die ,Deutsche TageSztg.', es wäre zu wünschen, daß mit der Aende'.ung der Steuer gleichzeitig ein Surrogatverbot eingeführt werde. Wir haben s. Zt. bereits mitgeteilt, daß die Regierung diese Absicht auch hegt.
* Eine Novelle zur Gewerbeordnung ist nach einer Meldung .Berliner Blätter' wieder in Arbeit. Die betreffenden Vorarbeiten seien schon seit längerer Zeit in Angriff genommen. Veranlassung dazu hätten namentlich die Verhältnisse bei der Zulassung zu Gastwirtschaften gegeben. Indessen seien auch andere Fragen bei einem Ausbau der Gewerbeordnung in Erwägung zu ziehen. So die, ob Arbeiter, lie gegen ihre Mitarbeiter tätlich geworden find, sofort entlassen werden können. Ob jedoch die Arbeiten auf diesem Gebiete fich so werden gestalten lassen, daß schon in dem nächsten Tagungsabschnitt dem Reichstage ein entsprechender Gesetzentwurf werde unterbreitet werden können, stehe dahw, ebenso wie es nicht gewiß sei, ob nicht, selbst wenn die Gcwerbeordnungsnooelle fertig würde, der dringlichere Gesetzgebungsstoss schon so reichlich wäre, daß die Einbringung weniger notwendiger Vorlagen zurückgestellt werden müßte.
namentlich den Wohnungsbedürsniffen der minderbemittelten Klaffe nach Möglichkeit abzuhelfen. Es ist dann ein reiches statistisches und sonstiges Material zu der Frage gesammelt worden. Daraus geht zweifellos hervor, daß in dem Wohnwesen weiter Beoölkerungskreise, vielfach auch in den mittleren und kleineren Gemeinden, erhebliche Mißstände herrschen, die zum wesentlichen Teile dauernder Natur sind. Ernste Mißstände liegen nicht nur dort vor, wo ab- soluter Wohnungsmangel herrscht, sondern auch dort, wo das Verhältnis der leerstehenden zu der Zahl der überhaupt oorhandenen Kleinwohnungen unter ein gewisses Mindestmaß herabgesunken ist, wo ferner die Mietspreise der Kleinwohnungen unverhältnismäßig hoch find und fich deshalb ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit unzu- reichenden Räumen begnügen und fremde Personen aufnehmen muß, und wo die Wohnungen wegen ihrer Lage oder baulichen Beschaffenheit unbefriedigend find. Die Begründung des Gesetz, entwurfs erdetet dies mit zahlreichem statistischem Material aus der Denkschrift „Zur Wohnung», statistik in Preußen in den Jahren 1890, 1895 und 1900", die als Anlage beigefügt ist. (Wir kommen darauf demnächst noch zurück. D. Red.)
Die Mißstände werden in der Hauptsache darauf zurückgeführt, daß die Herstellung kleiner gesunder Wohnungen hinter dem Bedürfnis zurückbleibt, während zugleich ältere Häuser, in denen minderbemittelte Familien zu angemessenen Mietspreisen leidliches Unterkommen finden, beseitigt werden und daß mfolge des unzureichenden Angebots von kleinen Wohnungen, wie namentlich auch der durch eine ungesunde Spekulation vielfach übermäßig gesteigerten Bodenpreise der Preis dieser Wohnungen außer Verhältnis zu dem Einkommen der minderbemittelten Beoölkerungskreise 'teht. Neben dem Wohnungsmangel beeinflußt auch der Umstand die Wohnungsverhältniffe un- günstig, daß unverhältnismäßig und ungerechtfertigt viele Häuser mir vier und mehr Stockwerken errichtet werden und so ein wachsender Teil der Bevölkerung auf unerwünscht hochgelegene Wohnungen, wohl gar noch in lüft- und lichtarmen Hinter- und Seitengebäuden, verwiesen wird.
E» ist die Wahrheit, Kirstner hat seine Hund stet» verschloffen gehalten. „War weißt auch Du,' fährt
er erwerben möchte — mir ist, als ob's ihaz, Glück brächte, al» ob er gerade an drm Plötz ein täbfcrt--
»Da irrst Du,' entgegnet jener eifrig. „Ich habe, seit ich mich in der Gegend oufhalie, noch nichts von „Schlechiumdichstihen" gemerkt oder gehört, und bei mir, al» Deinem Schwager, hätte fich doch mancher offen ausgesprochen. Du bist und bleibst ia aller Augen der „reiche Kirstner", magst Ds einen Verlust gehabt haben oder nicht, — das passiert jedem einma'.'
Die Worte be» Schwager» taten Kirstnerr gesunkene» Selbstvertrauen wieder etwa» au'gettchttt.
Wie, wenn die Leute den Verkauf der Grundstücke ander» aufgelegt, wenn überhaupt nur wenige um seine Lage wußten, konnte da nicht noch viele» gut werden?
Philipp deutet di» entstandene Schweigen richtig zu seinen Gunsten. Getreu dem Grundsätze: „Man muß da» Eisen schmieden, so lange e» heiß ist', beginnt er seine Rede oa, wo er sie abgebroten:
„Mich armen Teufel fieht jeder über die Schuller an, aber bei Dir ist da» etwas ganz anderes. Ich sage: Biele würden fich eine Ehre daran» machen, Dir au» der Not zu helfen, einem Manne mit Haus und Hof!'
„Sprich nicht mehr davon, Philipp, denn wenn Du auch da» Geld bekämst, so würdest Du es doch vertun."
Kirstner streckt abwehrend die Hand aus, sie aber berührt seinen Arm--o, daß fie keine Ächuld
an dem kommenden Unheil trüge, die hilflose, alte Frau! Sie ahnt die furchtbaren Sorgen ihre» Manne», aber fie hat keine Kenntnis von dem wahren Stand der Lerhälluiffe. Und so sucht fie ihn in dieser schwachen Stunde zum ersten Mal zu einer Entscheidung zu drängen. Sie greift nach der Angel, auf welcher Ihr beiderseitiges Schicksal fich dreht und I wendet dieselbe nach der virkehrten ©eite!
Aui den Binder hindentend, dem fie daS Glück ihrer Ehe verdanll, spricht fi: noch eindringlicher:
„Dir liiht jeder das Geld. Und wenn eS niemand täte, so würde e» Wer-er tun, ihm gibt kein Mensch etwas. Wer aber hat die größte Pflicht, ihm aufzuhilfen, al» Du? Hast Du ihm je vergolten, waS er für Dich tat? Es ist wahr, er wie» damal» jede Belohnung zurück, und nachher schien Dir sein Leicht« sinn Grund genug, ihm nie etwa» zu geben '
„SpäterMagdalina — später gern. Nur jetzt, nicht — ich kann jetzt nicht!'
„Später ist ihm ein anderer Käufer zuvorgekom. men. O denk an den Fluß — und sag .ja'! Wo wärest Du jetzt, wenn Philipp nicht gewesen wäre!"
Und der Druck ihrer rundlichen kleinen Hand auf be» Wirtes Ann wird schwerer, der Klang ihrer Stimme noch flehender, beschwörender.
Jakob Kirstner muß da» verlangte Wörlchen wirklich gesprochen und das Geld gegeben haben, denn als nach einiger Zeit zwei Personen in den dunklen Hausflur treten, hört man eine weibliche Stimme warnend sagen:
„MagdaS Stübchen ist allzeit in Ordnung, darum bleib' hier. ES könnte gefährlich sein, mit einer solchen Summe zur Nachtzell den weiten Weg zu machen." (F. f.)
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«°ÄÄervt'öüda- woch«bevage!„3nuftticttcbonntagszeitung
. Al» seine Schwester einkitt, hebt er den Korund s°St mit dem Ausdruck tiefster Niedergeschlagenheit: wm nicht.
Sie zuckt bedauernd die Schultern:
®ott' daß ich Dir helfen würde, wenn ich s könnte.
Dein Mann könnte e», wenn er wollte." „.«ein, denn er hat keine zweihundert Mark baliegen." Set.u* ' $ $°6e fie!" f8^1 18 Jakob Kirstner r-tt ihm aber die verräterischen Worte ent
schlüpft, als er seine Unvorfichtigkeit auch schon bitter bereift und fich hastig beellt, den Eindruck, welchen •tefelben auf die beiden Zuhörer offenbar gemacht haben, wieder abzuschwächen.
„Ich habe bie Summe,' wiederholt er, „aber fie nicht mehr mein. Ich bin seit langer Zett der großen «ktienbrauerei in Mainz zweihundert Mark schuldig mtd.hibe mein Ehrenwort verpfändet, dieselben mn 1. Dezember zu bezahlen. Erst vor wenigen Tagen kam da» Geld ein. 88 kann keine Rede davon sein, daß ich es angreife . ... Ich mag mir w meinen alten Tagen nicht auch noch den Gerichtsvollzieher auf den Hal» laden — die Schande «trüge ich nicht! Eine Pfändung aber ist mir in gestellt, wenn ich mein Wort breche. Nein, H mag zurückgegangen fein, aber ehrlos bin »ch drum nichr geworden — lieber bungern, al» da-!'
»D" bekämst überall Geld," sagt sein Schwager mtt düsterer Miene.
^»Nein, denn die Leute wiffe-, wie e» um mich
Berlin, den 6. August 1904.
** Soweit bis jetzt festfleht, wird der Kaiser ! am 12. August am späten Nachmittag, von Swinemünde kommend, in Berlin ein treffen und im Schlosse abfieigen Am Abend gedenkt er beim kommandierenden General des Gardekorps v. Kessel zu soupieren und dann im Schlosse zu Übe nachten. Am 13. August abends erfolgt die Abreise nach Schloß Wilhelmshöhe und die Ankunft dort am 14. August früh. Der Aufenthalt in Wilhelmshöhe dürfte voraussichtlich bis zum 25. August dauern.
**♦ Die diesjährige Geueralversamm- lang des Volksvereins für das katholische Deatschland findet gelegentlich des Katholikentages zu Regensburg am Dienstag den 23. August, vormittag« 91/* Uhr in der Festhalle statt. Der Einttitt steht den Mitgliedern des Volkssereins und allen Gesinnungsgenossen un-
er fort, „wie es einem Familienvater in meiner Sage | zu Mute -st? Du hast Deine Tochter wohl versorgt I u -d weißt fie und bie Enkel gefunb. Aber ich hab' aller, waS mein ist, hinter dem weiten, großen Meer! Jeden Tag kann mir ein# von den Kindern sterben — schwach und atm und verlassen, wie fie find! Herrgott, wenn ich noch lange hier herrra lungern und toariert müßt' und bekäm einmal eine solche Nachricht! 's könnt denen, die mir hätten helfen können und nicht gewollt haben, nimmer Glück bringen!"
Er hat mit einer Art Verzweiflung alle Hebel in Bewegung gesetzt und hält erschöpft ein .... eS erfolgt jedoch keine Antwort.
):( Ein wohnungägisctz.
Der.Reichsanzeiger' veröffentlicht den Entwurf eines preußischen Gesetzes zur Verbesserung der Wohnungsverhält- nisse, wie er auf Grund bet bisherigen Be- ratungen von den beteiligten Ministern ausgestellt worden ist. Er enthält in 6 Artikeln Vorschriften über Baugelände und Straßenkostenbei- träge, Bebauung der Grundstücke, Bau- und Grundabgaben, Besteuerung, Benutzung der Gebäude, Wohuungsaufstcht.
Bereits in der Thronrede von 1901 ist barauf hingewiesen, baß die Wohnungsverhältniffe, namentlich in den dicht bevölkerten und überwiegend industriellen Gegenden ein Eingreifen auf den verschiedensten Gebieten kommunaler und staatlicher Fürsorge erheischen, um die heroorgetretenen Mißstände zu mildern und
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