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U 178.
8uLüa, Samstag, dw 6. August 1904.
31. Jahrgang.
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14
------- (Nachdruck verboten.)
■stes Blatt ।
Sogar bis tu die Preisaufgabeu der Universität scheint sich der moderne konfessionelle Streit zu verirre». Für da- nächste Studienjahr lautet eine Preisaufgabe der theo- Krgrsch-n Fakultät: „J-rwtefern ist «ach der Lehre der römisch-katholischen Kirche das mönchische ^Zdeal dir christliche Vollkommenheit, und inwie- fern ist es nut der Weg zur Vollkommenheit?" — Hoff ntl ch wird die Frage wenigstens wahrheitsgemäß und nicht nach beliebten Vorurteilm beantwortet.
deutscher «eich.
Berlin, den 5. August 1904,
§ Zu dem neuen „Fall Mirbach", ins- besonde-'e zu der Aussage des Prinzen Wittgenstein, daß ihm der Oberhofmeister die Standes- erhöhung seiner Braut versprochen habe, falls er auf die Rechnungslegung Verzicht leiste, will der ,Berl. Lok.-Anz.' folgendes ftststellen können: «Die Standeserhöhung der Braut ist allerdings einmal von ihrem Vater und dem Prinzen beantragt worden, aber ohne jeden Zusammenhang mit dem Prozeß des Prinzen gegen seine Pfleger. Und zwar wurde das Ansinnen sowohl an den Frhr. v. Mirbach als an den damaligen Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, dem Onkel des prinz- ltchen Bräutigams, gestellt. Es haben aber nicht nur beide Herren entschieden abgelehnt, die Stan- deser Höhung zu befürworten, der Pfleger hat mrch — und zwar, wie die Erfahrung lehrt, mit Erfolg — d'm Vater der jungen Dame dringend o« Verbindung mit dem Prinzen widerraten." Dte Erwartung, Herr o. Mirbach werde in der Angelegenheit das Wort ergreifen, wird sich nach dem genannten Blatte nicht erfüllen. Der Ober- Hofmeister der Kaiserin ist der Meinung, „daß der Schmutz, mit dem er in der Oiffentlichkeit beworfen wird, ihn nicht zu erreichen vermag.-
-Magst Du ein wxrw-s Abendbrot, Philips, oder wi^st Du warten, b-» "-c Jakob au- der Stube kommt und mit da»"' ju'amniea essen ?" fragt die Schwester.
„SBtnit ich v:e Wahl haben kann, so gib mir- lieber gleich."
Vor Port Arthur nichts Neues. Nach den Alarmmeldungen der letzten Tage ist es nun wieder still geworden. In der M a u d s ch u r e i ziehen die Russen sich immer mehr nordwärts. Am Mittwoch besetzten die Japaner, wie schon gemeldet, unter General Oku Haitscheng und Niutschwang, das 30 Meilen nordöstlich von
Dos Haus im Gebirge.
Erzählung au- der Gegenwart vonKlaraLötschert (Marga Brechten.)
sich nKt rnpfrn — er gießt kein Wasser in ein Faß ohne Bode ! Mir kommt eS übrigens jetzc vortrefflich zu statten, daß er mich immer so fern von seinen «ngelegenhkiten gehalten hat. Ich werde meine Finger gewiß nicht hineinstecke», da- kann ich chn versichern. Maa er die Suppe allein our-ss-w die er sich eingebrockt hat." '
Dar war eie Antwort auf die Bi'te, welche Mogda noch nicht aurzusprechen gewagt bat! Die Wone ihres Mannes haben halb wie eine Warnung, halb wie eine Drohung g-Kmtg-n. Sie wagt keine Einrede. Sie schaut ihn an und erkennt ihn fast nicht wieder. Er muß Zeit haben, um sich an diese unerwartete Lage der Dinge zu gewöhnen — die Sache für sie'? iU ”Ca $"* ^'u ~ °ch, neu auch
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„'s ist aber nur aufgewärmtes Gemüse vom Mit. tag. werßt Du," sagt sie und füllt ihm einen Teller voll auf.
»Ich wache mir nicht viel daraus," entgegnet er und nnmrt dos Gericht eckig in Empfang - der Blwit dem er darauf hinsieht, zeigt deutlich, daß er sich am heutigen Abend gar viel daraus macht AlS er fertig ist, stützt er die Hände auf die Krckee und starrt vor fich hin.
„Magdalene, o, wenn Da mir helfen wolltest!"
„Was in Aussicht, Philipp — wie?" fragt Oie Sra« fast wider Willen. Es schneidet ihr in die Seele, ihn so za sehen, und doch weiß ste, daß sie mcht- für ihn tun kann.
. einen schmutzigen, zerknitterten Brief aus
derTasche: „DieNanne hat mir heute wieder geschrieben." „Nun — und? — wie immer wahrscheinlich." „Wie immer, nur daß sie es jetzt gar nicht mehr aushalten u können weint — auch die Kinder wären schier trank vor Verlangen nach dem Baier, schreibt sie. Denk' Dir - so ganz allein in der großen Stadl! Da — willst Du ihn lesen?"
Sie nimmt den Brief, tritt an- Licht, putzt ihre Brille und buchstabiert ihn langsam durch.
„Ach, Lene, wenn Du mir helfen wolltest!" wieder- holt ior Bruder.
„Philipp - Du weißt, daß ich'- nicht kann." selbe.
Etwa- in dem Briese muß dir Fro u gerührt hab«.
Sie gebt denselben zurück und spricht:
„'« ist allerdings hart für st;.
Da fährt er auf.
„Leine Kleinigkeit, in einer Stadt wie NetwAa^ »u fitzen, dazu für ehe Fron, wie sie eine ist, ohne Freund und Berater Und doch, wenn sie einen solcher färbe! Der Gedanke verfolgt mch de- Nachts wie em Gespenst — Hiwrnel, ich glaube, ich brächte.....!
Und dann mache ich mir auch Vorwürfe, daß ick sw dort gelassen. Ader, Du lieber Gott — körn:' Ja) denn anders? Bon Mckwaukee bracht' ich uns
des Kriegs lebens durchzumachen haben. General Graf Keller ist «»er jeuer vielen Helden, die mit ihrem Blute besegele habe», was Rußland denkt und fühlt." — „Graf Keller", sagt die Mow. Wr.', „war ein Kriegsmann im besten Sinne des Wortes. Er teilte mit den Soldaten alle Beschwerden und Entbehrungen des Lebens im Biwak und starb, mdtm er seine Soldaten vor dem mörderischen Feuer der Japaner bewahren wollte. Er ist nicht lange her, wo wir ibn ttt Petersburg sahen, strahlend vor F?eude darüber, daß es ihm nach einigen mißglückten Versuchen endlich gelungen war, in die aktive Armee zu komme». Ec war bereit, in jeder beliebigen Stellung — als Kompagnie-, Bataillons oder Regimentskommandeur ~ Feld zu ziehen. Und er besaß ja schon )te Erfahrungen des vorigen Krieges. In dieser
Ein Rovemberabrnd — kalt und sternenhell Langsam unb träge ziehen dir Fluten beS Rheines vorüber. Die Gipfel ber grau schimmernden Berge hnb mit Schnee bedeckt und über ber ganzen Gegend Hegt bet eisige Hauch der hcreiubrechenden Winternacht.
Auch die kahlen Zweige ber großen Linde trogen einen weißen Ueberzug. Die grüne Bank, bet sie im Sommer ih-eu Schatten gespendet, ist nebst den Btumru langst fortgeräumt; Türen und Fenster find fest geschloffen.
Gerade über dem Dache steht ber Mond, voll unb rund. Sein bleiche- Licht fällt auf den Pfad, auf welchem ein Mann heftigen Schrittes auf da- Haus zukommt. Er sieht nach den herzförmigen Ausschnitten in den Lade«, hinter denen eS hell schimmert, drückt sachte auf he Klinke und horcht eine Weile im HauS- flur. Gedämpftes Stimwengerausch treibt itn weiter. Im Dunkeln tappt er an der Wand entlang und pvcht leise an ber Kücheutür.
-Erschrick nicht, ich bin'-, Magdalene!"
„Ach, Du bKS, Philipp." sagte die alte Frau gedehnt und blickt den eintretenden Bruder etwas mißmutig an. „Ich dachte nicht, daß Du heule noch kommen würdest, weil Du gestern da warft."
. »I», siehst Du, zwischen gestern unb heute kann vielerlei passieren, und da meinte ich, 's wäre am otfien, wenn ich gleich noch einmal herginge, 's Laufen bin lch ja von drüben her gewöhnt, unb aus der Kälte wache ich mir nichts."
Er hat sich auf bie Bank medergesetzt, hält die Hande aeg n ben Herd unb erschauen in seinem dünnen Rocke Sein Haar unb Bart find st: upp g, das Gesicht älilch, rber nicht gerade unschön. Es hat eher einen gutmütig weichen, als einen gemeinen Ausdruck.
—* Zur Beachtung bei Wahlvorbereitungen erlaffen Sesamlvorstand und Ausschuß des Bundes der Landwirte eine Bekanntmachung. Darin wird erklärt, daß es not- wendig sei, daß einerseits der Wahloorstand des j Bundes — der WahlkreiSvorfitzende und die Br- zirkSoorfitzenden des betreffenden Wahlkreises und de en Stellvertreter — in denjenigen Wahlkreisen, in denen der Bund organisiert ist, sich möglichst zeitig mit den maßgebenden Persönlichkeiten und den führenden Männern der befreundeten Parteien ins Benehmen setzen, um die Lage zu klären und die Stimmung kennen zu lewen, unb daß er anderseits, ebenso wie jedes einzelne Mitglied, fich nicht irgendwie binde und verpflichte, bevor nicht die ordnungsmäßig berufene Versammlung der Vertrauensmänner, die ja über die Kandidatenfrage zunächst zu befinden und zu entscheiden habe, Stellung zu derselben genommen habe. Nur so könne es vermieden werden, daß der Bund nicht genügend berückfichtigt, ja überhaupt nicht gehört werde.
* Das «Berliner Tagebl.' hatte die Frage aufgeworfen, ob die Lavdtagsabgeorduete« während der Dauer der geaenwäriigen Ver- tagung Diäten beziehen. Dazu schreibt der ,Voff. Ztg.' ein alter Parlamentarier:
füge. Bor allem aber wollen bie deutschen Landwirte ta ihrer großen Mehrzahl mit dem Begründer mW Hauptführer deS BerrtnS Herrn ».Tiedemann-Seeheim, daS muß einmal gesagt werden, nichts zu tun haben, «r hat ihr Bertrauen kaum je befeffen und hat eS im Vaufe der Zeit unb als Letter des OstmarkenveretuS
| vollkommen verscherzt. Wenn bie Landwirte ber Pro vinz oder die dortig-n BundeSmttglieber daS deutsche Hotel MyliuS — eS ist dies übrigens nicht das einzige gute deutsche Hotel in ber Stadt Posen nicht besuchen, bat tms denselben «rund. «S liegt daran, daß Herr
o Tiedemann an bet Spitze dieses Unternehmens steht. Herrn v. Tiedemann ist oft genug, auch von Landwirten, die noch halb und halb zu ihm stehen, nahegelegt rooibex, zurückzutrrten. Herr v. Tiedemann will eS zwrngen, und so wird daS Hotel von den meisten deutschen Laudwir'-n der Provinz gemieden. Ob zum Schaden des DeutichtnmS, daS mag Herr v. Tiedemann entscheiden.
** Mit der Broschüre des Herrn Mendorfs: „Der Kampf der Deutsche« «»d Pole« mn bie Provinz Posen", worin bekanntlich der Bund der Landwirte mehrfach angegriffen wird, beschäftigt fich eine Posener Zuschrift der »Deutschen Tageszeitung. Es heißt darin: . „.Der Hauptgrund für bie geringe Beteiligung der detüschen Landwirte (am Ostwarkenverein) liegt in ber Leitung deS Ostmark-w Vereins. Dieser arbeitet mit I Sofern äußerlichem Gepränge, wä nend die Polen in
^o°>Skt Verein und ähnlichen Bereinigungen ™ ft, rfbett Sanzenorme Fortschritte machen unb
l f.en- ?te.Settun0 deS Ofirnarken-
die Art ihres Kampfes daS «er- dältnis ber Deutschen zu den Polen zu einem fast un- Mdltchen gemacht, sehr znm Schaden für daS Deutsch, tum. Dte Deutschen müffen doch weiter ntt den Polen zusammenleben, ste müssen mit ihnen weiter in KreiS- Agen und KreisauSschüffen zusammenfitzen, ste müssen Interesse in manchen Unternehmungen E5^"1"drcken, Molkererens mtt thnen weiter zusammen- ^deiteu. Die Leitung deS Ostmarkenvereins spitzt all-s perfönltch zu, ste verlangt, daß jeder fich ihr unbedingt
O, bie Eltern, die armen Eltern! Also darum halte ter Vater zuweilen so ernst, die Mutter so gedrückt ausgesehen — daS war nicht das Alter, bas waren die Sorgen gewesen!
Als Werner sein- Frou jetzt zum Schlafengehen ermahnt, widerspricht fie nicht, denn sie fühlt, baß dte Füße unter ihr zu wanken beginiten. Schweigend sucht fie chr Lager auf, mit dem lähmenden Bewußt- sem, daß fie von nun an etwa» zu tragen h-ben wird, baS ihr Mann weder verstehen noch mittragen wtll: dte bange Sorge der Tochter, bie ihre Eltern im Unglück weiß!
3a, offen uns klar ist MagdaS Leben stet« gewesen, kummet los nur bi» zu dieser nächtlichen Unter« rrdung.
5 Kapitil.
Der Acker im „Vogelsang".
Dir Felder ringsumher find silberweiß Und längst bedeckt von Schnee und GiS: ES schwillt gebläht kein Segel auf dem Rheine. Slur selten rauscht etn Kahn auf kalter Flut, Und winterlich entsteigt deS Herdes Glut «in grauer Dampf zu wolkigen vereine.
(Adelheid Lötschert.)
^Und nun erzählte er ihr von den jüngst gehörten «Ktnenangen, von manchem Gelächter unter den «rbeüern, von manchem Blick, den er auf fich bezogen Gewiß hatten jene ihn w-der schi-s angesehen, noch Aber ihn gelacht — er glaubt es aber. Und gkeiknerischen und doch gering. Wä^fgen Benehmen Löbs, wie dieser immer wieder chn als den „Herrn Schwiegersohn" erwähnt habe. mit einem so unglaublich höhnischen Lächeln Es kommt ihm vor, a!S ob der ganze Ort mit' Fingern ff ihn zetge, als auf einen, der einst gemeint, um tute reiche Frau zu freien und sich doch so lächerlich Ef'1 A.e- Diesen letzten Gedanken teilt er Magda natüritch nicht mit. Sie detkt indes die Sanz- Zett über daran. Sie hat beständig eine Frage »uf der Zunge, aber fie drängt dieselbe noch zurück, «m fie erst viel später zu stellen. Und eS ist gut,
--m dieser Nacht nicht tut. In feiner gegen- rofirbe " ihr vielleicht eine®Art- Sine? fölnTe tom“ 6on iinanbtt
Der^l^^E Slübt und seine Aufregung nimmt zu lerne stolze Natur getroffen, war S« empfiidltch gewesen. " '
auA’^f M«ter sagte mir heute, Onkel Philipp sei R?n ® b, "Ä^^^-gda endlich chren riuläßt!'"^ btt ®a er ltch "ur nicht mit dem aber $*« h«rumftreicken,
wird m Sorge fein. Alle Klugheit
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«omt-ixilog-- „zuldaer SeschichirdlÄter«. "tÄÄI?
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. (dw Besetzung der Barabasch-Brücke) als „Frei- williger« rnitmachte und dasselbe auch beim Donauübergang tat. Noch lange nachher erhielt er kein Kommando über einen Druppenteil. Und etwas Skobelewsches lag auch in dem Te'e- gramm, das darüber berichtete, wie das junge 2. Sibirische Armeekorps mit Begeisterung seinen neuen Kommandeur, den Grafen Keller, begrüßte, der barhaupt seine Truppen umdit. . . . Man im **' ^ß das Korps uno sein Kommandeur ein Ganzes bildeten, völlig mit einander verbunden waren.«
() Der Minister des Innern hat in Betreff der Leehaudlnug u«d Pre«ßische»Zeutral. geuoffeuschafskafse an die Provinzialbehörden folgende Verfügung gerichtet: „Mittels Rund- erlaß vom 5. März d. I. sind Ew. etc. ersucht I worden, auf dir Kommuralbehörden, öffentlichen Spar kaffen usw. dahin einzuwirken, daß auch sie -- ebenso wie die in dem Ruuderlaffr vom 31. Januar d. I gedachten Behörden — bei vor- kowmenden Geldgeschäften sich möglichst der See» Handlung bedienen. Um einer mißverständlichen Auffaffung jenes Erlt-ffes entgegevzutreten, mache ich zur gefälligen Beachtung darauf aufmerksam, daß em Ausschluß der Preußischen Zentralge-
Während einer förmlichen Bertaaung deS Abgeordnetenhauses nach Artikel 52 der Verfassung ar«.d" Eezug ber Diäten; dagegen erhalten dte Abgeordneten für die «breise und die Rückreise die gesetzlrchen Reisekosten. Bei einer formlosen ver- tagung, etwa über die WeihnachtS- oder Osterferien, die sich zuweilen, beispielsweise im Jahre 1878, Monate lang hingezogen hat, werden die Diäten weiter guahlt. e>o ist es fett dem Jahre 1850 ausnahmslos gehalten worden und wird eS jetzt wieder gehalten und für einen Zweifel, ob daS in der Ordnung fei, liegt kein rechter Grund vor.
Bon der sibirischen Bahn. Mr. Whig- Ham, der wenige Monate vor dem Krieg ein Buch über Korea und die Mandschurei geschrieben und als friegSkorrespondent der ,Mor- ning Post' besondere Gelegenheit gehabt hat, dte Leifiungsfähizkeit der transsibirischen Bahn zu fiudiereu, hat während der letzten Tage einige Alikel veröffentlicht, die eS als unzweifelhaft hiristellen, daß die sibirische Bahn vorzüglich funktioniert. Der Verfaffer sagt auf gründ seiner persönlichen Erfahrungen u. a.: «Mr."?’8 ist, daß die Bahn beinahe sechs
Monate nach Beginn des Krieges besser funktioniert, "^.ibzuvor, und daß fie in der Tat Truppen fchneller
M°sten b-fördern kann, als sie in der Heimat
mobilisiert werde» können." Er versichert, daß in den Jrk bcS Krieges vom Baikalsee nach
§h°rbin 1,5000 Mann, 30000 Pferde und über 300 Geschütze befördert worden sind, und diese wirkliche L-'stuvg sei kein Maßstab für daS, waS in Zukunft geletflet werden könne; denn während der ersten zwei Monate deS Krieges feien die Truppen für die Absendung nach dem Kriegsschauplätze nicht bereit ge- »efen, und habe die Verproviantierung Port Arthurs dre Biihn sehr in Anspruch genommen. „Erst Anfang Mai begannen Verstärkungen in großer Zahl eiuzu. ^Effen. AIS ein vollständiges Armeekorps Liaujang während der letzten drei Wochen deS Mai erreichte, buchte man zuerst an eine besondere Anstrengung der «isenbahnverwaltung, die sich nicht fortsetzen lassen werd«. Ich bin aber seitdem über die Linie gefahren
und unterwegs dem ganzen 10. und 17. Armeekorps begegnet. Die 81. Division - die 1. Division deS 10. r»”188!01^ ~U?e?ann e6e” in Mulden einzutreffen.
® °>n 17■ Ium verließ. AlS ich
Tschelsabinsk dreizehn Tage später erreichte, traf ich die Endtransvorte deS 17.ArmeekorpS, daS spätestens in einem wetteren Monat Mulden erreichen mußte. DaS 10. und
Hinsicht erinnerte er an Tkobelew, der tm Range b<m ßafeiwtt «Sita N-m«s'<°chm7 «L7" ÄKSÄS.t.T*"“’ " Die obige Nachrtcht bestätigend und ergän. (die Besetzung der Barabosch-Brückel zend, meldet die .Agence Havas' aus Liaujang vom 2. Aug. früh: Ihren Vormarsch nach der Schlacht bei Taschitschiao fortsetz end, bedielten die Japaner Fühlung mit allen russischen Streitkräften, die eine Linie parallel zur Eisenbahn bildeten. Zunächst schien die feste Absicht zu bestehen, mit dem bisherigen Zurückgehen ein Ende zu machen; noch gestern vollendete das Jngenieurkorps in aller Eile eine Potonbrücke über den Fluß bei Haitscheug; aber da die russischen Truppen an Zahl schwächer waren, mußte ihr linker Flügel in der Gegend von Simutscheng vor einer Umgehungs- bewegung von drei Divisionen des Feindes zurückweichen, da sie die Armee von ihren Verbindungen abzuschneiden drohte. Der Rück- zug wurde also beschlossen; er fing gestern abend an und dauerte den ganzen Tag ix guter Oldnung an. Die Armee, durch ihre Nachhut stark geschützt, zieht sich langsam nach Norden zurück, wo fie wieder eine Stellung einmhmen wird. Dieses letzte Zurückweichen ist em neuer Beweis dafür, wie unangebracht es wäre, im jetzigen Moment die Offensive zu er- greifen, wo die schlechten Stellungen natu! gemäß fortwährend in Gefahr find, umgangen zu werden, und wo die russischen Truppen an Zahl die schwächeren find. Andererseits aber werden dte lusfischen Truppen in Spannung gehalten, von denen ein T.il ununterbrochen seit Turentschena mit dem Feind in Fühlung ist.
Der Heldentod deS Grafen Keller wird von der ,Now. Wr.' und den ,Birsh. Wed.' mit warmer Empfindung besprochen. „General Graf Keller", schreiben die ,B!rsh. Wed.', „nahm vor dem Kriege len Posten eines Gouverneurs ein und hätte ruhig auf ihm b'eibm können indem er gleich vielen Millionen von Landsleuten die Ereigniffe in der Mandschurei, auf Liaotung und Kwantung ans der Entfernung verfolgte. Aber sobald oer Donner im fernen Osten erdröhnte, zog eS ihn dorthin, wo russische Männer in ihrem Blute dabtn- stnkm, wo fie alle Entbehrungen, alle Schrecken
noffenschaftskaffe von dem Verkehr mit den kommunalen Kaffen und Instituten dadurch selbst- verständlich nicht hat herbeigeführt werden sollen."
* Gleiwitz, 5. Aug. 1904. Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Pleß-Rvbnik, Samtätsrat Dr. Moritz, ist dem .Oberschl. Wanderer' zufolge in der vergangenen Nacht in fernem Wohnorte Pilchowitz gestorben. Herr Dr. Moritz gehörte der Zentrumspartei an und hat ein Alter von 73 Jahren erreicht.
' Der ruWch.japamzch- Krieg.