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Saldo, Donnerstag, den 28. In» 1904
31. Jahrgang
Berlin, den 27. Juli 1904.
Deutscbes-Beich.
Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß wir seinerzeit den Erlaß noch viel zu günstig aufgefaßt haben. Es har ganz den Anschein, als soll« er nicht zur Wiedel Herstellung der Kon» gregationen führen, sondern zum Austritt der Schüler aus allen katholische kirchlichen Vereinen, Bruderschaften usw., denen fte bisher unbehelligt angehört hatten. Wir nehmen nicht an, daß dies die ursprüngliche Ab ficht des Kultusministers war, aber dank seinem ängstlichen Zurückweichm vor den Lärmmachern wird es die nächste Folge ^n, und ob dann noch zur Neugründung von Marianischen Kongregationen die Genehmigung erteilt werden wird, erscheint uns «ach der Haltung des Ministers sehr fraglich.
Der Essener „Fall" hat die Lage plötzlich beleuchtet „ und uns über den Stand der Tinge aufgeklärt. In der „antiultramyntanen" Presse roits ein ohrenbetäubender Lärm gemacht, daß in Essen die an der Pfarr-Kongregation beteiligten Schüler die Erlaubnis nicht eingeholt hatten. Indem man so viel Aufhebens von dieser „Gesetzwidrigkeit" und „Verhöhnung der Schul- diSziplin" macht, will man die Aufmerksamkeit von der Hauptsache, nämlich von der schreienden Imparität und Unduldsamkeit gegenüber den Katholiken ablenken. Wenn vielleicht formell nicht ganz korrekt verfahren worden ist, so ist daS wahrlich kein Verbrechen, das so wildes Geschrei wert ist. Nach dem Zeugnis des Kultusministers selbst haben bisher jchon vielfach Schüler-Kongregationen bestanden oder Schüler Kongregationen außerhalb der Schule ar gehört. Wenn nun die Schulbehörde das lange Jahre geduldet hat, ohne ein« zuschreiten, dann ist es doch wohl nichts so auffallendes, wenn in Esten die Schüler stillschweigend bei den Pfarrkongregatioven blieben. Ihnen war der Erlaß vom 23. Januar doch nicht mit« geteilt worden. Wenn nun der Direkior Dr. Biese ihnen plötzlich mit Karze:strafen oder Ent- ftrnung von der Anstalt drohte, falls sie nicht : austräten, und die Kongregation gar mit geheimen i Schüleroernindungen in Parallele stellte, so waren i die Katholiken M^Effen über dies schrr ffe Vor-
* Der Königsberger Prozeß ist noch am A^end der Urteilsv.-rkündigung m Königs- i berg für die sozialdemokratische Agitation ausgenutzt roo'ben. Am Abend fand eine stark besuchte Versammlung statt, in welcher der Abgeordnete Rechtsanwalt Haase, einer der ! Verteidiger, sprach. Er bemerkte u. a , jetzt sei es Zeit, oor aller Welt zu erklären: ES ist Pflicht aller Mitglieder der Sozialdemokratie, von jetzt ab noch viel mehr für die Verbreitung russischer Schriften, die hier in Deutschland erlaubt find, Sorge zu tragen. DaS werde man jcht sogar dem Reichskanzler mitteilen. Man werde vielleicht noch zu dem Zwecke eine Verbindung gründen i und den Parteitag mit diesen Fragen beschäftigen. Wer ober hübe denn den Prozeß eigentlich verschuldet? Schließlich wurde einstimmig | eine Resolution angenommen, worin die Ver-
§ Bei der Einberufung des Magistratsrats Dr. Meyer zu vorübergehender Beschäftigung m Reichsamt des Innern handelt es sich nach )er «Nordd. Allgem. Ztg.' um die Frage einer reichsgesetzltchen Regelung der Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden. Der genannte Beamte ist durch seine Beschäftigung in der Gerne-bedeputation de? Berliner Magistrats mit den Verhältnissen der Haus- ndustrte und der Krankenversicherung besonders vertraut.
Preußen" als Studierender der Medizin beflissen habe. Silberfarb ließ durch einen Rechtsanwalt Rektor und Senat ersuchen, die Exmatrikel dahin zu ändern, daß lediglich das Datum der Beendigung seiner Studien vermerkt werde. Er erhielt darauf vom Rektor die Antwort, daß der Senat einstimmig beschlossen habe, das Gesuch abzulehnen. Darauf bat der Rechtsanwalt, ihm die Gründe für die Ablehnung anzugeben. Darauf antworteten Rektor und Senat, Silberfarb sei, als er das Abgangszeugnis am 17. März erbat, infolge seiner Ausweisung durch Verfügung des Rektors gestrichen und dadurch seiner Eigenschaft als Studierender der Universität verlustig ge> i gangen. Da nach dem Ministerialerlaß vom 13. Januar 1825 in dem Abgangszeugnis auch zu vermerken ist, bis zu welchem Zeitpunkt der Studierende Angehöriger der betreffenven Universitär gewesen ist, so sei der hier in Rede stehende Vermerk im Abgangszeugnis von selbst geboten gewesen. Nun machte der Rechtsanwalt noch darauf aufmerksam, daß die Ausweisungs- Verfügung vom 16. März datiere, dem Rektor also doch wohl erst am 17. zugegangen sei, während Silberfarb sich bereits am 17. früh zur Ausfertigung des Abgangszeugnisses gemeldet habe. Er bitte also noch um Aufklärung, ob die in dem Bescheide des Senats enthaltenen Daten zuträfen und welches die Reihenfolge der Vorgänge gewesen sei. Darauf wurde erwidert, daß in der vorigen Antwort lediglich der in dem Akte der Universität festgelegte Tatbestand mit« geteilt worden sei.
sawmlung „unter dem Eindruck der durch den Russenprozch vor aller Welt aufgedeckten barbarischen Zustande des Zarismus ihren um die Freiheit kämpfenden russtschen Brüdern erneut ihre unerschütterliche Sympathie ausspricht und erklärt, ihnen gegenüber die Pflichten internationaler Solidarität unbeirrt weiter erfüllen zu wollen, bis auch Rußland der westeuropäischen Kultur erschlossen und im Geiste eines modernen Rechlsstoates umgewandstt sein wird."
* Der aus Preußen ausgewiesene russische Student der Medizin Silber- fard hotte von der Berliner Uniaerfiiät eine Txmamkel erhallen, worin bescheinigt war, daß er sich vorn 21. Oktober 1902 „bis zu feiner durch Venü ung des hiesigen Polizeipräsidiums vom 16. März 1904 erfolgten Ausweisung auS '
* Der mWch.zapMZHe Krieg.
Die sich am Dienstag überstürzenden Meldungen vom Kriegsschauplatz ließen mit vollster Deutlichkeit ein unaufhaltsames Vorrücken der Armee des Generals Kuroki erkennen. Auch die neuesten Nachrichten zeigen die Gefahr, in welcher die russische Armee sich befindet. Der russische Oberbefehlshaber sucht in «seinen Berichten die Lage möglichst günstia darzustellen, sieht sich aber doch genötigt, den Rückzug seiner Truppen I anzuzeigen. Zunächst ist festzustellen, daß die I Japaner am 25. Juli nachmittags 5 Uhr Niutschwang besetzten. Ihre Verluste in I den Kämpfen bei Niutschwang am 24. und 25. Juli iollen nach einer Reutermeldung aus Tientsin 380 Mann betragen haben.
Den Pchanlin-Paß besetzte, wie General! Kuropaikm am 25. Jul- dem Kaiser meldete, eine russische Abteilung am 21. Juli. Am Nachmittage des folgenden TageS begann in t er Umgebung des Paffes ein Gefecht, in welchem die Japaner, die etwa eine Brigade stark waren, die Rassen h der Front bedrängten und sie auf beiden Flügeln umgingen. Die Russen jag en sich langsam zurück. Um 7 Uhr abends stellten die Japaner, nachdem sie den Pchanlin-Paß eingenommen hatten, den Angriff ein. Am 24. Juli rückten japanische Truppen-Abteil„ngen vom Pchanlin Paß vv-, !
tz Der Eisenbahnminister v. Budde beabsichtigt, in den Werkstätten eine andere Arbeitszeit einzuführen und so den seit Jahren her vorgetreten eu Reformbestrebungen der
I Sommer auf die Zeit von G1^ bis 12 und 12 2 bis 51 /», im Winter von 6’/< bis 121/» und von 2 bis 6 Uhr. Die Einfügung einer V/aftfln« digen Mittagspause dürste dort, wo sie noch nicht eingeführt ist, von den Arbeitern am meisten willkommen geheißen werben.
I * Angesichts der anballenden Trockenheit bat der Minister der öffentlichen Arbeiten die Königlichen Eisenbahndirektioven mit Beziehung auf den Erlaß vom 13. Mä-z 1901 veranlaßt, die Vorkehrungen, die zum Schutze der einer Entzündung durch Flugfeuer besonders ausgesetzten Waldstrecken getroffen sind, auf das sorgfältigste zu prüfen und zu Überwachen. Besonders sei für Wundhalten der Schutzstreifen und Schutzgräben und für ausreichende Bewachung gefährdeter Stelle» mit Nachdruck zu sorgen Ebenso ersucht der Minister die Eisenbahnkommiffare, auf die ihrer j Aufsicht unterstellten Privatbahnverwalkun gen im \ gleichen Sinne zu wirken.
mit solchen Verdächtigungen' und Unwahrheiten wahrlich nicht.
I Friede gefährdet, Dünkel, Angeberei und bergt gefördert wird, ist absolut ausgeschlossen.
s Die Katholiken wiffen, daß fte nur segensreich für Religion und Moral wirken, und darum empört sie daS Mißtrauen, das man den Kongregationen entgegenbringt, so ungemein. Der ,Reichsbote' hat den Mvt, triumphierend auszurufen, die Regierung sei seit Jahren von unbefangener evangelischer Seite gern arm worden, mit Zulassung der Kongregationen einen schlüpfrig en Weg zu betreten, und diese Warnungen hätten eine rasche Bestätigung gefunden. Also die Protestanten, die aus blöder Jesuitenangst oder aus böswilligem Jesuitenhaß vor den Kongregationen gewarnt haben, sind „unbefangen"! Und dabei geht diese „Unbefangenheit" nicht einmal soweit, daß man es über sich bringt, der Wahrheit die Ehre zu geben und anzuerkennen, daß die Kongregationen mit den Jesuiten nichts zu tun haben, wenigstens bei uns in Preußen nicht.
(Schluß folgt.)
Außerdem liegen heute noch folgende Nach- richten vor:
W Loudon, 28. Juli 1904. Einer Lloyds- Meldung aus Perim vom 27. Juli zufolge pulsierte dort der englische Dampfer „City of Agra". Dieser signalisierte, er sei von einem russischen Kriegsschiffe im Roten Meer auf 23 Grad nördlicher Breite und 37 @rab östlicher Länge aufgehalten worden.
W. Suez, 28. Juli 1904. Nach einer allgemeinen Anweisung sind alle nach Osten b
^Effen über dies schrt ffe Vorgehen mit Rs<MHWMstet.
Jndeß das ist das Wichtigste. Bedeutsamer ist, wie hier abermals ein Mißtrauen gegen die Katholiken zu Tage getreten ist, bas systematisch auf ihre imparitätische Behandlung hinwirkt. Man hat erfahren, daß der Kultusminister nach feinem Erlaß vom 23. Januar noch einen andern hat ergehen lassen, worin er verfügt, daß der bisherige „ungesetzliche Zustand" nunmehr fein Ende habe und die Schüler die Genehmigung zur Bildung von Marianischen i Kongregationen oder zur Teilnahme an solchen uachzusuchen und die Entscheidung abzuwarten, oder die Kongregation aufzulösen, oder aus ihnen auszutieten haben. Dieser neue Erlaß bezeugt, daß der Minister vor dem Samt zurückgewichen ist Selbstverständlich erwarten die Lärm machet nun, daß die Genehmigung zur Bildung neuer Kongregationen oder zur Teilnahme an solchen »icht erteilt werden wird. Der ,Reichsbote' verlangt, daß jetzt überall eingeschrttten werde. Es ist kaum anzunehmen, daß er eine Enttäuschung erfahren werde. Dann kommt also das großartige „Zugeständnis'' vorn 23. Januar | ™ der Praxis hinaus auf die Nötigung jumj Austritt der Schüler aus allen Kongregationen, religiösen Vereinen, Bruder- schäften usw; denn in dem Januarerlaß ist «uSbtöcflid) getagt, daß er nicht bloß für die Marianijchen Kongregationen gilt, sondern für alle religiösen Ve- eine außerhalb der Schule.
Daß in den Kongregationen und religiösen Vereinen etwas Verwerfliches getrieben, die Schuldisziplin untergraben, der konfessionelle |
*. Mißtrauen über Mißttauen.
Der Mi: i-iierialerlaß vom 23. Januar d. I., der das Verbot der Marianischen Schüler- Kongregationen „aufhob", ist von katho- lischer Seit- nur mit mäßiger Freude begrüßt worden. War doch die Wiederzulaffung der Kongregationen so engherzig verklausuliert, daß es überhaupt fraglich war, ob sie in nennenswerter Zabl eintreten werden, und mußten die Katholiken doch in der Ausnahme gerade zu Ungunfien der Katholiken ein beleidigendes Mißtrauen und eine kränkende Im- Parität ei Mieten. Schon die kühle Aufnahme des Erlasses hätte die protestantischen Gegner darüber aufklären können, daß ihre Aufregung ganz gegenstandslos war; bei näherer Prüfung des Erlasses hätten sie es auch aus diesem selbst erkennen müssen. Aber leider läßt unerzogene! Voreingenommenheit und Hetzerei anderer manche Protestanten ja nie zu einem unbefangenen! Urteile in katholischen Dingen kommen, zamul I wenn sie die gefürchteten Jesuiten bafeinter vermuten.
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Verantwortlicher
| wurden aber eine Zeit lang von den Truppen der russischen Borhut aufgehalten, die hierbei 14 Verwundete zu verzeichnen hatten. An demselben Tage besetzten die Japaner mehrere Orte östlich von Simutschen. Am 24. Juli entwickelten die Japaner, cbgefeben vom Vormarsch von Kaitschou nach Lasch itschiau, etwa zwei Dioifionen noch in der Richtung auf Kaitscheng, deren Vorgehen aber keinen entschiedenen Charakter trug.
lieber einen Schwindel bei russischen Militär-Lieferungen berichtet dos Warschauer Blatt,Goniec Poranny'. Danach waren bei einem Schuhwarenhändler in Warschau für 10 000 Rubel hohe Soldatenstiefel bestellt worden. Nach deren Ankunft in Irkutsk stellte sich heraus, daß die Stiefel nicht genäht, sondern nur zusammengeklebt waren und schon beim Anprobieren auseinandergingen.
Die Ursachen der Niederlagen der Russen dürften nach dem Urteil militärischer Fachleute in den eigenartigen Verhältnissen des russischen Heeres zu suchen sein. Das Menschenmaterial ist kräftig, widerstandsfähig, starknervig, abgehärtet, geistig passiv und entwöhnt, nach eigenem Entschlüsse und auf eigene Verantwortung zu handeln. Der russische Soldat tut nichts, was ihm nicht befohlen wird. Diese geistige Unfreiheit wird durch seine ganze militärische Ausbildung und Erziehung, man möchte sagen, absichtlich, groß gezogen. Der Zweck des Ganzen ist nur Gehorsam — blinder Gehorsam — aber kein eigenes Handeln nach eigenem Entschluß und auf eigene Verantwortung. Ein Hauptmann der deutschen Armee ist für die Ausbildung seiner Kompagnie zum Zwecke des Krieges seinem allerhöchsten Kriegsherrn selbst verantwortlich. Deshalb befiehlt er täglich den Dienst in der Art, wie er nach innerster Ueberzeugang die kriegsmäßige Ausbildung seiner Kompagnie am sichersten erreicht. Diese verantwortliche Freiheit kennt man in Rußland nicht. Der Regimentskommandeur befiehlt den Dienst für jeden Tag und für jede Kompagnie seines Regiments. Dem Hauptmann bleibt nur die Pflicht, den befohlenen Dienst zu leiten. Ist so im Frieden jede Freiheit und Selbfitätigkeit gelähmt, so überträgt sich diese Bevormundung, dieses Abwarten, was befohlen wird, in bedenklichster Weise auf den Krieg. Alle Initiative geht vom Vorgesetzten ans. Er trägt die Verantwortung, deshalb ordnet er auch allein die Maßregeln an und erwartet von seinen Untergebenen nur die sinngemäße Ausführung des Befehles. Ein Vorgesetzter ist aber ein Mensch, nicht allgegenwärtig; es ist ihm unmöglich, an jeder Stelle im Gefechte rechtzeitig den zweckentsprechenden Befehl zum Handeln zu geben. Rußlands Kriegsgeschichte hat wenig große Heerführer aufzuweisen. Drr gewaltigste ift Suwarow; er ist öer Träger des in Fleisch und Blut übergangenen russischen Geistes. Diese lebt heute noch in der Armee und offenbart sich im Maffen- gebrauch, dem heute noch üblichen Saloenfeuer und der Entscheidung durch die blanke Waffe. Um den passiven Geist des Infanteristen zum Angriff anzustacheln, führt dieser ohnehin ein schwereres Gewehr mit stets aufgepflanztem Bajonett. Daß diese Maßregel das Gewehr unhandlicher macht, es erschwert, seine Treff- ficherheit herabsetzt und die Wirkung des
I Schießens beeinträchtigt, kommt nicht in Anschlag [ gegen die falsche Auffassung, daß durch das aufgepflanzte Bajonett der Angriffsgeist in der Truppe gefördert werde. Neben solchen abgestandenen Fragen der Bewaffnung und der Taktik verschuldet die Abhängigkeit des Untergebenen von dem Befehle des vielleicht weil entfernten Vorgesetzten die ungünstigen Gefechts- erfolge, die Niederlagen am Jalu, bei Kintschon, bei Teleffu und jüngst wieder am Motienpaß. Tis willige Tapferkeit und Ausdauer des russischen Soldaten kann bei solcher Gefechtsführung nicht zur verdienten Geltung kommen. Noch viele Ursachen tragen an den üblen Erfolgen der Russin in dem Kampfe gegen die Japaner bei. Die Hauptursache ist die Unter- drückung aller geistigen Selbsttätigkeit im Kriege und im Frieden.
* DaS Stastsministerium trat heute unter dem Vorsitz des Grafen v. Bülow zu einer Sitzung zusammen. Es ist hat sich ohne Zweifel mit den deutsch - russischen Handels vertrag so er Hand tun gen beschäftigt.
* Zur Beschlagnahme deutscher Schiffe i im Rote« Meere wird dem Reuterschen Bureau aus Suez gemeldet: Nach allgemeiner Anweisung fh;b alle nach dem Osten bestimmten deutschen Dampfer vom hiesigen ruffischen Konsul mit Freipäffen für das R"te Meer versehen worden für den Fall, daß sie mit russischen. Kreuzern zusammemreffen.
\ * Die »Nordd. All?. Ztg.' erkärt jeden
Zweifel an der richtigen Wiedergabe des von ihr zurückzewsisenen Artikels des Herrn v. Kos- cielski in der englisch-n Monatsschrift »National Review' für unbegründet. Nach ihr heißt _ es in dem Artikel wörtlich auf deutsch: ,'$ie I Arbeiter entgegenzukomm-n. Es handelt sich um (die Jntereffen von Rußland und Preußen) die Einführung einer S/sstüudige» ÄrbettS- hängen nur zusammen durch den Faden eines ge- zeit, und zwar soll sich dieselbe erstrecken im meinfam begangenen Verbrechens; wenn er jer» '
reißen sollte, so würde Verwirrung und Unheil in Europa entstehen. Die chauvinistisch erregte I öffentliche Meinung in Deutschland ist nun des Glaubens, daß der Augenbltck gekommen ist wo Rußland infolge des Krieges in Ostairen am Rand des Verderbens steht. Das deutsche Volk beginnt jetzt don neuen Eroberungen zu tröumxn. Tie Schüler der Mtielzchuleu in Ostpreußen haben sich kürzlich Karten der Teile Polens anschaffen müssen, die srüver Preußen gehörten, seit lerrr Wiener Kongreß aber zu Rußland." Eine so'che Auslassung verdient i» der Tat die schärfste Zurückweisung. Den । Jntereffen der Polen dient Herr von Koscielski
MaerM Zeitung
EMiktterJef-B«*,
Ur Me Jirferate
w»q«id«iiage! »Maskierte Sotmtagrzeitang" m-xutrd-iiage: „Wdarr SeschichkbM«".