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Monatsbellage: „zuldaer Geschicht5b!ätter"

M 164

ßuloa, Donnerstag, dm 21. Juli 1904

31. Jahrgang.

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Snzeigen: Vie e*w spaltige petttzeue -de, deren Raum 15 y?* Reklamen öle petlt,«ila 25 Pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr.

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Zuld'M

g. KNd>"K«. Wochentag«:„Illustrierte Sonntagzzeitung"

Zeitung

zu wirken.

* Der ?Mch.jtrMÄsche Krieg»

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—wl biAt !'Jer ftkundlich ausgehendes Hau-, von den

111,(1 Zweigen einet mächtigen Winterlinde

schattet. Uebet dem S'ffrttnnnnnr Ff.fit in k»k>»

W. Tokio, 21. Juli 1904. (Reuter.) Aus Grund der hier eingegangenen Meldung, daß das russische Wladiwostok-Geschwader unter Führung des Vizeadmirals Besobrasow die Tsugaru-

Deutsches Reich.

Berlin, den 20 Juli 1904.

* Die Wahrscheinlichkeit, daß der Köuigs- , berget Geheiurbuud- und Hochverrats- • Prozeß sich zu einem Triumph für die Sozial- i demokrane ur d zu einem Fiasko für unsere 1 Polizei- und Justizbehörden gestaltet, tritt immer 1 wehr in Sicht. Das Auswärtige Amt hat dem Königsberger Gerichtshöfe geantwortet, einStaats- oertrag, wie ihn § 260 des russischen Straf­gesetzbuchs vorfieht, besteht nicht; a-ich ein ent­sprechendes ruflisches Ges.tz sei ihm nicht bekannt. In seiner Verzweiflung bat sich das Gericht nach Petersburg um amtliche Auskunft gewandt. Um gegen preußische Untertanen straf­rechtlich vorzugehen, muß man erst in Ruß­land, dem man damit eine Gefälligkeit erweisen will, an fragen, ob man dazu auch berechtigt sei! O du stolze- deutsches Reich! Ob die Herren Russen gerufen werden, zu antworten, muß man abwarten. Die Gerichts- und Poli­zeibehörden in Riga, «o ein Russe gefangen sitzt, dessen Zeugnis man in Königsberg dringend braucht, haben auf alle Anfragen und Gesuche des Gerichtshofes einfach keine Antwort qe» geben. Soviel scheint den Russen an der Be­strafung deutscher Reichsangehöriger zu liegen, um die man sich von deutscher Seite so eifrig bemüht hat! Wenn von Petersburg Antwort kommt, Jo wird sie ohne Zweifel lauten, das fragliche Gesetz bestehe nicht. Sollte sie aber anders lauten, so liegt nach den Erfahrungen, die man mit amtlichen russischen llebersetzungen aus den beschlageahmten Flugschriften und dem | russischen Strafgesetzbuche gemacht hat, nicht der mindeste Grund vor, ihr ohne weiteres zu glauben. Der Ansicht ist offenbar auch der Königsberger Gerichtshof, denn er stellt vor- stchssg zugleich die Frage, wo eventuell das Ge­setz zu finden sein würde. Er will fich eben selbst überzeugen. Wissen die Russen das Gesetz nicht anzugeben, so ist der mit so großem Apparate in's Werk gesetzte Hochoerratsprozeß in's Wasser gefallen, da ihm jede rechtliche Unterlage fehlt.

0 Der Minister des Innern, sowie der Minister für Handel und Gewerbe haben an die Regierungspräfidenten eine, die Rechtsberatung für minderbemittelte Be­

ratung de- Reichstages kaum wirksame Schrttre zu ih en Gunsten tun ließen und die fofaxtige Rückreise ihrerseits auch nicht beabfichtigt war.

§ Rach Südwestafrika werden im Laufe des Monats August folgende neue Trans- Porte abgehen: Am 6. em Eisenbahn- und ein Telegraphen-Detachement, sowie ein Transport von etwa 500 Pferden, an Bord des Llcyd. dawpfers „Wittekind"; am 20. eine Kompagnie und zwei berittene Batterien; am 23 zwei Kom­pagnien. Später werden noch wettere Etsendahn- truppen folgen. Diese Verstärkungen gehen über das hinaus, was General von Troiho gefordert hat; zum Teil werden die neuen Truppen und Pferde natürlich auch zum Ersatz für die einge­tretenen Abgänge dienen.

.Zur weißen Elfter" lauten. Verbindet fich doch mit dem Worte „schwarz" gar zu gern der Gedanke an Unglück und Tcauer. Das Leid aber, das mit, „wtll seiner unbarmherzigen Hand weder Schloß noch Hütte I da aui?‘ in Frieden läßt, bat ist bis jetzr blind an dem Haus an der Landstraße vorüberge^angea — niemand hat Jakob Kirstner's Geficht je düster und umwölkt gi­schen.

* Karlsruhe, 20. Juli 1904. Der badische Landtag ist heute in Anwesenheit der Minister und Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer )urch den Staatsminister vonBrauer geschlossen worden. Staatsminister v. Brauer hielt eine Ansprache an die Mitglieder dec Landstände, in ter er den freundlichen Gruß und fürstlichen Dank des Großherzogs für die andauernde er­folgreiche Arbeit übermittelte und einen Rückblick

„Gut: viele Aufträge. Wevn's aber auch ein­mal ein wenig flauer ginge — benlt Ihr, ich würd's ausplaudern? Nein, Herr Wirt .Zur schwarzen Elster", das sind meines Herrn Angelegenheiten. Aber beruhigt Euch, dar Haus Brun» und Genossen steht fest. Fragt lieber nach mir, wenn Ihr heute gar so aus'S Fragen erpicht seid. Da will ich eh« Red' und Antwort stehen."

„Glaub'» wohl, laß Ihr nicht gern üb« Dinge schwatzt, die einen Fremden nichts angehen. So er­zählt mir denn von Euch und Eurem Leben, derweil ich mir auch einen Trunk hole. Wie lange seid Ihr schon in der Gießerei?"

„Zu Michaelis werden eS 8 Jahre. Ihr w ßt, mein Baier war Schmied und trieb sein Gewerbe in

Dieses neue Gesetz verwirkliche, an« knüpfend an die Verfassung von Anbeginn ein- g fl itzten und durch pbe Reform entschiedener ausgeprägte« freiheitlichen Grundsätze, fruchtbare Gedanken, welche eine wesentliche Erweiterung feer Volksrechte bedeuteter', zugleich aber auch eine Gewähr dafür schoss en, daß auch die in der Minderzahl b- findiichrn für das Volksleben tätigen Kräfte eine ihrer Bedeutung entsprechende Ver­tretung im Landtage erhalten. Wenn in den neuen Formen der alte gute Geist erhalten bleibe.

von höheren Löhnen und dergleichen. Im übrigen wird tüch ig geschcfft."

-Mit der Gießerei seilst meint' ich, wie fieht'S

Vom Kriegsschauplatz liegen bis zur Stunde neue Meldungen von Bedeutung nicht vor. Russen und Japaner find, wenn den eingegangenen Nachrichten Glauben geschenkt werden darf, bemüht, Verstärkungen heran- zuziehen So sollen nach einer Meldung der »Tomes' aus Tokio die Russen in Nordost-Korea

1. Kapitel.

Tas WirtShau» zur „Schwarzen Elster".

steif in die Höhe strebenden Halmen — er hängt wie ein Unglücksrabe dort.

Das Haus liegt so ziemlich in der Mitte zwischen einem rheinaufwärts gelegenen Dorfe und einer etwa - eine Stunde entfernten Stadt.

Nach einem unerträglich heißen Julimonate hat es heute zum e>sten male geregnet. Und welch' ein er­quickender Regen war dos gewesen, so dicht fallend, anhaltend und tief eindringend!

Wirklich, man muß diese lange Reihe von Tagen mit ihrer drückenden Schwüle mit durchlebt haben, oder auch so viel von der Hitze auSgetrvcknetes Acker­land besitzen, wie Jakob Kastner, der Wirt „Zur schwarzen Elster", um fich über einen solchen Rlgen so freuen zn können, wie er e» tut ... .

Dort steht er unter der Haustür mit seiner weißen Schürze uud dem runden Käppchen — see.envergnügt reibt er fich die Hände und lacht mit dem ganzen Ge­sichte .... ja, das wird nach allem nun doch noch eine prächtige Ernte gebe«!

Noch zittern die Grashalme unter den daran hän­genden Tropf:». Di» Laub hängt naß und schwer an den Zweig n, und aus der feuchten Erde steigt ein kräftig« Duft auf. Alles erscheint gestärkt und «- frischt: die Stadt mit ihren dicht aneinander gebauten Häusern und weithin sichtbaren Türmen, die dunkle Felsenwand, der nahe Wiesengrund und nicht zum wenigsten die kleine schmucke Schenke selbst.

Jetzt hellt fich der Himmel auf. Das schwarze Ge­wölk zerteilt fich. Die Sonne dringt durch und ihre Strahlen fallen schräg auf da» Dach. Sie gleiten in dar grüne Laub des Lindenbaume» und tanzen über den Tisch und die Bank um« dem Fenster hin, als wollten fie das alle» noch fteundltch«, noch einladen­der anSsehen wacher, al» eS ohnehin schon ist.

Und eben, weil Vas ganze Anwesen ordentlich glänzt in seinem Schimmer von behaglichem Wohlstand und köstlicher Reinlichkeit, well atte seine Teile von den blitzenden Fensterscheiben an bi» zu der rundlichen Erst ll des Birte» frisch und heil« erstrahlen, dar nm würde jene «uffch-ist auch viel passend«

dem alten Bau ent Erde d-S DrrfeS. Auch in mir steckte etwas von der Boi liebe für jenes kalte, schwere Metall — ich hantierte pcrn au dem Eisen herrm, aber ich wollte drch höher Linau». So ging ich den« zu einem Schliss« in die Lehre und von da auf die Wanderschaft bis nach England. Tort sah ich mich in den Fabriken um, sicht- überall etwas zu llrne«, namentlich in dem Zweige, der daheim betrieben tourte. Nach Altdorf zmückgekebit, fand ich die Elt«n tot Herr Brunn, der Eigentümer derEießerei, nahm mich unter seine Leute auf, und schon rech kurzer Zeit er- hielt ich die Aufseher pelle. Freilich, sog« annte Freunde haben mir ost in ter. Ohren gelegen und gemeint, wenn ich Werkmeifer in eil er gelt« wäre, fönte ich mich bester. Mag sein. Tech ich hörge itn titrai an meiner He mal. ?nch ist der Platz forst gut, und die Arbeiter hoben mich getr, weil ich vrn unten ans gedient ha de wie fie. Me n Streben gebt nun schon lange daraus au?, mir ein Heim zu grürden. SJicin besonderer Ehrgeiz aber wer siet-, ein eigenes Heitel Hau» zu h oben — des Wer bekleben hatte wich müd' gemacht. I ch Holle ein Si»tuchen ton Engkard mit-

meint, durchaus im Interesse der Fermer, da fich während des Hochsommers und bei Nicht-

Sein Wesen ist schlicht ländlich; es trägt daS Gr- präge einfach« Herztichk-it. ES gibt Leute in ter Gegend, welche wissen wollen, daß Kttstaer gar klug un't verschlagen ist, und daß sich hinter seinem beeilen Lächeln ein verschmitzt« Zug verbirgt. Vielleicht hab n fie Recht. I denfall» gllt er für vvrfichtig. Er hütet sein Geld, fein Land, am überängstlichsten aber das, was er den größten Schatz seines Hanse» nen. t. Er ist jedoch grundehrlich, und daS Bewußt­sein der Redlichkeit macht ihn heiter und zufrieden. Wäre e» ihm indessen möglich, noch 6«grügter aur- zusehen, al» dies gewöhnlich der Fall, so würde e» im gegenwärtigen Augenvlicke sein, in dem Momente °l» von der L ndsiraße her der Hufschlag eine» Pferde» und da» Rollen von Rädrn ertönte.

Eine Art von fa schem Rollfnhrwnk hält gegen­über der Linde. Bom Kutschersitz springt ein Mann, schlingt den Zügel um den Stamm eine» Baume» md folgt dem Wirte in» Hau*. Er heißt Leonard Werner uud ist Auffeber in der Gießerei de» benach­barten Dorfe». Tie B iben treten in die niedrige, ab« lonnenbelle Vorderstube. Der Wirt füllt een Gla» mit schäumendem Bl« für seinen Gast.

„Auch ein Imbiß gefällig? fragt er. „'S Brot st diesmal besonders gut und erst die Kaschen und der Schinken — na, ich sag' nichts weiter — alles delikat! Ihr möcht selbst probieren."

„Danke, He« Wüt, h-ute nicht. Habe schon in d« Stadt ein wenig gevespert."

„Wie gehl'» drüben in Altdorf?"

»Wie soll'» gehen? Die Arbeit« find etwas an- lesteckt von der Bewegung in den größer en Bezsiken. Mittmi« gibt'» düstere Gesichter und ein Gemunkel

völkeruugskreise betreffende Verfügung er-1 auf die Ergebnisse der abgeschlossenen Session warf, lassen, worin es heißt: Der fortschreitende Aus- unter besonderem Hinwe.« auf die Verfaffunas- bau der sozialen Gesetzgebung läßt dar Belüft refo-m. — - ■ • — - 9

ni§ nach nichtgew-rb'mäßigen unparteiischen Rechtsberatungsstellen für die minderbemittelten Beoölkerungskreise immer stärker hervortreten, bei denen sie fich umsonst oder gegen geringes Ent­gelt in allen dir Arbeit«oerfich-ruug, den Ar- beiterjchutz oder das Arbettsoerhältniö be­rührenden Fragen zuverlälfize Auskunft, Rat und Hilfe erholen können. Ein ähnliches Bedürfnis besteht hinsichtlich der Steuer-, Schul-, Militär-, Vormtmöschafts-, UnterstÜtzungS- und Miels- ------- o™.. w UIW <tl#uuC1. uiew„

angelegenhettrn, sowie hinsichtlich mancher an- werde es der Regierung auch in Zukunft ge- deren Gebiete öffentlichen wie bürgerlichen ringen, mit einer nach di» neuen Grundsätzen Rechtes, für welche die geringer bemittelten Be- gebildeten Volksvertretung erfolgreich zusammen völkerungSkreoe heute gteutf ifl8 vornehmlich auf zu wirken.

die Beratung durch solche Personen angewiesen ——-s—— _____

sind, welche aus der Beso-vmi, fremder Rechts- angele^enheiten ein Gewerbe machen. Um die Gemeinden zu einer erhöhten Tätigkeit auf diesem Gebiete anzuregen, und auch sonst die Er­richtung nicht gewerbsmäßige- R chtSauskunfts- ftellen für die minderbemittelten Bevölkerungs- frehe tunlichst zu fördern, ist für das laufende, . ,

Jahr im Etat der Handels- und Gewerbever-1 zuziehen waltung ein Betrag von 30000 Mark neu ein> --------■ — .......—-------

gestellt, auS dem neben Beihilfen zur Aus-1 ~ anlegen und den^Tumenfluß überbrücken, gestaltung der nicht gewerbsmäßigen Arbeits- Ermittelung erforderlichenfalls auch solche zur Errichtung und Unterhaltung der Rechtsberatungs­stelle» gewährt werde-i sollen. Es ist dabei in erster Linie an die Errichtung solcher Stellen durch die Kommunen — in Verbindung mit den öffentlichen Arbeitsnachweisstellen oder als selb- tlälldige Einrichtung — gedacht. Doch können Beihilfen auch an gemelnnützige Vereinigungen gewährt werden, die Einrichtungen der be­zeichneten Art ins Leben ru(en. Tunlichst wird für alle Gemeinden mit einer stärker.n Arbeiter- bevölkerung und in der Regel wenigstens für alle Großstädte mit 100000 oder mehr Ein­wohnern, in denen dem Bedürfnis nicht bereits in ausreichender Weise genügt ist, dir Ein­richtung einer besonderen nicht gewerbsmäßigen j allen Minderbemittelten ohne Rücksicht auf Kau­ft ssion, Organisation oder politische Parteizu- ;ehörigkeit leicht zugänglichen, mit dem erforder­lichen Personale besetzten Rechtsauskunftsstelle anzustreden ftin, die durch gleichmäßige Beteiligung rer Arbeitgeber und Arbeitnehmer an der Auf- rcht die «forderliche Gewähr für völlige Un< mrteilichkeit bietet und zweckmäßig in engere ober losere Verbindung zu den nicht gewerbs­mäßigen allgemeinen ArbeilsnachweiSstellen zu bringen fein wird.

Var Haus im Gebirge.

Erzählung aus der Gegenwart von K! a r a L ö t s ch e r t

Admiral Besobrasow

straße passiert habe, erging an die an der Ost- küste verkehrenden Kauffahrteischiffe eine amtliche

»Otto « J?e&et TSr-rngange steht in sehr eilte J8lid^a6tn' -Zur schwarzen Eister", unb an i£ Veit hervorragenden Atze des Baumes versinn- Schild diesin Namen. Es stellt einen kohl- Bogel bar, inmitten von ebenfalls schwarzen,

Sie träfen auch sonst Vorberetlunaen, die auf die Ar. kauft größerer Truppenm affen schließen ließen. , Unb aus Jnkau meldet die .Daily Chronrc'e': General Oku erwarte in Kaiping Verstärkungln, die unter dem Schutze von fieben japanischen Kreuzern landen. Auch nördlich von Port Arthur finden neue Landungen statt. Man erwarte in diel« Woche bedeutende Er- etgniffe.

*— Die Zentral. Auskunftstelle der katholischen Presse (C. A.) (WeiSmes, Bez Aachen) sammelt uns untersucht alle An­griffe aus die Kirche, ihre Institutionen, ihren K>erus tc., insoweit diese Angriffe angebliche Tatsachen (Fakta) betreffen. Man möge ihr geeignet erscheinendes Material als Drucksache (mit deutlicher Angabe von Titel, Nummer und Datum des betr. Blattes, nebst Adreffe des Ab- ienders) einsenden. — Dagegen werden kirchm- fcindlichs Preßerzeugniffe prinzipieller Natur, sowie apologettsches Material von Herrn Pfarrer W. Kriege in Windesheim (Nahe) für die 0. A. gesammelt und registriert. Herr Pfarrer Kriege ist gerne bereit, auf Wunsch für Zeitungs­artikel, Widerlegung oder Reden den Abonnenten der 0. A. das geeignete Material kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Nicht-Abonnenten zahlen ein geringes Honorar.

§ Die Verschiebtrug der Abreise des r«sfische« Miuisterpräsidenten Witte unr> feiner Begleitung aus Norderney wird darauf zurückgeführt, daß die für die Handelsvertrags- verhanslungen vorgesehene Zeit sich als zu kurz! für ihre wünschenswerte Förderung «wiesen har. Diese Begründung stimmt.mit der Tatsache üb«ein, daß die Verhandlungen zur Zeit weiter geführt werden. Aus der Aufichiebung d« Ab­reise ist der immerhin erforderliche Schluß zu ziehen, daß beiden Teilen ein möglichst gedeih- liches Fortschreiten der Vertragsverhandlungen am Herzen liegt. Das ,B«l. Tagebl.' will von maßgebender Seite bereits wessen, daß die Ver­handlungen zu ein« Verständigung in dem Sinne geführt haben, daß Rußland die Minimalzölle auf Getreide annimmt, während seitens Deutsch­lands dem ruffischen Viehverkehr entsprechende Erleichterungen zugestanden w rden.

*. Z«r Beschlagnahme der Postsache« durch die Russen berichtet die .Nordd. Allg. Ztg/, daß auf die infolge telegraphischer An­weisung vom Samstag in Petersburg er­hobene deutsche Beschwerde gegen die Weg­nahme der nach Japan bestimmten Post von Bord des „Prinz Heinrich" zunächst am Sonntag d'e Antwort ergangen fei, die russische Regierung habe noch keine amtlichen Nach­richten über den Vorfall, werde ab« mit möglichster Beschlmnigung die Angelegenheit untersuchen und Stellung dazu nehmen.

* Die Audienz der südwestasrikauischeu Abordnung ist nach der,N. Pol. Korr.' von vornherein mit dem Bemerken bewilligt worden/ daß der Kaiser die Farmer nach der Rückkehr i von der Nordlandreise empfangen wolle. Diese I Bestimmung log, wie die genannte Korrespondenz !

(Marga Brechten ) ------- (Nachdruck verboten.) Das Alles sieht so luftig au8. So wohlxewaschen das «aueruhauS, So morgeataullch Gra» und Baum, So herrttch blau der Berge Saum! Seht nur das Wölkchen, wie eS spielt «ud sich im reinen «ether wiegt! Goethe.

Auf b« linken Seite des herrlichen Rheinstromes mn «halb d« Mündung d« Nahe, zieht sich das engebirge des Hunsrück hin.

, Die flachen Seiten! Sl« zeigen wohlbestellte Ge «etöefelber, die sonnigen Abhänge find mit fruchtbaren «einbergen bedeckt. Hi« und da «heben sich noch Ueberrepe einer alten Burg, welche auf schrrffem Men erbaut, ihr verwittertes Gemäuer in den grünen «Uftrn der RheiurS widttspiegelt. Die Uf« deSsilb-n ^77..mit zahlreichen Dörfern und Städten besäe.; ochkn diesen und dem Strome selbst führt eine "reue, schöngebaute Landstraße entlang.

Rn. n, 7ncr Si'lle kitt d« Hunsrück etwa» zurück. itGÜin Kn» beiden Seite« jäh abfallend, läßt da» Gekirge IlWe1" für einen lieblichen Wiesengrund, und hier liegt,

n^?,/iuige Schritte von der Landstraße entfern-, ein f*fr freundlich ausgehendes Haus, von den