31. Jahrgang.
Mda, Mittwoch, den 20. Juli -904.
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MonatsbeUage: „$UlÖ(iet GejchithtsbMe^'. 8«nsprech^M.^
zu den Siait#ptfifungtn im Hochbau-, Bau Ingenieur- m d Maschinenbausach, 3) für das Siu- btum auf den Forst Akademien und für sie Zu- loffung zu den Prüfungen für den Forstverwal tungsdienst, 4) für das Studium des Bergsaches und für die Zulasiung zu den Prüfungen, durch welche die Befähigung zu den technischen Äemtern bei denBergbiHörden desStaateS darzulegen ist.
* Der rvsßsch'jspMische Krttg.
Aus Port Arthur erhielt dec Berichterstatter der Muss. Teleg".-Agentur' au# Liav jar.g einen sehr zuverfichtUch laufenden Brief folgenden Inhalts: Wir vertrauen hier General Stöffel. Seine Zuversicht auf den Sieg teilt sich allen Truppen und bit Bevölkerung mit Genera! Fcck, der gegenwärtig auf den vorderen Posistoren trotz des Andranges der Japaner aushätt, schiebt dadurch auf lange Zeit die Blockade Port Attdws hinaus. General Kondratjew befestigt Port Arthur mit jedem Tage stärker. Auf den Bergen, wo unlängst rocb Befestigungen für unmöglich gehalren wurden, sind jetzt Batterien und Schanzen errichtet und Geschütze großen uns kleinen Kalibers aufgestellt worden. Das Zusammenwirken der Generale macht Port Arthur zu einer unzugänglichen Festung. — Der Brief eines vndern Offiziers lautet noch zuversichtlicher. Die Rusten werden sicher alle Kräfte dem Ausbau der Befestigungen ton Port Arthur widme», der obige Brief aber sie t doch zu seh? nach Sttm mungsmache aus. Sollte es den JopaWrn gelingen, Port Arrhur einzunehmen, Lar» haben sie jedenfalls eine Heldentat ersten Ranges voll bracht.
General Kuropatkin sandte über den Kampf am 17. Juli dem russischen Kustr tin Telegramm, nach dem, um die Kräfte des Gegurrs festzustellen, für den 17. Juli tin Vormarsch gegen die feindlichen Stellungen in der Richtung auf Liavschanauan ungeordnet wurde. Der General Gr-ff K ller wurde cngewiesen sich nicht unter allen Umstünden der Söffe zu be- mächngen, sondern ensprechend den Streitkräften des Geaners zu handeln. Nach einer ausführlichen Schilderurig des Kampfes um die Päffe heißt es zum Schluß des Berichtes: Gegen 3 Uhr nachmittags hörte der Kampf auf. Die Truppen kehrten nach Thawuan zurück. Dem Vorrücken der Japaner wurde vor dcm Tal des Lanhe Einhalt getan auf einer von uns eingenommenen und behaupteten Stellung. Infolge der ohne Schlaf verbrachten Nacht und des drückend heißen Tages waren unsere Truppen sehr ermüdet. Sie waren mehr als 15 Stunden ununterbrochen auf den Beinen gewesen. Die Verluste sind nicht genau festgestellt, doch berichtet General Graf Keller, daß sie mehr als 1000 Mann betragen. Besonders hat d.L 24. Regiment gelitten. General Graf Keller rühmt besonders dos Verhalten der Kommandeure des 24. Regiments und des Regiments Jele», deffen Kommandeur cm Fuß ernstlich verwundet wurde, aber bis zum Schmß am Kamps tettnahm.
Berlin, den 19 Juli 1904.
*# Der deutsche Kronprinz wird, wie die Braunichw. LanÄesztg.' meldet, tm Herbste eine Weltreise antreten, und zwar auf dem Kadetten-Sch-llchiff „Charlotte", das im Herbste eine neue Wsreise antritt.
», Overhsfmeister Freiherr v. Mirbach hatKedrnen verlaffen und ist nach Berlin zurück- qchhrt. Der ,Berl. Lok. - Anz.' erklärt die Angaben der.Korrespondenz Dettborn' über die angebliche Unterredung mit ter Kaiserin für E-fte- duug. Es wäre, meint der .Reich# botest gut. Bann den Urheber derselben festzustellen, was bei dieser vielgebrauchten Korrespondenz kaum schwer halten kann.
* Die Abreise des Herr» vo« Witte aus Norderney, öte für heute ober morgen geplant war, rott3 wahrscheinlich erst am Donnerstag erfolgen. Die Salonwagen waren schon bereit gestellt, aber während der Nacht kam Gegenbefehl. Der Gmad der Aendelunq ist nicht be» kamtt. lieber den Stand dec Bei Handlungen verlautet nichts. In russischen HandelSkreis-n zirkuliert, wie telegraphisch gemeldet wird, das Gerücht, das Ergebnis der Verhandlungen fei in Frage gestellt. Herr von Witte werde zurückkehren, ohne die Verhandlungen ubge- schloffen zu haben. Auf solche Flaumackerei braucht man indeffen nicht viel zu geben. Nach einer Melkung ans Paris wird Herr von Witte sich nach Abschluß seiner Mi fion in Deutschland nach der französischen Hauptstadt bezevkn. Sein dortiger Aufenthalt werde vielleicht mit der Auf nähme einen: neuen russischen Anleihe in Frankreich irr Zusaw.menhana sichen,
* Das neue Anfiedluugsgesetz ist noch nicht i» Kraft getreten und Loch wirkt eS bereits Polnische Blätter melden: „Der Bauer Augustiniac aus K kowo hat von einer polnischen Parzevie- rungsbank ein Grundstück gekauft und mit be> hördlicher Genehmigung darauf ein Gebäude auf« geführt. Auf seinen an die Behörde gestellten Antrag auf Bauabnahme zwecks Feuerversicherung • erhielt er vom Distriktskommrffar in Komormk den Bescheid, der Baukonsens sei zurückgezogen und das Weiterbauen verboten bis zu dem Zeitpunkt, wo die P rrzellierungSbonk bete: Kreis aus- schuß die Errichtung einer Ansiedelung werde »achgesucht und die Erlaubnis hierzu werde erhalten haben. Im Falle Znwide handelns werde eine Geldstrafe von 60 Mk. oder 6 Tage Haft festgesetzt werden. — Wer hat denn den et teilten Baukonsens zurückgezogen? Der Distriktskom- miffar ist doch dazu nicht befugt.
§ Der Königsberger Hochverrats- «nd Geheimbu^dsprozetz hat ganz das Aussehen, als wolle er sich, dank der Ungeschicklichkeit seiner Veranstalter, wieder zu einem Triumph für die
Sozialdemokratie gestalten. Eine Ver chwörung auf offenen Postkarten, als welche sich dieser „Gebrimkund- für bnt Schrchenschmuggel schon zu Anfang herauSgestillt hat. bat von oo «herein etwas originelles. Drß deutsche Beh rden sich bei der russischen Regn rang um die Stellung eines Straf intrageS gegen deutsche Staatsbürger bemühen, hat gerade auch nichts erbauliches^ Ebensowenig die Gefälligkeit der Zolldehör -en, die der Polizei verdächtig auSsrhende Sckristen überliefert, die dieser dann noch vom rrssischen Konsul falsch übersetzt werden. Wir wollen indes auf diese Dinae einstweilen nicht ttrgrhen, sondern den w iteten Verlaus ces Prozeßes ad- warten. Was aber auf das t öchste befremden muß. ist der Umttand, daß man den Prozeß an» gesungen zu haben scheint, ohne sich vorher darüber zu vergew ffe:n, ob es auch eine rechtliche Unterlage dafür gibt. Die Verteidigung hat behauptet, die Anklage sei erhoben worden auf Grund einer falschen, von' dem russischen Generalkonsul in Königsberg gelieferten und von der rusfi'chen Botschaft bestätigten falschen lieber, setzung des russischen Strafgesetzbuches, und diese Behauptung scheint richtig zu sein. Erstlich redet der § 260 des Strasgesekbuches, auf dem es hier ankommt, gar richt von der Majestättbelei- d-gung durch Wort ober Schrfft, sondern von einem tätlichen Angriff auf die Ehre des Zaren, von dem bei dem Schriftenschmuggel doch nicht die Rede sein kann. Bon der Maj°stättbtteidi gung ist in anderen Paragraphen die Rede, und dafür ift von russischer Seile Gegenseitigkeit gar nicht gewährleistet. Nur wenn solche Geaen- seitigkeit besteht, Lnn aber nach unserem Strafrecht ein Deutscher wegen Beleidigung eines fremden Staatsoberhaupt! s verfolgt werden Außerdem hat auch noch die amtliche lieber- setzung des gar nicht ar wer t baten § 260 daS wichtigste ausgelassen: D:e Gegenseingkeit, hecht es da, muß auf Grund von Verträgen ober tietüber veröffentlichten Gesetzen vereinbart sein. Von einem solchen demsL-russtschen Vertrage oder etner-s solchen russischen Gesetze weiß aber nie: manb etwas. Der Gerichtshof hat nun be- schloffen, sich beim Auswärtigen Amte Auskunft darüber zu holen. Sie wird wohl verneinend ausfallen. Dann können die Sozialdemokraten abermals von ihrem „Schwimmglück" singen. Ihre Preffe hat ohnehin schon genug Kapital aus dem leid gen Prozeffe geschlagen und die geschickten Vertetdiger liefern es ihr in Menge. Muß man denn im Kampf gegen die Sozialdemokratie um jeden Preis Unvorsichtigkeiten begehen? Zumal in diesem he-klen Falle hätte man doch ganz besonders vorsichtig zu Werke gehen muffen.
** Mit dem Senate von Bremen ist die gegenseitige Antikennung der von den preußischen Ober - Realschule» und der von der Ober- Realschule in Bremen ausgestellten Reise- zeugniffe vereinbart worden. Die Reifezeugniffe der Ober-Realschule in Bremen werden in Preußen anerkannt als Nachweise ausreichender Schulbildung 1) für die Zulassung zur Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen, 2) für die Zulassung
Dn Achtunimttjjgtt.
•ixe rheinische Geschichte von Wilhelm Ruland.
Ü ------ (Nachdruck oetbctea.}
^Schluß)
Gertrud sah ihm kopficküttelnd nach.
Der Brie? war von fremder Hand, adressiert an Herrn Johann Bühl. Ein Schneidecmeister 'au8 GadeS- l c, harte ihn geschrieben auf letzten Wunsch seines -helfen, dec gestern an der Schwindsucht gestorben te Er habe chn in der Todesstunde gebeten, dem H ru Buhl zu schreiben und ihn zu bitten, seine l". ett Grüß« der Gertrud zu überbringen. Er würde, 6,1 « ihm Gott gnädig sei, drüben viel für sie beten, a® daß <8 ihr wohlergehe aus Erden. Sie aber «v r auch seiner im Gebet gedenken.
Gertrud zerknitterte krampfhaft den Bries, auf den große Tropfen gefallen waren.
Nordende der Stadt Bonn stand in den fünf« svJL t cm Rheinufer ein elendes Häutchen. tnHn»?at e ein ehemaliger Achtundvierziger Reoo als Einsiedler zmückgezogen, und das gekommen: am Rhen auf einer Bank in °e» alten Römerwalles war jener gefesien ein kläglicher Haimatlofer.
Iwärlet von weiland hatte der hochweise ZT?®']™Wiederaufbau seines zerstörten Heim- »chens aus G-ünden des allgemeinen Wohles unter ®c ötollle nicht über dar drakonische Verbot. Svl” a! Fedies fett der letzten Zeit gar wenig am «on^an diesem elenden Leben mit all seinen Plachereien.
ein anderer des WrgS gegangen, ter eSu? *xt ”” Rlesenschnurrbart uno den Negerlippen. Lr Bühl die Baickoiizesfion verweigert!
■SL ,°ie er, der Lippenhenn. Er war erstaunt, V«n so gelaffen zu finden.
.Am liebsten möchte ich wieder inS Gefängnis gehen", sagte B»hl fioster, ohne auszuschauen. Ter Lippenhenn lachte laut auf. Der andere ertrug es ruhig. »Oder in Wüste hinein; da, wo es keine Meeschen gäbe", m-inte Bühl.
„Du bist verrückt, Hannes!" sagte fein Genosse.
Bühl schmieg
„Hier am Rhein mußt Du bleiben!" rief der Lipperchenn energisch. Sie wanderten fürbaß am Ufer hinab. Nach einer vierte!stündigen Wanderuna, die sie auS dem W ichbild der Stabt geführt hatte, fitzten sie sich nieter. Es war ein ruh'ger Ort: vorn der Fluß, ring; freies Land, im Rücken geschützt durch Weiden und anderes Strauchwerk G gen die Stadt zu eine wundervolle Fernsicht auf die vordersten Kuppen des Siebengebirges.
Hier möchte er eine Hütte haben, meinte Bühl, und der L ppenhenn stirrmte ihm begeistert zu. Er rerfprach ihr-, brr ibn ungläubig ans ah, seinen und der Freunde Beistand.
Am anderen Morgen stand auf d r Stelle an den Werden ein Hänichen. I > einer Rachi hatten'- die Eackträ^er ihcem ehemaligen Oberst gezimmert ®ie Bonner Spießbürger kamen und schüttelten die Köpfe, «tthl aber d ückie dem Lippenhenn mit stummen Dank die Hand. Hat bann Abschied genommen uon fei ten Freunden und oie Einfied lei bezogen.
Tage und Monate find vorübergezog-n. Der Mann i ; der Weide»Hütte ist immer ab eschttssener und allmählich auch seinen Fieuvden mehr und mehr entfremdet worden Zur Sradt ging er nrcht mehr. Einige Ziege« batte er fich erworven und etliche Hühner dazu. Eine gutherzige Rhtt dcrfer Bauersfrau veräugerle ihm 'ie Eter auf dem Markt zu Bonn und brachte ihm dafür die notwendigen B dürf- niste für seinen spörliche« Hiushatt mit. Er wunderte sich wohl mit unter darüber, daß eine anbei e brr Stau Geld zusteckte, damit der alte Mann — Bühl war witilerweile grau geworden — keinen Mangel leide: Gertkud. Sie erschien von Seit zu Zett bei
dem Einfiedler am Rhein und brachte iür einige Siundeu Sorneilschein in die Hütte. Stets trug sie eine k eine Ueberraschur g bei sich, bald einen HauSbaltungsgegenstasb, bald eine Bereicherung seiner ka g-n fiüch-, uvb jebekmal blieb bei ihrem Fortgehen ein blanker Taler mff dem Tisch liegen. Ec halte fich wohl em? gisch und ehrlich d gegen cesträubt; acer es hindert nich, d.ß fie eS da? nächste Mal wied-.r tat. Er zerdra« fich den Kopf darüber, wie er dem guten Mädchen auch einmal eine Freude wachen könne; aber ihm fiel nichts ein. Einen prächtig-« Mu sisch hatte er eil es Tages gelange ; den, bat er, moste fie anrehmsn. Sie sträubte fich lächelnd, Han elte mit ih.n b.s auf die Hälfte, und er war überglück.ich
An demselben Tage ab-r nurbe seine aute Laune se^r getrübt. Er Halle fich um die A enbftunde nochmals zum Fiche« hingefetzt; ba sah er etwas in den Weiden hängen. Die Willen hatten'- währenb er btinntn n.it btt Gertrud saß, herangeschwewmt; eine hrlboerweste Leiche war's Bühl stieß einen letscn Rus aus. Der Ertrmüene war einer seiner ehema-ige« Kumpane von der Lugmauer am Römer» wall, der Korn»Willen, eine treue Sette a s ter Sackträgerzunit, nur dem Branntwein *u sehr ergeben. Bor einigen Wochen hatte Bühl von Gertrud gehört, der arme Willem sei, al» er die Ladina eines Kohlen» sch ffe» habe löschen helfen, auf der Plm.ke ausgeglitten und ertrui.ken. Er war etwas angeheitert gewesen.
A > dem Tage Hot ter alte Bühl wieder gebetet; daS hatte ec feit Jahren nicht getan. Uno von dem Tage an begann Bühl an das zu denken, woran ihm früher nie der Gedan'e gekommen war: an fein Ende.
ES wüste doch kantig feip, hier einsam zu sterben, so über Nacht, leinen Menschen in der Nähe; keinen den man lieb habe, um fich. Später wie gewöhnlich und mit trüben Gedanken legte sich der Sinfiedler am Rhein nieder, ßum erstenmal tot eS ihm leib, in
• «onbon, 19. Juli 19C4 Der .Daily Stall' wird ans Aden von »estein «emeldel: Der Kapitän der .Petersburg* fo:beite die b ittfchen politischen Ver» tretet in »den durch den Kap tän der „Sßiipara" auf, an die Konsuln in Suez und Port Said zu tele» graphiiren, daß er jedes englifc^e Schiff be» schlaanakmen werde, auf welchem der I"va11 der Pakete nicht deutlich au8 dcm Landungsverzeichnis ei sichtlich wäre.
Die Angelegenheit kam am Montag im englischen Unterhause zur Sprache. Dort fragte Lanoie (toni) an, ob die Regierung ihre Aufmerksamkeit auf die Durchsuchung englischer Schiffe durch das russische Schiff „ißet rsburg“ gelenkt habe und ob der „Petersburg" dasselbe Steiff fei, das unter russischer Handtttflrgge den Bosporus passiert hake. Unterstoatssekretär Earl Pei cy erwiderte cuf eine A- frage, daß der Gegenstand von größ'.er Wihtigkttt fei und die Regierung ihm ihre bcfondere Aufmerksam» keit zuwende; da fie aber noch richt volle Kenntnis von dem Taibefiande habe, so möchte er bitten, daß Laurie feine Anfrage bis Donnerstag vertage.
Japanische Schlauheit. Tie Japaner benutze» im Artilleriikamps, wie von englischer Seite behauptet wird, einen eigenartigen Trick, der ihnen gleich von vornherein einen großen Vorteil über dir Ruffen verfchefft. Sie bringen nämlich eine Anzahl hölzerner Geschützuach» ahmungen in die Feuerlmie, die durch entsprechenden Anstrich täuschende Aehniichkeit mit wirklichen Geschütze« erhalten, und postieren fie so, daß fie die Ruffen leicht bemerken können. Diese eröffnen natürlich sofort das Feuer gegen die hölzernen Batterien und denmskreren ihre Stellungen, sodaß die Japaner bald heraus» ftnben, rocbht fie ihr Feuer zu richten haben. Die kurze Zeit, die die japanische Artillerie da» durch im Ferergeftcht roraus hat, genügt bei ihrer außerordentlichen Treffsicherheit oft, um entschridende Erfolge zu erringen.
W. Loudon, 20. Juli 1904. W.e dem Reuter scheu Bureau aus dem Hc.uptquartier des Generals Kuroki über Fusan vom 18. Juki gemeldet wird, verloren die Japaner am 17. Juli in der Schlacht am Motienpafse 300, die Russen 2 000 Mann. Die Japaner seien eine Brigade und ein Bataillon stark gewesen.
W Petersburg, 20. Juli 190^5 General Kuropatkin meldet an den Kai er: Die Japaner räumten in der Nacht vom 15. auf den 16. Juki den Pohanlinpaß. Ihre Vorposten nahmen zwei Wtrst südlich von Pohanlin Stellung ein. Ter Siakaolinpaß auf der großen Straße nach Liaujang und die Höhen südlich des Paffes werden von einer ziemlich starken japanischen Abteilung besetzt gehalten.
W. Schanghai, £0. Juli 1904. Der heute hier aus Weihaiwei eingetrcffene Damsser „Lienshing" metdtt, er sei unterwegs dem englischen Dampfer „Peipin g" begegnet. Dieser übermittelte ihm durch Signale die Bitte, den verbittertem Trctz bies ftetrblose Dasein arg»fange« z« haben. Dock ändern fick w rrde er feinen Lebenslauf nimmer. Zum Glück hielt bitfe Kirchdofstimme auch nicht lange an. In ruhigem Gleichmaß zogen Wochen und Monats hin. Jeden Sonntag kam Gertrud, die getreue, und weder Wind noch Weiter hielt fie von dem Besuche ab, in d m fie sich sehnsüchtig erwartet wußte. Bühl kam ihr stets auf halbem Wege entgegen.
Eines Tages kam er auinahmswe.se nicht. Als Gerttud mit einiger Beklommenheit in das Häuschen trat, sand fie ihn in heftigem g ebet aif dem Lager. Zur Seite stand die ihr wohlbekannte Rhcmborfer Bauersfrau mit chrrm sechsjährigen Buben Sie erzählte verstört und schluckzend, während das Kind sich scheu hinter ihcem ßlttbt «erstickte, ihr Junge sei gestern, während, Bühl mit ihr vor der Tür gesprochen, plötzlich voo der Sandbank drüben vorm HauS in ben Rhein gestürzt. Ter gute Herr Bühl habe ihn mit eigener Lebensgefahr auS dem Waffer herauSgeholt, wofür sie ibm ewig banke. AIS fie aber heute morgen nach btm Kirchgang gekommen fei, um ihm einen gebratenen Hahn, einen Bauer «weck und eine Flasche Wein als Beweis ihrer Dankbarkeit zu brir gen — sie wies auf den Korb am Boben —, ba sei Bühl ftöstelnb im Bett gelegen. Er habe fich wohl erkältet unb chr Bube sei Sckulo daran. Hier begann der Knabe bitterlich zu weinen.
Gertrud hatte den Schluß längst nicht mehr gehört. Sie war cuf da- Sager zugfftürzt unb beugte sich zitternd über ben Dc lügend en.
.Vater!"
DaS Weinrn erst ckle ihre Stimme. Bühl öffnete die Sagen unb lächelte fie matt an.
.Gertrud", sagte er weich, ich habe ein gute» Werk vollbracht; nun möchte ich gern Reibe«-"
Sie schalt ihn scherzend unb bemerkte «» Besorgnis ben Schwttß aut seiner Stirn. Sie iühl.e feinen Puls unb sagte, inbem fie ihre St rome bemeisterte: .Morgen könntest Du wieber aufstehen,