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31. Jahrgang

Zulda, Montag, der» 18. Juli 1904,

M 161

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I

LLeMche^eich^

„Namensgenoffeu" gewesen fern, denn, natürlich alles rech: ist, was Den Christen nicht billig ist,"

überhaupt zuwider ist und weil sie in Frhrn. v. Mirbach der „Orthodoxie- einen Stob ver­setzen zu können glaubt. Die „orchodox-rn" Blätter, die den Oberhofmeister tadeln, stehen durchaus nicht alle auf Seiten StöckrrS. Der .RetchSbote' z. B., der Herrn v. Mirbach als Mitstreiter gegen „Rom" so gern in Schatz uebmsn möchte, sich daran aber durch die Tatsachen ge­hindert sieht, hat hinter dem Angriff des „Volk" auf ihn persönliche Mißstimmung Stöckers gesucht, ist hier also keineswegs ein Vertreter der Sache Stöckers. Was uns angeht, so würde die ganze Geschichte für uns nur wenig Jntereffe haben, wenn nicht Frhr. v. Mirbach die hohe Stelle am Hofe der Kaiserin bekleidete und durch sein Vorgehen, ohne daß er ahnte, die monarchischen Gefühle des Volkes schwer geschädigt hätte.

Berlin, den 16. Juli 1904.

* 400 000 Mitglieder des Bolksver- eins. Das neueste 5. Heft der Volksverems- Z.itschrift bringt d'e Mitteilung, daß das vielte Hunderttausend der Mitglieder des Vo'.ksoereins ff?r das katholische De"tschland überschritten ist. Im Lause des letzten Jahres sind 100000 neue Mitglieder gewonnen. Seit einigen Jahren drängt offenbar der DolkSverein durch das Schwer' gewicht fetter unleugbaren Notwendigkeit und seiner erfolgreichen Tätigkeit vorwärts und bricht sich auch in solchen Orten und Bezirken Bahn, die sich jahrelang von ihm fernhielten. Der VolkSverem wächsstso zusehends>zu einer katho­lisch-sozialen Volksbewegung aus, ein Ziel, das Windthorst bei dessin Gründung rwr- sch webte. Auch im Auslaid- findet deshalb der Volksverein ausm-rksamr Beachtung; in Holland, Krank-eich, Luxemburg, Kärnten, Irland und Nordamerika find nach seinem Muster verwandt- soziale Orgavisatione» geschaffen. — Unter den Artikeln des neuesten reichhaltigen Heftes der Vereins - Zeitschrift, das eben an die M'tglieder verteilt wird, oeibiert besondere Beachtung jener mit dem Tüel: „Arbeite mit und zahle für keine Partei!" Ausführlich wird ferner u. a. behandelt die Fürsorge für die Eisenbahn Unter- beamlen und .Arbeiter. Die neueste Vereins- Chronik weist für di; kurze Zeit vom 28. Febr. bis 20. März 243 Versammlungen des Volks- verrins nach. Ein iaterrssartes soztales Feuilleton schlicht das Heft.

* Ein deutscher Postdampser iß von den Russen a»gehalten und durchsucht worden. Der Dampfer „Prinz Heinrich", der am Samstag in Aden etuaetioffen ist, wurde am Freitag nachmittag? 2 Uhr von dem russischen Hilf>'reuzer „Wmolenek" angehoüer-. 31 Säcke mit Briefen, 24 Postpakete Ballen, die für Japan bestimmt waren, wurden von den Stuften milgenommen. — Bekanntlich geschah das­selbe während des Burenkrieges von englischer Seite. Damals hat die deutsche Rezierunz so­fort energisch Protest eingelegt und zwar mit Erfolg. Natürlich wird auch jetzt gegen dieses Verfahren Einspruch von bet deutschen Regierung erhoben werden. Auf das Tempo und den Nach, dr -ck, mit dem dies geschieht, wird die Lffm.r- liche Mrirmchg mit Jntereffe achten. Die Rechts­frage scheint ziemlich klar zu liegen, denn die internationale Praxis des Seerechts weist den neutralen Postdompserrr eine Ausnahme­stellung gegenüber eßen anderen Schiffen an und sagt ausdrücklich, daß solche Postrampfer unter neutraler Flagge, wenn sie nicht tatsächlich als Depeschenschiffe im Dienste des Feindes segeln, nicht angehalten werden dürfen, und daß ihre Postsendungen der Beschlagnahme nicht unterliegen. ES sei denn, daß klare VerdachtS- gründe einer Verletzung der Kriegsgesetze inbezug auf Kontrebands und nerrtralitätswidrige Leistungen vorliegen, und zwar müßten in diesem Falle die Postsäcke uneröffnet weiter befördert werden.

* Die Niederwerfung des Herero AufstandeS macht doch viel größere Schwierig- keilen, als man es sich anfangs voraestellt hat. Der Gouverneur von Sürwestasrika, Oberst Leut wein, hat nach der .Germania' kürzlich dem Hauptmann o. D. v. Perbandt ae- schrieben, daß die Herero kein Pardon wollen und daß dieser Krieg noch zwei Jahre dauern wird.

** Der bisherige erste Sekretär bei der Kaiser­lichen Botschaft in Wien, Legationsrat Graf Botho v. Wedel ist zum Generalkonsul in Budapest ernannt worden und wird in dem bisherigen Sekretär bei der Gesandtschaft in München, Legationsrat Grasen v. Schwerin, einen Nachfolger erhalten. An Stelle des letztere»

* Vrr mMch-japarryche MiG-

Als eine Lügennachricht entpuppt sich die russische Meldung von dem Sturm der Ja­paner auf PoN Artrur am 11. Juli und ihren Verlust dos 30000 Mann. Von Tokio wurde am Freitag eine bereits von uns veröffentlichte japanische Mitteilung verbreitet, nach welcher bte Nachricht, daß die Japaner während eines nächt­lichen Angriffs am 11. Juli auf Port Arthur mit einem Verlust von 30000 Mann zurück- geschlagen seien, jeglicher Begründung entbehrt, da, abgesehen von kleinen Vorpostengesechten, überhaupt kein ernstlicher Angriff auf die russischen Stellungen an jenem Tage gemacht worden ist. — Es bleibt jetzt nur noch das Preisrätsel zu lösen: Zu welchem Zwecke mögen die Russen die Tatarennachricht verbreitet haben? Ist die russische Heeres­leitung silbst angeführt worden oder wollte sie andere täuschen?

Der Zar nahm in Slatoust und Samara noch weiter Paraden ab über die für den Kriegsschauplatz bestimmten Truppen und segnete diese mit Heiligenbildern. — Die Abreise des Zaren nach dem Innern des Reiches war, rote dr,T. Rundsch.' berichtet wird, tn Petersburg verheimlicht worden. Es war ein ganz persön­licher Entschluß Nikolaus II, den ins Ferd ziehenden Kriegern den Abschiedszruß zu ent« b eten, da die früher für August geplante Reise des Kaisers nach dem Kriegs- schauplatz anscheinend enbgiltia aus- gegeben ist. An der Aufgabe der Reise ist der schleppende Verlauf des Krieges schuld, den man in Petersburg nicht erwartet hatte.

Die ruf fischen Spitzbübereien beim Roten Kreuz und den übrigen patriotischen Unternehmungen werden nach der ,T. Rundsch. durch die Peier^buryer Blätter ausgedcckc. Die Cheissonfche Geuoernements Landschaft spendete 300000 Rubel, und zwar 100000 Rübe:'für das Rote K-euz. 100000 Rubel für den Flotien- brufonds und 100000 Rubel für die Familien verwundeter oder toter Krieger. D:e Stisrung wurde vor mehr als 2 Monaten gemacht und die Landschaft war damals fest davon uoer- zeugt, daß das gespendete Gttd bald fernen Be­stimmungsort erreichen werde. Völlig überrasch- wurde nun in den ersten Tagen des Juni drr Cbersonsche Gouvernements-Adelsmarschall durch em Schreiben des Dirigierenden der Kanzler oer Kaiserin Alexandra, das die A? frage enthrelt, wo sich die für die Flotte gespendeten 100000 Rubel befänden, da sie der Kanzler nicht zu- gegangen seien. Sofort wurde durch den Adels- marsckall festgestellt, daß die bezüglichen Summen unter genauester Angabe ihrer Bestimmung lau der vorhandenen drei Quittungen am 9. ^pr". bar und richtig bei der Rentei emgezahlt fe'.en. Soweit die'Blätternachricht Eine Ausk-arung ist bis jetzt noch nicht erfolgt, trotzdem die Kanzlei schon feit 3 Wochen Kmrttnis von der Unterschlagung hat. Entweder sucht matt nach der Summe, die sich irgendwo verkiummel«. ya., oser man will den Spitzbuben nicht an den Pranger stellen, weil er vermutlich in sehr hoher Stellung ist. Unter solchen Verhältnissen darz man sich nicht wundern, wenn in Petersburg das übertriebene Gerücht geht, es seien btä ptzt beim Roten Kreuz an Geld und anderen Spenden nicht weniger als 20 Millionen Rubel abhanden gekommen!

W. Petersburg, 18. Juli 1904. Wie Ssacharow dem Generalstabe vom 16 Juli meldet, besetzten nach einem Scharmützel mit einer Freiwilligrnabtrilung am 15. Juli zwei japanische Kompagnien den Pchanlinpaß. Rach Aussagen von Kundschaftern stehen am Dal in paß g?gen 3000 Japaner und bei Wandstapudsa gegen 4000 Mann japanischer Infanterie. Der Feind fährt fort, dje Päsie zwischen dein Fnffch«ttiu- und dem Modulin- paß zu befestigen. Den Sigoulinpaß hält eine Abteilung der japanischen Vorhut besetzt.

W. Petersburg, 18. Juli 1904. Em Telegramm d-8 Statthalters Alexejew an den Kaiser vom 14. Juli besagt: Nach Berichten aus Port Arthur vom 5. Juli wurde am 3. und 4. Juli auf item rechten Flügel der russischen Verteidigungslinie um den Besitz der Stillungen bei Lunwantang gekämpft. Gegen Abend wurde der Feind zurückzdrängt. Diele von seinen Befestigungen wurden von den Russen genommen. An beiden Tagen liefen

tritt der zweite Sekretär bei der Botschaft ia Konstanttnopet, Frhr. v. Werthern, welcher in Konstantinopel durch den bisher im Auswärtigen Amte beschäftigten Legattonssekretär v. Kamnitz ersttzt wird.

* Aalesuud Wystyteu-Slupia, 17. Juli 1904. Durch eine Feuersbr unst sind am 9. Juli in dem armen posenschenKirchdorfe Stupia im Kreise Rawitsch 70 Gebäude in Asche gelegt und Hunderte von Menschen obdachlos gemacht wor­den. Von einem Emgreifen der Staatsregieruug hört man jedoch nichts. Der liberale Graudenzer .Gesellige' ist darüber sehr erbittert und macht sehr anzügliche Bemerkungen. Mit Rücksicht auf den Aufenthalt des Kaisers in der norwegischen Stadt Aalesund schrieb das nationalliberale Blatt: „Von diesem großen Feuer ist wohl die Kunde bis zum Könige von Preußen noch nicht gedrun­gen, sonst wäre sicherlich von Bord der „Hohen- zollern" aus der Befehl ergangen, dem königlichen Mitgefühl und der landesväterlichen Fürsorge einen sichtbaren und praktischen Ausdruck zu geben. Der Artikel des Blattes stellt dann die drei Brände in Aalesunv, in dem russischer GrenzorteWystpten und in dem preußischen Dorfe Slupia in Ver­gleich und schließt mit folgender Mahnung an den Minister des Innern, Freiherrn v. Ham­merstein: „Vor nun bald drei Jahren, am 2. Oktober 1901, ritt der deutsche Kaiser und König von Preußen Wilhelm II. von Rominten in russischer Uniform nach dem Grenzorte Wystyten und hielt auf dem Marktplätze vor der russifchm Bevölkerung eine Ansprache als Freund und „Beauftragter" des Zaren, er überbrachte 5000 Rubbel und führte aus: „Ihr erseht hieraus, wie das Auge Eures erhabenen Landesvaters überall bis an die Grenzstädte seines großen Reiches reicht, und wie sein gütiges warmes Herz für seins noch so entfernten Untertanen schlägt." Herr Minister Freiherr v. Hammerstein: Wystnten! Aales und! Slupia!" — Hätte Slupia das Glück, im AuSlandr zu liegen, so würden sich tausend Börsen für cs öffnen und Hunderttausend-: von Mark würden rasch gespendet werden. Ab:r es liegt im Posenschen; da lohnt es sich nicht, len Beutel zu ziehen, für die Regierung natürlich auch nicht. Die hielt es ja vor einem Jahre nicht einmal sür nötig, den Ueberschwemmten in Schlesien zu Hilfe zu kommen. Das polnische Nest muß sich selbst helfen oder wenigstens war­ten, bis der Kaiser zurückkommt.

% Nach der .Deutschen Warte' ist der Ab­ordnung der südweftnfrik«nische« Farmer unter dem 23. Juni amtlich mitgeteilt werden, daß sie vom Kaiser empfangen werden würde, was eine Unterbreitung. eines Audienzaesuches durch die Reichsbehörden vorausfetzt. Die in Deutschland weilenden Farmer haben tatsächlich bis zur Abreise des Kaisers auf eine Weisung wegen Empfanges gewartet, uns da üch ein solches bis dahin nicht ermöglichte, muffen sie bis zur R.ckkunst des Kaisers hier verweilen.

() Gegen die koufessio zellen Siudeaten- verdindunge» macht sich an verschiedenen Universitäten und Hochschulen unter den Stu- deuten wir unter den Behörden eine Bewegung geltend, die sich bei Lichte besehen, als ein Akt grober Verletzung der Gleichberechtigung ent­puppt, indem die Anariffe und Vrrbote sich nur gegen katholischrKorporationen richteten. Der Wingolf hat demgegenüber darauf hin- gewiesen, daß er keine konsesfionelle Verbindung sei, sondern auch Katholiken unter sich zähle. „Trifft das gleiche auch," sagt die .Kreuzztg.', „auf die verschiedenen jüdischen Korporationen an unftren Unmrfi'äten zu?" Und sie ant­wortet: „Wir glauben kaum. Es gibt einen Kartell-Konvent (K. C) der „Tendenzoer. birchungendeutscher Studenten jüdischenGlaubens", wis^r sich ausdrücklich nennt, er gibt „unbedingt Satisfaktion, ist vertreten in Berlin (Soreoia, Farben: gelb-wetß-schwarz usw), Bonn (Rheno- Suesia, Farben: hellblau geld-swwarz), Breslau (Thuringta: schwarz blau-rot), Heidelberg (Sa- uaria: violett-weiß-gold), München (ßicarta: dunkelgrün-weiß-schwarz). Dam kommen noch eine Anzahl anSerer jüdischer Verbindungen rote in Berlin (Hasmonea), Breslau (Normania) und anderswo; endlich noch „Vereine" jüdischer Stu- t>mten. „Unsere liberale Preffe war F-uer und Flamme sür die Aufhebung kon­fessionell katholischer Verbindungen. Aber von den jüdischen Korporationen ver­lautet kein Wort! War dieS Schweigen nur begründet in der an und sür sich dmchauS richtiger, Erkenntnis, daß die Juden eben nicht einer Konfession, sondern einer besonderen Re­ligion angehören, oder meinte man gar, es han­dele sich hier um Verbindung einer besonderen Nation, so würden wir uns darüber freuen. Es entspräche aber gar nicht der üblichen Praxis unserer juboliberalen Preffe. ES rorrd also wohl die bekannte Hochochrung vor den

* vsn den Eeldsammlungen des ßrhrn. v. Mrbach.

I« das Konto K. kommt jetzt etwas mehr Licht durch einen von der .Köln. Zrg.' veröffent­lichten Briefwechsel zwischen Geheimrat Budde, dtt' in dem Pommernbankprozeß zuerst von diesem Konto gesprochen hat, und Freiherrn , Mirbach aus der Zeit vom 8 bis 15. Juli. Auf die Ansrage Buddes, ob er Kenntnis oder Vermutung habe, von wem oder sür welche Pr: fönen oder Zwecke die 325 000 Mk. (mit Zinsen 327,358 Mk.) erhoben sein körnten, über die Frhr. v. Mirbach quittiert hatte, ohne sie rwpsanaen zu haben, erwiderte dieser, über den Verbleib sei ihm nicht das geringste bekannt. Wenn das Geld wirklich der Kaffe der Pommern- dank entnommen sei, so könne et nur vermuten, daß die Direktoren Schultz und Romeick es et- hoben hätten, „da sie sich hierzu wahrscheinlich für berechtigt hielten, nachdem ich auf die Stiftung verzichtet hatte". (Der ahnungslose Engel!) Ihm gegenüber hotten sie stets erklärt, daß sie das Gels aus eigenen Mitteln auf daS Konto K. (Kirch envau verein) einbezahlt hätten.

Gleichzeitig teilt Frhr v. Mirbach mit, die unter (einer Leitung stehenden Stiftungen und Vereine hätten in Erwägung gezogen, die von den Pommernbankdirektoren gespendeten Gelder „ssweit zuröckzuzahlen, als die Pommern­bank durch diese Spenden nachweisbar etwa Verluste gehabt habe".

Herr Budde erwiderte, er könne, da die Bücher nichts darüber ergäben, nicht Nachweisen, daß d:e 60 000 Mk., die Frhr. v. Mirbach nach seiner Aussage vor Gerichr erhalten habe, der Pommerrbank ober bei Immobilien-Verkehrs- dank entnommen seien, und würde, wenn es der Fall wä.e, nicht behaupten können, daß «e Powmernbank um diesen Betrag geschädigt worden sei. Bon der. 150 000 Mk. u-ib 25 000 Mk. (letztere zum Konto K. gehö ig), die Frhr. o. MrrvLch rrh alten, sei dagegen nachge- wief n, daß die Prmmernbauk um diesen Betrag geschädigt worden sei. Einen Rechtsanspruch aus Rückerstattung habe die Bank nicht; eine Erstattung würde deshalb eine völlig srei- roitlige'Lriftung sein.

Darauf erwiderte Fhr. v. Mirbach, die 175 000 Mk. sollten sofort zurückgezahlt werden. Vielleicht entschließen stch seine Vereine, auch noch die 60 000 Mk. zurückzuzahlm. D e meisten Leute werden wohl der Ansicht sein, die ganzen 235 000 Mk. hätten sofort zurückgezahlt werde« müffen, nachdem über di; Persönlichkeit der Spender und de» Ursprung des Grltzes kein Zweifel m:yr bestehen konnte.

So erf eulich nun auch ist, daß durch den Briefw-chfel einige Klärung Herbeigefährt wird, so unbegreiflich bleib: eS, wie Fhr, von Mirbach über 327000 Mark quittieren konnte, die er gar nicht erhalten hatte. Wenn dis geschädigte Bank einen Rechtsanspruch auf die Zurückzahlung hätte, dann müßten jetzt dank seiner eigenartigen Quittungspraxis er oder feine Vereine diesen Betrag herauszahlen, wie wohl sie nicht; von dem Gelbe gehabt hatten. Nach der Ansicht des ,Reichsdoler.' müßte das auch so geschehen. Was hat ihn überhaupt ver­anlaßt, eine solche Quittung auszustellrn? Ist er so unbewandert in G-ldiachen? Dann wäre er doch ein sehr schlechter Kassenwart für seine Vereine. Eine plausiblere Ecklärunq als die von ihm vor Gericht gegebene (die Ouitlung habe dazu dienen sollen, „das Konto aufzulösen") hätte man doch gern gehört. Unbegreiflich bleibt ferner, warum das Gericht nach dem Verbleibe der 327 COO Mk. weiter gar nicht geforscht, sondern die Sache rasch für „erledigt" erklärt hat, nach- dem Fhr. v. Mirbach sein Zeugnis abgelegt hatte. Bekanntlich sind eigenarligeVermutunge^r darübrr aufgetaacht, die auch wohl jetzt noch nicht verstummen werden. Es bleibt überhaupt noch vieles unklar und unbegreiflich.

Frhr. v. Mirbach kommt übrigens Hilfe von einer Sette, von der er sie kaum erwartet haben dürft;. Die ,Nat. Ztg.' ist „stutzig" geworden durch die „Tatsache, daß die denkbar heftigsten Angriffe gegen Freiherrn v. Mirbach überein­stimmend aus der evangelisch, orthodoxen Preffe kommen." Sie schließt hieraus, „daß (s den lautesten Angreifern in erster Linie darauf an» einen Mann zur Sirecke zu bringen, der den Siöckerianern tn kirchlicher Beziehung nicht reaktionär genug ist". Es find Blätter aller Polnischei, und "kirchlichen Richtungen, di- das «erhalten des F-Hr. v. Mirbach verutteilt haben. Man kann also auch ekensoru: sagen, der Eifer der freisinnigen und liberalen Preffe müsse stutzig machen. Talsächlich regt ein großer Teil der ttretalea Presse auch nur auf, weil ihr das Ktrchenbauen und kirchliches Leben

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