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KUda, Samstag, den 16. Zuli 1904.
M 160.
31. Jahrgang.
Unpolitische Zeitkäufe.
(Nachdruck verboten.)
K Berlin, 14. Juli 1904.
Das „Stichrohr" von Gelsenkirchen verdirbt mir meinen ganzen Master Appetit. Alles wird heutzutage verfälscht, sogar das Master. Man bezahlt sein schönes Geld an die Wasserwerke für regelrecht filtriertes Master, und bekommt dafür zu einem Teile unfiltriertes Flußwaffer, das mit vielen unsichtbaren und einigen fichlbaren Lebewesen ungefüllt ist. Ein skrupulöser Mensch muß sogar Bedenken tragen, dieses Master am Freitag zu trinken, wenn er nicht etwa die Würmer zu den Fischen rechnet. Bei den Wafferwerken wird Verdienen recht groß geschrieben. Filter kosten Geld; darum beschränkt man die Filteranlagen auf das knappste Maß und hilft sich mit einem geheimen Stichrohr zum nächsten Fluß, durch das man nach Bedarf rohes Flußwaffer in die Leitungs- rödren bringen kann. Ein geheimes Fälschungs- undBergiftungsrohr, von dem die Aufsichtsbehörde, die beteiligten Stadträte und das zahlende Publikum nichts wissen! Das Stichrohr ist angeblich nur ein Notrohr; aber sonderbarer Meise tritt der Notfall alle Woche, die Gott schickt, dreimal ein; an den Wochentagen, die etwas höheren Wasserbedarf haben, wird das Stichrohr geöffnet und also ein Zuschuß von unfiltriertem Flußwasser den Leuten in das Haus und in den Magen geliefert. Und dabei legt man das Geheimrohr noch so schlau an, daß es gerade dort Flußwaffer aufsaugt, wo soeben ein schmutziger Bach sein Cloakenwasser in den Fluß ergossen hat. «Wohl bekomm's!" sagen die Herren von der Wasserleitung und streichen vergnügt die hohen Dividenden ein, die ihnen auf dem Mist dieses Wassers erwachsen. Wenn die Abnehmer des Wassers Leibschmerzen und Durchfall und sonstige Krankheiten bekommen oder die Kindersterblichkeit sich erhöht, so kann man noch lange nicht den Beweis vefern, daß dies von der Wasserleitung herrühre. Und wenn die Leute doch auf daS LeitungSwaffer schelten, so werden ihnen die schönen Ergebnisse der Untersuchung des filtrierten Wassers entgegengehalten; wird der Unrat gar zu Hand- greiflich, so schiebt man die „vorübergehende Trübung" auf einen Rohrbruch oder sonst eine zufällige Störung. Die Aufregung legt sich und dann wird nach § 11 wieder weiter gepumpt aus dem geheimen Stichrohr! Das geht solange, bis eine Seuche ausbricht und zwar muß die Seuche sich gerade auf den Bezirk der betreffenden Wasserleitung beschränken. Dann gibt es endlich eine Untersuchung. Die örtlichen Sachverständigen sucht man immer noch zu belügen; erst wenn Geheimrat Koch aus Berlin kommt, gibt man daS Spiel verloren und gesteht rin, daß ein geheimes Stichrohr vorhanden ist. Es kommt zum Prozeß, und im Eifer der Verteidigung gibt es die appetitlichsten Enthüllungen. O, so ein bischen Schmutzwaffer schade ja nicht, und viel sei wirklich nicht durch das Stichrohr gekommen, da dasselbe zu sehr verschlammt gewesen sei. Also der Ueberfiuß an Dreck soll noch als Milderungsgrund herhalten! Und dann heißt es weiter: Was ist denn besonderes an unserem Stichrohr? Die anderen Wasserwerke haben ja auch ein solches geheimes Rohr, womit sie Flußwaffer zur Auffüllung ihrer Baffins deranziehen. Es gibt an der Ruhr mindestens 20 solcher Rohre! Leider scheint diese Angabe der Angeklagten nicht aus der Luft gegriffen zu sein; denn von den cufgerufenen Leitern anderer Wafferwerke geben manche ihre Aussagen so zögernd und so verschnörkelt ab, als ob das Sprichwort gelte: Eire Wafferkrähr hackt der andern die Augen nicht aus.
Wenn ich in einer Wirtschaft echtes Bier verenge und der Wirt gibt mir eine Mischung von Achtem Bier und Dünnbier, so wird man ihn Knrll wegen Nahrungsmitteloerfälschung und ^trug fassen. Hinter der Bierpantscherei sind
Behörden eifrig her. Aber was ist dieser Wm für ein harmloser Geselle im Vergleich zu oeu Wafferpantschern en gros, die vielen Tausen- den Leuten statt des vertragsmäßigen reinen -Wassers ein elendes Gemisch aufhängen undda- mrrch nicht blos um Geld, sondern auch um die Gesundheit und daS Leben ihre Abnehmer betrügen! Diese Wassers Lisch ec stehen auf einer Tluf« mit den Milchpantschern, die am lüugsten Tage als Kindesmörder neben dem xönt« HerodeS Platz nehmen werden.
Es ist nichts mit der menschlichen Kultur! Da meinten wir Wunders, welche Fortschritte in der Hygiene gemacht zu haben, als wir in den größeren Ortschaften die altväterlichen Brunnen- schwänge! und Pumpenrohre außer Tätigkeit setzten und einen gemeinsamen Wafferbezug aus einer großen, nach allen Regeln der Kunst und Wissenschaft eingerichteten Anstalt einführten. Und nun sehen wir, daß das Ende von diesem großartigen Siebe in vielen Fällen nichts anderes ist, als daß wir nur rohes Flußwaffer trinken! Wie ich als ländliches Kind in Dreck und Speck aufwuchs, hatten wir keine Wafferleitung und also auch keine geheimen Stichrohre; von Hygiene wurde auch roch gar nicht gesprochen, und die Bazillen waren noch so unentdeckt, wie Amerika vor Kolumbus. Aber uns Kindern wurde damals schon eingeschärst, daß wir nicht aus den Bächen und Teichen trinken sollten, dann bekämen wir Frösche in den Bauch. Das Schreckmittel der Leibfrösche kam mir freilich schon nicht ganz koscher vor; denn ich hatte bei den gründlichen Lokalstudien, die wir Jungens vornahmen, sehr wohl bemerkt, daß in manchen von den offenen Bronnen, aus denen die Leute ihr Trinkwaffer schöpften, auch muntere Frösche sich bewegten. Aber trotzdem hatte der gesunde Menschenverstand der Vorfahren doch schon das richtige getroffen, als er das Bach- und Teichwoffer für ein gefährliches Getränk bezeichnete. Und jetzt, 50 Jahre später, nach so vielen angeblichen Fortschritten, will man in Essen vor Gericht noch behaupten, daß ungereinigtes Ruhrwaffer, das auch etwas dicht unter der Mündung eines Schmutzbaches geschöpft wird, ein brauchbarer Zusatz von Trinkwaffer sei. Wo bleibt da der Fortschritt?
Oder macht die Welt bloß Fortschritte in der Kunst der Beutelschneiderei! Dieser Wafferfälschungs.Prozeß hat Berührungspunkte mit den Treber-, Sanden- und Pommernbank, prozeffen. Geld verdienen ist der leitende Zweck, und dieser Zweck soll auch die schlechten Mstrel heiligen. Die Einen plündern mit falschen Taxen und falschen Bilanzen die Aktionäre aus; die Anderen arbeiten mit Geheimrohren und Schmutzwaffer, um sich an den Kunden ihrer Waffer- leitung einen ungerechten Vorteil zu verschaffe».
In Berlin belegte man in den siebziger Jahren das mangelhafte Bier der neuen Brauerei-Gründungen mit dem schönen Namen: Dividendenjauche. Die Leute, die aus den geheimen S.ichrohren getränkt werden, können auch sagen, daß sie ihren Durst an Dtvidenden- jauche stillen
Wenn in früheren Zeiten die Pest, die Cholera und andere Seuchen die Menschen wie Fliegen dahinrafften, so hatten die Leute keine wissenschaftliche Erklärung für dieses Unheil, aber sie ahnten doch schon die Wurzel des Uebels. Die Juden, hieß es, hätten die Brunnen ver- giftet; daran schloß sich bann eine Judenverfolgung. Es waren nicht die Juden, die das Gift besorgt hatten; aber richtig war die Annahme, daß das Grfl in den Brunnen stecke und daS Trinkwaffer die Seuche verbreite. Bei dem engen Zusammenwohnen der Leute in den meist befestigten Städten und der sorglosen Behandlung der Abfallftoffe verschmutzten die Brunnen, die Krankheitskeime wucherten in dem Schmutzwaffer und wurden mit demselben an die Haut und in den Magen gebracht. Hätten unsere Voreltern im Mittelalter eine Ahnung von dem Lebensgang der KrankheitLkeime gehabt, so würden sie über die Juden hergefallen fein, aber sicherlich mit der strengsten Polizeihand gegen den Schmutz und alle Schmutzfinken vorzrgangen sein. Und wenn die einen Mann oder eine Gesellschaft ertappt hätten, die den Leuten für ihr gutes Geld statt reinen Waffers gefährliches Schmutzwaffer lieferten, so wä.e es diesen gewiß nicht viel beffer ergangen, als den damaligen Juden.
Es scheint, daß in der Ruhrgegend einige geheime Stichrohre verschwunden sind, als die Choleraseuche in Hamburg ein Mene-Thekel-Phares an die Pforten der modernen Wasserwerke schrieb. Die Hamburger tranken unfiltriertes Elbwaffer und starben massenhaft; ein klarerer und ein dringlicherer Bew.is für die Notwendigkeit der tüchtigen Filtrierung konnte xar nicht geliefert werden. Als Richter würde ich für alle die, die ihre Mitmenschen roch nach dieser lehrreichen Katastrophe mit rohem Flußwasser getränkt haben, um lO°/o höher bestrafen.
Ein Zeuae sagte vor Gericht, er selbst tränke nicht gern Wasser, wohl aber seine Frau. Es gibt leider viele Männer, die sich beim Heran- wachsen das Wassertrinken abgewöhnt habe». Sie löschen den Durst mit Bier oder Wein und verschmähen das Labsal deS natürlichen Wassers, als ob sie mit dem Trinklied Dichter dasselbe für ekelhaft hielten.
„dieweil Sarin ersäufet si«d
all' sündhaft Vieh und Menschenkind."
Das ist ein diluoianischer Scherz des Dichters, und neuerdings bemühen sich Volke freunde mit Recht, das alkoholfreie natürlicheGeiräok wieder in allgemeinen Ausschwarg zu bringen. Aber welch' ein Strich ist eS durch diese Bestrebungen, wenn dem Durstigen sogar das Vertrauen auf die modernen Wasserleitungen geraubt wird und man auch bei dem Glas Waffer, das man aus dem blankgrputzren Leimngshahn schöpft, sich du Frage vorlegen mvß: rb bann nicht etwa entwert sind die Abgänge von Vieh und Menschenkind.
Diese Wafferfälschung en gioe ist ein himmelschreiender Skandal. Wenn Jahrzehnte lang geheime Stichrohre bestehen konnten, so haben die berufenen Aufsichtsorgane ihre Pflicht nicht getan. Und jetzt, nachdem daS Kind in den Brunnen gefallen ist, muß wenigstens gründlich und unerbittlich überall nach dem Rechten gesehen werden. Und sobald es möglich ist, sollte man die Wafferwerke in Gemeindebesitz bringen und durch Beamte betreiben lassen, damit die Dividendenjägerin fortfällt.
DaS Publikum versteht sich sehr gut auf das Schreien in manchen nebensächlichen Dingen, z. B. wenn die Biergläser nicht ganz bis zum Aichstrich gefüllt sind. Es sollte die ganze Kraft seiner Lungen einsetzen, wenn daS Wasser schlecht ist ober wenn die Milch verfälscht wird. D,nn reines Wasser und gute Milch sind die wichtigsten Vorbedingungen der Gesundheit für die Großen und die Kleinen. Wer diese LebenSfioffe fälscht, muß unerbittlich verfolgt werden wie ein Giftmischer.
GkmalmsmnlW des vttms- mslhijses dn jlmdvilWfkkmmtt.
) Fulda, 15. Juli 1904.
Die Generalversammlung des Vereinsausschusses der Landwirtschaftslammer, welche heute vormittag im sehr schön geschmückten Roten Saale der Orangerie abgchallen wurde, war überaus zahlreich besucht und wurde um 12 Uhr durch den VorfitzenSen der Landwirtschaftskammer Herrn v. Stockhausen-Kaffel mit herzlicher Bewillkommnung der Anwesenden eröffnet. Insbesondere begrüßte Redner den Oberbürgermeister der Stadl Fulda Herrn Dr. Antoni, der so bereitwillig den Wünschen ter Landwirtschafts, kämm er bezüglich des Arrangements der Ausstellung ertgegengekommen sei. Ferner dankte Herr v. Stockhausen den Herren Landräten Springorum-Fulda, v. Trotha-Hünfeld und Gr öning-Gelnhausen für ihr Erscheinen und dem Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Vereins Falda Herrn Oberamtmann Sunihe m für die ausgezeichnet durchgeführte Ausstellung. Herr Oberomtmann Sun theim begrüßte namens des landwirtschaftlichen Kreisoereins die Gäste, Herr Landrat Springorum sprech namens des Kreises und Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni namens der Stadt Falda. Beide Herren drückten den Wunsch aus, daß die Verhandlungen recht segensreich für die Landwirtschaft verlouftn möchten.
Den ersten Vortrag hielt Herr Prof. Dr. Da mann-Hannover über Schweineseuchen und die Mittel zu deren Bekämpfung: Die Ausbreitung der Schweineseuche und der Schweinepest ist, so führte der Herr Profeffor au§, nach Ausweis der Statistik sehr g'oß. Die Verluste, welche die Seuche unter den Schweinen anrichten, find sehr bedeutend, und die Bekämpfung der Seuche ist, weil das Gchwem vornehmlich von kleinem Manne gehalten wird, auch sozialpolitisch von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. Wenn ein Schwein vom Rotiauf befallen ist, soll man ihm ein Serum unter die Haut spritzen, dadurch wird es sehr schnell von der Krankheit befreit. Die Landwirtschaftskammer möchte die Landräte und KreisausschÜffe bestimmen, Mittel zur Verfügung zu stellen, daß namentlich kleineren Besitzern die Impfung erleichtert werde. Dann würde auch die Impfung eine größere Der- breifung finden. Die Kammer möchte auch ihre Unterstützung von der Bedingung abhängig machen, daß die Schweinebefitzer häufig eine Desinfektion des Stalles vornähmen. Hw- sichtlich der Schweineseucke, die e ne ansteckende Lungenentzündung und der Schweinepest, die eine ansteckende Darmentzündung ist, kann Redner ein sicher wirkendes Mittel nicht angeben, jedoch hofft er, daß es den unermüdlichen Forschungen der Neuzeit gelingen werde, alsbald ein solches zu finden. Es ist bedauerlich, so fährt er fort, daß mit dem Fortschreiten der Kultur immer neue Krankheiten auftauchen, von denen man vorher keine Ahnung hatte. Die Schweineseuchen find mit der Ausdehnung des Eisenbahnnetzes
und der intensiveren Gestaltung des Viehzuchtbetriebes zu uns gekommen. Gegen den Rotlauf gibt es ein sicher wirkendes Serum, gegen die Schweineseuche ist eins gefunden, aber noch nicht erprobt, und gegen die Schweinepest ist eins In Vorbereitung. Der Vortragende schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß der Fortschritt der Kultur, der die Wunden schlägt, auch die Mittel zur Heilung ausfindig machen werden. — Im Verlauf der lebhaften Diskuffion regte der Vortragende an, daß die Landwirrschasts- kammer Mittel zu weiteren Forschungen auf dem Gebiete der Schweineseuchen zur Verfügung stellen möchte.
lieber Sorten - Anbau- und Saat- znchtvereine sprach Herr Prof. Dr. Edler- Jena. Eingangs seiner Darlegungen betonte der Vortragende, wie wichtig es fei, daß nur solche Sorten angebaut würden, die den Verhältnissen angepaßt sind, unter denen wir leben. Es würde grundfalsch fein, auf einem Boden, der als ein knapper, nur hier und da trockener bezeichnet werden muß, bauen zu wollen, wenn die Pflanze in einen tiefgründigen, gesunden Boden gehört. Neue Sorten muß der Landwirt nur aus einer der unserigen möglichst gleichen Gegend und von einem Züchter beziehen, der mit größter Konsequenz und Sachkenntnis arbeitet. Man muß auch erwarten, daß für die Lieferung nur besten Saatgutes die Landwirtschaftskammer und die Vereine Mittel bereitstellen. Es ist nicht notwendig für den Sorten» anbau, besondere Vereine, wie sie in Ost- und Westpreußen bestehen, zu gründen. Man kommt viel schneller zum Ziele, wenn durch die Kammer ober die Vereine Anbauversuche gemacht und zu dem Zwecke Bezirke abgegrenzt würden. Hat man eine Sorte als gut herausgefunden, so sind für die möglichst weite Verbreitung derselben im Bezirke besondere Vereine empfehlenswert. Durch möglichst weite Verbreitung einer als gut bekannten Sorte wird eine Anpaffung der Sorte an die Verhältnisse des Bezirkes herbeigeführt, die nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Der Verein muß auch eine scharfe Kontrolle über die Felder ausüben, welche das Saatgut liefern. Er soll auch das Saatgut nicht aus den Wirtschaften herausgehen taffen, wenn er sich nicht davon überzeugt hat, daß es den Anforderungen entspricht. Ersprießlich könnten die Vereine auch nur bann wirken, wenn sie sich unter die Kontrolle der Landwirtschastskammer stellten. — Beiden Rednern zollte die Versammlung für ihre lehrreichen Darlegungen reichen Beifall.
Die neue Prämiierungsordnung für Pferde, welche der Generalversammlung vorlag, wurde en bloc genehmigt. Sie wird nach Prüfung durch das Landwirtschaftsministerium voraussichtlich schon im nächsten Jahre in Kraft treten. Die Ordnung umfaßt 10 Paragraphen. Die Schauen werden eingeteilt in: a) Bezirksschauen, b) Stutenschauen, welche durch die Landwirtschaftskammer unbc) Lokalschauen, welche durch die landwirtschaftlichen Vereine anberaumt werden. Von den Schauen zu. a findet alljährlich eine im Anschluß an die Bezirkstierschau statt. Die Schauen zu b werden dagegen im dreijährigen Turnus durch den ganzen Geschäfte bezirk und die zu c nach jedesmaligem Ermessen der Vereine im Einverständnis mit der Landwirtschaftskammkr abgehalten. Für die Prämiierung werden folgende Klaffen gebildet: 1. einjährige Stutfohlen, 2. Zweijährige Statt- fohlen, 3. Drei- und vierjährige Stutfohlen, welche im laufenden Jahre von einem Königlichen jober angekörten Hengst gedeckt find, 4. Vier, bis siebenjährige Stuten mit Saugfohlen bei Fuß, wenn sie durch einen Landbeschäler ober angekörten Privathengst gedeckt sind. Die Preise werden eingeteilt in: 1. Ehrenpreise (Medaillen). 2. Geldpreise. 3. Lobende Anerkennungen (Diplome).
Nachdem als Ort für die nächste Wandergeneraloersammlung einstimmig Frankenberg gewählt worden war, wurden die Verhandlungen um 31/» Uhr durch den Vorsitzenden Herrn von Stockhausen geschloffen.
Um 41/* Uhr begann im großen Saale der Orangerie ein Festmahl zu 120 Gedecken. Als Ehrengäste beteiligten sich an demselben die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni, Landrat Springorum, die Herren Beigeordneten Rob. Kircher und Aua. Müller, sowie HerrStadt- rat A r n d. Herr v.Stockhausen betonte in seiner Eröffn ungsansprache, daß die Landwirlschasts- kawmer > ets nach Kräften bemüht gewesen sei, auch die technische Seite der Landwirtschaftnach besten Kräften zu fördern. Unsere Ausstellung solle dafür im Großen und im Kleinen ein Prüfstein sein. Der sozialpolitischen Pflicht der Förderung der Jntereffen müßten wir uns allezeit bewußt bleiben. Das fei der beste Dank,