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Druck und Verlag 6 Zuldaer Aetiendruckei in Znlda (harmonß Zernsprecher Ur. 9

M 160.

Zulda, Samstag, dev 16. Juli 1904.

31. JahrgMg.

veutsches reich.

Berlin, b<n 14. Juli 1904.

*. Das Echiedsabkomme« zwischen Deutschlaud und Großbritauoien wird jetzt im .Reichsanzeiger' vkröffenllicht. Es hat folgenden Inhalt, der ganz dem entspricht, was wir darüber bereits mitgeteilt haben. Streitige Rechtsfrage und Streitfragen, die sich auf die Auslegung der zwischen den beiden vertragschließenden Teilen bestehenden Verträge beziehen, sollen, sofern sie nicht auf diplomatischem Wege haben erledigt werden können, dem durch das Abkommen vom 29. Juli 1889 eingesetzten ständigen Schiedsho im Haag überwiesen werden. Dabei ist jedock vorausgesetzt, daß solche Streitfragen nicht die vitalen Interessen, die Unabhängigkeit oder die Shre der beidm vertragschließenden Staaten be- rühren und nicht die Interessen dritter Mächte angehen. In jedem Etnzelfalle sollen die hohen vertragschließenden Teile, bevor sie den ständigen Schiedshof anrufen, einen besonderen Schieds­vertrag abschließen, der den Streitgegenstand, den Umfang der Befugnisse der Schiedsrichter und die Fristen klar bestimmt, die für die Bildung des Schiedsgerichts und die verschiedenen Ab­schnitte drS Verfahrens festzusetzen sind. Das gegenwärtige Abkommen ist fKr einen Zeitraum von fünf Jahren, vom Tage der Unterzeichnung ab, geschloffen. Der Schiedsgerichtsverlrag ent. sprach, wie nach dem ,Berl. Tagebl.' von diplo­matischer Seite verlautet, einem Wunsche Englands. König Eduard hat selbst die Anregung zu der von England eingeschlagenen Politik der Schieds­gerichts Verträge gegeben.

§ Obe:Hofmeister Freiherr v. Mirbach ist offenbar durch keine Kritik der Presse davon zu überzeugen, daß er bei seiner Sammeltätigkeit schwere Fehler begangen hat. Ja er scheint noch nicht einmal verstanoen zu haben, woran denn eigentlich die öffentliche Meinung Anstoß nimmt. Tine Korrespondenz, die vielfach aus höfischen Kreisen Nachrichten bringt, erzählt, er habe mit der Kaiserin eine mehrmalige Konferenz wegen des Konto K gehabt. Er habe der Kaiserin ver­sichert, daß die Angriffe in der Presse gegen seine Person wie gegen die von ihm be­folgte Geschäftstätigkeit vollständig unbe­rechtigt seien. Er habe sich keinerlei unlautere Machinationen zu schulden kommen lassen. Sein Verhältnis zu der Pommernbank sei in allen Fällen durchaus fair gewesen, es hätten von seiner Seite aus keine unsauberen Machinationen statt- gesunden. Daß er sich in den Personen der beiden verurteilten Bankdirektoren getäuscht habe, be­dauere er tief, könne es aber jetzt nicht mehr abhelfen. Mit dem Plane der eventuellen R5ck zahlung der „geschädigten« Gelder erklärte er sich vollständig einverstanden; er habe erst denselben Gedanken gehabt, aber es seien ihm gegen eine solche Rückzahlung schwerwiegende Bedenken auf­gestoßen, die von anderen (näher bezeichneten) Persönlichkeiten vollauf geteilt worden wären. In Bezug auf die Ordens- und Titel-Angelegen­heit erklärte auf Befragen der Kaiserin Freiherr v. Mirbach, dass er auch hierin ganz korrekt verfahren und daß ihm nicht der geringste Vor­wurf zu machen sei. Er habe doch lediglich aus eigenem Antriebe oder auf Hinweis anderer Persönlichkeiten nur Vorschläge nach dieser Richtung hin gemacht; die Nachprüfung dieser Vorschläge habe ihm nicht obgelegen und sei doch von den Ministerien vollzogen worden. Wenn hlenn ein Mißgriff gemacht worden sei, so könne »hm keinerlei Schuld beigemeffen werden. Er beteuerte schließlich, paß eS ihn tief schmerze, Vtzt, nachdem er feine ganze Kraft,^»en Be­strebungen.des Kaisers und der Kaiserin geweiht habe, in so .elchtfertiger und unqualifizierbarer Weise angegriffen zu werden. Er habe dem werter nichts entgegen zustellen, als sein Ehren- »wt: „Mein Schild ist rein!« — Ist denn der Mann wirklich so naiv oder — ? Dis Kaiserin ou ihn wiederholt ihres unerschütterlichsten Ver- EE?'. und ferneren Wohlwollens versichert K Pe der Zuversicht Ausdruck gab, & „r£e ln9en möge, den Verdrehungen und bet bedauerlichen Angelegenheit entgegenzutreten, damit das Prestige u^h ^o^ütigken wieder hergestellt werde n-? bte ,OPfenreubt9feit »am Wohl und Besten

K-rche kern-n Abbruch leibe. Die Borte- IS*» 1 eine authentische Darstellung des Sachverhalts in Aussicht, worin „die Träge? vS'Ä’T frechen" würden. Hoffentlich kommt sie bald; es ist die höchste Zeit, was der

„unerschütterliche« Oberhofmeister aber offenbar immer noch nicht etnfieht.

* Eine lehrreiche Gegeuüberstelluug bezüglich des Verbots für die Schüler höherer Lehranstalten, Mariauifchen Kongregatio­nen anzugehören, darf ein weitgehendes Jnter- effe beanspruchen:

1. Mit Erlaubnis der Eltern dürfe» die Schüler Theater, Zirkus, VarivtSS, Museen und dergleichen be­suchen, emerlei was gespielt, gesungen oder gezeigt wird; in Begleitung der Eltern dürfen sie öffentliche Bälle besuchen, gleichviel, wer da verkehrt; dafür stad die Eltern verantwortlich, nicht die Schule, die die väterliche Gewalt nicht beschränken darf. Ss dürfen aber katholische Schüler, auch mit Erlaubnis und auf Wunsch ihrer Eltern, nicht regelmäßig eine Kirche besuchen, worin für sie eine gemeinsame Andacht und Predigt gehalten wird; dazu müffen sie „die erforder­liche Genehmigung nachsuchen und abwarten«.

2. Es gehören ohne Strafandrohung Schüler zu Turn-, Ruder-, Gesang- und Mustkvereinen, zu Tanz- und dramatischen Kränzchen, die außer der Schule be­stehen, — aber wenn katholische Schüler einer religiösen Bereintrung beitreten, in welcher durch Gebet, Predigt, Empfang der Sakramente auf sie ein­gewirkt wird, werden sie mit Karzrrstrafe oder Ent­fernung von der Anstalt bedroht. (Pgl. Fall Biese, Effen.)

3. Die evangelischen Schüler dürfen zu einem JünglingSverein gehören, der unter Leitung deS Pfarrers steht und alle Jünglinge ter Gemeinde aufnimmt; — aber die katholischen Schüler dürfen sich an reli­giöse Bereine, die in der Pfarrei unter Leitung des Seelsorgers bestehen, nicht ohne weiteres anschließen; zu dieser Art gemeinsamer öffentlicher Religionsübung bedürfen sie staatliche Genehmigung.

4. Für die evangelischen Schüler dürfen vom Direktor oder einem anderen Lehrer Bibelkränzchen ge- gründet und geleitet werden; - soll aber für die katholischen Schüler ein ähnl'cher religiöser Verein gegründet werden, so ist dies nur „mit Genehmigung des königlichen Provinzial Schulkollegiums zulässtg. Die Genehmigung darf indes nur für den einzel- Fall unter Würdigung der bei der betreffenden Anstalt bestehenden Berhältnttte und stetsnurwiderruflich und bezüglich der Mariauifchen Kongregationen nur unter der Bedingung erteilt werden, daß die Leitung des Vereins dem Religion?lehrer der Anstalt übertragen wird. Es ist dabei sorgfältig zu prüfen, ob durch Zulassung deS Vereins der Schule oder den Schülern ein Nachteil erwachsen kann Genehmigte Schülervereine unterliegen der Beaufsichtigung durch den Direktor.«

(Ministerialerlaß vom 23. Januar 1904.)

* Zu den deutsch-rusfische« Haudels- verirag-verhaudluuge» bettet tu ,Rowoje Wrewja', Rußland fei bereit, die Mindestzölle auf Getreide anzunehmen, bestehe aber alsdann auf der Annahme feiner hohen Zölle auf den deutschen Jndustrieimport. Dieser Punkt fei das Haupthindernis; falls kein Kompromiß stattfinde, fei es noch sehr weit bis zum Abschluß des Handelsverteagrs. Auch das,Berl. Tagebl.' will Äehnliches gehört haben.

•* Der Bezug ausländischen Ge treides zur Versorgung des deutschen Marktes bleibt im laufenden Jahr nicht nur weit hinter dem Vorjahre, sondern auch hinter den Jahren 1902 und 1901 zurück. Während der ersten fünf Monate des Jahres 1904 hat Deutschland an Weizen, Roggen, Hofer, Buchweizen, Gerste und Mais im ganzen nur 17,64 D.-Ztr. vom Auslände bezogen, gegen 20,87 im Jahre 1903, 18,79 im Jahre 1902 und 19,42 im Jahre 1901. Nur gegen 1900 ist die diesjährige Ein­fuhr etwas höher; sie betrug damals 17,26 Millionen D.-Ztr. Die Abnahme der Einfuhr st im lausenden Jahre mit Ausnahme von Weizen in jeder ©etrribeait, vor allem in Roggen, erfolgt. Die Ursache ist vornehmlich in bcn günstigen Ernten der letzten beiden Jahre zu suchen. Daß der allgemeine Rück­gang der Getreideeinfuhr auch die Bezüge aus den Vereinigten Staaten von Nord­amerika vermindert hat, wäre nicht auf­fallend, wenn die Abnahme dieser Einfuhr n entsprechendem Verhältnis zu der Verringerung )et Gesamteinfuhr stehen würde. Mer tatsächlich hat die Einfuhr amerikanischen Getreides eine so bedeutende Einbuße erfahren, daß sie aus dem geringeren Bedarf Deutschlands an ausländischem Getreide allein nicht erklärt werden kann. Im Jahre 1900 betrug die Einfuhr amerikanischen Getreides während der ersten fünf Monate 7,4 Millionen Doppelzentner und erhöhte sich im Jahre 1901 noch auf 8,2 Millionen Doppelztr. In der Vergleichsperiode des Jahres 1902 fank le aber gleich um die Hälfte des Vorjahresund jettua nut noch 4,07 Millionen Doppelzentner. Im Jahre 1903 erhöhte sie sich wieder auf 5,42 Millionen Doppelzentner, um im laufenden Jahre abermals einen besonders beträchtlichen Fall zu tun. Die Getreideeinfuhr während der ersten fünf Monate des laufenden Jahres betrug nämlich nut noch 2,653.164 D.-Ztr. Die Ab­nahme im kaufenden Iahte beträgt demnach 2,7 Mill. D.-Ztr., während die Abnahme der Gesamt­einfuhr ausländischen Getreides 3,23 Millionen D.-Ztr. ausmacht. Die GetretdeauSfuhr der Der- einigten Staaten ist nicht nur nach Deutschland, andern überhaupt in der Abnahme begriffen, urb tiefe Abnahme wirs in der amerikanischen

Fachpresse auf bie Steigerung des einheimischen Getreidevkrbrauchs zurückzuführen versucht. Auch im Monat Ium hat die rückgängige Bewegung der Getreideausfuhr angehalten.

** Das Reichsverficherungsamt ver- öffentlicht anläßlich seines zwanzigfähugen Be­stehens in der heute erscheinenden Nummer der von ihm herausgegebenen.Amtlichen Nachrichten' einen Rückblick auf feine bisherige Entwickelung.

* Ein katholisches Witzblatt? Es sind uns einige Nummern eines in München er­scheinenden Blattes: .Der Grobian' zuge- kommen. Das Blatt wendet sich an die Katho­liken und will auf dem Wege der Satire und des Humors für dieselben eintreten, im beson­deren zur Abwehr gewisser Witzblätter. DaS Blatt zeigt eine stark antisemuische Tendenz. Fast scheint es, daß der in der „Entenbachstraße" in München erscheinende .Grobian' eine poli­tische ober sommerliche „Ente" und gar nicht von katholischer Seite herausgegeben ist. Immerhin möchten wir den Ton und den Geist, dessen sich das Blatt (wenigstens die uns vor­liegenden Nummern) befleißigt, ablehnen. Wir halten unser katholisches Volk für zu gut für einen Lesestoff, wie er ihm z. A. in dem Ar­tikel: „Warum Jochem keinen Schnaps mehr trank" und anderen ähnlichen Leistungen vor­gesetzt wird. Das Blatt hat alles, besonders Grobheit und Judenhoß, nur nicht Geist und Humor. Wir glauben, die katholische Presse kann nicht schnell genug bie3 „katholische" Witz­blatt zurückweifen. Hier fährt einer unter falscher Flagge.

* Es ist noch erinnerlich, daß der Stallmeister Röse« zu 30 Mark Geldstrafe wegen Mißhand­lung verurteilt wurde, weil er einen Menschen ge­züchtigt hatte, der sich feiner, drs Angeklagten, Tochter in unsittlicher Absicht genähert hatte. Die Brrur- teilung erfolgte, während der Gezüchtigte hn Gefäng­nis zu Plötzensee seine Strass verbüßte, die ihm wegen mehrerer Sittlichkeitsverbrechen zuerkannt worden war. Nachdem die Revision des Stallmeisters vom Kammer­gericht zurückgewiese» worden war. reichte er ein Gnadengesuch ein, welches den erwünschten Erfolg halte. Strafe und Kosten find ihm nunmehr durch einen Gnadenakt erlaffen worden. An demselben Tage, an dem ihm die Begnadigung mitgeteilt wurde, mußte Rösen indes eine neue Verurteiluna über sich ergehen taffen, die gleichfalls mit jenem Vorfall im Zusammenhang steht. Der Gezüchtigte hatte ihn von Plötzensee aus auf Zahlung von Schmerzensgeld verklagt und Rösen ist jetzt, nach mehrmaligen Ver­handlungsterminen, vom Amtsgericht in Svandau ver­urteilt worden, an den Kläger, den inzwischen in Frei­heit gesetzten Arbeiter Kunze, 30 Mark zu zahlen wegen der Ohrfeige, die er ihm damals in seiner Erregung verabiolgt hatte. — Daß dies-I Urteil, daS juristisch vielleicht begründet ist. dem gesunden Rechtsempfinden nicht entspricht, bedarf keiner näheren Darlegung.

• De? nrlstsch-jWMischk Arte-.

Alle Anzeichkn beuten darauf hin, daß ehe En tscheidungsschlach tnahebevorsteht. Gestern wurde schon telegraphisch aus Petersburg gemeldet, daß man dort in militärischen Kreisen der An­sicht sei, Kuropatkin wolle den Japanern eine entscheidende Schlacht liefern; von anderer Seite verlautet, die Japaner rückten von allen Seiten >erart auf die Russen los, daß man ihre Absicht, in kürzester Zeit einen entscheidenden Schlag vorzunehmen, leicht erkennen könne. Geflunkert wird eben, wie das vom ^Anfänge des Krieges her stets der Fall war, auf beiden Seiten.

Sehr eingehend scheint der Petersburger Gewährsmann des Londoner .Daily Telegraph' die vorliegenden Verhältnisse zu kennen. Er meldet seinem Blatte, daß man in russischen Militär kreisen sest davon überzeugt ist, General Kuropatkin werde jetzt in der Ebene nördlich »es Liao, die zum Schlachtfelde besser geeignet ei als die Gegend um Kaitschou, den Japanern eine Entscheidungsschlacht liefern. Dieser Kampf dürste ein sehr blutiger werden, wenn sich )ie russische Ansicht bestätigt, daß die Japaner m stände fein würden, die drei Armeen der Generale Kuroki, Oku und Nodzu dabei zu ver­wenden. General Kuroki soll über 105 000 Mann mit 226 Geschützen, General Oku über 65000 Mann mit 254 Geschützen und General Nodzu über 80000 Mann mit 180 Geschützen verfügen. Nach dieser Berechnung würden demnach die Japaner 250000 Mann mit 660 Geschützen ins Feld stellen können. General Kuropatkin hat an- zeblich nur eine Division in Liaujang als Re- erve zurückgelassen, würde demnach die ganze russische Armee in den Kamps bringen.

Der Vollständigkeit halber geben wir auch einem russischen Blatte das Wort. Die in Petersburg erscheinende «Birfchewija Wjedomorii' meldet auS Taschitschao vom 14. Juli: Am Abend deS 13 Juli bemerkten bie russischen Vorposten, daß der Feind besondere Bewegungen vornahm. Die Japaner wechselten anscheinend ihre Stellungen. Am Morgen des 14. Juli wurde eine Kavallerieabteilung zur Aufklärung entsandt. Diese stellte fest, daß das Tal bis

nach Rajping von den Japanern geräumt sei. Die russische rechte Flanke war daher frei. So­fort wurde e'ne neue Rekognoszierung für den 15. Juli beschlossen. Anscheinend ziehen bie Japaner ihre Truppen aas dem Zentrum fort. Sollte sich dies bestätigen, unternehmen fte offen­bar eine Seitenbewegung über den Dalinpaß. Es wurde bemerkt, daß die Japaner Geschütze von großem Kaliber die Berge hinauffchoffen. Wahrscheinlich sind dies keine wirklichen Geschütze, sondern Holzmodelle, eine List, wie sie schon öfter beobachtet wurde und durch bie sich die Russen nicht mehr täuschen lassen. — Derselbe Korrespondent meldet dem Blatte vom 15. Juli: Die angegebene Bewegung des Feindes nach Nordosten hatte zur Folge, daß befohlen wurde, gegen den linken Flügel des Feindes, der sich auf Kaiping stützt. Rekognoszierungen zu unternehmen Dcbei stellte sich heraus, daß der Paß unbesetzt ist. Es ist daher anzunehmen, daß bie Truppen, die früher dort standen, entsandt wurden, um bie Truppen, bie von Liujan vorrückten, zu ver- stärken oder daß sie zur Verstärkung der Truppen vor Port Arthur abgingen, die bei dem letzten Angriff in der Nacht zum 11. Juli sehr große Verluste erlitten haben. In der letzten Zeit wird allgemein Unordnung beim Manövrieren der Japaner bemerkt. Es zeigt sich, daß der japa­nische Generalfiab offenbar militärische Opera­tionen in der Ebene fürchtet.

W Petersburg, 16. Juli 1904. lieber den Sturm auf Port Arthur am 10. und 11. Juli liegen roch keine Einzelheiten vor. Die ,Nowoje Wremja" weiß zu berichten, daß der Sturm glänzend zurückgeschlageu wurde. General Fack verfolgte den Feind bis Nonalin. Die Ver­luste der Japaner sind enorm. Die Russen ver­loren 1000 Mann.

W. Petersburg, 16. Juli 1904. Die Rufs. Telegr. - Agentur meldet aus Mukden vom 14. Juli: „Nach hier eingezogenen Meldungen gingen unsere Truppen am 3. und 4. Juli bei Port Arthur auf der rechten Flanke der Ver­teidigungslinie zum Angriffe vor, drängten die Japaner zurück und besetzten das Ostufer des Lungwangsetalen, am 6. Juli eine den gleich­namigen Paß beherrschende Höhe. Unsere Ver­luste waren unbedeutend. Die Japaner ver­loren an diesen Tagen an Toten und Verwun­deten nach chinesischen Angaben etwa 2000 Mann. Seit Beginn der Belagerung haben die Japaner noch keine positiven Resultate zu verzeichnen. (?)■

W. Petersburg, 16. Juli 1904. General Ssacharow meldet: Am 13. Juli wurden bei einer Rekognoszierung im Tale des Zinssätze 5 bis 6 japanische Bataillone und 5 Eskadrons im Biwak überrumpelt. Sie mußten unter dem russischen Feuer nach Kaitschou hin in Un­ordnung zurückweichen. Am Vormittag ereignete sich ein weiterer Zusammenstoß auf den aus Kaitschou in das Zinssahetal führenden Wegen. Zehn Ruffen wurden verwundet. Russische Streifwachen hatten auf den westlichen Ausläufern der Höhen bei Kaischou ein Schar­mützel, bei dem 4 Russen fielen. Einer wurde verwundet. Die Nacht auf den 14. Juli verlief ruhig. Auf der Linie Saimatst-Liaujang wurde eine feindliche Feldwache 12 Werst südlich von Midsy von einer russischen Abteilung zurück- zeworfen. Der Paß bei Fandstapudsy, 20 Werst südlich von Midsy, war frei. Die russische Vor­hut besetzte das Dorf. Als die russische Haupt­macht den Paß erklomm, unternahmen die Ja­paner einen energischen Angriff auf den rechten Flügel. Berittene Sapeure und Frei­willige wurden gegen den linken Flügel und den Rücken des Feindes gesandt und zwangen bie Japaner zum raschen Rückzüge. Das Ge- echt währte von 1 Uhr 45 bis 2 Uhr 30 Min. nachmittags. Bei Beginn be8 Gefechtes wurde General Rennenkawpff am Fuße verwundet. Rennenkampff blieb bei seiner Abteilung. Ein Dra- gonerofstzier ist gefallen, 2 Kosakenoffiziere und 13 Mann wurden verwundet.

Anstand.

* In Holland scheint eine A uflösung )er Ersten Kammer bevorzustehen, weil diese den Gesetzentwurf über den höheren Unterricht abgelebt hat. Der Premierminister Dr. Knyper hat sich rcch Hkt Lco ti(ehn zu einer Besprechung