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Verantwortlicher WR BF ij,rtftleiter:3of-Bau6 ■

jj. Mrzeller in Zulda wochenraiag« „Illustrierte Sonmagrzeitung"

eitung

Nonatsbeilage: „Sulzaer Geschichtsblatter".

Snjefgen: Vie et» fpaltige Petitzeile oöet deren Bannt 15 pfg Reklamen die petitzrii- 25 Pfg.; bei Wftöt»- holungen wird enflp> Rabatt gewährt.

vrmk und Verlag dr zuldaerAktiendrnckeN in Zulda (Harmonik Zernfprecher Nr. 9

M 158

zulüa, Donnerstag, den 14. Juli 1904.

31. Jahrgang.

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an Mitgliedern vorhanden:

Mitglieder

^.ie projektierte Nheinbrücke bei Ruhrort.

eine n

> Zweites Blatt i

82290

111148

144500

159675

175079

189 900

203161

Die 203161 Mitglieder verteilen sich in sol« gender Weise auf die einzelnen Organisationen:

1898:

1899:

1900;

1901:

1902:

1903:

1904:

ES waren Ende Ende 1. April 1. April 1. April 1. April 1. April

41800 17430

8 931 7 325

108 5100 4 683 2217 2 229 1696 1700 1272

1174

869

950

260 204

525

394

993

193 50053 16000

6 862 5 414

7 413

2 530

13 275

685

876

Deutsches Reich.

Berlin, den 13. Juli 190*.

§ Von den Wirkungen des neuen An fiedluugsgesetzes verspricht sich eine Posener Zuschrift des .Reichsboten' nicht allzu viel gutes. Die maßgebenden Stellen in Preußen, heißt es da, äußerten sich kühl über die voraus­sichtlichen Wirkungen. Herren von der Ansied­lungskommission seien der Ansicht, daß die Tätig­keit der polnischen Ansiedlungsbanken keineswegs gehindert werden würde. Das Sinken oder das Aufhören der Steigerung der Bodenpreise werde als eine günstige Wirkung angesehen. Am meisten werde befürchtet, daß die polnischen Banken und Agenten sich nunmehr auf den bäuerlichen Besitz stürzen würden. Starke Käufe aber würden eine Erregung in der deutschen Preffe und Oeffent- ltchkeit Hervorrufen, durch welche die Ansiedlungs. kommisfion gezwungen werden könnte, bäuerlichen

verschiedenen Gegenden Deutschlands soziale Kurse ab, um für ihre Idee Propaganda zu machen. Der Erfolg für die Ausbreitung der katholischen Fachabteilungen war kaum nennens­wert, da, soweit deren neueste Abrechnungen Schlüsse zulasten, kaum einige hundert Arbeiter sich diesen Fachabteilungen angeschloffen haben. In letzter Zeit scheint man in Berlin gegen die christlichen Gewerkschaften etwas zurückzuhalten. Die christlichen Gewerkschaften wünschen nichts dringlicher, als daß man seitens der Förderer dieser Bewegung bald zu der Einsicht kommt, daß ihre ZerspliUerungsarbeit nur dem Gesamt­interesse der christlich nationalen Arbeiterschaft Schaden und dem gemeinsamen Gegner Nutzen bringt. Man biete also freimütig die Hand zum Frieden zum Nutz und Frommen der gesamten christlichen Arbeiterwelt.

Die christlichen Gewerkschaften haben auch im Jahre 1903 ihre Existenzfähigkeit bewiesen, trotzdem sie gegenüber der starken Konkurrenz der sozialdemokratischen Gewerkschaften vielfach einen nicht leichten Stand haben. Die Kinder- Krankheiten dürften als überwunden gelten. Sittlicher Ernst und gewerkschaftliche Schulung unter den Mitgliedern sind ganz besonders ge­wachsen. Es gilt jetzt noch in den vielfach nicht erschloffenen Gebieten, die christliche Arbeiter­schaft aufzurütteln und den christlichen Verbänden zuzuführen. Dazu bedarf es auf der ganzen Linie einer systematischen Kleinagitation.

würden für die Kommission sehr erhebliche Nach' teile befürchtet. Der bäuerliche Besitz sei zu' nächst einmal erheblich teurer als der große Be' sitz, die Kommisfion müßte also so viel anlegen» daß sie sehr schwer Abnehmer finden würde- Weiter sei ein erheblicher Nachteil des bäuer­lichen Besitzes, daß auf demselben meist Lasten in Gestalt von Ausgedingen ruhten. Es würde» Ansiedler nur sehr schwer zu bewegen sein, der­art belastete Grundstücke zu übernehmen; die An- siedlungskommisston müßte also die Ausgedinge auszahlen. Dadurch würde der bäuerliche Besitz der Kommission aber ganz erheblich verteuert. Verteuert würde derselbe ferner durch die Zwischen- verwaltung während der Zeit vom Ankauf durch die Kommission bis zum Verkauf an einen An­siedler. Aus diesen und noch manchen anderen Gründen wird der Erwerb bäuerlichen Besitzes durch die Anstedlungskommisfion nicht gewünscht, und damit die Kommission nicht dazu gezwungen wird, sollte sich die deutsche Preffe eine gewiße Zurückhaltung auflegen und nicht in Erregung geraten, wenn demnächst bäuerlicher Besitz von den Polen in größerem Umfange erworben werde. Ein erheblicher Nachteil der neuen Mo« velle werde darin gesehen, daß die Ansiedlungs» genehmigung in die Hand der Regierungspräsi­denten gelegt sei. Wenn die Polen Großgrund« besitz nicht mehr parzellieren dürfen, würden sie auf Großgrundbefitz Eigenkäter, Jnstleute an« setzen und ihnen einen erheblichen Teil des Bodens abgeben; auf Bauernwirtschaften würden sie ge- noffenschafrliche Betriebe einzurichten suchen. Die würden sicher alles daran setzen, den polnischen Leutestrom, welcher sich in die westlichen Jn- dustriegegenden Deutschlands ergießt, auch künftig nach dem Osten zurückzuziehen; sie würden also die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen suchen. Da nun die Anfiedlungsgenehmigung in di.- Hand der Regierungspräsidenten gelegt sei, werde die Auslegung eine sehr verschiedenartige werden. Das könne ein sehr erheblicher Nachteil werden.

** Die Bewegung zu Grmsteu des 8 Uhr-Ladeuschluffes für Berlin hat in den letzten Wochen ganz bedeutende Fortschritte gemacht. Der Ausschuß der vereinigten Ladeninhaber und Gehilfen zur Herbeiführung eines einheitliche» 8 Uhr-Ladenschluffes hatte scbon im vorigen Jahre etwa 4000 Unterschriften von Geschäfts­inhabern gesammelt, die sich für den 8 Uhr- Ladenschluß aussprachen. Nachdem der Aus­schuß nunmehr seine Forderungen insofern ein­geschränkt hat, als er den 8 Uhr-Ladenschluß für alle Werktage, aber mit Ausnahme des Sonn­abends verlangt, an dem die Geschäfte bis 9 Uhr wie bisher geöffnet fein sollen, haben sich weitere 2500 Ladeninhaber durch Unterschrift für den 8 Uhr-Ladenschluß erklärt. Im Polizeibezirk Berlin kommen etwa 8—9000 Geschäftsinhaber in Frage, die erforderlichen Zweidrittelmehrheit für den früheren Ladenschluß ist also vorhanden. Ein Antrag der Geschäftsinhaber sämtlicher Branchen mit Ausnahme der Lebensmittel« und Zigarrenhändler liegt dem Polizeipräsidenten be­reits vor und es ist zu erwarten, daß die amt­liche Abstimmung bald vorgenommen und der 8 Uhr-Ladenschluß in Berlin noch in diesem Jahre eingeführt wird.

Vie christlichen Sewertschastm im Jahre 1903.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 1903 waren einer Aufwänsbewegung der ge­werkschaftlichen Bestrebungen recht günstig. Die einzelnen Richtungen der Gewerkschaftsbewegung entfalteten eine rege Werbetätigkeit, deren Erfolg eine erhebliche Steigerung der Mitgliederzahl war. Wie bereits mitgeteilt wurde, hat die sozialistische Gewerlschaflsbewegung eine Million Mitglieder erreicht Die Hirsch-Danckerschen Gewerkoereine haben im Jahre 1903 ebenfalls zugenommen, und zwar um 7314 Mitglieder. Auch die christ. liche Gewerkschaftsbewegung ist sowohl in bezug aus Zunahme der Mitglieder, wie bezüzl'ch der inneren Festigung ihrer Organisationen hinter den anderen gewerkschaftlichen Richtungen nicht zurückgeblieben.

Am 1. Apxil 1904 zählten die christlichen Gewerkschaften 203161 Mitglieder, gegen 189 900 um dieselbe Zeit des Vorjahres; das bedeutet einen Zuwachs von 13261 Mitgliedern. Im Jahresdurchschnitt 1903 beäug die Mitgliederzah 192607 gegen 179799 oder 12808 mehr als im Jahre 1902. An der Zunahme im Jahres­durchschnitt sind die dem Gesamtoerband ange schlosserten Verbände mit 8136, und zwar mit 6746 männlichen und 1734 weiblichen Mitgliedern beteiligt; die außerhalb des Gesamtoerbandes stehenden Organisationen vermehrten fqmit ihren Bestand um 4769 männliche Mitglieder. Weib­liche Mitglieder gehörten nut den dem Gesau t verband angeschloffenen Organisationen an, und zwar 5445 gegen 4077 im Vorjahr. An der Zunahme find u. a. beteiligt: Textilarbeiter mit 1584 männlichen und 573 weiblichen Mitgliedern, die Bauhandwerker mit 1949, die Metallarbeiter mit 1484, die Holzarbeiter mit 586, die Nicht gewerblichen Arbeiter mit 440 männlichen und 111 weiblichen, die Heimarbeiterinnen mit 529 weiblichen Mitgliedern usw.

Die Entwickelung der christlichen Gewerk- schäften geht aus folgender Uebersicht hervor.

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Von den dem Gesamtoerband der christlichen Gewerkschaften angeschloffeven Organisationen haben 17 eine Zunahme zu verzeichnen, während vier einen Rückgang aufweisen. Einen wesent­lichen Rückgang weist nur der Gewerkoerein der Ziegler auf. Dieser erhebt auch die niedrigsten Beiträge von allen Verbänden. Die Organi- sation und die Agitation ur ter den Zieglern be­gegnet großen Schwierigkeiten. Der größte Teil derselben ist während acht bis neun Monate des Jahres von der Heimat abwesend und durch ganz Deutschland zerstreut. In der Ferne

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Bergarbeiter Textilarbeiter Bauhandwerker Metallarbeiter (Sitz Duisburg) Metallarbeiter Gmünd. . . Holzarbeiter Nichtgewerbliche Arbeiter . . Heimarbeiterinnen .... Tabak- und Zigarrenarbeiter Schuh- und Lederarbeiter . . Ziegler...... .

Schneider Maler und Anstreicher. . . Keramische Arbeiter.... Fleischer Krankenpfleger

Bäcker ...

Blei- und Zinkarbecker. . . Uhrenarbeiter Bayerisches Kartell .... Arbeiterschutz (Freiburg) . . Deutsche Eifenbahnhandwerker Bayerische Eisenbahner. . . Württembergische Eisenbahner Badische Eisenbahner . . Bayerisches Poflpersonal . . Württembergisches Postpersonal Verein zur gegenseitigen Hülse Bayerische Hüttenarbeiter . .

Bayerische Straßenwärter

finden dieselben nur sehr selten Anschluß an die

anderen christlichen Organisationen uvd nd sich fast ganz fetbft Überlasten.

Von den Verbänden, die nicht dem Gesamt­oerband angeschloffen find, weisen der Verband deutscher Eilenbahnhandwerker und - Arbeiter und der Verband deS bay-rischen Post- und Tele- graphenpersonals merkliche Fortschritte auf. Der erstere scheint indes seinen Höhepunkt überschritten zu haben, da der Verbund anläßlich des Frank­furter Kongreffes 54,000 Mitglieder zählte, währt nd am 1. April 1904 nur noch 50,053 vorhanden waren Eine schwere Konkurrenz scheint dem Verband in dem Kaffeler Eisenbahner- oerband zu erstehen. Auch der bayerische Eisen­bahneroerband kämpft seit mehreren Jahren mit größeren Schwierigkeiten. Von verschiedenen Seiten wird er bekämpft und werden die Mit­glieder g-nett die Leitung scharf zu machen ver- sucht. Diesen Verbänden würde ein Anschluß an den Gesamtoerband der christlichen Gewerk­schaften zweifellos zum Vorteil gereichen.

Die erhöhte innere Festigung der christlichen Organisationen kommt vor allem zum Ausdruck in den Kaffenverhältnissen und im engen Zu­sammenhang mit diesen im Ausbau des Unter­stützungswesens.

Die gesamten Einnahmen der christlichen Verbände betrugen 1 131 605,93 Mk. gegen 823 864,18 Mk im Vo< fahre. Die Ausgaben stiegen von 633 719,50 Mk. im Jahre 1902 auf 938 363,06 Mk. tm Jahre 1903. Insbesondere sind die dem Gesamtoerbande angeschloffenen Verbände an den erhöhten Einnahmen und Aus­gaben beteiligt, beten Einnahmen fliegen von 466 909,95 Mk. im Vorfahre auf 678 252,09 Mk. im Jahre 1903. Ebenso haben sich die Ausgaben derselben von 328 455,28 Mk. im Vorjahre auf 552 446,94 Mk. erhöht. Der Kaffenstand erböhte fick von 572 648,84 Mk. im Vorjahre auf 745 107,28 Mk. -im Jahre 1903. Daran sind die dem Gesamtoerband ange­schloffenen Organisationen mit 455 969,60 Mk. beteiligt. Neben den Verbandskasten verfügen noch mehrere Verbände über Kranken-, Sterbe- und sonstige Unterstützungskasten. Eine Reihe von Organisationen hat auch im Jahre 19.3 feine Beiträge erhöht, sodaß in wenigen Jahren sämtliche Verbände zu angemeffenen Beiträgen gelangen dürsten. Mit hohen Beiträgen und entsprechenden Gegenleistungen läßt sich, wie die Erfahrung mehrfach zeigte, die Agitation erfolg­reicher betreiben als mit niedrigen Beiträgen, mit denen selbstverständlich große Taten nicht oollführt werden können.

Das Unterstützungswesen ist weiter ausgebaut worden. Unterstützung bei Arbeits­losigkeit ist infolge von Streiks, Aussperrungen und Maßregelungen bei sämtlichen Verbänden eingeführt, ebenso gewähren alle Verbände ihren Mitgliedern Rechtsschutz. Sterbegeld zahlen 19 Verbände in verschiedener Höhe; Reifeunter­stützung wird von 8 Verbänden gewährt, Um» zugsunterstützung von 5, Krankenunterstützung von 4 Verbänden. Außerdem haben die Holz­arbeiter, die Ntchtgewerblichen und die Tabak­arbeiter besondere Verbandskrankengeldzufchuß. kaffen.

Der Nachweis über die von den christlichen Gewerkschaften geführten Lohnbewegungen beweist daß auch das Jahr 1903 für sie reich an wirtschaftlichen Kämpfen war, welche jedoch die Leistungsfähigkeit der christlichen Gewerk- schäften erwiesen. Mit den dabei errungenen Erfolgen dürften die christlichen Gewerkschaften zufrieden fein, sie stehen gefestigter da, als je zuvor. Erwähnt sei noch die christliche Gewerk- schaftspreffe:

Christliche Gewerkschaftsblätter er­schienen am 1. April 1904 23 mit einer Gesamt-

auflage von 239 000 Exemplaren. 12 erschienen I Grundbesitz in Massen anzukaufen. Davon abev wöchentlich (Auflage 203 600 Exemplare), 9 " u “ .........

14lägig (30 800), 3 motätlich (5500). Mit dem 1- Januar 1903 wurde das Generalsekretariat des Gesarntverbandes der christlichen Gewerk­schaften errichtet und damit dir schon längst not­wendige Zentralstelle der christlichen Gewerk- schastkn geschaffen.

Die Versuche, die christlichen Gewerkschaften zu zersplittern durch Gründung „konfessioneller Gewerkschaften" hielt im Jahre 1903 an. Die „kathol. Fachabteilungen" des Berliner Verbandes der kathol Arbeitervereine arbeiteten gegen die christlickea Gewerkschaften. Sie haben zwar der Bewegung keinen direkten Schaden zufügen können, dagegen muß zugestanden werden, daß sie den christlichen Gewerkschaften den Weg in einigen Gegenden verlegten und ihr Vordringen dort hinderten. Ob dies auf die Dauer gelingen wird, ist eine Frage der Zukunft. Gegenwärtig wird die Probe auf dieses Exempel im Saar­revier gemacht. Wenn nicht' alles täuscht, so werden die christlichen Gewerkschaften im Saar­revier festen Fuß fassen und bald im Saarrevier allein mehr Mitglieder besitzen, als die ganzen katholischen Fachabteilungen zusammen. Die letzteren hielten im Laufe des Jahres 1903 in

®et größte Binnenhafen Europas, Ruhrort am Niederrhein soll orter Hafen nicht zu behindern llnter# eine neue Rheinbrücke erhalten, um die Mittelpunkte von Ruhrort und den Eiitmurf b?r bei bet ^Sefcbtiebenen H&pr.

Veti9 wurde die Aufgabe gewählt wurde Die Mittelöffnung der bm* $3

ürdie Ingenieure dadurch, baß es daraus ankam, den gewaltigen Rhein- eine lichte Weite von 203,15 Mein- ’ $ 'J ö

schtffahrtsoerkehc rnoglrchst wenig zu stören und die Zugänge zum Ruhr- _____

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