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vruck und Verlag bl zuldaerActiendrucke» in Zulda (Harmonie 8ernsprecher Rr 9.
M 157
zulda, Mittwoch, den 13, Juli 1904
31. Jahrgang,
§ Noch immer die Millionen des Uarthäüser-Priors.
Die vom französischen P.nlarnent zur Untersuchung der geheimnisvollen Bestechungsangelegen- heit eingesetzte Kommission hat nach wochenlanqen Vernehmungen endlich ihre Akten geschlossen und wird in allernächster Zeit der Deputiert.n- kammer abschließenden Bericht erstatten. Neugierig braucht aber niemand auf das Resultat zu fein, denn eS ist schon längst bekannt, daß die Untersuchung wie das bekannte Hornberger Schießen zu Ende gegangen ist; nun hat eine kleine Justizkomödie aufgejührt und die mysteriöse Persönlichkeit, welche den geängstigten Mönchen 2 Millionen Franks für Zwicke der herrschenden Regierungsp artei abpreffen wollte, wofür ihr Kloster „Grande Chartreuse" dann vom Ministerium einen Freibrief bekommen sollte, einfach nicht ausfindig gemacht, obwohl die Namen Chabert und Mascurand von verschiedenen Seiten als der Tat dringend verdächtig genannt worden waren.
Die Kommission lud die Verdächtigen vor ihr Forum und vernahm jene beiden Männer, welche in der Regierungspartei als Goldonkel eine große Rolle spielen. Beide leugneten wacker jede Schuld, und die Komm ssion war so freundlich, den Angeschuldigten auf’s Wort zu glauben. Der Klosterkoch C end re dagegen, welcher Herrn Mascurand in der Chartreuse beim Karthäuser Prior gesehen haben will, wird als unglaub. würdiger Zeuge beifeite gedrückt, weil Mascurand aus seinem sogenannten Tagebuch fein Alibi nachgewiesen haben soll.
Demgegenüber ist zu sagen, daß der Tag, an welchem der große Unbekannte seinen Erpressungs- versuch beim Karthäuser-Prior gemacht haben soll, garnicht so bombenfest steht, daß man daraufhin einen schlüssigen Alibi-Beweis bauen könnte. Noch weniger wird einem Juristen der Gedanke in den Kopf wollen, daß das Tagebuch eines Angeschuldigten, der sich auf dieses beruft und also das Buch vorher seinem Interesse gemäß zugestutzt haben kann, zwingende Beweiskraft besitze. Wenn die Kriminalgerichte nach dem Beispiel der parlamentarischen Kommission verfahren wollten, würden die meisten Mörder und Einbrecher ihr Alibi konstruieren können. Auf, fallend ist jedenfalls, daß der Klosterkoch j'errn Mascurand, der ihm sonst vollkommen unbekannt war, sofort unter den Ausschußmitgliedern her ausgefunden hat, obschon Mascurand sich mitten unter die Kommissionsmitglieder gesetzt hatte. Kurz und gut, die ganze Untersuchung vor der Kommission ist nichts als eine recht unbeholfen gespielte Justizkomödie. Es ist sicher, daß sowohl Millerand wie auch andere von der Kommission vernommene Politiker den Namen des E pressers und Versuchers ganz genau kennen, aber mit der vollen Wahrheit nicht herckusrücken mögen, um die Regierungspartei nicht noch weiter zu blamieren.
Das Allerschönste an der ganzen Komödie jedoch ist, daß die Untersuchungskommisston nicht dabei stehen bleibt, zu erklären: Es ist uns leider nicht gelungen, Licht in die dunkle Geschichte zu bringen, sondern daß sie darüber hinaus positiv die kecke Behauptung aufstellt, es liege überhaupt kein Erpressungs- und Bestechungsversuch vor. Diese ihre sehr zweifelhafte Weisheit kleidet die hohe Kommission sogar noch in eine für den Ministerpräsidenten Combes beleiht, gende Form, indem sie gegen ihn, dessen Sohn doch der Mittäterschaft beschuldigt worden war, den Vorwurf erhebt, er, der Minister, habe bedauerlicherweise ohne hinreichenden Grund voreilig im Parlament von einem Best chungsver- suche gesprochen, trotzdem kein solcher oorliege, und dadurch tiefe Erregung im Lande wochge- rufen. Das ist starker Tabak! In den Anträgen des Berichterstatters Colin, welche mit 18 gegen 8 Stimmen genehmigt wurden und die demnächst der französischen Kammer zur Gutheißung unterbreitet werden, heißt es nach dem Wolffschen Bureau wörtlich: „Die Kammer erklärt, daß sich bei der Untersuchung kein Beweis für den Versuch einer Bestechung ergeben hat, der am 10. Juni von der Rednertribüne aus angezeigt worden ist, noch für die gegen Edgar Combes erhobene Beschuldigung. Die Kammer bedauert, daß Ministerpräsident Combes unvorsichtiger Weise und ohne ausreichenden Grund tiefe Erregung imLande hervorgerufen und zum Schaden der französischen Interessen den Ruf des französischen Ver»
treters auf der Ausstellung in St. Louis aufs Spiel gesetzt hat. Die Kammer bedauert, daß Mißbrauch der Amtsgewalt gegenüber dem gerichtlichen Verfahren vorgekommen ist."
Die Mehrheit der Kommission ist bekanntlich dem Ministerpräsidenten feindlich gesinnt. Es ist aber wohl ausgeschlossen, daß die Blockmebrheit des Parlaments diesem scharfen Mißtrauensvotum der Kommission gegen den Ministerpräsidenten beitreten werde; denn einen solchen Beschluß könnte daS Kabinett Combes nicht einen Tag überleben. Jedenfalls wird es im franzö fischen Parlament demnächst wieder sehr stürmische Sitzungen geben.
*. Chinesische Christen.
Europäische Reisende, welche Ostasien bereist haben, pflegen sich in der Regel recht abschätzig über die Erfolge des christlichen Missionswesens in China auszusprechen. Es wird da behauptet, daß viele Chinesen nur deshalb zum Christentum überträten, um an dem Missionar eine materielle Stütze zu haben, durch welche sie sich und ihre Familie über Mißwachs und schlechte Zeiten Hinwegbringen wollen. Nicht feiten sollen solche Chinesenchristen ihre Zugehörigkeit zur christlichen Religion auch dazu benutzen, um sich gegenüber den chinesischen Ortsbehörden aus's hohe Pserd zu setzen, da ihnen durch die Vermittelung der europäischen Missionare der Schutz irgend einer europäischen Botschaft zuteil werde. Sicherlich gibt es ja auch unter den Neubekehrten in China räudige Schafe, welche sich bei ihrem Ueberlntt zum Christentum nicht von redlicher Ueberzeugung, sondern von niederen, unedlen Beweggründen leiten lassen. Aber man darf bei solchen Vorkommnissen nicht ohne weiteres verallgemeinern, wie das leicht geschieht; schon das treue und todesmutige Ausharren der Pekinger katholischen Christengemeinde in ihrem Glauben bei den Boxerwirren 1900 hat gezeigt, daß jene eben erwähnten räudigen Schafe doch nur Ausnahmen sind, daß dagegen die erdrückende Mehrheit der chinesischen Christen in Peking es mit ihrem christlichen Bekenntnis in jenen schrecklichen Tagen durchaus ernst genommen hat und für ihren Christenglauben vielfach in den bittersten Tod gegangen ist.
Aehnliche Erfahrungen hat gegenwärtig der Kriegskorrespondent der konservativen .Kreuzzeitung', Herr Baro von Binder-Krieg!- stein, bei seinem längeren Aufenthalt in der Hauptstadt der Mandschurei gemacht. Er lernte in Mulden einen katholischen Misstonar P. Ville- mont kennen, dessen tapferes heldenmütiges Aus- harren auf seinem gefahrvollen Posten ihm, dem Welireisendep, allen Respekt einflößte, und dessen Gemeinde, die durchweg ars chinesischen und mandschurischen Neuchriften besteht, nicht minder des Lobes würdig war. Hören wir, was Herr von Binder über Hirt und Herde dem genannten Berliner Blatte schreibt:
„Und er ist kein Poseur, dieser Missionar, ebensowenig wie einer seiner Mitbrüder. Es sind das alles Leute, nicht wie man sie leider zu Beginn des Boxerkrieges in allen Zungen als Störenfriede angegriffen hat. sondern Männer so starken Glaubens und so felsenfesten Pflichtgefühls, daß ich nicht zögere, sie für die wahren Helden zu erklären, gegen welche die säbelraffelnden Soldaten und die abenteuerndsn Con- doltieri, und mögen sie persönlich noch so tapfer und unerschrocken fein, himmelweit am Charakter zurückstehen, weil sie doch aus Inter, sse, aus Ruhmsucht oder weltlicher Vorteile wegen über die Menge sich erheben und im Glanze ihrer Erfolge reichlich belohnt sind. Aber diese stummen Blutzeuaen einer großen und erhabenen Idee, deren Name nie bekannt wird und welche ungenannt und unbeweint kein anderes Denkmal zmücklaffen, als jenes ihrer kulturtragenden Wirksamkeit — welche bescheiden aller vermeiden, was zu ihrer Popularität beitragen könnte — sie sind für uns, welche jene andere, rühm- und er- solgsuchence Partei darstellen, der Inbegriff des wahren Heldentums.
Ich habe sie in der Türkei, in Indien, in China, in Südamerika getroffen, diese bescheidenen Helden, und niemals war einer unter ihnen, welcher nicht jenen idealen Anforderungen entsprochen hätte, welche ihr Beruf an sie stellt.
Man hat stets behauptet, daß der Chinese nur aus Opportunitätsgründen zum Christentum übertrete, da er sich unter dem Schutze der Missionare und deren Schützlinge, der auswärtigen Vertreter einer starken Stütze gegen seine heidnischen Mitbürger erfreue und an "einer lieber« Hebungssucht leide, welche ihn seiner Nachbarschaft verhaßt mache. Es kann dies wohl in Bezug auf die englischen und besonders auf die amerikanischen Missionen Berechtigung haben, denn niemand am allerwenigsten Engländer
und Amerikaner selbst werden es leugnen, daß sie mit der Aufstellung von Missionen weitblickende politische Ziele verfolgen. Den k a t ho- lischen und besonders französisiykn Missionen diesen Vorwurf zu machen, ist ungerecht, und selbst von anderer, uns gerade nicht befreundeter Seite ist es häufig genug anerkannt worden, daß gerade diese Propaganda die politisch farbloseste ist.
Die Konvertierten, deren lieber tritt in die römische Kirche manchmal schon vor Generationen erfolgt ist, sind weitaus bessere und Überzeugiere Christen als wir. Als man in Mulden etwa zweihundert Katholiken gefangen halte und von ihnen die Apostasie verlangte, ja ihnen die Freiheit versprach, wenn sie nur vor den Götzen die Räucherstäbchen an« zünden wollten, fand sich nicht ein einziger unter ihnen, welcher von seinem Glauben abgefallen wäre, und sie erduldeten heroisch alle Martern, wilche man ihrer Abschlachtung vorangehen ließ, — Beweis dafür, daß diese Christen ihren Glauben nicht nur um materieller Vorteile Willenändern. Wie mir der Missionar auch versichert und wie ich es ja selbst in der kleinen Mongolei vor Jahren bestätigen konnte, bemühen sich die Bekehrten, wirklich nach dem christlichen Dogma zu leben, und da der Bischof jeden, der ein schlechtes Beispiel geben könnte, sofort exkommuniziert, so wird die Herde immer rein gehalten. Von Seiten der Russen werden die Missionen mit sehr scheelen Augen angesehen. Vor allem aus religiöser Eifersucht, da es den russischen Popen nicht gelingen will, annähernd den anderen Konfessionen im Bekehrungswerks gleichzukommen, andererseits weil man sie immer als gefährliche Vorposten Europas betrachtet und sie als einstigen Stützpunkt der Ausländer in der Mandschurei fürchtet. Man spreche ja nicht von russischen Liberalismus gegenüber anderen Nationen. Sie sind uns weit feindlicher und viel gefährlicher, als selbst die Engländer, wo immer wir sie treffen mögen, denn der Engländer hat anderen Nationen in seinen Kolonien immer freies Feld gewährt, und wenn sie ihm auch nicht zweimal lieb sind, so gewährt er ihnen schrankenlos, wenigstens in der Form, die gleichen Vorteile und Rechte, wie seinen eigenen Untertanen.
Ganz anders die Ruffen. Denn obgleich sie auf die Mandschurei rechtlich etwa fo viel Anspruch haben als nur irgend jemand, und die amerikanischen und englischen Verträge mit China jenen Staaten das Recht einräumen, in vier Städten des Landes Ko^ulat- zu errichten, haben die Russen durch Hintertreibungen die Ausführung dieser Pläne hintanzuhalten gewußt und werden, wenn sie nach Beendigung des K.ieges Sieger bleiben und die Mandschurei als Beute einstecken, von hier die Missionen ebenso rücksichtslos entfernen, wie sie es seinerzeit in Ost-Sibirien getan haben, und das Land rufsifizieren, d. h. in einer Art verwalten, welche es dem ausländischen Kaufmanne unmöglich machen wird, sich hier niederzulüffrn "
Auf solch ein uneingeschränktes Lob von unparteiischer Seite tfi'fen die ka holischen Missionen mit Recht stolz sein!
* Eine lehrreiche und schlagfertige Geschichte aus dem Leben teilt ,Das Volk' mit: In einer sozialdemokratischen Volksversammlung hatte ein „Genosse" soeben unter starkem Beifall seine groß?, phrasengeschmückte Anklagerede gegen die heutige Gesellschaft mit den donnernden Worten beendet: „Darum sage ich euch, es wird nicht eher besser in der Welt, ehe wir nicht loskommen von dem Drucke der Junker und Pfaffen." Da trat ein Pfarrer auf und begann mit folgenden Worten: „Herr Triller hat zum Schluß von dem Druck der Junker und Pfdffen geredet SBuS nun die Junker betrifft, so habe ich eigentlich zu wenig mit den Adeligen zu tun gehabt, um beurteilen zu können, ob die Leute drücken. Einige habe ich kennen gelernt; das waren recht menschenfreundliche Herren. Wahr- scheiiuich hat Herr Triller in seiner Eigenschaft als Arbeiter mehr als ich in höheren Adelskreifen verkehrt; vielleicht ist er so freundlich und nennt uns die Junker mit Namen, unter deren Druck er zu leiden gehabt hat! Aber nun die Pfaffen! Ich gehöre ja selbst zu Lieser verwerflichen Menfchenklasse. Und da muß ich leider mit dem Gcständniffe beginnen: „Ich habe Herrn Triller gedrückt!" Allgemeines „Aba!" „Ja, ich habe ihn sogar wiederholt gedrückt," fuhr der Pfarrer unbeirrt fort. „TS sind nun vier Jahre her, da starb seine Frau Ich habe ihr damals eine christliche Leichenrede gehalten, und da mir das Herz warm war, auch dem betrübten Gatten in herzlicher Teilnahme die Hand gedrückt. Das war der erste Druck. Danach über eine Zeit hörte ich, daß Triller wegen sozialistischer Umtriebe ans der Arbeit entlaffen und nun mit seinen hilflosen Würmern in arge Not geraten sei. Da bin ich zu ihm gegangen und habe ihm abermals die Hand gedrückt und auch etwas in die Hand, soweit meine Kräfte reichten. DaS war der zweite Druck! Um vier Wochen
danach klopfte rS an meine Tür und herein tritt Triller und bitte», ob ich nicht ein gutes W rt für ihn ein« legen wolle bei den Herrn Arbeitgebern, daß er doch wieder in Arbeit käme. Da habe ich ihm abermals herzlich die Hand gedrückt Und versprochen, daß ich es versuchen wolle. thb ich freue mich, daß er auf meine Befürwortung wieder angenommen ist. Das war der dritte Druck! Und darum, meine Herren, stehe ich heute als armer Sünder vor Herrn Triller und muß vor ihnen alle bekennen: „Ich habe ihn wiederholt gedrückt." Ein Lächeln ging durch den Saal; aller Augen waren auf Herrn Triller gerichtet. Der aber saß da, als ob etwas wie feurige Kohlen auf seinem Haupte brenne. Endlich stand er aus und stotterte unter der endlosen Heiterkeit der ganzen Versammlung: „Ja, wenn sie alle wären wie Sie!"
[] Einen „falschen Redakteur" sollten in der Person oes Schlossers Piontek der Verleger der polnisch-sozialistischen ,Gazeta Robotnicfa' Stefan Thiel und der Metteur MorawSki angestellt haben. Dafür wurden seiner Zeit Thiel wie Piontek selbst zu Gefängnisstrafen verurteilt, Morawski aber vom Gericht der Strafkammer in Beuthen freigesprochen, weil er auf die Bestellung des Redakteurs keinen Einfluß hatte und in seiner Stellung als Srtzer und Metteur auch weder dessen Qualität prüfen noch feine Tätigkeit kontrollieren könnte. Vom Reichsgerichte wurde das freisprechende Urteil aufstaatsanwaltschastliche Revision aufgehoben, mit der Begründung, daß die Freisprechung nicht durch die Feststellung getragen werde, daß M. auf die Anstellung des Redakteurs keinen Einfluß hatte und den ihm erteilten Weisungen folgen mußte. Als Täter fei jeder zu betrachten, der in Kenntnis von dem Sachverhalte an der Verwirklichung des strafbaren Tatbestandes mitwirke. Wenn Morawski wußte, daß Piontek nicht wirklich Redakteur war, trotzdem aber durch MorawskiS Tätigkeit auf dem Blatte als Re- dakteur genannt wurde, so sei Morawski nach § 18, Ziffer 2 des PreßgesetzeS zu bestrafen. Das Landgericht Beuthen verhandelte auf Grund dieser Entscheidung nun von neuem gegen Morawski und verurteilte ihn auf Grund der erneuten Beweisaufnahme, nach der Morawski gewußt haben konnte, Piontek sei nicht der wirkliche Redakteur, zu t rei Wochen Gefängnis, während der Staatsanwalt drei Monate beantragt hatte! Die Konsequenzen jener Reichsgerichts- Entscheidung machten sich übrigens auch für den Verhandlung? leiter, Landgerichtsrat Paffauer, recht unangenehm bemerkbar. Er ließ nämlich einen Zeugen, der mit dem Angeklagten Morawski zusammen bei der Herstellung der .Gazeta Robotnicfw beschäftigt war,nach Ableistung des Zeugeneides vernehmen und erfuhr nun, daß der Zeuge gewußt habe, Piontek sci nicht der eigentliche Redakteur gewesen. Der Vorsitzende ließ nun am Schluffe der Beweisaufnahme diesen Zeugen noch einmal vortreten und eröffnete ihm, daß er ihn nicht vereidigt haben würde, wenn er vorher gewußt, hätte, waS er aussagen würde, denn der Zeuge habe sich gleich Morawski der Mittäterschaft schuldig gemacht und würde bestraft werden müssen, romn nicht Verjährung eingetreten wäre. Aber der Eid des Zeugen sei ungrltig und habe er seine Aussage als eine uneidliche anzusehen, als welche sie auch vom Gericht angesehen werde.
* Gedankensplitter. W-un man zwei Menschen in dasselbe Schlafzimmer steckt, von denen der eine an heftigem Zahnschmerz leidet, der andere verliebt ist, so wird man finden, daß der mit dem Zahnschmerz zuerst einschläft. — Das klügste, waS einige Leute in ihrem ra-zen Leben gemacht buben, ist reich aus die Welt zu kommen. — Das einzige, was zugunsten enger Schuhe angeführt we-den kann, ist, daß sie uns alle übrigen Sorgen vergkssen lassen.
* Die Pautoffclheldiu. Bekannter: „Wie, Sie bleiben abends zu Hans, und Ihre Frau geht kneipen?" Hausherr: „Ja, dos har sie noch so aus ihrer Studienzeit her; sstolz) aber den Hausschlüssel kriegt fie nicht!"
"Di« Mariauisch u Kongregationen und der Ministertal-Erlaß vom 23. Januar 1904." «jetfam und aktenmäßig zusammengestellt von einem Priester der Diözese Breslau. Verlag der .Schlesischen Volkszeitung' in Breslau: Preis 1,50 Mark.
Diese Schrift, deren Berfaffer über die vorliegende Frage sehr genau unterrichtet ist, bringt eine gründliche Erörterung der ganzen Frage und zum ersten Male em sorgsam zusammengestelltes Quellenmaterial in lateinischer und deutscher Sprache uns wird hoffentlich so zur Klärung der noch vielfach unklaren Anschauungen beitragen. Durch die neuliche Debatte im preußischen Herrenhause ist das allgemeine Jntereffe für die mari- anischen Kongregationen wieder erregt und in ien Zeitungen wird noch gar vieles Über dieselben geschrieben werden. Auf nichtkatho:ischer Seite herrscht eine geradezu unglaubliche UrtenntniS in dieser Angelegenheit. Man kann dieser Schrift nur eine möglichst wette Verbreitung wünschen unter den Katholiken sowohl wie unter den Andersgläubigen. Der Preis ist sehr niedria • die Ausstattung des Werkes gut.
Kathol sche Hansbidel. Handausgabe. Zweiter Teil Biblische Geschichte für das kath?l.scheB°tt.' Bon Dr. Jakob Ecker, Professor der Ereaese («• T.) und der hebräischen Sprache am Priester" semmar zu Trier. Preis drosch. Mk. 1,70, geb. tu Leinwand Mk. 2,20. B
Nunmehr liegt das ganze alle Testament in dieser prachtvollen, nach ieder Richtung hin gediegenen Ausgabe vor un-. Sie verdient die weiteste Verbreitung, w-m ^ Wunsch unserer Bischöfe ist, die
dem Velsaffer gleich.ihre Anerrennung und Hochschätzuna Mögen ihre beredten und be- ieisternden Worte wirksamen und nachhaltigen Anklang )a8et»u&beh<.r^eSrA berr Katholiken, bann wird bald
» .Milcher feinen Einzug halten in die LaM' ZEilie und dort den ihm gebührenden Ehrenplatz entnehmen. Nimm und lies!