KU-a, Mittwoch, den 13. Juli 1904
31. Jahrgang
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(Nachdruck Verbote«.)
sich vm Mitternacht japanische Torpedoboote der Einfahrt von Port Arthur und feuerten auf bas Wachtschiff von der Diana-Klaffe Tor- pedoS ab. Das Resultat ist nicht bekannt. (Das hecht: Wir haben wohl geschossen, aber nicht getroffen.) Die japanischen Boote erlitten keinen Schaden.
W. Nintschwaug, 13. Juli 1903. (Reuter.) Vom Lande hei einkommende Chinesen berichten, daß sich die Russen überall vor den Japanern zurückziehen, deren baldige Ankunft hier ermattet wild. Zur Verteidigung von Taschit- schiao werden energische Vorbereitungen ge- trcffen. Trotz des Ernstes der Lage wird hi.r weiter lebhaft« r Handel getrieben. Im Hafen befinden sich viel? Schiffe.
* Der russisch-japanische Krieg
Die Prioatberichte vom Kriegsschauplatz find wahrhcft kläglich. Die neugierigen Preßvertreter werden dort, wo wirklich etwas zu sehen ist, nickt zugelaffen, und wenn sie doch eine unabhängige Information erlangen sollten, so streicht ihnen die Zensur das Wertvolle heraus. Die betreffende Heeresverwaltung läßt natürlich kein Telegramm durch, das nicht den Stempel ihres Wohlgefallens erlangt hat, und das Durchschnuggeln von Nachrichten bis zu einer un abhängigen Telegrophenstation ist bei der Eigenart dieses abgelegenen Kriegsschauplatzes nicht möglich. Die schriftlichen Berichte kommen bei 6er weiten Entfernung erst an, wenn sie „nicht mehr wahr" sind. Der Berichterstatter, der andauernd auf seinem Posten bleiben will, darf überhaupt nicht den Versuch machen, unangenehme Di« ge zu melden, da er gleich nach dem Abdruck fernen Abschub zu erwarten hätte. Eine kleine Vergünstigung ist den Kriegsberichterstattern nun doch epige- räumt worden. Sie und die fremden Militärattache« s haben jetzt zum ersten Male seit Ausbruch des Krieges die Erlaubnis erha'ten, an dem Vormarsch "der japanischen Truppen teilzunehmen, während sie bisher beim Hauptquartier des Generals Kuroki zurückbleiben mußten.
lieber den Gesundheitszustand der! russischen Armee werden nach einer Drahtmeldung des .Regierungsboten' aus Taschitschiao folgende Mitteilungen gemacht: Bis zum 26; Juni betrug die Zahl der Kranken in den Hospitälern an Offizieren 7,136, die der Soldaten 3,943 Prozent des Effektivbestandes, einschließlich der evakuierten verwundeten Offiziere und Soldaten 10,24 bezw. 6,51 Prozent. Nach Beginn der Regenzeit am 9. Juli stieg die Zahl der in den Hospitälern aufgenommenen Offiziere und Soldaten auf 8,384 bezw. 4,646, die Zahl der Jnfeklionskranken ron 2,10 auf 8,52 Prozent, darunter an Dyssertterie erkrankter 1,99 Prozent.
W Tokio, 13. Juli 1904. (Reuter.) Ad- miral Togo berichtet: Am Montag näherten
.Neue Montagsblatt': „Das zweite Arbeiter- Sport Fest, welches am 24 Juli ds. J-. in Friedrichebagen am Müggelsee cbgehalten werden sill, verspricht in seiner Art großartig zu werden. Radfahrer. Turner, Athletik, Ring- und Fuß- ballsport, Sänger, Mandollnen- und Mundhar- monikaoolträge zu Lande, Schwimmer, Ruderer und Segler zu Waffer haben ihre Beteiligung zugesagt und werden, jeder in seiner Art, zum Gelingen des Ga zrn beitragen Das Festkomitee bat dafür gesorgt, daß am Festtage sowohl Eisenbahnzüge als Dampfschiffe genügend zur Verfügung stehen." Wir haben durchaus nichts dagegen, daß dis Lohnarbeiter einem verständigen Sporte huldigen. Aber für die beliebte sozialdemokratische Behauptung, daß d''e Arbeiter in ihrer Gesamtheit oder doch in der Hauptmasse ausgebeutet, ausgemergelt und ausgehungert feien, spricht die Meldung des Blattes doch nicht gerade.
* Hebet die Vorgänge in Finnland wird aus Kopenhagen beruhtet: „Einer b ieflichen Mitteilung aus Helfingfois zufolge wurde der Bankdirektor und Stadtverordnete Emrl Schy- bergson, nachdem eite Haussuchung bei ihm abgehallen war, am 7. Juli verhaftet und über Wybwg nach Rußland deportiert. Bei dem Profeffor für vergleichende Sprachforschung Otto Donner, bei deffen Eltern und bei dem Profeffor der Astroromie Anders Donner wurden Haussuchungen in der Nacht vom 4. Juli oorgenommen. Prozessor Homrn und Dozent Estländer werden in Petersburg in strenger Untersuchungshaft gehalten.
* Die mazedonischen Aufständischen führen wieder Dynamitanschläge gegen die Eisenbahnen aus. Wie berei s gemeldet, erlitt der Konoentionalzug Saloniki Wien infolge eines solchen Anschlages eine zweistündige Fahrtunterbrechung. E n Soldat und ein nahn- wächter wurden bei Aushebung der Mine gerötet. Ein zweites Allenrat ist bei Dedeagatsch verübt worden. Ueber dasselbe meldet die .Ageice Haras' aus Saloniki unterm 11. ds.: Der gestern ftüh ron hier nach Dedeagatsch ab» gegangene gemischte Personenzug ist bei dec Station Badoma auf Kilometer 395 entgleist, da eine Brücke von bulgarischen Aufständischen durch Dynamit zerstört und das Gleis beschädigt war. Bei dem Unfall erlitt eine Person Verletzungen. — Diese Attentate können die Erbitterung gegen die komitalschiS nur steigern. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet.
ihn stst und fuhr ihn grimmig an. Bon feinen beiden Freunden hatte er zeitig die Nachricht von dem Geschehenen erfahren.
„Wenn Ihr ein gemeiner Mörder werden wollt, dann hättet Ihr droben in Elberfeld bleiben sollen," grollte Bühl.
Der andere lachte frech.
„Der buckelige Schneider hat Eure Gertrud mit Liebesanträgen verfolgt, ist sogar in die Wohnung der Jungfer Lene eingedrungen —"
„Uebertreibt nicht!"
„Und dann hat uns ein unglücklicher Zufall später zusammengesührt. Wir haben krakeelt; er hat mich gereizt, hat mich bei der Ehre angegriffen, und das duldet ein Demokrat nicht, Bürger l" Der Rote warf fich in die Brust. „Ich bade ihn übrigens nur mit meinem Tafchenmifler bei der ersten Wut geritzt."
„Ich habe überhaupt keine Lust, Euer Verhältnis mit dem Mädchen länger zu dulden," sprach Bühl unwirsch.
Der Genoffe sah ihn mit blitzenden Augen an.
„DaS werdet Ihr nicht, Bürger!"
„Wer will es mir verbieten?"
„Ihr werdet mir daS Mädchen lassen, hört Ihr?" rief der Rote drohend.
„Ihr wollt vielleicht drohen?" Und Bühl reckte fich gereizt.
„Ja, daS will ich; denn ich kenne einen dunkeln Punkt aus Emer Bergongenheit, wo Ihr vor den Geschworenen in Köln —"
Der Rote, der fich nnvorfichiig im Efer hinein- gereott hatte, fühlte fich plötzlich von zwei eisernen Fäusten uwfatzt, die ihn zu Boden drückten und ihm den Hills zuichnürten. Er toinbe ihm dunkel vor den Augen. Dabei batte fich seine Halsbinde gelöst und auf dem rötlichknHalse zeigten sich drei weiße Streifen, scharf gezeichnete Narben ehemaliger «ratzwunden.
„Ihr feto ja doppelt gezeichnet, mit rotem Haar und diesen drei Na-ben, Jdr Schuft I" Und in steigender Wut umkroTten Bühls Fäuste seinen HalS.1
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$> Erttl« dtÄda. wochenbellage i „Illustrierte §onntag§zeitung
Der AchtmdoikWtt.
Tine rheinische Geschichte von Wilhelm Ruland.
„Ah, nun kenne ich Euch wieder," keuchte er, „Ihr seid der vom schwarzen Waff r an der Hofgartenmauer — Ah!" stöhnte er; denn schwer kniete der andere auf ihm. „Tötet mich, mir liegt doch nichts mehr am Leben. Tötet mich, Mörder meiner Liebel"
„DaS möcht ich auch; Du Buckel hast eine gefährliche Zunge!" rannte der Rote heiser und suchte nach ft arm Messer. „Ja, ein gefährliches Subjekt bist Du! '
.O Gott, Gertrud!"
Der Unglückliche halte etwas über seinem Haupte Mtaen sehen und schloß die Augen. Da senkte sich pli tzlich eine schwere Faust auf des Roten Kopf. Er stü^ ite taumelnd zur S.iie, stieß dann eine Verwünschung aus und stürzte davon.
„Renn ihm nach, Henn!" rief der biedere Frähns, der mit feinem Geführten unerwartet Zeuge dieser erregten Szene geworden war. „Renn ihm nach!" Und er beugte fich auf den Daliegenden. Nach einigen Minuten kihrle der Lippenbenn zurück. Er war kein Dauerläufer. „Der Kerl hatte zu schnelle Beine," murmelte er verdrießlich. Der arme Heinrich griff I stöhnend nach seiner Brust; das weiße Hemd war an I einer Stell- sG ge ärbt. Die beiden biederen Sackträger äußerten lebhaft ihre Entrüstung undT-ilnahme.
„Der Lump Hal e« auf Deine Uhr und die schwere stlberne Kette abgesehen, armer Junge!" meinte der Frähns mitleidig uni, blickte respektvoll auf dis Gesellen Uhrkette.
Der ober schüttelte traurig das Haupt.
Das ehrliche Sackt» äger Paar packre den Schneidergeselle« bei den Armen und geleitete ihn in's Hospital.
Am ander« Tage begegnete Bühl dem Roten am Jüjeto. Jener suchte auszuweich, n, aber Bühl hielt'
z Wanderungen durch die Gewerbe- Abstellung.
i.
Mein lieber Freund Julius, Junggeselle seines Zeichens uns Rentner von Beruf, klagte mir dieser Tage, er sei schon dreimal im Gchloß- garten gewesen, um die Gewerbeausstellung zu besichtigen und er habe doch nur wenig davon gesehen. Als ich ihn darauf mit staunendem Lächeln ansah, fuhr et wehmütig fort: „Es geht vielen anderen geradeso wie mir; man sieht der schönen Sachen zu viel auf einmal. UebrigeuS ist der Durchgang vom Aufgang zu den Zelten so enge und so einladend mit Sitzplätzen aus- gestattet, daß ich der Versuchung, mich dort niederzulassen, nicht widerstehen konnte — und dann — na, das weitere kannst Du Dir ja denken!"
Allerdings konnte ich es mir derken; wußte ich doch, daß der gute Julius, wenn er beim schäumenden Bierglase fitzt und was gutes zu essen vor sich hat, gar leicht alles andere ver- gißt. Nach langem Hin- und Herreden kamen wir dahin überein, daß wir gemeinschaftlich der Ausstellung eine Reihe von Besuchen abstatten und alles genau betrachten wollten. Und da mein Freund die Erfahrung gemacht haben will, daß gar manche, wenn sie aus der Ausstellung herauskommen, nicht mehr wiffen, was sie alles gesehen haben, andere aber daS Bests und den andern. Schwört es mir, Bürger! Auch ich will Euch Dankbarkeit bis zum Tode schwören."
Mit finsterer Miene und schwerem Herze« schrttt Böhl davon.
Der arme Heinrich genas langsam von seiner Wunde, von der er fich schneller erholte als von der seelischen Aufregung, in die ihn die Erlebniffe deS 17. März gestürzt hatten. Aber ein trauriges LvS war ihm dennoch beschieden: die Brustwunde hatte ein zehrendes Siechtum zur Folge, dkffen Keim schon früher in der Brust des schwächlichen Schneidergesellen gelegen wat. Am l.Mai wurde er au6 dem Krankenhause entlassen. Müde schlich er von der Klinik am Neutor in den löofgarten. Die alten Uta en standen in vollster Blüte. Da erblickte er aus einer Bank ein junges Mädchen. Er achtete anfangs nicht darauf; erst als fie von der Strickarbeit aufschaute und bei seinem Anblicke iS) cmf- prang, starrte er fie an und stieß einen leifee Rlüff >er Ueberrasckmng aus.
„Gertrud!"
Ec wußte nicht, daß fie seinetwegen hergekoma-« war. Sie hatte fich vorgenommen, stark zu fern, sich Üeb und gütig dem Armen zu erweisen, den der Mann ihrer Liebe in unseliger Eifersucht verwundet hatte — und nun fühlte fie fich auf einmal so schwach und un-- ähig zu irgeab einer Handlung. Mit einem schmerz- ichen Rufe sank fie auf die Bank zurück.
„Gertrud!"
Er beugte fich zu ihr hinab und sprach ihr sanft zu. Sie aber hob die großen blauen Augen flehend u ihm empor und gestand ihm schluchzend, daß fie hn nicht lieben könne. Ihm war es, als ob ihre chönen Augen dabei scheu seinen mißgestalteten Körper kreisten. Sie flehte ihn an, ihr deshalb nicht böse z« ein, und dabei schluchzte fie herzzerbrcchend. Er aber aßte zagend ihre Hand, und als fie ihm nicht wehrte, noch die andere und sagte mit leiser, tonloser Stimme, er wolle aus ihre Liebe verzichten, fie möge ihm nur ein kleines Andenken bewahren. Rur einen Wunsch habe er noch, dann wolle er fich gern in alles fügen.
1 * Besuch des deutschen Geschwaders
1 in der englischen Stadt Plymomh. Tas ■ deutsche Geschwader ist in Plymouth am 11. Jult ' vor Anker gegangen. Admiral v. Koester er- 1 widerte die Besuche der Zioilbehörden, welche 1 die Flotte in Plymouth begrüßt hatten. Gestern folgte der Admiral und 60 Offiziere der Ein-
1 ladung des Bürgermeisters zu einem Festmahl, ■ cn dem sich 150 Gäste beteiligten. Am Abend hakten Admiral Seymour, sowie Admiral ! Henderson hervorragende deutsche wie englische Marineoffiziere zum Diner als Gäste geladen. Im Verlaufe des Diners erhob fich Admiral v. Koester zu einem Trinkspruch auf die britische Flotte und ihre tapfern Offiziere. Auf Einladung der deutschen Offiziere wurde das deutsche Flaggschiff von Vertretern der Preffe und den Einwohnern in großer Zahl besucht. Die Mannschaften des deutschen Geschwaders folgten mit Erlaubnis des Admirals v. Koester in größerer Zahl der Einladung zum Besuche des Theaters in Devonport. Während der Pause wurden die deutschen Seeleute mit einer Ansprache begrüyt. Sie fangen darauf die Wacht am Rhein und brachten ein begeistert aufgenommenes Hoch auf König Eduard aus. — Die.Times' spricht sich in einem sehr lobenden Artikel Über die deutsche Flotte aus. Es müffe anerkannt werden, daß die deutschen Schiffskonstrukteure und Baumeister stolz fein können auf das. was sie fertiggebracht haben. England solle sich nicht verleiten laffen, den deutschen Seemann zu unterschätzen, weil die Kritiker ihn als Soldaten zur See bezeichnet haben. Was die Offiziere betreffe, so sagen Urteilsfähige, daß sie an Eifer, Genauigkeit und Lust und Liebe für ihr Fach hinter niemand zurückstehen. Ihre Schneidigkeit und die musterhafte Ordnung ihrer Schiffe hätten die Be- wundkrung aller derer hervorgerufen, die sie in Kiel und in Plymouth gesehen haben.
.Bekennt, toober Ihr das wißt, das mit den Geschworenen — bekennt — ober ich schnüre enger." Bühl schüttelte i n grimmig.
„Laßt mich!" keuchte der andere.
„Bckennt, oder —"
Jener winkte verzweifelt, und Bühl, in dem daS Bewußtsein seines Handelns erwacht war, stieß ihn von fich wie einen Hund, packte ihn aber in der nächsten Minne von neuem. Der Mensch hatte einen erloschenen Vulkan in ihm geweckt.
„Ich will bekennen — laßt meinen Hals — wenn Ihr mich nicht unglücklich macht —"
»Ah!"
AuS tiefster Brust kam dieser AuSrus BühlS. Sein ft rtret Blick hastete auf dem Roten, der fich unter den Fäuste« BühlS wand.
„Ihr — Ihr seid es, der damals im Lindentaler Moor -"
„Hört auf, Bürger I Macht mich nicht unglücklich! Und wimmernd umfaßte der Roie BühlS Kme.
„Macht mich nicht unglücklich, Bürger! Laßt wich auf den Barrikaden, aber nicht auf dem Schaffst sterben!"
DaS letzte Wort wirkte.
Bühl blickte ihn finster an. In seinem Innern kämpften Verachtung und Rache. Tann blitzte auf einmal ein anderer Gedanke in ihm aus und ließ ihn, den Riesen, erbeben.
„Gertrud!" murmelte er erschüttert.
Wieder packte er den roten Parteigänger und schüttelte ihn wie ein Irrer.
„Nein, unglücklich will ich Euch nicht machen — aber wißt Ihr denn nicht, Ihr — waS Ihr tut ? Daß Gertrud die Tochter deS ManueS ist — den Ihr damals — erstochen habt?"
Der Rote stieg einen dumpfen Schrei aus und stand wie betäubt da.
„Nun sage ich Euch nochmals: Ihr werdet von dem Mädchen laffen!" tief Bühl drohend und mit un« gewöbnlichem Ernst.
„Ja, ich will ei. Nur verratet mich nicht ihr und
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Druck und Verlag d zuldaerSctieudNtckei monawiag«: „Mdaer GefchichtrblSiter". Zttnsprecher Ur.»
Deutsches Reich.
Berlin, den 12. Juli 1904.
* Der Kaiser wird nach Beendigung seiner Rordlandreise der Stadt SwinemÜnde einen nochmaligen Besuch abstatten. ES ist nämlich im Programm des Monarchen vorgesehen, den diesjährigen Schießübungen in SwinemÜnde beizuwohnen, welche aus diesem Grunde bis zur Rückkehr des Kaisers verschoben werden sollen. — Der Kaiser gedenkt auch in diesem Jahre auf dem großen Sande bei Mainz eine größere Truppenschau abzuhalten. Nach vorläufigen Dis pofit-onen wird sich das militärische Schau- iptel, dem auch der Großherzog von Hessen beiwohnt, zu Anfang der zweiten Hälfte des Monats August abspielen. Es werden, dem Vernehmen nach, hierbei im ganzen etwa 15,000 Mann in Parade stehen. Die Teilnahme des Kaisers an der Einweihung der Stiftskirche in Fischbeck bei Hameln a. Weser ist beschloffene Sache; der Tag wird jedoch erst während des Aufenthalts der kais-ritschen Familieauf S ck l o ß W i l h e l m s - höhe näher bestimmt werden. Voraussichtlich wird auch die Kaiserin an der Einweihungsfeier teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit ist auch ein Besuch der Stadt Hameln in Aussicht genommen.
))) Abermals wird in der englischen Preffe ein Besuch des Kaisers iu England angekündigt. .Daily News' melden, der deutsche Kaiser würde dem König wahrscheinlich Ende Oktober besuchen und gleichzeitig Lord Lansdale einen Prioatbesuch in Lowther Castle ebftatten. In Portsmuth verlaute, nach Beendigung der englischen Flottenmanöver würden die Flotten nach Spithead zurückkehren, um den deutschen Kaiser zu impfangen, der dort einen Besuch ah- statten würde.
•* Die Konferenz der Borstände der preußische« Landwirtschaftskammern faßte x. A. den Beschluß, daß der dem Abgeordneten- hause vorliegende Gesetzentwurf über die Erschwerung des Vertragsbruchs landwirtschaftlicher Aibeiter unannehmbar fei, da er den Koxtraktbrvch der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer straflos laffe. Der .Deutschen TageSz'g.' erscheint dieser Beschluß ganz unverständlich. Wenn auch der Entwurf die von der Landwirtschaft ausgesprochenen Wünsche nicht vollkommen und nicht sämtlich erfülle, so bedeute er doch ohne Frage einen Schritt zum Besseren. Das B.'att fürchtet, daß die Vorstände der Landwirtschasts- kammern mit ihrer Erklärung den Gegnern der Landwirtschaft eine gewisse Befriedigung bereitet haben. Allzu gute Aussicht auf Annahme hat der Entwurf bekanntlich auch so nicht; in der vorliegenden Gestalt wird er überhaupt nicht Gesetz werden.
** Von unseren „Ausgebeuteten und ansae- mergelten Arbeitern" berichtet das Bernsteinsche