Huldaer
GchriMriteerZof^««
J.ÄX’Ä«. wochmbrklage - „Zvnstttette Sonntags^itxng"
LLÄSetutage. Viertel- MM-ve,ug«P»er» <O« yringeriohn Wt6 Zeiget» ht$uIMiuil MMvSrtrirM. S0 Pf»
Verantnwrilich«
eitung
rnoitefsMIage: „Zuldatt SeschichtrbMer".
Snzetsr«: Pie et» Zeitige petttzeUe oder bereit Könnt IS Pf» Beflowen die Petitzeili 25 pf».; bei Wiederholungen wird entfw Rabatt gewährt.
Vrnck und Verlag N 8uldaerActieudruckeA in Znlda (Harmonik Zernfprech« Hr. 0.
J£ 148.
8ulda, Samstag, den 2. Juli 1904,
31. Jahrgang.
Katholiken Deutschlands!
Die goldene Jubel-Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Köln a. Rh. hat die alte Herzogs-, die deutsche Königs- und die kath. Bischofsstadt Regensburg zur Heimstätte für die 51. Generalversammlung auserkoren.
Zum zweiten Male im Lause der Geschichte der allgemeinen deutschen Katholikentage werden Deutschlands Katholiken vom 21.—25. August in Regensburg zu ernster Arbeit für unsere katho- llsche Sache, die hl. Kirche und das gemeinsame deursche Vaterland zusammentreten Als nach den Stürmen des Jahres 1848 gottbegnadete Männer die Katholiken Deutschlands im „katholischen Vereine" um sich scharten und den ersten Grund einer umfassenden Organisation zur cemeinsamen Beratung und Förderung katholischer Angelegenheiten, Interessen und Rechte legten, schloffen sich Regensburgs Katholiken dieser Bewegung mit opferfreudiger Begeisterung sofort an. Durch eine planvolle und rührige Wirksamkeit wußten fle sich bei ihren deutschen Glaubensgenoffen in kürzester Frist in so hohes Ansehen zu setzen, daß schon die dritte Generalversammlung dieses katholischen Vereines Deutschlands im Oktober 1849 nach Regensburg zusammenberufen wurde. Katholische Männer, geistlichen und weltlichen Standes, deren Namen noch in unseren Togen im katholischen Deutschland mit Stolz und Ehrfurcht genannt werden, eilten damals aus allen Gauen des weiten Vaterlandes nach der türme- reichrn Donaustadt und sie olle wurden Zeugen einer erhebenden und machtvollen Kundgebung treukatholischen Leben?, werktätiger Liebe und zielbewußter Tatkraft. Gründliche, von sachlichem Ernste getragene Beratungen hochwichtiger Angelegenheiten und wohlerwogene Beschlüffe gaben dieser dritten Generalversammlung einen reichen und bedeutungsvollen Inhalt. Ihre größte Tat aber, deren segensreiche Wirkungen sich noch heute in ungeminderter Kraft geltend machen, war die Gründung des St. BonifaziuSvereins für die kirchliche Versorgung der in Deutschland'zerstreut lebenden Katholiken. Mit dem Ausdruck höchster Befriedigung schieden die auswärtigen Besucher jener Versammlung von Regensburg.
Wir leben der frohen Hoffnung, daß auch die 51. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands eine große Zahl katholischer Männer aus allen Himmelsrichtungen in Regensburg vereinigen und allen eine gleich große Befriedigung bereiten wird, wie die Dritte unseren Vorfahren.
Wenige Städte im deutschen Vaterlande dürften-den Katholiken einen geeigneteren Boden für eine Generalversammlung bieten als Regensburg. Unsere Heimatstadt steht auf eine glorreiche katholische Vergangenheit zurück; auf Schritt und Tritt begegnen wir hier den Denkmalen, welche
Der
Eine rheinische Geschichte von Wilhelm Ruland.
1
------ (Nachdruck verbot«.) Erster Teil.
Der Fuhrmann Johan» Bühl.
„Ihr seid frei!" sagte der ririretcnde Wärter und der rothaarige Gefangene erhob fitz in trägem Gleichmut vvn seiner Pritsche, blickte den Sprecher eine Minute lang gelaßen an und folg e ihm aus der Zelle.
„Meinttwegen hättet Ihr wich noch e nen Monat in dem Loch da laßen können", murmelte er im Herausgehen. „Werdet wich ohnehin bald Wiedersehen."
„Wir wollen'- nicht hoffen, lieber Freund, mr.nte der Wärter gutmütig. «Laßl's Genug s-in hiermit und werbet ein anderer Mensch Hier in Köln g bt'S immer Verwendung für zwei Fäuste tote die Euren!"
„Danke für die weise Lehre", und der Änaettbeie grinste spöttisch. „Lieber wärm mir einige Groschen Zehrgeld."
„Dreizehn G.oschen und sechs Pfennige erhaltet Ihr für’» Holzhacken.
„Sapperlot! Dann kann ich den Tag meiner Freiheit würdig begkhm!" Di'smal verzog sich der breite, mit roten Brrrstoppeln umrahmte Mund zu einem behaglichen Grinsen.
Eine B'ertelstonde später schlenderte der Fre-ge- laffme durch die Straßen Kölns. Bon der S verinS- kirche schlug es sechs Uhr. Durch des Severinsior ritt cm Mann aus tlemem Schimmel. Der stark knochige Hane aus dem mageren Gaul, der die Last seines Herrn sichtlich fühlte, macbte eicen komischen Eindruck, der noch durch die tadellos militärische Haltung des Reiters geste-gert wurde.
katholischer Glaubenseistr, religiöser Opserstnn und fromme Nächstenliebe errichtet Haden. Unter dem triftigen Schutze der Bayernherzoge ver- breiteten von hier aus nach den Umwälzungen der Völkerwanderung eifrige Glaubensboten das Licht und den Frieden der chrifikatholischen Lehre durch das Bayerland bis hinab nach Oesterreich. Hier wirkten mit sieghafter Macht ein hl. Rupert, Erhard und Emmeram, hier wandelte ein hl. Bonifatius, hier entfaltete der große Bischof St. Wolfgang eine gesegnete Tätigkeit zur Erneuerung katholischen Lebens und zur Ausbreitung christlichen Glaubens, hier erblühte die berühmte Klosterschule von St. Emmeram, eine Pflanzstätte katholischen Priestertums, eine Stätte wahrer Wissenschaft und eine reichsprudelnde Quelle christlicher Kultur; hier verkündete mit brennendem Feuereifer und und-schreiblichem Erfolge Bruder Bertold, ein zweiter Chrysostomus, Gottes Wort, hter sammelte ein Albertus Magnus einen reichen Kranz wißbegieriger Schüler um sich und begeisterte sie für Glauben und Wiffenschaft, hier übte der edle und fromme Weihbischof v. Simmern seine weitausschauende charitaiive und soziale Fürsorge für Arme und Notleidende, hier beschloß der gelehrte Pädagog und großherzige Bischof Michael Sailer fein taten-und segenreiches Leben, hier leuchtete der heiligmäßige Bischof Wittmann allen Katholiken als ein erhabenes Vorbild in Frömmigkeit und Tugend voran, von hier empfing die mnsica sacra ihre Neubelebung und durch den Domchor und die Kirchenmufikschule bis in unsere Tage Verbreitung und Förderung, hier trieb die christliche Kunst ihre herrlichsten Blüten.
Regensburg empfiehlt fich als Heim der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands aber auch noch in besonderer Weise durch feine prächtige Lage am mächtigen Donaustrome, seine durch Naturschönherten und berühmte Bauden!- male ausgezeichnete Umgebung, seine auch für den Fernverkehr sehr günstigen Bahnverbindungen und nicht zuletzt durch die allzeit bewährte Gastlichkeit seiner Bewohner. Von jeher erwies fich gerade Regensburg als ein lebendiger Anziehungspunkt auch für unsere Glaubens- und Stammes- geri offen der Nachbarländer.
Katholiken Deutschlands! Wir gehen ernsten Zeiten entgegen. Von Tag zu Tag mehren sich die Erscheinungen, welche als Vorläufer eines allgemeinen, wohlorganisterten Kampfes gegen unseren hl. Glauben, gegen die Freiheit unserer hl. Kirche, gegen die gesicherte religiöse Erziehung unserer Kinder, gegen unsere Rechtsstellung in Staat und Gesellschaft erkennbar sind. Dieser betrübenden Tatsache gegenüber dürfen wir nicht in Untätigkeit und Gleichgiltigkeit verharren. Die Generalversammlungen ver Katholiken Deutschlands bieten die beste Gelegenheit, unsere Lage zu prüfen, uns im Glauben, in der Siebe und Einigkeit zu stärken und die geeigneten Mittel zur Verteidigung unserer höchsten Güter zu finden. Wie bet allen früheren Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands, so wird es auch bei der 51. Generalversammlung in Regensburg fern von uns fein, unsere im Glauben getrennten Brüder in ihren Anschauungen zu verletzen oder
„Der Zirkusreiter dort meint, auf skinew Klepper sei er eitos8 mehr als unser einer", knurrte dir Rote, oer seit einer halben Stunde auf der Steinbank am SevermStor saß, die langen Beine frech au?gestreckt, die Hände in den Hosentaschen, im Munde eine nen- erstandeve irdene Pfeife.
„He, Landsmann! Geht hier der Weg nach Bonn binaus? rief er dem Recker in den Wasserstiefeln zu Der warf einen mißtrauischen Blick auf den Frager; der spöttische Ausdruck in dem Gaunergeficht war ihm nicht entgangen.
„Sin selber hier fremd", rannte er. „Mögl's da lesen an der Mauer."
„Bär, Du! Der Rote spuckte hinter dem Davon- eilenden auS, streckte die Beine «sch ärti er aus und qualmte geloffen wkiter.
In der FuhrwannSschenke hinter dem SeverinStor war der Schimmelretter abgestiegen. MM saßen dort zu jeder Tageszeit Fnhrknechte und Viehhändler aus Bonn und den Orttchaften bei Köln. Heute war da» niedrige, rauchgeschwärzte WirtSzimmer fast lerr. In der Ecke am Ofen saß ein stämmiger Fuhrknecht, der eingeschlafen war Über feinem Glas und seiner Pfeife. Au einem der Längst sche saß em zweiter Gast, eine hagere Gestalt im blauen Killet, und laS ein Zntungs- dlott, anscheinend ein Fleischer eu8 einem umliegenden Dors. Ein zottiger Köier, mager wie sein Herr, yockte zu seinen Füßen.
Der Monn mit dem Schimmel hatte sein Tier im Hof untergebracht und bestellte ein Abendessen und ein Seit für die Nacht. In das schmierige Fremdenbuch, daS der Wirt ihm binlegte, schrieb er mit steifen, großen Buchstaben: Johann Bühl aus Düffeldorf. DaS Schweins rippchen sowohl a!S daS Sauerkraut, das dabeilsg, schien ihm zu munden; doch plötzlich ließ er Messer und Gabel unwillkürlich fallen und warf einen unwilligen Blick nach der Tür. Ton war einer mit rotem Haar und verschmitztem Gaunergeficht ein getreten und bestellte ein Glas Bier, hatte auch nicht unterlaßen, den Anwesenden eia gu'müVgtS „n
ihre natürlichen und wohlerworbenen Rechte an- zulasten. Unsere Ziele find Gerechtigkeit, Freiheit, Friede!
So laden wir Euch denn, Katholiken Deutschlands, herzlichst ein, zur 51. Generalversammlung in Regensburg recht zahlreich herbeizueilen und in treuer Gemeinschaft mit uns die eben gezeichneten Aufgaben ihrer Lösung näher zu bringen. Euch allen rufen wir zu: „Ihr werdet hier zwar kein Köln, kein Mannheim finden, aber in einem Stücke wollen wir weder Köln noch Mannheim nachstehen: In wahrhaft katholischer Liebe und Freundschaft zu Euch!"
Möge die hl. Jungfrau Maria, die Patronin Bayerns, zu deren Verehrung das goldene Jubiläum der Verkündigung des Glaubenssatzes von der unbefleckten Empfängnis besondere Ver- aulaffung bietet, unserer Generalversammlung ihren mächtigen Schutz angeveihen laffen.
Regensburg im Juli 1904.
DttMilkmitee MNsrdrrritllsg der 51. Gtueral- ,krsmmlL«ghrrKllthsMe»Akvtsch!udswNrsk«s. bürg 1904.
Protektor.
Seine Hochfürstliche Durchlaucht Albert Maria Joseph Marimilian Aamoral, regierender Fürst von Thurn und ToxiS, Herzog zu Wörth und Donaustauf, Fürst zu Buchau, Fürst zu KrotoSzyn re. :c.
Ehre«-Präsidium.
Diözesanbischof: Keine bischöfliche Gnaden der Dochwürdizfle Herr, Herr Ignatius v. Keneströy, Römischer Patrizrer, St. vSpstl. Heiligkeit Hausprälat und Thronasstftent, Dr. der Theologie und Philosophie, Komtur und Ritter hoher Orden, Jubelpriester rc. re.
Weibbischof: Seine bischöst. Gnaden der Hochw. Herr, Herr Sigmund Freiherr v. Gw-Felldors, Titularbischofvon «rethufa, Sr pöpstl. Heittgleit HauSprälat, k. bayer. Kämmerer, frequentierender Rat und Diözesan-Präses der katholischen Arbeitervereine.
Karl Freiherr o. Kretin, dirigierender geheimer Rat, Chef Bet fürstlich Thurn und Taxis'schen Gesamt-Verwaltung, k. b. Kämmerer, Ehrenritter des souveränen Malteserordens und Ritter des Berdienstordeus der kgl. bayer. Krone.
Joseph Ziegler, bischöst. geifll. Rat, Stiftsdechaut bei St. Johann, Jubelpriester.
Ehren-Beiräte.
zr. Daul K-gerer, päpstl. HauSprälat, Dompropst, geistl. Rat rc.
zr. Franj Fav. Leitner, päpstl. HauSprälat, Generalvikar, geistl. Rat rc.
Dr. Wilhelm Schenz, geistl. Rat, k. Lyzealrektor rc.
Exzellenz Ludwig Graf von und zu Ferchenfeld auf Köfering und Schönberg, Präfident der Kammer der ReichI- räte, rc
Exzellenz Karl Gras,. Drechsel-Deusflette«, erblicher RetchS- rat, rc.
War Freiherr v. Ksetten-Aamspau, Mitglied des Reichstages, rc.
Vorstan-schsft.
Karl Düstet, k. Kommerzienrat, 1. Präfident. Larl Mayer, Fabrikbefitzer, 1. Vizepräsident. Dr. tzheodor Lind, I. Gymnasialvrofessor, 2. Vizepräsident. Heinrich Held, Chefredatteur, 1. Schriftführer.
Johan» tziederer» Dompfarr-«xpositus und kgl. Lokal- Schulinfpektor, Stadtamhof, 2. Schriftführer.
Dr. jur. Auton Schlecht, 3. Schriftführer.
Anton Zeltler, Rechtsanwalt, Stadtamhof, 4. Schriftführer War Kummer, Kassterer, Schatzmeister.
Abend!" zu wünschen, daS indes weder von dem eifrig lesenden Fleischer noch vvn dem mürrischen Johann Bühl beantwortet wurde.
„Ich könnte mir auch ein Schellrippchen mit saurem Kappes erlauben, Herr Wirt!" weinte der Rote und blickte mit souveräner Würde auf den anderen Esser. Der hatte SJitffer und Gabel wieder aufgegriffen und aß mit gesteigertem Appetit weiter. Der Spott deL anderen war ihm dennoch nicht entgangen. An feinen Rriterstiefeln krabbelte gabeheischend der magere Köter des Fleischers. Bühl war sonst ein Freund von Hunden; diesmal ärgerte ihn das Tier, zumal eSun- angenehm zudringlich wurde. Er stieß den Hund fort. Der hatte aber das Schweinefleisch gerochen und kam beharrlich wieder. Der Rote drüben am Tisch grinste. BiM.war wütend. Er gab dem Hund einen Fußtritt, daß daS Tier aufschrie vor Schwerz — der Riesenfuß BühlS steckte in eisenbeschlagenen Stiefeln — und nach der Hand seines Züchtig-rS schnappte. Da sauste diese geballt auf seinen Kopf nieder. Diesmal stieß der Hund nur rin kurzes Gestöhn ans, überschlug sich und streckte alle Biere von fich. Mit einem Fluch war der Fleischer aufgesprungen. Auch der schlafende Fuhrmann hmterm Ofen war erwacht, und der Rote reckte gespannt den mageren HM. Die Szene hatte keine zwei Minuten gedauert.
„Ihr habt wir meinen Hund tot geschlagen, Ihr .." und »o<t dem loten Tier, auf d-S er fich gestürzt hatte, richtete fich der Hagere im blauen Kittel drohead gegen Zohonn Bühl, der blickte noch finst.rer drein tote vorhin. .. ,
„Das elende Vieh hat mich blutig geblff-n , sprach er rauh und totes auf die breite Hand. „Wer weiß, ob d,e Bestie nicht wütend war!" fügte er fast entschuldigend hinzu, als er den gereizten Ausdruck im Auge des Fleischers erblickte.
„Ihr seid eine Bestie und Ihr seid wütend!" schrie der M tzger wild.
Da hob fich die schwere Hand BühlS zvm anderen Mal und wäre auf den Sprecher hinabgesaust, mein
Statutenmäßige Vertreter des Stadtpfarrkle'uS:
Fr. Ser. Kleuuiugrr, Kanonikus und Stiftspfarr-Vikar, von et. Saffian.
Michael Krandl, Spitalpfarrer und Spitalmeister.
Georg Kau, Stadtpfarrer von Et. Emmeram.
Albert Weigl, geistl Rat, Dompfarrer und Domkapitular.
Redner - Kommisfi on:
Kr. Fra»! 3. Ludwigs, geistl. Rat, Domkapitular.
Kr. Phil. Schuriber, geistl. Rat, L Lyzsalprof.
Mrhlrr Johan«, §., Präses.
Kr. Hlph. Scheglmann, Domvikar, Domprediger.
Preß-Kommission:
Kr. Gtio Aenk, k. Rat, Ehefeedatt, Schriftsteller.
Kr. Anton Weber, geistl. Rat, k. Lyzealpros.
Sans Schrittenlochner, Redakteur.
Joh. Franf, Stadtpfarr-Kooperator.
Finanz- «ud Anmelde-Kommission:
Jaweleb Heinrich, Beilagsbuchhändler.
Wallner Andreas, Magtstratsrat und Kaufmann.
Henle Frau;, Kaufmann.
Grillmeier Alois, ffirftL Generalkassa-Oberfekretär.
Wohnnngs - Kommission:
Franz $. Miller, Fabrikbesitzer.
Johann Mois, -RagistratSrat und Privatier.
Eckt Fran? X., Kaufmann.
leer War, Kaufmann.
Ban - «nd Ansschmücknngs - Kommission:
Joseph Habbel, Buchdruckereibefitzer.
Joseph Koch, Architekt.
Gr. Joseph Sachs, t. Lyzealprofeffor.
Hermann Mayr, Großhändler.
Ordnnngs - Kommission:
Aloyr Mayer, Fabrikbesitzer und MagistratS'-at.
War Koller, Rentier.
6eotg Gerner, Stiftungsadministrator.
Wolfgang Koller, Ehemigraph.
Begrüßnngs- «nd Fest-Kommission:
Friedrich Met, BerlagSbuchhändler.
Dr. Joseph Kübsam, fürstl. Archivrat und Vorstand der sürstl. Hosbibliothek.
Frau; Koch, t Gymnafialprofefsor.
Johann Senft, Oberlehrer.
Unpolitische ZeitlSnfe.
(Nachdruck verboten,)
$ Berlin, 30. Juni 1S04.
Das Thema des Besuches drängt sich auf zum Feste Mariä Heimsuchung. Maria ging über das Gebirge, um ihre Base Elisabeth zu besuchen. Das war — vom menschlichen Standpunkt betrachtet — ein Verwandtschaftsbesuch aus liebevoller Hilfsbereitschaft in schwerer Zeit.
Daran anknüpfend, kann ich natürlich nicht von den förmlichen Höflichkeits-Visttenbefuchen reden, die zu den gesellschaftlichen Lasten gehören, sondern nur von solchen Besuchen, die mit der Nächstenliebe in Zusammenhang stehen oder doch stehen sollten.
Kranke besuchen ist bekanntlich ein besonders benanntes Werk der Barmherzigkeit. Aber es brauchen nicht gerade körperlich Kranke zu sein/ Wenn man einem bekümmerten, bedrückten, verfolgten, gefährdeten oder sonst heimgesuchten Mitmenschen durch einen freundlichen Besuch Trost und Erquickung bringen kann, so soll der
nicht der Fuhrmann den Arm aufgefangen hätte. Auch der Wirt warf sich dazwischen und der Rote hatte sich breitspurig erhoben.
„Ihr müßt mir nicht unter die Finger fallen, wenn Ihr allein seid! Schinder, mlfercbltri* Und der Fleisch,r ballte die Faust.
„Kann diese Nacht noch gesch-hen, Wurstdreher! höhnte Bühl. „Ihr kösnt meinem Gaul Geleite geben auf dem Weg nach Bonn." Wenn der Wirt sie diesmal nicht auSdnanber gerißen hätte, dann wäre es schlimm ousgegangeu.
„Laßi's gut sein, Leute. Zahlt ein Reugeld, Ihr! Und Ihr, Muster Schwind, kauft Euch dafür einen neuen Hund."
„Wre viel wollt Ihr?" fragte Bühl den Metzger kurz.
„Schert Euch mit Eurem Geld- zum Henker!" knirschte dieser, zog rotzig feine Börse hervor und warf einen Taler auf den Tisch, stieß das tote Tier mit dem Fuß zur Seite und schritt finster hinaus.
Einer schaute ihm lauernd nach; dem war die gefüllt Geldkatze nicht entgangen.
„Ihr habt mir einen guten Kunden fortgenommen", sprach ärgerlich der Wirt. „Hättet daS arme Tier auch etwas sanfter anfossen können."
„Gehi'S Euch etwas an?" brauste Bühl auf.
' Allerdings", meinte der Wirt troefen.
Der Rote lächelte behaflich. Bühl bemerkte es und in diesem Augenblick hätte er diesen Menschen an die Gielle des toten BieheS, das ihn im Innern dauerte, gewünscht.
,Wie viel macht meine Zeche, Eßen und Schlafen?" fragte er raub.
,.Schweins!ippchen m t Sauerkraut vier Groschen, Biec einen Groscher, Quartier für diese Nacht vier Groschen, zusammen neun Groschen" rechnete der Wirt.
Bäht nestelte das Geld aus feiner Westentasche, warf es hin und stand aut
„Eier Zimmer ist bereit."
„Danke, schlaft selbst drin; ich reite gern durch die Nacht und bedank' mich. Hab' gerade genug hier."