amstag, dm 2. Juli 1904.
31. Jahrgang
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erstes Blatt ।
Ausland
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Die aus
% Genosse SchrPPel, der eS gewaqt bat, m der Zollfrage andere als die parteiamtlich durch Herrn Koutsky abgefiempelten Ansichten zu äußern, wird nicht etwa widerlegt, sondern er soll „hinausfliegen". Der -Vorwärts", der doch eine Erwiderung auf die Artikel Schippels in der .Chemnitzer Vokksftimme' angekündigt hatte, tut noch immer so, als habe Schippel sich noch nicht klar geäußert, und hält sich deshalb einer Widerlegung für überhoben. Er wählt den bequemen Weg, den Bann über ihn zu verhängen. Er schreibt: „Dem Genossen Schippel als Person muß es ja überlassen bleiben, wie er seine Tätigkeit, sei es die frühere, sei es die jetzige, einschätzt. Von einem Mann jedoch, der auf" die Ehre Anspruch wacht, ein Führer unserer Partei zu sein, muß verlangt werden, daß er das, wofür er die Arbeiterklasse zu gewinnen sucht, selbst denkt und empfindet. Ein Mann, der von sich selber sagt, doß er bisher nur die Schablone zufriedenstellend gehandhabt har, bietet nicht die Garantie, daß das neue, was er nun, wie man erwartet, empfehlen wird.
* Der nisM-IapE«
Ein Bote der russischen Mandschurei- Armee berichtet, so läßt sich die die „Russische Telegr.-Agenmr" aus Liaujang vom 30. Juni melden, daß die Japaner, welchen es sogar an Scheidemünzen in genügender Menge fehle, Zahlungen an die chinesische und koreanische Bevölkerung entweder in japanischem Papiergeld-
* Die italienische Kammer genehmigte mit 227 gegen 15 Stimmen den am 15. April 1904 zwischen Italien und Frankreich abge- »ch!offenen B rkraz, betreffend gegenseitige ®e-1
leisten, worauf gedruckt ist, daß der Vorzeiger später die Barzahlung aus der russischen Kriegskontribution erhalten werde, oder mit in Japan gut hergestellten falschen russischen Kreditbillets. Statthalter Alexejew habe befohlen, eine Proklamation zu erlassen, worin die chinesische Bevölkerung vor solchen Kreditbillets gewarnt
Herrenhaus.
24. Sitzung vom 1. Juli 1904.
Eröffnung l1/« Uhr.
Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung und Beschlußfassung über die geschäftliche Behandlung von rtngegangenen Borlagen.
Präsident Fürst zu Inn- «ud Kuyphanse« schlägt vor, das Anstedelungsgeseh für morgen auf die Tagesordnung zu setze» und am Montag daS Fleischbeschaugesetz zu beraten.
DaS HauS beschließt demgemäß.
Bei der Frage über die geschäftliche Behandlung der Novelle zum Fletschbeschaugesetz beklagt sich
Oberbürgermeister Becker-Köln über die überstürzte Behandlung dieser Vorlage im Abgeordnetenhause. Dieselbe müffe gründlich in einer Kommission beraten werden, bei der die Vertreter der Städte angemessen vertreten sein müßten.
Frhr. v. Manteuffel beantragt, die Vorlage an die Agrarkommission zu verweisen und diese Kommission um 5 Mitglieder zu verstärken.
Oberbürgermeister Bender-Breslau erhebt hiergegen Einspruch und beantragt, die Vorlage an die Geweindekommtsfion zu verweisen.
Der Antrag v. Manteuffel wird angenommen.
Präsident Fürst zu Inn- «ud Knyphausen: Ich hege die Erwartung, daß schon am Montag nachmittag die Schlußsitzung stattfinden kann.
Hierauf wird der Bertagungsantrag der Regierung angenommen.
Es folgt die einmalige Beratung über den Antrag Manteuffel-Hoensbroech um Urberlassung des Militärgesangbuches an die Mannschaften deS Landheeres und der Marine.
Die Kommission empfiehlt die Lnnahme des Antrags.
Frhr. v. Mauteuffelr Die Ueberlaffung des Gesangbuchs wird in konfesfioneller Beziehung segensreich I wirken. Deshalb begrüße ich es mit ganz besonderer! Freude, daß bei diesem Anträge sich beide Konfessionen zusammen finden.
Geheimrat Chapnis erklärt, daß der Kultusminister dem Anträge die herzlichste Sympathie eut- gegeubringe und alles tun werde, um ihn zur Durchführung zu bringen.
Graf Hoensbroech dankte für diese Erklärung. Ich würde im Jntereffe des Frieden? der Konfessionen wünschen, wenn in diesen Gesangbüchern katholischer Konfession und evangelischer Konfession diejenigen Lieder besonders zusammengrstellt würden, die beiden Kaufes- sionen gemeinsam find, damit beide Konfessionen bei feierlichen Anläffen zusammen ihre Stimmen ertönen lassen können. Die Austragung der konfessionellen Meinungsverschiedenheiten solle man der Wiffenschaft überlassen. DaS Heil deS Vaterlandes liegt nicht in Raxpf und Streit, sondern im Zusammengehen und Zusammenarbeiten. In diesem Sinne würde ich eS begrüßen, wenn unsere heutige Beratung der koufesfio- nellen Friedeuslage neue Mitglieder zuführen wurde. (Lebh. Beifall.) ,
Die Diskussion schließt. — Der Antrag wird
einstimmig angenommen.
Sonnabend 1 llhr: Kreistierärzte An» fiedlungsg efetz.
Schluß ‘,2 3 Uhr.
Währung gewisser Bürgschaften und Ecleichterunoen für die aus dem andern VertragSstaatr stammenden Arbeiter.
* Bei der Beratung des Flolten-Budgets im e»glische»Uvterhause fragte Gibson Bow- les (liberal), welches Verhalten die Admiralität hinsichtlich der Kohlenabgabe an fremde Kriegsschiffe zu beobachten pflege. Der Parlaments-Untersekretär der Admiralität, Prety- man, erwiderte, die Admiralität werde jedes Gesuch fremder Kriegsschiffe um Kohlenüberlassung nach seiner sachlichen Begründung prüfen. Im allgemeinen beschafften sich fremde Kriegsschiffe die Kohlen von privaten Kohlenlieferanten; wenn aber aus besonderen Gründen, sei es, daß es sich um eine Angelegenheit der Kourtoisie oder der Bequemlichkeit handle, um Kohlen aus Re- gierungs Besitz gebeten werde, so werde die Regierung ein solches Gesuch in Erwägung ziehen; es werde aber nur unter außergewöhnlichen Umständen und unter Innehaltung der sorgfältigsten Bürgschaften bewilligt werden.
% In der Badze'.kümmission erklärte der Ministerpräsident Combes, daß er sich die die Erörterung der Aufhebung der französischen Botschaft beim Vatikan bis zur Beratung des Budgets des Auswärtigen vorbehalte, und fügte hinzu, die Abberufung des Botschafters sei eine tatsächliche, der Botschafter werde nicht nach Rom zurückkehren.
[♦] Ja Montenegro wurde, wie das .Wiener Telegr.-Bureau' aus Crttinje meldet, am Donnerstag anläßlich des Geburtsfestes des Erbprinzen Danilo eine große Truppenschau abgehalten. Hierbei verlas Fürst Nikolaus die zwischen ihm und dem König von Serbien gelegentlich der Enthüllung des Koffowo-Denkmals gewechselten Telegramme und hielt hierauf eine Ansprache, in welcher er unter begeisterter Zustimmung darauf Hinwiks, daß Serbien und Montenegro dank der Unterstützung Rußlands heute, wenn auch staatlich getrennt, eines Herzens und eines Sinnes seien. Der Feier wohnte der Spezialgesandte des Königs von Serbien, Nsnadowitsch, und die Minister- refidentkn Rußlands und Großbritanniens bei.
* Z« dem Zwischenfall in Haiti, bei dem bekanntlich die Gesandten Deutschlands und Frankreichs Insulten ausgesetzt gewesen waren, teilte der Minister Delcasis im Kabinettrat mit, der Präsident der Republik Haiti habe in öffentlicher Audienz die Gesandten Frankreichs und Deutschlands empfangen und sie öffentlich um Entschuldigung gebeten wegen des von haitischen Soldaten auf fie gemachten Angriffes.
somit Gefahr, in eine kritische Lage zu geraten.
W. Tschif«, 2. Juli 1904. (Reuter.) Die Japaner landete» am 24. Juni an ihrem Flottenstützpunkt auf den Elliotinseln eine selbständige Division von 10000 Mann, die entweder zur Unterstützung des Generals Nodzu vor Port Arthur oder OkuS bei der Freihaltung der Eisenbahn strecken dienen soll. Die Japaner haben jetzt 180000 Mann im Felde.
Mukden vom 30. Juni: Nach hier vorliegenden Meldungen näherte sich die japanische Flotte am 26. Juni morgens Hstaupintau und beschoß die Gegend nördlich von der Bucht bis zum Uitselos-Berg. Sodann griffen die Japaner mit den an Land gesetzten starken Streitkräften die anliegenden Höhen an, welche'unsere Jägerkommandos besetzt hatten. Drei Attacken der Japaner wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen Sodann zogen sich die russischen Truppenabteilungen in ihre Haupt- stellung bei dem Guinsan-Berge zurück. Der Gegner verstärkte seine Vorhut und setzte seinen Anmarsch fort. Nach mehreren erfolglosen Angriffen auf Guinsan dirigierte der Gegner eine starke Kolonne auf dir aus Dalny nach Port Arthur führende mittlere Straße, um unseren linken Flügel zu umgehen. Unsere Abteilung mußte infolgedeffen sich zurückziehen. Wir verloren sieben Offiziere und gegen 200 Untermilitärs. Die Verluste der Japaner sind wahrscheinlich erheblich höher, da während des Kampfes die feindlichen Truppen auf eine Min e gerieten, die rechtzeitig zur Explosion gebracht wurde.
W. Petersburg, 2. Juli 1904. Der Rufst- scheu Telegraphen - Agentur wird aus Mukden I vom 30. Juni gemeldet, daß die Zeitungs-Mel- ! düngen über eine Seeschlacht bei Port Arthur und über große Verluste der Russen, darunter Kontreadmiral Uchtomski und 700 Mann, völlig unbegründet seien. Das russische Geschwader sei ohne jeglichen Verlust in den Hafen zurückgekehrt. Auch die Schiffe hatten nicht gelitten. In dem Nachtkampfe der Torpedoboote hätten 2 der russischen Torpedoboote unbedeutende Beschädigungen über der Wasserlinie erhalten. Anscheinend seien zwei feindliche Torpedoboote in den Grund gebohrt.
W. Petersburg, 2. Juli 1904. Wie der „Ruff. Tel.-Ag." aus Liaujang unter dem 30. Juni gemeldet wird, ließen die vereinigten Armeen der Generale Oku und Kuroki, welche die russische Abteilung in Haitscheng umgehen, um die Verbindung mit der Hauptmacht der Mandschurei-Armee abzuschneiden und den strategisch wichtigen Dalin-Paß zu besetzen, an der Bahnlinie nur eine kleine Schutzabteilung zurück. Die Hauptmacht der Japaner rückt gegen den Dalin-Poß vor. Ein energischer Angriff der rusfischen Vorhut tyib das erfolgreiche Eingreifen des Generals Mischtschenko zwangen nach den letzten Meldungen die Japaner zum Rückzug. Inder Südmandschurei begann die Regenzeit, die jeden Verkehr unmöglich macht. Die Zufuhr von Lebensrnitteln und Kriegsoorräten hört auf. Die Japaner, die besonders die Be« lagerungsgeschütze nicht befördern können, laufen
deutsches Reich.
Berlin, den 1. Juli 1904.
(*) Der deutsche Kaiser soll, wie die Londoner .Daily Mail' aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, dem Könige von England seine Absicht bekundet haben, den Besuch des Königs in der ersten Hälfte des August zu erwidern. Sine große Flotte werde den deutschen Monarchen nach England begleiten. Bisher ist in hiesigen amtlichen Kressen von einem solchen Besuche noch nichts bekannt.
(*) Dem Kaiser!. Botschafter in Rom, Grafen v. Monts, und dem Kaiser!. Gesandten in Bukarest, v Kiderlen-W Achter, ist nach der ,Nordd. Allg. Ztq.' der Charakter als Wirk!. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden. Der bisherige General - Konsul in Budapest, Legationsrat v. Below-Schlatau, ist unter Verleihung des Titels und Ranges eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers zum Geh. Legationsrat und vortragenden Rat im Auswärtigen Amte ernannt worden. Herr v. Below übernimmt die durch Ausscheiden des Gesandten Fürsten v. Lichnowsky vakant werdende Stelle des Dezernenten für die diplomatischen Personalien, sowie dessen Dezernat in dec politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes. Der der Kaiserl. Botschaft in St. Petersburg zu- geteilte Regierungs-Assessor v. Mutius ist unter Belassung in seiner bisherigen Beschäftigung zum Legations-Sekretär ernannt worden.
§ Das AnfiedelnngSgefetz hat nicht den Peifall der ,Damschen Tageszeitung'. Zweifellos sei es ein Ausnahmegesetz. Es gewähre der Regier un g eine große Macht und eine ungewöhnlich- Befugnis. Solche Befugnisse pflege man nur zu erteilen, wenn man volles Vertrauen hat, daß sie immer zweckentsprechend angewandt »erben. „Wir vermögen beim besten Willen dieses Vertrauen zu der Kraft und Stetigkeit bet l«tzigen Polenpolitik nicht zu hegen. Auch in dieser Polenpolitik haben wir einen Zickzackkurs burchmachen müssen; und wer bürgt uns dafür, daß nicht über kurz ober lang wieder andere Bahnen eingeschlagen werden, die denen ähneln, auf denen man wandelte, als einer der schärfsten Vertreter des Polentums die höchsten Höhen der -höfischen Gunst erreichte? ... Und bann können und wollen wir nicht verschweigen, daß die jetzt beliebte sogenannte Polenpolitik vielfach den Eindruck des Sportsmäßigen macht. Es würbe aber -das Allerbedenklichfle sein, wenn man den nationalen Kampf sportsmäßig führen wollte. Muß dieser Kampf geführt werden, so kann er erfolgreich und siegreich nur dann enden, wenn rr ohne Gritensprünge und Zickzackmärsche, ohne kleinliche Gehässigkeit mit stetiger, ruhiger Kraft durchgekämpft wird. ... Die Regierung nimmt mit der Ausführung des Gesetzes eine schwere Verantwortung auf sich. Es wird wesentlich -daraus arlkommen, in welcher Weise und in welchem Geiste das Gesetz ausqeführt werden wird. Möge die Ausführung so geartet fein und so gestaltet werden, baß die nationalen Ziele erreicht und die wirtschaftlichen Schädigungen nach Möglichkeit vermieden werden. Ohne die wirtschaftliche Kräftigung und Gründung des vs,in den polnischen Marken seßhaften Bauern- tums und städtischen Mittelstandes muß jedes neue Gesetz, das gegen die großpolnischen Be- firebungen gerichtet ist, ein Schlag ins Wasser bleiben.
wird. — Das japanische Dementi wird nicht auSbleiben.
W. Petersburg, 2. Juli 1904.
.Russische Telegraphen - Agentur' meldet
nicht vcch irgend einer anderen Schablone zu- rechigeschustert ist. Wir erwarten von unseren Anhängern Vertrauen in die Führer und ihre Worte; darauf beruht die Stärke einer Partei. Wer soll Vertrauen haben zu einem Manne, der für alles, was er feit zwanzig Jahren im Dienste der Partei getan hat, nur noch cynischen Spott übrig hat? Man wird angesichts solcher Auslassungen zu der Annahme gedrängt, daß sich Schippel der Tragweite seiner Worte nicht ganz bewußt ist.- Allem Anschein nach würde Schippel nach dem Bann nicht sonderlich viel fragen. Wie es übrigens scheint, wäre der .Vorwärts' nicht abgeneigt, Herrn Schippel für verrückt zu erklären.
(§) I« Pommerubaukprozetz wurde heute das Urteil gesprochen. Der Angeklastr Schultz wurde zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 30000 Mk. Geldstrafe, Romeick zu drei Jahren Gefängnis und 60C0 Mark Geldstrafe verurteilt, Baurat Bohl freigesprochen. Es wurden zwei Falle der Untreue und drei Fälle der Bilanzverschleierung olS vorliegend angenommen. Die Angeklagten seien nicht darauf auSgegangen, ihre Bank zu ruinieren und fich den Afi abzusägen, auf dem sie so wohlgeborgen saßen. Sie Hütten lediglich, alSfiestch anders nicht mehr zu helfen wußten, zu diesen verwerf-1 lichen und strafbaren Mitteln gegriffen und damit den j Bestand ihrer Bank gefährdet. Hätten sie lediglich an Ausplünderung der Bank gedacht, so hätten fie ganz andere Mittel anw-nden können, und diese Auffassung der Gachlaze schließt von vornherein die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus. — Schultz hat also nur noch l1/» Jahre. Romeick noch 1 Jahr Gefängnis abzufitzen. — Vor einigen Wochen erhielt ein Arbiter in Halle a. S, der etwa 2 Mark an Zeugengebühren mehr erhoben hatte, als chm zukam, l1/» Jahre Zuchthaus.
Gedanken eines russischen Patrioten.
Fürst Uchtomskij, ber bekannte Herausgeber der,St. Petersb. WjedomostL, hat feine Reise zum Internationalen Preßkongreß in St. Louis dazu benutzt, um sich in einer Reihe von Artikeln über die gegenwärtige schwierige Lage Rußlanbs und sein Verhältnis zum Auslande, namentlich auch zur ausländischen Preffe, auszusprechen. Go gibt ihm die Landung im Hafen von New- Aork Anlaß zu ber folgenden Betrachtung:
„Das toloffale Dampfschiff des Germanischen Lloyd „Wilhelm II." — eine ganze Stadt mit zahllosen Kajüten und Unterabteilungen, ein Meerungehkuer neuesten Typus — kommt nach einer Reihe von Regentagen an New-Aork heran. Der Lotsen-Dampfer bringt ein Pack Zeitungen mit, die bei den Passagieren einen reißenden Absatz finden; sie hatten wahrend der sieben- ägigen Fahrt keine politischen Nachrichten er» -alten. In erster Linie stehen natürlich leiden- chaftliche Erörterungen über den unglückseligen Krieg auf gründ von notorisch lügenhaften Mitteilungen. In jedem Winkel des Dampfers, auf dem Hauptdeck für Promenaden, in den llauchkajüten, in den Salons und Cafes, beur- eilt die ganze zusammengelaufene Masse von etten Bourgeois, Abenteurern, Leuten ohne Ver- zangenheit und Zukunft, typischen Vertretern »es vereinfachten Menschentums des 20. Jahr- »underts, fieberhaft und schadenfroh die letzten Depeschen, die den Untergang des schon genügend zertrümmerten rusfischen Kolosses pro- ihezeien. Die beleidigendsten Bemerkungen, Worte ber Verurteilung, Berauschung an den spanischen Spielzeugsiegen, Haß gegen Rußlano n jedem beliebigen Ausdruck, in den Gesten, im Lächeln — alles das schneidet nur so das Ohr, sticht mit stumpfem Messer direkt ins Herz — Mit diesen Gefühlen muß man durchaus rechnen: wir müssen uns volle Rechenschaft über den Um» ang der gegen uns genährten tiefen Feindschan ;eben, müssen eine solche Stimmung des Westens । und seit einiger Zeit auch des UftenS) analysieren, um die Ursachen dieser Idiosynkrasie, eines solchen ganz unnatürlichen Verhaltens gegen ein
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