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nahmen reitende Batterien, auch diejenigen für Süd- westafrika in ihrer TropenauSrüstung, und die Ma- fchinengewehr Abteilung teil. Zum Schluß nahm der Kai'er einen Bormarsch der beteiligte» Truppente le ab na» ritt mit dem Garde-Kürasfi^.regiment nach dem Döberitz!I Lager, wo um 1l Uhr ein Frühstück im LM-ierkrstno eingenommen wurde Der Kaiser kehrte später mit Sonderzug nach Berlin zurück Der Hebung wohnten unter anderem bei der Kconpünz, Prinz Friedrich Leopold, Minister v. Podbir"'' Seneral- i^berst v. Hahnke, die Generalität de« 'ue-Sorpt,

Herren des Hauptquartiers, der Steh eter i-eS E efS.deS Militärkabinetts, Oberst v. Oertzen und mehrere fremdherrliche O!fiziere. — Der Kaiser be- abstchligt, gutem Bernehmen nach, dem König Eduard von England auf deffen Reise nach Kiel entgegenzufahren, und zwar soll die Begrüßung beider Monarchen am 24. d. MtS abends oder am 25. morgens in Brunsbüttel erfolgen. Zu d-efem Be- grüßungSakl wird die IV. Matrosen-Artillerie Abteilung in Kuxhaven eine Ehren-Kompaguie stellen, dre etwa 120 Mann stark sein un) aus sämtlichen drei Kom­pagnien >>er Abteilung gebildet wird. Dieser Ehren- Kompagnie wird die gesamte Musikkapelle und das EpielmrnnskorpS der Kuxjavener Garnison at-.achiert.

* Hauoover, 14. Juni 1904 Das Kriegs­bericht verurteilte heute den nationalliberalen Landtagsabgeordneten Dr. Max Jänecke wegen Herausforderung des welfischen Reichstags- abzeordrieten v. Hodenberg-Ribbesbüttel zum Zweikampf zu vier Tagen Festungshaft.

* Stuttgart, 14. Juni 1904. Die libe­rale Schulreform in Württemberg ist in der Kammer der Standesherren zu Fall gekommen. Die Zweite Kammer und die Regierung wollte die Geistlichkeit aus der Schulaufsicht vollständig verdrängen. Die Standesherren stimmten in ihrer Majorität diesem Begehren nicht zu, worauf die König!. Slaatsregierung den ganzen Schulg-sch- entwurf zurückzog. Dabei wurde mitgeteilt, daß auch eine große Anzahl evangelischer Geist­licher sich gegen die Fach-Aufsicht und für die Aufsicht durch die Geistlichkeit erklärt haben. Solche Dinge helfen aber bei gewiffen Leuten gar nichts. Die Liberalen wollen den Geistlichen möglichst aus der Schule entfernen, ans dem Fache heraus die Aufsicht stellen und so der Kirche auch auf diesem Wege den Boden untergraben. Es ist sehr er­freulich, daß man in Württemberg diesen Weg nicht geht und den Entwurf zu Fall brachte. Die Liberalen sind sehr ärgerlich, insbesondere auch deshalb, weil die drei Prinzen des König!. Hauses, darunter der Thronfolger, sich nicht auf die Beite der Liberalen stellten, sondern der Sitzung fern blieben. Wir sind gerade keine übertrieben großen Freunde der sogen. Zweiten Kammer, denn sie hat schon oft recht unglückliche Beschlüffe gefaßt, aber in diesem Falle hat der konservative Gedanke ge­siegt und das ist erfreulich!

»'■ ÄltzMig vvm 14. JUN! 1904.

Eröffnung 21/« Mr.

Erster Gegenstand, der Tagesordnung ist die dritte Beratung der Novelle zum Münzgesetz.

Abg. Blell (freis. Bp.) hat seinen Antrag auf Streichung der Bestimmungen betr. Ausprägung der silbernen Dreimarkstücke wieder eingebracht, ebenso feinen Antrag, auf den neuen Fünfzigpfennigstücken einen kleinen Reichsadler und einen Eichenkranz anzubringen.

Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel erklärt, daß der Bundesrat das Gesetz nicht annehme, falls es die Dreimarkstücke ealhalte.

Präsident Graf Ballestremteilt mit, daß inzwischen eine Resolution Kirsch (Z) eingegangen ist: Die Ber. bünbeten Regierungen zurrsuch-n, die Ausprägung von silbernen Dreimarkstücken und eins ent' forschende Aenderung der bisherigen Münzzesetz- gebung in die Wege zu leiten.

Abg. Dr. Arendt (Rp.) spricht fein Bedauern über die Erklärungen des Retchsschatzsekrelärs aus und fragt an, ob nicht dis auf weiteres die Einziehung der Taler zum Zwecke der Ausprägung von Reichssi'bermünzen sistiert werden könne.

Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel erklärt, eine solche Zusage nicht machen zu können.

Abg v. Srrombeck (Z.) fragt an, ob es nicht möglich sei, dem Fünfmarlstück eine etwas handlichere Form zu geben.

Abg. K«n (t.) erklärt, seine Partei werde an den Beschlüffen der zweiten Lttung festhalten.

Abg. Kämpf (fsf. Bo.) tritt für den freisinnigen Antrag ein.

Aog. Raab (Antis) erklärt, seine politischen Freunde hielten an den Bschlüffen der zweiten Lesung fest, würden aber esrnturll für die Resolution Kirsch stimmen.

Abg. Sind ermann sozd.) erklärt, auch seine Partei werde entsprechend der Haltung in der zweiten Lesung für die Ausprägung von Dreimarkstücken ein­treten.

Abg. Osel (Ztr.) wendet sich gegen die Behaup­tung. daß der Taler unbeliebt fei und daß er eine Durchbrechung des Desimaisystems bedeute.

Abz. Bartling inatl) erklärt, seine politischen Freunde würden an den Beschlüffen dec 2. Lesung fest­halten.

Damit schließt die Diskasfion.

In der Abstimmung werden unter Ablehnung des Antrages Blell (ft. Bp.) betr. Ausprägung der Drei­markstücke die Beschlüsse dec 2. Lesung mit großer Mehrheit aufrecht erhalten; der Antrag Blell betr. Anbringung eines Keinen Adlers und Eichea- kranzes auf den neuen Fü if,-gpfennigstücken wird mit schwacher Meh heil angenommen.

®3 folgt die zweite L-sung der Borlage, betreffend denBau derEisenbahn oonLomenach Palime im Schutzgebiet Togo.

Die Kommission hat beschlossen, die Summe von 7,800,000 Mk. in der Form ew.rs Darlehas an da? Schutzgebiet binzugeben, während die Vorlage eine Reichsanlerhe vorsah. Drs Darlehen soll mit 8l/s Prozent verzinst und binnen 80 Jahren zurückzezahlt werden. Die Bahn soll eine Spurweite von minde­stens 1 Meter haben. D e im Berkehrsbezirk der zu erbauenden Eisenbahn tStuen Landgesellschaften und Plantagenbefitzer sollen, soweit sie besondere Jntereffen am Bahnbau haben, zu einer entsprechenden Leistung herangezogen werden.

Die Kommission hat weiter eine Resolution be­schlossen, die den Reichskanzler ersucht, darauf binzu- ronten, daß der Abschluß non größeren Landkäufen in den Schutzgebieten die Lebensbedingungca dec emge- borenen Bevölkerung nicht geschädigt werden. Der

Inhalt solcher Borträge 'oll dem Reichstage znr Kenntnis gebracht werden.

Nack, langer Dislusston schritt da? Haus zur Ab stimmur die auf Antrag Müller-Sroan (fr. Vp.i eine namentliche war.

§ 1 wird mit 143 gegen 68 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Wie Präsident Gra Ballestrem mitteilt, hat ein Abgeordneter drei Zettel mit seinem Namen abgegeben. DaS Bureau hat einen Zettel für giltig, zwei für ungillig erklärt.

Der Rest des Gesetzes wird unverändert nach den Kommisstonsbeschlüffen angenommen.

Die Resolution der Kommission wird einstimmig angenommen.

Sin Antrag auf Vertagung wird hierauf ab< gelehnt, obwohl eS bereits l/«7 Uhr geworden ist.

Es besinnt hierauf die 2. Lesung des Gesetze? bett, die Ueb-tnahme einer Garantie des Reiches in Bezug auf eine Eisenbahn von Dar-es Salaam nach Mrozoro

Die Kommission hat beschlossen, die Vorlage anzu­nehmen, wenn in der Baukonzesston der Ostafrikanischen Eismbahngesellschift bte Spurweite der Eisenbahn auf mindestens einen Meter festgesetzt wird.

Kolonialdirektor Stübel gibt die Erklärung ab, die Verbündeten Regierungen seien mit der Bestimmung betreffend die Spurweite einverstanden unter brr Vor­aussetzung, daß ber Reichstag bie auf 18'/« Millionen herabgesetzte Garantiesumme wieder auf die in bet vorjährigen Vorlage enthaltene Summe von 21 Mill, heraussetze. Durch den Bundesratsbeschluß würden bie verfassungsmäßigen Bedenken beseitigt, sie dagegen er­hoben seien, daß der Reichstag seinerse ts in einer Re­gierungsvorlage eine höhere Forderung als die ver­langte stellt.

Abg. Richter (fr. Bp) protestiert dagegen, daß die Vorlage in der heutigen Sitzung duichgepeitscht wurde und verzichtet feinetfeitS für heute aufs Wo-t.

Abg. Südrkam (Soz.) schließt sich dem an. D.e Mehrheit, bte heute einmal beschlußfähig fei, könne doch wohl da? Opfer bringen, noch einen Tag länger hier zufammenzuvleiben

Abg v Kardorff (Rp) beantragt, mit Rücksicht auf bte Erklärungen von zwei großen Parteien bes Hauses die weitere Debatte zu Betragen

Hieraus vertagt sich ba? Haus.

Mittwoch 12 Uhr: Nachtragsetat, Interpellation Auer (Soz) betr. das preußische Kontr cktbruchgesetz, Ostasrtkantfche Bahn. Kaufmannsgerichte.

, « Schluß */s7 Uhr.

* mWch-MMsH? Atteg

Mitteilungen, di; beute gleichzemg von ruffi scher und japanischer Seite kommen, stellen keine besondere Veränderungen in der Kriegslage fest und berichten nur von kleineren Gesichten, in denen anscheinend die Japaner Ire Oberhand behalten. Ferner meldet ein Telegramm des Generals Charkervttsch an den russischen Generalftab vom 12. Juni: Am 9., 10. und 11. Juni traten in der Stellung der in der * Umgebung der Station Wafangou befindlichen Truppen keine Veränderungm ein. Täglich finden kleine Vorpostenscharmützel statt. Die Versuche der Jrpansr, im Süden von der Station Wafandian sie russischen Wachtposten zurückzudrängen, werdm du ch eine Borwäus- bewegung der Kosaken abgewehrt. — An der Westküste der Liautung-Halbinsel herrscht Ruhe. Di: von Zeit zu Zeit sich zeigenden Sch sie nähern sich nicht dem Ufer. — Die Japan:r sind aus Sstujrn nicht weiter vorzc- rückt. Wie gemeldet wird, errichten sie in der Umgebung dieses Punktes Befestigungen.

Ein kaiserlicher russischer Ukas vom 9. Juni ordnet die Einberufung vonOffi- zieren undUulermilitärs der Reserve zum aktiven Dienst aus 10 Kreisen des Gouverne­ments Pen'a, je einem der Gouvernements Perm und Simbirsk, aus 6 Kreisen des Gouverne­ments Samara, 3 Kreisen der Gouvernements Satow, 2 Kreisen des Gouvernements Orenburg je 4 der Gouvernements Ufa Md Moskau, 6 des Gouvernements Tambow, 2 des Gou- vemrments Wladimir, je 4 der Gouvernements Woronesh und Orel, 3 des Gouvernements Rjasan, 4 des Gouvernements Tula, 3 des Gou­vernements Charkow und aus 4 Kreisen des Gouvernements Kursk an. Ja einigen Kreisen haben auch Pferdemusterungen stattgefunden.

Eine amerikanische Gesellschaft hat das Unterseeboot ^Protektor" für 50000 Pfund Sterling (1 Million Mark) an Japan verkauft. Der Kauf ist vor zwei Monaten abgeschloffen worden und das Boot befindet sich jetzt nach Jrpan unter veas und zwar an Bord eines norwegischen Schiffes, auf welchem sich zwe amerikanische Sachverständige befinden, die die japanischen Seeleute in dem Gebrauche' des Unterseebootes unterrichten sollen.

EinStimmungsbildausPortArthur entwirft der -usstsche Schriftsteller N. Krawtschenko in dec «Nowoje Wrewja', als deren Korrespon­dent er längere Zeit h der bedrängten Festung geweilt hat. Wir entnehmen seinen Ausführungen das Folgende:

Die Befestigungen Port Arthurs haben eä za einer Festung ersten Ranges gemach', und erst vor einem Jahre hat bet jetzige Kornmanbrecende ber Manvschu- rtfchen Armee und bamatfge Kriegsrninifler A. N. Karopatkin in Port Arthur eine Rede geh il-en, in t er er nochmals auf die Bedeutung und Starte dieser Frstung hinwies Ich denke, man kann ihm glauben. Die Berteibiger Porr Arthurs haben feit bem Beginn des Krieges ihre Situ ttion vollkommen begr.ffett, wie einer ber ersten Tagesbefehle des Chefs der ®erteibv gung Kwantnngs General A. M. Stößel, ber damals FestanzSkommandanr war. aufs beste bestätigt. In diesem Tagesbefehl schrieb General Stößel, daß die Einnahme oon Port Arthur für bte Japaner etne Frage des nationalen Selbstgefühls sei und wohl eine der wichtigsten Aufgaben ihres Krieges bilde. Und es ver> steht sich von selbst, daß die B rteidiger Port Arthurs, die sich seiner Bedeutung bewußt find, alles, was nur irgend möglich, für die Verteidigung ihrer Festung tun werben. Sie werben um jeden Fuß breit Landes kämpfen und dem Feinde nur um einen allzu hohen Preis gestatten, sich ihrer letzten Verleidigunxsiinte zu nähern. Jeder Mensch, brr an bie Wand gedrückt ist, zeigt unoergle-chlich viel vehr Erfindungsgeist und Ausdauer, als gewöhnlich. Die Verteidiger von Port Aithur können sich nicht zurückziehen, und von Ueber- zabe kann natürlich nicht die Rede fein. Anfang März »rschrieb ich in einer meiner Korrespondenzen aus

Port Arthur, m welcher Ungeduld die Garnison auf ein Zusammentr.ffen mit bem I :..ve warte, und ich bin überzeugt, daß ber Geist ber Truppen während der Berterdigung t Arthurs nicht schlechter sein wird. Mit Zuorr" ann man sagen, daß es nicht ohne Ausfälle, nichr ohne eine partielle Niederlage des Feindes a2 „•. wirb. Abgesehen von den Chinesen, welche die ganze Zeit über an den Forts und an anderen Bauten zur Verewigung Port Arthurs gear­beitet haben, gibt e8 sehr wenige Privatpersonen in ber Festung. Seiber find dort aber dennoch die Frauen einiger Kaufleute und Offiziere, ja sogar Kinder, zurück- geblieben. Ich glaube aber, baß ste nach ber Landung ber Japaner auf ber Halbinsel Liautung haben weg. fahren können, teils mit ber Eisenbahn nach Norden, solange bte Verbindung noch nicht abgeschnitten war, te (5 auf chinesischen Dschunken nach Tschifu.

W. London, 15. Juni 1904. Dem Stelltet« schen Bureau ging van seinem im Hauptquartier des Generals Kuroki besindlichen Korresponden­ten über Fusan folgende Nachricht zu: „Vom Kriegsschauplätze ist nichts neues zu melden. Die Vorposten treffen täglich zusammen. Die Ver­luste dabei sind gering. Bei diesen Gefech ten scheinen die Japaner die Oberhand zu be­halten. Nachts durchschneiden die Chinesen die Telegraphendrähte. (Erwünscht wäre eine Auf­klärung, auf weffen Veranlaffung dieses geschieht. Die Red.)

W. Tokio, 15. Juni 1904 (Reuter) Als gestern abend der Trankportdampser „Tai- Hoku-Maru" in der Hafeneinfahrt von Prrt Aithur Minen legte, explodierte eine Mine. 1 Offizier und 18 Mann wurden ge­tötet, 9 verletzt. Das Schiff wurde nicht ernstlich beschädigt.

Tokio, 15. Juni 1901. Zter .Kölni­schen Zeitung' zufolge werden die japanischen Siege durch glanzvolle Umzüge unter ungemein starker Beteiligung der Bevölkerung gestiert. Während eines solchen Ffftzuges, an dem auch Engländer und Amerikaner sich be­teiligter-, entstand auf einer Brücke ein derartiges Gedränge, daß 19 Personen getötet und eine große Anzahl verwundet wurden.

* Dir Bureaus des französische« Kammer ernannten heute die aus 33 Mttglir- dern bestehende Kommission zur llnrersachung der Kartbäuserangelegsnheit. Dieftloebesteht aus 12 Ministeriellen und 21 Antiministeriellen. Sie beschloß eine beschleunigte gründliche Unter­suchung cmzustellen.

* Ja Barzelona wurde der Bediente Ar­ial, welcher am 12. April den Mordan- schlag auf den Ministerpräsidenten Maura verübte, zu 7 Jahren und 4 Monaten Gefäng­nis verurteilt.

* Gegen Miluer, de» englischen Oder- kommissar in Transvaal scheint ein Attentat geplant gewesen zu sein. Wie in Johannes­burg amtlich bekannt gegeben wird, beobachtete die Polizei seit einiger Zeit mehrere Auslän­der, von denen einer die yrahlerische Aeußwung mochte, er würde einen Mordversuch gegen Oberkommissar Milner unternehmen, wenn man es ihm der Mühe wert mache. Infolge wett-rer polizeilicher Ermittelungen wurden in Johannes­burg drei Personen, die für Anarchisten gelten, -auf Grund der Pe»cs pceseroarion cct ver­haftet.

* Verhandlungen über die Philip piueniusela, welche Amerika bekanntlich den Spaniern im l-tzten Kriege abzenommen hat, sollen, wie oer Petersburger „Standard"-Korre- spondent von einem dortigen höheren Beamten erfahren haben will, zwischen den Vereinigten Staaten und Jap an begonnen h^bea. I pan wünsche, die J.i'eln zu pachten und die Ber- einigten Staaten feien dieser Lösung der Philip - pimnf-.age nicht abgeneigt. (Das kann man sich denken, denn die Aankees haben bis jetzt an Sen Philippinen herzlich wenig Freude erlebt.)

* Amerika wehrt sich, wie die täglich ein­laufenden Berichte beweisen, immer energischer gegen die Einwanderung Mittelloser. Nach einem Telegramm des Bureaus Laffan aus New-Aork werden mindestens 3 Prozent der an« kommendenZwischendeckspaffagierezurückzewiffen, das ist das Doppelte des sonst üblichen Prozent­satzes. Die Untersuchungsstation auf Ellis Js land bietet kaum Raum für alle Einwanderer, 4000 neue Ankömmlinge werden noch diese Woche erwartet.

ttensumvereine und Yrtailliftcn. v.

2. Anders verhält es sich mit den „Rabatt-Sparvereinen". M sind das Organisationen dir Detaiüisten selbst, und zwar gehören der Organisation die Angehöngen der verschiedensten ober auch aller Branchen eines Ortes an. Die Vereias- mttglierer verpflichten sich, auf alle Bureinkäufe einen bestimmten Rabatt, gewöhnlich 5°/o der Eiickaufssummr, zu zahlen. Die Rabattmarken werden in ein Buch geklebt, in dem auch die teilnehmenden Geschäfte verzeichnet sind, ur-d wenn das Buch einen bestimmten Nennwert er­reicht hat, kann es cn der Geschäftsstelle des

Vereins gegen bares Geld singrlöst werden. Die Finktionen ber Geschäftsstelle werden, so­lange sie sich in mäßigen Grenzen bewegen, in der Regel ehrenamtlich von den Mttgliedecn des Vereins, bei steigendem Geschäftsumfange viel- fah von einem örtlichen Kceditrnstitut(Sbarkaff:, Bank rc) besorgt. Die Verwa'tungSkosten st„) dadurch minimal. Die durch den Mirkenoerkauf an die Vereins Mitglieder (Geschäftsinhaber) ge. wonnenen Rabattbeträge werden an der Gr- schäfisstelle deponiert.

Die Vorteile der Rabattsparvereine werden von dem Magdeburger Vereine treffend in fob genden Punkten zusamnengefaßt:

1. Einheitlicher Zusammenschluß der Geschäftsleute, die sich als Kollegen, nicht alS Konkurrentm be­trachten sollen-

2. Gemeinsame Reklame für unsere M tzlieüec in zweckmäßiger Form unter Ersparung eigener kostspieliger Reklame.

3. Nachbrückiiche Bekämpfung unlauteren Wettbe­werbes.

4. Förderung be3 Barei-kanfs der Knndm und Be­seitigung bes leichlfertigen «:cbitgeben8,

5. Hebung bes GeschäfrSansehens durch soliden Geschäftsbetrieb, wozu bie Mitglieder angehalten werden.

6. Gleichmäßige PeeiShaltung für alle Kunden ohne Sondervergünstigungen an Vereine rc

7. Unabhängigkeit von Er-verbsrabattgesellschaften und Konsumvereinen.

8. Rechtsschutz unserer Mitglieder in nötigen Fällen.

Die Gründung von Rabattsparvere-nrn wurde hauptsächlich »eranlaßt durch die Diordeudenein- richiung der Konsumoereirre und das Treiben der Rabattgesellschaften. Wie schon gesagt, hat die Dividendenvrrtetlung zweifellos zum W-'chstum der Konsumoer ine nicht unwesentlich beigetragen, und die bittere Not oder bie hereinbrechende Ge­fahr hat schließlich die D'ta llisten gezwungen, Maßnahmen zu treffen, bte geeignet erschienen, bie Käufer oom Konsumverein fernzuhalten oder gar wieder abzuziehen. Weiter ergab sich an manchen Orten bie Notwendigkeit, das Raöatt- qeben zu vkreinhei-lichen. Einesteils war das Publikum infolge der Rabartgabe der Rabatt­gesellschaften oder auch einzelner Geschäftsleute allmählich so weit an den Rabatt gewöhnt, daß auch diejenigen Geschäfte, welche bisher keinen Rabatt gaben, sich deffelben auf die Dauer ohne Schädigung ihrer Einnahmm nicht entschlafen lo-rnten. Silbernteils drohte infolge der Kon- kurrerz einzelner Geschäfte bezüglich der Rabatt­höhe mit der Zeit eine höchst ungesunde Rabatt­wirt schüft einzureitzen. Dazu kam die E wägung, daß das Rabattgeben auch den Warenhäusern, Gtoßbazaren und ähnlichen Geschäften wohl in etwa Abbruch tun könne.

Man muß nun allerdings sagen, daß diese Art ser RabattorganisLliou wohl geeignet ist. auf das Publikum eine große Anziehungskraft auszuüben, bi; KonsumvereinsmikgIi;Ser nicht ausgeschlossen. Denn während bie meisten Kon­sum sereine hauptsächlich nur Kolonial- und Ma­terialwaren führen, sind dem Radattfparvirein bie Geschäftsinhaber der versLiedenftsn Branchen angeschloffen, so daß der Gesamtrabatr vom Gesümiwareneinkauf, bezogen durch Sparvereins- Mitglieder, sich durchschnittlich entschieden höher stellt, als die Dividenden der Konsumvereine. Ist dies aber der Fall, so liegt doch auch für KonsumoereinsmitgliedLr der Gedanke nah-, auch durch Deckung der Kolonialwaren bei den Spar- vereinsmitgliedern um so schneller zu der er- sordkrlicheu Höhe des Rrbattne^nwerts und so zu barem Gelde zu gelangen. Lann ist auch ein einheitliches Rabattgeben von ■ 5°/« au sich geeignet, dis Neigung zur Teilnahme am Konrum- öerein abzufchwächerr.

Und so haben de^n auch in der Tat die Rabatisparv-reinr durchweg eine günstige Ent­wickelung und gute Erfolge auftuweisen. So enthält der erste Jahresbericht des Magde­burger Rabattspi'.Vereins folgende Daten:

„Unter enter Bettiligu-ig von 150 Mit­gliedern wurde der Verein am 27 O sicher 1901 gegründet. Beim Publikum fand die Veran­staltung den besten Anklang, und so wurde bie Zahl der Vereinsmitglieder immer größer. An­fangs November 1901 zählte der Verein schon etwa 300, am 1. Dezember desselben Jahres 600, Ende 1902 bereits 922 und Mitte April dieses Jahres 1120 Mitglieder. An Rabatt« sparbüchern wurden ausgegeben 75 000. Der Markenverkauf belief sich auf 469 8l0 Mark Ra« battwert, entsprechend einem Umsatz von 9 396800 Mark. Der Verein wurde gegründet unter Mitwirkung der städtischen Sparkaffe, wo die Sparbücher gegen bar ein gelöst werden konnten. Als die Arbeftsleistung für sie Sparkasse zu groß wurde, überushm ein Bankhaus dis Zen­tralstelle des Vereins. Ging löst wurden 9 581 Rabattsparbücher im Wert? von 295 8!0 Mark."

Fulda, den 15. Juni 1904.

—* St«dtverordttet.°»-Erfutzwshi. Als Ersatz für den in dm Magistrat gewählten bis­herigen Stadtverord' eien Herrn Karl fl tnb haben die Wähler der ersten Lbte'.l >n; eimn neuen Stadtverordneten zu wählen. Der Mrgisteat hat diese Ersatzwahl auf Donnerstag, den 30. Juni, nachmittags 4—6 Uhr anbitaumt.

Eintritts-Karten z«r Gewerbe-Aus­stellung. Der geschäftsführende Ausschuß hat den Vorschlägen des Finanz-Ausschuffes betreffs der Eintritls-Karten im allgemeinen zugestimmt.