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31. Iahrpan.

gnioa. Montag den 13 Juni 1904

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Litzeis« fpc Itigt $

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nrDtrbotbetten Seele. Das Wieoerfehea mit tre-nem Töchterchir. Ulttfe gestaltete sich sehr bewegt. Wie am Tage vor meiner Abreise bedeckte sie mich wieder und wiederum mit heißen Küssen und gab ihrer Freude über meine Heimkehr so unverhohlenen Am druck, daß ich ganz ge.ührt wmdr tv d wir fest vornahm, alle Versäumnisse, die ich mir diesem geliebten Kmde gegenüber früher hatte zu Schulden kommen lassen, in vollstem Matze hereinzubrinzen und du ch dorpelte Beweise meiner sorgsamsten Balerliebe und Treue üU?SaÄ, so gelobte ich mir selbst, Ulrike soll keinen Grund mehr finde», fich über Vernachlässigung von meiner Seite zu be'lazer.; fie soll m ch von ,'tzt an nicht tote einen Halbftrmden betrauten, soll sich nicht mehr schweigend zurückziehen muffen, ttrnn fie einmal mit wir P andern will, sonder» fie soll er­fahren, datz ich zu jeder Zeit für ihre lrndltchkN und kindischen Wünsche ein off nes Ohr und eine frei ebige Hand habe. In meine Arme will ich fie ziehen und ihr einen Ruheplatz an meiner Brust bereuen. Ich will fie mit soviel Z ichen niemer fürsorglichen Liebe umgebe«, datz sie gerne ihr ganz-S Herz Mir zu- wendet und einsehen lernt, daß sie ihre Zuneigung in erster L nie dem Vater widmen muß uno nicht der Tante. Was kümmert'S mich, d-ß ich dann voralÄ- sichtlich mit Carlot!a eine» Kampf cuS echten muß! Der SikgeSpreir, der auf dem Spiel steht, ist drS härtesten Ringens wert; kämpfe ich doch um bte aus­schließliche Liebe meines teuren KindeS! .

Brauche ich erst noch zu versickern, daß meine Be­grüßung C-rlottas sehr kühl auiftd uno ganz de» Feuers entb hrte, das ich an Sohn und Tochter aus­giebig verschwendet? Uebrigens zahlte mir meine Schwägerin niit gleicher Münze heim Sie trat mir so ruhig entgegen und iag'e nur: ,^uch wieder zu Hause! Hast Du eine gute Reise gehabt? so gleich- giltig, als wäre ich wcht vier Wochen, sondern nur ebensoviel Stunden sort gewefin.

Wieder verstrichen die Tage, und bald ging in

Obwohl ich mich über das barsche We'en des Beamten nicht wenig ärgerte, beherrschte ich meinen Unmut doch so weit, daß ich ziemlich ruhig entgegnen konnte:

„Ich muß wiederholt um Entschuldigung bitten, Herr Rat! Allein ihre Annahme, daß ich von der d zei die Bestreitung der Kosten verlange, die duick Renatas Aufnahme in der Anstalt erwackfen, ist ir ig. Tiefe Kosten find für zwei Monate schon im Brrau» beiichtigt." ,

Sovo? Wer hat denn dar Geld für das Mädel bez -hlt?*

.Ich.«

Sie ? Herr! — Warum haben Sie das getan?"

Well ich er, wie ich schon vorhin bemerkte, für ein G-bot der Menschlichkeit hielt, dem bedauerns­werten Kinde nach Kräf en die helfende Hand zu bieten. Ich habe also ein finanzielles Eingreifen der Polizei weder erwartet, noch begehrt Meine Bitte erstreckt fich nur darauf, von Amtswegen die nötigen Nachforschungen einzuleiten, damit diese» kleine Mäd­chen je eher desto bester zu ihrem Vater nach Italien zurückgesckickt wird."

Der Rat räusperte fich.

„Hm!" machte er. „Sie haben also für das Kind bezahlt, — nun, das ändert die Sache, — freilich, das »adert sie. — Aber ich weiß noch gar nicht, nut wem ich die Ehre habe. Ich vergaß--*

Meine Brieftatche hervorlangend, suchte ich diesmal -statt meiner Visitenkarte meine Reiselegitimation heraus und überreichte fie ibm

„Diese Paßkarte gibt Aufschluß über mich."

Er überflog fie mit den Augen und gab fie dann

* Die .Neue P-luische Ronefp.' schreibt: .Nachdem die bfff scheu und thüringischen Bundes- ftaaten in der Lott-rieaugtt-gevhrit in einer Konferenz ad hoc vor elnu»n tagen zu gewin n Resultaten gekommen sind, werden bieietlald V-rbardlungen mit der preußischen, «Staate» regierung angelnüpft werden. Man nimmt in unterrichteten R eife« daher an, daß die letztere daS Slraiverfchärfungsgesetz zunächst nicht ver­abschieden lassen wird." Letztere Nachsicht, be» merlt dam die,Nordd. Allg. 3‘g.', entbehrt jeder Beg ründung. Die Staatsregierrng legt vielmehr ans die bald-ge Verabschiedung des Gesetzentwulfs großen Werl und darf sich der Et Wartung einer solchen Erledigung umso­mehr hingeben, als der Entwurf bet eigenen Anregung der ganz ü6er®ieaer,bfn Mehrheit des Abgeordnetenhauses seine E»>stihu"g verdankt und auch jetzt bei der Beratung in der Justiz- kommtffion mit allen gegen eine Stimme An­nahme gefunden hat.

Mriftleit«:Zos.vauA, -

t. ftÄftS* wochuSell-,«! „Illustrierte Sonntagtzeitung

96. Sitzung vom 11. Juni 1904.

Eröffnung 1'/- Ui-r.

Auf der Tagesordnung sieben zunächst Wahl« der Bbgg. Dr. Stockmann (Rp.), v. Oldenburg chh v. Maltzan (t), Mentz (k.), Mommien (freis. Vgg.), Meter Jobst (frets. Vp.), Horn-Go lar (ntl.) urd Dr Potthof rtreis Bgg.) werten entsprechend den Kommisstonsbeschlüsfen debatte­los für giltig erklärt.

Die Wablen der Abgg. Boltz (ntl), Korfanty (Pole) und FuchS (Z) werden beanstandet.

Auch bezüglich der Wahl des Abg. Dr. Erckhofs (freis. Vo.) beaniraptdieNommisfion vewe serhebungen.

Abg. Lr. Müllrr-Sagan (freis. Vp.) .beantragt unter Hinweis auf mehrere tm Kommisnontterrcht ent­haltene Rechenfehler bei Zusammenzählung der Stimmen, die Wahlprüfung an die Kommission zurr'ckzuoerwersen.

Abg. v. Sirombrck (Z.) schUept sich diesem An­träge an.

Derselbe wird angenommen.

Es folgen Petitionen. „

Petitionen um Aenderung des Gesetzes über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau beantragt die Kommission, soweit sie fordern, daß Därme in Zukunft nicht mehr unter den § 4 deS Flerschbeschaugesetzes fallen sollen und daß das Verbot der Einfuhr von Pökelfleisch im Gewicht von weniger als 4 Kilogramm aufgehoben werde, und soweit sie eine Aenderung der Gebühren- und Prüfungsverordnungen bezwecken, dem Reichskanzler als Material zu überweisen; sowert sie aber Erleichterungen für die Einfuhr von §wgewe-de- teilen, Zungen und bergt und v.e Aushebung des Fleischbeschaugefetzes überhaupt oder Außer kraftsetzung desselben für die Landgemeinden fordern, durch Ueber» gang zur Tagesordnung zu erledigen

Ein Antrag Strombett, welcher die Petition be­züglich der Einfuhr von Därmen und des Verbots der Einfuhr von Pökelfleisch zur Erwägung überweisen wollte, fand nicht die nötige Unterstützung.

Abg v. Staudy (k) beantragte auch dresen Teil der Petition durch Uebergang zur Tagesordnung zu eileb®U3Ibgg. Erzbergcr (Z.) und Graf Oriola (ritt) erklärten sich für den Antrag v. Staudy; sie führten aus, daß keine Beranlaffung vorliege, jetzt schon das Fleischbeschaugesetz, das zum Schutze der Flerschkonsu-

25 pfg.; bei lvl er- Holungen wirt entf-7. Rabatt gewahrt.

Druck und Verlag 6 LuldaerAetlendrucket in Zulda (hannonit Lernsprecher Ur.«

Die wotzliatlgkcit der pcmmcrnbanL

Es scheint bei den „Beteiltoten- abgemacht zu sein, daß über die „Wahltäiigkeitssp^i d n" derPommernbank kein volles Licht verbietet werden soll. W-nn die An.eklagen und ihr Verteidiger über den $?rblcib der 685,798 Mk Nichts weiter wi-teilen wollen, a’5 was sie vor Geeicht erklärt hüben, so begreift man das ja. Daß irgendjemand ihre „Diskretion" zu ihren Gunsten ouSlegen werde, werden fie selbst nickt alaubiN. Jedermann sagt fich natürlich: Tie Sache muß sehr faul sein, sonst nfirben bu Angeklagten schon reden, um fich we>ß zu waschen.

Weniger verständlich ist es, wie d-r Gerichts- Hof durch seinen Vorsitzenden erklären lasten konnte, für ihn sei die Sache nut den Dar­legungen des Verteidigers Sello und des Herrn Schultz erledigt. Es bandelt sich h.er loch um die Frage, ob die Angeklagten mehr als eine hatte Million aus dem ihnen zur Derwal-ung cmverlravten Vermögen der Bank oder ihrer Al'ionäre und Pfandbriefir.hrbir m unveranr wörtlicher Weise verschleudert und fich damit strafbar gemacht haben oder nicht. Wie kann diese Frage für den Gerichtshof erledigt sein, während noch grobe Widersprüche besteren und noch nicht alle P-rsonen, die zur Aufklärung der Sache beitragen könnten, als Zeugen oe nommen worden find? Der Verteidiger Sello behauptete namens der Angeklagten, der Oberbülm-ister Frhr. v. Mrbach habe auf den Scheck von 350060 Mk. überhaupt nur 25,000 Mark zu WohltäligkeitSzwocken erhoben; über die Verwendung des Restes werde „nad) ' wie vor das Prinzip der Diskretion rebelliert" Geheimrat Budde hat dagegen unter fenem Eide ausgesagt, es liege Quittung vom Frhrn. o. Mirbach auch über den Rest von 327,353 Mark vor, der am 28. Dezember 1900 abgehoben worden sei. Außerdem erzählte er doch auch noch von Anweisungen über 150,000 Mk., 102.000 Mk. und 50,000 Mk, die die Ange­klagten zu „Wohl tätigten szwecken" gespendet haben sollen und zwar an Frhr. v. Mridach. Und ohne irgendwie auf die Klarstellung inefer Dinge zu drängen, erklärt der Gerichtshof die Sache für erledigt! ,

DaS Unverständlichste aber tst, daß Freiherr v. Mirback selbst nichts von fich hören läßt und gar nichts zur Ausklärung der Sache tun zu wollen scheint. Wenn der Ge­richtshof ihn nicht als Zeugen vorlud, fo Irrte er sich freiwillig melden wüsten; mindestens hätte er sich öffentlich zur Sache äußern müssen. Das halte sogar sein Freund, der ,Reichsbvte' erwartet, der bisher ängstlich geschwiegen hatte, in der Hoffnung, Freiherr v. Mirbach werde reden, der aber nun auch nicht mehr an der Taktik des Schweigens festzuhalten vermag, wi­es z. B. die .Kreuzzeitung' und die.Deutsche Tageszeitung' noch tun. Es liegt im eigenen Interesse des Freiherrn v. Mirbach, daß er sich äußere. E* kann nur schweigen zu seinem Un­gunsten. Niemand glaubt selbstverständlich, daß er von dem Schultz und Romeick Geld i ür

Als ich Abschied von ihr nahm, ließ ich fie daher auf dem Glauben, ich hätte nur schnell eine dring-nde Besorgung zu machen und käme bald zurück, um sie wieder mit mir zu nehmen.

Dann stand ich auf der Straße, allein, — Atem schöpfend mit voller freier Brust, — tore erlöst von einem in ückenden Bleigewicht l Mein Gewissen war sehr ruhig; hatte ich doch mit pnsckiltchen Opfern einem fremden Kmd, das ohne mich dem traurigsten Schicksal entgegengegangen wäre em vor­läufiges Heim verschafft. Wer will mich tadeln, well ich dkffenurgeachtet froh war, wieder mein eigener Herr zu sein, und nicht länger mtt dem Manchen! herumziehen zu missen, daS der Holzwuller Stritt. als eine Last für mich bezeichnet hatte. Daß fein Urteil richtig war, lr irrer mir die E-leichterung, welche ich bei dem Gedanken fühlte, daß ich meine F.rienreife ohne Plan und Ziel jetzt auch totebet ohne Begleitung fortsetzen durfte.

Schon am andern Morgen verließ ich Nürnberg, Aber die Lust an Abenteuern, die zu erleben ich bet Beginn meiner Wanderung so sehr erpicht gewesen, war mir vergangen; beim btzten — hatte ich ein Haar in der Suppe gefunden!!--

XI.

Die Tage verstrichen, die Ferien gingen zu Ende, und ohne wkitere nennenswerten Erlebwffe kehrte ,ch, gestärkt und gekräftigt an Leib und Geist, wie daS der SanirätSrat veraukgesagt hatte, zurück in den Frieden meines HaufeS und meiner Familie.

Dort harrte meiner eine sehr freudige lieber« raschung.

Mein Sohn Robert war schon vor ein paar Tage« heimgekomwn; er hatte ein glänzendes Abttunum i binbr sich und seine Zeugnisse wiesen tn ollen Fack-rn die besten Noten auf. Die tote Mütze der Gymnafial- Absolventen kleidete ibn vortrefflich: aber noch mehr gefiel mir sein klares Auge, der Spiegel einer reinen

Ohne plan und Ziel.

Roma» von I. Baierlein.

------ (Nachdruck verboten.)

öeiuf»>$ leinen und Verbände, von tatb. Eeei I sorge stell n in der D'a poa rc ' dar und e. füllt damit einen Wunsch, d r io häifig in der Pieffe und auf den Kaihoiikee Versammlungen gerade von dem Seelwrgek.erus ausgesprochen worben ift. Besonders w gen der adwandemden Bew- kerung wirb das V-rze-chmS d.r Seelsorgestellen und kirchlichen Einritt tungen in den nordischen Missionen, in der Fürstin chöfl chen Delegaiur mit Berlin, im Königreich Sachten und tn der mitteldeutschen Duttpora sein. Ebenso sebr werden von dem Seelsorger urd clün in charilattcer u d sozialer A beit st.heoden Männern und F auen die Verzeichnisse der ErziehungS- und Besie'ung-anflalten, bei Heimeuno mannigfaltigen sogalen and charilati »en SBeretntgunqen für bte tonalen und erzieherischen Bedürfuiffe der ver­schiedenen Berufe, Alter und Geschlechter be­grüßt werden. Dabei ist das handliche Buchlein > von 224 Seiten in Tusch« format auch rach der w rtschaftl ch-soziaien und der politischen Seite ein vorzüglicher Berater. Wir möchten es daher gerne in der Hand jedes gemeinnützig tätigen Mannes und jeder charitatio wirkenden F-au sehen.

—* Aus einem Ttt-kel der «Birsch. Wjed/ und einer Notiz der rff ziösen „Südd. Reichs- korresp." ist von verschiedenen Seiten Gefolgert worden, daß die Handelsvertrags Verhand­lungen zwischen Deutschland n»d Rietz land wieder aufgenommen worden s-ten. Ge> sti tzr auf Mitteilurgen von unterrichtkter Seite stellt der Handelsoertragsverein fest, daß bte Verhandlungen mit Rußland noch immer auf I demselben Standpunkt stehen, auf dem sie sich I um die Jahreswende befanden, das heißt, man wartet darauf, daß Rußland Sch»itte zur Fort­setzung der Besprechungen tue.

)( In der Presse taucht abermals bte Be­hauptung auf, daß eine Dep-sie des w Tüd- westafrika befindlichen Zruungrberichterstatters Hauptmann a. D. Dannhauer, worin ou§ Windhuk vom 8. Mai d I. der angebliche Entt schluß des Gouverneurs Leutwein, nid) Leutschland zurück,ukehren, als eine Folge der Entsendung des Gene-alleutnants v. Trotha gemeldet wurde, nicht ohne vorhertge Kenntnis deS Reichskanzlers veröffentlicht worden sei. De Meldung sei „vorher m der Wi! Helmstraße gelesen worden .... Und sie wurde nicht etwa von einem Geheimrat gelesen, sondern vom Kanzler selbst, bevor sie gedruckt wurde». Die ,Nordd. Allg. Ztg/stellt nochmals fest, daß der Rrtchskanzler Graf von Bulow von jener Depefche und ihrem Inhalte keinerlei Kenntnis gehabt hat.

* Die Abordnung der deutsch - fudweft- afrikavischeu Ansiedler unter Führung des Farmers Erdmann aus Haris bet Wtndhuk ist heute in Berlin eingetroffen, um mit den maß­gebenden Kreisen wegen einer Nachprüfung der Frage der Ansiedler-Entschädigung Füh­lung zu nehmen. Näher dargelegt und begrün­det sind diese Entschädigungs-Ansprüche in einer Denkschrift, welche den amtlichen Stellen unter­breitet wird und gleichzeitig der O»ffenilichkett übergeben werden soll.

Berlin, den 11. Juni 1904.

(*) Ei« praktisches Hilfsmittel für die Seelsorge bittet der Volksoerein für das! katdoliiche Deutschland indem „Sozialen Adreßbuch», das er soeben (im Verlage von Butzon & Bercker in Kevelaer, durch jede Buch- Handlung zu beziehen, Preis 50 Pfg.) heraus- gkgeben hat. Es stellt sich als „Verzeichnis von j sozialen und charitatioen Auskunstsstellen, Ein­richtungen und Anstalten, von Standes- unb an mich zurück Das amtliche Dokument schien ihm in gewissrm Sinne zu imponieren; denn merklich jreundlicher als bisher begann ec wieder:

„So — na ja! Ich hab' bereits gesagt, daß die Bezahlung der Koste» die Sache ändert, Herr von Büre»! Nachdem die Polizei keine Kosten zu be­zahlen braucht, macht fie auch lerne Emwemungen gegen den Aufenthalt bc8 Mädchens in der Er-

Dars td) um eine schriftliche Bescheinigung hier­über" bitten? Die Hausmutter verlangt eine solches .Gewi?, das unterliegt gar »einem Anstand. ES erübrigt nur rock, »aß Sie Ihre Angaben über das Mädcken zu Protokoll geben, damit wir auf Grund derselben die vorgeschriebenen Nachiorschungen ein- leiten. Doch kann ick Jhn-n schon jetzt sagen, Herr von Büren, daß ein R'fultat innerbalo zwet Monaten kaum zu erwarten ist. Wenn Sie die angebliche Italienerin so lange in der Anstalt belassen wollen, bis ihre Heimatsverhältnisse feststehen, werden Sie wohl noch öfter blechen müssen." — —

Nach eii er guten Stunde war auch dos Protokoll aufgenommen. Ich erhielt eine amtliche Bescheinigung für die Hausmutter und konnte hierauf nut Renata das Mag-stratt gebaute verlassen.

Bor allem begab ich mich, nachdem die Angelegen­heit so wett gediehen, in den Gasthof zurück, um ba8 Bündel mit den vo.« der Müllerin geschenkten Kletdern und Wäschestück.-» abzuhole». Dann lieferte ich daS Mädchen in der Erziehungsanstalt ab, wo die Auf­nahme derselben jetzt nach Beseitigung aller Schwterrg- keiten anstandslos erfolgte.--

Zn meiner eigenen Beschämung muß ich gestehen, daß ich feig genug war, mich von Renata nut etnet Unwahrheit auf den Lippen zu entfernen. Ich batte ihr weder gesagt, welche» Zweck die verschiedenen Gänge verfolgten, die ich heute mit ihr gemacht, noch klärte ich fie darüber auf, datz fie nun in der Anstalt zu bleiben habe. AuS Scheu vor der herzbrechenden Szene, die dann sicher eintraf, wagte ich das nicht.

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Z., vringerlohn nutz ,b#«t8el6 i" 8»^ «d A^rtrlMk^vPft- venmtwortllchtr

feine persönlichen Zwecke genommen habe. Jnfoftrn erfordert es feine Shre aller dinas nieht, daß er rede A ft seiner Klugheit stellt et ein febr schiechtes Z-ugntS aus, wenn er nich das W->rt zu nehm.n wagt.

Srtbst der .Reichsbole- m-tnt: wenn die Bei­träge, bte er von den Vorstehern der Bank für WovltättgketiSzwkcke erh ert, so Lb'rms boh7 S untren auSmachten, wie H^r tzMdö ge agl hat, io hätte Fhr v. Mirb-M sich sagen sollen, daß keine Baaklertung so groß- Summen ohne Suäbiaung be Aktionäre un, deS Publikums ür Mohltättgkrttszw-cke bergkben könne, unb | lätte bte Annah , e ablehn n müfftn; wenn tr fi- aber doch im D-itrauen auf bie große Letstungs- äbic.teit ter Bank angenommen hab-, so hätte erst-, nachdem durch den Zusammeob'Uh der Ba-k sehr viele Menschen tns Unglück geraten traten, zmückge^en sollen; denn für chtittliche Wohl>ättakeiiszw- ck- oder gar für K -chenbauten dürte oernntreuiee Ge d nicht verw>ndrt werden. Da das Geld o r.e Zweifel längst verbraucht tst, kann man eine Rückgabe von dem Oderhofmeister nicht gut verlangen. Wenn er em mtllionen- ieitler Mann wäre, könnt« man vielleicht sagen, er sei moralisch verpflichtet, ans eigener Tasche^ zu ersetzen, was durch s ine Unklugdett den । Gläubigern der Pommernbank entzogen worden tst. Aber da er so reich wohl nicht ist, muß man wenigstens erwarten, boß er ber Di ff erb lickkeit rein enWein emichenkt unb b ös wtl 11 g e n Unterftellungen uid übertieibenben Ver­leumdungen den Mund schließt.

Das harträck ge Schweigen wird, wenn nicht zu seinen, bann zu anderer hochgestellter Leute Ungunsten ausgelegt werben. Schon gehen bte verwegensten Gerüchte um über bie Stelle, an welche bte Hundert!ausende der Pommernbank gelangt seien, und bie dafür den Hofvanklttel vermittel! habe. Für die Sozialdemokratie in jetzt wieder schöne Zen. Ihr „Schwetnegluck blüht. Je länger das „Geheimnis der Hofbank in Dunkel g-hüllt bleibt unb je hartnäckiger bte Haoptbeteiligten zu allem schweigen, um so er­folgreicher läßt sich bet „Skandal" gegen die Kirche, die kirchlichen Kreise und bte Hofkretse ausnützm. Was die sozialbernokr atische Presse Nicht öffentlich zu sagen wagt, das wirb man sich im Geheimen einander in die Ohren flüstern.

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