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MSMbeiiagi:,Illustrierte Sonntagsjtttung“
mowrisMlage: „Küdaer GesKichtsl-lWer"
M-a, Freitag, deu 10. Juni 1904.
31. Jahrgang
ist. Da dis Angeklagten in Bezug auf den Rest
der Diskretion respektieren-, bleibt auch nach wie
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Zu der Unbequemlichkeit, die mir unser beider» seitigeS unbehilflicher Wese» bereitete, kam aber bald eine wirklich peinliche Berlegenbeit; eS stellte sich nämlich der Weiteren heraus, da- Renata nicht gelernt hatte, stch die Haare selbst zu flechten. Solange sie mit den Zigeunern auf der R ise war, ließ man fie mit einem Siruw-lkopf herumlaufe»; nur wen» sie bei eftter Schaustellung ihre Künste zeigen wußte, »rdnete» ihr die Weiber der Bande dir Haare, und so war fie nicht dazngekommrrr, oiefen wichtigen Zweig weiblicher Schönheit!pflege selber auSjUübe». Aber mit zerzausten Haare» konire ich das Mädchen nnm-glich zum italienische» Konsul führen! i EaS blieb mir übrig, als in den sauren Apfel! Toiffrurlad:».
„Zu meinem Dienst g'hört nur das Bettmachen und oaS Reinige» derZimmer," antwortete fie schuippisch. „Wenn die Fräul'a eine Friseuse braucht, — drüben auf den andern Seite von der Si raßen ist ein
zu verplaudern! Aber kaum hatte ich die Tür ge- öffvet, so wmdest Du schon unwillig, winktest mir ab und riefest: Ich kann Dich nicht brauchen, Ulrike! Siehst Tu nicht, daß ich beschäftigt bin?" —
So hatte ich mein eigenes Kind behandelt, für das ich doch mit Freude» mein Herzblut hingegebe» hätte, und hier — hier saß ich mit Kamm und Bürste in der Hand und mühte mich ab, einem verwahrlosten fremden Mädchen die Haare zu flechte»! —
Mich erfaßte Unmut, nein — ei« ehrlicher Zorn über wich selber. Bo» meinem Sitz ausspringend, schleuderte iv dm Kamm und die Bürste beiseite, eilte zur elektrische» Klingel und drückte dreimal auf de» Knopf. Dies war das Zeichm, daS Stubenmädchen hirbeizurufen.
zu b-ißen und die Probe zu wachen, ob ick etwa auch Talent zum Damenfriseur hätte. O, wenn mich Charlotte bei dieser Beschäftigung gesehen hätte! Wie würden ihre Auge» geleuchtet haben vor boshaftem Vergnügen!
Doch plötzlich überkam es wich wie ein Trau». In plaßifcher Deutlichkeit, daß ick glaubte, fie mit der Hand greifen zu können, sah ich wein geliebtes Töchterchen, meine Ulrike, vor mir und hörte die Worte, mit der fie fich am Abend vor meiner Abreise über meine Unzugänglichkeit beklagt hatte: „O Väterchen! Ich durste rremals zu Dir kommen. Wie oft wollte ich schon iu Drin Zimmer huschen, um mich auf Deine Knie zu setzen und ein Stündchen mit Dir
Zu einer Entscheidung über di" Frage der Wahl- fähigkrit kam eS heute-noch nicht.
In demselben Sinne wie der Abg. Tcimborn sprachen fich noch für die Konservativen der Aba. Henning und für die Nationalltberalender Abz. Beck- Heidelberg aus.
Am Freitag wird die Beratung fortgesetzt.
* Der mMch'japsvrsche
lieber die Kämpfe um Port Arthur fehlen immer noch authentische Nachrichten. Von russischer Sette wurde durch die Russische Telö» ßraphenagentur am Mittwoch aus Liaujang folgende gestern von uns gebrachte Meldung verbreitet, die, weil sie aus chinesischer Quelle stammt, mit Vorsicht aufzuuehmen ist:
Bet der Gesamtabstimmung fand das ReblauSgefktz einstimmige Annahme.
Dann wurde die 2. Lesung des Gesetzes beit, die
vor allen Vermutungen zu ihren Ungunsten Raum. i Dann wurde die 2. Lesung fei Daß etwas faul ist, wird durch ihr Schweigen j Kaufmanns geeichte fortgesetzt, nur bestätigt. Uebrrgens wird bereits allerlei m
Chinesen berichten: Am 6. Juni fanden mehrere sehr energische Angriffe auf Port Arthur
statt, gleichzeitig zu Wasser und zu Lande. Die Angriffe wurden mit großen Verlusten unter Vernichtung der dritten japanischen Armee zurückgefchlagen. Die Stellung der Japaner bei Kwansung ist sehr schwierig. Dieselben Quellen melden das Gerücht von einer Vereinigung d-r beiden russischen Geschwader vor fCurt Arthur, ebenso, daß eine Seeschlacht geschlagen worden sei, wobei vier große japanische Schiffe vernichtet seien.
Daß die Nachricht von der Vernichtung der japanisch«! Armee auch den Raffen nicht recht glaubwürdig erscheint, besagt eine Meldung der Russischen Telegrophrnagentur, wonach in Peiers- | bürg angenommen wird, daß in dem Telegramm aus Liaujang ein von dem Telegraphen gemachter Fehler vmliege und daß bei dem zurück- geschlagenen Angriff aus Port Arthur nicht die dritte japanische Armee, sondern nur ein Drittel derselben vernichtet worden fei.
Dieselbe russische Korrespondenz meldet, daß seit Dienstag ein aus neun Schiffen bestehendes japanisches Geschwader die Küste zwische, Sseniutschen und Kaitschou, südlich Niut I schwang, beschießt.
Der Versuch des Admirals Alexejet und der Martnepartei, den Zaren zu bi stimmen, Kuropatkin zu befehlen, unte. allen Umständen zum Entsatz Port Arthurs zu marschüren, soll, wie die,Daily News' aus höchsten Petersburger Kreisen gehört haben wollen, definitiv gescheitert sein. Kuropatkin ant- wortete: Gegenwärtig unmöglich. Alexejews Partei machte hierauf einen neuen Versuch. Der Zar blieb aber fest und «klärte seine Absicht, Kuropatkin freie Hand zu lassen.
W. Petersburg, 10. Juni 1904. (Russische Telegraphenagentur.) Hier wird angenommen, I daß in dem Telegramm aus Liaujang vom 8. d. Mts. über die Angriffe auf Port Arthur am 6. d. Mts. ein von dem Telegraphen gemachter Fehler vorliege, und daß bei dem zurückgeschlagenen Angriffe aufPortArthur nicht die dritte japanische Armee, sondern nur ein Drittel derselben vernichtet worden sei.
W. Tschis«, 10. Juni 1904. (Reuter.) Nach chinesischen Berichten wären die äußeren Forts von Port Arthur sehr beschädigt, die inneren nur leicht, viele Gebäude in der Stadt seien zerstört. Die Nachricht, daß nur 3 große Schiffe in Port Arthur liegen, deutet wahrscheinlich daraus hin, daß sich eine Anzahl im äußeren Hafen, andere hinter der Tigers Tail-Halbinfel befinden. Jede Dschunke in Port Arthur wird gemietet, um die C h i n e s e n fortzuschaffen.
W. Tschifu, 10. Juni 1904. (Reuter.) 50 Dschunken mit chinesischen Kaufleuten und Kulis
„Was wünschen denn der gnä' Herr?"
„Haben Sie die Güte, dieses Kind zu kämmen und ihm die Haare zu flechten!"
Sie machte eia sehr unwilliges Gesicht, gleichsam als ob ich ihr zugemntet hätte, «»reife Schlehen z« tffen.
Protestanten zumuten, für einen Katholiken zu stimmen, gilt also bei der »Augsb. Abendzeitung' »mehr als eine Ungeheuerlichkeit". Das wollen wir uns merke». Die Feststellung, daß die Protestanten, Orthodoxe wie Liberale, Mann für Mann für den Demokraten Blumenthal gestimmt haben, ist in doppelter Hinsicht intereffant. Einmal deshalb, weil damit zugegeben ist, daß auch diese Wahl fich ganz ausschließlich aus dem konfessionellen Gesichtswinkel heraus vollzogen hat. Trotzdem find es natürlich stets die Katholiken, die Politik und Religion verquicken. Zum Zweiten ist fie von Jntereffe deshalb, weil Stöcker fich für Hanß gegen Blumenthal aus dem Grunde aussprach, weil, wie er sagte, „seit den Ta,'gen des frechen, Most keiner so frech gegen das Christen-1 tum gesprochen habe, wie Blumenthal." Und trotzdem geben diesem Mann, der nach Stöcker „frech gegen das Christentum" spricht, orthodoxe wie liberale Protestanten Mann für Mann ihre Stimme — gegen den gläubigen Katholiken. Das redet Bünde!
*e Die Reichstags. Kommission zur Vorberatung der Novelle z«m Börfengesetz war heute vormittag zusammengetreten, um die vor den Pfingstferirn begonnene Beratung fort- zusetzen. Es erhob fich eine Geschäftsordnungsdebatte, worin von allen Seiten betont wurde, daß die Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses es gebiete, die Welterberatung vsrläufiz
1 einzustellen, da die Vorlage vor der bereits am Diinstag oder Mmrvoch nächster Woche er- warteten Vertagung doch nicht mehr ins Plenum käme. Unter allgemeiner Zustimmung wmden die Verhandlungen abgebrochen und dis in den Spächerbst vertagt. Die Verbündeten Regierungen, für di« u. a. Minister Möller erschienen war, verhielten fich schweigend.
[§] Im Pommerrrbauk-Prozeß gab heute der Verteidiger Justizrat Dr. Sello namens der Angeklagten folgende Erklärung ab: »Auf den Check von 350000 Mark hat der Oberhofmeister der Kaiserin Freiherr v. Mirbach für Wohl- tätigkeits- und ähnliche Zwecke Überhaupt nur 25 000 Mark abgehoben und zwar auf die Versicherung der Angeklagten Schultz und Romeick hin, daß das Geld nicht aus der Bank, sondern aus ihren Mitteln flösse, liebet die diskrete Verwendung des Restes der obigen 350000 Mk. wird nach wie vor von den Angeklagten das Prinzip der Diskretion respekliert. Freiherr v. Mirbach hat privat oder persönlich weder von den Angeklagten, noch von den ihnen nahestehenden Banken irgend einen Pfennig erhalten." Daß Freiherr v. Mirbach persönlich Geld erhalten habe, hat unseres Wissens niemand behauptet j und wird auch wohl niemand glauben. Daß der Angeklagte Schultz behaupten konnte, er genieße nach wie vor das volle Vertrauen des Oberhofmeisters der Kaiserin, würde allerdings, wenn es wahr ist, nur den Eindruck verstärken, daß Freiherr v. Mirbach gerade kein HerzenSkündiger
von den polnische» vnd religiöse» Verhältnissen im Reichrlcmde bester. Elsässische«Protestanten ..o„„ ,
«»äumuten, fäc etnenff 1611^(11«» pimmeH, ^ee 350000 Mark „nach wie vor daS Prinzip ist mehr als eine Ungeheuerlichkeit! 1 ---- - - - ■ ■ - - •
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VermttworMcher Schriftleiter: Zf-Vamm,
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»fmaunsgerichte fortgesetzt.
Em Antrag Gvthein (fif. Vgg), daß die Bundesstaaten und nicht die Kommunen, ne Kosten der Einrichtung und Unterhaltung der Geweibegerichte tragen sollten, wurde abgelrhnt.
Staatssekretär Gras PosadowSky verkündete dann den Beschluß der verbündeten Regierungen, daß das Gest tz unannehmbar werde, wen» man den Frauen daS attive Wahlrecht gebe, sowie wenn die Grenze für daS Wahlalter auf das 25 beim passive» und ausdaS 21. beim aktiven Wahlrecht beibehalten werde.
Abg. Trimbor« (Z.) legte dar, daßdie Kommissions- beschlüsse in diesem Punkte durchaus gerechtfertigt seien. Man werde das Gesetz aber nichtdaran scheitern lassen. Den Handlungsgehilfen sei mehr damit gedient, wenn man rhneu überhaupt die Wohltaten des neuen Gesetzes zuwende, als wenn man das Gesetz an diesen Puntten scheitern lasse.
gemunkelt, wer das Geld erhalten haben und im Stande gewesen sein soll, der Pommernbank bei ihrem Streben nach dem Hosbank-Titel behilflich z» sein.
Blitzzüge zwischen Berlin und Köln mit einer Fahrzeit von fünf Stunden plant die Preußische Eisenbahnverwaltuug. Die jetzige Fabmeit der Schnellzüge zwischen Berlin und Köln beträgt 9 bis 11 Stunden. Die Entfernung zwischen der Reichshauptstadt und der rheinischen Metropole beträgt nicht ganz 600 km. Bei einer fünfstündigen Fahrzeit ist also eine Reisegeschwindigkeit von etwa 100 km im Durchschnitt vor- auSzusetzen. Nachdem die Dampflokomotiven neuerdings eine derartige Geschwindigkeit bedeutend überschritten haben, ist eine solche Fahrt möglich geworden. Um die Aufenthalte möglichst abzukürzen, plant man mit ein und derselben Lokomotive von Berlin nach Köln ohne Wechseln durchzufahren, während bisher in I Stendal, Hannover, Dortmund :c. die Lokomotiven im ganzen etwa drei- bis viermal gewechselt werden. So können die Aufenthalte auf die knappeste Zeit beschränkt werden. Sie dürften nur einige wenige Male, etwa in Hannover, Dortmund und Düsseldorf stattfinden. Das | engmaschige Netz der Eisenbahnen im rhemisch-west- fälischen Industriegebiet macht ein so schnelles Durchfahren desselben besonders schwierig. Man wird deshalb auf der Strecke von Berlin nach Hannover besonders schnell fahren und eine Geschwindigkeit von 130—140 km in Anwendung bringen müssen. Der Plan wird so gefördert, daß man sogar davon spricht, ihn schon mit dem nächsten Wtnterfahrplan einzufuhren.
94. Sitzung vom 9. Juni 1904.
Eröffnung: l1/« Uhr.
Das Gesetz betreffend bte Bekämpfung der ReblauS wird in 3. Lesung beraten.
Die allgemeine Besprechung knüpft an einen sr^lal- demolratischrn Antrag an, der in der Entschädigungs- frage die Regierungsvorlage im wesentlichen wieder- h-rstellrn wrll. Danach sollen die Einzelstaaten die Grundsätze feststelle», wonach die Entschävigung zu gewähren und auszubringeu in. Für den Fall, daß Jntereffentrnverbände zur Aufbringung von Entschädigungen gebildet werden sollten, sollen die Beiträge höher oder niedriger sei», je nachdem der Ertragwert des Besitzes größer oder kleiner ist. Die Mehrheit des Hauses dielt daran fest, daß diese Kosten vom Staate getragen werden müßten. Im Laufe der Diskussto» kam es verschiedentlich zu Zusammenstößen zwischen sozialdemokratischen und Zentrum^abgeordneten, weil die Sozialdemokraten eS nicht gelten lassen wollten, daß der Abg. Schulze bei der 2. Losung erklärt Labe, der Sozialdemokratie komme eS nicht darauf cm, dem kleinen Bauer« zu helfen
Abg. Erzberger (Ztr.) wie! »ach, daß die Sozial- j demokraten sachlich nach diesem Grundsätze handel« 1 und daß die Ausführungen des Abg Schulze auch nicht anders auf,»fassen seien.
Abg. Wols lwirtsch. Vgg.) uv ,t» den Versuch, I die HnlschädigungSpflicht des Staates auch für die Handelsgärtner einzusühren; er nahm damit einen in! 2 Lesung abgelehnlen Antrag Gröber wieder auf. (DaS Zentrum konnte die Antrag leider nicht unterstützen, weil nach der E.t innig der Regierung fest- ftand, daß mit feiner Annahme das Gesetz selbst zum Scheitern kommen würde.
troffen, und wie ich es nicht nur als einen Akt bei Menschlichkeit betrachtet hätte, daS gänzlich schütz und mittellose Mädchen nach Nürnberg zu btinger damit sie durch dar Konsulat von hier auS i» di Heimat spediert und ihrem Vater zurückgegeben werde könne.
Der Konsul hatte weinen Vortrag aufmerksam an» gehört und durch keine Frage unterbrochen. Daß ihn die Schicksale ' er kleinen Italienerin aber gleichwohl interessierten, schloß ich daraus, daß er Renata während meiner Erzählung mehrmals mit sichtlichem Wohlgefallen ins Auge faßte und dabei gedankenvoll nickte.
Renata mußte wohl merke», daß die Rede von ihr ! war, denn ich hatte ihren und ihres Vaters Namen, sowie den Ott ihrer Heimat zu ost genannt, als daß fie dies hatte überhöre» können. Da fie aber doch nicht wußte, was über fie gesprochen und geplant würde, schien fie eine dumpfe Angst zu erfassen; sie drängte fich nahe an mich und ließ meine Hand nicht mehr aus der ihrigen.
Mit einem warme«Appell an die Güte und Menschenfreundlichkeit deS Konsuls hatte ich meinen Bericht geschloffen. Jetzt wartete ich auf den Bescheid de» Beamten.
„Meinerseits", sagte er nach einer kurze» Paus der Urberlegung, „wird alle« geschehen, waS in äh, lichen Fällen zu meinen Obliegenheiten gehört. Wi sagten Eie doch, Herr von Büren, daß daS jung Mädchen heißt?"
„Renata Passero."
„AuS -?'
„AuS Sasso."
„Darf ich Sie bitten, mir die Legitimation-Papiere dieser Renata Paffero einzuhäudlgen?"
„Le—gi—tima—tionS—Papiere?' fragte ich bestürzt. Mir dämmette eine Ahnung auf, als ob er mit der Uebergabe ReratoS an daS italienische Konsulat einen Haken haben könnte.
(Fortsetzung folgt.)
Ohne Plan und Siel.
Roma» von I. Baierlei».
( Nachdruck verboten.)
Berlin den 9. Juni 1904.
*— Die Mitteilung der.Franks. Oder-Ztg/, daß Krhr. v. Manteuffel zum Herbst der Nachfolger des Ministers Frhrn. v. Hamm erst ein werden würde, wird von der,Magdeb. Ztg/ als jeder Begündung entbehrend bezeichnet. Das Blatt fügt hinzu, daß die Stellung des Ministers v. Hammerstein überdies zur Zeit noch nicht als gefährdet gelte.
(*) Das Herrenhaus wird am 22. d. M. wieder zusammentreten, um nach Erledigung der drei Meliorations ° Vorlagen mit dem Abgeordnetenhaus« vertagt zu werden. In Aussicht für den Schluß-Termin ist zunächst der 2. Juli genommen. Man hofft aber erheblich früher fertig zu werden.
*W«s ist eine Ungeheuerlichkeit? Die ,Angsb. Abendztg/ sagt in Nr. 158 in einem Artikel ans Straßburg, in dem fie fich mit der Ersatzwahl in Straßburg-Land beschäftigt:
Daß Stöcker die Wahl des Klerikale» Hauß empfahl, hat ihn nur um allen Einfluß bei den Protestanten gebracht. Diese stimmten daher, Orthodoxe wie Liberale, Manu für Man» für Blumenthal. Der FehlerStöckerö läßt sich nur daraus erklären, daß er absolut keine Kenntnis
„So bestellen Sie eilte Friseuse!" —
Die Haarkünstleriu erschien und wurde, nachdem sie ihrer Amtes gewalttt und dafür eine und eine halbe Mark eingeheimst, wieder entlassen.
Die Ausgabe verdroß mich, weniger deshalb, weil ich sie ziemlich hoch fand, als weil fie so ganz unvermutet gekommen war. Doch tröstete mich der Gedanke, daß ich dieselbe jedenfalls nur einmal zu machen brauchte. Ich lieferte Renata ja heute an den Konsul ab; dann mußte der für ihre Bedürfnisse cufkommm.
Als eS Zeit geworden such dem Konsul vorzustellen, brach ich mit der Kleine» »ach dem Hause auf, worin sich dessen Amtskavzlei befand.
Der von Italien zur Wahrung der Interessen feiner Angehörigen und seines Handel» in Nürnberg ausgestellte Beamte ist wahrscheinlich auch heute und war damals ein Wahlkonsui, ein hervorragend er Großkaufmann, der das Konsulat nur als Nebendesa äftigung führte. Als gebotener Bayer sprach er deutsch, was mir insoferne lieb war, als Renata dem Inhalt unserer Unterredung nicht zu folge» vermochte. Hätte fie eine Ahnung von meiner Absicht gehabt, sie von mir zu j geben, würde es wohl einen tränenreichen, vielleicht sogar einen stürmischen Austritt abgesetzt haben. Und I doch blieb mir nich's anderes übrig. Die Kleine bei mir zu behalten, wie fie fich fest einbild tr, war ja rein ein Dinz Der Unmöglichkeit.
Der Konsul empfing wich sofott, nachdem ich durch einen Bueeaudiener meine Karte hatte abgeben lassen. E- war ei» sehr höflicher Mann; aber aus der Entschiedenheit seiner Settegungen, der Knappheit seiner Rede und der Art, rote er seine Entschlüsse schnell und nachdrücklich kundgab, konnte man entnehme», daß de: Grundsatz „Zeit ist ®:tb" bei ihm in Fleisch und Blut Übergebungen war.
„Womit kann ich Ihne» gefällig sein, Herr von Büren?" leitete er die Verhandlung ein.
Ich brachte mein Anliegen vor unter ausführlicher Drrstellung des Sachverhalts, schilderte die kläglichen Umstände, unter welchen ich Renata im Waide ge-1
Mit herzlichem Dank und Grüße» a» ferne Angehörigen verabschiedete ich mich von dem wackere» Manne. Damit hatte wieder em Zwischenfall meiner Reise ohne Ziel ihr Ende erreicht.
Am nächste» Tage wurde ich ober bereits in aller Gottessrühe lebhaft an einen Ausspruch des Holz- mLerS zurückerinnert. Hatte er nicht gesagt, wein im Walde auf gelesener Schützling bilde eine Last für «ich und werde eine solche noch länger bleiben ? Was de-- ersten Teil feiner Prophezeiung betrifft, so schien fie fich schon von dem Augenblick zu bestätige», wo Renata das Bett verließ. Den» da zeigte sich vor allem, daß fie mit den ihr ungewohnten Kleidern nicht fertig zu werden vermochte, so daß ich helfend mit eie greifen mußte, obgleich ich von weiblicher Kleidung mch: «ehr verstehe, als ein ABC-Schütz von Algebra. Zch mag ein reizendes Muster gewesen fein in meiner Tätigkeit als Kammerjungser eines neunjährigen Mädchens!
rnzeigen • ew> fpaitiZc peft oder
deren Sat» pfg.
leUstnts »,epe.: teile 2ö Pfg.; bei wieder» tzel*»gen wird entfpr. vabatt gewährt.
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