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Monatsbellage: „Sulöaer Geschichtsblätter".

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Druck und Verlag 6( 8uldaerActiendruckesl in Zulda (harmonick Zernsprecher Nr. 9.

M 128

8ulöa, Mittwoch, deu 8. Juni 1904,

31. Jahrgang.

Dom Grldzahlen für politische und sozialpolitische Zwecke.

„Zum Kriege gehört erstens Geld, zwei­tens Geld, drittens Geld!" Das ist ur- p'.ünglich vom wirklichen Kriege gesagt worden. Der Satz gilt aber auch in gleichem Maße für die politischen Kämpfe. Auch hier muß man nicht nur den „letzten Mann", sondern auch den „letzten Groschen" fordern. Die Sozialdemo­kratie hatte stets Liefe Devise; ihre Anhänger stellen ebensosehr wie ihre Person auch ihr Po temonnaie in den Dienst der Partei. In der finanziellen Opfrrwilligkeit übertrifft sogar die Sozialdemokratie die bürgerlichen Parteien bei weitem. Es ist durchaus richtig, was kürz'rch ein sozialdemokratisch' s ‘3kitt schrieb:

Die sozialdemokratische Partei Deutschlands ge­nießt" den Ruf, unter ihren Anhängern die größte OvferwiUigkeil aufzuweiten. Und in der Tat, wenn wir die tätige Hilfe und die finanziellen Leistungen der Arbeiter sür ihre Partei in Bergleich stellen mit dem, waS das Bürgertum für den gleichen Zweck hergibt und nicht außer Betracht lassen, daß diese Leistungen ausgehen von der wirtschaftlich am ungünstigsten ge­stellten Gesellschaftsschicht, dann überstrahlt die Opfer Willigkeit unserer Genoffen alles, was je Bürgerliche für ihre Parteien getan haben." (Brest. .Volksmacht'.)

Da dürfte es endlich an der Zeit sein, daß auch die katholischen Arbeiter, wenigstens diejenigen, die nicht als Schlachtenbummler gelten wollen, mit ihrer Opferwilligkeit speziell durch Geldbeisteuern für die Zwecke der christlichen Arbeiterbewegung mehr Ernst machen. Es ist nicht bloß beschämend, daß die Sozialdemokraten sich immerfort rühmen können, an Geldopsern >ür Partei und Gewerkschaft tue es ihnen niemand gleich. Das Schlimmste ist, daß die christliche Arbeitet bewegm g. eben weil eß ihr an den not­wendigen Geldern fehlt, nicht genügend oom Flecke kommt. Weshalb z. B. können die christ­lichen Gewerkschaften nicht die großen, ihnen noch offenstehenden industriellen Gebiete durch eine kräftige und anhaltende Agitation erobern, um durch eine größere und stärkere Mitgliederzahl auch ihre Tätigkeit erfolgreicher zu gestalten? Im letzten Grunde deshalb, weil sich noch so viele tatholische Arbeiter, wie sie selbst sagen, wegen der ihnen za Hohen Beiträge nicht zum Beitritt entschließen können. Weshalb haben die Verbandsorgane der katholischen Ar­beitervereine Deutschlands insgesamt nur 110000 Abonnenten, während sie doch 220000 Mitglieder zählen? Nur deshalb, weil die Halste dieser Mitglieder nicht die cr. 2 Mk jährlichen Abonnementsgeldes aufbringen wollen. Deshalb haben auch dieselben katholischen Arbeitervereine insgesamt erst 8 Arbeitersekretäre als ihre Beamten freigestellt, während die sozialdemokra­tischen Vereine Hunderte von Agitatoren fteige- stellt haben, denen sie denn auch in erster Linie den steten Zuwachs von Anhängern verdanken.

Ader auch die politische Zentrums- organisation der deutschen Katholiken leidet durchweg an Defizii in ihren Wahlessen. Die notwendige Folge ist, da» es fast gänzlich an freigestellten Parteisekretären fehlt, deren dringende Notwendigkeit schon hundert Male in der Zentrums presse betont wurde. Die Folge davon ist, daß die Durchführung der Organisation und ebenso die Agitation an manchen Orten sehr zu wünschen üvrtg läßt. Das zeigt sich z. B. darin, daß in manchen, sogenannten zentrumtsicheren Wahlkreisen die Wahlbeteiligung nur 50—60 Prozent oder weniger darüber beträgt. DaS Grundübel ist also: Mangel an finanzieller Opferwilligkeit sür politische Zwecke.

Und welchen Eindruck muß es machen, wenn man in manchen Gegenden sogar die Einführung des Volksoereins, deffen Nützlichkeit und absolute Notwendigkeit heute kein ernsthafter Beobachter unserer Lage mehr leugnen kann, mit der beschämenden Begründung abweist: Man lönne den Katholiken am Orte nicht zumuten, den Beitrag von 1 Mark jährlich auszubringen. Ja, hört man nicht sogar hier und da denselben Einwand von Katholiken äußern, wenn sie auf- gefordert werden, die für unsere Sache so un> entbehrliche Zentrumspresse durch Abonnement zu unterstützen?

Es wäre nun zwar eine durchaus falsche Unterstellung, wenn wir diesem Mangel an Opserfinn im Geldzahlen für politische und sozialpolitische Zwecke so au Siegen wollten, als seien die Katholiken nicht bereit, für gute Zwecke auch Geldopfer zu bringen. Es ist ja ein Ruhmesblatt der Katholiken Deutschlands, daß sie, und nicht zuletzt gerade die weniger Be­

mittelten unter ihnen, unerschöpflich sind im Geben für den Bau und die Ausschmückung von Kirchen, für die vielseitigen chantaliven Einrich tungen und Veranstaltungen, für die auswärtigen Missionen ec. Aber das Bedauernswerte ist, daß viel zu viele unter ihnen aus Mangel an Verständnis für die Aufgaben des öffentlichen Lebens ihre Opferwilligkeit nur auf obige, an sich gewiß sehr lobenswerte Zwecke beschränken; gerade als wenn von der Erhaltung der Zen lrumspartei, vor allem aber von der Ausbreitung und inneren Kräftigung der christlichen Arbeiter­bewegung nicht auch das Heil der katholischen Kirche zum großen Teil abhinge; als ob es nicht auch ein Werk der werktätigen Nächstenliebe und in vielen Fällen ein viel wirksameres fei, neben den charitatioen auch die praktisch-sozialen Bestrebungen zu unterstützen. Bei den letzteren ist aber das Geld ebenso sehr das unentbehrlichste Mittel, wie bei den ersteren.

Somit muß jeder, der hier Wandel geschaffen wissen will, alles daran setzen, daß das soziale und politische Verständnis der weitesten Kreise des katholischen Volkes dahin geweckt wird, die für kirchliche und charitative Zwecke so reichlich bewährte Opferwilligkeit im Geldzahlen auch auf politischem und sozialpolitischem Gebiete auf der ganzen Linie zu betätigen.

Wir sind überzeugt, daß, wenn es heute gälte, wie in früheren Jahrhunderten einen Kreuzzug aus zurüsten, die deutschen Katholiken gleich ihren Vo fahren Huntertausende von Mark aufbringen würden. Nun wohl! Wer heute nicht begriffen hat, daß in unseren Tagen die entscheidenden Kämpfe für Staat u id Kirche auch auf politischem und sozialpolitischem Gebiete liegen, daß unsere Gegner in diese Gebiete von allen Seiten und zwar mit ungemeiner Rührigkeit und überaus reichlichen Geldmitteln em »ringen, und daß wir diesen wohlgerüsteten Gegnern gegenüber bei aller Begeisterung für unsere gute Sache nur kräftigen Widerstand leisten können, wenn wir mit wenigstens ebenbürtigen Mitteln ausgerüstet ihnen enrgegentreten, ein solcher hat keinen Be­griff von dem Ernste unserer Lage. Darum frage sich ein jeder, der sich zu unserer Fahne bekennt, immer wieder, ob er auch im Geld - zahlen für politische u. sozialpolitische Zwecke seine Schuldigkeit tut. Tritt das ein, so werden wir den Gegnern bald einen ganz anderen Widerstand entgegensetzen und vor allem auf politischem und sazialpolitischem Gebiete viel mehr leisten können.

[] Wie Stanley Asnkareisender wurde.

Am 16. Oktober 1869 war ich von den Kämpfen bei Valentia joeben in Madrid ange­kommen. Um 10 Uhr vormittags überreicht mir Jacopo, in Nr. — Calle de la Cruz ein Tele­gramm, welches lautet: „Kommen Sie sofort nach Paris wegen wichtiger Geschäfte."

Das Telegramm ist von James Gordon Bennett jnn., dem jungen Direktor des „New Jork Herald".

Schleunigst nehme ich meine Bilder von den Wänden meiner im zweiten.Stock gelegenen Zimmer, packe meine Bücher und Andenken, meine hastig zusammengerafften teils Haid gewaschenen, teils noch nicht getrockneten Kleider in meine Koffer, und nach ein paar Stunden eiliger und angestrengter Arbeit ist mein Gepäck geschnürt und nach Paris signiert.

Der Eilzug nach Hendaye verläßt Madrid um 3 Uhr nachmittags; ich habe also noch Zeit, meinen Freunden Lebewohl zu sagen.

„Ich hoffe. Sie werden uns schreiben; wir werden uns stets freuen, von Ihrem Wohlergehen zu hören."

Wie oft habe ich nicht während meines auf­geregten Lebens als ünsteter Journalist die gleichen Worte gehört und wie oft habe ich denselben Schmerz beim Scheiden von ebenso lieben Freun­den empfunden.

Aber ein Journalist wie ich muß das schwerste ertragen lernen; der reisende Journalist oder herumstreichende Korrespondent muß dem Befehle gehorchen, der ihn seinem Verhängnisse entgegen» schicken kann; zur Schlacht wie zum Bankett lau­tet er immer gleich: „Mache dich fertig und geh'!" —

Um 3 Uhr nachmittags war ich unterwegs, und da ich in Bayonne einige Stunden Aufent­halt hatte, kam ich in Pans erst in der folgen­den Nacht an. Ich gmg direkt nach Grand Hotel und klopfte an Bennetts Türe.

„Herein!" rief eine Stimme.

Bei meinem Eintritt fand ich Herrn Bennett im Bett.

„Wer sind Sie?" fragte er.

„Mein Name i|t Stanley", artroortete ich.

„Ach ja! Nehmen Sie Platz. Ich habe einen wichtigen Auftrag für Sie."

Nachdem er sich den Schlafrock umgeworsen, fragte mich Herr Bennett: „Wo glauben Sie, das Livingstone sich aufhält?"

„Das weiß ich wirklich nicht."

„Glauben Sie, daß er am Leben ist?"

„Mann sein, kann aber auch nicht sein", ant­wortete ich.

„Ich glaube, er ist am Leben und man kann ihn finden, und ich will Sie ausschick,en, um ihn aufzusuchen."

„Wie?" sagte ich, „Sie meinen wirklich, daß ich imstande sei, Dr. Livingstone aufzufinden? Sie meinen, daß ich nach Zentralafrika gehen soll?"

„Ja wohl, ich meine, daß Sie hingehen und ihn aussuchen sollen, wo Sie ihn nur immer vermuten können, daß Sie dann alle Nachrichten, die Sie von ihmerhalten können/ammeln.Und vielleicht",fügte er in nachdenklichem Tone hinzu, „ist der alte Mann in Not. Nehmen Sie genug mit sich, um ihm beizustehm, wenn er dessen bedarf. Natürlich werden Sie nach eigenem Plane handeln und das tun, w s Sie für das beste halten, aber — finden Sie Livingstone!"

„Aber," sagte ich in Verwunderung über den kaltblütigen Befehl, mit dem man einen Menschen nach Zentral - Afrika schickte, um einen Mann aufzuchchen, den ich wie die meisten für tot hielt, „haben Sie ernstlich die große Ausgabe überlegt, der Sie sich für diese kleine Reise aussktzten?"

„Was wird es kosten?" fragte er kurz.

„Burtons und Spekes Reise nach Zentral- asrika hat 3000 bis 5000 Psd. St. gekostet, und ich denke, man kann die Reise nicht für weniger als 2500 Pfo. St. machen."

„Gut, da will ich Ihnen sagen, was zu tun. Erheben Sie zunächst 1000 Psd., und wenn Sie dies verbraucht haben, trassieren Sie wieder über 1000 Pfd., und wenn diese verausgabt sind, abermals 1000 Psd., und wenn Sie damit zu Rande sind, noch 1000 Pfd. u. s. w, aber — finden Sie Livingstone!"

Erstaunt aber nicht irre gemacht durch diesen Befehl — denn ich wußte, daß wenn Herr Beimett einmal zu etwas entschlossen, et nicht leicht von seinem Plane abging — meinte ich doch, da es ein so.ches Riesenunternehmen war, daß er noch nicht völlig die Gründe und Gegen­gründe bei sich erwogen habe, und sagte: „Ich habe gehört, daß, wenn Ihr Vater stirbt, Sie den,Herald" verkaufen und sich vom Geschäft zurückziehen wollen."

„Wer Ihnen das gesagt hat, hat Sie falsch berichtet, denn es gibt gar nicht Geld genug »n Newyork, um den,New Aork-Herald' zu kaufen. Mein Vater hat ihn zu einer großen Zeitung gemacht, aber ich gedenke ihn noch bedeutend zu vergrößern. Ich wünsche, daß er eine Zeitung in dem wahren Sinne des Wortes werde. Ich meine, daß er alles bringen soll, was die Welt interessiert, gleichviel was das kosten möge."

Ich erwiderte ihm: „Dann habe ich nichts weiter zu sagen. — Meinen Sie, daß ich direkt nach Afrika gehen soll, um Dr. Livingstone aufzusuchen?"

„Nem; ich wünsche, daß Sie sich zuerst zur Einweihung des Suezkanats begeben und dann den Nil hinaufgehen. Ich höre, daß sich Baker gerade nach Oberegypten begibt; suchen Sie alles über seine Expedition zu erfahren, was Sie können, und wenn Sie den Nil hinaufgehen, be­schreiben Sie möglichst genau alles, was für Touristen von Interesse ist. Schreiben Sie einen" Führer, einen recht praktischen, für Unteregppten, inbem Sie uns alles berichten, was es dort Sehenswertes gibt und wie man es zu sehen hat.

„Sann können Sie auch nach Jerusalem gehen, Kapitän Warren soll dort eben einige tniereffante Entdeckungen machen. Besuchen Sie darauf Konstantmopel und berichten Sie übet die zwischen dem Khedioe und dem Sultan herr­schenden Schwierigkei en. Dann können Sie ja wohl auch die Krim und die alten Schlachtfelder dorr besuchen. Gehen Sie durch den Kaukasus ans Kaspische Meer, dort sollen die Ruffen eine Expedition gegen Cftwa ausrüsten. Von da können Sie durch Persien nach Indien gehen und uns einen interessanten Berichr aus Perse- posts schreiben. Bagdad liegt dicht an Ihrem Wege nach Indien; wie wäre es, wenn Sie dort hingmgen und unS etwas über die Euphrattal- Eisenbahn berichteten? Wenn Sie dann in Indien gewesen sind, können Sie.sich nach Livingstone umschauen. Vermutlich werden Sie bis dahm gehört haben, daß er sich auf dem Rückwege nach Sansibar befindet, wenn nicht, so gehen Sie ins Innere und suchen Sie ihn von. Wenn er am Leben ist, versuchen Sie es, von ihm soviel Nachrichten als möglich über seu.e Enioeckangen zu erlangen, und wenn er lut t|i, bringen Sie alle möglichen Beweise für seinen Too mit. Das ist alles. Gute Nacht und Gott sei mit Ihnen!"

„Gute Nacht", sagte ich, „ich will alles tun, was in der Menschenmöglichkeit liegt, und Gott wird bei einer Aufgabe, wie sie mir gestellt ist, mit mir sein."

Ich wohnte mit dem jungen Eward King zusammen, der sich einen so großen Namen in Neuengland macht. Er war gerade der Mann, der sich gefreut haben würde, feiner Zeitung zu erzählen, was der junge Herr Bennett triebe und was für eine Aufgabe mir gestellt worden sei. Ich hätte gern meine Ansichten über die wahr­scheinlichen Resultate meiner Reise mit ihm aus­getauscht, aber ich wagte das nicht. Obgleich schwer von meiner großen Ausgabe gedrückt, mußte ich mir doch das Ansehen geben, als ob ich nur zur Einweihung des Suezkanals ginge. Der junge King begleitete mich an den Mar­seiller Eilzug, und wir trennten unS auf dem Bahnhofe, er, um die Zeitungen in Bowies Lese­zimmer zu lesen, ich, um nach Zentralafrika und wer weiß wohin sonst noch zu gehen.

* *

Stanley ging nach Afrika und entdeckte, am mächtigen See Tanganika angelangt, den lange verschollenen Livingstone! Mit ihm blieb er mehrere Monate zusammen und unternahm mit ihm eine Anzahl Forschungsreisen. Dann langte er nach 17« Jahren in Sansibar wohlbehalten wieder an.

Herr Gordon Bennett, der das ganze Unter­nehmen ins Leben gerufen und erhalten hatte, krönte dasselbe jetzt durch eine der freigebigsten Taten, die man sich denken kann. Stanley hatte Livingstone versprochen, daß er 24 Stunden, nachdem dessen Briefe an Bennett in den Zeitungen veröffentlicht wären, die für Livingstones Familie bestimmten Briefe der Post übergeben werde. Um keine Verzögerung in der Ablieferung dieser Familienbriefe eintreten zu kaffen, ließ Herr Bennett Livingstones Briefe an den ,Herald' von Aden nach Newyork telegraphieren, was ihm ffahezu 40,000 Mark kostete! 24 Stunden nach­her waren Livingstones Briefe an die Seinen unterwegs. Stanleys Werke: „Wie ich Livingstone sand", „Durch den dunkeln Weltteil", „Der Kongo" und „Im dunkelsten Afrika" sind alle bei Brockhaus erschienen.

vermischter.

* Umsonst. Ein kleiner Fabrikant ist mit seinem Nachtwächter von der Schule her per „Du", was ihm schon bei mancher Gelegenheit unangenehm war. Des­halb ladet er ihn einmal abends in die Wohnung und bei einigen Flaschen Wein erklärt er im guten, daß ihn fortan der Nachtwächter mit „Sie" anzusprechen hat. Am anderen Tage spricht ihn wieder der Nachtwächter mit „Du" an. „Was soll das?" meint der Fabrikant. — „Kannst Dich net erinnern", antwortet der Nacht­wächter, „erst hast Du mir alles erklärt, daß ich Sie sagen soll, und bei der neunten Flasche Wein haben wir wieder Brüderschaft getrunken!"

Literarisches.

„Franz X. von Zottmanu, B schof von Tiraspol. Züge katholischen und deutschen Lebens ans Rußland", geschildert von Al. Zottmann, Priester der Diözese Eichstädt. 220 S. in 8° mit 28 Jllustr. 2.40. Mk. München, Jos. Roth'sche Bettagshandlung.

Diese Biographie ist das B,lv eines ungewöhnlich reich bewegten Levens eines Kirchenfürsten, das durch Erziehung auf deutschem Boden beginnend, an ver- schledei,ea Orten des Vaterlandes seine humamstischen und eigentlichen Berujsstudien auf Lyzeen und Uaiverfiiälen abschloß, dann aber in der feinen Welt, in den be.dea russischen Haup.stadten St. Petersburg und Moskau sich noch weilerbildete, hieraus Priester wurde und in immer höher steigenden S.ellungen, zuletzt als Bischof seiner Diözese Tiraspol, der giößtrn Europas, eine feste Organisation gab. Besonders interessant find die tiefen Einblicke in die kirchlichen uno kutrurgeschichlllchen Zustände Rußlands, mit denen wir hier venraut gemacht werden. In dem edelen Kirchenfürsten lernen wir einen Mann von seltener Charakrersestigkeit lennen, bissen unablässige, individuelle Geist-saroeit, fein ideales Ringen und Streben, sein zi lbewußres, an Mühsal und Erfolgen g eich reiches W.rkcn, gfiegnel war und das der Kirche sowohl wie der ihm anvertrauten großen Herde zum Wohle gereichte. Bi.chof Zotimann war eine Zierde f ine» t,ohen Standes. Niemand wird dieses geoiegen ausgestattete Büchlein ohne geistigen Gew.nn und Befriedigung aus der Hand legen.

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