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MaerMZeitung

Monatsbeilagr: „Sltibact GeschlchtSdMtt"

gnlöa, Freitag, den 27. Mai 1904

U 119

Berchois, Die Rolle deS Klerss in der mo-

H.

vier

ihren Zinnen und Türmen

Zweites Blatt

Literarisches

Wochenbeilag-:„IllustrierteSonntagrzeitung"

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Verantwortlicher rchrislleiteriZos.vaum,

9 .Wochenbericht' Nr. 52,1902. —') Jahrbuch, S. 92.

*) Mitgeteilt in der amtlichen Denkschrift der sächsische» Regierung a. «. O.

*) Jahrbuch a. a. O. S. 89 f.

• Amerikanischer Unternehmungsgeist. Eine der Eigenschaften, welche am Amerikaner am meisten zu bewundern find, ist seine Fähigkeit, sich schnell und praktisch in neue und schwierige Verhältnisse zu finde». Er verzagte nicht gegenüber den trockenen Steppen des südlichen Kaliforniens, sondern ging rüstig vorwärts und leitete meilenweit befruchtendes Wasfer vom Ge­birge her. In den weiten meist hochgelegenen Ebene» der Mittel-Staaten, wo der Wald fehlte oder verwüstet war, da find in großem Maßstabe Schutzpflanzungen, Heckenpflanzungen entstanden und entstehen noch, die eine Kultur möglich machen, wo bisher der Sturm keine wohnliche Stätte ließ und Nutzpflanzungen, Obst- kultureu unmöglich machte. Solche Schutzpftanzungen Nordamerikas in ihrer Beziehung zum Obstbau schildert ein amerikanischer Fachmann in der Nr. 20 deS »prak­tischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau', die vom Geschäftsamt des Blattes in Frankfurt a. Oder unser» Lesern kostenlos zur Verfügung gestellt worden ist. Durch die großen Heckenpflanzungen ist in den Obst­zeiten die Menge des Fallobstes außerordentlich ver­mindert, Aeste brechen nicht, die Trockenheit des Som­mers wird besser überstanden. Auch bei unS sollten sich die Obstzüchter, Landwirte und Gärtner eifriger mit dem Schutz ihrer Kulturen und Ernte beschäftigen.

baut sich die Hinterburg auf mit dem gewaltigen Turme, der bequem zu ersteigen ist, und von seiner Plattform bietet sich dem Besucher ein herrlicher Rundblick auf die Stadt und deren nähere Umgebung dar. Anschließend an die Sinlerburg liegen die Schachteburg, ein mächtiger olzbau im Renaissance - Stil, einst dem Dieterich von Schachte gehörig, die massige, von Ecktürmen flankierte Ottoburg und die in edlem Renaissance-Stil gehaltene von einem viereckigen Turme überragte Vorderburg. Bei dem Be­schauen der stattlichen Burgen fühlt man sich un­willkürlich in die Zeiten des Mittelalters zurück­versetzt, wo schwer beharnischte Ritter und ihre Reisige aus den Burghöfen hinauszogen zur Fehde und zum Turnier, und liebliche Frauen von den Balkonen zum Abschied winkten. Die ten den oberen Stadtteil

)( Schlitz.

Zum Längerfeste deS FnldaRhöwTangerbuudes.

Im weiten deutschen Reiche da liegt ein Städtchen klein,

-im Ring von grünen Bergen ein Heller Edelstein usw.

So singt der bekannte Liederdichter Gg. Chr. Dteffenbach von seiner Vaterstadt. Und wem wäre in der Heimat des Hessenvolkes nichts be­kannt von dem freundlich zwischen bewaldeten Bergen eingekeilt gelegenen Städtchen Schlitz, der Stadt der Burgen? Wer das oberhesstsche Bergland durchwandert hat, dem wird beim Lesen dieser Zeilen daS charakteristische Stadt­bild mit seinen alten Schlössern, dem gewaltigen Bergftid und dem schlanken Kirchturm in der Erinnerung auftauchen; hier ist es, wo am 10. Juli ds. Js. unter dem Protektorate Sr. Er­laucht des Grafen und Herrn von Schlitz, gen. von Görtz, das Sängerfest des Fulda-Rhön- Sängerbundes, verbunden mit einem Preiswett­singen, stattfindet.

Bevor wir auf die Vorbereitung zum Feste und aus das Fest selber näher eingehen, mögen erst die folgenden Zeilen denen, die Schlitz noch nicht kennen, als Wegweiser dienen.

Die Stadt Schlitz, schon im 9. Jahrhundert geschichtlich erwähnt, ist seit frühester Zeit der Stammsitz der Grafen von Schlitz. Die alte Kirche wurde im Jahre 812 von dem Abte Ratgar von Fulda eingeweiht, und von dem alten Bau sind trotz der fortgesetzten Um- und Anbauten noch deutlich erkennbare Reste vor- Händen. Ein 600 Jahre alter Taufstein in gothischem Stile gehalten, erfreut das Herz eines jeden Kunstkenners. Außerdem erzählen schöne von Künstlerhand ausgehauene Wappentafeln des buchonischen und niederhessischen Adels, interessante Inschriften und mehrere Denkmäler der alten Grafen und Gräfinnen von Schlitz von deren Leben und Wirken. Neben der Kirche

und heben sich mit tl, „ scharf und klar von den bewaldeten Bergen ab. Die Stadt selbst bietet manch' Beachtenswertes, und schöne Holzschnitzereien an den Türen und Balken der meist sehr alten Häuser zeugen von dem Kunstsinn und dem Gewerbefleiß vergangener Geschlechter. Vor der Stadt liegt der schattige Schloßpark, und aus den Wipfeln der uralten Baumrtesen schaut das gräfliche Schloß Hallenburg hervor. Jede? Jahr, wenn zur Frühlingszeit der Auerhahn sein einfaches Minnelied vom hohen Aste der Lärche ertönen läßt und sich Wald und Flur im schönsten Hochzeitskleid« zeigen, hält Se. Majestät der Kaiser hier bei der gräflichen Familie kurze Einkehr, um in stiller Zurückge­zogenheit einige Tage von feinen Herrscherpflichten auszuruhen. Die nähere Umgebung von Schlitz ist reich an herrlichen Aussichtspunkten, die in wenigen Minuten auf schattigen Wegen zu erreichen sind.

Hiermit wollen wir unsere Schilderungen schließen, mögen dieselben das Interesse für unser Städtchen erwecken und unS am 10. Juli zum Sängerfest eine recht zahlreiche Schar von Sangesbrüdern und Freunoen des Gesanges zu­führen, eines würdigen Empfanges dürfen sie seitens der Bewohnerschaft von Schlitz sicher sein, dafür bürgt der biedere Charakter und die leichte Zugänglichkeit der Bürger von Schlitz.

betneu Gesellschaft. Aus dem Französische» von G. Pabst, gr. 8°. (40 S.) Regensburg 1904. Verlagsanstalt vorm. G. I. ^Manz. Preis 50 Psg.

Ein französischer Bischof hielt eine Ansprache in einer Versammlung von Priestern und sprach bei dieser Gelegenheit mit sichtlicher Betrübnis: „Vierzigtausend Priester in Frankreich und der Glaube in Frankreich schwach geworden, das ist ein Mysterium." Und schon ist in Paris eine Broschüre erschienen, welche auf die betrübenden Worte des Bischofs die richtige AMwort gibt und den Schleier dieses Mysteriums hebt. Der

Konsumvereine gegenüber dem Detailhandel könne keine Rede fein. Die Konsumvereine verkauften oft teurer als der Detaillist und nur die Dividenden seien es, ntblche das Publikum an- lockten. Zum «Teil ist das richtig. Zweifellos übt der voraussichtliche Bezug einer kleinen Summe Bargeldes, die als Rückvergütung nach Maßgabe des Umsatzes in der Regel vor Weih­nachten von den Vereinen an die Mitglieder ausbezahlt wird, auf das kaufende Publikum, vor allem unter den minder bemittelten Volks- klaffen, eine große Anziehungskraft aus. Diesem Bedürfnis suchen die Konsumvereine nur zu oft in übertriebener Weise Rechnung zu tragen, sie treiben, wie der .Wochenbericht' sagt, „Dividenden- jägerei",und verkaufen selbst ihr zu Liebe manchmal über den ortsüblichen Warenpreisen.

Im allgemeinen verkaufen die Konsumvereine sonst, entsprechend dem Grundsatz der Rochdaler Pioniere, nach Tagespreisen. In Großstädten, wo es gilt, die Konkurrenz mit ein paar Pfennigen zu unterbiete» und das Publikum darauf sieht, wird vielfach auch unter Tagespreis verkauft. Dann find aber auch die Dividenden geringer. So kommt es vor, daß in Weber­bezirken des sächsischen Erzgebirges 20—24°/o Dividenden gezahlt werden, während sie bei dem Konsumverein „Produktion" in Hamburg nur die Höhe von 2'/,°/« erreichen. ’)

Die Fälle sind aber auch nicht ganz selten, wo die Konsumvereine ohne Rücksicht auf die Dividende über den Tagespreisen verkaufen müssen, aus dem einfachen Grunde, weil ihre Leiter so ost von kaufmännischen Dingen blut­wenig verstehen.

„ES kann tatsächlich vorkommen, sagt selbst der .Wochenbericht' (Nr. 7, 1902), daß der Konsumverein wirklich einen Artikel teurer kauft wie der Kauf­mann und infolgedeften auch teurer verkaufe» muß. Solche Fälle können sich bei jungen Vereinen sehr leicht ereignen, aber auch ältere Vereine können durch schwankende Konjunkturen mitunter gegenüber dem Kaufmann in eine ungünstige Position kommen."

Gegen die Nachteile schwankender Konjunkturen ist keiner gefeit, aber der Mangel an kouf- männischer Schulung bei so manchen leitenden Personen, namentlich kleinerer und jüngerer Vereine, ist ein wunder Punkt an der Konsum­vereinsbewegung. Daß solche Konsumvereine, wenn sie nicht einer Einkaufsvereinigung ange­schloffen sind, von ihren Lieferanten manchmal übers Ohr gehauen werden, kann nicht wunder­nehmen. In diesem Punkte sinkt die Wagschale tief zu gunsten des Detailliften, — wenn er ein tüchtiger Kaufmann ist. Das ist aber leider keineswegs immer der Fall. Im Detaillisten­stande, und zwar hauptsächlich in den Kreisen der Kolonialwarenhändler, sind auch Kaufleute vertreten, die über nichts weniger denn eine gute Fachbildung verfügen und in den auch mehr hineingeschneit sind. Recht scharf charakterisiert diese Verhältnisse die Handels- und Gewerbe­kammer in Dresden, indem sie schreibt:

„In früheren Zeiten mußte der Kaufmann zweierlei besitzen: eine tüchtige Fachbildung und ein ausreichen­des Kapital. Heute gibt es „Auchkaufleute", die kaum schreiben können und von Buchführung keine Ahnung haben. Sie besitzen auch kein Kapital. Wenn sie nur die Ladeumiete im voraus bezahlen können, ist ihnen geholfen, wie sie meinen. Die Waren bekommen sie auf Borg mit langer Zahlungsfrist. Leichtfinnige oder wenigstens ganz unüberlegte Geschäftsgründungen sind an der Tagesordnung. So ist der Kleinhandel das große Sammelbecken geworden für zahlreiche Personen, die daran verzweifeln, auf anderem Wege ihr Aus­kommen zu finden." s)

Anders bei tüchtigen Kaufleuten, die über eine gründliche Fachbildung, sichere Warenkunde, gute Kenntnis der Marktverhältnisse und der Bezugsquellen verfügen, kurz, in ihrem Fachs ihren vollen Mann stellen. Hier vermag ohne Zweifel die kaufmännische Tüchtigkeit die natür­lichen Mängel des Kleinbetriebes gegenüber den anderweitigen großen Vorzügen der Konsum­vereine in etwa abzuschwächen. Es muß jedoch hinzugefügt werden, daß die größeren Konsum- vereine heute über eine Reihe tüchtiger kauf­männischer Kräfte verfügen.

Was die Konsumvereine aber im allgemeinen dem Detailhandel wirtschaftlich überlegen macht, das ist zunächst das bei der Mehrzahl der Konsumvereine übliche Prinzip der Barzahlung, dann die günstigeren Einkaufsbedingungen, die geringeren Unkosten und der Wegfall des Unter­nehmergewinns. „Die Barzahlung ist die Voraussetzung jeder wirtschaftlichen Freiheit, das Borgsystem ist die Quelle aller Uebel wirt- schastlicher Abhängigkeit", sagt mit Recht das Jahrbuch deutscher Konsumvereine; es gibt des­halb den Konsumvereinen die Lehre: „Wollt ihr einen Konsumverein, so müßt ihr euch auf den Standpunkt der Barzahlung stellen oder — nehmt von vornherein von der Errichtung eines Konsumvereins Abstand." 4) Das kann man

vollinhaltlich unterschreiben. Ein Detaillist, oder auch ein Konsumverein, der seinen Kunden borgen, oft lange borgen muß, und nicht über ein ansehnliches Betriebskapital verfügt, gerät bald in wirtschaftliche Abhängig­keit. Er muß selbst von seinem Lieferanten borgen und verliert dadurch seine volle Be­wegungsfreiheit. Er muß sich dann höhere Preise oder schlechtere Ware aufnötigen lassen, verliert die Gelegenheit, günstigere Konjunkturen auszunutzen, muß dazu noch Verzugszinsen zahlen, wenn er die Zahlungsfrist nicht innehält u. s. f. Die Barzahlung aber setzt die Konsumvereine in den Stand, — bei nicht zu geringem Betriebs­kapital — in Kürze zu regulieren, ansehnliche Diskontgewinne zu erzielen, die höchsten An­sprüche an die Qualität der Ware zu stellen, bei der Preisfestsetzung zuvorkommende Berück­sichtigung zu fordern, günstige Konjunkturen aus- zunutzen, kurz, ihre Bewegungsfreiheit zu wahren und ihre Leistungsfähigkeit ganz erheblich zu stärken. Es ist doch gewiß aller Beachtung wert, daß die deutschen Konsumvereine heute durch­schnittlich innerhalb 11 Tagen regulieren.5) Welch' hohes Maß wirtschaftlicher Ueberlegen- heit das bedeutet gegenüber dem Gros unserer Detaillisten, liegt auf der Hand.

Die Einkaufsbedingungen stellen sich natürlich noch bedeutend günstiger, wenn die Vereine eines Bezirks ihre Ware gemeinsam be­ziehen und zu diesem Zwecke Einkatlfsver- einigungen gründen. Nach dem.Jahrbuche' bestanden bereits am 31. März 1903 29 lokale oder provinzielle „Einkaufsvereinigungen", die gernemschaftliche „Einkaufstage" abhallen. 6) Diese Vereinigungen ermöglichen den gemein­samen Warenbezug in größeren Posten, in Sammelladungen, wodurch ganz erhebliche wirt­schaftliche Vorteile erzielt werden.

Aber die Konsumvereine sind noch weiter gegangen. Durch Gründung der „Großeinkaufs­gesellschaft" in Hamburg ist ihnen die Möglich­keit gegeben, den Zwischenhandel ganz auszu­schalten und den Einkauf auf das rationellste zu organisieren. Die Großeinkaufsgesellschaft wurde 1894 in Hamburg von den Konsumver­einen des Stromgebietes der Elbe gegründet, nachdem schon zwei Versuche (1869 in Mann­heim und zu Beginn der 90er Jahre in Bremen) fehlgeschlagen waren. Anfangs entwickelte sie sich recht langsam; 1899 betrug der Umsatz erst 6296072 Mark. Dann wurde auf Grund der auf einer Studienreise nach England gewonnenen Erfahrungen die Gesellschaft reorganisiert, und nun schnellten die Umsatzziffern bald in die Höhe: 1900 nahezu 8 Millionen Mark, 1901 über 15 Millionen, 1902 221/3 Millionen Mark.7)

Angesichts der großen Vorteile, welche die Gesellschaft zweifellos zu bieten vermag, ist die Beteiligung der Vereine aber immer noch mäßig. Nach dem Jahrbuch des Zentralverbandes für 1902 waren am Warenbezüge durch die Groß- einkaufsgesellschast erst 247 Vereine als Mit­glieder und 830 Vereine als Nichtmitglieder be­teiligt. Und selbst diese haben zum Teil nur einen Verhältnis mäßig geringen Bruchteil ihres Warenumsatzes durch die Gesellschaft bezogen. Daß das von Jahr zu Jahr besser werden wird, ist mit Bestimmtheit zu erwarten, zumal die Gesellschaft bestrebt ist, sowohl ihren eigenen Be­trieb möglichst zu vervollkommnen, als auch die Organisation des Einkaufs im Lande selbst zu verbessern.

So hat sie vor drei Jahren für einzelne starke Verbrauchsartikel Spezialabteilungen eingerichtet, u. a. für Kohlen, Petroleum, Ge­treide, Roh- und Röstkaffee, Mehl und Futter­artikel. Diese Arbeitsteilung bietet natürlich die Möglichkeit, „den Bedarf besser zu organi­sieren, Konjunkturen schlagfertig auszunutzen und das Personal beffer mit seinen Aufgaben ver­traut zu machen".8)

Dann hat sich das Reich selbst in 6 Be­zirke geteilt. Für jeden dieser Bezirke wurde ein Ze ntrallager errichtet und ein Vertreter ernannt, der die Vereine jährlich 2—3 mal zu besuchen hat.9) Wenn hierdurch anfangs die Unkosten nicht nur absolut, sondern auch prozentual sich erhöhen, so läßt sich bei dem Anwachsen der Konsumvereinsbewegung doch mit Wahrscheinlichkeit erwarten, daß diese Einrichtung das System auf die Dauer nicht uüerheblich ver­vollkommnen wird.

Dann die geringen Unkosten beim Konsum­verein. Die Unkosten verringern sich bekanntlich mit steigendem Umfange des Geschäftes. Vor allem find die Lagerungskosten beim Konsum­verein, der über einen festen Kundenkreis mit einigermaßen sicherem Absatz und regelmäßigem

6) Jahrbuch a. a. O. S. 162.

«) Jahrbuch S. 164. - ’) Jahrbuch S. 163 ff.

8) Wochenbericht 15, 16, Jahr,. 1902. — ») Wochen­

bericht 16, 17. Jahr«. 1903.

Umsatz verfügt, erheblich niedriger, als beim Detaillisten, der im Verhältnis zum Umsatz große Vorräte und reiche Auswahl stets parat halten muß, ohne auf einen gleichmäßigen und an­nähernd so schnellen Umsatz rechnen zu können. Die Konsumvereine des Zentralverbandes haben 1902 ihr Warenlager durchschnittlich 7,4 mal umgesetzt. Läßt man dabei eine Anzahl der größeren Konsumvereine außer Betracht, die außer Kolonial- und Material- auch Manufaktur- und Schuhwaren führen — letztere werden nur 1—2 mal im Jahre umgesetzt — so ist die Um­satzziffer noch etwas höher.10)

Endlich — und das dürfte wohl nicht ohne Belang sein — fällt der Geschäftsgewinn beim Konsumverein an die Mitglieder.

Angesichts dieser Tatsache kann es nicht dem mindesten Zweifel unterliegen, daß heute die größeren Konsumvereine, die kaufmännisch ge­leitet werden, dem Gros unserer Detaillisten, so­lange diese isoliert arbeiten, durch die Bank wirtschaftlich weit überlegen find, ja manche von ihnen um Meilenlänge hinter sich lassen — und diese Ueberlegenheit kann durch die weitere Ent­wickelung der Konsumvereinsbewegung nur er­höht werden.

10) Jahrbuch a. a. O. S. 159.

Konsumvereine und Detaillisten. in.

Wirtschaftliche Ueberlegenheit der konsumgenossenschaftlichen Waren­verteilung.

Von Detaillisten wird oft die Ansicht ver­treten, von der wirffchaftlichen Ueberlegenheit der

Verfasser der Broschüre ist „im Dienste der Kirche er­graut und hatte durch seine vielfachen Beziehungen Ge­legenheit, große Erfahrungen zu sammeln." In klarer und überzeugender Sprache erörtert er die Gründe des Rückganges der Religion in Frankreich. Nachdem er treffend nachgewiesen, daß es weder Mangel an Tugend noch an Eifer im Klerus ist, zeigt er uns in höchst interessanter Weise den Fehler, der in der politische» Teilnahmslosigkeit des Klerus während des neunzehnten Jahrhunderts besteht. Das Charakteristische dieses hochinteressanten Merkchens ist die strenge Gerechtigkeit der darin enthaltenen Gedanken, sowie die vollstÄidig überzeugende Kraft der Beweisführungen. Denselben großen Anklang, de» diese Broschüre in Frankreich fand, dürste sie auch in Deutschland finden. (Der Klerus und die Lage der Kirche in Frankreich find für die ganze Welt zum warnenden Beispiel geworden, nicht zuletzt auch für uns in Deutschland.

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Bon Herders Konversations-Lexikon ist soeben, drei Viertel Jahre nach Vollendung des zweiten, der dritte Band zum Abschluß gekommen, wohl die kräftigste Widerlegung jener hämischen Angriffe, denen gerade in jüngster Zeit dieses hervorragende katholische Unternehmen in einer gewissen Presse ausgesetzt war. Wir werden auf den dritten Band, dessen Versendung erst im Laufe des Juni möglich fein wird, da die An­fertigung so vieler Einbände für den Buchbinder keine geringe Arbeit bedeutet, noch ausführlich zurückkommen. Für heute sei bemerkt, daß auch die letzten beiden Hefte (59 u. 60) dieses Bandes („Greyson" bis „Gynlay" — der Band schließt gerade mit dem Buchstaben „®“ ab —) ungemein reich ausgestattet find. Neben den vier prächtigen Tafeln „Griechische Kunst, mit 27 Bilder», begegnen wir den Karten: „Das alte Griechenland" (mit Text: Zeittafel und Geographie) und „Großbri­tannien und Irland" (mit Statistik) sowie 31 Textab­bildungen. Der ganze dritte Band zählt im Text rund 450, auf den Tafeln ebenfalls rund 450, zusammen somit 900 Abbildungen.