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Allda, Mittwoch, den 11. Mai 1904.

81. Jahrgang.

Invalidenrente

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fahren eintreten zu lassen. Dieses Heilverfahren kann vestehen in einer Kur in einem Kranken­haus, einer Klinik, einer Heilanstalt oder in einem längeren Aufenthalt auf dem Lande. Tritt also eine solche Erkrankung ein und ist Hoffnun g auf gründliche Heilung vorhanden, so möge fic i der Versicherte frühzeitig selbst oder durch Mittelspersonen mit einem begründeten Bittgesuc ■ an die Versicherungsanstalt wenden. (Vergl. Hitze. Was jedermann bezgl. der Jnvatiderver- sicherung wissen muß. D. 13—17 )

4. Endlich erhält der Versicherte nach Zurück­legung deS 70. Lebensjahres unter allen Um­ständen, auch wenn er noch vollständig arbeits­fähig ist, bis zu seinem Lebensende eine Alters­rente. Wer schon vorher Invalidenrente be­zieht, erhält dieselbe auch über das 70. Jahr hinaus weiter und falls jemand schon die Alters­rente bezieht, kann er, wenn er später Invalide wird, statt deren die Invalidenrente beziehen. Doch muß er stets wenigstens 20 Marken pro Jahr weitergeklebt haben. Letzteres ist dann ratsam, wenn er längere Zeit und viele Marken geklebt hat. Denn in diesem Falle ist die In­validenrente höher, als die Altersrente.

Die Höhe der Rente ist sehr verschieden. Was zunächst die Invalidenrente anbetrifft, o hängt fie hauptsächlich ab von der Höhe und Zahl der Wochenbeiträge. Der Versicherte, dem es frei steht, sich die Lohnklaffe bezw. deren Beiträge selbst zu wählen, hat es ajso ganz in der Hand, sich eine niedere oder möglichst hohe Rente zu sichern. Die Invalidenrente setzt sich zusammen ar s einem für jeden Rentenempfänger Zeichen Reichszuschuß von jährlich 50 Mk., einem 'ach Lohnklaffen oder nach der Höhe der Bei­träge zu berechnenden und von der Versicherungs­anstalt aufzubringenden Grundbetrag und einem Steigerungssatz. Dieser Steigerungssatz beträgt ür jeden Wochenbeitrag der 5 Lohnklaffen 3—6—8—10—12 Pfg. Man erhält die jedes­malige Steigerungssumme, indem man die Zahl der geleisteten Beiträge der verschiedenen Arten mit dem betreffenden Einzelsteigerungssatz multi­pliziert.

Angenommen, jemand habe stets die- elben Beiträge geleistet, so erhält er sofort . nach Ablauf der Wartezeit, nachdem er also 500 i

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Die Leistungen her 3n»aliöitötseer= ficherung bei 6er „Selbstversicherung".

Die Leistungen der „Selbstversicherung" sind im allgemeinen dieselben wie bei der Zwangs­versicherung. Der Selbstversicherte, der seinen Verpflichtungen nachgekommen, die Wartezeit zu­rückgelegt, also 500 bezw. 1200 Wochenbeiträge gezahlt und später alle zwei Jahre wenigstens 40 Marken geklebt hat, kann mithin beanspruchen:

1. eine zeitweise Invalidenrente im Falle einer mehr als 26 wöchentlichen mit Erwerbsun­fähigkeit verbundenen Krankheit;

2. eine dauernde Invalidenrente für den Fall dauernder Erwerbsunfähigkeit.

Als „Invalide" gilt derjenige, der wegen Krankheit, Gebrechen, Alter, dauernd weniger als ein Drittel erwerbsunfähig ist, d. h., der nicht mehr imstande ist, durch eine seinen Kräften und Fähigkeiten angemessene Beschäftigung, „wie fie ihm unter billiger Berücksichtigung seiner Aus­bildung und seines bisherigen Berufes zugemutet werden kann, ein Drittel desjenigen zu erwerben, was körperlich und geistig gesunde Personen der­selben Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen. Für manchen Selbstverstcherten ist die Invalidenver­sicherung in gewißem Sinne auch ein Ersatz für die Unfallversicherung, nämlich für solche, welche nicht unfalloerficherungspflichtig find. Denn sie erhalten auch die Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles dauernd erwerbsunfähig und invalide werden.

3. Unter Umständen kann auch den Selbst­verstcherten durch die Versicherungsanstalt auf deren Kosten ein Heilverfahren zuteil werden. Wenn nämlich ein Versicherter derart erkrankt, daß dadurch Erwerbsunfähigkeit zu besorgen ist, welche einen Anspruch auf gesetzliche Invaliden­rente begründet, so ist die Versicherungsanstalt befugt(nicht verpflichtet), ein geeignetes Hellver-

Marübertchte.

* Frankfurt a. M., 9. Mai 1904. Notierung der Mehmarkt-Preise. Zum Berkaus standen: 561 Ochsen, 42 Bullen, 749 Kühe unb Färsen, (Stiere unb Rmber>, 300 Kälber, 78 Schafe unb Hämmel unb 1399 Schweine. Bezahlt würbe für 100 Pfb. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht- werts bts zu 6 Jahren 71-73 Mk., b. junge fleischig« nicht ausgemästete unb ältere ausgemästete 64—66 Mk. c. mäßig genährte junge, gutgenährte ältere 58—61 Mk.

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Sind die 500 Wochenbeiträge verschie« denen Lohnklaffen entnommen, d. h. hat der Versicherte verschiedene Beiträge bezahlt, so ändert sich dementsprechend die Rentenhöhe. Jedenfalls aber kann ein Selbstversicherter nach 10 Jahren ffch einen Anspruch auf eine dauernde Invaliden­rente von 125 bis 210 Mk. jährlich erwerben. Wird der Versicherte erst in späteren Jahren Invalide und hat er stets pünktlich weitergeklebt, so könnte er sich etwa nach 20 Jahren eine Rente von 140 bis 270 Mk., nach 30 Jahren 155 bis 330 Mk., nach 40 Jahren 170 bis 390 Mk , nach 50 Jahren 185 bis 450 Mk. jährlich sichern. v

Die Altersrente ist im Gegensatz zur Invalidenrente mehr gleichmäßig, da hier der Steigerungssatz wegfällt. Auch zu der Alters- rente wird stets ein jährlicher Staatszuschuß von 50 Mf. gezahlt. Dazu kommt ein Grundbetrag von 60—90—120—150—180 Mk., je nachdem die Beiträge nach den einzelnen Lohnklaffen ge­zahlt find. Somit beläuft stch die Altersrente, alls stets dieselben Marken geklebt sind, auf 110—140—170—200—230 Mk. Sind Bet­räge verschiedener Lohnklaffen gezahlt, so wird -er Grundbetrag stch auch verschieden gestalten. Waren mehr als 1200 Wochenbeiträge geleistet, o werden zunächst die höheren Beiträge zur Be­rechnung herangezogen. Die Altersrente wird aber nie unter 110 Mk. und nie über 230 Mk. pro Jahr betragen.

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60~62 Mk., c. genug genährte —.— Mk., Kühe unb F«rsen: (Stiere unb Rinder): a. vollfleischige, ausgr- mästete Färsen (Stiere unb Rinder) höchsten Schlacht­wertes 66-68 Mk., b. vollfleischige, ausgemästete KÜb: höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren 62—64 Mk., c. altere lncsgemüstete Kühe unb wenig gut entwickelte lungere Kühe unb Färsen (Stiere unb Rinder) 58 biS

Mk., d. mäßig genährte Kühe unb Färsen (Stiere unb 8hnber) 45 -47 Mk., e. gering genährte Kühe unb (Sttete unb Rinder) Mk. Bezahltwurbs für 1 P^-Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast. SS« ^2 und beste Saugkälber 85-88 Psg., L mittlere Mast- unb gute Saugkälber 80—84 Pfg., iö6 Saugkälber 64-66 Pfm, d. ältere geriNL.ee- uährte Kälber (Freffer) Pfg. Schafe: a. Mast, mmmer unt jüngere Masthämmel 68—70 Pfg., b. ältere ^h^AItfie/an0—Ms-, 61 mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe)00- 00 Pfg. Schweine: a. voll- )letf(i)tge bei feineren Raffen unb deren Kreuzungen im A"er bis zu !>/. Jahren 53-00 Pfg., b. fleischige 51 btS 52 Psg c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 44-46 Pfg., d. auslänbische Schweine (unter Au- aabe bet Herkmfft) -.-Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 51—53 Pfg., b. 48—50 Pfg., Schwein- a 42 Sfß b. fleischige 41 Pfg. Geschäft In Hornvieh gut, Uebeiftanb unbebeutenb, in Kleinvieh gut, Markt geräumt. Aus Oesterreich stauben 268 Ochsen, 6 Bullen unb 3 Kühe zum «erkauf.

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