Maer
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103,
Hulda, Freitag, dm 6. Mai 1904.
* Stimmungsbild aus dem Abgc- oidnetenhause.
Die Debatte über die Kanalvorlage wird voraussichtlich noch die ganz- Woche ausfüllen, da noch etwa SO Redner sich zun Wort gemeldet Haden. Am Lornerriag kamen außer deo liberalen Kanalfreunden noch ein p:ar Kanalfreunde von der Rechten zu Worte, nämlich die sreikonseroatioen Abgeordneten Woyna und Graf Moltke. Von den Ministern sprach der Handeisminister Möller, der versicherte, daß das ganze Ministerium einmflrg hinter der Vorlage stehe Graf Bülow war auch heute nicht anwesend.
Einen ganz neuen und eigenartigen 2o.i brachte der 74jährige wi'dkonseröanoe Abzevrd- nste Pastor von Bodelschmingh, der bekannte Gründer und Leiter der Bielefelder Wohltätig- keitsanstalten, in die Verhandlungen. Ec sprach zu den Ministern, den Parteien nnd den Bcr- rednern, wie er etwa zu seinen Idioten, Eprlep. tischen und Strohern sprechen mag. Ja der Anrede zog er das „Du" und .Ihr" dem Sie vor. Das Hous halte seine innige Freude an dem gemütlichen Geplauder des alten Herrn, das ja manch mal etwas gewaltsam und übertrieben naiv und kindlich klang, aber jedenfalls aus einem guten Herzen kam und von warmer Liebe für die Armen und Mühseligen zeugte. Mit der Kanalfrage nach ihrer techrstchen, wnt- schaftlichen u?-d ftiiamuQea S ite hatten feine Ausführungen nichts zu tun. Sie schweiften stellenweise recht wert in das all- gememe Gebiet der sozialen Fürsorge ab. Herr v. Bodelschwingh will, daß das Branntwein- trinfen unter den künftigen Kanalarbeitern ver- hind-rt und Fürsorge für gute Wohnunasver- hältmffe getroffen wird. Er möchte a*-1 lieb ten die Kanalarbeuer gleich am Kanal ar siedeln Auch wünscht er in die Gewerbeordnung eine Bestimmung ausgenommen zu sehen, w.n ch die Erlmb-ns zur Errichtung einer neuen Fabrik nicht eher gegeben werden darf, als der Unter- nehmer nachweist, daß für a pemeffen? Wohn grlegenheit der Arbeiter gesorgt ist.
Das HauS fühlt sich während der ziemlich langen Rede zu immer neuer Heiterkeit hin- geriffen, ohne jedoch etwa den Redner auslachen und kränken zu wollen. Nur als er den „lieben Landwirt" aufforderte, etwas mehr für feine Arbeiter zu tun und ein Vorbild zu geben, wie man für feine Untertanen sorge, wurden die Konservativen etwas unruhig vielleicht aber bloß deshalb, weil die Linke so demonstratio Bnsall spendete. Ts war auch nicht so böse gemeint, als am Schluß der Re e von verschiedenen Seittn em kräftiges „Amen" gerufen wurde, und bi» Heiterkeit, rie das mieser erregte, tat der Aufrichtigkeit des lebhaften Seif all' keinen Abbruch
Mit Vergnügen sah das Haus bann zu, wie der Redner zum Regierungsüsche schritt und den lieben Geh. Baurat Sympber begrüßte oder be=
Maria Angela.
Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Genehmigte Uebersetzung aus dem Französischen.
82 ------ (Nachdruck Verbote *.)
Gleich nachdem Joiue seine Suppe verzehrt hatte, war er mit verzweifel teui Schrei aufgesprungen, beize Hände gegen den 2db gedrückt. Dmn war er niedergesunken und wälzte sich j-tzt mit schäumendem Munde in lobti quälen auf dem Boden h-rum.
Er halte begriffe r, daß ein Irrtum vorqekommen, boß er sterben müsse, und er verfluchte den alte,. K: äutermarm.
Auf srin wütende- Gelchrri kam auch Herr Jo annes gelaufen, dem bei dieser Szene soeleich fl .r wu oe, daß etwas Außergewöhnliche« geschehen sei schleunigst ließ er alle Türen schließen, damit «ich s von dem Borfalle rach außen bthtge. Dann rief er die Köchin herbei und blieb mit ihr allein bei •e” Sterbenden. Er hatte nämlich in den GefichtS- züge • der Indianerin ein triumphierendes Aufleuchten bewe -ft, do» mit vielem Austritt in Verbindung fieben mußte Er befragte die Frau, welche mit dem größten Eifer Auskunft gab.
Sre erzählte von dem Eintritt des „Hexenmeisters* in die Küche, von seinem geheimnisvollen Gebaren und von chrxm Verdachte.
„Ich habe mir gesagt," fuhr sie fort, „daß nur Herr Jome, der St-llve:freier beS Verwalter«, Jnte- rtffe daran haben könnte, die Herrin zu beseitigen. Wir Treuer wiffen mancherlei, was wir ntet sagen dürfen . . . E mutzte also den Kräutermann zu die er abicheulilen Tat gedunaen haben Da war es nur gerecht- Miete.ve gelt» g, daß er die Suppe zu effen bekam."
„Elende!" h-ulte Jnfue.
„Auf diese We.se," schloß d:e Indiane! io, „kann er fem Verbrech!-- n dst leugnen. Ich bebaue;e nur, daß %txt Cordova rüch' auch dabei ist "
glückwüafchte, den er in ferner Rede schon wegen einer der Tenkschristen zur Kanalvorlage g-Ic-bt hatte. Den Beglückwünschungen, die ihm selbst ugedacht waren, e-tzog er sich, intern er hinter dem Regierungstttche zum Saale hmausging.
Dre Redner nach ihm betten -nächst einen schweren Stand, d ' niemand auf sie hören wollte und die meisten Abgeordneten den Saal verlaßen.
Berlin, de 5 Mai i9v •
* I» Reichstagswahlkreise Kr«vkf»rt- LebnS ist die Einigung dec burgerilchen Parteien dock kette vollständiae. Von der wirt« schüftlichen Vereinigung ist Generalmajor v. Jagwitz als Reichet^gtkanSidat aufctestellt worden. Die Antiftmüe > haben zu feinen Gunsten auf eine eigene Kandidatur verzichtet. Der .Devt'chen Tage-'zeünna' gefallt daS sehr. Tie schreibt: „Äs gebührt ihnen rafßr auf.- richtiger Dank. 'Durch die Aufstellung des Generals v Jagwitz, für den der Mittelstand in Grabt und Land leohafr emlreten wird, ist jedenfalls die Hoffnung der Gozmldemokrateu, den Kreis im ersten Wahtgana zu erobern, al^ vernichtet zu detr»ch en " Richifter wär; es zu fegen: Die Goz'atdemck"at n kommen nur wahrscheMtich in die Stichwahl, während sie schon im ersten Wah-gangr unterlegen ft n wülden, wenn all; Stimmen der bürgerlichen Parteien sich auf B.fferm nn vereinigt hätten. Die Sozialdemokraten we n dem Bunde der Landwirte und den Bnitfennten zu großem Dan! verpflichtet sein. I- e»bweltte Aussichten bat nLtürllch Herr von Jagwttz nickt. Oder wäre m Ende feine Aufstellung nur e f Lt. um im Falle eines fozialdemokratischen Sieges wieder einen Grund zur Vern ich-ung te Manvot.-r- zu ee-ckaffen? Der .Kreuzztg/ hat der Verzt i,t t>ec 5tonse ontiven auf die Aufßellnng emeS eigenen Kandidätrn nicht gefallen, a' er sie m im/dttß sie nur der von ihrem Purteim rstanite ausge- grbenen Parole Fol: e leisten müßten, und Veda tert, daß durch die Sonderte ndidatur monme kouseroative Wähler vor eine schwere GewiffenS- frage gestellt würrn. Je e»f. lls möchten beide Teiie alles oettnei-en, was eine spätem gemein« sumkN Arbeit hinderlich fein könnte. Unter keinen Uw ständen dürfe sich ein Kon ervativrr von der Wahl femha! en; wer glaube, Herrn Basftrmann im ersten -Ladlganze seine Stimme nicht geben zu können, möge .»nächst Herrn v. Ja witz wählen und auf diese Weift dl zu beitragen, daß die Zgyl der foztaldrnwkratischeri Stimmen hinter der Gesamtzahl r-er Stimmen, die auf bürgerliche Kandidaten fallen, möglichst weit z-nückbkeiös. Bei einer etwaigen Stichwahl möchten alle dem an tiefer betätigten bürgerlichen Kandidaten chre Stimme geben.
„Er wirb dich ftrafm," ver uchtr Jofue noch zu saykn, eher feine Sturme e.ft.dw in einem l-tz'eir Würgen. Noch burchbebie e n sürcht-riick-i Kampf seine erstarrensen Glieder — sann war es vorbei.
Der Priester, ben Herr Joha-mes hatte holen lcsttn, kam zu spät
Der Anwalt nahm sich g genroäitig nicht die Zeit, um der Köchin klar zu machen, daß sie selbst ftbr stiaibar gehandelt habe, um daß mau ebensogut und noch btffet zum Ziele gelangt Witte, wen.' 'sie ihm von dem Vorfall Ar-zelge erstattet hätte. Er hätte bann Josue und Co dova in ihrer eigenen Falle gefangen. Nun hieß es, einen neuen Plan machen, und dazu brauchte er nicht lauge zu überlegen.
Sicherlich, dachte er, ettvar-rt Cordova jetzt Nachricht über Len Erfolg fttteö scheuß-chen WettcS. Wenn Jofue ausdle-bi, so wird er vrrrnutliy selbst hier erscheinen; einen Schlüffe! besitzt er ja. Sobald er glaubt, daß aller schläft, töm en wir ftn erwarten. Also Vorsorge ge-reffen 1
Herr Johanne - rief seine Leute, ließ die Leiche AosmS auf sein Bett legen und sch ckio sie vann ins Dorf, um Verstärkung zu holen und die Herberge im Amte zu behaiten.
„Zwei von Euch," sagte er, „bleiben bei mir h dir Schreibstube JosueS, zwei andere verstecken sich 'N der Näyr her Haustüre, die noch d-m Eintritt Co d'vas sofort zu schließen >st. Darauf kommen sie auch zu mir."
A!ö diese Vottehrunzen getroffen waren, b gab sich Herr Johannes zu Frau Maresiat, um sie von bei« Geschehenen unb von dem, was sich vorbereitete, in Kkimtni; zu fegen
Pepa war in einer unbefchre blichen Gemütsverfassung^
So war sie also zweimal binnen vier Tagen dem Tode en gongen, e mm grausamen Tode, der alle Hoffnungen der Jhri en temirttet hätte. S e dankte Gott, ober fie_$it'er'e noch vor Furcht, denn sie v-r- me'Ute, die schotten b r finkenoen Nacht könnten noch eine ganze A-izahl dec Feinde bergen. . . .
** Der Abgeordnete Mentke, dem wegen seiner Stellungnahme gegen das jetzige Reichs- tags-Wahlrecht der Austritt aus der nationallibe- raten Fraktion des Abgeordnetei.hauses nahege- legt wurde, ist der freikonservativeu Fraktion als Hospitant beigetreten.
** Der Kolouialrat wird wieder, wie in den letzten Jahren, im Juni unberufen werden, um die nächstjährigen Etats für die Schutzgebiete zu beraten, über die jetzt Uebersichten von d u VerwaltungewderSchutzgebiete einqesandt werden.
§ In der ,CH mmtzer Volksstimme' beginnt ©ctiuffe Schippel mit der anc eründigten Darlegung feiner handelSpolitifchen An- schauunpen. In einer persönlichen Torbe rnerkung bezeichnete er es al.f beschämend, daß er jitzr gezwrn en werde, von ner em einen Stan punkt dar^ufegen, den er vor 6 oder 7 Jahren viel nachdrückicher vertreten habe clS heute. Die Verantwoitlichkeit für etwaige un- zeitgerrüße Wirkungen seiner Auseinanderittzung will er besen über kaffen, die e=ü „anders gewollt" haben. Im fachlichen Teil beschäftigt sich Schtpvel dann in Anftttpfuag an die handelt politische Resolution des Londoner Korgreffes von 1896 mck ter Frage Schutzzoll oder Freihandel im allgemeinen. Der.Vorwärts' erklärt, er komme auf die Artikel noch zurück. Das kann ja interessant werden.
§ Auf den vom Prösidium und Ausschuß der Dentsche» Kolonialgessllfchast erlaffenen Aufruf zur Hilfrleiftuug für die notleidenden deutschen Ansiedler in Südwestafrika find von de» Abteilungen und eimelfiebenben Mu- gkiedern bei der Hauptkaffe der Gesellschaft bis- her 178,427 Mk. in bar eingegangen. Der Einlauf nmierer Beträge ist bereits angrkündiat, die SamMluuaen werden noch rege forrgesetzt. Außerdem sich aus den Kreisen der Deutschen Kokonial- 9; elirchaft auch die Sammlungen des Zmtral- dilsSkomllees für die deutschen Ansiedler in Südwdftafrika, des deutschen Frauenveren.s für K-anker pflege in den Kolonien und der L ndes- verttne vom Roten Kreuz zum Teil rcch-: erhebliche Bittöge zugefloffen.
Nrchdcm Ser Beschluß gesoßt worden ist, daß «Sensral v. Troth« dos Osierkomman-^o über die Truppen in Deutsch Südwestasrikn «rhalttn soll, ist eiklärlicherweise vielfach die künftige Stellung Leutweins ei örtert wo-den. Die Gsuvernementszeschäfte bl- iben in den Händen, und wie die,Nat. Z g/ feff eQr, soll Leutwein auch nach Trothas Ankunft, von dem militärischen Oberkornrnarkdo abgesehen, in vollem Besitz der Gouoernementsbefugmffe bleiben. An emenSy i m- wechsel unter E Nennung eines Z oil Gouverneurs ist richt gedacht; wenn in der Preffr solch. Ver- ävderu angkkündisst werden, so harsrlt es sich bsbd Ttur rm die Wiedergabe von Wünschen, die in manchen kolonial;» Kreisen gehegt werden, aber ruckt um Eutscheibvnqen, d?e an maßgebender Stelle bereits gen offen worden sind. Un- zutrrffer.d ist auch die Behauptung, daß die Gut- ftndunfl Trothas erst nach der bekannten Ko«- sirrrz i-n Schloß * om Kaiser befohlen worden
„Freuen Sie sich Feber," sagte Herr Joharnes; „endlich wild die Stunde de' Gerech'igkett schlagen." Da e» noch n-cht lehr spät war, konnte der Än- toa't nrch die Bekenntr ffe Balzvlas entpegennehmen. Dieser hatte von Coedova durch Vermittlung Josu's eir.e ziemlich bedeutende Summe erhalten gegen das Versprechen, Frau Mareslat an den Woldraud zu locken Dtese Summe sollte verdoppelt werden, wenn der Anschlag gelänge. Die Strafe für fe ne Teilnahme an dem teuflischen Verrat hatte ihn schnell ereilt, denn du ch ihren Fall batte Frau Mare- kat ihn selbst der bügel der B>ndi en ausgesetzt. Balzoia bezeigte wirkliche Reue über feine Mitschuld und unterzeichnete mit steifer, ungelenker Hand die Niederschrift des Anwalts.
®e$.en 10 Uhr bat Herr Joh'nres Ma-eskat, die Lampe auszulöschen, und verließ sie. Nachdem er noch bie zuverlä figste-i D^nec auf ihren Posten geste t, nrhm er zwei der Agenten zu sich in die Schreibstube vnd verbarg sie hinter einem Windschirm. Er selbst legte «inen Anzrg des ihm in der Figur ähnlichen Zosue an, drückte einen s.roßen Hut tief ins Gesicht unb setzte sich hinr r das Pult. Beim schwachen Lichtschein der Naüilampe schien er zu schreiben.
Das auf dte Veranda führende Balkrnsenster fand halb offen
15. Kapitel. ,
Als dte -wö f Sch äge der Mitternacht langsam verhallt waren, lag clles in ti-sem Duntel und Schw igen. Dennoch wackle hinter jeder Tür ein angstbeklommercS Herz Pepa kniet: zu Füßen des betreu.ig en und ceote Diese beiden verlöre', en Menschenleben, de um d u Preis des ihrigen zu Grund- gegangen waren, erfüllte sie mit Schw-imut uns Bedauern. Warum mußte denn ihr Wohl, und das ■brrt Li-ben ko 'euer erlauft werden? Nichts war bet-üb-nder, ols die begehrlichen Leidenscha ten. Ursache d e'er enisetzliche» Taten. Unv dabei w-r Cordova der Anstisier btt Greuel e>n Christ ... Sr wir in ben Lehren bet hei'igen Relig'vn «nierrichtet und er- zogen . . . Pepa flehte um teilte Bekehrung.
31. Jahrgang.
fei. Die ganze Konferenz ha: sich vielmehr um diese, bekanntlich vom Kutter schon vorher bestimmt ins Auge ßefatjii Entsendung unb die Feststellung der damit zusammenhängenden Einzelheiten gedreht, für die mitiläcische Gesichtspunkte entscheidend gewesen sind. So dir,Nat. Ztg.'. Der ,‘BliI. Lok.-Anz.', bet doch gut urttmrichtet zu fets pflegt, hält bereits in dem Legationsrat Dc. Goltnelli einen Nachfolger für Liutwein a’.S Gouverneur in Bercittchaft.
•4. Sitzung vom 5. Mai 1901.
Eröffnung l*/4 Uhr.
Tie Genehmigung zur Forifltzung bezw. Einleitung von Slrafverfahrkn bezw. Privattlagen gegen die Abgeordneten Fusanpel <Z.), Hilpert (wirt. Bgg.) und Dr. Pichler (Z) (im Zusammenhang mit dem bekannten Fall EraS) wird rntsprechend dem Anträge der Kommission — Berichteistat ter Abg Gröber (Z.) — nicht erteilt.
Ja Sachen der beim Abg. Jessen (Däne) not» genommenen Haursuchunu beantragt die Kommisfion — Berichterstatter «vg. Gröber .Z) — den Reichskanzler um Borlegung der eir.fchlLgigen Akten zn ersuch.n.
Äbg. Dr. Stockmann iRp.) gebt auf die Borgeschichte der Verfahrens ein, weil die zadlreichen Zeitungen zugegangenen Berichte über die Verhandlungen der Kommission in dänischem Sinne gefärbt gewesen feien. Die Tatsache, daß in diesen Berichten vom „sogen. Deutschen Verein für Schleswig Holstein" die Rede sei, beweise, daß- sie zum minbeften von dänischer Seite inspiriert seien.
Der Beschluß der Kommission wird angenommen.
Eine Ruhe von Rechnungssachen wird debattelos erledigt.
Hierauf wird die zweite Beratung beS Gesetzentwurfs betr. die Entschäbigun« für unschutdia erlittene UnreisuchnngShaft fortgesetzt bet § 1, bei nach längerer Debatte unter Ablehnung aller AbänderungSarttröge angenommen wird; ebenso nach kurzer Debatte § 2.
§ 3 bestimmt den Gegenstand deS dem Ber- bafteren zu leiftenbin Erl atze-, „der für ihn durch bie Untersuchungshaft entstandene Bermögensschade»- bilden soll.
Abg. Dr Müller- Meinit-gen (fruf. Vp.) beantragt einen Zusatz, wonach der Berhaitete, „auch wegen des Schadens, der nicht D-imögenischaden ist, eine billige Entschädigung beanspruchen" darf. Auch, für de« Schaden von Änsehen. Ehre und Gesundheit miiffe eine Enttchädiguug g währt werden.
Staatsftkretär Dr. Rieberding bittet um Ablehnung des Antrages, der schon wegen seiner mangelhaften und kautschukartigen Fotmuliernng für die Verbündeten Regierungen unannehmbar sein würde.
Abg Stadthagen (Soz.) befürwortet den Antrag.
Staatssekretär Dr. Nteberding macht darauf aufmerksam, daß der Reichstag sich in feintn früheren Beschlüssen stets auf die Forderung des Ersatzes bei Verwögensschodens beschränkt habe.
Damit schließt die Diskussion. § 3 wird unverändert angenommen.
§ t bestimmt, daß übee die Verpflichtung des Siaates für Entschädigunu durch besondeieu Gerichtsbeschluß Bestimmung getroffen werden muß; der Beschluß ist den VeihLfittL« du ch Zustellung bekannt zn machen.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (fr. Bz.) beantragt einen Zusatz, wonach der Beschluß auch den U»ter- haltungsberechttgten des Verhafteten durch Zustellung bekannt zu machen ist.
Lursettc, allem mit Balzolo, gab sich Muse, den jungen tzalbwi dkn beff'ren R-gungen zugängttch zn machen. Ste linderte nach Krüsien ferne Schmerze», wenn er euch ihrec Meinung nach nicht verdient hatte, weiter zu leben.
Herr Johannes wurde ungedulbig. Sollte er sich in seinen Voraussetzungen -getäuscht taben? Ein cheuer Tritt machte sich braußen wernehrnbar.
Herr Johannes legte rasch bie Hand auf ben Griff einer bereit gehaltenen Pistole.
Noch eine Sekimbe bann erschien brr Kopf Cor« dovas in ber Fensteröffnung
„Allein?* flüsterte er.
„Ja," erto beite Herr Johannes leise, um sich nicht burch ben Klang ber ®Imme zu verröte«. Corbova trat ein. Sachte, ohne baß er eS merkte, chloß sich bie Balkvniüre hinter ihm, unb bie zwei Agenten blieben regungslos zwischen ben Falten ber Vorhänge stehen.
„Wie kommt es benn." fragte Corbova. „baß Sie nicht am ve abrebetea Orte erschienen find? Sollte die gnädige Frau Mareskat vi lleicht ihre Supp! zu bitter gefunben unb zmückgewiesen habe« ?**
D^r Anwalt erhob sich plötzlich brohenb.
„Herr Corbova," rief er, „Ihr Anschlag ist vereitelt rsorbtn. Ihr Spflßzeselle hat das Bist genommen, das für Ihre Herttn bestimmt war, wxb ifl elrnbigl!ch gchorben. Im Namen de» Gesetzes verhafte ;ch Se! Sie werben Ihr Vergeben büße»!"
„Und Do," schrie Corbi va, „Tu wrist zum Teufel gehen!"
Er griff in den Gürtel und legte den Revolver auf Hcrrn Johannes an.
Doch dieser war ge-üflet, er zie le «leichkalls. Die beiden Waffen gwqea selben Moment los.
Aber dtt aus ih-en Be-st.ckm stürzenden Agent«« ttten bem Verwalter in dm Arm; fein Schutz ging hl, wogeMu bie Kuge'. bes Anmalttr Corbova i» die sirust traf Er sank zur Erde. Sem nochmaliger Versuch, bie Waffe zu gebrauchen, wurde vk» bew Agenten gehindert. (F. f.)