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ntontisbeUage: „Wdaer GeschichtrbMer".

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Zuldaer

wochenbellager „Illustrierte Somtagszeitung"

Anrrigen, Vie et» spaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pffl. Reilamen die prtitzeil« 25 Pffl.; bei Wieder­holungen wird «atspk. Rabatt gewährt.

vruck und Verlag de» KtldaerLetiendruckerei in Zulda (Harmonie). Lernsprecher «r. 9.

Sulöa, Donnerstag, den 5. Mai 1904.

M 103.

31. Jahrgang.

::: Das Tiertreislicht.

Zu den eigentümlichsten Erscheinungen des Frühjahrs- und Herbstnachthtmmels gehört ent« schieden das Sichtbarwerden deS sogen. Tier« kreis« oder ZodiakallichteS, jenes eigen­tümlichen matten Lichtschimmers, welcher sich in der letzten Hälfte des Monats März am West- Himmel nach Sonnenuntergang, tm September am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang, als schmale gegen den Horizont geneigte Pyramide dem Auge darbietet. Die Erscheinung ist so merkwürdig und seltsamerweise in weiten Kreisen noch so unbekannt, daß fich eine Hinweisung an dieser Stelle wohl lohnt.

In unseren Breiten zeigt fich das Tierkreis- licht nur zurzeit der Frühjahrs« und Herbst« äquinoctien, und zwar im Frühjahr am west« ltchrn Himmel nach Sonnenuntergang. Sobald völlige Finsternis die kurz« Dämmerung ver­drängt, taucht eS plötzlich in der Form einer schrägen Lichtpyramide am sternbesäeten Himmel auf und ist bei klarer, reiner Luft leicht in seinem ganzen Setlaufe zu erkennen. Sein Licht ist jedoch von so außerordentlicher Durchsichtig- leit, daß daS Licht der Sterne ungeschwächt und ungebrochen hindurchstrahlt. Wie schon gesagt, zeigt eS fich am deutlichsten in der letzten Hälfte des März. In dieser Zeit hegt die Basis der Lichtpyramide ziemlich genau im Westen, ihre Axe ist gegen den Horizont um etwa 60 Grad geneigt und reicht bis ungefähr zum Sternhaufen der Plejaden hinauf. Den Namen Tierkreis« oder Zodiakallicht hat das rätselhafte Phänomen daher, daß feine Axe ziemlich genau mit der Ebene der Ekliptik zusammenfällt, d. h. mit der­jenigen Ebene, in welcher i fich scheinbar die Sonne bewegt und welche durch die zwölf Stern« bilder deS f»genannten Tierkreises (Zodia- eue) bestimmt ist.

Eigentümlich ist der Umstand, daß fich weder im Mittelalter, noch bei den alten Griechen und Römern irgend eine Notiz über die Erscheinung des TierkreislichteS findet, erst der als ungemein tätiger Beobachter bekannte Astronom Domenico Eaffint lenkte gegen Ende deS 17. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit auf diese Erscheinung. Man hat hieraus auf eine Veränderung in der Licht« stärke schließen wollen, jedoch ist ein Nicht- erwähnen oder Uebersehen weitaus wahrschein­licher, als eine wirkliche Helligkeitsänderung. Denn bei allen orientalischen Völkern, welche den Vorzug einer besonders reinen, durchsichtigen Atmosphäre genießen, ist das Tierkreislicht schon seit langer Zeit bekannt. Dort bilret auch die Ekliptik, in deren Ebene die Axe der Licht­pyramide liegt, fast immer einen beträchtlichen Winkel gegen den Horizont, sodaß das Tier- kreislicht dort immer ziemlich steil zum Himmel emporstrebt, wohingegen bei uns während des größten Teiles des Jahres die Bahn der Ekliptik dem Horizonte so nahe liegt, daß das zarte, matte Licht in den Dünsten der Atmosphäre fich leicht verliert. Nur im Herbst und Frühling er­hebt fich bei uns die Ekliptik so hoch, daß die Erscheinung sichtbar werden kann, und zwar, wie schon gesagt, im Herbst vor Sonnenaufgang, im Frühjahr nach Sonnenuntergang.

In unseren Breiten ist das Tierkreislicht, gleich allen anderen Himmelserscheinungen, natur­gemäß bei weitem nicht so glänzend, wie in den Tropen. „Das Zodiakallicht", sagt Alexander v. Humboldt, „in seinem milden Glanze ist der ewige Schmuck der Tropenmächte." In bet Nähe des Horizonts schweben schmale, lichte Wölkchen wie auf goldgesticktem Teppich, hoch oben schillern flammige Strahlen in allen Farben, und die Nacht wird erhellt wie luq vor dem Auf­gang der Sonne. Die Erscheinung ist am hellsten an der Stelle, wo die Sonne untergegangen ist, ihre Helligkett nimmt nach dem Zenith zu ab, kann aber in der Regel bis zu 90 Grad Ab­stand verfolgt werden. Mitunter fieht man auch der Sonne gegenüber am entgegengesetzten Horizonte einen zweiten schwächeren Schimmer, den sog. „Gegenschein", und bei besonders durch- fichtiger Lust ist dieser Gegenschein mit der Haupterscheinung durch eine matte Lichtbrücke verbunden, sodaß die Erde wie von einem leuchtenden Ringe umgeben erscheint. So stellt fich in den Tropen das Tierkreislicht dem Auge dar. Unter unserem nordischen Himmel zeigt es fich natürlich bedeutend unscheinbarer, jedoch ist es um die Zeit der Aeqainoctien auffallend genug, um bei klarer Lust ohne Mühe aufge­funden werden zu können.

lieber die wahre Gestalt, das Wesen und die Entftehungsursache deS TierkreislichteS wiffen wir bis jetzt nur sehr wenig. Die Untersuchung mit dem Polaristop haben bewiesen, daß daS Licht desselben polarifiert ist, daraus ergibt fich, daß die Erscheinung nicht selbst leuchtet, sondern ihr Licht erborgt hat, d. h. also lediglich das Licht der Sonne reflektiert. Leider löst auch die Spektroskopie, welche uns schon in so vielen Fällen Ausschuß Über phyfikalische und chemische Beschaffenheit der Himmelskörper gegeben hat, die Frage nach der Substanz des TierkreislichteS noch nicht, da wegen der geringen Helligkeit des Gegenstandes eine definitive Bestimmung des Spektrums desselben bisher nicht gelungen ist. Es scheint neben dem kontinuierlichen Sonnen» spektrum noch die gelblich-grüne Linie zu ent­halten, welche dem Nordlicht eigentümlich ist. Das kontinuierliche Spektrum rührt offenbar von reflektiertem Sonnenlicht her. Man kann daher annehmen, daß man es hier mit einer Substanz von außerordentlich geringer Dichte zu tun hat, welche die Sonne in flacher Linsen- oder Ring- form umschwebt und mit der Ebene der Ekliptik nahe zusammenfällt.

In neuerer Zeit ist die Hypothese aufgestellt worden, daß das Tierkreis licht eine irdische Er­scheinung ist und den höchsten Regionen unserer Atmosphäre angehört, wo es durch Reflexion des Sonnenlichtes an den feinen EiskryftaUen, an denen jene Gegenden sehr reich find, hervor g -rufen wird. Die Sage in der Ebene der Ekliptik wird dann dadurch erklärt, daß die brechenden Flächen jener Eisprismen fich infolge elektrischer ober magnetischer Kräfte senkrecht zur Ekliptik stellen. Eine solche Stellung der Eis- nadeln ist nicht unmöglich, da die Richtung nach dem Pol der Ekliptik ungefähr mit der Richtung nach dem magnetischen Erdpol zusammenfällt. Das Vorhandensein der charakteristtschm Nord- lichtlinie im Spektrum des TierkreislichteS scheint jedenfalls dafür zu sprechen, daß magnetische ober elektrische Kräfte hierbei im Spiele find.

Die hier gegebenen Erklärungen find jedoch nur als Hypotyesen aufzufaffen. So lange wir nicht sorgfältige und Jahrzehnte lang in südlichen Gegenden fortgesetzte Beobachtungen haben, find alle Schlüffe unsicher. Ob wir überhaupt jemals den Schleier lüften werden, welcher über diesen Rätseln der physischen Welt liegt, vermögen wir nicht zu sagen. Alle unsere bisherigen Kennt- niffe vom Weltall deuten auf eine gewisse Gleich- artigleit der Stoffe und Elemente, der Materie hin, so daß auch ein Kennenlernen und Er­gründen jetzt noch rätselhafter Erscheinungen nicht außerhalb des Bereich« der Möglichkeit liegt. Wohl aber find die Bedingungen, unter denen die uns nur in ihren schwächsten Wir­kungen bekannten Natmkräfte sich in jenen Fernen äußern, so wesentlich anders als bei uns, die wir auf dem Grunde des warmen Luft­meeres leben und ewig an die Scholle gefesselt zu fein scheinen, daß die physischen Formen, welche dort die Elemente einnehmen, unserem Begreifen nur schwer ober unvollkommen zu­gänglich find. Ob sie es immer bleiben roeroen, ist schwer zu entscheiden, jebenfalls wirb gerabe bas Rätselhafte dieser Erscheinung unsere Naturforscher, welche ja in unserem Jahrhundert schon an so vielen Stellen den über die Natur- geheirnniffe gedeckten Schleier gelüftet haben, anreizen, auch hier mit allen Kräften an der Ent« hüllung der Wahrheit zu arbeiten.

() Das Dermögeit des Zaren.

Dieser Tage wurde halboffiziell ans Peters­burg berichtet, daß der Zar 200000000 Rubel zum russischen Kriegsfonds beigesteuert habe. Wenn diese Angabe sich bestätigt, so wäre das sicherlich daS größte Geschenk, das ein einzelner Geber je in irgend einer Sache gemacht hat. Aber der Zar ist in der Lage, das tun zu können, denn er ist der reichste Mann der Welt. Selbst Rockefellers viele Millionen nehmen fich gering aus gegen die mannigfaltigen Quellen seines Reichtums und die riesigen Schätze, die seine Vorfahren für ihn auf gehäuft haben. Enige in einem englischen Blatte mitgeteilte nähere Einzel­heiten über dieses Riesenvermögen, über besten vollen Umfang niemanb, selbst nicht Baron Frebericks, der Haushofmeister des kaiserlichen Haushaltes, genau unterrichtet ist, dürften daher gerade jetzt von Jntereffe fein.

Das offizielle Einkommen des Zaren beläuft sich auf fast 40000000 Mark jährlich. Es ist schwer, diese Summe genau festzustellen, denn sie wirb auf verschiebene Art unb in den ver­schiedensten Formen bezahlt, und die Gesamt­summe schwantt von Jahr zu Jahr, aber der Durchschnitt kamt auf 40000000 Mark geschätzt werden. Das ist ober nur ein kleiner Teil seines Reichtums, und die Ausgaben zur Erhaltung

des kaiserlichen Haushalte- würden kaum zu be­streiten sein, wenn der Zar nur von seinem offi­ziellen Einkommen abhängig wäre. Seine Aus­gaben sind unglaublich hoch. Der prächtige StaatSball, der gerade beim Ausbruch des Krieges mit Japan gegeben wurde, kostete z. B. der Schätzung nach über 4 000 000 Mk. D e Ge­schenke des Zaren an die orthodoxe Klicke be­tragen jährlich durchschnittlich über 10 000 000 Mark. Andererseits Überweist die Kirche ihm große Einkünfte, die dm vom Zaren empfangenen Betrag überschreiten sollen. Außer dem Schah von Persien besitzt niemand in der Welt ein größere- Vermögen in Diamanten und Ebel- steinen, als ber Zar. Der berühmte ürlorohta- mant ist nur ber größte Stern in einem Riesen- sternbilb. Als Nikolaus II. vor einigen Jahren gekrönt würbe, wetteiferten feine bedeutendsten Vasallenfürsten, der Emir von Buchara und ber Khan von Ehiwa mtteinanber, ihm bie reichsten Geschenke zu machm. Der Khan schenkte eine kostbare Schnur Perlen, die bie schönsten der Welt sein sollen, unb Diamanten, Smaragde unb Rubinen. Nach niebrigster Schätzung haben biefe Geschenke einen Wert von 10 000 000 Mk. Der Emir stanb nicht weit hinter ihm zurück. Auch der Hetman ber Dorischen Kosaken, Fürst Sw« jätopolk Mirski II., wie überhaupt bie ersten Adligen unb Fürsten des Reiches brachten dem Zaren prächtige Geschenke bar.

Es gibt sicherlich keinen anderen Herrscher, bem so häufig Legate zufließen, wie dem Zaren. Seine Untertanen hinterlassen ihm ständig testamentarisch große Geldsummen, die freilich nicht immer angenommen werden. ES gehört Diplomatie dazu, um den Zaren zur Annahme eines Legate- zu bewegen. In der Regel setzt fich der reiche R >ffe, der dem Zaren Geld hinter« [affen will, mit Baron Fredericks oder einem an­deren Beamten des kaiserlichen Haushaltes in Verbindung, ehe er sein Testament macht, um sich der Zustimmung deS Zaren zu vergewiffern Selbst wenn die Einwilligung vorher eingeholt ist, werben nach bem Tode des Erblassers sorg« fällige Untersuchungen angefteßt, ob niemand, ber moralisch einen Anspruch auf bas Vermögen hatte, durch diese Verfügung benachteiligt -st. Wenn da- der Fall iß,, so befiehlt ber Zar, baß bas Geld in die richtigen Hände kommt. Wenn diese Vermächtniffe angenommen werden, so be­streitet ber Zar daraus nie seine privaten Be- dürfniffe. Wie seine Vorfahren es taten, be­trachtet er ste als anoertrauteS Gut und bestimmt ste zu einem Fonds für Wohltätigkeit-- und kirchliche Zwecke. Während ber letzten Hungers­not in Bessarabien gab ber Zar z. B. 5000000 Rubel für bie hungernden Bauern. Aber er be­schränkt fich nicht nur auf feine russischen Unter­tanen, sondern beteiligte sich z. B. auch an den Sammlungen für die Opfer der letzten Hungers­not in Indien unb für die Neger von Martinique.

Ein hoher russischer Würdenträger machte bem Vertreter einer Londoner Blattes kürzlich folgende intereffante Mitteilungen über den Reich tum des Zaren unb über feine persönlichen Be bfltfniffe: „ES ist unmöglich, den Reichtum des Zaren genau abzuschätzen, aber meiner Meinung nach unb bei ber vorsichtigen Schätzung muß er auS allen ihm zu Gebote stehenben Quellen w-it mehr als 200000000 Mark jährlich einnehmen Dabei stnb bie großen Schätze in barem Geld, Gold- unb Silberbarren und Diamanten, bie in ben Gewölben des Schlöffe- von Peterhof, in ber Kronstabter Zitadelle unb anderswo auf- gespeichert werben, nicht mitgerechnet Ter Zar, bet sicherlich ber reichste Mann ber Welt ist, ist persönlich nicht anspruchsvoll; seine rein persön­lichen Ausgaben sind wahrscheinlich mit 200 Mark täglich leicht gebedt. Wenn er nicht seinem Range entsprechend repräsentieren muß. trägt er einen Anzug im Werte von etwa 100 Mark. Er speist sehr einfach, ausgenommen bei großen Staatsdiners, und raucht nicht sehr teure Zigarren. Ebenso einfach in ihren persönlichen Bedürfnissen ist die Kaiserin. Sie besitzt mehr und schönere Diamanten, alL andere Frauen, aber sie trägt sie kaum sechsmal im J.chre. Auch ihre Prioat-Equipage, bie sie zu ihren Aus- führten in St. Petersburg benutzt, ist durchaus nicht luxuriös."

Aus dem Jahresberichte övr Handels­kammer.

VI.

Das laufende Geschäftsjahr brachte für den Kohlenhandel wegen Überaus gedrückter Preise eine äußerst ungünstige Sage. Hervorgerufen wurde sie nach uns vorliegendem Berichte durch die großen Syndikatsabnehmer, die das Be­streben hatten, möglichst noch größere Mengen, als im Vorjahre, an den Mann zu bringen, um

mit einer möglichst hohen Beteil,gungSziffer an dem kommenden Kohlen-Verl aufs kontor beteiligt zu werden. Dies konnte nur durch einen Ver­kauf zu wahren Schleuderpreisen, verbunden mit einer Kundensuche größten SiilS. erreicht werden. Die niebriqen Preise machten fich weniger bei dem Streckengeschäfte bemerkbar, al- vielmehr bei den über die Main- und Rheinhäfen be­zogenen Mengen. Die Folge der Verträge auf Sieferung weit größerer Mengen, al- in den vor­hergehenden Jahren, war eine gewaltige An­schwellung der Produktion, wie die- am besten aus den Wagenstellungsziffern im Ruhrgebiete heroorgeht. Am 28. März 1900 wurden zum erftenmale 17 000 Doppelwagen zu je 10 t ge­stellt und verladen; diese Zahl stieg am 29. Auauft 19 )3 auf die enorme Summe von 20 078 Dopplern, was einen täglichen Versand von rund 8000 Wagenladungen mehr aus machte. Wenn man bedenkt, daß es vor zehn Jahren dreier Jahre bedurfte, um die Gestellungsziffer, die am 23. Dezember 1892 12 000, am 19. November 1895 13 000 betrug, um 1000 Doppler täglich zu erhöhen, so bekommt man erst ein richtiges Bild von der riestgen Zunahme der Produktion in Kohlen, mit welcher der Ver­brauch unter keinen Verhältnissen bleichen Schritt halten kann. Dabei ist noch in Berücksichtigung zu ziehen, daß zeitweise gößere Pioduktions» einschränkungen, z. B. bei Koks, vorhanden waren. Diese forcierte Produktion muß auch für die Folge unbebingt den Kohlenhandel un« günstig beeinflussen, wenn nicht die unter der Aegide des rheinrsch-westsälischen Kohlensyndikats gegründete Kohlenhandel-- unb Ryedererg sell- ichast, bie vom 1. April 1904 ab den Verkauf aller in den Snedhnieo e en 20-28 und r Hein» aufwärt- bis Straßburg Kehl, rhemabwä ts bifl Holland, benötigen Mengen Regien, Koks und Brikett« übernimmt, durch größer« Prooukcions« riirfchränkung! des SynorkatS unterstützt wird.

* Beherzigende Worte eines 6-mährten Pädagogen be8 Oberlehrers E nifdier in Ge-a, feren wir in d-r „Tierschutz-Korrespondenz". E« heißt in dem Bussatz: Der Frühling mit oll sein-r Sckö h-it ist triebe- bei uni eingetoaen „nd hat unsere Gegend in reicher Weise festlich geschmückt. UebetaH, wohin wir blicken, ieo-n wir Siräua-er und Bäume grünen; bunte Blumen blühen; Ams-l, Drossel, Fink uno Star lassen tuten Gesang e klingen. Lecker blutet jed-m Freunde der Natur dai Herz, wenn er steht, wie in leichtfertiger Weise die öffentlichen Anlagen bekchähigt, die frisch­grünen Wälder- beraubt und die h-rrftchen Frühli gS- blumen abgerissen weroen. N ch empö-end-r ist eS, zu hören, daß die -R-ster der brütenden Vögel von bös n Buben zerstört unb bie Eier und Jung-n aus­genommen werden. Was helfen alle Belehrung n und Ermabnur gen der Schule, was nützen die Bemühungen der Tterschutzvereine, wenn die Eltern nicht ein wachsamer Auge auf ihre Kinder Haden unb ben Sinn für bie ewigschöne Natur heaen unb pfl-gen 1 Auf allen Spaziergängen sollen Ba'ec unb Mutter reckt eindringlich ben Schutz bet Pflanzen- unb Tierwelt ihren L eblingen vor Augen stellen unb jebe lieber» schreitung nach bie-er Richtung hin errstlich unb nach­drücklich ahnden. Wenn die- geschieht, dann wird ein Geschleckt heranwach'en, da- später Sinn für alle- Schöne, Oute unb Edle hat.

Soeben gelangt das achte Heft (Mai-Heft) der von Karl Muth herausgegebenenMonats>chrrft,Hochland< in unsere Hand. Glerch dem ersten «beitrag der Novelle „®in «fein des Anstöße«" von Friedrich Noerr,, ver­dient Beachtung der junge Antw; kunstvoll fuhrt er eine realistische Fabel uno einen symbolischen Unterstrom neben einander, ohne daß der tief« Sinn selber zuge­spitzt und abstrakt »btt. oder diegrei bare Wirklichkeit der äußeren Ereignisse stört. Es folgt eine glänzend geschriebene St-die .Zur Psycholvgie des modernen Wirtschaftslebens- von dem Straßburger UnioerfitätS- Professor Dr. Franz Walter. .Noch etwas u ehr Licht über die politischen und militärischen Ereignisse des Jahres 1866' bringen die Ausführungen des bekannten Navolevnforschers K Rrtter v. Landmann, welche im Wesentlichen eine Apologie deS damaligen italienischen Ministerpräfidenten und GeneralftabschefS La Marmora darstellen. Sehr- interessant und faßlich rst auch die Geschichte eines WasserteilchenS", die Professor" R v. Lendenfeld erzählt, und ebenso die Kri.ik deS Falles Loisy, welche der Tübinger UnroerstlälS-Profeffor Dr P. v. Schanz unter dem Xitel „zur biblischen Frage"' übt. Aus der Rubrik „Kleine Bausteine' heben wir die Hu8fÜbungen W. v. Jasti'S über „Bettelnde Krnter", als besonders lesens und beherjigenSwe l hervor. Unter „Kritik setzt sich der Herausgeber Karl Muth in ruhiger, sachlicher Weise mit der „Literarischen Warte" ausein­ander, deren Bedeutung er anerkennt und heben will. Auch „Hochland Echo" und „Rundschau" enthalte« wieder viel deS Guten.