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Maer
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Deutsches Reich.
Berlin, den 28. Apnl 1904.
Als Verstärkung für die Güdwest «frikauische Schutztruppe geht am 16. d. M von Hamburg nach Swakopmund ein Transport ab, bestehend auS: 3 Funkentelegraphenstationen mit zugehöriger Bedienung (4 Offiziere, 31 Mannschaften), einer Maschinengewehrabteilung zu 6 Gewehre (5 Offiziere re., 133 Mannschaften), einem Hauptmann als Ersatz für den am 13. April d. I. gefallenen Hauptmann v. Bagensn, 7 Leutnants der Feldartillcrte und 4 Samtats' offizieren. Die Funkentelegraphisten sind den Lerkehrstruppen entnommen und bereits am 20. d. M. in die Schutztruppe eingestellt, um bis heute in dem neuen Verbände beim Lustschlffer- bataillon Hebungen abzuhalten. Die Mannschaften für die Maschinengewehrabtellung, aus allen Kontingenten des Heeres stammend, treffen heute und morgen bei dem Oberkommando der Schutztruppen in Berlin em und werden an diesen Tagen eingekleidet. Der Gesamttranspori, unter Führung des Hauptmanns v. Klitzng, bisher im 7. Badischen Infanterieregiment Nr. 142, wird am 29. d. M. nach Hamburg befördert.
Der Handelsminister Möller hat in Beantwortung der Interpellation der Abgeordneten Stötze! und Brust, betreffend Behandlung der kleinen Zechen im Ruhrreoier durch das Kohleufyvdikat, am 16. d. MtS. zugesagt, daß eine Kommission von Ministerialkommiffaren in das Revier geschickt werden solle, die bei jeder einzelnen Zeche die Verhältniffe untersuchen und unter Mitwirkung der Verwaltung des Ministers des Innern feststellen werde, wieweit man den Schäden Abhilfe verschaffen könne. Dieser Zusage entsprechend haben sich am Dienstag der Oberberghauptmann mit den Referenten des - Handelsministeriums, sowie die Kommission des Murrstrs des Innern nach Feststellung einer sehr eingehenden Tagesordnung für die zu führenden Verhandlungen nach Dortmund begeben. Die Kommission wird eingehend prüfen, inwieweit die Befürchtungen inbrzug auf die beabsichtigte Stillegung der angekauften Zechen begründet sind. Es ist zu erwarten, schreibt die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung', daß, soweit diese Befürchtungen begründet sein sollten, es der Kommission gelingen wird, die Verhandlungen dahin zu führen, daß alle großen Härten vermieden werden, von welchen bei alsbaldiger Stillegung der angetauften Zechen die dort beschäftigten Arbeiter sowie die beteiligten Gemeinden getroffen werden würden. Zeitungsangaben über die letzte Sitzung des Kohlensyndckats laffen den Eindruck aufkommen, als ob ein Ankauf von dreien weiteren Zechen deoorstände, weicher in den bis- herigrn Slörterungen der Frage in der Oeffent- lichkeit noch keine Berücksichtigung gefunden haben. Demgegenüber weist das genannte Blatt darauf hin, daß diese drei Zechen bereits von dem Handelsminister in der Rede am 16. d. Mt«. in Betracht gezogen waren, in welcher er ausführte, daß, wenn es sich lediglich um diese von chm in Betracht gezogenen 11 Zechen handele, ein Ausgleich der Interessen sich nicht allzuschwer werde finden laffen.
Maria Angela.
Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny
Genehmigte Uebersetzung aus dem Französischen.
26 ------ (Nachdruck verboten.)
.In der Tat," so lautete daS Schreibe«, „ist Frau MareSkat im April in Buenok-A teS gewesen und hat sich hier länger aulgchalten, als er ursprünglich in fiter Absicht lag. Wir haben ihr einen Geleits- 6tief ouSgesiellt, und darauf ist sie weilergereist, trotz unseres wohlmeinenden AbratenS; wir hielten ein solches Unternehmen, mitten in der Krisis, die Argentwien augenblicklich durchmacht, für ein gefährliches Wagnis. Seitdem haben wir nichts mehr von Frau Marerkat gehört, umsoweniger, als Nachrichten »uS der Provinz San Louis nicht bis hierher gekommen find."
Der Brief entfiel der Hand JfabellaS, welche ihn vorgelesen hatte.
.Ich hatte es längst geahnt", rief sie, „unsere Mmter ist tot!"
Herr MareSkat liest einen schmerzlichen Klagelaut höre«. Schwere Tränen flössen über sein abgehärmtes Gesicht.
Die Kleinen, die von dem Inhalte des Schreibens kaum etwa» verstanden, halten -ur den Rus Isabellas gehört: unsere Mutter ist tot! und schrieen herzzerreißend.
Poupee allein behielt rrrhiaes Blut.
Mit gefallenen Händen, die Augen zum Himmel erhoben, sprach sie ei« kurze», leise» Gebet.
Dome wandte sie fich zu Isabella
„Wie wagst Du so eto-a» zu behaupten ? WaS stehl denn eigeutlich in diesen Zeilen, dar rin solches llnglück annehmen läßt? Da hast Du ganz «msonst
♦ Der.Konfektionär' glaubt auf Gund angeblich ganz authentischer Nachrichten ‘mitteilen ju können, die preußische Regierung werde für eine weitere Reform des WarenhtmSsteuer- gesetzes selbst bann nicht zu haben sein, wenn Herren- und Abgeordnetenhaus neue Va- schärfungsanrräge annrhmen sollten. Die Regierung werbe vielmehr allem Drängen und allen Forberungen bet Mittelstandkpolittker gegenüber fest bleiben und sich nicht dazu bewegen laffen, bas Warenhaussteuergesetz wirksamer zu gestalten. Die »Deutsche Tagesztg.' bemerkt dazu, baß bet Handelsminister gegen eine Verschärfung des Gesetzes sei, sei nichts neues. Sie wiffe aber, baß man an anderen recht maßgebenden Regierungsstellen mit der Auffaffung des Hsnbels- ministers nicht übereinstimme, daß man vielmehr eine wirksame Verschärfung des Warenhaussteuergesetzes für möglich und geboten erachte. Welche Richtung in der Regierung die Mehrheit habe und die Oberhand gewinnen werde, darüber lasse fich heute nichts sagen; denn die ganze Frage sei noch nicht Gegenstand der Beratungen gewesen. Davon, daß die Regier m.g in ihrer Mehrheit oder Gesamtheit schon fitzt enlschloffen sei, jeden Antrag rundweg abzulehnen, könne nicht die Rede sein.
** Gegen den durch den Tausch-Prozeß und anderen Affairen bekannt gewordenen Polizei- Agenten Schumann, der sich unter Benutzung des Namens seiner verstorbenen Frau v. Normao«- Schrrmaun zu nennen pflegt, soll, wie der .Vorwärts' erfahren haben will, die Verfolgung wegen Majestätsbeleidigung von der Berliner Behörde eingestellt worden sein, so daß seiner Rückkehr aus der Schweiz, wo er sich seither aushielt, nichts en gegenstehen würde. Er hat behauptet, Graf Waldersee sei es gewesen, der die Majestats- beleibigungen begangen habe. Dieser habe ihn (Normann-Schumann) dozu angestiftet, sie in der Presse zu verbreiten.
::: De» Reservisten beabsichtigt das Ab- aeordnetenhaus eine Freude zu bereiten. Ein von Konservativen, Freikonfttvatioen, adge ordneten und Narionadiderale«
unterstützter Antrag Douglas fordert die Regierung auf, Sorge zu tragen, daß den Mann- schäften der Landarmer und dec Murine das Militärgesangbuch bei ihrem Abganz als Eigentum belaffen wird.
§ Zur Regelung der politischen Verhältnisse in Neutral Moresnet will ein Aachener Blatt aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die infolge der Spieldankangelegenheit in Fluß gekommenen Verhandlungen zwischen der belgischen und der oreuß'schen Regierung in der Haupt- suche erledigt sind, und baß ein enbgiltiger Abschluß unmittelbar bevorsteht. — Das an der preußischchelgischen Grenze gelegene 330 Hektar große Gebiet steht feit 1814 ungeteilt unter der Hoheit der beiden Grenzftaaten, darf aber von keiner militärisch besetzt werden. Die eingeborenen Bewohner (etwa 2000) find vom Militärdienst frei. Die Rechtspflege wird von preußischen Ge- richten nach dem Code Napoleon ausgeübt. Vor kurzem ist von der Aachener St^afkärnmer entsprechend den für das neutrale Gebret geltenden Strafbestimmungen (Art. 150, 147, 164 und
und recht unvorsichtigerweise den Vater unb die Kinder erschreckt."
Sie zog Peter unb die Schwesterchen tröstend zu sich heran:
„Nein, nein; unsere gute Mutter lebt, und wenn ihr recht fromm betet, so gibt Gott sie uns bald wieder!"
Herr MareSkat drückte Poup e an sein Herz und küßt« sie mit beinahe ehrfurchtsvoller Zärtlichkeit.
„Mera Liebling", sprach er, „ich habe mich nicht geirrt, al» ich Dich unsere kleine Vorsehung nannte. Du bist unser Trost, unser Sonnenstrahl. Wer würde uns aufrichten unb blitzen, wenn Du nicht wärest? Unb Du hast recht: bieseS Schreiben deutet auf Verzögerung, auf Hinbernisse, die bas lange Schweigen dec Mutter erklären; e» fügt jedoch unseren früheren Besorgnissen nicht» hinzu."
Der Dezember ging verübet, morgen sollte da» neue Jahr beginnen. Würde e» bem verflossenen gleich fein ? Was barg eS in seinem Schoße? Der NeujahrStag fing trübe an. Für Herrn Mar Skat unb die ©einigen konnte er ja auch nicht freudig fein.
Weder Maria-Ang la noch ihr Vater wollten die hl. Messe versäumen; Isabella wäre fieilich lieber im Bette geblieben, fern von der Außenwelt, allein mit ihren selbstq Menschen Grübeleien. Aber Poupee erlaubte eS nicht.
Gegen 8l/e Uhr waren alle zum AuSgehen bereit unb machten fich auf ben Weg zur Kirche. Der Gang war bei dem dichten 3LM, auf bem glatten Pflaster äußerst beschwerlich: wie Schatten huschten bie Menschen vorbei, gleich Irrlichtern tanzten die Wagenlat-tnen vorbei und verschwanden schon auf zehn Schritte Entfernung.
Nur die Schaufenster waren hell erleuchtet unb zogen durch ihre kostbaren ober leckeren Auslagen die Blicke der Borübererleudeu an. Klein-Peter wollte vor jedem Laden stehen bleiben; die Spielsachen unb
405 des code penal) ein Anstreicher wegen mehrerer kleinerer Betrügereien (es handelte sich um einen Betrag von etwa 20 Mk.) und wegen Fälschung einer Unterschrift zu fünf Jahren Zuchthaus, einem Jahr Gefängnis und 80 dezw. 40 Franks Geldstrafe verurteilt worden. Wenn die ganze Strenge des Gesetzes gewaltet Hütt", so wäre der Angeklagte nicht allein zu langjähriger Zuchthausstrafe, sondern auch zu vietjährigec Zwangsarbeit verurteilt worden und außerdem der Brandmarkung verfallen. — Die Strafe ist nachträglich auf dem Gnadenwege in eine dem deutschen Gesetze entsprechende umgewandelt worden, wie dies gewöhnlich in solchen Fällen geschieht.
* Braunschweig, 27. April 1904. Auch in unferm Herzogtum gibt es Lehrermangel. Ostern mußten 81 Lehrerfiellen besetzt werden; es standen aber nur etwa 47 Kandidaten zur Verfügung. Für die Verwaltung der übrigen 34 Stellen werden wieder die Seminaristen der zweiten Klaffe verwendet. Dazu liefert das Seminar in der Stadt Braunschweig 20, wodurch die zweite Klaffe ganz sortfällt, und das Seminar in Wolfen büttel 14. Der Rest der 2. Klaffe in Wolfenbüttel, zwölf Seminaristen, dürfte in den nächsten Wochen auch verbraucht werden. — Der Soangelis che Bund sucht künstlich die Meinung zu erwecken, als ob das „Evangelium" schwer bedroht ist. Eine Versammlung mit Reden ä la Thümmel hat ihm noch nicht genügt. Er veröffentlicht jetzt einen Aufruf, in welchem es heißt: „Dje Aushebung des §.2 des Jesuitengesetzes, die Wiederzulassung der Marianischen Kongregationen, der Ausgang des Trierer Schulstreites, die unerhölten Schmähungen gegen Luther u. a. haben daS unheilvolle Vordringen des Ultramontanis- mus aufs deutlichste gezeigt.... Helft uns stärken das evangelische Bewußtsein . . ." Das „ evangelische Bewußtsein" muß wohl nicht groß sein, wenn es wegen der wenigen Jesuiten eigens gestärkt werden muß; oder Haden etwa die Jesuiten Braunschweig besonders aufs Korn genommen ? Die Wiederzulaffung der Marianischen Kongregationen, wie der Trierer Schulstreit kommen für Braunschweig gar nicht in Betracht, da es sich um preußische Angelegenheiten handelt. Wir wünschen nur, man käme den Katholiken in Braunschweig auf den verschiedenen Schulgebieten nur in etwa so entgegen, wie den Protestanten in Trier und in katholischen Gegenden. Also viel Geschrei um nichts!
LHus dem Reichstag
.........—rrrurr--
78. Sitzung vom 28. April 1904.
Eröffnung l1/« Uhr.
1. Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Krankenfürsorge für Seeleute.
Die Sozialdemokraten haben ihren in 2 Lesung abgelchnten Antrag, wonach die Rheder auch nach 3 Wochen nach der Abmusterung zur Kranlensürsorge verpflichtet sein sollen, wieder eingebracht.
Leckereien reizten fein Kinderherz, unb flehentlich bat er den Vater unb bie großen Schwestern, ihm bie» oder jene» zu kaufen. Der arme Kleine konnte nicht begreifen, warum man ihm jetzt versagte, wa» er sonst im Leber fluß erhalten. Maria-Angela gab sich alle Mühe, ihn zu beschwichtigen und seine Aufmerksamkeit abzulenken, allein vergeben».
Zum Glück war bie Kirche nahe. Aus Achtung vor bem heiligen Ort, bie man ihm schon früh beigebracht, beherrschte fich bet Knabe unb hörte zu weinen aus.
Aus bon Rückweg- vermieb Poupee bie verlockenden Schaufenster und fühlte fich erst erleichtert, al» sie alle toieber in den schützenden Mauern ihre» ärmlichen Heims angelangt waren. Klein-Prrer aber war nicht gettöstet. Die Familie Radin war ebenfalls im Gottesdienst gewesen Als sie zurückkomen, kehrten sie bei Herrn MareSkat ein, um ihm unb besonder» Poupee ihre Wünsche zum neuen Jahre oarzubringen.
Radin war seinem Vorsatz treu geblieben und arbeitete fleißig; ebenso hielt seine Fran Ordnung und Reinlichteft im HauShalt. An Stelle bet Vernachlässigung und Verschwendung, wat Rührigkeit und Sparsamkeit getreten, und wenn die Leute auch »och nut mancherlei Beschwerden zu kämpfen hatten, so war doch die größe Not vorüb-r.
Mit Rücksicht auf den NeujahrStag hatte der Arbester einige Franken auf b.e Seite gelegt — er war jetzt reifer, al» Herr MareSkat. Und darum erlaubte er sich, jedem Glied der Familie fine schöne Apfelsine mitzubringen und dem kleinen Peter noch eine Zuckerpserfe.
Diese Aufmerffawkeit rührte Herr Mar>»kat, weckte aber gleichzeitig daS Dauern, seinerseits b«e Freundlichkeit nicht erwidern zu können.
Der Nachmittag brachte lieben Besuch. Zuerst erschien der Doktor, um nach Isabella zu sehen. 6r
Staatssekretär Graf PosadowSky bittet, den An trag abzulehnen, da diesti Antrag eine völlig andere Regelung der Krankenfürsorge der Seeleute zur Bor- auSsetzung habe.
In der EpezialdiSkussion beantragt zu § 61 Abg. >. Savigny (Zentrum), daß auch die nach dem gegenwärtigen Gesetz den Seeleuten unter gewissen Rautden zu gewährende Unterstützung nicht „nach seinem Heuerdienst', sondern „aus seinem Atoeilsvetdievsl als Echiffsmanrr" berechnet werden soll.
Da mit diesem Antrag ein sozialdemokratischer Antrag zu Fall kam, suchte fich der Abg. Molte«b»hr (Eoz) am Zentrum zu reiben, indem er ihm vorwarf, daß es mit diesem Antrag die Sünden, die es bei der SeemannSordnung begangen, nicht wieder gutmachen könne.
Abg. Kirsch (Zentrum) sprach der Sozialdemokratie die Legilrmatron zu diesem Borwurf ab. Dem» die Sozialdemokraten haben s. Z. gegen die Eee- mannsordnung gestimmt und, wenn das Zentrum nicht gewesen wäre, würden die Seeleute noch heute nicht im Besitz der Wohltaten der neuen SeemannSordnung sein.
Geheimrat v. Joucquiöres hat kein Bedenken gegen den Antrag, kann fick aber über die Stellungnahme der Berbündeten Regierungen noch nicht äußern.
Abg. Dr. Semler (ntlb.) bekämpft den Zufatzan- trag des Abg v. Savigny
Damit schließt die Diskussion.
Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt. Die beiden Anträge v. Savigny werden an- genornmen. Der Rest der Borlage wird unverändert angenommen.
Abg Kirsch (Zentrum) beantragt, die Ueberschrift „Gesetzentwurf betr. die Krankenfürsorge für Seeleute' abzuändern in „Gesetzentwurf betr. Abänderung der SeemannSordnung und des Handelsgesetzbuches". Die vorgeschlagene Ueberschrift erwecke den Anschein, als vb jetzt erst eine Kiankenfürsorge für Seeleute ge- schaffen sei.
Geheimrat v. Joucqui^res erklärt, die Regierung habe nichts dagegen eirzuwenden. Sie habe die Ueber- jchriit „Krankenfürsorge für Seeleute" gewählt, um zu verhindern, daß bei der Beratung die ganze SeemannSordnung wieder aufgerolll werde.
Damit schließt die Diskussion.
Der Antrag Kirsch wird angenommen. Die Gesamtabstimmung über das Gesetz wird, da handschriftliche Anträge angenommen worden find, ausgesetzt.
Hierauf wird dieBeraturg des Börsengesetzes fortgesetzt.
Abg v. Kardvrff (Rp.) erklärte, daß seine Freunde an dem Börsen, egister und dem Terminverbot festhalten, während er persönlich sich davon überzeugt habe, daß das Verbot des Termir Handels in Bergwerks- und anderen industriellen Papieren nicht aufrecht zu erhalten fei.
Abg. Kämpf (frf. Vp.) stimmte ein langes Klagelied über die Sehädigung der Börse durch das Gesetz von 1896 an und forderte die Aufhebung des Börsenregisters und des Verbots des Terminhandels. Dierom Abg. v. Kanitz zitierten Angaben der .Köln Bolksztg? über die in den Bankgeschäften vorgekommenen Defraudationen an Stempelsteuern seien falsch.
Abg. LukaS (nll.) spricht sich namens seiner Freunde für die Beibehaltung des Verbots des Termin.hundels in Getreide- und Müblenfabrikaten aus.
Nachdem sich noch Abg. Dove (frs. Bgg.) im Sinne der Börse ausgesprochen, vertagt sieh das Haus.
Morgen Fortsetzung.
Schluß 61/« Uhr.
Au§ Km Landtag.
ÄbgeordneteuhauS.
61. Sitzung vom 28 April 1904.
Eröffnung: 11V« Uhr.
Gin schleuniger Antrag auf Einfiellung eines gegen den Abg. Korfanty (Pole) schwebenden Strafverfahrens wird ohne Debatte angenommen.'
überreichte ihr eine große Dose Schokolabebon- bon».
„Das ist für Sie allein," sagte er, „ein Arzneimittel. daS ich verschilfte"
Für Peter hatte er eine Düte Süßigkeiten und e'n'n hübschen Hampe mann. Der Knabe war f:enbig überrascht; sein Glück erreichte ober ben Höhepunkt, als Vikar Preval ankam mit einem wunderschönen Eselwagen u^b einer riesigen Pastete.
Leider hatte der gute Seelsorger nur eine Viertelstunde Zeit, aber diese kurzen Minuten benützte et zu einer ernstlichen Au'mum erring seiner Schützlinge, so baß er sie alle in merklich gehobener Stimmung zurückließ. Nach bem gottgang beS Geistlichen brachte Maria-Angela die Hülste der Pastete den Nachbarn.
„Mein Vater," saote sie, „hätte Sle so gern zu Tische gebeten aber untere Stube ist zu eng, baß wir nicht alle barin Platz fänden."
„Es ist wahr," antwortete Rabin, - uns geht es ebenso." „Das hindert uns aber nicht, in Gedanken beisammen zu sein."
„Unb zum Schluß auf Jhre Gesunbhe't anzustohen."
Poupee setzte eine bedenkliche Miene auf.
„Ttinien?" fiagte sie. „Sie haben mit doch versprochen....."
„Seien Sie uribeso gt, Fräulein. Ich habe keinerlei Likör gekauft Di.- Tante meiner Frau hat un» eine Flascke selbstgezegemt gobannilbeettoein verehrt, bet keinen Schaden antichiea kann."
Go tranken sie später auf ba» Wohl Herrn MareSkat. Sei! st Ist della, sonst so zurückhaltenb, zeigte fich Henle freundlich unb heiter. Die ungeroobate Lebhaftigkeit hatte ihre Wangen rofig angehaucht.
„Ach, wenn sie doch immer so wäre," dachte Poupee.
Der folgende Tig brachte mit der notwendige« Arbeit auch wieder dieselben kkümmerriffe.
(Fortsetzung folgt)