empfohlen.
31. Jahrgang.
ZMa, Montag, den 25. April 1904
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(Nachdruck Verbote«.)
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JfusdemRekbstag
Trotz ihrer Sehnsucht, weiter zu komme», glaubte sie sich nicht berechtigt, über dar Leben ihrer Gefährten zu bestimme».
Sie teilte GareillaS ihre Zweifel mit.
Dieser erwiderte, daß sein Freund, wen» er st« länger beherberge, sich vielleicht einiger Gefahr aussetze; daß der Bootssührer ja ohnehin gezwungen sei, zmückzvkehren, um seinen Posten wieder einzunehmen. WaS chn selbst, GareillaS, beträfe, so verlangte» seine Geschäsle seine baldige Anwesenheit; eine andere Gelegenheit würde sich so bald nicht bieten......
also warum den Plan nicht ausführen?
Diese Meinung entsprach ganz den Wünschen Pepas, und Luiselte war ihrer Herrin so sehr ergeben, daß sie ihr blindlings folgte.
Die Einschiffung, welche nun begann, war kein leichtes Unternehmen. GareillaS Halle die Füße der Pferd« mit Tüchern umwickelt, um daS Aufschlagen der Hufe auf dem Pflaster zu vermeiden. Der Freund geleitete Frau Mareskat und Luiselte, die sich an der Hand hielten.
Die Pse'de scheuten vor dem Regen, der gleich Peitschenhieben auf fie niederlauste, und waren kau« weiter zu bringen. Pepa rutschte auf dem glatten Boden ouS und hatte Mühe, sich aufrecht zu halten. Wehr als einmal während de» kurzen Weges drohte der Sturm den Wagen umluwrrfen, und die Masten, welche da« Spannseil der Ponte hielten, krachten, als ob fie aus der Erde gerissen würden.
Wenn dieser Fall einträte, während dar Schiff besetzt war, dann wäre er um das Leben unserer Reisenden geschehen, denn dar Fahrzeug, ohne Steuer,
müßte planlos mit den Welle» treiben und bald zerschellen oder verfinken.
Endlich waren fie avtergebracht. Der Freund deS KulscherS verabschiedete sich, und der Fährmann löste die Kette. Die Gefahr war in der Tat groß und wurde immer größer, je weiter fie fich vom Ufer ent- iernttu. Die Wellen kürzten über das Schiff, der Wafferdruck war ungeheuer, so daß der veherzte Lenker fürchtete, fich nicht in der bestimmte» Richtung halten zu können; er vermeinte, die Masten würden jeden Augenblick nachgeben vor der Wucht des Sturmes.
Pepa und Luisette waren auf die Knie gesunken und beteten den Rosenkranz mit einer solchen Inbrunst, daß es bis zum Herzen der Mutter Gottes dringen mußte.
»nd Gott zeigte fich barmherzig; fie gelangten ans jeuscüige Ufer.
Es war aber auch die höchste Zeit, den» kaum hatte der Schiffer als letzter die Planken verlaffen, als ein heftiges Gekrache den Lärm des Windes und da« Rollen der Waffer übertönte: die Masten brachen, daS Spanutau sank in die Tiefe, und die Ponte drehte fich im Wirbel.
Der Schutz der Vorsehung war so fichtbar, daß ei» Dankgebet aus aller Herzen emporstieg.
Frau MareSkat schöpfte wieder Mut und Vertrauen. Gott verläßt d'e Seinen nicht. Er würde fie auch zu de» Ihrigen zurücksühren; der war fie ficher.
Die Schifferfrau zündete tüt Halles Feuer an; Prpa und Luisette holten anS de« Gepäck trockene Kleider hervor, den» fie waren bis auf die Haut durchnäßst. Sie beeilten fich nach Möglichkeit, den» »och vor Tagesanbruch wußten fie außer Sehweite sein. Jetzt, da der Sturm an-getobt hatte, und sich die Waffer langsam wieder glätteten, machte fich der Fährmann berechtigte Sorgen. ES ließ fich voraus- seden, daß die Zerstörung der Ponte gleich am Morgen die Kähne der AnffichtSbeamten anziehm würde. Frei
Berlin, den 23. April 1904.
Kr. Eine deutliche Absage au de« „Evangelische« Bund". Als vor einiger Zeit in einzelnen Blättern die Nachricht erschien, der Generalleutnant z. D. Graf Roon habe der Protestversammlung des Evangelischen Bundes in der Tonhalle zu Berlin beigewohnt, erklärte der genannte Graf sofort diese Nachricht für falsch und gab gleichzeitig dem Evangelischen Bunde eine so derbe Abfertigung, daß er nicht wieder mit dem Grafen Roon anbinden wird. Der Herr schreibt nämlich in der .Kreuzzeitung' (157):
„Niemals habe ich mit dem sogenannten „Evangelischen Bunde" etwas zu schaffen gehabt, und niemals würde ich an einer Ser«
Vergnügen der Barbier-Innung beteiligt hatten, weil das Fest in einem gesperrten Lokale abgehalten worden war.
** Graf Pückler hatte, bevor er das Berliner Polizei - Gefängnis verließ, an das Landgericht in Glogau telegraphisch den dringlichen Antrag gestellt, den Haftbefehl sofort aufzuyeben und noch am Samstag vormittag oder nachmittag einen neuen Termin in seiner Beleidigungssache anzuberaumen, weil er am Samstag abend in Berlin unbedingt einen hochwichtigen „politischen" Vortrag über „Die Totengräber von Berlin" halten müsie. Das Gericht hat aber den Antrag abgelehnt, weil es fich, wie vorauszusehen war, von Pückler keine Vorschriften machen läßt. Pückler wird erst am Montag abgeurteilt werden und bis dahin muß er im Glogauer Polizei-Ge- fängnisie bleiben.
* Der Gesetzentwurf über die Wette« bei öffentlich veranstalteter Pferdereuue«, der dem Reichstag zugegangen ist, enthält ungefähr folgende Bestimmungen: Der Betrieb eines Wettunternehmens für öffentlich veranstattete Pferderennen ist nur mit Erlaubnis der Landeszentralbehörde oder der von ihr bezeichneten Behörde zulässig. Die Erlaubnis darf nur solchen Rennvereinen erteilt werden, welche die Sicherheit bieten, daß sie die ihnen aus dem Betriebe des Wettunternehmens zufiießenven Einnahmen ausschließlich zum Besten der Landespserdezucht verwenden. Dir Erlaubnis kann von Bedingungen abhängig gemacht, beschränkt oder widerrufen werden. Das geschäftsmäßige Vermitteln von Wetten für öffentliche jPferderenneu ist nicht gestattet. Oeffrntliche Aufforderungen und Angebote zum Adschluffe oder zur Vermittlung solcher Wetten find verboten. Die Reichsstempelabgabe soll künftig bei Pferderennen auch dann entrichtet werden, wenn ausschließlich Mitglieder bestimmter Vereine zum Wetten zugeloffen werden. Vereine, denen die Erlaubnis zum Betriebe eines Wettrennens erteilt »st, erhalten die Hälfte des Ertrags der Reichsstempelabgabe zur Verwendung für Zwecke der Landespferdezucht überwiesen Zuwiderhandlungen argen das Gesetz sollen mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe dis 1500 Mk bestraft werden.
Maria Angela.
Bo» Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Genehmigte Uebersetzung aus dem Französischen.
sammlung desselben teilnehmen, nackdem seine Organe und seine Redner die konservative Partei in so zudringlicher, ungerechter Weise ang griffen und die konservative Preffe, speziell die .Kreuzzeitung', in gehässiger, würdeloser Art beschimpft und verleumd et haben."
Diese Worte find hart, aber fie treffen den Nagel auf den Kopf. Auffallend ist, daß der .Reichsbote', an welchen der Graf Roon ebenfalls die Zuschrift gesandt hat, die scharfen Aeußerungen über die „gehässige, würdelose Beschimpfung rc." des Evangelischen Bundes einfach unterschlägt und bloß bemerkt, der Herr Graf „habe nie etwas mit dem Evangelischen Bunde zu tun gehabt und werde niemals an einer Versammlung desselben teilnedmen". Der .Reichsdote' mag offenbar dem Evangelische» Bunde nicht wehe tun.
** Nach der,Südd. Reichskorr.' sind die Vorarbeiten zu dem deutsch - rumänische« Handelsverträge soweit gefördert, daß demnächst die mündlichen Verhandlungen beginnen werden.
*, Das sozialdemokratische Montags blatt, das Genoffe Bernstein gründen will, scheint von den Parteigewaltigen mit Mißtrauen betrachtet zu werden. Der Vorstand erklärt, er habe Anfragen darüber erhalten, ob das Unternehmen die Billigung der Parteileitung erhalten habe, und teilt auf diese Anfragen mit, daß es sich um ein Privatunternehmen des Genoffen Bernstein handele, daß also die Parte-le-trng der Herausgabe des „Neuen Montagsblattes" fernst ehe/ Dieser Erklärung schließen fich die Vertrauenspersonen von Berlin und Umgegend an. Also das Blatt wird im voraus „amtlich" bei den Genoffen diskreditirl. Würde es nicht der sozialdemokratischen „Freiheit" noch mehr entsprechen, es ausdrücklich zu verbieten? Dazu ist man aber wieder zu feige und zu hinterhältig. Die „Zensur" verwerfen diese Freiheitshelden natürlich mit dem größten Abscheu. So etwas k-ibt es nur in einem verrotteten Bourgerisstaate. Die nichtswürdige, freiheitsmörderisckie, unfittliche Zensur pflegt nur Erzeugnisse zu treffen, die bereits vorhanden find und dem Zensor vorliegen.
solchen Gemeinheit ist die sozialdemokratische .'LartrUeivmg absolut nicht fähig. S-e verurteilt vielmehr das, was sie noch gar nicht kennt. Nicht der Inhalt des Werkes ist für sie entscheidend, sondern die Person, die es herausgeben will. Man muß gestehen, daß das „ganz was anders" ist, als die „Zensur". Damit in der Sozialdemokratie keine Meinung öffentlich ausgesprochen und verfochten werden kann, die den Bebel und Genoffen nicht gefällt, belegen fie heimtückisch unbequeme Schriftwerke mit dem Banne durch „Erklärungen" wie die gegen Bernsteins Blatt. Jeder Genoffe weiß dann ja hinlänglich, daß er das Blatt nicht halten darf. Auf diese Weise hat man die von dem Genoffen Dr. Braun geplante Wochenschrift ruiniert, auf diese saubere Manier soll auch das Bernsteinsche Montagsblatt unmöglich gemacht werden.
* Aus der sozialdemokratischen Partei find in Harburg alle diejenigen Genoffen ausgeschloffen worden, welche sich vor kurzem an einem Schaufrisieren mit nachfolgendem geselligen
um nötigenfalls eingreifen zu können. Auch das Militär werde zeitweise auf Ausgang verzichten müssen, da Kasernenkonfignierungen vorgesehen seien.
Der .Vorwärts' fällt jubelnd über diese Notiz her, druckt fie in fetter Schrift ab und schreibt einen Artikel über die „Mai-Angst", worin er mit dem ihm eigenen Bombast von der Bedeutung des Tages und von dem „Zittern" deS Polizeistaates redet. Es war ihm offenbar schon längst unbehaglich zu Mute, weil kein Mensch von der Maifeier redete. Nun kommt diese dumme Notiz, die von einer großen Angst der Polizei zu zeugen scheint und nun ist alles gut. „Es läßt sich kein wirksamerer Aufruf zur Maifeier denken, als diese prächtige Kundgebung aus dem Gendarmen- und Kasernenstaat", triumphiert er. In der Tat haben die Gegner der Sozialdemokratie ihr da wieder einmal einen Gefallen erwiesen.
Anderseits beweist freilich auch der Jubel des .Vorwärts' über eine bloße Zeitungsnotiz, wie nötig die Sozialdemokratie Hilfe für ihren Welr- feiertag" brauchte. Wenn wirklich das Jntereffe für die Feier so allgemein und so lebhaft wäre, wie er glauben machen möchte, so bedurfte es ja eines solchen „wirksamen Aufrufes" gar nicht mehr. Die Maifeier wird aber auch darum nicht furchterweckender und imponierender aus- fallen, weil die Polizei Vorsichtsmaßregeln getroffen hat oder getroffen haben soll. Sie wird so harmlos sein, wie immer. Die guten Leutchen werden, wenn das Wetter schön ist, Ausflüge in die ländlichen Bier- und Kaffeelokale machen, dort viel Staub schlucken, viel Getränke aller Art verzehren, viel schwitzen, tanzen, schreien, fingen, lange und laute Reden anhören, viel Geld für alle möglichen Parteizwecke und Kinkerlitzchen freiwillig oder zwangsweise los werden und spät abends müde nach Hause gehen. Das ist alles. Kein Mensch wird sich darob ängstigen, kein Rad wird deshalb stille stehe» und dem sozialistischen Zukunfrsstaate wird die Welt deshalb nicht um Haaresbreite näher sein.
* Die „Maifeier"
erregt in der „Bourgeoisie" schon längst keine Angst und keinen Schrecken mehr. Man kümmert fich kaum noch darum. Sie ist ja tatsächlich auch ein recht harmloses Vergnügen geworden, das keinem Gefahr bringt. Ein paar „Zielbewußte", die gegen den Willen ihrer Arbeitgeber feiern, riskieren höchstens, daß fie zur Strafe noch ein paar Tage mehr feiern müssen. Die übrige Arbeiterschaft „feiert" den Tag nur, wenn die Arbeit zu Ende ist. Von dem „Weltfeiertage", den die Sozialdemokratie erzwingen wollte, ist keine Spur mehr zu entdecken. Es hat sich eben rasch gezeigt, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft weitaus nicht stark genug ist, um wider den Willen der Unternehmer einen Feiertag anzufetzen.
Nachdem der Versuch ein, zwei Mal gemach: worden und zum Schaden der Arbeiter ausgeschlagen war, hat die Sozialdemokratte, um fich weitere Niederlagen zu ersparen, selbst aus den „Weltfeiertag" verzichtet. Es hieß nicht mehr am 1. Mai wird gefeiert, sondern: Die Arbeiter, die es ohne Nachteil tun können, mögen feiern. Auch der Sinn der „Feier" wurde geändert. Zuerst sollte fie die kapitalistische Gesellschaft ängstigen, indem fie ihr geigte, daß die Arbeiter die Macht haben, alle Räver still stehen zu lassen. Heute soll fie nur noch eine „Demonstration" für den Achtstundentag und den Weltftieden fein.
Gleichwohl möchte man immer noch die Vorstellung aufrecht erhalten, daß die ganze Bourgeoisie zittere und bebe, wenn sie von der Maifeier höre, und daß sie den Ereigniffen des Tages mit schlotternder Angst entgegensehe. In phrasenhaften Festartikeln und Fefiblättem wird ein ungeheurer Humbug mit diesem „Weltfeiertag des Proletariats" getrieben und den guten Genoffen werden gewaltige Bären aufgebundeu von wegen der Aufregung, die er in der schuldbeladenen bürgerlichen Gesellschaft Hervorrufen soll. Diesmal sällr der 1. Mai wieder auf einen Sonntag. Das verspricht zwar gut besuchte Volksfeste und Versammlungen, gibt aber keine Gelegenheit, die ArbeüLruhe "zu erzwmgrn. Die ganze „Welt"- sieht daher den kommendenEreigniffen mit absoluter Gleichmütigkeit entgegen und der sozialdemokratischen Preffe fällt es doppelt schwer, den Glauben an die herrschende allgemeine Angst vor dem Wanken zu bew chren. Da ist ihr dann eine Auslassung in irgend einer Berliner Zeitungs- Korrespondenz hoch willkommen, die von den polizeilichen Maßnahmen für den 1. Mai zu berichten w,iß. Von den Sicherheitsbehör- den, heißt es da, würden die weitesten Maß- nahmen getroffen. Schon jetzt fei, jedenfalls nach einheitlichem Plane, in vielen Städten den sozialdemokratischen Verbänden ein Um- zug in geschloffener Masse untersagt wor- den, da derartige besondere Kundgebungen eine Demonstration gegen den bestehenden Rechtszu- stand bedeuteten und deshalb eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung in sich bergen. Die Gendarmerie werde am Maitage vollzählig aus dem Plane erscheinen.
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SchriftleiterrZof^mM,
«. wochenb-iiage:„Illustrierte Sonntagszeitung
lich hätte dieser Unfall fich auch ereignen können, wenn das Sch. ff ruhig an der Kette gelegen hätte, denn die gebrochenen Mastbäume zeugten von der Furie des OrkanS, aber die Gegenwart der Reisenden in der Schifferhütte hätte die gefährliche Wahrheit enthüllt.
Diese begriffen ei und beschleunigte» deshalb ihre Abfahrt.
Pepa seufzte, da fie zm Stunde den braven Leuten nur mit Worten danke» konnte.
„Bei meiner Rückkehr", fügte fie hinzu, „werde ich Euch aussuchen und meine Erkenntlichkeit besser als beute beweisen können."
Die Pferde hatte» Not, den Wagen aus dem auf- gewerchten Erdreich herouizubringeu. Endlich . . . . noch ein kräftiger Zug . . . : und daS Gefährt setzte fich in Bewegung. Aber langsam ging es durch holprige und grundlose Wege, durch tiefe Rinnen. Irr steter Angst, umgeworfen zu werden, rechnete Pepa aus, wieviel Meter man auf diese Weise in der Stunde zurücklegen könnte.
Bald würde der Tag anbrechen, und fie waren kaum einige hundert Schritte vom Fährmannshause entfernt.
Aber noch ehe die Nacht vollständig gewichen, erreichten sie eine bessere Straße. Und nun ging ei flotter, so gut ei die Müdi gleit der Pferde zuließ
Gegen Mittag überschritte» fie die Grenze der Provinz San Louis, allwo Frau Mareskat hasste, etwas mehr Sicherheit zu finden. Im ersten Dorfe wurde Rast gehalten bi» »um nächsten Tage.
10. Kapitel.
Bon jetzt ab zeigte sich Gareillas ebenso eilig, ,tvie Frau MareSkat. Allerdings tat er insofern nicht »ach ihrem Wunsche, als er nicht ganz die gerade Richtung auf San Louis einhielt. Als guter Patriot erachtete er es für seine Pflicht, die Anschläge des Gouverneurs zn Nichte zu machen und den bedrohten Truppenteil, ben er zu überfallen gedachte, zn warnen.
74. Sitzung vom 23. April 1904.
Eröffnung: l1/« Uhr.
Bor Eintritt in die Tagesordnung ergreift daS Wort
KriegSminister v. Eine« zu der Erklänmg, daß, wenn noch weitere Ankäufe von Pferden in Frage kommen würden, die Berwallung davon absehen werde, den Händlern ein Borrechr zu geben.
Hierauf folgt die Fortsetzung der Etatsberatnng. — Der Etat für Reu-Guinea und ebenso der für die Karolinen, Pauls- und Marianneninseln wird ohne Debatte genehmigt.
Beim Etat für Samoa weist
Abg. Dr. Eickhoff (fr. Bp.) darauf hin, daß fich unter den deutschen Ansiedlern in Samoa eine große
„Bedenken Sie doch, Madame", sagte er, „welche Verantwortung wir auf uns laden, wenn durch unsere Schuld so viel tapfere Menschen zu Grunde geben! Ei wäre ein Verbrechen, ein Verrat gegen unser Vaterland!"
„Aber mein Gatte, meine Kinder!" jammerte Pepa.
„Diese abscheuliche Unterlaffung würde Ihnen kein Gluck bringen!"
„Sie find vielleicht in Not, auf jeden Fall in verzweifelter Unruhe!"
„Ich weiß es, und für mein Leben gern möchte ich Sie sqon morgen heimbringe». Aber der Umweg, den wir machen, ist nicht so bedeutend, und, wer Weitz, vielleicht bedauern Sie gar nicht, ihn gemacht zu haben."
Schon gegen Abend schien diese Vermutung des Führers fick zu erMen. Sie hatten aufi neue ben Fluß überschritten, und als der Tag zu schwinde» begann, gelangten fie auf eine Hochebene, die nach einiger Zeit ziemlich steil ini Tal abfiel.
Mit einem Ruck hielt Gareillas die Pferde an. Pepa fuhr aus ihren Träumen auf.
„Was gibt's?"
„Ich glaube, daß wir finden, wai wir suchten." Und Gareillas wies mit auSgesti erster Hand in die gerne.
68 war noch h:ll genug, daß man eine Menge kleiner Zelte unterscheiden konnte, zwischen denen sich geschäftige Soldaten bewegten. In der Mitte erhob sich der Pavillon des Präsidenten der argentinischen Staate».
„Da seh-n Sie", fuhr GareillaS fort, „daß unsere Verantwortung noch größer war, als wir vermeinten. Wenn unser geliebter Präsident in die Hände der Aufrührer fiele, so würden fie kurzen Prozeß mit ihm machen und ihn fofert erschießen. Die gute Sache wäre damit unrettbar verloren. Dem Himmel fei Dank, daß wir »och rechtzeitig kommen, um daS Unglück zu verhütrn." (F. f)
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