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31. Jahrgang.

gulda. Freitag, den 22. April 1904

M 01

ist indessen auf die Annahme dieses Antrages nicht zu rechnen.

)( Aus Deutsch Südwestafrika. Die Ungewißheit, die bisher über das Schicksal der Kolonne Glasenapp herrschte, ist einigermaßen beseitigt durch eine soeben von ihr eingetroffenen Nachricht, wonach sie bis zum 15. April kew weiteres Gefecht mit den Hereros gehabt hat und an diesem Tage noch in Onjatu stand. Am 20. April ist ein Transport von 42 Kranken der Kolonne Glasenapp unter Führung oes Hauptmanns a. D. Fromm in Windhuk ern- getroffen. Der Berichterstatter des ,Berl. Lok.- Anz.', Hauptmann a. D. Dannbauer, meldet aus dem Biwak Wasserstelle Onjatu vom 16. I April: »Ihren am 3. April in dem Gefecht bet I Okaharni erhaltenen Wunden sind noch nach­träglich erlegen der Reiter Kahlert, der Ein­jährige Schmidt und der Seesoldat Selke. I Ferner haben wir durch Typhus verloren den Unteroffizier Aisfig und den Seesoldaten Diederrch, beide von der Kompagnie Lieber, sowie den Reiter Wolff von der Kompagnie des Grasen v. Boockdorff. Die bisher zum Glück vereinzelt gebliebenen TyphuSfälle können bei den außer­ordentlichen Strapazen, die wir durchzumachm hatten, den großen Märschen und der wechsel- vollen Witterung kaum überraschen. Biwakiert das Detachement Glasenapp doch heute in un­unterbrochener Reihensolge bereits das em und

kannt gewesen wäre."

* Der 1. Allgemeine Deutsche Woh-

«tchrint täglich, mit ggataftme der Senn ibfrtiertage. viertel- 2rl.v«r»S'»rei» Sgt Sringerloh« Md 8«>daund

^SrlrlMSopsS-

m 20 Tagen zumckzulegen. Bei Gespannwrchsel Härte man d»S Zie' noch eh-r erreicht.

Und nun? „ , „

Ei« Monat war schon vergangen, bevor sie sich aüf den Weg begeben konnte, und in den drei Tagen war sie noch nicht zchn Meilen vorwärts gekommen. Und so etwas konnte sich öfter ereignen ! Wie titele Umwege waren noch zu machen? Wie vtek Aufenthalt würde es noch wohl geben? -

Und war geschah mittlerweile mtt Joseph und den Kindern? Was fingen fie an, wenn die noch vorhandene kleine Summe aufgebraucht war?

Bei diesem Gedanke» an ihre Teuren überlres Pepa ein kalter Schauder; die Tränen tropften aus ihre« Augen über die blossen Wanzen.

Eine Weile ließ Luisette ihre Herrin gewahren, dann aber «ahm fie achtungsvoll Pepas H2 .demdie $ri”Sde gnädige Frau!" bat fie, „weinen Sie doch nicht. Es schadet Ihrer Gesundheit, und Ste werden nickt im stände sein, Ihre Ausgaben zu erfüllen.

Die treue, alte Dienerin wußte, daß fie mtt dieser Andeutung Erfolg haben würde.

Die Furcht, sich in ihrer Mission behmdert zu sehen, trocknete Frau MareskatS Tränen. Sie beherrschte sich und nahm ihre Zuflucht zum Gebete. Aber vaS Fieber der Ungeduld verließ fie nicht und störte das sonst so schöne Gleichgewicht ihrer Seele.

Einige Tage lang kamen die Reisenden unbehelligt Vorau, allerdings nicht aus geradem Wege, da fie mehrmals militärische Konz-ntratiouslager umgehen mußte«. Ein Kilometer kam zum andere«, so tat fie nach zweiwöchentlicher Fahrt erst fünfzig Mellen von BucnoS-AireS entfernt waren.

P-pa wagte kaum mehr an Paris zu denken.

„O Gott!' seufzte fi-, „mache meiner Qual em Ende! Laß mich ankommen, damft ich auch bald wieder umkehren kann?" • . . .

Indessen wurde di« Witterung immer «nft-und- llcher. Am bleierne« Himmel sammelten sich schwarze

bau verdienen, a.„. ..

Dank - Telegramm des Kaisers an den Flotten- verein, die deutschen Fürsten, die sich „mit den -zielen des Flottenvereins identifiziert» haben, und dem Minister v. Metzsch selbst gegen ihn aus. Ihm und den verantwortlichen Stellen wird Angst vor den Parlamenten und insbesondere vor dem Zentrum untergeschoben, die sie veranlasse, manches offen zu verleugnen, „was man inner­lich wohl wünscht und wofür man unter der Hand Stimmung machen möchte. Also,

wenn sich die verantwortlichen Stellen tn das Unvermeidliche nach Möglichkeit zu

schicken suchen und nicht phantastische Pläne un-1 verantwortlicher Leute frischweg zu den ihrigen mache», wenn sie auf den die Stimmung des Volkes wiederspiegelnden Reichstag Rücksicht nehmen, so ist das verächtliche Angst. Die Flotten­schwärmer würden jedenfalls wesentlich dazu bei­tragen können, sie von dieser „Angst" zu hefteten, i Wenn sie angeben wollten, wie denn das Es.o zur Durchführung ihrer Pläne beschafft werden soll. Träten sie aber statt bloß mtt Flotten- sorderungen zugleich auch mit den entsprechenden Steuerforderungen hervor, so wurden sie ihrer „großzügigen Agitation» selbst die schwersten Steine in den Weg wälzen.

Wir wollen nicht ausfällig werden, aber „schön" können wir es nicht finden, wenn der Flottenverein nur immer munter Hunderte von Millionen für neue Schiffe fordert, aber sich nicht im mindesten darum kümmert, woher diese Millionen genommen werden sollen. Eine derartige, um die Wirk- lichtest gänzlich unbekümmerte Fiottenagitation grenzt in der Tat ans abenteuerliche.

Berlin, den 21. April 1904. |

• »eine Duelle für die „Erstklassig-, Meufcheu". Graf Bandisfin, der fich als Schriftsteller Frhr. v. Schlicht nennt, schreibt den Blättern: „Auf meine Bitte an die Leitung der deutschkonservativen Fraktion des Reichstages meldete fich sofort der Herr Abgeordnete, der den mich beleidigenden Zwischenruf in der Sitzung vom 4. März getan hatte. Rach meiner Er­klärung daß ich das Buch „Erstklassige Menschen", welches ich ausdrücklich als Roman bezeichnet habe, niemals veröffentlicht haben würde, wenn ick voraus gesehen hätte, daß das- selbe als eine Beleidigung der ganzen deutschen Armee oder gar eines bestimmten Offizier-Korps ! aufgefaßt werden könnte, har der betreffende 1 Herr Abgeordnete erklärt, daß er den mich be­leidigenden Ausdruck nicht gebraucht haben würde, wenn ihm meine obige Auffassung be«

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Zerufprecher Nr. 9.

Die Entrüstung des Flottenvereins über das geradezu „abenteuerliche" Gebilde des Abg. Müller-Fulda scheint uns sonach wenig am Platze zu sein. Mit dem Worte „abenteuerlich" ist übrigens ein Hieb gegen den sächsischen Bundes­bevollmächtigten Grasen H 0 h e n t h a l beabfichttgt. Dieser hat in der Budget-Kommission von „aben­teuerlichen Plänen" gesprochen, mit denen sich der sächsische Minister v. Metzsch durchaus nicht identisch erklärt habe. Dafür waschen ihm auch die ,Berl. N. N.' den Kopf, die ja immer so । ....^^ouäresi wird vom 16. bis' 19. Oktober flottenbegeistert waren, wte es sich für etn Organ ^ a2l[fu®t ,a> gjj tagen. Eine Reihe von

»et G--ßi»d«ft-i-Ilm. «m 5lotten. ™ . tutd) ,inln dn.

auüeracktaelasienist. EsP daher auch ganz falsch wenn der Flottenoeretn behauptet, er fordere'nur eine jährliche Mehrbelastung von 27 5 Millionen für die Jahre 1904 bt§ 19( 3. Daß noch etwas dazu käme, bemerkt er übrigens gleich hinterher selbst, nämlich daß die bewilligten Ersatzbauten des Zeitraumes von 1913—1917 bis 1912 beendet würden. «Dieses bereits bewilligte Geld, verriet er leichthin, müßte also nur schneller und früher aufgebracht werden.« Erstens ist das Geld tatsächlich noch gar nicht bewilligt und zweitens ist es doch keine solche Kleinigkeit, in der Zeit des chronischen Defizits neben allen Mehrausgaben, dre der : Flottenverein dem Reiche sonst noch zumute., I auch noch das Geld „schneller und ftüher aufzu-

in Frankfurt a. M. tagen. Eine Reihe von Ve S S “»WB«» S---M wirb jnn-chft bnrch .inen ein- , geziemt. Ste fpieien jta« | Generalbericht beleuchtet werden. Es

folgt eine Erörterung über die Aufgaben von Reich, Staat und anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften in der Wohnungsfrage, wöbet insbesondere auch der preußische Wohnungsgesetz- entwurf und die Frage einer Reichs-Wohnungs-! gesetzgebung zur Behandlung kommen werden. Die wichtige Aufgabe einer gründlichen Umwand­lung in der Beschaffung der für die Bautätigkeit nötigen Gelder, insbesondere der zweiten und späteren Hypotheken, wird das Thema des zweiten Verhandlungstages bilden. Zum Schluß findet eine große öffentliche Versammlung über das 1 Thema „Wohnungsfrage und Volkswohl" statt, I ! gegliedert in die Unterabteilungen: „Wohnungs­frage und Volkskrankheiten" und „Wohnungs­frage und Familie.«

() Eine Abänderung der Ausführungs- i destimmungeu zum Fleischbefchaugesetz hat Bremen beim Bundesrat beantragt. Nach den bisherigen, auch im Gesetz festgelegten Be- | Stimmungen ist Has aus dem Auslande eingehende frische Fleisch nur dann von der vorgeschriebenen polizeilichen Untersuchung befreit, wenn es un­mittelbar zur Wiederausfuhr nach dem Auslande gelangt. Der Antrag Bremen bezweckt nun eine Auslegung dieser Vorschrift, die tatsächlich darauf hinausläust, daß auch dasjenige aus dem Aus­lände eingehende Fleisch, das nicht unmittelbar I wieder ausgeführt wird, sondern er ft, nachdem es einem Veredelungsoerfahren durch Räuchern und dergleichen unterworfen worden ist, von der polizeilichen Untersuchung befreit bleibt, falls dessen Identität nachgewiesen wird. Nach der in Bundesratskreisen herrschenden Stimmung

[:] Nur eine Viertelmilliarde mehr. 11

Der Deutsche Flottenverein, scheint in i diz auf seiner Dresdener Hauptversammlung vor einigen Tagen beschlossene „großzügige Agitation" bereits eitigetreten zu fein. Generalmajor a. D. jteim, der das Flottenprogramm des Vereins entwickelt und bis zum Jahre 1913 ein drittes Doppelgeschwader fix und fertig verlangt hatte, erklärt in einer Zuschrift an die ,Berl. N. N.. daß er feine Vorschläge im Auftrage und mit voller Zustimmung des Präsidtumsgemack habe. Er und das Präsidium müssen wohl glauben, daß diese Feststellung "ichtumv-ftnMch sei, sondern zur Förderung der Flottenag.-a on erheblich beitragen könne. Auf uns rellich bleibt der Eindruck bet gleiche, ob general Re m nur seiner persönlichen Liebhaberei oder zugleich I der des Vereinsoorstandes Ausdruck gegeben Hatz

h°l.° m ffiifcuna bet Reichshaushaltskomnnsfion vorn & von einem „neuen Boulanger in Sschsen" gesprochen, der für 794 Millionen Mark neue Schiff- fordere. Das hat sofort den Flottenverein auf den Plan gerufen. In feinen Mitteilungen" bemerkt er, ba müßten also sämtliche Mitglieder des Präsidiums und des Gesamtvorstandes, in deren Namen General Keim gesprochen, als Boulangers anzusehen fein. Der Abg. Müller-Fulda hat schwerlich die Ab­sicht gehabt, den Vergleich mit Boulanger allzu | fefyr zu pressen und dem General Keim alle Abenteuerlichkeiten und Zweideutigkeiten Bou- tangers unterzuschieben. Er wird sich vielmehr mw angesichts der abenteuerlichen Flottenpläne an Boulanger erinnert gefühlt haben.

Jndeß, das ist ja ganz nebenfächltch. Die „Mitteilungen des Flottenvereins" erklären auch die Behauptung des Abg. Müller-Fulda, daß bet Verein für 794 Millionen Mark neue Schiffe fordere, für eine „objektive Unwahr-

Eine „genaue rechnerische Aufstellung" ergebe, baß, wenn die Forderung des Vereins erfüllt werden solle, „außer der von bet Regierung bis »um Jahre 1905 zurückgefiellten Kreuzeroorlage insgesamt 250 Millionen Mark mehr aufzu- bringrn wären, als das Flottengrsetz vom Jahre 1900 in seinem Gesamteffekt vorsteht. Jawohl, „außer der Kreuzervorlage". Will etwa der Flottenverein auf oiese verzichten? Das wagen wir doch nicht anzunehmen, denn er würde es wohl als Beleidigung ansehen. Mit der Kreuzer- vorlage aber betragt die Mehrforderung, für dir der Flotterwerrin agitieren will, 794 Millionen Mark, wie der Abg. Müller-Fulda richtig angegeben, oder, um ganz genau zu fein, fottar 794Millionen. Niemand wird dem Herrn Abg. Müller-Fulda die Anerkennung versagen, daß er vortrefflich zu rechnen versteht, während die von den Müteilungen des Flotten- vereins aufgemachte Rechnung gar zu sehr der bekannten „Milchmädchen-Rechnung" ähnlich sieht, zumal der Bau der großen und kleinen Kreuzer nebst sonstigem Zubehör, wie bemerkt, darin ganz

sechzigste Mal!"

* Ei« Berstärk««gstra»-port sirr die Kaiserliche Sch«tztr«ppe für Südwest - afrita wird am 29. o. Mts. in Berlin zu­sammengestellt. Er besteht ans etwa 20 Offi­zieren, 18 Unteroffizieren und 114 Gefreiten bezw. Reitern. — Unteroffiziere und Mannschaften werden am 27. bezw. 28. hier eintreffen und im Städtischen Ordonnanzhause, Neue Kömg- straße 21, untergebracht werden. Der Abtrans­port nach Hamburg erfolgt am 29. 1 Uhr 27 Min. nachmittags vom Lehrter Bahnhof ans, ! die Ausreise nach Swakopmund, am 30. b. Mt.

[] «erlitt, 21. April 1904. Der OberleMnant Graf v. Hebel er von der schweren sächsischen Kanal« lerie, der znr Kriegsakademie abkommandiert ist, fl u r z t e heute vormittag mit seinem Pferde vor dem Branden­burger Tore und zog sich schwere Verletzungen am Kopfe und an den Beinen zu, sodaß er nach dem Garnisonlazarett gebracht werden mußte. DaS Pferd scheute plötzlich, ging durch und raste auf emen ^r- überfahrenden Brerwagen loS. Ed »am zu emer schweren Karambolage, bei der das Pferd tot zusammen' brach. Der Reiter hatte sich nicht aus den Steigbügeln freimachen können, tarn infolgedessen unter d as lote Tier zu liegen und mußte in halbbetäubtem Zu­stande von herbeieilenden Schutzleuten hervorgezogen werden.

Wolke«, dir der Sturmwind jagte, bis sie fich wie, Eturzbäche üb r die herbstliche Flur ergossen. Unter diesen Regenmengen erweichten fie die Wege; die Pferd- ermatteten leicht und kamen nur langsam vor- j wärts.

Die ungeduldige Pepa hatte nichts, was fie von ihrer Angst und Sorge ablenkte. Ein geschlossen im Wagen oder anfgehalten in irgend einem GallhauS- zrmmer, quälte fie fich selbst mit aufreibenden Grübe­leien. Unzählige Briefe an die Geliebten dahetm häuften fich in der Reisetasche. Wann würde fie die­selben auf die Post geben können? Die Unruhe der Ihrigen, welche ohne Nachricht von der Mutter blieben, verdoppelte ihre eigene Unruhe.

Sie verließen jetzt den Staat Buenos-Aires und kamen in eine Provinz, die dem neuen Präsidenten anhing. Dieserhalb war eS notwendig, in diw dor- ttaen Hauptstadt anzuhalten und die Pässe visitiere« i zu lassen. Pepa setzte voraus, daß fie fich hier an rechtmäßig eingesetzte Autoritäten wenden könne, und daher bangte ihr nicht sonderlich vor der Formalität, die, so hoffte fie, in den zwei Stunden Ruhepause, welche man ohnehin den Pferden gönnen mußte, er­ledigt werden konnte. Aber ste hatte ihre Rechnung gemacht, ohne zu bedenken, daß Berwattungsämter langsam arbeiten, und daß neu ernannte ehrgeizige Gewalthaber gern ihre Macht mißbrauchen. Während man im Absteigequartier ihre Mahlzeit bereitete, be­gab fie sich zur Kanzlei des Gouverneurs. Ste Reute fich M Französin vor, zeigte ihren GelettSbrief und bat um Unterzeichnung desselben.

Man antwortete ihr wenig höflich:

"Der Gouverneur ist abwesend. Kommen Sie morgen wieder vor!« .

„Morgen?« rief fie enttäuscht. „Ich wuniche tn zwei Stunden weiter zu ressen.«

Der Beamte lachte und zuckte die Achseln.

„So werden Sie eben warten?« „Aber ich bin eilig, sehr eilig!" „Da» geht mich nichts an!«

Maria Angela.

Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Gettchmigte Uebersetzung aus dem Französischen.

20 ------ (Nachdruck derbstes.)

Diese zwei Tage Aufenthalt, so lang fir auch «mtbe^ waren dennock in gewisser Weise von Nutze», denn der Stationsosfijier stand an der Spitze eines „ trefflich eingerichteten Nachrichtendienstes mtö besaß infolgedessen eine ziemlich genaue Ueberficht über dle Bewegungen der deiderseitigiir Parieien. ®em Rat war also nicht zu unterschätzen Mit der größten B-- ceitwrlligkeit entwarf er für die Reisenden einen Plan; rr deutete ihnen die Seitenwege an, welche emzu- ichlagen waren, wenn die Landstraße nicht frei fei — Ke Orte, welche sie selbst auf Kosten weiter Umwege unbedingt vermeiden sollten

Endlich durften ste Weller. Drese 48 Stunden ,m Mtert Stall hatten den Pqerden ihre ganze Kraft lurückgeaeben, und fie trabten flink daher---aller­

dings iür die Ungeduld Frau MareskatS immer noch nicht schnell genug. Am liebsten hätte fie die ver­lorene Zeit eingevott, aber der besonnene Führer macht- ihr klar, daß dies unmöglich fei. Man dürfe den Tieren nicht zu viel zumute«, weuu fie bis ans Ende tauglich sein sollten. Pepa gab fich darein, aber als fie fich in die Kissen drückte und dir Augen schloß, kamen die trübseligen Ketrachtuugeu wieder. HovÄ sie auch rechnete und zählte — es gab stets dasselbe unbefriedigende Resultat. Beim Abschiede vs« den Zheigen hatte sie, iu der Voraussetzung, daß Les in gewöhnlicher Wesse verlaufen würde, 22 Tage M dw Seefahrt angesetzt und für die Reise «sch Sa» LouiS drei Woche:, — alle- in allem sechs Machen.

Wenngleich die Wege in Argentinien zu keiner Jahreszeit die Vesten find, war e» iwmerbm tmelich, die 175 Melle« von BuenvS-Aires nach Sa» Louis

Man

Zeitung

Momkbellage: „gulbaer GeschichkblStter".

72. Sitzung vom 21. April 1904.

Eröffnung l1/« Uhr.

Die Beratung des Etats für die Expedrtron nach Ostafieu wird fortgesetzt beim Kapitel „Ver­waltung des Reichsheeres«.

,ES hängt Tod oder Leben von meiner Reise ab!« „Ganz egal; Vorschrift ist Borschrist« „flörnen Sie di-s Papier nicht unterschreiben 9N

„Von wem denn? Ich bin nicht der Regierende "

Pepa sah, daß e8 unnutz wäre, weiter anzuhalten Der Beamte konnte ihr in der Tat nicht Helsen- Mtt schwerem Herzen ging sie in dea Gasthof zurück und berichtete Gareillas von dem Mißerfolg ihres SchrttteS.

Dieser war über den Ausgang nicht sv sehr unzu­frieden, da die Verzögerung feinen Tieren zu gute kam.

Frau MareLkal jedoch war niedergeschmettert: fie hatte nicht einmal die Kraft mehr, chrer Enttüstung Ausdruck zu geben. Sie ließ fich in die Kirche führen und blieb da bis zum Abend. Hier zu den Füßen ! des Heilandes und feiner schmerzhaften Mutter sand fie ein wenig Trost und Mut wieder.

Noch Schlimmeres erwartete fie am nächsten Tage, denn der Gouverneur verweigerte ihr ausdrücklich, wenigstens für den Augenblick die Beglaubigung, welche ihr erlaubt hätte, die Stadt zu verlassen.

Zwischen verschiedenen Provinzen mtt Selbstver­waltung gibt es immer eine gewisse Rivalität, die gegenwärtig noch durch polttische Ver,eindung geschürt wmde.

Der Umstand, daß Frau MareSkat beabfichligte, in die noch Widerstand leistmde Provinz San Louis zu reifen, weckte Verdacht. Außerdem befanden sich dort unter den grinnntnsten Feinden des neuen Präsi­denten einige Verwandte des KusscherS, was Frau MareSkat allerdings nicht bekannt war.

Emer feiner Vettern, gleichen Namens, batte un­längst xa einer Versammlung den Vorsitz geführt, wo man einmütig den äußersten Widerstand, ia selbst die Trennung von den übrigen Staaten beschlossen-

! Der Gouverneur war demnach gewillt, Pepa und chre Gefährten möglichst lange aufzuhalten. Vor­läufig beschied er fie, wie der Beamte gestern:

.Kommen Sie morgen wieder.«

| (Fortsetzung folgt.)

Deutschesten!!

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