Einzelbild herunterladen
 

Hulöaer

44

, wochenbeUage: „Illustrierte Sonntagrzeitung

iri4»ei*t täglich, Kit -drraahme btx $oim= «sd Zeirrtage. vlertel- Mrl.ve,«s»»rer» 1»-, vringnlohn unb SteMelbinSnlbaanb ^Lrt-lMk.SOPsg.

Verantwortlicher

nutiatshdiagc: .Ltüdaer SefchichttdlSster".

■■I

a*)(tflen: »k ef*> ivaltigr petirzrilr über b«en Haum 15 Pt-. Hefiameit die prritzeii« 25 pfg.r btt roieber» Ölungen wird crrtipx.

Rabatt gewährt.

vruck unb Verlag bt! Sulbatr Actienbrvckue lit $nlba tharmoiiet Zernsprrcher Br. 9.

Fulda, Donnerstag, den 21. April 1904.

N 90.

31. Jahrgang.

Berlin, drn 20, April 1904.

)( In einem Blatte war ein Fall angeführt, in welchem der Kolonialabteilung des Aus- wärtigen Amtes bei Mitteilung über das Schick­sal eines in TeutschiSüdwestafrika Ver­schollenen nicht in der Weise verfahren sein soll, wie diese es als bei ihr üblich geschildert hat. Die ,Nordd. Allg. Ztg/ erfährt dazu vsn maßgebender Stelle folgendes: Der Gemeinde­vorsteher Pollzien aus Unseburg richtete am 16. Februar an die Kolonialabteilung die Anfrage, an wen er sich um Auskunft über seinen Sohn zu wenden hätte, und auf wie hoch sich die Kosten eines Telegramms nach Deutsch-Düdwest- afrika beliefen. Auf Grund dieser Anfrage wurde am 18. Februar auf amtliche Kosten an das Gouvernement um Auskunft über den Sohn Pollziens gedrahtet. Die Antwort, daß „Ver­bleib des Pollzien ungewiß" sei, wurde dem Vater am 21. Februar übermittelt. Die Ueoer- sendung einer gedruckten Anzeige „Adressat tot" ist von dec Kolokialabteilung nicht erfolgt. Es dürste sich dabei um einen Vermerk der Reichs­post auf einem zurückgesandten Briefe handeln. Die genannte Art der Benachrichtigung würde den Gepflogenheiten der Kolonialabteilung richt entsprechen. Diese Gepflogenheiten gehen dahin, bei Benachrichtigungen der vorliegenden Art die dienstliche Form möglich hinter dem zum Aus­druck gebrachten Gefühl der Teilnahme zurück treten zu taffen.

*„ Der zweite allgemeine deutsche Bankier tag war auf den 6. und 7. Mai nach Berlin unberufen worden. Di« Einberufer batten vor­ausgesetzt. daß bis dahin die erste Lesung der Börsengefetznovelle im Reichstage stattgefunden haben werde. Mit Rücksicht darauf, daß die .erste Lesung „kaum vordem 6/7. Mai, vielleicht überhaupt mchk vor Pfingsten stattfinden dürste", soll der Bankiertag nunmehr für einen späteren Termin einberufen werden. Wir fürchten, daß, wenn man durchaus bis nach der ersten Lesung der Börsengefetznovelle warten will, der Bankier­lag so bald noch nicht wird zufammentreten können.

** Die Zeutrnmsfraktion des Reichstags beriet heute abend über die Finanzreform.

):( Der .Reichsanzeiger' macht bekannt, daß das Kaiserliche Auffichtsamr für Privat- Versicherung durch Entscheidung vom 30. März 1904 die Eckaukmi-errrilu-'r ausgesprochen hat gegenüber der Pensionskasse der katho­lischen Presse Deutschlands zu Berlin (V^B. a. iS) zum Geschäftsbetrieb unter Ge­nehmigung der in der Hauptversammlung v»n 24. Oktober 1903 beschlossenen Satzung (§ 96 Satz 1 des V^rficherungsaufsichtsges etz»S).

* Der Bundesrat wird demnächst eine neue vielfach verschärfte Prüfungsordnung

Wcrricr Angel'cr.

Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Genehmigte Uebersetzung auS dem Französischen.

19 ------ (Nachdruck vkrümm.)

Auf jeden Fall mußte er Frau MareSkat von seiner Verleger heit in Kenntnis setzm. Er näherte sich dem Geführt.

„Madame," sagte er, „ich habe ganz und gar die Richtung verloren, ich weiß nicht mehr, wie wir auS dem Watt>e hinauskommen."

„O, 4tein Gott! was soll denn aus uns werden?* schrie die unglückliche Frau in höchster Angst. Luisette -anmerte; nicht, daß es ihr an Energie gemangelt hätte — einem Wegelagerer hätte fie Trotz geboten, aber diese dichte Finsternis lähmte ihren Mut.

„DaS schlimmste, was uns begegnen kann, ist, daß wir die Nacht im Forste »erbringen. Ich glaube nicht, daß »i, Bandit unS so leicht hier aufsuchen wird, und ich gestehe Ihnen, Madame, daß ich Sie fieber gegen einen Jaguar als gegen die Soldaten Branadas verteidige."

„Sie hoben Recht", antwortete Pepa — „allein diese Aussicht ist auck nicht verlockend *

„Ich tvill mein Beste- tun, das Schlimme zu ver­hüten."

„Ich wäre Ihnen dankbar — wenn ich auch nicht sehe, wie wir aus dieser Sadgtffe herauskommen."

„Versuchen kann ich es immerhin^ zu dem Zwecke muß ich Se und Fräulein Luisette aber einige Minuten clle n loff-n. Ich will in das Gebüsch ein» dringen und vachfthen, ob eine weniger dichte Stelle eS erlaubt, zu Fuß hindurch zu kommen. In diesem Falle kann ich die Pferde auSfpa-men, sie mn Zügel Mren und den Wag-n morgen holen."

Dieser Vorschlag fand nicht die Bewilligung Pepas. Einmal enthielten ivre Koffer nur das allerriotwen- digste und konnten sie dieselben nicht hier aufs Ge-

für Apotheker beschließen, die noch im Laufe dieses Kalenderjahres in Kraft treten dürste.

% Nachdem im Sudan am 1. August v. I der allgemeine Patzzwang emgeführt worden ist. sind die Paßoorschriften kürzlich bcbin er­weitert worden, daß die Sudanregierung fick das Recht Vorbehalt, miiteOofen oder unl'ebsamm Fremden, wenn sie keinen Paß besitzen, den Ein­tritt in ihr Gebiet zu verweiaern oder sie, wenn sie sich bereits tm Lande befinden, auszuweisen. Auf Perfouen, die mit einem der bekannten Reisebüreaus reisen, finden diese Bestimmungen keine Anwendung.

♦ Die Landtagswehlen in Altenburg haben der Sozialdemokratie, wie der ,Vorw.' schreibt, insofern eine Enttäuschung gebracht, als sie, anstatt wie fie hoffte, noch zwei Mandate zu gewinnen, ein Mandat im vierten ländlichen Wahllrets an den Bund der Landwirte verloren hat.

71. Sitzung vom 20. April 1904.

Eröffnung: 11'/« Uhr.

Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Be­sprechung der Inter pellalt on des Abg. Grasen Oriola (natl) betr. Borlegung der Militär- pensions-Gefetzentwürfe.

Abg. Winckler (tonf.) erklärt, daß e8 die höchste Z it war, bei der Regierung anzufragen, wie weil dtese Sache gediehen fei; seine Freunde seien peinlich enttäuscht, daß dte Vorlage sotarge auf sich warten taffe. Noch in dieser Session 'üfs fie kommen.

Abg. Dr. Packzuicke (fr. Bg.): Der Reichstag sei mit seinen Geschäften |o sehr int Rückstaus, daß man gut daran tun werbe, die Vorlage ruhig abzuwarten, um so mehr, als man nicht wtffe, woher man das Geld nehmen solle.

Tie Abgg. Singer (sozd.) und Liebermann v. Sonne«-'erg (Antis.) fordern, daß die Vortage sobald wie möglich eingebracht werde.

Abtz. Dr. Paa setze (natl.) bittet den Reichskanzler, endlich aus den Erwägungen herauszukowmen und mit einer Vorlage dem Lande zu zeigen, was die Regierung denn will.

Preuß. Kriegsminister v. Einen» will die Hoffnung nicht aufgeben, daß dte Vorlage noch in dieser Sesston an den Reichstag kommen werde; auf jeden Fall sei er überzeugt, daß der Bundesrat seine Beratung nach Möglichkeit beschleunigen werde.

Abg. Gröber (Ztr.) konnte den Borwurf, daß der Bundesrat die Sache absichtlich verzögere, nicht alS voll berechtigt anerkennen, denn der BundeSrat habe mit der finanziellen Seite der Sache zu rechnen; er dürfe sich dabei nicht überstürzen, namentlich, da wir noch auf eine Reihe von Jahren mit einem jährlichen Defizit non ICO Mill, zu rechnen Hütten. Der Bundes­rat müsse sich sehr wohl überlegen, welche neue Ein­nahmen er für das Reich anschiießen solle, denn wenn die Vorlage komme, müsse auch für Deckuna gesorgt werden. Die Sozialdemokraten machten es sich aller­dings leicht, indem sie, wenn die Frage der Deckung an sie berentrete, nicht zu baden seien, während sie jetzt wobl für eine daldtge Einbringung der Vorlage seien. Wenn die Vortage noch in dieser Session ein­gebracht würde, so würde eine Vertagung der Session nötig sein, denn die Beratung würde so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie bei der gewöhnlichen Dauer der Session nicht mehr zur Verfügung steht.

»adewohl steten lassen, und dann war es auch höchst fraglich, ob man das Gefährt überhaupt am nächsten Tage wieder sä «de. Und wen» dieses Reisemtttel ihr fehlen sollte, wo gab es dann ein anderes?

Stein, dann war es noch bester, die Nacht an Ort und Stelle zuzubrtngen!

Eben wollte fie biete ihre Meinung aussprechen, als ein Kracken der Zweige und ein Rascheln des Laubes anzeigte, daß GareillaS feinen Plan schon aus- sührte, ohne eine Antwort abgewartet zu hab-n.

„Welche Unvorsichtigkeit!" schalt Frau Mareskat, „er findet uns am Ende gar nicht mehr, wenn ex sich weiter entfernt!"

Dos dachte G»reillaS zum Glück auch, und daher stellte er fich alrbald wieder ein.

„Es ist in Wirklichkeit nicht» zu machen", be­dauerte er. „Sie dürfen nicht ohne Schutz hier bleiben, und das könnte^leicht geschehen, wenn ich mich weiter vorwagte, um einen Wcg zu suchen, den es wahrscheinlich gor nicht g.bt. Im übrigen werden wir hier verhältnismäßig sicher sein; dieses Versteck auszugehen, wäre unvorsichtig "

„So denke ich auch", sagte Pepa.

Luisette hätte gern widersprochen, aber sie wagte es nicht.

GareillaS Tiere waren daran gewöhnt, draußen zu übeina'teu. Er spannte fie also aus, befestigte ihre lange Halsleine um einen Baumstamm und gab ihnen ihre Portion Hafer. .

„Es wäre jetzt das beste, wenn Sie ein wenig schliefen", riet er den beiden Frauen. „Sie können unbesorgt sein, ich halte Wache."

Der Wagen war eine Art Halbverdeck; wegen der Koffer, die auf dem hinteren Brett befestigt waren, ließ fich das Verdeck nicht niederschlagen, was Frau Stares tat anfangs bedauert hatte in der Meinung, es sei besser, freie Aussicht nach ollen Seite« zu hoben. £’h erwies tiefe Einrichtung fich als böcksi nützlich, h "»egen die Kühle der Nacht Schutz bot.

;’fi und ihre Zofe hüllten sich in Mäntel und

Damit ist die Besprechung der Interpellation er­ledigt.

Hieraus wird die Etatsb-ratung fortgesetzt.

Der Mat des allpeme ifn Pen'ronSfouds wird debattelos bewilligt.

Cs fo'gt der Etat über den Reichs-Invali­de n f o n d s.

Zum Kapitel PenfiorSzuschüffe mit Unterstützungen liegt eine Resolution deS Abg. Grafen v. Oriola (ntl.) vor: Der Reichstag wolle beschließen:

Die Berbünteien Regierungen zu ersuchen, das Gesetz vom 22. Mai 1895 wegen Abänderung des Gesetzes vom 23. Mai 1873, betreffend die Grün­dung und Verwaltung deS Reichs-Jnvalidenforids, einer Revision zu unterziehen und baldigst dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach welchem

1, Die für die Gewährung von Beihilfen an Kriegs teilnehmer erforderlichen Beträge au-j allgemein en Reichemitteln entnommen werden;

2. die Best mnmng des Artikel I Ziffer 8 deS Gesetzes vom 12. Mai 1895, gemäß welcher nur solche Kriegsteilnehmer, die sich wegen dauernder, gänz­licher Erwerbsunfähigkeit in unterstützungsbedürf­tiger Lage befinden, Beihilfen erlauben können, befestigt und durch eine Bestimmung ersetzt wird, durch welche allen denjenigen der Unterstützung dringend bedürftigen Personen des Ursteroffizier- uttb Mannschastsstandes des Heeres und der Marine eine Beihilfe zu teil wird, welche an dem Feldzuge von 1870 /I oder an den von deutschen Staaten vor 1810 geführten Kriegen ehrenvollen Anteil genommen haben unb nicht durch Artikel III § 2 des Gesetzes vom 22. Mai 1895 ausge­schlossen find;

3. die Beihilfe den zu ihrem Bezug als berechtigt Anerkannten sofort nach ihrer Anerkennung und vom Ta,-e desselben an auSgezahlt wird;

4. die Witwen der Beihilfen - Mnpfänger für drei Monate nach dem Tode des Ehemannes die Bei­hilfe fortvezrehen.

Nach längerer D.skuist n wird die Resolution unter Streichung des Wortes .dringend" (in Abs. 2) einstimmig angenommen.

Der Rest dieses Etats wird ohne Debatte genehmigt.

Sodann ging das HauS zur Beratung des Etats für dte Expedition nach Ostasien über. Ohne erheblich« Debatte wird eine Reihe von Titeln bewilligt.

Morgen Fortsetzung.

Schluß '/.7 Uhr.

AbgeordneleuhauS.

57. Sitzung vom 20. April 1904.

Eröffnung 11'/« Uhr.

Der Etat deS Ministeriums der Aus­wärtigen Angelegenheiten wird debattelos bewilligt.

Beim Etat der Staatsarchive tritt

Abg. Dr. Dittrich (Zentrum) für den weiteren Ausbau der Bibliothek an dem historischen Institut in Rom ein.

Nach weiterer unerheblicher Debatte wird der Etat bewilligt.

Es folgt dte zweite Beratung des Gesetzent­wurfs über die Dienstaufsicht bei den gröberen Amtsgerichten.

§ 1, welcher bestimmt, daß bei den mit mehr als 35 Richtern besetzten Amtsgerichten das Recht der Auf­sicht einem Amtsrichter zustetzen soll, der den Titel AmtZgerichtsdirektor führt, ist von der Kommisston unverändert angenommen worden.

Abg. Peltasohn (fr. Bgg.) beantragt, daß die Ein­richtung der AmtsgerichtSdrrektoren fallen gelassen und

Tücher mw drücklea sich in die Ecken des Wagens mit dem festen Borsatz, etwas zu ruhen. Doch der Schlaf wollte nicht kommen.

Die ersten Stunden der Nacht vergingen ohne Störung. Da — auf einmal — e« mochte zwischen zwölf und eins sein, war es, als ob die Erde er­zittere: ein dumpfes Rolle», wie ferner Donner, ließ sich in Zwischenpausen vornehmen. ES war die er­neute Attacke auf das Dori, diesmal mit Hilfe einiger Geschütze, welche die Angreifer at s der vächsien Stadt geholt hatten.

Pep, und Luisette waren im N« auS dem Wagcn, während GareillaS von seinem Mooslager aus prang.

An allen Gliedern zitternd standen die drei zu- sammengedrängt und horchten in das Dunkel hinaus.

Das Geschrei der Verwundeten, die Flüche der Besiegten drangen vernehmlich, wenn auch g dämpft, bis zu ihnen. Ganz nahe konnten sie dem Kampfplatz nicht fein, jedoch das Gefühl der Sicherheit war voll­ständig versiegen/

„Hier wird'» nicht lange mehr gut feix!" sagte der Kutscher. „Wenn die Banditen morgen früh fertig find mit Brennen und Morden, werden fie fich in die Umgebung zerstreuen. W-.r müssen mit dem Morgenrot "aufbrechen." ,

„Es jgrb aber leider in der Ebene längst hell s-in, ehe die Sonne bis zu uns in das Walderdickecht dringt." k ag(e Pepa.

„Gott befohlen, Madame!" tröstete Gareillas, der e n guter Chrisi war. „Lassen Sie uns beten I"

Pepa bra»chte nicht dazu ermahnt zu werden. Inbrünstig empfahl fie fich und ihre Gefährten dem Schutz und der Fürbitte der Muttergottes — fie betete auch für die, welche dort auf dem Schlachtfelde mit dem Tode rangen.

Es war die Jahreszeit der langen Rächte, und diese Schreckensstunden schienen den Verirrten endlos.

Doch, der Morgen graute. In der Ferne hörte man Triumpfgeschrei: die Sieger hatten gute Bente gefunden, fie aßen und tränten und ließen sich wohl

statt dessen Anitsgerichisp'äsidenten an den Amts" gerechten mit mehr als 80 Richtern eingesührt werden. In der Jage des Auffichtsi echteS ioll.n diese AmtS- geiichlspräsidenren dieselben Befugnisse haben, wie die AmtSgerichtspi Ssidenten in Berlin I und II. Der Landgerichts!)? äsident soll die Oberaufsicht habe» and die Ernennung des Amikgerichlspräsidenten. durch de» Röntg erfolgen.

In der Diskussion führte Abg. Roere« (Zentrum) nochmals alle Gründe an, die gegen die geplante Neuerung sprechen. Die beabsichttare Entlastung der Amtsgerichtspräsidenten werde nicht erreicht. Unter den Richtern herrsche große Erbitterung. Maa habe das Gefühl, a!s wenn die Selbstärdigkeit. auf die dte Richter so stolz seien, beeinträchtigt werden, solle. Dies dürfe nicht geschehen. Die Bevölkerung dür-e in ihrem Vertrauen auf die Selbständigkeit unseres Rtchter- standrS nicht schwankend gemacht werden. Der Antrag Pe'tafohn bezwecke nicht nebr eine Entlastung der AwtSgerichtspröftaenten, sondern Üb rtrage die Reform auf ein anderes Gebiet.

Außer dem Zentrum erklärten fich die Mehrheit der Konservativen und alle anderen Parteien mit alleinrger Ausnahme der Frekonservativen gegen daS Amlsgerichtsdirektorrngesctz Für den Antrag Pelta­sohn sprachen, sich aus dte Freisinnige Bereinigung, die National! beraten, die Freiionservatven und die Mehr­heit der Konservativen.

Fustizmintster Schönstedt versuchte nicht mehr die Vorlage zu retten. In seinen Darlegungen Über die ganze Angelegenheit wandte er sich heftig gegen eine» Beschluß des Vorstandes der rheinischen Anwaltskammer gegen dos Gesetz, der bekanntlich durch die Presse ge­gangen ist. Für ihn existiere der Beschluß nicht. Die Kammer habe ihre Kompetenz überschritten.

Bei der Abstimmung wurden alle Paragravhe» des Gesetze- abgelehnt, dagegen der Antrag Peltafohn mit knapper Mehrheit angenommen. Mit dem Zentrum stimmten dagegen die freifinnige Bocks­partei und ein Teil der Konservativen.

Mimster Schönstedt erklärt den Antrag Pettasoh» vom Standpunkt der Justizverwaltung aus für a»- nehmbar, konnte aber über die Stellungnahme bei StaatsmtnisterimnS nick's sagen.

Die eigentliche Entscheidung in der ganzen Frage bleibt also der dritten Lesung vorbehalten.

Nach Erledigung dieser Flage beschäftigte sich das Haus 'nochmals mck der geforderten (Sinttatung vo» Abteilungsoorstände;! für die 6 größten ersten Staats­anwaltschaften. Die Kommission hat diese Stellen ab- ge lehnt und dem Minister nur Funktionszulagen für 6 Staatsanwälte zur Verfügung gestellt.

Minister Schönstedt verwandte fich lebhaft für die Regierungsforderuna,

Abg. Ve Witt (Z.) erklärte, feine politisch« Freunde blieben bei dem Kommisfionsdeschluffe.

Die beiden konservativen Parteien erklärte» fich geneigt, den Minister seinen Willen zu tun.

Bei der Abstimmung ergab fich die Beschl»ß- nnfähig!eit des HauseS. Für den Kommisfionsbe- schluß stimmten 98, dagegen 71 Abgeordnete.

Am Donnerstag wird die Abstimmung wiederholt. Außerdem steht der Etat der Finanzverwaltung |*c Verhandlung.

* Dex mssisch-ja-aMche Krieg.

Der Untergang des „Petropa«- lowSk" hat dem Zaren nach Prioalmelduufie» Anlaß zu energischen Rügen gegeben. ®» soll der Hasenkommandant von Port Arthur Befehl erhalten haben, wegen des Unterganges des „Petropawlowsl" die strengste Untersuchung einzuletten. In den Depeschen betont der Z«, daß eS bei entsprechender Wachsamkeit den Japanern uvmögttch geworden wäre, irr der kritischen Nacht dis nahe an den Hafenemgarrg zu gelangen.

fein; wahrschenlich verließen fie den Ort fo bald nicht.

GareillaS spähte wieder nach Rettung; es bauerte nicht lange, so entdeckte er eine Lichung, und vo* dieser aus konnte er über den ziemlich steil abfaHee» den Hügel weg in ein engeS Tal schauen und a«f die fich hindurch schlängelnde Landstraße.

„Jetzt finde ich mch znrecht," rief er. „®mn«e einer halben Stunde können wir auf dem Gute fit Merced fein, wo man jeden Reisenden gastlich auf­nimmt, und von da erreichen wir den Weg nach Sem Louis."

Die Böschung war abschüssig, fie mußte« zu Fuß gehen. Pkpa wagte sich als erste tapfer auf die glatte Fläche und kam ohne Beschwerden «nie* an. Nicht so Lmsette, welche ohne die Hilfe de» Kutschers sicherlich gestürzt träte.

Das kleine Tal la, reizend da in dem bleiche« Morgenlicht Alles war so freundlich und still, fch Laut des blutigen Streites schien bis hierher M dringen.

Die abgehetzten Pferde kamen nur müh'am wetten, somit dauerte eS eine Stunde, dis die Flüchtliuße fit Merced erreichten.

10. Kapitel.

Der junge, unverheira ete B efitzer dieses Gute- war nicht daheim. Wie olle vornehmen Argentinier, hatte er ite Porte- des abgesetzten Präsident« ergriffen und fich in das Hauptlager desselben, nach Torrrentes, begeben. Sein Eigentum war derweil« in guten Händen, denn hier lag als Vorposten eine ziemlich starke Besatzung. Die Stelle eignete fich be­sonders als Beobachtungspunkt. ,

Unsere Reisenden mußten daher vor dem EintrM parlamentieren.

Pepa zei te ihren von der ftanzöfischen Botschaft ausgestellten Paß, worauf mau fie znm Befehlshaber gdeiteie. Es traf fich, daß dieser Offizier ei« alter Bekannter ihrer verstorbenen Tante war, der fie inf*