Sulda, Mittwoch, den 6. April 1904.
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31. Jahrgang.
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* Monatsbeilage: „^UlÖGCt GeschichtZbläüer".
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(Nachdruck verboten.)
hübsche Fächer und
verliere den Mut
er mit gutem Bei-
Deutsches Reich.
Die japanischen Behörden requirierten 1008 Pferde. Jeder Armee wird voraussichtlich eine ziemlich bedeutende Kavallerieabteilung zugeteilt werden. Pferde und Mannschaften der Reiterei sind anscheinend der europäischen Kavallerie nicht gleichwertig, aber die japanischen Offiziere erklären, daß sich die Kavallerie ihren Aufgaben gewachsen zeigen werde. Der größere Teil der nach Korea abgehenden japanischen Artillerie führt anscheinend keine schweren Geschütze, aber man glaubt, daß Japan mehrere Batterien mit schweren Geschützen besitzt, die der besten Feld- artillerie ebenbürtig find. Außerdem hat Japan mehrere Batterien Bergartillerie. Das in ganz Korea und der Mandschurei herrschende Ta*- welter macht die Straßen schwer gangbar.
„Isabella wird auch arbeiten!
„Sie ist so zart!"
Si. malt sehr gut und kann Bildchen hn stellen."
„Ihr lieben, gute« Kinder!"
„Bitter, ich beschwöre dich, nicht!"
Maria Angela.
Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Genehmigte Uebersetzung aus dem Französischen.
Har MareSkat begriff, daß i " spiele vorangehen »tifie. Er schw eg." Aber die Tränen, welche er zurückdrängte, fielen in heiße» Tropfe« auf sem zermarterte, Herz.
Trotz aller Bemühungen Maria-Angela« verlief der Abend in dumpfer Erstarrung. Sie brachte die
Schwesterchen und cen kleinen Peter zu Bett, nachdem sic mit ihnen gebetet hatte, und nötigte dann auch Isabella, sich hmzulegen.
Diese zitterte in Fieberschauern.
Poupee blieb noch lange an ihrem Lager fitzen, und erst als Isabella sich einigermaßen beruhigt hatte, dachte sie an ihre eigene Person.
„Ich darf meine Kräfte nicht gleich verbrauchen", I sagte sie zu sich selbst. „Die Mission, mit der die Mutter mich betraut, ist noch nicht zu Ende."
Inbrünstig vob sie die Hände zum Himmel empor und flehte um Mut und Stärke.
Nach kurzem Schlafe machte sie fich zum Ausgange bereit. Sie war noch niemals unbegleitet auf der Straße erschienen, aber jetzt mußte sie fich daran gewöhnen. Gesellschaftliche Rücksichten konnten nicht mehr in Frage kommen.
Sie wußte, daß Bikar Preval um sechs Uhr die hl. Messe las. Vielleicht gelang es ihr, ihn noch vorher zu sprechen, damit sie zeitig genug wieder zu Hause sein könne, wenn der Baier nach ihr verlangen sollte. Auch mußte sie ja „ihre Kinder" ankleiden. In kurzen Worten klagte sie dem gutn Priester das eisgetteiene Verhängnis.
„Gehen Sie heim, liebes Kind", sagte dieser, „ich werde im Laufe des Vormittags zu Ihnen kommen."
Poupee hörte die heilige Meffe an und mochte fich eilig auf den Rückweg.
Alle schliefen «och oder ^schienen wenigstens noch zu schlafe», denn in Wirklichkeit hatte Herr MareSkat keine» Augenblick sein Leid vergessen können; für ihn war eS die erste von vielen traurigen langen Rächten.
Isabella erwachte aus einem wirren Traum. Maria-Angela, über ihr Bett gebeugt, lauschte ängstlich aus das erste Wort von ihren Lippe».
Aber ach! Die weit geöffneten Augen der Kranken erkannten fie nicht; aus den unzusammevhängenden Reden sprach das Delirium — daS Fieber erreichte fernen höchsten Grad.
Poupee war gelähmt vor Schrecken.
Aber fie gewann chre Kaltblüligkett bald wieder.
• Der rusfisch'jaycmlsche Krieg.
Still ist's ringsumher. Im Blätterwalds regt fich kein Lüftchen, das uns von Schlachten zu Wasser oder zu Lande meldete. Das Haup - inteteffe beanspruchen die Nachrichten aus Korea. Die Kosaken haben dem Anschein nach sämtliche Stellungen in Nordwestkorea geräumt, vielleicht ist General Nuschtschenko sogar bereits über den Nalufluß z arückgew chen. Die Avantgarde der ersten japanischen Armee ist, die Richtigkeit der Meldung des Bureaus Reuter vorausgesetzt, am zweite n Osterfeiertage bereits in Widichu unweit der Mündung des Drlufluffes eingetroffen. Nun handelt eS fich darum, ob die Japaner den Üebergang über den Aalu erzwingen werden. Zunächst müssen fie noch warten, da auf dem Fluß der Eisgang begonnen bat. Auch soll nack der Ansicht von Kennern des Landes gerade be Widschu der Üebergang über den Fluß wegen seiner Breite und der weit ausgedehnten sumpfigen Oberfläche sehr schwierig sein.
.lieber den Vormarsch der Japaner in Nordwestkorea liegen folgende Berichte vor:
Wie „Reuters Bureau" aus Schanghai meldet, sind dort am Montag Nachrichten aus Japan eingetroffen, wonach das ganze japanische erste Armeekorps ans Land gesetzt worden ist und im Nordwesten Koreas Stellung genommen hat. Seine Vorbereitungen zu einem Vorstoß gegen die russischen Stellungen am Aalu find weit vorgeschritten. Sine weitere „Reuter". Meldung aus Schanghai berichtet, daß am Montag vormittag japanische Auf. llärungstruppen inWidschu eingerückt | sind. Dis Ruffen haben sich anscheinend über den Ualu zurückgezogen.
Weitere Meldungen aus Phjöngjang bestätigen, daß eine japanische Patrouille schon am Samstag nach Widschu gekommen ist und die Stadt von Ruffen verlassen gefunden hat. Die Koreaner teilten der Patrouille mir, daß die russischen Streitkräfte am oberen IaluauS kleinen Truppen bestehen.
In Wladiwostok ist alles ruhig. Viele Einwohner, die fortgezogen waren, kehren wieder hierher zurück. Die Uffuribahn befördert wieder Privatfrachten.
W. Loudon, 6. April 1904. .Zentral News" meldet aus Söul: 1400 weitere japanische Pioniere mit Pferden, Wagen und Baumaterial find in Söul angekommen; fie sollen die große Pionierabteilung, welche schon energisch am Bau der Eisenbahn von Söul nach Widschu arbeitet, noch verstärken.
W. Schanghai, 6. April 1904. Nach Meldungen aus Kobe find gegenwärtig 260,000 Japaner auf dem Marsche. Außerdem find in den Garnisonen 60,000 unter den Waffen, abgesehen von den Reserven der dritten Klaffe, die noch nicht mobilisiert sind. Der Generalstab bewahrt über den Feldzugsplan Stillschweigen. Man nimmt aber an, daß die japanischen Streitkräfte in drei Armeen geteilt operieren werden.
„Setze schnell Deinen H«t auf", spornte er Maria- wiflefa zur Eile. „Wenn der Herr B kar nur nicht ausgepangen ist!"!
„Wir werden ihn in der Kirche fi den", antwortete dar junge Müschen, „cs ist jetzt Beichlzett."
Mit unendlicher Sorgfalt leitete sie die Schritte des Hilflosen.
Herr Vikar Preval war auf seinem Posten und empfing fie gleich.
Vater und Tochter nahmen umgehend das Wort und schilderten ihre augenblickliche Lage.
Sm Hartherziger wäre beim Anblick dieses Blinden und sein.S tapferen lieblichen K ndes von Mitleid gerührt worden — und Vikar Preval war nicht wenig-r als gefühllos. Sein Herz und seine Börse gehörte den Armen und Bedrängten; er hätte gern mit vollen Händen gegeben, wenn eS ihm «Wich gewesen wäre, aber keiner schied von ihm ohne Rat und Hilfe.
.. ®r versprach, gleich durch seine Konfraters Um- lcha« halten zu lafle» nach argentinischen Fam lien. •”* war die heiße Jahreszeit vorgeschritten; die reichen Leute weilten meist auf dem Lande oder an der See..
Als Maria-Anxela mit dem Vater heimkam w« das ganze H°us in Aufregung. Die Köchin lärmte und schtmpfte; Isabella, leichenblaß, war auf. gestanden, die Kinder meinten.
„Was ist geschehen?" riefen Bater und Tochter.
Sie wurden eS bald gewahr. Die Gerichtsvoll- «eher hatten ihre» Amte» gewaltet; vor Ablauf der Woche würde man ihnen nehmen, was fie noch besaßen, und fie dann aus die Straße setzen.
Berlin, den 5 April 1904.
* Kaiser Wilhelm II. sandte, wie der,Germ/ ron zuverlässiger Seite aus;Rom gemeldet wird, von Neapel aus ein Telegramm an Papst Pius X., worin er sein Bedauern aussprach, nicht nach Rom kommen und den Papst be- grüßen zu können. Die Mittelmeerreife fei nur aus Gesundheitsrücksichten von ihm angetreten, und daher müffe er Rom fern bleiben.
Kronprinz begibt sich dieser Tage zum Besuche am dänischen Hofe nach Kopenhagen, um als Vertreter des Kaisers dem Könige aus Anlaß seines am 8. d. Mts. statt- tt"dknden 86. Geburtstages die Glückwünsche des Kaisers zu überbringen. Wie die ,Voff. Ztg/ aus bester Quelle erfährt, et folgt der Besuch des Kronprinzen in Kopenhagen unter der Voraussetzung, daß kumberländische Prinzessinnen dort nicht anwesend find.
* Prinz Maximilian von Schaumburg- Lippe Wie aus Abazzia gemeldet wird, ist der Prinz Maximilian zu Schaumburg- Lippe dort am Freitag abend gestorben. Die Beisetzung findet dem schwäbischen Merkur' zu- folge am Donnerstag vormittag auf dem neuen Friedhöfe in Ludwigsburg statt. Prinz Maximilian ist ein Vetter des regierenden Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. Er war auf dem Sommersitz der österreichischen Linie des Schaumburg-Lippe'schen Hauses, auf Ratiboritz in Böhmen, am 13. März 1871 geboten. Seit bem Jahre 1898 war er mit der Herzogin Olga von Württemberg vermählt, die ihm zwei Söhne, die Prinzen Eugen und Albert, schenkte.
* Für eine neue Flottenvorlage machen die „beffern Liberalen", die „Alldeutschen', Stimmung. Beschleunigten Ausbau der Aus-1 iarids- und Schlachlflotte verlangen die Herren, bringen aber keinen einzigen neuen Beweis für die Notwendigkeit ihrer Forderungen, noch weniger plagen fie sich mit der Frage, woher das Reich ttotz des Fehlbetrages das Geld her- nehmen soll. Vielleicht spenden die begeisterten Alldeutschen und ihre weniger liberalen Vettern das nötige Kleingeld aus ihrer Tasche.
)*( Die wasserwirtschaftliche« Vorlage« insgesamt sollen, wie mehrere Blätter melden, gleichzeitig am 11. April nebst den dazu gehörigen Anlagen und Denkschriften dem Abgeordnetenhause zugehen, sodaß das am 12. wieder zusammentretende Haus sie alle gleichzeitig vor- findet. Nach anderer Angabe sollen sie dem Hause bereits am 9. April zugehen. Wir könnens ja abwarten.
* Die Einweihung des neuen Berliner DomeS soll im Januar kommenden Jahres, voraussichtlich am Geburtstage des Kaisers, statt-
„Und es wird Ihnen nur recht geschehen," eiferte die erboste Köchin. „Man betrügt die Leute nicht ungestraft."
„Wir haben niemanden betrogen," entgemete Herr Mareskat sanft.
„So? Was foJen denn all die Geschichten heißen?"
„Sie will nicht glauben," unterbrach Isabella, „daß die Mutter fort ist um Geld zu holen, und daß wir fie jeden Tag erwarten."
„Ich meine, daß Sie da lange warten können," höhnte die Unverschämte und brach in häßliches Lachen aus
Herr Mareskat ließ fich ausstöhnend in einen Sessel sinken
«Mein Gott!" rief er, „daS ist ru viel"!
Poupee schlang die Arme um «einen Nacken.
»Weine nicht Papa," fUfttrie sie, „Mutter kommt wieder. Wir machen eine schlimme Zeit durch. Gott prüft uns schwer, aber du wiest sehen, daß er unS nicht ganz verläßt."
„Mein Leiden macht mich zu allem unfähig, ich kann nicht einmal allein auf die Straße; was soll ich tun, um unS zu helfen?"
„Ich werde arbeiten, Vater!"
„Äi me kleine! Woran denkst du? Eine Frau, selbst die geschickteste, verdient so wenig, und wir sind neun."
। finden. — Am Dombau wird, nachdem der Landtag die Baukosten mit 10 Millionen Mark bereits 1892 bewilligt hatte, seit 1894 gearbeitet.
i: Es ist in letzter Zeit vielfach darauf hingewiesen worden, von welcher Wichtigkeit für den Exporthandel die Fassung und Form der ins Ausland versandten Kataloge und Preis. Verzeichnisse ist. Es wird neuerdings wieder aus mittel- und südamerikanischen Ländern von Kennern der dortigen Verhältnisse auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß die von deutschen Firmen dorthin verschickten Kataloge in deutscher Sprache nahezu wertlos sind. Wenn Kataloge ihren Zweck erfüllen sollen, so müssen fie für jene Länder in spanischer Sprache abgefaßt sein, da idie dortige Kaufmannschaft fast durchweg nicht Deutsch versteht. Ferner ist es unbedingt notwendig, daß aus den Katalogen die Preise der Waren am Bestimmungsort, die der Abnehmer sofort kennen will, ersichtlich und darin alle für den Abnehmer wichtigen Preisangaben und sonstigen Details enthalten sind. Schließ- i lich ist eine gefällige Ausstattung der Kataloge, insbesondere ihre Ausschmückung mit hübschen Abbildungen, ein nicht zu unterschätzendes Moment für ihre Verbreitung und ihre Wirksamkeit.
* Im Monat März erhielt der Verband der katholischen Arbeiter - Vereine Süd- dentschlandS wieder einen Zuwachs, und zwar 17 Vereine mit rund 1300 Mit- gliedern. Hiervon gehören 9 (Berghausen, Münchweiler, Diedesfeld, Waldfee, Deidesheim, Berg, Maßweiler, Otterstadt und Ensheim) der Diözese Speyer, 2 (Schwanfeld und Oberndorf) der Diözese Würzburg, 2 (Schönau und Aigen | a. d. Inn) der Diözese Passau, 1 (Mörnsheim) der Diözese Eichstätt, 1 (Schwarzach) der Diözese Regensburg, 1 (Schlüsselfeld) der Erzdiözese Bamberg und 1 (Staig OA. Laupheim) der Diözese Rottenburg an. Seit der letzten Statistik find dem Verbände beigetreten 115 Vereine mit rund 9000 Mitgliedern. Die Gesamtzahl der bent süd- deutschen Verbände kathol. Arbeiter-Vereine an- geschlossenen Vereine beträgt gegenwärtig 540 Vereine mit einer Mitgliederzahl von über 71,000.
* Nürnberg, 5. April 1904. Der erste internationale Kongreß für Schulhygiene wurde heute vormittag durch den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern mit einer Ansprache eröffnet, in der der Prinz auf die große Aufgabe der Hygiene in der Schule hinwies, von dem zarten kindlichen Organismus alle Schädlichkeiten fernzuhalten und ihn gegen äußere und innere Einflüsse zu stählen. Der Prinz gab der Erwartung Ausdruck, daß dieser Kongreß weiteren Kongreffen vorarbeiten werde. Der Borfitzende des Kongresses, Professor GrieSbach-Straßburg, dankte dem Prinzen, sowie dem Ehrenpräsidenten, den Staatsministern Dr. v. Wehner und Frhr. v. Feilitzsch und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, den Prinzregenten und auf den Prinzen Ludwig Ferdinand. Auf dem Kongresse sind sämtliche europäische Staaten, ausgenommen die Türkei, vertreten, ferner Japan. An den Kaiser und an den Prinzregenten wurden Huldigungstelegramme abgesendet.
Auch itt den führenden Kreise« des schwetzerische« Liberalismus hat die Auf- Hebung des § 2 des deutschen Jesuiten- g e setz es große Bestürzung heroorgerufen. Die Schweiz ist in den vierziger Jahren deS vergangenen Jahrhunderts mit Ausnahmegesetzen gegen die Gesellschaft Jesu vorangegangen. Für die schweizerischen Katholiken find jene freiheitS- schänderischen Bestimmungen der Bundesver- faffung jetzt noch der Gegenstand der berechttgsten Beschwerden, und sie werden es auch hier bleibe», bis das Gesetz, welches eine Schmach gerade in der demokratischen Republik ist, einmal fällt. Man kann eS allerdings leider nicht abfehen, wann dies geschehen werde. Freiwilliges Entgegenkommen darf man nicht erwarten; wie anderswo muß der Zwang der Verhältnisse Wandel schaff'», und welche Umstände und Ereignisse werden diese Wirkung Üben? So nur läßt es sich denken, daß, wie es tatsächlich jetzt in hervorragenden freisinnigen Blättern der Schweiz geschieht, die Katholiken höhnisch aufgefordert werden, fie mögen es nur einmal versuchen und in der Schweiz am Jesuitengesetz rütteln. Für eine Beseitigung der schmählichen Ausnahme- gesctzgkbung wären in der Schweiz nur die Sozialdemokraten zu haben, und auch diese nicht ausnahmslos. Während fich nämlich die hervorragenden älteren Führer, allerdings zum Teil aus politischen Gründen, an die Sette der Katholiken stellen würden, haben die jetzt in Frankreich herrschenden Ideen eines James und anderer in der Westschweiz auf die organifierte Arbeiterschaft einen schlimmen Einfluß ausgeübt, der fich bis in die deutsche Schweiz bemerklich macht und in Anfeindungen des Gedankens der christlichen Gewerkschaft kundgibt.
* Die bulgarisch-türkischenBeziehnugeik ind, wie die Ereignisse der letzten Tage gezeigt laben, wieder recht gespannt. Die türkische Regierung hat bei dem ökumenischen Patriarchat gegen den griechischen Metropoliten von Mo- Nacydem sie der Schwester kalte Essigtüch-r auf bk Stirn gelegt und die Füße in Senfpflaster gewickelt, ging fie zum Vater.
Dieser drückte einen langen Kuß auf ihre Siir«. „Wie geht eS Isabella?’ fragte er.
„Jlabella ist nicht wohl, fie kann nicht aufstehen." „Dann w ll ich gleich zu ihr gehen." Maria-Angela hätte gern dem Vater diese« neuen Kummer erspart, aber es ließ fich nicht verheimlichen.
Ueberdies konnte man Isabella nicht allein taffe*, und Herr MareSkat war wohl noch im stände, die kompressen zu erneuern, die fich infolge deS Fieber« chnell erhitzten. Aus diese Weise gewann Maria- Angela etwas Zeit für die Hausarbeit.
Sie hals also dem Vater bei der Toilette und ührte ihn dann zum Kranken.
Der Herr Vikar ließ nicht lange auf sich warte* Mit ihm kam wieder einige Zuversicht in da« InglückShauS. Er hatte nicht allein ein gütige» Herz, andern auch einen praktischen Kops. Sofort ließ er ich die Sachen zeigen, welche den Händen der Ge- ichtsdiener entgangen waren, und riet dann, einige Wäsche beiseite zu legen und das übrige zu »ertaefe*. Auch machte er fie auf die Einrichtung-gegenstände aufmerksam, welche dar Gesetz ihnen zu behalte« gestattete.
„Diese Gegenstände darf" man Ihnen nicht nehmen," versicherte er. „Sie sollen die bescheidene Wohnung möbliere», die ich für Sie miete* werde."
„O, Dank, besten Dank, Herr Bikar!"
Als diese Vorsorge getroffen, bemühte fich der würdige Geistliche, der Köchin daS Verspreche* abzunehmen, noch eine Woche auf ihrem Posten z* bleiben und jede fernere b/leidigende Bemerkung zu unterlassen. Bezahlt olle fie werde». Auch einen Arzt wolle er senden sagte er zum Abschied.
»Und wenn ich ihn selbst bezahlen muß," meinte er stir sich.
Herr Mareskat äußerte seine innige Daußbar- kett. (8. f.)