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Druck und Verlag ft« MftaerLktiraftruckerei i« $xlfte (Qannontt) Zernfprech« Nr. 9.
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Kllda, Samstag, dm 2. April 1904.
3L Jahrgang.
Wege» des hl. Osterfeste- wird die «iichste R«««er unserer Zeit««« erst «w Dienstag ««sgegebe».
0 dum Osterfeste.
Auf die Auferstehung Christi gründet sich der christliche Glaube. „SBenn Christus nicht auferstanden ist, daun ist eitel unsere Predigt, eitel auch unser Glaube." Darum bildet das Osterfest den Mittel- und Höhepunkt bei Kirchenjahres. Kein anderes Fest ist so sehr ein Fest der Freude, immer wieder fordert die Kirche -u Freude und Jubel auf, immer von neuem tönt das Alleluja. Tin freudiges Ereignis erregt stets umso größeres Frohlocken, je größer der Schmerz und die Sorge waren, die vorhergingen. Wer aus Kummet und Not durch einen Glücksfall erlöst wird, der freut fich weit mehr, als wer bereits in Behaglichkeit und Sorglofigkeit lebte. Kein wohligeres Gefühl als dasjenige eines Menschen, der nach schwerer Krankheit in der Genesung begriffen ist. Für unfern Erdstrich fällt dar Osterfest mit dem Erwachen der Natur im Frühling zusammen. Der Frühlrng ist vor allem deshalb die schönste Jahreszeit, weil der lange rauhe Winter vorauf- zegangen ist. Die aus dem Grabe wieder er- wachende Natur feiert daS Geheimnis der auf- erstchnng dei Herrn mit; deshalb ist das Osterfest für uns doppelt schön und freudvoll.
Niemals in ihrer vieltausendjährigen Geschichte hat die Menschheit einen traurigeren Lag gesehen, als den Charfreitag, an dem auf Golgatha der Sohn GotteS in Schmach und Schmerzen am Kreuze starb. Für die Jünger des Herrn war er um so trauriger, als sie trotz mehrjährigem Umgang und täglicher Belehrung mit und durch den Me.ister die Bedeutung dieses Todes noch nicht verstanden hatten. Sie wußten noch nicht, daß Christus das alles leiden und so in seine HerrlichkeU ein- zehen mußte. Darum waren fie nur traurig, oeryneifett und geängstigt. Nirgends hören wir davon, daß fie auf die Auferstehung des Ge- kreuzigten hofften. Um so größer war dann freilich ihre Freude, als er ihnen erschien. Und wenn fie fich auch vorerst aui Menschen- furcht «och nicht hervorwagten mit der Predigt des Gekreuzigten und Auferstandenen, vorbereitet haben fie fich in der Freude über die Auferstehung doch wohl schon auf ihr neues Amt.
Wir find gern geneigt, die Apostel ob ihrer anfänglichen Verzagtheit zu tadeln. Aber machen wir eS wesentlich anders als fie? Wie mancher verzagt und verzweifelt schon m kleinem Unglück. Der Mut der Menschen ist lauge nicht so groß, wie er ausfieht, so lange er nicht auf die Probe gestellt wird. In guten
Tagen ist leicht prahlen: Ich würde mich nicht so schwächlich benommen und nicht so rasch gebeugt haben. Kommt das Unglück, so ist man sofort gebrochen, wiewohl das Unglück doch nicht entfernt zu vergleichen ist mit dem, das die Jünger des Herrn an deffev Todestage getroffen hatte, soweit fie es wenigstens beurteilen konnten. Selbstvertrauen und Sottvertrauen ge- hört zur Ueberwindung von Not und Unglück. Die Jünger hatten wohl an beiden nicht viel, aber auch die Christen von beute, die durch die Auferstehung doch belehrt worden find, niemals im Sottvertrauen zu wanken, haben »ft nicht viel davon. Ohne Sottvertrauen ist ei ab-r meist auch mit dem Selbstvertrauen nicht weit her. Ss ist hohle Bermeffenheit, die nicht Stand hält, wenn die Probe kommt, da fie als Untergrund nicht daS Vertrauen zu Sott hat, da« unszlehrt, daß Sott bei allem, was geschieht, nur daS Beste feinet Geschöpfe im Auge hat. Wo nun gar der christliche Glaube überhaupt fehlt, da scheu wir im Unglücke, selbst wenn es nur ein vermeintliches Unglück ist, daun die Verzweiflungstaten, die wir heutzutage alle Augenblicke erleben, Selbstmorde und Ermordungen ganzer Familien.
Auf den Glauben an die Aufer- stehungChristi ist die Kirche gegründet. Sie hat in den 2000 Jahren ihres Bestehens keinen Augenblick des Zweifels an dem Schutze des Herrn gehabt, geschweige denn der Verzweiflung. Und es ist ihr doch wahrlich oft sehr schlecht gegangen. Blutige Verfolgung, Tyrannei, Betrug und Verführung haben gegen fie gearbeitet. Stets hat fie an der Hoffnung ihres Sieges unerschütterlich festgehalten und mit ihrem Herrn und Meister gesagt: Mut, ich habe die Welt überwunden. Aus der Auferstehung Christi schöpft fie ihr Vertrauen und ihre Siegeszuverficht.
In unserm Vaterlande haben wir eine ge« häffige und verlogene Hetze, die augenblicklich wieder mit besonderer Wut tobt. In vielen andern Ländern wird offener oder versteckter Kulturkampf getrieben. Das Osterfest ist un8 eine Mahnung, nicht zu verzagen. Der Herr, der Hölle und Tod Überwunden hat, Der- läßt weder den einzelnen Menschen, der auf ihn vertraut, noch seine Kirche: „Christas regnat, Christas imperat, Christas ab omni malo plebem suam defendet!“ „Christus siezt, Christus regiert, Christus wird sein Volk vor allem Hebel schützen!"
Berlin, den 31, Mär? 1904.
* Gegen die Errichtung einer päpft- lichen Nuntiatur in Berlin, von der neuer» dings in der Presse mehrfach die Rede war, spricht fich in einem bemerkenswerten Artikel die
,Germ.' aus. Nachdem der Artikel die in dieser Richtung gemachten Versuche sowie auch die für Errichtung einer Nuntiatur sprechenden Gründe dargelegt hat, sagt er, trotz alledem müsse die allseitige, unbefangene und titfeinbringenbe Würdigung der katholischen wie der deutschen Inter- essen dazu führen, die Verwirklichung deS in Frage stehenden Gedankens als nicht rätlich erscheinen zu lassen. Nach eingehender Würdigung der gesamten Verhältnisse kommt die ,@etmama' zu dem Schluffe, daß der politische Ruf des Zentrums und seine Wirksawkett immerfort neuen Verdächtigungen ausgesetzt fein würden und die TLtigkett des Zentrums im Reichstage nach Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Berlin häufig genug lahm gelegt werden würde.
* Das preußische Ministerium der öffentliche« Arbeiten feiert heute (1. April) den Gedenktag 25jährigen Bestehens in feiner heutigen Gestalt. Am 7. März ds. IS. wies der Minister Budde in seiner Einführungsrede zum Eifenbahnetat auf dieses Ereignis hin. Was er damals ausführte, charakterifierte am besten die außerordentliche Bedeutung des Verwaltungszweiges, der jetzt sein Jubiläum feiert, und es sei daher auS den Angaben des Ministers nach dem amtlichen Texte die Zusammen- stellung der in diesem Zeiträume erzielten Erfolge der Eisenbahnverwaltung, als des Haupt- zweigeS deS ganze» Refforts, wiedergegeben:
Bor 25 Jahren, also 1879, betrug die Betriebslänge der Bahnen 6104 Kilometer, heute 33766 Kilometer ; damals betrugen die Betriebseinnahmen 163880000 Mark und jetzt 1517400000 Mk., die Betriebsausgaben damals 102(51000 Mk. und jetzt 929 516000 M., der Betriebs Überschuß damals 61000000 Mark und jetzt 600000000 M., das Gesamlkapital 1423000000 M. gegen 8,8 Milliarden, die Rente deS Kapitals 4,30 Prozent gegen jetzt 7 Prozent, die Zahl der Stationen, Bahnhöfe, Hattestellen, Haltepunkte damals 807 und jetzt 5802, die Zahl der beförderten Personen damals 31867000 und jetzt 608865000, die Einnahme für einen Personenkilvmeter damals 3,42 Pfg. und jetzt 2,52 Pfg., die beförderten Gütertonnen damals 24820000 jetzt 219900000, di« Einnahmen für daS Tonnenkilometer damals 4,53 Pfg. gegen jetzt 8,54 Pfg., dir Zastl der Sisenbahnrr 1879 60500, heute rund 375000.
Es ist ein Ergebnis, wie es vor 25 Jahren kaum eine Phantasie vorausgesehen hat. 1838 wurde, so bemerkt dazu die .Straßburger Post', in Preußen die erste Bahn von Berlin nach Potsdam gebaut, und zwar als Privatunternehmen. Erst 1849 machte der Handelsminister v. d. Heudt den Kammern Vorlagen für eine Anzahl Staatsbahnen, Private und Staat bauten in folgenden Jahrzehnten nebeneinander. Da nach dem großen Kriege Bismarcks Pläne auf eine große Reichseisenbahngemeinschaft scheiterten, kaufte Minister v. Maybach 1870 und 1880 sechs große Bahnen an, worauf bann allmählich sämtliche große Bahnen in den Besitz des preußischen Staates übergingen. 1896 wurde der Staatsvertrag mit Hessen geschlossen. Man halte gegen die obigen Ziffern die so viel gerühmten Verhältnisse in Nordamerika, wo nach den Darlegungen des Geheimrats von der Leyen in der Zett von 1870 bis 1897 nicht weniger als 752 Eisen- bahnen bankerott wurden und allein im Jahre
> erstes ßlatt <
1893 74 Gesellschaften mit einem Anlagekapital von über 7 Milliarden in Zwangs Verwaltung tarnen, wo nach den Ausführungen des Finanz- ministerr Frhru. v. Rheinbaben 54 Proz. dieser Eisenbahnen überhaupt nicht die gertwgfte Dividende gaben und sich alle insgesamt «tt noch nicht 2 Proz. verzinsen.
* Generalleutnant z. D. Gras Rm sollte nach den Berichten verschiedener Zeitungen au der Versammlung des Evangelischen Bundes, die am 23. März in Berlin statt- fanb, teilgenommen haben. Derselbe erklärt daS in einer Zuschrift an die »Kreuz-Zeitung' und den .ReichSboten' für unrichtig. Weiter bemerkt er: Ich habe zwar als Reichstagsabgeordneter stets gegen die Aufhebung des tz 2 beS Jefuttengefetzes gestimmt unb bedauere dessen nun faktisch erfolgte Aufhebung auch heute noch Aber niemals habe ich mit dem sogenannten »Evangelischen Bunde etwa» zu schaffen gehabt und niemals würde ich an einer Versammlung desselben teilnehmen, nachdem fein Organ und feine Redner die konservative Partei in so zudringlicher, und ungerechter Weise angegriffen und die konservative Presse, speziell die ,Kreuz-Zeitung', in gehässiger, würdeloser Art beschimpft und verleumdet haben." Den Berichterstatter trifft in diesem Fall kein Vorwurf, denn der Vorfitzende der Versammlung Prof. Schmidt hat den Grafen Roon ausdrücklich alS anwesend bezeichnet und seiner Genugtuung darüber Aus- druck gegeben, daß wenigstens ein Abgeordneter erschienen sei. Er wußte also auch nicht, baß Graf Roon seit einem Jahre dem Reichstag überhaupt nicht mehr angehört.
* Zur Aushebung des § L des Jesuiten- gesetzes schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg.': „In den Polemiken gegen die Aushebung des § 2 deS Jesuitengesetzes spiett noch immer der Hinweis auf den durch diese Maßnahmen dem Vatikan angeblich bereiteten Triumph eine Rolle, die mit den Tatsachen nicht in Einklang steht. Man beruft sich zur Begründung dieses Hinweises auf die Stimme der klerikalen Presse Italiens. Aufmerksame Beobachter haben aber in den hier in betracht kommenden Blättern von einer irgendwie lebhafteren Beschäftigung mit der Aufhebung deS § 2 nichts entdecken können. Leitaufsätze, in denen die Ausführung des betreffenden Reichstagsbeschluffes als ein Erfolg für den Vatikan gefeiert worden wäre, find überhaupt nicht erschienen. Im Anfang waren wohl einzelne beifällige Bemerkungen zu verzeichnen, die aber meist auf der irrigen Annahme fußten, daß der § 1 des Gesetzes aufgehoben, mtt anderen Worten, die Wiederzulassung des Jesutten- ordens in Deutschland erfolgt sei, einer Annahme, die bekanntlich ebenso unzutreffend ist, wie die von vielen inländischen Blättern noch immer ben Lesern vorgesührten Perspektiven auf eine lieber» schwemmung Deutschlands mit Mttgliedern bet Gesellschaft Jesu.
0 Die.Tägliche Rundschau' hatte bekamttkich in diesen Tagen mügeteilt, daß angeblich der Evangelische Bund in ben letzten vier Mo
(Nachdruck verboten.)
Maria Angela.
Hon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny. Genehmigte Uebersetzung aus dem Französische«.
olle uns verliehenen guten Eigenschaften und Talente Je freigebiger er gegen uns war, desto ergebener und eifriger müssen wir in seinem Dienste, in der Erfüllung unserer Pflichten sein "
»Ich werde ei nicht versessen, teure Mutter."
„Dir, mein Sind, in deine Obhut gebe ich den Batet, den kleinen Bruder und die Schwestern, selbst Isabella, deren Gesundheit nicht kräftig ist."
„Ich will mein Bester tun, Mama."
„Drwon bin ich überzeugt. Leider darf ich dir nicht verhehle«, daß ich ängstlich bi«; ei können Hindernisse ein irrten, die meine Rückkehr verzögern. Weiß man jemals beim Abschied, ob man fich wieder- steht?
Sie konnte nicht weiter sprechen, ihre Stimme erstickte in Schluchzen. Je nährt die Ttemmngrstunde heranrückte, desto mehr füllte sich ihr Herz mtt Weh und unbestimmter Angst.
Bot diesem Leid hielt die Fassung der arme« keinen Poupee nicht stand. Ein Tränenstrom ergoß fich aus den blauen fflnbetouge«, die junge Brust hob und seakte fich in schmerzlichem Stöhnen. Sie schlang beide Atme um den Hals der Mutter, welche fie innig an fich preßte. Doch Pepa entsann sich, daß fie statt fein müsse, mutig für sich und für die Ihrigen.
„Schone meiner, Liebling," tröstete sie, „wir dürfen den Bat« nicht noch traurig« machen. Et leidet schon genug."
Dieses Wort genügte, um Maria-Angela die änßcre Ruhe wiederzugeben. Mit al« Kraft dämmte fie rie quellenden Tränen zurück.
„Berzeihe, Mama, ich toetbe nicht mehr weinen."
Pepa Üißte fie «och einmal zärtlich.
«Gehe jetzt zum Bat« und zur Schwester, ich werbe dir bald folgen."
Mau kau« fich vorstellev, in welch gedrückter Stimmung die Familie die zwei letzten Tage »«brachte.
Südlich riß Pepa sich auS den Armen de» Satten los, drückte noch einmal jede» Sind an» Kopfende Muttettzetz — und der Abschied War oollbracht.
(Fortsetzung aus dem dritten Blatt.)
„Siebe Mutter," sagte fie, „Du kannst Dich auf «ich ««lassen, ich w«de keinen Dein« Aufträge v«- Stefien."
Pepa bemerkte recht wohl, waS in d« Seele bei Kindes «erging; sie wußte es anzuerkennen, daß die Kleine mtt Gewalt ihre Rührung verbarg, um d« •tatter da» Heiz nicht noch schwer« zu machen.
Frau Mareskat wandte fich zu Isabella. Das Buge Mädchen war auf einen Stuhl gesunken und -chtuchzte laut, die Augen in den Händen verborgen.
Die Mutt« berührte leicht ihre Schutt«.
„Kind," mahnte fie, „Gott will nicht, daß man fich so ftew Schmerze hingibt. Man muß sich zu beherrschen verstehe«. Glaubst Du etwa, eS sei mit leicht, Euch M ««lasse«? Und doch fiehst Du mich ruhig."
Auch Poupee näherte sich ihr mit sanften Worten.
Sieh, Schwesterchen, unsere Mutt« hat schon so atet Kumm«; willst Du de« Deinigen noch hinzn- Aigen? Fasse Dich und zeige Dich ihrer Liebe würdig!"
•B dauerte lange, bis Isabella auf den freundlichen Anspruch hörte und fich beruhigte.
„Geh jetzt zum Btt«," sagte Frau MateÄai, ,« iß schon zu lan^e allein. Maria-Angela wird Dich degietteu."
Die Schwester« entfernten fich. doch rief ein Zeichen »oe Statt« Poupee gleich zurück. Ihr wollte Pepa Ne Sorge für alle asöertrauen.
rStein liebe» Kind," sagte fie, „ft« Himmel hat pich wt ein« ftit dein tot« bemerkenswerten Ber- amnst •Haeftat.et; erinnere dich stets, ftaß wir tat Oe-tt eine genaue Rechenschaft ablegen müssen üb«
Als d« Eilzug fich in Bewegung gesetzt hatte, kehrte He« MareSkat mit seinen Töchtern traurig in» einsame Heim zurück.
4. Kapitel.
Die nächsten Tage waten leidvoll. Mit d« Mutter war die Fröhlichkeit fottgerogeu. He« Mareskat schloß fich in fein Zimm« em und quälte fich mit angstvollen Vorstellungen.
Die jungen Mädchen waten gänzlich ratlos. Doch war Maria-Angela die «sie, welche fich auftaffte.
„Wenn Mutt« «n» sähe," sagte fie, „würde fie ernstlich zürnen; ich habe ibt Bess«eS versprochen."
Sie machte dem Bat« ehrerbietige Boxstellungen und bat ihn so liebevoll, seiner Gesundheit nicht zu schade« durch diese nutzlose Abgefchloffnhett und Grübelei, sodaß He« Mareskat auch bald einsah, wie wenig dieses trostlose Bersunkensei» zu ba Tatkraft und Entschlossenheit feiner Gattin passe Et «ahm fernerhin seine frühere« Gewohnheiten wied« auf, wenn a auch die heimliche Besorgnis um den Ausgang des Unternehmen» nicht los wurde, WaS leid« zur Folge hatte, daß in seinem Leiden ein Nein« Rückfall eintrat und d« Arzt fich unzufrieden übet seinen augenblicklich-« Zustand äußerte.
Mit firb«hoftet Ungeduld verfolgte Joseph die Reise des Dampf«», welch« Pepa entführte, und so oft das Schiss irgendwo anlegte ob« wenn seine Durchfahrt fignalifittt wurde, empfing et eine Nachricht. Dafür hatte et im voraus gesorgt.
So kam denn auch nach bestimmt« Frist die glückliche Landung zu sein« Kenntnis. Pepa selbst sandte eine Depesche. Fortan brauchte fie ja nicht mehr mtt ben Ausgaben zu rechnen; ball» war fie inmitten ft« Verwandten und Freunde, an der Quelle do» Reichtum».
Jeder würde ihr zur Hilfe kommen.
Bald, «tt dem nächste« Pofidampfer böte fich die Getegenfrtt, einen auSttchtlich« Bericht zu sende», ft« ben Satten bann vollständig beruhigte
Ab« diese schönen Hoffnungen sollten fich wicht erfüllen.
Statt d« beglückenden Nachricht, auf welch« Joseph baute, meldeten die Zeitungen plötzlich eine schreckliche Nuigkeit.
Sn Sa Plata war eine Revolution auSgebrochen ine kleine Anzahl Verschwörer hatte unt« Führung eines ehrgeizigen Abenteurers ben Gvuv« nementzpalast gestürmt und den Präsidenten in die Flucht gejagt. Sin Nachfolger war zwar ernannt worden, ab« ei herrschte nur Unordnung, ba bie Provinzen dem Usmpator den Gehorsam verweigerten und sich zum Kampfe rüsteten.
ES war d« Bürgerkrieg mit all seinen Greuel«.
S«ade jetzt, im Augenblicke, wo bie schlimmsten Leidenschaften deS Volkes entfessett waren, mußte Pepa m Buenos Aires ankommen. Die Unruhe, bet Schmerz Josephs und sein« Töcht« lassen fich nachempfinden.
Ihr «st« Gedanke war natürlich, sofort abzu- ressen, um die geliebte Gattin und Mutt« nicht aOeiw ben Gefahren des Kriege- au-gesetzt zu wissen.
Ab« eine Minute b« Ueberlegung machte ihn« bie UnauSsührbarkett dieses Vorhaben- Kar. Die Geldfrage allein schon bildete ein unübasteigbareS Hind«ni». Um die Losten b« Ueberfahrt der zahlreichen Familie zu befreiten, hätte es eine- Seinen Vermögens bedurft, und wir Wissen ja, daß Pepa nur eine ganz mäßige Summe zurückgelaffen hatte. Die wenigen Rententitel, welche He« Mareskat tn Händen hätte, konnte « zurzeit wegen der Revolution nur mtt beträchtlichem Schaden verkaufen.
Außerdem hätte man «ich« nur für da- laufende Vierteljahr, sondern für to eitere drei Monate ben Mietzins entrichten müssen. D« Verwalter bt» Hause- war nicht besonder- umeänglich, und mtt «Hefen Fremden", Wie « fich nu Tonfall b«0eria*> schätzung au-ftrückte, hätte « nicht viel Federlesewt gemacht, womöglich noch noch einen guten 8rete für nötige Reparaturen veriaugt. (gertf. folgt.)